Posts Tagged ‘Filmmusik’

Der weiße Hai – Jaws (1975) – Rückblick auf meine Matinee

7. September 2024

Ideal zur Urlaubszeit stieß meine Matinee zum Spielberg-Film Der weiße Hai – Jaws (1975) auf große Resonanz. Im Rahmen der phantastischen Matinee im Scala Kino Fürstenfeldbruck diskutierte ich diesen Meilenstein des Tierhorrors, der als einer der Begründer des Blockbuster-Kinos in die Geschichte einging. Als nächste phantastische Matinee steht der Klassiker Frankensteins Braut von 1934 am Sonntag, September an. Zusätzlich gibt es ein besonderes Schmankerl, was aber erst im Kino verraten wird. Karten gibt es hier.

Basierend auf dem gleichnamigen Roman von Peter Benchley, erzählt der weiße Hai die Geschichte eines gigantischen weißen Hais, der die fiktive Küstenstadt Amity Island terrorisiert. Die schockierenden Angriffe des Hais und die darauf folgende Jagd durch den Polizisten Martin Brody (Roy Scheider), den Meeresbiologen Matt Hooper (Richard Dreyfuss) und den erfahrenen Haijäger Quint (Robert Shaw) bilden das Herzstück dieses nervenaufreibenden Films. Hier mein Vortrag als Video.

Spielbergs Regiearbeit und John Williams‘ Musik ergänzen sich perfekt, um einen Film zu schaffen, der nicht nur spannend und unterhaltsam ist, sondern auch eine tiefere emotionale Wirkung erzielt. Die thematische Auseinandersetzung mit Angst, Überlebensinstinkt und menschlicher Hybris wird subtil, aber wirkungsvoll in die Geschichte integriert. Der weiße Hai ist mehr als nur ein Film über einen tödlichen Raubfisch; er ist eine Allegorie auf die unberechenbare Macht der Natur und die Grenzen menschlicher Kontrolle.

Die nächste phantastische Matinee findet am Sonntag, 15. September um 10:45 Uhr statt. Karten gibt es hier. Wir besprechen und zeigen Frankensteins Braut und eine Überraschung.

Der weiße Hai – Jaws (1975) – Matinee am Sonntag, 25. August im Scala

24. August 2024

Der weiße Hai (Jaws), der 1975 unter der Regie von Steven Spielberg veröffentlicht wurde, ist nicht nur ein Meilenstein des Thrillers und des Horrorfilms, sondern auch ein filmisches Meisterwerk, das das Kino revolutioniert hat. Ich bespreche und zeige diesen Urlaubsfilm an der phantastischen Matinee im Scala Kino Fürstenfeldbruck am Sonntag, 25. August um 10:45 Uhr. Karten gibt es hier.

Basierend auf dem gleichnamigen Roman von Peter Benchley, erzählt der Film die Geschichte eines gigantischen weißen Hais, der die fiktive Küstenstadt Amity Island terrorisiert. Die schockierenden Angriffe des Hais und die darauf folgende Jagd durch den Polizisten Martin Brody (Roy Scheider), den Meeresbiologen Matt Hooper (Richard Dreyfuss) und den erfahrenen Haijäger Quint (Robert Shaw) bilden das Herzstück dieses nervenaufreibenden Films.

Spielbergs Regieleistung in Der weiße Hai ist bemerkenswert und hat den Film zu einem Klassiker gemacht, der auch heute noch als Referenz für Spannung und Inszenierung dient. Spielberg, der zu dieser Zeit noch ein relativ unbekannter Regisseur war, zeigte bereits hier sein außergewöhnliches Talent, eine Geschichte visuell zu erzählen und das Publikum in den Bann zu ziehen. Seine Entscheidung, den Hai oft nur indirekt zu zeigen und die Bedrohung durch Andeutungen und die Reaktionen der Charaktere aufzubauen, war nicht nur eine kreative Notlösung aufgrund der technischen Schwierigkeiten mit dem mechanischen Hai (der den Spitznamen „Bruce“ trug), sondern erwies sich als geniale Erzähltechnik. Durch diese Zurückhaltung und den Einsatz der „unsichtbaren“ Bedrohung entstand eine unheimliche Atmosphäre, die die Spannung bis zum Schluss aufrecht hielt. Spielberg verstand es meisterhaft, die Vorstellungskraft des Publikums zu nutzen, was den Horror noch intensiver machte.

