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Das Apple Fan-Boy-Herz freut sich: iPhone 4s für die Sammlung

7. August 2024

Als Apple Fan-Boys überraschte mich ein Arbeitskollege meiner Frau mit einem schönen Geschenk. Er überließ mir sein weißes iPhone 4s in Originalkarton. Das iPhone 4s fehlte mir noch in meinem persönlichen Apple-Museum und bekommt dort einen Ehrenplatz, zudem weil es kaum Gebrauchsspuren aufweist. Mit dabei war noch eine Bluetooth-Tastastur von Keymate. Besonders User, die vom Blackberry kamen, verwendeten damals eine solche Tastatur.

Das iPhone 4s, vorgestellt von Apple am 4. Oktober 2011, markiert die fünfte Generation der iPhone-Serie und brachte eine Reihe von Verbesserungen und neuen Funktionen mit sich. Optisch ähnelt das 4s seinem Vorgänger, dem iPhone 4, doch im Inneren wurden zahlreiche technische Upgrades vorgenommen.

Eines der herausragenden Merkmale des iPhone 4s ist der A5-Chip, der erstmals in einem iPhone verwendet wurde. Dieser Dual-Core-Prozessor bot eine deutlich verbesserte Leistung und Geschwindigkeit im Vergleich zu früheren Modellen, was sich insbesondere in einer flüssigeren Benutzererfahrung und schnelleren App-Starts bemerkbar machte. Zudem trug der A5-Chip zur Energieeffizienz bei, was die Akkulaufzeit des Geräts verlängerte.

Ein weiteres bedeutendes Upgrade war die Kamera. Das iPhone 4s verfügte über eine 8-Megapixel-Kamera mit verbesserter Optik und einem fortschrittlicheren Sensor. Diese Kamera ermöglichte hochauflösende Fotos und 1080p-HD-Videos, was einen erheblichen Fortschritt gegenüber der 5-Megapixel-Kamera des iPhone 4 darstellte. Die Bildqualität bei schlechten Lichtverhältnissen wurde ebenfalls verbessert, was das iPhone 4s zu einer beliebten Wahl für mobile Fotografie machte.
Der Speicher wurde mit 8, 16, 32 und als erstes iPhone mit 64 GB angeboten. Ich habe die 16 GByte Version.

Das iPhone 4s war auch das erste iPhone, das mit Siri, dem sprachgesteuerten persönlichen Assistenten von Apple, ausgestattet war. Siri ermöglichte es den Nutzern, Aufgaben durch Sprachbefehle zu erledigen, wie das Senden von Nachrichten, das Einstellen von Erinnerungen oder das Abrufen von Informationen. Diese Innovation machte das iPhone 4s zu einem Vorreiter im Bereich der sprachgesteuerten Technologie. Inzwischen wirkt Siri altbacken und muss endlich von Apple aktualisiert werden.

In Bezug auf die Konnektivität unterstützte das iPhone 4s sowohl GSM- als auch CDMA-Netze, was es zu einem weltweit einsetzbaren Gerät machte. Das verbesserte Antennendesign trug zu einer besseren Empfangsqualität bei, was ein weiterer Fortschritt gegenüber dem iPhone 4 war, das wegen seiner Antennenprobleme in die Kritik geraten war.

Das iPhone 4s kam mit iOS 5, das eine Vielzahl neuer Funktionen und Verbesserungen bot, darunter iMessage, das Notification Center und die Integration von iCloud. Diese Software-Updates verbesserten die Funktionalität und Benutzerfreundlichkeit des Geräts erheblich.

Insgesamt stellte das iPhone 4s einen bedeutenden Fortschritt in der iPhone-Reihe dar. Es kombinierte leistungsstarke Hardware-Upgrades mit innovativen Software-Funktionen und setzte damit neue Maßstäbe für Smartphones. Das Gerät blieb bis zur Einführung des iPhone 5 im Jahr 2012 sehr beliebt und ist bis heute ein geschätztes Modell unter iPhone-Enthusiasten.

Humor auf der Apple WWDC

11. Juni 2024

Über die Software-Produkte von Apples World Wide Developer Conference WWDC lässt sich viel in den Diensten nachlesen: Apple Intelligence, große Betriebssystem-Updates, Zusammenarbeit mit Open AI mit ChatGPT, aber die WWDC bewies Humor (außer natürlich Mr Zahlen Tim Cook).

Zum einen bekommen wir nach Jahren endlich einen Taschenrechner aufs iPad zum anderen war der Eingangsspot gespickt mit Anspielungen.

