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Buchkritik: Unlocking Dracula A.D. 1972: A Classic Horror Film in Context von David Huckvale

19. Oktober 2025

Dracula jagt Mini-Mädchen oder Dracula A.D. 1972 war einer meiner ersten Dracula-Filme, die ich als Jugendlicher gesehen habe. Natürlich hat dieser Hammer-Film Schwächen, aber aus nostalgischen und modischen Gründen hat dieser Film einen besonderen Platz in meinem Herzen.
Jetzt hat mir mein geschätzter Kollege Markus vom Filmreport das neue Buch Unlocking Dracula A.D. 1972: A Classic Horror Film in Context von David Huckvale empfohlen, das ich als Fan des Grafen verschlungen habe.

Das Buch ist das erste ausschließlich Dracula A.D. 1972 gewidmete Werk – also eine Monographie über diesen Hammer-Vampirfilm. Ziel des Buches ist es, den Film nicht nur narrativ zu analysieren, sondern ihn in seinen politischen, sozialen und filmhistorischen Kontext einzubetten.

Für mich besonders war an dem Film, wie es gelungen ist, den viktorianischen Vampir in die Zeit der 1970er-Jahre zu übertragen, und welche Probleme oder Möglichkeiten damit verbunden sind. Für Horrorfans und Filmwissenschaftler bietet das Buch eine tiefgehende Lektüre von Dracula A.D. 1972, weit über eine bloße Inhaltsanalyse hinaus.
Der Film wird in Beziehung gesetzt zu den gesellschaftlichen Strömungen der frühen 1970er-Jahre – u. a. ein Wiederaufleben des Okkulten, jugendliche Subkulturen, Mode, Protestbewegungen. Okkult als gesellschaftliche Fantasie: Huckvale würde diese Szene vermutlich analysieren als Schnittstelle zwischen dem historischen Vampirmotiv und dem damaligen Revival des Okkulten (1970er Jahre). Die schwarze Messe wird nicht nur als Horrorritual gezeigt, sondern als Ausfluss einer jugendlichen Suche nach Rebellion, Überschreitung und dunkler Mystik.

Interessant finde ich die Bedeutung der konkreten Orte, Straßen und Stadtteile (Chelsea, London) für die narrative und symbolische Dimension des Films. Die Wahl von Chelsea als Schauplatz ist kein dekoratives Detail, sondern eine bewusste Entscheidung: Huckvale sieht in der psychogeografischen Gestaltung (Stadtstruktur, urbane Orte) eine symbolische Bedeutung für die Handlung und Spannung.

Wir sind ja in den frühen Siebzigern und daher enthält der Film Elemente, die bewusst stilisiert wirken – Huckvale untersucht, wie und warum bestimmte Gestaltungen (Kostüme, Dekor, Ausstattung) eher an Kitsch oder Kult als an „ernsten Horror“ erinnern.

Neben der filmtechnische Analyse von Kamera, Schnitt, Choreographie, Setdesign geht der Autor auch auf den Soundtrack von Mike Vickers ein, dem eine Schlüsselfunktion zugeschrieben wird, da er den Film gerade in seiner modernen (für 1972) Umsetzung trägt und die Verbindung zwischen Horrortradition und Zeitgeist verstärkt.

Sehr sympathisch ist mir die positive Besprechung der Films. Obwohl Dracula A.D. 1972 bei erstem Erscheinen schlecht rezipiert wurde, gilt er heute als kontroverser Kultklassiker. Obwohl Dracula A.D. 1972 bei seiner Veröffentlichung finanziell und kritisch wenig Erfolg hatte, sieht Huckvale ihn als wichtigen Vertreter eines „modernisierten“ Horrorfilms mit Kultpotenzial. Huckvale untersucht, wie sich diese Rezeption gewandelt hat und warum der Film heute besondere Aufmerksamkeit verdient.

Für mich eröffnete das Buch neue Perspektiven auf einen oft als „nicht klassisch“ angesehenen Film, indem es zeigt, wie stark historische, soziale und ästhetische Faktoren in der Entstehung wirken. Wer den Film bisher nur oberflächlich kannte, kann durch Huckvales Arbeit verstehen, wieso bestimmte Entscheidungen getroffen wurden und wie sie die Wirkung beeinflussen.