Ikonische Filmmusik von John Williams
Ein weiterer Aspekt, der wesentlich zur Wirkung des Films beiträgt, ist die ikonische Filmmusik von John Williams. Die minimalistische, aber unvergessliche Melodie, die den Hai symbolisiert, ist zu einem der bekanntesten musikalischen Motive in der Filmgeschichte geworden. Mit nur wenigen Noten gelingt es Williams, eine beispiellose Spannung und Angst zu erzeugen. Die Musik fungiert fast als eigenständiger Charakter im Film, der die Präsenz des Hais ankündigt und die bedrohliche Stimmung intensiviert. Williams‘ Komposition ist ein Paradebeispiel dafür, wie Musik in einem Film nicht nur begleitend, sondern erzählend wirken kann. Sie verstärkt die emotionale Wirkung der Szenen und trägt maßgeblich dazu bei, dass das Publikum sich in einem Zustand ständiger Anspannung befindet.

Schauspielleistung – neben Bruce
Die Leistung des Ensembles darf ebenfalls nicht unerwähnt bleiben. Roy Scheider überzeugt als der stoische, aber entschlossene Polizeichef Brody, der sich trotz seiner Ängste der Bedrohung stellt. Richard Dreyfuss bringt als Hooper eine sympathische Mischung aus Humor und Intelligenz ein, während Robert Shaw als Quint eine rauhe, fast mythische Präsenz auf die Leinwand bringt. Die Chemie zwischen diesen drei Figuren, insbesondere während der letzten Jagd auf dem Meer, verleiht dem Film eine zusätzliche Tiefe und Intensität. Und dann wäre noch das Hai-Modell, der den Spitznamen Bruce trägt.

Emotionale Wirkung
Spielbergs Regiearbeit und Williams‘ Musik ergänzen sich perfekt, um einen Film zu schaffen, der nicht nur spannend und unterhaltsam ist, sondern auch eine tiefere emotionale Wirkung erzielt. Die thematische Auseinandersetzung mit Angst, Überlebensinstinkt und menschlicher Hybris wird subtil, aber wirkungsvoll in die Geschichte integriert. Der weiße Hai ist mehr als nur ein Film über einen tödlichen Raubfisch; er ist eine Allegorie auf die unberechenbare Macht der Natur und die Grenzen menschlicher Kontrolle.

Blockbuster
In kommerzieller Hinsicht war Der weiße Hai ein gigantischer Erfolg und gilt als der erste „Blockbuster“ in der Filmgeschichte, da er eine neue Ära des Kinos einleitete, in der der Sommer als Hauptsaison für große Filmveröffentlichungen etabliert wurde. Der Film prägte nicht nur das Genre des Thrillers, sondern beeinflusste nachhaltig das Filmmarketing und die Verbreitungspraxis, mit breitem Kinostart und intensiven Werbekampagnen. Es folgten noch Teil 2 bis 4, wobei nur noch Teil 2 an die Qualität des Originals herankommt.

Spielberg hat mit diesem Film eine dauerhafte Spur in der Geschichte des Kinos hinterlassen, die auch nach fast fünf Jahrzehnten nichts von ihrer Wirkung verloren hat. Und daher freue ich mich auf die phantastische Matinee im Scala Kino Fürstenfeldbruck am Sonntag, 25. August um 10:45 Uhr. Karten gibt es hier.