Ein Flugzeug mit Fallschirmspringern kreist über den Apple Ufo-Campus, gesteuert von Phil Schiller, dem 64jährigen ehemaligen Marketingleiter von Apple zu Steve Jobs Zeiten. Er hat eine Lederjacke an mit Totenkopf und WWDC-Abzeichen, wie damals die Totenkopfflagge im Kampf Mac gegen Lisa. Mit Sonnenbrille sieht er ein wenig aus, wie Joe Biden und natürlich hat Schiller den ersten FireWire-iPod (1000 Songs in der Tasche) dabei. Mit den ikonischen Worten „Ich bin zu alt für diesen Quatsch“ wählt er Mötley Crüe Kickstart my Heart vom fünften Album Dr. Feelgood. Das Zitat ist natürlich aus der Lethal Weapon-Reihe mit Mel Gibson und Danny Glover von 1987.

Craig Federighi darf wieder den Unterhalter spielen und kommandiert die Fallschirmtruppe in weißen Klamotten und den alten Apple-Regenbogenfarben, die aus einem zweimotorigen weißen Flugzeug in Apple-Farben springen. Retro pur. Craig Federighi hat einen Helm in Form seiner schwungvollen Scheitelfrisur. Übrigens, den coolen Siebziger Look des Anzugs hätte ich gerne als Merch.

Unendliches Warten auf Fujifilm X100VI

27. Mai 2024

Fujifilm macht Apple Konkurrenz und treibt durch künstliche Verknappung die Erwartungen hoch und das nervt. Bevor Tim Cook die Logistik bei Apple übernommen hatte, mussten die Kunden lange, lange auf die Apple Produkte warten. Vielleicht sollte Tim Cook bei Fujifilm einsteigen.

Im Februar 2024 habe ich zum Verkaufsstart die neue Fujifilm X100VI bestellt, in silber. Ich habe die vorherigen Modelle und bin mit dieser Reportagekamera absolut zufrieden, so dass ich in das verbesserte Nachfolgemodell investieren möchte. Gesagt, getan und bei Foto Erhardt bestellt und mit der Bestellung kam die Mail, dass die Kamera Lieferschwierigkeiten hat. Das kannte ich schon vom Vorgängermodell, hatte aber das Glück, dass ich damals bei der ersten Lieferung aus Japan dabei war. Das Glück hat mich verlassen, denn seit Februar warte ich bisher vergeblich auf eine Lieferbestätigung.
Fujifilm sei überrascht von der enormen Nachfrage. Quatsch, sie waren unfähig bei der Produktion. Die X100V war ein riesiger Erfolg und das sollte auch für das Nachfolgemodell X100VI auch der Fall sein. Die Lieferprobleme bei der X100V führte ich darauf zurück, dass schon an dem Nachfolgemodell gearbeitet wurde. Nun ist der Nachfolger seit Februar da und wieder nix mit der Lieferung. Es kommt die Kamera wohl in homöopathischen Mengen nach Europa. Die Schwarzmarktpreise drehten ab und die Sonderedition der Kamera war sofort ausverkauft.

Es soll Lieferengpässe geben. Das ich nicht lache. In den Newsdiensten erklärte Fujifilm UK Manager Andreas Georghiades, dass Fujifilm aktuell 15.000 Einheiten der X100VI pro Monat produziert. Das ist ein Witz. Man wolle die Produktionskapazitäten erweitern. Blabla. Fujifilm sollte seinen Planer an die Luft setzen, denn Kundenzufriedenheit sieht anders aus. Es ist künstliche Verknappung, um den Preis von rund 1800 Euro hoch zu halten. Doch irgendwann platzt einen der Kragen und man storniert seine Bestellung. Vielleicht kehre ich zu Nikon zurück, vielleicht setze ich auf Sony oder wage mich an Leica heran. Es muss nicht Fujifilm sein, wenn die Herrschaften nicht liefern können oder wollen.

Die Entschuldigungsmail von Foto Erhardt auf meine Nachfrage nach dem Stand der Dinge sagt viel aus. „Wir bedauern sehr, dass wir Sie bislang noch nicht beliefern konnten und Sie noch weiter auf die Kamera warten müssen.
… Die Liefersituation ist und bleibt leider weiterhin angespannt. Die Warenzugänge erfolgen leider sporadisch und bis zuletzt ist unklar, welche Stückmengen uns erreichen werden. So lässt sich nicht abschätzen, wie viel mehr Zeit es brauchen wird, ehe wir Ihre Bestellung berücksichtigen können.
Wir stehen in konstantem Dialog mit Fuji als Hersteller und verfolgen die Entwicklung aufmerksam. … Die Liste der Vorbestellungen ist dynamisch, weil Kunden ihre Reservierung wieder lösen, sodass eine Aussage über eine Platzierung kaum weitere Rückschlüsse zulässt und selten länger als eine Stunde Gültigkeit hat“, so Ausschnitte aus der sehr freundlichen Mail vom Kundenservice von Foto Erhardt.

Also heißt es weiter warten. Schade, dass mein Zeitname Ungeduld ist.