Moosgrün, Fischgrat und Charakter – mein britischer Modeweg

8. August 2025

Ich mag den britischen Landhausstil in der Kleidung und bei meinem Besuch in Schottland deckten meine Frau und ich uns mit Tweed in allen Formen ein.

Für mich ist der gehobene britische Kleidungsstil mit Tweed mehr als nur Mode – er ist Ausdruck einer Lebenshaltung, die Tradition, Qualität und Understatement vereint. Ursprünglich in den ländlichen Regionen Großbritanniens beheimatet, diente Tweed einst als robuster Stoff für Jagd, Reitsport und Outdoor-Aktivitäten. Heute steht er für mich für eine zeitlose Eleganz, die sowohl auf dem Land als auch in der Stadt geschätzt wird. Mit Tweed fühle ich mich nie falsch angezogen.

In Schottland besuchte ich zahlreiche Herrenausstatter, aber am wohlsten fühlte ich mich in Glasgow bei Walker & Slater. Leider hatte ich nicht die Zeit, um Maß zu nehmen, also kaufte ich nur ein Einstecktuch, aber bei einem längeren Aufenthalt, ist das mein Laden.

Zentrales Element dieses Stils ist das Tweed-Sakko – meist maßgeschneidert, aus schwerem Wollstoff gefertigt und häufig in klassischen Mustern wie Fischgrat, Hahnentritt oder dem berühmten Prince of Wales Check gehalten. Farblich dominieren natürliche, gedeckte Töne wie Moosgrün, Graubraun, Rostrot oder Senf, die sich harmonisch in das britische Landschaftsbild fügen und eine warme, geerdete Wirkung entfalten.

Der typische Look kombiniert das Sakko mit einer passenden Weste, einem Hemd – oft mit Button-Down-Kragen oder dezenter Musterung – sowie einer Krawatte oder Fliege. Dazu werden hochwertige Lederschuhe getragen, etwa Brogues oder Chelsea Boots, die den traditionellen Charakter des Outfits unterstreichen. Wer den Stil vollständig leben möchte, ergänzt ihn mit klassischen Accessoires wie Schiebermütze, Einstecktuch, Tweed-Cape oder sogar einem Gehstock – stets mit Bedacht gewählt, niemals übertrieben.

Was diesen Stil für mich besonders macht, ist seine Haltung: Er wirkt gepflegt, aber nicht affektiert; distinguiert, aber nicht protzig. Er transportiert eine Form von Noblesse, die nicht auf Etikette, sondern auf Charakter beruht. Tweed erzählt Geschichten – von alten Herrensitzen, Teestunden am Kamin, verregneten Herbstjagden und Spaziergängen über nebelverhangene Felder.

Für mich bleibt britische Kleidungsstil mit Tweed aktuell – nicht als Trend, sondern als beständiger Ausdruck von Stil, Qualität und Persönlichkeit. Wer ihn trägt, wählt bewusst: gegen Schnelllebigkeit, für Authentizität.

Modische Gürtel für Männer beim Herrenausstatter Felbinger – Das luxuriöse Accessoire für den stilbewussten Gentleman

11. März 2025

Wir Männer haben nicht so viele Möglichkeiten an Schmuck oder Accessoires wie die Damen der Schöpfung. Eine Möglichkeit sich auszustatten sind Gürtel.

Und hier habe ich interessante und eindrucksvolle Modelle beim Herrenausstatter Felbinger in Immenstadt gesehen. Klaus Felbinger ist mein Herrenausstatter und für mich ein Leuchtturm in Sachen Männermode. Bei der jüngsten Anprobe bin ich um ein Regal mit den sehr interessanten Gürteln herumgeschlichen und habe mit Klaus Felbinger gleich ein Interview führen müssen.

Ein Gürtel ist für mich weit mehr als nur ein funktionales Accessoire, das die Hose an Ort und Stelle hält – er ist ein Statement, ein Ausdruck von Stil und Persönlichkeit. Besonders im Luxussegment avanciert der Herrengürtel zum unverzichtbaren Detail eines perfekt abgestimmten Outfits. Edle Materialien, exquisite Verarbeitung und exklusive Designs machen ihn zum Hingucker und verleihen jedem Look eine elegante Note. Und Klaus Felbinger hat in Mailand eine Manufaktur entdeckt für individuelle Gürtel.

