Posts Tagged ‘VW Käfer’

Nürburgring: Emotionale Reise zu den Autos meiner Jugend

18. August 2018

Es hätte mir natürlich klar sein sollen, aber es traf mich gewaltig. Ich hatte einen emotionalen Flashback bei meinem Besuch des 46. AvD Grand Prix am Nürburgring. Ich traf auf viele Fahrzeuge, die ich als Kind gesehen habe und die Erinnerungen kamen wieder hoch. 

Es ist natürlich klar, dass man auf einem Oldtimer-Rennen nicht nur Fahrzeuge trifft, die vor meiner Geburt gebaut wurden. Nein, natürlich nicht. Als Kind der sechziger Jahre traf ich auf viele Fahrzeuge, die mich in den siebziger und achtziger Jahren autotechnisch sozialisiert haben. Und ich genoss diese Zeitreise in die Vergangenheit.

Als erstes traf ich auf Volkswagen. Meine Eltern hatten einen VW Käfer in Blau. Dieser Volkswagen brachte mich mit meiner Mutter am Steuer jeden Tag in den Kindergarten mit einem Zwischenstopp beim Bäcker, zwecks Breznkauf. Der Käfer fuhr uns überall hin. Die ersten Familienurlaube gingen an den Gardasee und das Fahrzeug war voll geladen und ich hinten drin. Anschnallgurte gab es nicht, also lag ich auf der Rückbank und spielte. Mein Papa reparierte den Anlasser mit einem Hammer. Er schlug auf das Teil und der Motor sprang an. Ich wollte daher kurzzeitig Mechaniker werden, denn mit einem Hammer auf den Motor hauen schien mir nicht allzu kompliziert zu sein. 

Der große und der kleine Bully - heute leider eine Dreckschleuder.

Der große und der kleine Bully – heute leider eine Dreckschleuder.

Meine Eltern entdeckten das Camping für sich und der Käfer reichte nicht aus. Es gab mal die Überlegung, ob wir uns einen VW Bully anschaffen. Der T1 war damals noch zu finanzieren und wir schauten uns als Familie ein paar Fahrzeuge an. Meine Mutter schwärmte von einer Kochnische und einem Bett. Letztendlich entschied sich mein Vater aber gegen den Bully und für den Kauf eines VW Passats, weil sich der Bully im Familienalltag als untauglich erweisen könnte. Der Bully ist heute eine regelrechte Dreckschleuder und von VW kaufe ich nie mehr ein Auto nach dem Betrug in Sachen Diesel.

Den Opel GT hatte keiner meiner Bekannten, doch in München fuhren einige herum.

Den Opel GT hatte keiner meiner Bekannten, doch in München fuhren einige herum.

Beim Spaziergang durch das Fahrerlager am Nürburgring traf ich auf weitere Fahrzeuge meiner Jugend. Begeistert stand ich vor schnittigen Opel GT-Sportwägen. Damals hatte Opel noch schöne Autos gebaut. Ich kannte zwar keinen in meinen Umfeld, der so einen Sportwagen hatte, aber im Münchner Straßenbild waren damals einige unterwegs. 

Einfach Kult - die Ente.

Einfach Kult – die Ente.

An einem Verkaufsstand für Autoöle sah ich einen alten grauen 2CV – die legendäre Ente. Eine Kollegin beim Münchner Merkur hatte eine gut gepflegte Ente in Rot und es war ihr ganzer Stolz. Eines Tages hielt beim Wegfahren ein Kollege aus Spaß den vorderen Scheinwerfer fest und riß ihn ab. Die Kollegin hat wochenlang nicht mehr mit ihm gesprochen, obwohl sie Schreibtisch an Schreibtisch saßen. 

Und dann waren noch allerhand Fords, Opels und BMWs meiner Jugend. Danke für diese Erinnerung an alte Zeiten. Der Besuch des 46. AvD Oldtimer Grand Prix in der Eifel hat sich für mich gelohnt. An welche Fahrzeuge eurer Jugend erinnert ihr euch? 

