Posts Tagged ‘Google Brille’

Die VR-Welle rollt und ich bin mit dabei

13. September 2016

Die VR-Welle rollt auf uns zu und die ersten Ausläufer erreichen uns. Der Markt muss sich erst sondieren und wohin genau die Reise geht, das ist noch offen. Für mich steht fest: Anders als Stereoskopie ist VR eine interessante Weiterentwicklung der Medien. Es poppen jeden Tag neue VR-Themen auf. Auf dem Deutschen Computerspielpreis habe ich viel über Cryteks Virtual-Reality-Debüt The Climb gehört. Jetzt ist das Spiel für die Oculus Rift erschienen. Auf der gamescom war für mich VR das Thema und ich habe darüber berichtet. Zum Spaß hatte ich die Samsung VR-Brille ausprobiert:

Klettern im virtuellen Raum
The Climb ibringt den Nervenkitzel des freien Kletterns an der Felswand in die Wohnzimmer der Spieler auf der ganzen Welt. Der Spieler klettert einen Berg hoch. Das ist jetzt nicht unbedingt was neues, aber das Gameplay und die Intensität sind super interessant. Der Spieler muss in atemberaubenden virtuellen Welten steile Klippen erklimmen und Klettergebiete erkunden, die von echten Locations inspiriert wurden.
Die Umgebung zieht ihre Inspiration aus den Landschaften des Grand Canyon. Auf diese Weise entsteht eine Mischung aus Eindrücken, Klängen und adrenalingeladenen Herausforderungen. Nachts wird der Aufstieg vom Feuerwerk eines nahen Musikfestivals und dem Heulen der Kojoten begleitet. Bei Tageslicht bietet sich eine atemberaubende Aussicht auf Flusstäler und Minenschächte, während am Himmel Jets im Formationsflug vorüberziehen.
Um alle Herausforderungen zu bestehen, die The Climb zu bieten hat, müssen die Spieler verschiedene Grifftechniken meistern, die richtige Balance aus Ausdauer und Geschwindigkeit finden sowie Routen und Abkürzungen finden.
Elijah Dorman Freeman, Executive Producer, sagt: „Von dem Moment an, als wir den ersten Prototyp zu The Climb entwickelt haben, wussten wir, dass VR und Klettern am Fels eine Traumkombination sind. Das packende Gefühl, eine der extremsten Sportarten der Welt hoch über dem Boden zu betreiben ist nur durch VR realisierbar.“

Dell macht seine Kisten VR fit
Dell hat seine Precision Workstations aktualisiert. Mit ihrer erhöhten Rechen-, Grafik- und Speicherleistung erfüllen sie die Anforderungen von Kreativ-Profis bei der Erstellung von Virtual-Reality-Inhalten.
Die Dell Precision Tower Workstations 5810, 7810 und 7910 sowie die Dell Precision Rack Workstation 7910 wurden mit den neuen Intel Broadwell EP Prozessoren ausgestattet. Diese verfügen über zusätzliche Kerne und bieten mehr Performance für Multithread-Anwendungen, die sich ideal für professionelle Modellierungen, Analysen und Berechnungen eignen. Darüber hinaus enthalten diese Workstations nun die neuesten professionellen Grafikkarten von AMD und NVIDIA, Dell Precision Ultra-Speed PCIe SSDs sowie neuen und schnelleren Speicher. Die PCIe-SSD-Laufwerke sind bis zu vier mal schneller als herkömmliche SATA SSDs und der Systemspeicher bietet Kapazitäten von bis zu 1 TB DDR4-RAM bei einer Taktfrequenz von 2.400 MHz.
Für PC-Lösungen, die „VR-ready“ sind, hat Dell spezielle Minimalkonfigurationen definiert. Diese gewährleisten eine optimale Leistung sowohl bei der Erstellung als auch beim Konsum von Virtual-Reality-Inhalten für beziehungsweise mit VR-Brillen wie HTC Vive oder Oculus Rift. Dazu erfüllen sie die Rechen-, Speicher- und Grafik-Anforderungen, die für ein optimales VR-Erlebnis nötig sind, und weisen Grafiktreiber auf, die für ein zuverlässiges Zusammenspiel mit den entsprechenden Komponenten qualifiziert sind.