Luxusgürtel für Männer bestehen oft aus feinstem Leder, sei es italienisches Kalbsleder, exotisches Krokodil- oder Schlangenleder oder vegetabil gegerbtes Leder für eine besonders nachhaltige Note. Die Schließen setzen ebenfalls ein modisches Statement: Hochglanzpolierte Edelstahl-, Titan- oder sogar vergoldete Varianten.

Die Gürtel von Felbinger fallen auf, ohne aufdringlich zu sein. Die hochwertige Gürtel werten jedes Outfit auf – sei es der klassische Anzug, das legere Business-Casual-Ensemble oder ein stilvoller Freizeitlook mit Chino und Hemd. Farblich abgestimmt auf die Schuhe oder die Uhr, setzt er stilvolle Akzente und zeugt von modischem Feingefühl. Ein modischer Luxusgürtel ist mehr als nur ein Accessoire – er ist ein Zeichen von Qualität, Klasse und Stilsicherheit. Wer auf Eleganz und Exklusivität setzt, investiert in ein zeitloses Stück, das über Jahre hinweg Bestand hat und den individuellen Stil perfekt unterstreicht.

In Kürze werden die Gürtel im Online-Shop von Felbinger zu erwerben sein. Der Shop befindet sich gerade im Aufbau. Einfach mal reinklicken oder direkt nach Immenstadt fahren (vorher einen Termin ausmachen).

Ausstellung: Lee Miller – Von der Muse zur Meisterin der Kamera

9. Februar 2025

Kurz nachdem ich ein Online-Seminar zu Lee Miller durchgeführt habe, gib es nun im Rahmen der Münchner Veranstaltungsreihe „Stunde Null“ eine faszinierende Ausstellung über die berühmte Fotografin im Amerika Haus. Die Eröffnung machte u.a. ihr Sohn Anthony Penrose, der die Bilder der 1977 verstorbenen Fotografin auf dem Dachboden fand und der Nachwelt erhielt. Bis zum 31. Juli 2025 ist die fantastische Ausstellung im Amerika Haus München am Karolinenplatz zu sehen.

Für mich war Elizabeth „Lee“ Miller (1907–1977) eine der faszinierendsten Fotografinnen des 20. Jahrhunderts. Sie begann ihre Karriere als Model, wurde später eine gefeierte Fotografin und entwickelte sich zu einer der bedeutendsten Kriegsberichterstatterinnen ihrer Zeit. Ihr Leben war geprägt von Kunst, Fotografie, Reisen und einem unermüdlichen Drang, die Welt mit der Kamera festzuhalten. Die Schrecken des Krieges und die Befreiung der Konzentrationslager konnte die Frau nicht verkraften und verfiel nach dem Krieg dem Alkohol. Ihr Sohn Anthony Penrose fand nach dem Tod ihre Bilder auf dem Dachboden und baute das Lee Miller Archiv auf. Hier die Ansprache von Anthony Penrose bei der extrem gutbesuchten Vernissage.

Frühe Jahre und Modelkarriere
Lee Miller wurde am 23. April 1907 in Poughkeepsie, New York, geboren. Schon früh kam sie mit der Fotografie in Berührung, da ihr Vater, ein Amateurfotograf, sie häufig als Modell für seine Porträts nutzte. Nach einer kurzen Zeit an der Kunstschule in New York begann Miller in den 1920er-Jahren eine vielversprechende Karriere als Model. Sie wurde von Condé Nast, dem Herausgeber der Vogue, entdeckt, nachdem sie zufällig auf der Straße beinahe von einem Auto überfahren worden war. Diese Begegnung führte zu einem Engagement als Covergirl für die Vogue, wodurch sie schnell zum gefragten Model in der Modewelt avancierte.

