Posts Tagged ‘Schulfernsehen’

TV-Nachrichten an Schulmonitor beim Schwarzen Brett

4. Juni 2015

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Immer wieder bin ich beruflich in Schulen im ganzen Bundesgebiet unterwegs. Und immer mehr fallen mir die Monitore in den Aulen auf. Dort werden natürlich die Stundenplanänderungen bekannt gegeben. Aber dort ist noch mehr zu finden: Es laufen auf diesen Monitoren Nachrichtensendungen – das finde ich prima.
Die Freistunden wurden zu meiner analogen Schulzeit noch mit DIN A6-großen Zetteln ans Schwarze Brett geheftet. Das ist lange her, Die Schwarzen Bretter von heute sind Flachbildschirme. Sie werden zentral vom Sekretariat bedient.
Die Schüler versammeln sich davor nicht nur, wegen Raum- und Stundenplanverschiebungen. So mancher Schüler bleibt auch stehen und studiert aufmerksam die aktuellen Tagesnachrichten. Bisher habe ich meist ntv als Fernsender entdeckt. Börsenkurse sind bei den Schülern weniger der Renner als vielmehr aktuelle Meldungen, wie beispielsweise der Bahnstreik oder Fußball.
Natürlich sind diese Sendungen eine Art von Häppchen-Journalismus, zumal meist auch kein Ton läuft, um den Schulbetrieb nicht zu stören. Aber ich bin schon froh, dass Schüler so an Nachrichten herangeführt werden. Nachdem sie in bayerischen Schulen kein Handy als Informations- und Recherchequellen offen nutzen dürfen, kommt so wenigstens etwas aktuelle Information über lineares Fernsehen bei den Schülern an.
Interessant ist aber auch, dass diese Schulmonitore als Ausspielkanal für Schulfernsehen genutzt wird. Darüber werde ich gesondert mal bloggen.

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BMW-Stiftung fördert Tatfunk – Schüler machen Radio

4. Februar 2014

Zu einem meiner Tage der Medienkompetenz war ich neulich ans Gymnasium Dingolfing eingeladen. Dort schulte ich Schüler und Lehrer in Sachen Soziale Netzwerke. Der Tag war ein voller Erfolg. In der Pause durfte ich dem Tatfunk ein Interview geben.

Der Redaktion des Tatfunk im Interview mit mir.

Der Redaktion des Tatfunk im Interview mit mir.

Der Tatfunk ist eine Gruppe von engagierten Schülern, die Medienkompetenz praktisch erlernen. Ein 20minütiges Interview mit mir wurde aufgenommen und wird nun unter professioneller Anleitung geschnitten und sendefertig gemacht. Ich habe zum Spaß das Interview mit dem iPhone mitgefilmt und bei YouTube eingestellt. Medienarbeit an Schulen ist vielfältig und muss nicht nur Schülerzeitung bedeuten. Durch meine verschiedenen Vorträge an Schulen und Arbeit für Schülerzeitungsredaktionen hab ich unterschiedliche Ansätze gesehen. So gab es beispielsweise im Norden Bayerns in Selb eine super engagierte Gruppe Schulfernsehen und eben nun in Niederbayern den Tatfunk.

In Dingolfing hat BMW ein großes Werk und der Tatfunk gehört zur Eberhard von Kuenheim Stiftung. Diese BMW-Stiftung wurde im Jahre 2000 gegründet und nach dem langjährigen Vorstands- und Aufsichtsratsvorsitzenden benannt. Ziel der Stiftung ist es, Pilotprojekte zu aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen zu entwickeln und umzusetzen.

Der Tatfunk ist eines dieser Projekte. Hier entwickeln Oberstufenschüler im Verlauf eines Schuljahres eine eigene Radiosendung und erhalten ein kleines Budget mit dem sie eigenverantwortlich ihre Sendung produzieren. Journalistische Grundlagen bekommen die Schüler von einem Mediencoach und auf einer Lernplattform im Internet vermittelt. In unserem Fall in Dingolfding ist es ein Radiokollege aus Regensburg.

Weitere Lernziele sind es, ein Projekt von Beginn an selbst zu planen, als Projektteam zusammenzuarbeiten und die eigenen Ergebnisse der Öffentlichkeit zu präsentieren. Bei Tatfunk kooperiert die Stiftung u.a. mit BMW, dem Bayerischen Rundfunk und der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien. Das Projekt läuft in sechs Bundesländern. Das Thema Soziale Netzwerke passt ideal zu den Zielen der Eberhard von Kuenheim Stiftung. Da gebe ich gerne ein Interview und unterstütze die engagierten Schüler des Gymnasiums Dingolfing. Super, solche Leute brauchen wir.