Alienware: VR ist für Spieler ein Muss
Pünktlich zu seinem 20. Geburtstag präsentierte Alienware ein neues Lineup. Vor kurzem hat der Gaming-PC-Spezialist eine ganze Reihe neuer 4K- und Virtual-Reality-optimierter Geräte vorgestellt – darunter der Alienware Aurora und das erste Gaming-Notebook mit OLED-Bildschirm.
Trotz eines kompakteren Designs bietet der neue Alienware Aurora ein noch größeres Potenzial für dedizierten Grafikspeicher und Übertaktung als seine Vorgängerversionen. Der Midi-Tower-Desktop kann für 4K- oder sogar 12K-Gaming mit der neuesten Generation von NVIDIA-GeForce-Grafikkarten ausgestattet werden und ist mit den aktuellsten CPUs von Intel mit Flüssigkühlung verfügbar. Darüber hinaus lässt er sich mit Kingston-Fury-X-Speicher bestücken, der auf bis zu 2,4 GHz übertaktet werden kann. Das Gehäuse des neuen Aurora erlaubt es, die GPUs und drei der fünf möglichen Speicherlaufwerke ohne jegliches Werkzeug auszutauschen.

Alienware Aurora R5 desktop gaming computer, codename Shadowcat.

Alienware Aurora R5 desktop gaming computer, codename Shadowcat.

Der neue Alienware Alpha ist der Windows-Gaming-PC. Er soll auf LAN-Partys eine Top-Figur machen, denn mit seinem kompakten Formfaktor kombiniert er Leistung mit minimalem Einrichtungsaufwand. Zu den Neuerungen im Innenleben des Alpha zählt die NVIDIA GeForce GTX 960 GPU mit 4 GB GDDR5-Speicher, die rund 60 Prozent mehr Grafikleistung bietet als ihre Vorgängergeneration. Das Gerät kann aber auch mit einer AMD-Radeon-Grafikkarte ausgestattet werden, die für bessere Bildraten bei höheren Auflösungen und optimierten Leistungseinstellungen sorgt. Für eine maximale VR- und 4K-Performance ist der Alpha jetzt außerdem mit dem Alienware Grafikverstärker kompatibel.

VR-Brille als Gimmick 1276 von Yps

VR-Brille als Gimmick 1276 von Yps

Yps bringt eine VR-Brille
Das VR ein Massenthema ist, zeigt die Zeitschrift Yps. Yps mit Gimmick 1276 reist in die Zukunft und erschien am 8.9. mit einer „Virtual Reality“-Brille. Im Grunde ist eine Variation der Papp-Brille von Google. Mit der Yps-VR-Brille lassen sich mit dem Smartphone virtuelle 360°-Welten erkunden! Virtual Reality ist das Trendthema der gerade zu Ende gegangenen IFA Berlin – und jetzt auch im neuen Yps mit Gimmick 1276. Glaubt man Expertenmeinungen, wird die virtuelle Realität in spätestens 5 Jahren in unserem Alltag angekommen sein und diesen dabei ähnlich stark beeinflussen wie zuletzt das Internet.

Die ZEISS VR ONE Plus ist eine VR-Brille mit hervorragender optischer Qualität.

Die ZEISS VR ONE Plus ist eine VR-Brille mit hervorragender optischer Qualität.

ZEISS überarbeitet VR ONE 
Der Optikspezialist ZEISS hat die VR ONE umfassend überarbeitet und erweitert die Möglichkeiten der VR-Brille für Spiele und weitere Anwendungen: Die VR ONE Plus ist universell mit allen aktuellen Smartphones nutzbar und macht spezielle Einschübe überflüssig. Ob Apple, Android oder Microsoft – Geräte mit Displays zwischen 4,7 und 5,5 Zoll Bildschirmdiagonale passen in die Universalhalterung. Damit kann auch das 6S Plus mit der ZEISS VR ONE Plus genutzt werden. Die ZEISS Präzisionslinsen sorgen für die scharfe Darstellung der VR-Anwendungen oder der abgespielten 360°-Filme des eingeschobenen Smartphones. Neu sind auch das abnehmbare Kopfband, sowie der austauschbare Schaumstoff für den komfortablen Sitz im Gesicht.