Soundtracktipp: The Black Hole von John Barry

21. September 2023

Der Soundtrack zu „Das Schwarze Loch“ (Originaltitel: „The Black Hole“) von John Barry ist eine meisterhafte Komposition, die perfekt zur epischen Sci-Fi-Atmosphäre des Films passt. John Barry, der für seine beeindruckende Arbeit an James-Bond-Filmen bekannt ist, hat mit diesem Soundtrack erneut sein musikalisches Talent unter Beweis gestellt.

Die Musik in „Das Schwarze Loch“ ist majestätisch und orchestral, und sie trägt dazu bei, die futuristische Welt des Films zum Leben zu erwecken. Die Verwendung von elektronischen Elementen mischt sich geschickt mit den klassischen Orchesterklängen und verleiht der Partitur eine zeitgemäße Note, die gut zur Science-Fiction-Thematik passt.

Besonders bemerkenswert ist das Hauptthema des Soundtracks, das mit seiner eingängigen Melodie und seinen kraftvollen Klängen einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Dieses Thema verleiht dem Film eine emotionale Tiefe und verstärkt die Spannung in den actiongeladenen Szenen.

John Barrys musikalische Arbeit in „Das Schwarze Loch“ ist ein weiteres Beispiel für sein Talent, Filmkompositionen zu schaffen, die die Handlung verstärken und die Zuschauer in die Welt des Films eintauchen lassen. Der Soundtrack trägt maßgeblich zur Atmosphäre und zum Gesamterlebnis des Films bei und ist ein echter Höhepunkt in der Karriere dieses legendären Filmkomponisten.

Filmmusiktipp: Psycho von Bernard Herrmann

30. Juli 2023

Bernard Herrmanns Aufnahme von “Psycho” ist ein Meisterwerk der Filmmusik. Die Musik ist so ikonisch wie der Film selbst und hat die Art und Weise, wie wir Filmmusik hören und verstehen, für immer verändert. Herrmanns Verwendung von Streichern und Perkussion ist besonders bemerkenswert. Die berühmte Duschszene wird durch das Schreien der Streicher untermalt, was eine unheimliche Atmosphäre schafft. Die Musik ist so effektiv, dass sie den Film ohne Dialog tragen könnte.
Bernard Herrmann war ein US-amerikanischer Komponist und Dirigent, der durch seine Arbeit an Filmmusik bekannt wurde. Hier eine schöne Vinyl-Ausgabe.

Er wurde am 29. Juni 1911 geboren und starb am 24. Dezember 1975. Herrmann arbeitete mit vielen berühmten Regisseuren zusammen, darunter Alfred Hitchcock, François Truffaut und Martin Scorsese. Er komponierte die Musik für viele Filme, darunter “Citizen Kane”, “Vertigo” und “Psycho”. Sein letztes Werk war Taxi Driver. Nachdem der letzte Takt eingespielt war, verstarb Herrmann.

Bernard Herrmanns Musik für Alfred Hitchcocks Film „Psycho“ wird weithin als bahnbrechende Leistung in der Filmmusik angesehen und hat selbst einen ikonischen Status erlangt. Mehrere Aspekte tragen zur Einzigartigkeit und Wirkung von Herrmanns Musik in „Psycho“ bei.

Zunächst einmal war Herrmanns innovativer Einsatz von Klang und Instrumentierung entscheidend für die Gestaltung der Atmosphäre des Films und die Verstärkung seiner spannenden und psychologischen Elemente. Er setzte hauptsächlich auf Streichorchester, insbesondere Violinen, um einen durchdringenden, schrillen Effekt zu erzeugen, der die Spannung und Unruhe steigerte. Die schrillen und dissonanten Streicher, besonders in der berüchtigten „Duschszene“, sind sofort erkennbar und untrennbar mit dem Horrorfilmgenre verbunden.