Doch die passive Rolle als Model genügte ihr nicht. Sie wollte hinter die Kamera wechseln, um selbst kreativ zu arbeiten. 1929 zog sie nach Paris – damals das Zentrum der künstlerischen Avantgarde – und suchte den Kontakt zu Künstlern und Fotografen. In der Ausstellung sind frühe Modefotos mit ihr zu sehen.

Paris und die Begegnung mit Man Ray
In Paris wurde Miller Schülerin, Assistentin und Muse des surrealistischen Fotografen Man Ray. Sie lernte nicht nur die technischen Grundlagen der Fotografie, sondern auch künstlerische Ausdrucksformen, insbesondere die experimentelle Dunkelkammertechnik Solarisation, die sie gemeinsam mit Man Ray weiterentwickelte. Neben der Modefotografie schuf Miller eindrucksvolle surrealistische Werke, die bis heute als Meisterwerke dieser Strömung gelten. Ich sah zum ersten Mal diese Bilder im Original in München.

Doch Miller war nicht nur Muse – sie wollte als eigenständige Künstlerin anerkannt werden. 1932 kehrte sie nach New York zurück und eröffnete ihr eigenes Fotostudio. Sie arbeitete als Porträt- und Werbefotografin, etablierte sich in der Kunstszene und fotografierte prominente Persönlichkeiten wie Charlie Chaplin.

Kriegsfotografin und Berichterstatterin
Der entscheidende Wendepunkt in Millers Karriere kam während des Zweiten Weltkriegs. Sie wurde Kriegsfotografin für die Vogue und berichtete über die dramatischen Ereignisse in Europa. Anfangs dokumentierte sie das Kriegsgeschehen aus London, wo sie während der deutschen Luftangriffe das Leben der Bevölkerung und die Zerstörung durch die Bombenangriffe festhielt.

1944 begleitete sie die Alliierten nach Frankreich und fotografierte die Befreiung von Paris. Sie dokumentierte eindrucksvoll das Leiden der Zivilbevölkerung, das Elend der Kriegsgefangenen und das Grauen der Konzentrationslager. Ihre Bilder aus Dachau und Buchenwald zählen zu den erschütterndsten Fotografien dieser Zeit. Eine der bekanntesten Aufnahmen zeigt sie selbst in der Badewanne von Adolf Hitlers Münchner Wohnung, kurz nach der Befreiung der Stadt durch die Alliierten. Dieses Bild steht symbolisch für das Ende des Nationalsozialismus und Millers mutige Präsenz an den Brennpunkten der Geschichte. Das Bild ist natürlich zu sehen.

Ihre Kriegsfotografien waren bahnbrechend und schockierend zugleich. Sie zeigte die Realität des Krieges ungeschönt, ihre Bilder von befreiten Konzentrationslagern wurden weltweit veröffentlicht und dokumentierten die Schrecken des Holocausts in einer Weise, die nicht ignoriert werden konnte.

Nachkriegszeit und Rückzug aus der Fotografie
Nach dem Krieg zog Miller mit ihrem zweiten Ehemann, dem britischen Künstler Roland Penrose, nach England. Sie litt unter den psychischen Folgen ihrer Erlebnisse im Krieg, heute würde man es als Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) bezeichnen. Die Verarbeitung der Kriegsgräuel fiel ihr schwer, und sie zog sich zunehmend aus der Fotografie zurück. Stattdessen widmete sie sich der Kunst, kochte leidenschaftlich gerne und wurde eine bekannte Gastgeberin für die britische Bohème.

Erst in den 1970er-Jahren wurde ihr fotografisches Werk wiederentdeckt. Ihr Sohn Antony Penrose spielte eine entscheidende Rolle dabei, ihre Arbeiten zu archivieren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Ich konnte ein kurzes Gespräch mit diesem Mann führen.

Vermächtnis und Bedeutung
Lee Millers Einfluss auf die Fotografie ist enorm. Sie war nicht nur eine herausragende Mode- und Porträtfotografin, sondern auch eine der ersten Frauen, die als Kriegsberichterstatterinnen an vorderster Front arbeiteten. Ihr Mut, ihre künstlerische Vision und ihr unbestechlicher Blick auf die Realität machten sie zu einer Pionierin der Fotojournalistik.