Bei einem Vortrag war ich zu Gast am Gymnasium Dingolfing.

Bei einem Vortrag war ich zu Gast am Gymnasium Dingolfing.

Schülerzeitungen gehen ins Netz und ins Web-TV

27. April 2013
Crossmedia-Schulung am Gymnasium in Selb.

Crossmedia-Schulung am Gymnasium in Selb.

Der journalistische Nachwuchs liegt mir sehr am Herzen und neben meiner jahrelangen aktiven Mitgliedschaft bei den Nachwuchsjournalisten in Bayern und dem PresseClub München widme ich einen Teil meiner Zeit  natürlich auch Schülerzeitungen. Das Thema ist furchtbar spannend, weil Schülerzeitungsredakteure einen frischen Blick auf viele Dinge werfen. Sie sehen manche Dinge anders und haben Lust am Experimentieren und das ist gut so. Ich bin Jury-Mitglied des Schülerzeitungspreises Die Raute und engagiere mich stark in dem Bereich. Zur Schulung der Nachwuchsredakteure habe ich zusammen mit einem Kollegen sogar das Buch 1×1 der Schülerzeitung geschrieben. Bestellungen für kostenlose Exemplare übrigens bitte bei mir.

Die älteren Schüler schulen die jüngeren.

Die älteren Schüler schulen die jüngeren.

Aber Schülerzeitungen bleiben nicht stehen. Neue Entwicklungen zeigen mir, dass es die Medienkrise auch Schülerzeitungen erreicht hat. So manche Schülerzeitung kann aus Vertriebs- und Anzeigengründen nur noch ein- bis zweimal im Jahr erscheinen. Und was machen die pfiffigen Redakteure? Sie weichen ganz selbstverständlich aufs Netz aus. Die einen manchen eine Schülerzeitung im Web als WordPress-Seite, die anderen gehen gleich auf Facebook und stellen sich dar. Die Mitschüler sind sowieso auf Facebook und somit ist das Vertriebsproblem gelöst. Die Artikel werden gelesen – und das ist das Hauptziel von Schülerzeitungen.

Und wiederum andere machen Schulfernsehen. Oftmals mit den Fernsehkameras, die sie in ihrer Hosentasche haben: Den Smartphones. Sowohl iPhone als auch Android haben gute Videokameras und Schnittsoftware und Smartphones sind immer dabei. Zwar gibt es an bayerischen Schulen die rückständige Vorgabe: Das Handy bleibt aus, doch Schüler finden einen Weg und gegebenenfalls wird das Smartphone eben auf Flugmodus gestellt.

Die jüngsten Filme nutzen die Produktionswerkzeuge aus ihrer Hosentasche.

Die jüngsten Filme nutzen die Produktionswerkzeuge aus ihrer Hosentasche.

Und dann habe ich Schülerinnen und Schüler vom Walter Gropius-Gymnasium in Selb erlebt, die mit Profi-Ausrüstung Schulfernsehen machen. Sie nehmen ihre Beiträge auf P2-Karten auf, schneiden am Avid und erlernen in der Schule Medienkompetenz. Sie spielen ihre Beiträge im Netz aus und sind Mitglied bei den Jungen Medien Oberfranken zusammen. Ich durfte die rund 20 Schüler in Sachen Crossmedia schulen und künftig arbeiten Schülerzeitung, Schulfernsehen und Schulwebsite Hand in Hand. Journalistische Themen werden von den jungen Kolleginnen und Kollegen aufgegriffen und über verschiedene Medienformate gespielt. So sieht praktischer Journalismus im 21. Jahrhundert aus.

Bei meiner Schulung gingen wir auf Themensuche und stellten fest: Es gibt Themen, die Schüler zu 100 Prozent betreffen und die in allen drei Medienarten gespielt werden können. Zur besseren Vertreibung wird jetzt an einer internen Facebook-Gruppe gearbeitet, um Auflage, Klickzahlen und Reichweite zu stabilisieren und zu erhöhen.

Zum Spaß drehten die Schüler ein Interview mit Sabine Habla, Regionalbeauftragte bei der Hanns-Seidel-Stiftung, die meine Schulung ermöglichte und die Schüler zu weiteren Seminaren in die Bildungszentren der Stiftung einlud. Ich habe die Dreharbeiten zum Spaß mit meinem iPhone mitgedreht und bei YouTube eingestellt.