Darüber hinaus brach Herrmann mit dem damaligen traditionellen Stil der Filmmusik. Anstelle eines großen Orchesters entschied er sich für ein kleineres Ensemble, das die Streicher betonte und dadurch eine intime und klaustrophobische Qualität der Musik erzeugte. Diese Wahl spiegelte die Erzählung des Films wider, der sich größtenteils in engen Räumen abspielt und die gestörte Psyche seiner Charaktere erkundet. Hier eine schöne Kombi-CD von Psycho und Vertigo.
Herrmanns Partitur für „Psycho“ war auch bemerkenswert für den Einsatz von Leitmotiven, wiederkehrenden musikalischen Themen, die mit bestimmten Charakteren oder Konzepten verbunden sind. Das bekannteste Motiv ist das treibende und repetitive Thema, das die Figur des Norman Bates begleitet, der zentrale Charakter des Films. Dieses Motiv erfasst die Dualität von Bates‘ Persönlichkeit, mit einem Wechsel zwischen Verletzlichkeit und Bedrohlichkeit. Die thematische Herangehensweise verleiht der Musik eine zusätzliche Tiefe.

Soundtracktipp: Die vergriffene LP: The Shining von Wendy Carlos

7. Mai 2023

Der Soundtrack des Films „The Shining“ aus dem Jahr 1980 wurde verfasst von der renommierten amerikanischen Komponistin Wendy Carlos und der Komponistin Rachel Elkind, die die frühen Werke von Carlos produziert hat. Der Soundtrack ist bekannt für seine unheimliche Atmosphäre und seine Verwendung von Synthesizerklängen und orchestralen Arrangements – und der Soundtrack wurde nur auf Vinyl veröffentlicht. Der Soundtrack ist komplett vergriffen. Inzwischen werden Mondpreise für die Ausgabe bezahlt.

Die Musik des Films spiegelt die düstere und unheimliche Stimmung wider, die der Regisseur Stanley Kubrick in seiner Verfilmung des Romans von Stephen King erzeugen wollte. Die meisten Stücke auf dem Soundtrack verwenden elektronische Synthesizerklänge, die oft verzerrt und verfremdet werden, um eine unheimliche Atmosphäre zu schaffen. Einige Stücke auf dem Soundtrack verwenden auch klassische Orchestermusik, um eine dramatische Wirkung zu erzeugen.

Das Thema ist aus der Symphonie Fantastique von Berlioz, Das musikalische Motiv basiert übrigens auf dem gregorianischen Gesang des „Dies irae“, das auch Berlioz in der Symphonie fantastique verwendete. Es ist während der beunruhigendsten Szenen des Films zu hören, in denen der Protagonist Jack Torrance allmählich dem Wahnsinn verfällt. Das Stück verwendet dröhnende, verstörende Synthesizerklänge, um die zunehmende Bedrohung und das Unheil, das in der Luft liegt, zu vermitteln.
Ein weiteres Beispiel für die Verwendung von klassischer Orchestermusik auf dem Soundtrack ist das Stück „The Awakening of Jacob“, das während der Szene zu hören ist, in der der Protagonist Jack den verbotenen Raum betritt und von den Geistern der Vergangenheit heimgesucht wird. Das Stück verwendet dramatische Streicherklänge, um die emotionale Intensität der Szene zu verstärken und die Gefahr und Bedrohung zu unterstreichen, die Jack in diesem Moment empfindet.

Obwohl der Soundtrack des Films „The Shining“ bei Filmfans sehr beliebt ist, wurde er nie offiziell auf CD veröffentlicht. Warum wurde der Score nie auf CD veröffentlicht? Kubrick mag ja ein Eigenbrödler gewesen sein, hatte aber immer ein Interesse am Geldverdienen und stand der Veröffentlichung sicherlich nicht im Wege.

Ein möglicher Grund, warum der Soundtrack nie offiziell auf CD veröffentlicht wurde, ist, dass der Filmrechte-Inhaber Warner Bros. möglicherweise nicht das Interesse hatte, das Geld und die Ressourcen aufzubringen, um eine offizielle CD-Veröffentlichung des Soundtracks zu produzieren und die Rechte nochmals abzuklären. Stattdessen hat es einige inoffizielle Veröffentlichungen des Soundtracks auf CD-R gegeben, die von Fans des Films produziert wurden.