Heute gilt sie als eine der bedeutendsten Fotografen des 20. Jahrhunderts. Ihre Arbeiten sind in renommierten Museen und Sammlungen weltweit zu sehen, und ihre Kriegsfotografien haben sich tief ins kollektive Gedächtnis eingebrannt. Lee Miller hat sich von einer Muse zur Meisterin der Fotografie entwickelt – und ihr Vermächtnis lebt weiter.

Die Leichenfledderei bei Modeketten beginnt

23. Januar 2024

Beim Leichenfleddern waren die Leute dabei, es ging ja um Schnäppchen. So gesehen beim Augsburger Traditionshaus Rübsamen. Das Modehaus überlegte vier Häuser zu schließen, dann der Entschluss den kompletten Laden und alle Geschäfte sterben zu lassen.

Das Augsburger Modehaus Rübsamen ist nun insolvent und der Ausverkauft hat begonnen – alles muss raus. Wie die Kanzlei Pluta Rechtsanwalts GmbH mitteilte, hat der Geschäftsführer einen Antrag auf ein vorläufiges Eigenverwaltungsverfahren beim Amtsgericht Augsburg gestellt. Wo liegen die Gründe? Was ist passiert?

Ich höre immer wieder, dass besonders Modehäuser von der Inflation, dem Ukrainekrieg und den Energiekrise betroffen sind. Vielleicht sind das Ausreden für schlechtes Management, vielleicht trifft es den Nagel auf den Kopf. Ich weiß es nicht. Vielleicht haben wir auch ein geändertes Konsumverhalten. Beim Blick in meinen Kleiderschrank, stelle ich fest: das Ding ist rappelvoll. Ich brauche eigentlich nichts Neues. Ich bin aber auch nicht der Typ, der jede Saison neue Kleidung kauft, sondern ich versuche, zeitlose Kleidung zu tragen. Und wenn ich oftmals in die Innenstädte blicke, sehe ich Leute in Jogginghosen und T-Shirts. Das kann auch nicht die Zukunft der Mode sein.

In München traf es den Hallhuber und die Modekette Onygo. Der Und auch Modehändler Wormland hat Insolvenz angemeldet und damit einen Sanierungsprozess eingeleitet. Die Innenstädte werden durch die Schließung natürlich ärmer. Auch bei uns in der großen Kreisstadt Fürstenfeldbruck werden durch die Rübsamen-Pleite mehrere Läden schließen. Von der Rübsamen-Insolvenz betroffen ist der Kanzlei zufolge das Stammhaus in Augsburg sowie 13 Filialen in Aichach, Dachau, Friedberg, Fürstenbeldbruck, Landsberg, Murnau, Schrobenhausen und Weilheim.

Ich bin gespannt, wie das Sanierungskonzept aussieht, wenn es denn wirklich greift. Bis es soweit ist, ist Leichenfledderei angesagt. Bei einem Besuch in Augsburg schauten meine Frau und ich bei Rübsamen vorbei. Mich interessierten vor allem die Dekoartikel wie die Schaufensterpuppen. Da wir allerdings mit der Bahn unterwegs waren, konnte ich die schweren Figuren nicht heim bringen und entschloss mich die Figuren an Ort und Stelle für einen anderen Leichenfledder zu lassen.

Ich höre, dass andere Modehäuser andere Wege versuchen. Wie mir zu Ohren gekommen ist, will das große Modehaus Hirmer in München stärker auf KI setzen. Wie dieses Konzept aussieht, weiß ich nicht. Aber ich weiß, es muss etwas geschehen. Ich bin gespannt, was die Zukunft bringt.

Buchtipp: Lee Miller in Fashion

19. Dezember 2023

Lee Miller, geboren am 23. April 1907, war eine vielseitige Fotografin des 20. Jahrhunderts, deren beeindruckendes Werk von Dokumentar- bis zu Modefotografie reichte. Auch in Bezug auf ihre Beiträge zur Modefotografie hinterließ Miller einen nachhaltigen Eindruck. Immer wieder greife ich zu ihrem Modebildern und vergleiche sie mit den Kriegsfotos aus dem Zweiten Weltkrieg von ihr.