Adobe greift voll an
Als ehemaliger Chefredakteur der MACup und der DIGITAL PRODUCTION schaue ich genau, wie sich der Software-Markt entwickelt. VR-Brillen sind prima, aber wenn die Produktionskette nicht stimmt, wird die Sache langweilig. Da greift Adobe mit seiner Kreativsoftware soll an. Adobe will die Zukunft von VR, 3D und Animation vorantreiben. Interessant in diesem Zusammenhang ist, wie sich der Konkurrent Autodesk verhalten wird. Zusätzlich zu den neuen VR-Funktionen, die bereits vor einigen Monaten vorgestellt wurden, präsentiert Adobe nun weitere Innovationen für Premiere Pro CC. Darunter selbstreflektierende VR, welche nahtlos die passenden Einstellungen für stereo- und monoskopische Medien findet und anwendet. Das muss ich dringend ausprobieren. Leider konnte ich dieses Jahr nicht zur IBC mach Amsterdam fahren und mir die Sache ansehen. Aber eine Gelegenheit wird sich bieten. Zudem helfen die Funktionen von Adobe Primetime Medienunternehmen dabei, das volle Potenzial von VR auszuschöpfen, indem sie nachhaltige Geschäftsmodelle aufbauen und Premium-Seherlebnisse bereitstellen. Dazu zählen Video-Wiedergabeunterstützung, dynamische Werbeeinbindung und der Schutz von Inhalten mithilfe von Adobes Virtual Reality Rights Management (VRDRM).
Mit dem Ziel einer schnelleren 3D-Content-Kreation präsentierte Adobe auf der IBC außerdem eine 3D-Rendering-Engine, die das Tempo und die Effizient bei der Erstellung von 3D-Content erhöht. Künstler können nun auch editierbare 3D-Elemente, wie Texte oder Formebenen, auf intuitive Weise in After Effects CC unter Zuhilfenahme der neuesten Cinerender-Technik von MAXON herstellen. Adobe und Maxon haben seit Jahren ein enges Verhältnis und ich bin mal gespannt, ob Nemetschek die 3D-Software an Adobe verkaufen wird .Die Figuren- und Animationserzeugung mit Character Animator, Adobes beliebtem Tool für lebensechte Bewegungen, werden durch die integrierte Möglichkeit zwischen Adobe Photoshop CC und Adobe Illustrator CC hin und her zu wechseln, noch besser, schneller und einfacher.

Bürgermeister und Geschäftsführer auf dem virtuellen Surfbrett.

Bürgermeister und Geschäftsführer auf dem virtuellen Surfbrett.

VR im Tourismus – München mit eigener App
muenchen.de, das offizielle Portal der Landeshauptstadt, lässt Nutzer in VR-Welten eintauchen. Wer die Virtual Reality (VR) App für München nutzt, kann den Eisbach-Surfern über die Schulter schauen, über dem Chinesischen Turm schweben oder von der Terrasse des Bayerischen Hofs das Panorama zum Sonnenaufgang um 5:30 Uhr genießen. Und das so, als wäre man mittendrin. München ist damit die erste Stadt in Deutschland mit eigener VR-App. Bei der Premiere dieser High-Tech-Plattform ließen sich jetzt Vertreter aus Politik, Kultur und Wirtschaft unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Josef Schmid die Möglichkeiten der virtuellen Realität zeigen. Leider konnte ich nicht mit dabei sein, freue mich aber, wenn meine Heimatstadt vorne mit dabei ist.
Die hier für das Standortmarketing Münchens genutzte VR-Technik liegt voll im Trend: Filme und Panoramabilder werden mit 360-Grad-Kameras aufgenommen. Mit Hilfe schon einer einfachen VR- Brille und der muenchen.de VR-App auf dem eigenen Smartphone, kann sich der Betrachter mit Kopfbewegungen in der Szenerie selbst umschauen. Er kann also den Blickwinkel bestimmen, sich Details näher ansehen und von Ort zu Ort wechseln.
Die Bilder können auch ohne VR-Brille an PC oder Laptop betrachtet werden, allerdings ohne den Effekt des Selbst-Dabeiseins. Die offizielle VR-App für München kann in den App Stores für Android und Apple iOS sowie im Oculus-Store kostenlos heruntergeladen werden – oder einfach über muenchen.de/360grad. Empfohlen wird eine WLAN-Verbindung, da die Datenmenge relativ groß ist (ca. 700 MB).
Zum Start im August gibt es auf der VR-App für München acht Orte und Situationen zu sehen: Eisbachsurfer (ein Film und zwei Panoramafotos), Viktualienmarkt (zwei Filme, ein Panoramafoto), Chinesischer Turm (zwei Filme), Bayerischer Hof (zwei Filme), Mandarin Oriental (ein Panoramafoto), Pinakothek der Moderne (ein Panoramafoto), Frauenkirche (ein Panoramafoto) und Hofbräuhaus (ein Panoramafoto). Zu den Filmen gibt es Originalton sowie vereinzelt passende Hintergrundmusik. Zu den 360-Grad-Panoramafotos gibt es teilweise – wie im Hofbräuhaus – Originalsound inklusive Blaskapelle. Weitere Filme und Panoramabilder werden laut muenchen.de-Chef Csery folgen.