Insgesamt ist der Soundtrack von „The Shining“ ein wichtiger Teil des Films und ein Meilenstein in der Geschichte der Filmmusik. Obwohl er nie offiziell auf CD veröffentlicht wurde, hat er eine treue Fangemeinde, die seine einzigartige Atmosphäre und seinen unheimlichen Sound zu schätzen weiß.

Phew Konzert im Haus der Kunst München 2023

4. Mai 2023

Phew kennen in meinem persönlichen Umfeld nur wenige. Die japanische Musikerin ist ein Phänomen und ich freute mich sehr, dass sie für zwei Konzerte ins Haus der Kunst nach München kam. Da musste ich dabei sein, um ihrer experimentellen elektronischen Musik zu lauschen. Es war ein Erlebnis für die Sinne.

Im Vorfeld der beiden ausverkauften Konzerte hat Phew wieder tief in die Emotionskiste gegriffen „Wenn ich meine Stimme verwende, lege ich Wert auf körperliche Empfindungen… Es fühlt sich gut an meine Stimme rauszulassen, während ich tief einatme. Ich weiß nicht viel über Perfektion oder Unterhaltung, aber ich vertraue meinem Gefühl von Zufriedenheit, da es von meinen körperlichen Empfindungen kommt.“ Das klingt interessant und da wollte ich unbedingt bei eine ihrer einstündigen Perfomance dabei sein. Und auch die Alben sind interessant wie dieses hier.

Phew ist eine überaus produktive Protagonistin der japanischen Underground-Musik, die seit mehr als vier Jahrzehnten ihren individuellen künstlerischen Weg geht. Sie verarbeitet elektronische Sounds und ihre eigene Stimme zu einer minimalistischen, inquisitiven Musik, in der fiebrige wortlose Gesänge sowie Sprechgesänge einander überlagern. Aus der Überzeugung, dass „die Musik dem Leben, dem Körper entspringt“, wählt sie einen intuitiven Zugang für ihre stimmlichen Experimente, die in warme Schatten akustischer Sounds und atmosphärischer Synthesizerklänge eingebettet sind. Indem sie verschiedene Rhythmen und Spuren übereinanderlegt, eröffnet sie den Hörer*innen eine Vielfalt an Möglichkeiten zur Wahrnehmung von Zeit, so wurden im Vorfeld die Auftritte im Haus der Kunst beworben. Klingt interessant.

Inspiriert von den Sex Pistols gründete Phew in den späten 1970er Jahren die Avant-Punk-Psychedelic-Rockband Aunt Sally. In der Folge kollaborierte sie als Solokünstlerin mit dem vor kurzem Lieder verstorbenen Ryuichi Sakamoto, der für die Ausstellung von Dumb Type am Haus der Kunst 2022 eine Soundarbeit beisteuerte, sowie mit Conny Plank, Holger Czukay und Jaki Liebezeit von der Band Can und mit Alexander Hacke von den Einstürzenden Neubauten. In der jüngeren Vergangenheit ist sie mit Jim O‘Rourke und mit Ikue Mori Kooperationen eingegangen.

Ich war am ersten Abend ihres Konzerts dabei als sie eine Performance mit Synthesizer, Samples und Gesang gab. Hier ein paar Eindrücke von dem Auftritt auf Video.
Mit dabei war auch Nina, zurzeit Gastkünstlerin in Hamburgs Golden Pudel Club, ein Eröffnungs-DJ-Set spielen. Ninas Musik transferiert uns Hörer in die entferntesten und verstörendsten Winkel einer sonderbaren, atmosphärischen Musik. Sie kreiert Collagen aus Musik concrète, Field Recordings, Filmmusik und gesprochenem Wort. Als Fan der Musik concrète empfang ich ihren Auftritt hervorragend.