Miller begann ihre Karriere in den 1920er Jahren als Model in New York City und wurde schnell eine Muse des surrealistischen Künstlers Man Ray, der sie in die Welt der Fotografie einführte. Diese einzigartige Perspektive als Model trug zu ihrer späteren Fotografie bei, insbesondere in der Mode.
In den 1930er Jahren, während ihrer Zusammenarbeit mit der Vogue, etablierte sich Miller als eine der führenden Modefotografinnen ihrer Zeit. Ihr Stil zeichnete sich durch eine Kombination aus Eleganz und einer subtilen, aber klaren Kante aus. Sie experimentierte mit Licht, Schatten und Perspektiven und schuf dadurch Bilder, die über bloße Mode hinausgingen und eine künstlerische Tiefe hatten.
Miller war bekannt dafür, Grenzen zu überschreiten und Konventionen in der Modefotografie herauszufordern. Ihre Arbeit spiegelte ihre eigene Persönlichkeit wider – kühn, avantgardistisch und oft mit einer Prise Humor. In einem von Männer dominierten Bereich stellte sie ihre kreative Vision durch kraftvolle Kompositionen und innovative Ansätze unter Beweis.

Besonders während des Zweiten Weltkriegs, als Miller als Kriegskorrespondentin tätig war, integrierte sie Elemente der Mode in ihre dokumentarische Arbeit und schuf Bilder, die die Realität des Krieges mit einem Sinn für Stil und Ästhetik verbanden. Diese unkonventionelle Herangehensweise zeugt von ihrer Fähigkeit, unterschiedliche Genres zu verschmelzen und ihre eigene künstlerische Signatur zu entwickeln. Sie war die Frau, die sich in Hitlers Badewanne in München fotografieren ließ.

Lee Millers Vermächtnis in der Modefotografie ist von ihrer Fähigkeit geprägt, nicht nur Kleidung zu fotografieren, sondern auch Charaktere und Geschichten zu schaffen. Ihre einzigartige Perspektive und ihre Bereitschaft, künstlerische Grenzen zu erkunden, haben die Modefotografie bereichert und beeinflussen weiterhin Generationen von Fotografen. Lee Miller wird nicht nur als Fotografin, sondern auch als Pionierin in einem kreativen Feld erinnert, das sie mit Leidenschaft, Innovation und Stil bereichert hat. Für mich ist Lee Miller in Fashion das beste Modebuch von ihr.

Neue Umhängetasche fürs iPhone 15 Pro Max von Liebeskind

2. Oktober 2023

Das neue iPhone ist da und ich brauch eine neue Umhängetasche. Bisher hatte ich eine klassische Handykette, jetzt wählte ich eine etwas noblere Variante: Das Liebeskind Mobile Pouch Neck aus Berlin.

Ja ich weiß, dass Umhängetaschen ist eigentlich für Damen, aber das ist mir egal. Ich hab das Accessorie in Rot gekauft, weil ich die Farbe gerne mag und sie so auffällig ist, dass ich die Tasche nicht vergesse. Neben der Haupttasche, die reichlich Platz für das iPhone 15 Pro Max bietet, gibt es zwei Fächer für Visitenkarten oder Plastikkarten. Ich nehm sie für Visitenkarten her, weil mir die Handystrahlung schon so oft die Karten ruiniert hat.

Das Mobile Pouch Neck ist aus natürlich genarbte, festen Glattleder. Ich hoffe, das Leder färbt nicht bei Feuchtigkeit. Um Wasserflecken zu vermeiden empfiehlt es sich, deine Ledertasche gleich nach dem Kauf zu imprägnieren. Für einen dauerhaften Schutz solltest die Imprägnierung alle sechs bis acht Wochen aufgefrischt werden.

Das Lederband für den Hals hängt an zwei Ketten, die wiederum per Karabiner an der Tasche befestigt sind. Das ist nicht perfekt gelöst, denn die Karabiner sind für die Tasche zu klein und damit biegen sich sie Aufhänger. Hier hätten die Designer von Liebeskind darauf achten sollen, schließlich sieht man sich selbst als Luxusmarke.