Isdera-Modelle deutscher Ingenieurkunst: Isdera Imperator 108i und der Isdera Autobahnkurier 116i am Nürburgring

17. August 2018

Deutschland sieht sich selbst als Nation der Autobauer. Ich hoffe, dass wir bei der anstehenden Zeitenwende den Anschluss noch bekommen und unsere Automobilindustrie transferieren können. So lange wir Leute wie Eberhard Schulz haben, habe ich ein gutes Gefühl. Eberhard Schulz ist Gründer (1982) und Chef der Isdera – die Abkürzung für Ingenieurbüro für Styling, Design und Racing. Auf der 46. AvD Oldtimer Grand Prix am Nürburgring stieß ich auf zwei seiner legendären Konstruktionen: Den Isdera Imperator 108i und Isdera Autobahnkurier 116i.

Ich geb es ja zu, dass ich kein Autoexperte bin und ich sehe Autos in der Regel pragmatisch als Gegenstand, der mich von A nach B bringt. Aber ich weiß, was mir optisch gefällt und da gehören der Isdera Imperator 108i und der Isdera Autobahnkurier 116i auf jeden Fall dazu.

Die erste Serie des Imperator wurde in 17 Exemplaren bis 1991 produziert. Die zweite Serie wurde dann technisch und im Design angepasst und bis 2001 hergestellt. Insgesamt entstanden 30 Exemplare und ich habe am Nürburgring eines dieser seltenen Fahrzeuge gesehen. Da wir Autos gerne über seine Geschwindigkeit definieren: Die Höchstgeschwindigkeit reicht beim Imperator von 262 km/h bis zu 310 km/h im AMG-Modell. Dieses beschleunigt in knapp unter 5 Sekunden auf Tempo 100, also ein unglaublicher Sportwagen und eine grandiose Ingenieurleistung. Beim Umrunden des Fahrzeugs fällt immer ein Anbauteil auf dem Dach auf. Das ist der Rückspiegel, der wegen der geringen Höhe nicht im Auto untergebracht werden konnte, sondern dafür auf dem Dach. Der Fahrer blickt leicht nach oben und sieht durch das Sichtfenster in den Rückspiegel. 

Der Isdera Autobahnkurier 116i ist ein Einzelstück und ich war sehr begeistert, dieses Fahrzeug einmal live anzutreffen. Er gehört Firmenchef Eberhard Schulz und ist in Hildesheim zugelassen. Der Sportwagen ist als Zweisitzer im Stromliniendesign der 1930er Jahren entwickelt. Als ich den Wagen auf dem Nürburgring erblickte, glaubte ich zunächst wirklich, dass es sich um einen Oldtimer handelte. Aber nein, das Fahrzeug hat viele Teile vom VW Käfer verwendet und wurde im Jahre 2006 zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert. Der Motor kommt von Mercedes und der Autobahnkurier bringt es auf 242 Stundenkilometer. 

Ausstellungskatalog Kraftwerk 3D

14. Januar 2015

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Über die musikalische Bedeutung von Kraftwerk noch groß Worte zu verlieren, hieße Eulen nach Athen zu tragen. Soviel nur: Ich liebe Kraftwerk, bin ein Fan der Band und ärgere mich wahnsinnig, dass ich es bisher noch nie zu einem Konzert geschafft habe. Derzeit spielt Kraftwerk in Berlin und wieder kann ich nicht dabei sein.

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Als Kraftwerk 2011 in München in der Alten Kongresshalle gastierte (und ich wieder nicht konnte), gab es aber eine Ausstellung zu Kraftwerk. Zum ersten Mal außerhalb eines Konzertsaals konnte ich die Kunst von Kraft in einer Ausstellung im Kunstbau des Münchner Lenbachhauses genießen. 2011 erschien dazu der Katalog Kraftwerk 3D als Kling Klang Produkt. Dem schön gebundenen Buch ist eine kleine 3D-Brille (rot/grün) beigelegt, um die Artworks von Emil Schult des Buches genießen zu können. Schult war einst Mitglied von Kraftwerk, kümmerte sich dann aber um das Design und das Artwork der Band. Jeder Kraftwerk—Fan kennt die Bilder, Grafiken, Illustrationen. In einem Video mache ich ein Unboxing des Kataloges und zeige ein paar Bilder:

Das Buch beginnt mit Autobahn – es zeigt den VW Käfer, den Benz. Das Buch nimmt uns mit in die visuelle Welt von Kraftwerk. Erläuternde Texte gibt es in dem Buch keine. Als Betrachter muss man die Bilder auf sich wirken lassen. Wer dieses Buch ansieht, sollte Zeit mitbringen. Ein schnelles Durchblättern bringt nichts. Unter anderem werden Radioaktivität, Computerwelt, Zahlen behandelt und interpretiert.