Musiktipp: Soundtrack Steiner das eiserne Kreuz II von Peter Thomas

6. April 2023

Heute eine Soundtrack-Empfehlung von einem der Recken der deutschen Filmmusik. Peter Thomas. Vor kurzem veröffentlichte Allscoremedia zum ersten Mal den Soundtrack zu Steiner das eiserne Kreuz II auf farbigen Vinyl. Der Film selbst ist Mist, im Gegensatz zum erste Teil. Aber die Musik hat es in sich.

Der Produzent Wolf C. Hartwig plante, finanziert mit den Millionen der immens erfolgreichen Schulmädchen-Report-Filme, eine internationale Großproduktion: Steiner – Das Eiserne Kreuz, basierend auf Willi Heinrichs Weltkriegsroman „Das geduldige Fleisch“. Regie führte Sam Peckinpah. Die Musik sollte aus der Feder von Peter Thomas kommen. Leider kamen die beiden nicht miteinander klar. Letztendlich schrieb der amerikanische Komponist Ernest Gold die Musik zu dem erste Teil von Steiner. Der Film wurde 1977, trotz großer finanzieller Querelen, ein internationaler Erfolg.

Alsbald wurde eine Fortsetzung gedreht. Die Regie führte Andrew V. McLaglen, und bei der Filmmusik kam nun Peter Thomas zum Zuge. Der neue Regisseur und der Komponist verstanden sich auf Anhieb gut. Die Titelmelodie von Peter Thomas wurde kurz nach der Filmpremiere 1979 von der Ariola als Single veröffentlicht. Der Film Steiner – Das Eiserne Kreuz, Teil 2 konnte allerdings trotz Starbesetzung nicht mehr an den Erfolg des ersten Teiles anknüpfen. Eine bereits angedachte LP-Veröffentlichung des Soundtracks wurde vermutlich deshalb nicht mehr weiterverfolgt.

Bis jetzt: Allscore Media brachte die Musik auf dem Markt und ich bin restlos von den meisten Stücken begeistert. Das vorliegende Album ist die Vinyl-Premiere der Filmmusik, ergänzt um einen bisher unveröffentlichten Titel, der auf einer längst vergriffenen CD-Veröffentlichung aus dem Jahr 1993 noch nicht enthalten war.

Für die Illustrationen auf dem Gatefold-Cover der LP sowie dem Digipack der CD zeichnet einmal mehr Adrian Keindorf verantwortlich, der schon einige LPs von Allscoremedia geschaffen hat. Die LP erscheint auf transparent-orangefarbigem 180g-Vinyl in gefütterter Innenhülle, limitert auf 500 Exemplare.

Peter Thomas (1925-2020) war ein bedeutender deutscher Filmkomponist, der für mehr als 200 Film- und Fernsehproduktionen Musik geschrieben hat. Er prägte den Soundtrack von zahlreichen Klassikern des deutschen Films wie „Die Halbstarken“ oder „Raumpatrouille Orion“. Mit seinen unverwechselbaren Klängen, die oft von elektronischen Instrumenten und Soundeffekten geprägt waren, schuf er eine eigene Ästhetik im deutschen Filmmusikbereich. Thomas war auch ein Pionier in der Verwendung von Popmusik-Elementen in Filmmusik und gilt als einer der Wegbereiter für den Einsatz von Synthesizern und Sounddesign in der Filmmusik. Sein Werk prägte eine ganze Generation von Filmkomponisten und er wird für immer einen besonderen Platz in der deutschen Filmgeschichte einnehmen.

Musiktipp: The Berlin Concert von John Williams auf Goldenen Vinyl

30. April 2022

Es gibt Komponisten, das kaufe ich jedes Werk ohne eine Note zuvor gehört zu haben. Zu diesem gehört für mich ohne Zweifel John Williams, der größte lebende Filmmusik-Komponist der Gegenwart.