Ich trage das Mobile Pouch Neck um den Hals wie so eine Kindergartentasche, andere tragen die Tasche unter dem Arm über den Körper. Jeder wie er oder sie mag.

Off-White-Designer Virgil Abloh verstorben

29. November 2021

Seine Mode habe ich nie getragen, aber gerne angesehen. Sie zauberte mir ein Lächeln ins Gesicht. Ich selbst hatte nie den Mut und den Geldbeutel seinen Style zu tragen. Jetzt ist Designer Virgil Abloh an einer seltenen Krebserkrankung im Alter von 41 Jahren verstorben.

Wenn ich die Kreationen von Virgil Abloh sah, musste ich grinsen und hab mich über den Mut gefreut. Ich freute mich vor allem über seine Streetwearmarke Off-White. Bei uns im Dorf habe ich so ein Outfit nie gesehen, da musste ich mich schon in eine urbane Umgebung bewegen: Seinen Style sah ich in München, Köln und Berlin. Unlängst auch in der S-Bahn München. Da passt einfach Streetwear hin.

Wie der Luxuskonzern LVMH (Moët Hennessy – Louis Vuitton SE) mitteilte, sollte Virgil Abloh mehr Aufgaben im Hause übernehmen. Zunächst war er Kreativ-Chefstratege von US-Musiker Kanye West, dessen Musik ich allerdings nicht höre. 2018 wechselte der gelernte Bauingenieur (!) zu LVMH und war der erste Afroamerikaner als Chefdesigner bei LV. Die Modewelt reagierte entsetzt über den Tod von Virgil Abloh.

Buchtipp zur Mode von Karl Lagerfeld: Chanel Catwalk

21. Februar 2019

DAS Buch über die Kollektionen von Karl Lagerfeld bei Chanel.

DAS Buch über die Kollektionen von Karl Lagerfeld bei Chanel.

Auch ich betrauere den Verlust des Modeschöpfers Karl Lagerfeld. Ich habe seine Kollektionen von Chanel immer bewundert und bei jeder Kollektion die Vogue studiert, was sich Kaiser Karl denn neues ausgedacht hat. Und der Karl Lagerfeld war wirklich eine Stilikone.
Wahrscheinlich war es schwer mit dieser Ikone persönlich gut auszukommen, aber das musste ich ja nicht. Ich habe ab und zu ein paar Zitate von Lagerfeld aufgeschnappt, die angeeckt sind. Sehr gut fand ich übrigens diese beiden Zitate:
„Ich liebe das Vergängliche. Die Mode ist mein Beruf.“
„Eine Frau ohne Stil hat auch in einem Kleid mit Stil keinen Stil.“
Nach dem Tod von Karl Lagerfeld haben mich ein paar Freunde kontaktiert, die mehr über die Mode von Lagerfeld wissen wollten. Nachdem die klassischen Tagesmedien die Person mit Nachrufen abgefeiert haben, sollte man sich jetzt ein wenig mehr mit der Mode befassen. Vor allem die Vielzahl von oberflächlichen Modeblogs könnten jetzt Tiefe beweisen und auf das Werk von Lagerfeld eingehen. Und hier habe ich eine klare Empfehlung in Form des Buches Chanel Catwalk: Karl Lagerfeld – Die Kollektionen, erschienen bei Prestel.

Es war und ist für mich die Bibel, wenn es um die Kollektionen von Karl Lagerfeld geht. Als Karl Lagerfeld 1983 als künstlerischer Direktor zu Chanel wechselte, revolutionierte er die als überholt und langweilig geltenden Designs des traditionsreichen Haute-Couture-Hauses. Seine einfallsreichen Entwürfe überzeugten auf Anhieb und ließen das Label bis heute im neuen Glanz erstrahlen. Das kiloschwere Buch enthält alle Kollektionen von 1983 bis 2015 in Wort und Bild. Es sind über 1200 Fotos in diesem Modewälzer enthalten, die detailreich die Schöpfungen des Modezars zeigen. Die Bilder präsentieren eindrucksvoll, warum Lagerfeld als Genie gefeiert wurde. Viele der Bilder am Laufsteg, dem Catwalk, fotografiert. Die Mode wird von den Modellen Lagerfelds getragen, darunter natürlich viele berühmte Namen wie Claudia Schiffer, Nadja Auermann, Linda Evangelista, Naomi Campbell Stella Tennant, Kate Moss, Cara Delevingne und Kendall Jenner und und und. Ein hervorragendes Personenregister gibt einen Überblick, ebenso wie ein hilfreiches Register der Mode und der Accessoires. Ich kann dieses Buch jedem Modefan und jedem ernsthaften Modeblogger ans Herz legen. Bei mir liegt dieses Coffeetable-Buch Chanel Catwalk: Karl Lagerfeld – Die Kollektionenmit seinem Leinenbezug und Prägung im Wohnzimmer und ich blättere immer wieder in den 632 Seiten und verliere mich in Modedetails.