Die App wurde gleich ausprobiert

Die App wurde gleich ausprobiert

Hier noch ein bisschen Geballer in VR von der gamescom:

Am Amazon Fire Phone ist FireFly der direkte Weg zu Amazon

19. Juni 2014

Die Deutschen lieben Panikmache – nicht anderes erklärt sich die Panik vor der Google Brille. Erst gestern habe ich wieder einen Hohlkopf poltern gehört, dass er die Google Glass jeden von der Nase schlagen werde – so wegen Datenschutz und so.

Ich bin mal gespannt, wie sich seit gestern Einzelhändler wehren werden. Gestern wurde das Amazon Fire Phone vorgestellt. Es passt hervorragend in das Ecosystem von Amazon und bringt einige interessante Features wie Dynamic Perspective (3D) und sechs Kameras mit. Für mich ist die intergrierte Software FireFly eine absolute Killer-App. FireFly ist der direkte Weg zu Amazon.

FireFly2

Durch einem Knopfdruck an der Geräteseite aktiviert, scannt FireFly alles und leitet den User zu Amazon weiter. Genial. Wenn ich schreibe alles, dann meine ich nahezu alles: FireFly scannt Strichcodes, QR-Codes. Websites, Telefonnummern, Produkte, Bücher, CDs, DVDs – sogaer Kunstwerke mit einer Verbindung zu Wikipeadia und denken wir daran, Amazon hat in den USA auch einen Art-Shop. Und die Scan-Kamera von FireFly erkennt ähnlich wie Shazzan auch Musik und – jetzt der Hammer – TV-Serien. Es heißt FireFly arbeitet auf Basis von Flow OCR. In der Demo von Amazon-Boss Jeff Bezos erkannte das Amazon Fire Phone über Firefly eine Folge von Game of Thrones. Zudem gab es durch eine Technik namens Amazons X-Ray zusätzliche Infos über die Episode.

FireFly1

Alle Produkte. seien sie physisch oder digital, die das neue Fire Phone durch FireFly erkennt, können anschließend auf Amazon gekauft werden. Laut Amazon sollen bereitsüber 100 Millionen Objekte erkannt werden. Dabei mussen die Objekte nicht eben vor einem liegen, sondern können auch gebogen sein. Die Scan-Software erkennt die optischen Fehler und gleicht sie aus. Organisiert wird es über ein Schlagwort semantic boosting. Das ist die neue Herausforderung für den Mittelstand.

Wie oft sehe ich Kunden in einem Laden, die ein Produkt entdecken, ihr Handy zücken und den Preis bei Amazon vergleichen und dann dort kaufen. Dieses Vorgehen wird durch FireFly noch einfacher, der Kaufprozess ist simpel und die Idee von Amazon schlichtweg genial. Ich bin mal gespannt, ob mein rabiater Kollege künftig jedem auch sein Smartphone aus der Hand schlagen wird.

In den USA kommt das neue Telefon im Juli. Ein Starttermin für Europa ist gestern nicht genannt worden.

Ab 1:44 mn werden in dem Werbespot die Features von FireFly gezeigt.

Bildschirmfoto 2014-06-19 um 08.34.09

Bildschirmfoto 2014-06-19 um 08.34.49

Google Glass: Näher am Geschehen

7. April 2013

glas

Zum Nachdenken hat mich ein Vortrag von Timothy Jordan, Entwickler bei Google, über das Projekt Google Glass gebracht. In einer Nebenbemerkung bei seinem Vortrag auf der SXSW sagte er, dass wir uns bei Events zu sehr mit der Technik beschäftigen und damit weniger am Geschehen teilnehmen bzw. mitbekommen würden. Verdammt, der Kerl hat recht.