Nachdem ich vor Corona sein Konzert mit den Wiener Philharmonikern live im Goldenen Saal des Musikvereins 2020 erleben durfte, kam der Meister im Oktober 2021 auch nach Berlin zu den Berliner Philharmoniker. Aufgrund von Corona habe ich vom Besuch abgesehen, mir aber die Veröffentlichungen des Konzerts The Berlin Concert gekauft.

Bisher hatte ich die Streaming-Aufnahme, die CD- und die Bluray-Version dieses wunderbaren Konzerts. Jetzt kam eine besondere Vinyl-Ausgabe dazu, die über die Deutsche Grammophon angeboten wurde. Die Doppel-LP auf goldenen Vinyl in limitierter Auflage. Gestern kamen die Schallplatten an und es kam zum feierlichen Unboxing. Ich habe die Nummer 407 der auf 4500 limitierten Ausgabe. Williams-Fans aus aller Welt haben in soziale Netzwerken ihre Ausgaben in die Kamera gehalten – so wie ich eben auch.

Die Aufnahme ist hervorragend, die Interpretation tadellos. Die Abfolge von CD, Bluray und Vinyl unterscheiden sich nicht. Im Vergleich zur Wiener Ausgabe gefällt mir die Aufnahme vom Goldenen Saal besser. Das liegt vor allem darin, dass ich 2020 damals live dabei war und den Klang des Orchesters live erleben durfte. Das ist besser als jede Aufnahme aus der Konserve und sei sie noch so gut aufgenommen. Wer keines der beiden Konzerte kennt, der kauft am besten beide. Ich werde mir als Sammler noch das Doppelalbum auf schwarzem Vinyl anschaffen und dann den nächsten Monat abwarten, wenn neue Aufnahmen von John Williams erscheinen und ich ohne reinzuhören einfach wieder zugreifen werde. So ist es halt als Fan.

Musiktipp: The Return Of Godzilla von Reijiro Koroku

2. März 2022

Ich habe wieder anfangen, Vinyl-Platten zu kaufen. In erster Linie ist es Jazz, Kraftwerk und auch ein wenig Soundtracks. Bei letzteren habe ich mich auf Picture Discs spezialisiert oder für mich besondere Ausgaben. Vor kurzem fiel mir ein solcher Score zu The Return Of Godzilla in die Hände, der im Januar 2022 veröffentlicht wurde.

Als Godzilla-Fan musste ich zuschlagen, zum einen weil ich die Musik des japanischen Monsters gerne höre. Zum anderen, weil die Aufmachung des dramatischen Scores von Reijiro Koroku wirklich etwas besonderes ist.


Aber alles schön der Reihe nach: Godzilla: Die Rückkehr des Monsters stammt aus dem Jahr 1984 und wurde gedreht von Koji Hashimoto. Für mich war es der erste Godzilla, den ich im Kino der achtziger Jahre sah, nachdem ich meine Jugend mit den Kinovorstellungen der Godzilla der siebziger Jahre in Gummianzügen verbracht hatte. Ich mochte das dramatische, feurige Plakat von Godzilla: Die Rückkehr des Monsters, ein Film bei dem Godzilla nicht niedlich, sondern einfach nur böse war. Unser japanische Freund haute alles kurz und klein. Der Film markiert den Beginn der Heisei-Staffel-Dekade, in der Godzilla wieder als zerstörerisches Monster dargestellt wird.

Das Vinyl ist blutrot und sieht auf den Plattenteller schön aus. Aber auch das Cover des Soundtracks kann sich sehen lassen und erinnert mich an die Märchenbücher meiner Kindheit. Es ist ein Pop-Up-Gatefold-Sleeve, das Artwork stammt von Henry Abrams. Auf zu, auf zu.