Aufs gehts zur Peter Lindbergh Ausstellung

21. August 2017

Endspurt bei der Peter Lindbergh Ausstellung in der Münchner Kunsthalle. Bis zum 31. August wurde diese wichtige Ausstellung verlängert und alle Fotobegeisterten MÜSSEN sich die Ausstellung From Fashion to Reality ansehen, unbedingt. Es gibt keine Ausrede.
Ich habe über die Pressekonferenz zur Ausstellung mit Peter Lindbergh bereits ausführlich gebloggt in Text, Bild und Video. Lindbergh ist einer der einflussreichsten Fotografen der Gegenwart und es war mir eine Ehre, so jemanden persönlich zu treffen.

Seine Bilder begleiten mich mein ganzes fotografisches Leben und es ein Erlebnis diese Fotos in einer Ausstellung zu bewundern. Das Wort Ikone ist hier nicht fehl am Platze. Als modeinteressierter Mensch ist es eine absolute Freude die Bilder zu sehen, die damals die Epoche der Supermodels begründeten. Und das Coole: Peter Lindbergh ist völlig normal geblieben.

In der Ausstellung ist ein Ausschnitt aus dem Gesamtwerk von Peter Lindbergh zu sehen: Allen voran die großen, wichtigen Bilder, aber auch die Notizen, Storyboards, Requisiten, Polaroids, Kontakt-Abzüge und Kameras. Es lässt sich Stunde um Stunde in der Hypo Kunsthalle verbringen und die Details betrachten. Der Taschen-Verlag hat den umfangreichen Katalog auf den Markt gebracht. Musste ich mir gleich kaufen, um die Fotos auch noch zu Hause zu genießen.

Peter Lindbergh – Meister des Geschichtenerzählens
Wo soll ich beginnen, um Lindbergh einzuordnen? Vielleicht so: Ich habe in meiner Ausbildung als Redakteur gelernt, dass ein gutes Pressefoto eine Geschichte erzählen soll. Einfach knipsen hat nichts mit Pressefotografie zu tun. Und hier setzt Peter Lindbergh an. Er ist genau wie ich ein Geschichtenerzähler – wobei ich mich nicht anmaßen will, die Klasse von Lindbergh je erreicht zu haben. Lindbergh hat das Storytelling in die Modefotografie gebracht. „Oftmals gleichen seine Fotografien Film-Stills, die mit ihrer Momenthaftigleit den Betrachter dazu anregen, sich eine Story vorzustellen“, heißt es in den Informationen der Kunsthalle.

Seine Fotos gelten als Vorläufer narrativer Bilderfolgen in Modemagazinen. Wer sich wirklich die Zeit nimmt und die Lindberg-Fotos in Ruhe betrachtet, wird mit einer Geschichte zu jedem Foto belohnt. Probieren Sie es einmal aus und betrachten Sie die Lindbergh-Fotos genau und Sie werden perfekt unterhalten. Und das Besondere: Jeder Betrachter bekommt eine andere Geschichte erzählt, seine ganz persönliche Geschichte. Und hier unterscheidet sich Lindbergh von meiner Pressefotografie: Der Pressefotograf erzählt eine einzige Geschichte, der Modefotograf Lindbergh erzählt viele Geschichten. Als ich später die gleichen Bilder von ihm nochmals betrachtete, kamen mir andere Geschichten in den Sinn. Danke für diese Inspiration, Herr Lindbergh.