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Das Buch Kraftwerk 3D ist sicherlich nur etwas für Hardcore-Fans von Kraftwerk. Ich sehe es als ideale Ergänzung zur Musikbox und zu einem Konzert.

Buchtipps: Technische Anleitungsbücher für den Rasenden Falken

27. November 2013

Früher habe ich anhand von Büchern einem Kumpel geholfen, seinen VW Käfer zu reparieren. „So helfe ich mir selbst“, lauteten die Titel der Serie. Im Laufe der Jahre sind die Ansprüche größer geworden und ich widme mich geistig der Reparatur des Rasenden Falken. Gemeint ist das Buch Millennium Falcon Manual (Owners Workshop Manual)

Als Star Wars- und Star Trek-Fan liebe ich die Haynes-Bücher von unter anderem Ben Robinson und Ryder Windham. Die Autoren liefern Handbücher zu Raumschiffen aus meiner Filmwelt. Bisher habe ich die Bücher über den Todesstern Death Star Manual, die USS Enterprise Star Trek: U.S.S. Enterprise Haynes Manualund den Bird of Prey Klingon Bird of Prey Manual
der Klingonen. Meine jüngste Errungenschaft ist das Haynes-Anleitungsbuch über den Rasenden Falken. Alle Bücher sind ähnlich aufgebaut und wenn jemand ein Buch der Reihe liebt, wird er sie alle lieben.

Nur für Hardcore-Fans.

Nur für Hardcore-Fans.

Aber Vorsicht: Es ist harter Tobak. Die Bücher sind für Fans, Nerd, Fanatiker, Fachleute geschrieben. Leute, die wie ich zwar eine schwere Macke haben, aber bei ihrem Hobby keinen Spaß verstehen. Sie können mitunter auch ganz schön anstrengend sein. Daher gehe ich auch nicht mehr auf Conventions, auf denen bis zum frühen Morgen über den Antrieb des Rasenden Falken ernsthaft diskutiert wird.

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Grundlage für all die Diskussionen sind sicher die Owners Workshop Manuals. Schon auf dem Cover des Rasenden Falken-Buches wird klar, dass es ernst wird. Millennium Falcon, modified VT-1300 Corellian Freighter. Auf 128 Seiten mit zahlreichen Reinzeichnungen und einigen Fotos wird die Geschichte des Schiffes und seiner Variationen erläutert. Die schematischen Zeichnungen erleichtern den Durchblick, wie das Schiff funktioniert. Für Freaks gibt es dann noch die Cockpit Kontrollen dargestellt – spätestens hier wird klar, es ist nichts für den Standard-Kinogänger, sondern nur für Hardcore-Fans. Es geht sich um Antriebsgeneratoren für Hyperraum und Sublicht sowie die Treibstoffversorgung. Aus dem Star Wars-Filmem wissen wir ja, dass der Rasende Falke ja eigentlich ein Schmugglerschiff war und durch dieses Buch wird mir auch klar, wo die Schmuggelräume lagen. Also Fans, hier heißt es zugreifen. Inzwischen ist auch eine deutsche Übersetzung des Buches Star Wars Millennium Falke: Technisches Handbuch erschienen. Aber ich bleibe bei den US-amerikanischen Originalen.

Anleitungsbuch für Kinder.

Anleitungsbuch für Kinder.

Im Grunde kam ich auf das Buch durch meine Kinder. K1/2 lieben ein 3D-Modell-Buch Star Wars Millennium Falke YT-1300 über den Falken. Es handelt sich um Auf 22 Seiten kann ich Schicht für Schicht in das Innere des Falken vordringen und mir die Innereien des Schiffs anschauen. Die wenigen Texte sind nicht so wichtig, faszinierender für K1/2 ist die Technik des Falken. In der Fantasie kann diese Wunderwerk der Technik natürlich fliegen. Aber K1 wollte es genauer wissen. Wie funktioniert jetzt der Hyperantrieb? Wie geht das mit den Waffensystemen? Das gibt das Buch nicht her, da muss dann schwere Kost mit den Owners Workshop Manuals aufgefahren werden. So sitzt die Star Wars-Familie nun auf dem Sofa und wir blättern das Anleitungsbuch durch. Ich übersetze und K1/2 interpretieren die Zeichnungen. So verbringen Fans die regnerischen Nachmittage.

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