Ich bezieh es jetzt mal auf meine Person. Seit 1988 bin ich beruflich als Medienmensch tätig und sobald ich Technik einsetze, bin ich nicht mehr Teil des Geschehens, eines Vortrags, eines Events, einer Diskussion, eines Konzerts. Ich kann das Ganze nicht mehr richtig genießen, weil ich durch die Technik abgelenkt bin.

Wenn ich zum Beispiel als Fotograf arbeite, nehme ich die Welt durch den Sucher der Kamera wahr. Ich nehme nicht mehr das Gesehen wahr, sondern ich filtere, ich wähle aus – oder die Technik filtern – je nach Sichtweise. Je nach eingesetzter Optik betone oder relativiere ich Ereignisse.

Beim Filmen mit der Videokamera ist dieses Gefühl bei mir noch stärker. Ich werde Teil der Kamera, sehe ein Event unter einer anderen Perspektive, nehme das Event anders wahr. Zudem muss ich beim Filmen noch mehr auf die Technik achten als beim Fotografieren.

Das wird nicht nur mir so gehen: Wenn ich heute auf eine Veranstaltung gehe, sehe ich viele Leute (mich eingeschlossen), die Fotos oder Videos mit ihrem Smartphone oder Tablet machen. Sie sehen die Veranstaltung gefiltert durch das Device und sind im Grunde abgelenkt durch die Technik.

Das ist ein schöner Ansatz für die Google Brille. Als Brillenträger habe ich das Gestell immer auf der Nase, immer dabei. Ich denke, die Form der Berichterstattung wird sich dadurch komplett ändern. Und ich bin wahnsinnig neugierig auf die Brille.

Zukunftstechnik heute: Fraunhofer ISS-Software erkennt Stimmungen

13. März 2013

shore

Für mich war ein Highlight der CeBit eigentlich ein alter Hut. Das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS präsentierte einmal wieder Shore, ein sehr interessantes System der Gesichtererkennung. Das Fraunhofer arbeitet seit Jahren an dem System und hat auf der CeBit die aktuelle Version präsentiert und bietet eine Testversion zum Download an.

Irgendwie ist es wie das Muppet Labor, wo die Zukunft schon heute gemacht wird. Das System erkennt Objekte und Gesichter sowie führt eine Feinanalyse von Gesichtern durch. Der Hammer ist, dass die Person nicht direkt vor der Kamera stehen muss, sondern das Gesicht kann bis zu 60 Grad gedreht sein. Auch Profile von Personen werden erkannt. Damit bekommt die Diskussion um Gesichterkennung einen neuen Drive.

Shore erkennt die Position von Gesicht, Augen, Nase und Mund und merkt, ob die Augen/Mund geschlossen oder offen sind. Zudem wird das Geschlecht und Alter geschätzt. Wahnsinn ist für mich, dass der grobe Gesichtsausdrucks („Happy“, „Surprised“, „Angry“ und „Sad“) registriert wird. Ach ja, Shore bedeutet übrigens Sophisticated High-speed Object Recognition Engine.

Den Einsatz sehe ich ganz klar im Marketingbereich. Der Rechner kann erkennen, wie ein Kunde auf ein Produkt reagiert und kann sofort aus der Datenbank gezielte Angebote machen. Ist der Kunde von einem Produkt begeistert, können sofort Ergänzungen angeboten werden. Der Kunde ist beim Kauf zufrieden (und gibt natürlich mehr Geld aus).

Kombinieren wir diese Technik mit der neuen Google Brille, so sind die Chancen (und Risiken) enorm. Ein simples harmloses Beispiel: Ich habe das Problem, dass ich auf Partys nicht alle Leute wiedererkenne, die mich ansprechen. Das liegt zum einen an meinen schlechten Augen, zum anderen, dass ich enorm viele Leute treffe und mir nicht alle Gesichter, geschweige denn Namen merken kann. Mit der Google Brille und der Gesichterkennung würde ich die Partygäste wiedererkennen und habe zudem wunderbare Gesprächsthemen für den Smal Talk, wenn ich gleich die Gesichter mit der Google Suche verbinde. Das ist sicherlich harmlos, aber Datenschützer fallen beim Einsatz von Gesichtererkennung und Google Brille einfach tot um.