Zukunftstechnik heute: Fraunhofer ISS-Software erkennt Stimmungen

shore

Für mich war ein Highlight der CeBit eigentlich ein alter Hut. Das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS präsentierte einmal wieder Shore, ein sehr interessantes System der Gesichtererkennung. Das Fraunhofer arbeitet seit Jahren an dem System und hat auf der CeBit die aktuelle Version präsentiert und bietet eine Testversion zum Download an.

Irgendwie ist es wie das Muppet Labor, wo die Zukunft schon heute gemacht wird. Das System erkennt Objekte und Gesichter sowie führt eine Feinanalyse von Gesichtern durch. Der Hammer ist, dass die Person nicht direkt vor der Kamera stehen muss, sondern das Gesicht kann bis zu 60 Grad gedreht sein. Auch Profile von Personen werden erkannt. Damit bekommt die Diskussion um Gesichterkennung einen neuen Drive.

Shore erkennt die Position von Gesicht, Augen, Nase und Mund und merkt, ob die Augen/Mund geschlossen oder offen sind. Zudem wird das Geschlecht und Alter geschätzt. Wahnsinn ist für mich, dass der grobe Gesichtsausdrucks („Happy“, „Surprised“, „Angry“ und „Sad“) registriert wird. Ach ja, Shore bedeutet übrigens Sophisticated High-speed Object Recognition Engine.

Den Einsatz sehe ich ganz klar im Marketingbereich. Der Rechner kann erkennen, wie ein Kunde auf ein Produkt reagiert und kann sofort aus der Datenbank gezielte Angebote machen. Ist der Kunde von einem Produkt begeistert, können sofort Ergänzungen angeboten werden. Der Kunde ist beim Kauf zufrieden (und gibt natürlich mehr Geld aus).

Kombinieren wir diese Technik mit der neuen Google Brille, so sind die Chancen (und Risiken) enorm. Ein simples harmloses Beispiel: Ich habe das Problem, dass ich auf Partys nicht alle Leute wiedererkenne, die mich ansprechen. Das liegt zum einen an meinen schlechten Augen, zum anderen, dass ich enorm viele Leute treffe und mir nicht alle Gesichter, geschweige denn Namen merken kann. Mit der Google Brille und der Gesichterkennung würde ich die Partygäste wiedererkennen und habe zudem wunderbare Gesprächsthemen für den Smal Talk, wenn ich gleich die Gesichter mit der Google Suche verbinde. Das ist sicherlich harmlos, aber Datenschützer fallen beim Einsatz von Gesichtererkennung und Google Brille einfach tot um.

 

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