Koroku, der bereits mit Hayao Miyazaki und Isao Takahata von Studio Ghibli zusammengearbeitet hat, war die perfekte Wahl, um die triumphale Rückkehr des Big G zu vertonen, und schuf drei Themen für unseren Lieblings-Kaiju. Lauschen Sie den dröhnenden tiefen Frequenzen und den kraftvollen Blechbläser-Attacken, wenn er ein Kraftwerk verwüstet und gegen die japanischen Selbstverteidigungskräfte (JSDF) kämpft, und schwelgen Sie beim Liebesthema für Maki und Naoko. Koroku schrieb auch spannende Stücke für die JSDF und den Super-X, die für den Kampf gegen Godzilla entwickelt wurde. Doch es sind sein Respekt und seine Ehrfurcht vor dem großen G, die The Return Of Godzilla zu einem solchen Erfolg machen. Die Filmmusik endet mit dem Gesang der Star Sisters, die Godzillas Verschwinden beklagen. „Pass gut auf dich auf, Godzilla, mein alter Freund.“

Mir hat der Film damals so gut gefallen, dass ich später unbedingt die Laserdisc-Box haben musste. Und jetzt habe ich The Return Of Godzilla auch im Ohr.

Musiktipp: The Big Boss von Peter Thomas

8. Oktober 2021

Ich bin in Trash-Stimmung und schaute mir auf der PSP den Bruce Lee-Streifen Der Mann mit der Todeskralle aus dem Jahre 1973 an. Es war der erste in den Vereinigten Staaten produzierte Martial-Arts-Film und der letzte vollständige Film von Bruce Lee. Drei Wochen nach Dreharbeiten verstarb der Schauspieler.

Der Film hat seine paar Momente. Ausgesprochen spektakulär ist dagegen der Score von Altmeister Lalo Schifrin. Leider ist die Filmmusik nur extrem teuer zu haben. So manche ich mich auf die Suche nach anderen Score zu Bruce Lee-Filmen. Und auf wen traf ich da? Auf meinen musikalischen Helden Peter Thomas, der den Score zu The Big Boss einspielte.

Wie passt der Jazz- und Big Band-Song von Peter Thomas in die asiatische Kampfsportwelt von Bruce Lee. Und das ist eine wirklich interessante Geschichte, die ich als Filmfan noch gar nicht wusste. Es kam so:
The Big Boss war Bruce Lees erster großer Film und verschaffte ihm den internationalen Durchbruch. Premiere feierte Regisseur Lo Weis Film 1971 in Hongkong, seinen internationalen Siegeszug trat er aber erst 1973 an. Der deutsche Verleih glaubte, die originäre chinesische Filmmusik wäre zu weit von den bundesdeutschen Hörgewohnheiten entfernt und beauftragte Peter Thomas, einen eigenen Soundtrack zu komponieren. Dies gelang ihm mit Bravour. Das Resultat war, dass dieser von nun an in der ganzen Welt, mit Ausnahme von China, eingesetzt und somit zur eigentlichen Filmmusik von the Big Boss wurde.


Seit der Erstveröffentlichung dieser Filmmusik im Jahr 2010 hatte sich einiges getan, was eine verbesserte Neuauflage überfällig machte: In Peter Thomas‘ Archiv konnten vier Stücke sowie eine etwas längere Version aus dem Film, die bisher als verschollen galten, gefunden werden. Diese ersetzen nun die Bonustracks der alten CD, die zwar einstmals für den Film komponiert, aber nicht in ihm verwendet wurden.

Wie ja bekannt ist, verstarb Peter Thomas leider während der Vorbereitungen zu dieser von ihm unterstützten Produktion am 17. Mai 2020, 94-jährig in Lugano (CH). Für die Illustration auf dem Gatefold-Cover der LP sowie dem Digipack der CD zeichnet der großartige Adrian Keindorf verantwortlich. Die LP erscheint auf 180g Vinyl standardmäßig in Schwarz sowie in einer auf 300 LPs limitierten transparenten roten und einer auf 200 LPs limitierten transparenten sonnengelben Auflage.

Anmerkung: Da mein Schallplattencover durch den Versanddienstleister an einer Ecke beschädigt wurde, hat Allscore auf Facebook umgehend reagiert und eine Ersatzlieferung angekündigt. Prima Service.