Zeit zum Upgrade von iPad, Keyboard und Stift

19. Mai 2024

Es war an der Zeit mal wieder Upzugraden. Mein iPad 12 pro Zoll mit M1 ist schon einige Jahre alt und es tut im Grunde noch seinen Dienst. Aber im Bereich Videoschnitt kam das System dann doch an seine Grenze. Nachdem Apple auf der kurzen iPad-Keynote den M4 für das iPad samt Zubehör vorgestellt hatte, schlug ich zu. Das System muss jetzt wieder für ein paar Jahre reichen. Dieses Mal holte ich mein Gerät im Apple Retail Store in München Rosenstraße ab. Die Abholung verlief reibungslos und professionell. Geklatscht wurde aber (leider) nicht.

Ich will nicht mit technischen Daten langweilen, die sind auf den entsprechenden Fan-Seiten nachzulesen. Neben Schnelligkeit (wirklich bemerkbar) ist die neue Kamerapositionierung oben sinnvoller und das Teil ist etwas dünner geworden und gilt nun als das dünnste iPad bisher. Der Bildschirm ist mit 13 Zoll gegenüber 12 Zoll minimal größer geworden und darüber freuen sich meine schlechten Augen. Auch der neue Bildschirm ist eindeutig besser und heller. Batterie soll länger halten – das wird sich zeigen. Ich lade sowieso nur immer das Teil zu 80 Prozent auf, um die Haltbarkeit der Batterie zu verlängern – das mache ich beim iPhone übrigens auch.

Dieses Mal wählte ich als Farbe Silber, nachdem ich bisher grau hatte. Gerne hätte ich wieder ein goldenes iPad gehabt oder ein Product red, aber Apple hat es nicht im Angebot.
Bisher habe ich als Tastatur die Logitech-Combo verwendet, die auch als Schutz diente. Das ist eine sehr gute Tastatur, aber ich wollte dieses Mal etwas neues und wählte das Magic Keyboard in weiß. Die Gewichtsunterschiede sind kaum zu bemerken, was schade ist. Ich hätte eine leichtere Kombi von iPad Pro und Magic Keyboard erwartet und wurde enttäuscht. Da hat sich vom Gesamtgewicht kaum etwas geändert.

Der neue Stift sieht genauso aus wie der bisher Pencil, kann aber mehr. Auch das wird sich beim Zeichnen in der Zukunft zeigen. Mein bisheriges iPad Pro wollte in der Familie keiner, also geht es zu Apple in Zahlung. Vielleicht wären bei eBay höhere Preise möglich, aber ich hatte keine Lust auf die Diskussion mit potentiellen Käufern um Preise.

Open AI mit GTP 4o – der nächste Schritt

14. Mai 2024

Gebannt verfolgte ich die Neuerungen, die Open AI-Technikchefin, Mira Murati gestern Nacht vorstellte. Open Ai ist der Hersteller von ChatGTP und DALLE, ein Software-Hersteller, der mein Leben auf den Kopf stellt. Vorgestellt wurde GT4o für Jedermann. Bisher mussten die kostenlosen Nutzer der Software mit der Version 3.5 Vorlieb nehmen, jetzt bekommen sie das Update auf 4o für umsonst. Und es gab Verbesserungen im Bereich Sprache, Text und Bild. Gestestet habe ich sie bisher noch nicht, die Software wird in den nächsten Tagen ausgerollt.

Die 26minütige Präsentation war nicht ohne Fehler, aber die Vision dahinter ist enorm. Die kostenlose Version soll nun auch sprechen können. Die Kommunikation mit dem Chatbot läuft also jetzt auch über Sprache. Meine Amazon Echo-Geräte mit Alexa werden beleidigt sein. Hier die komplette Vorstellung:

Die KI soll nicht nur mathematische Aufgaben lösen können (das konnte sie bisher auch schon), sie soll jetzt Hilfestellung beim Lösungsweg geben und eine Art Nachhilfecoach darstellen. Auch Live-Übersetzungen von Sprache mit Sprachausgabe ist nun möglich – der Universalübersetzer der Enterprise ist damit Realität. Murati sprach auf Italienisch, die KI übersetzte auf Englisch. Das Team sprach auf Englisch und die KI übersetzte auf Italienisch. Adieu Langenscheidts Wörterbuch für den Urlaub.

ChatGPT am Mac
ChatGPT 4o von Open AI wird nun als Desktop-Anwendung auf dem Mac laufen zugänglich. Die soll es einfacher machen, auf das System zuzugreifen. Ich habe bisher die Anwendung MacGTP laufen. Von Windows wurde bei der Keynote nicht gesprochen. Wahrscheinlich werden Neuerungen auf der Apple Keynote WWDC am 10. Juni von Tim Cook verraten, wenn ChatGTP in das iOS18 von Apple integriert wird. Das Wirtschaftsmagazin Bloomberg berichtete unlängst, dass die Kooperation zwischen Open AI und Apple in trockenen Tüchern sei. Was wohl Microsoft dazu sagt?

Das Zauberwrt ChatGTP 5 wurde in der Übertragung nicht gewöhnt. Die Version 4 kam vor 14 Monaten auf den Markt. So wird 4o wohl nur ein Zwischenschritt sein. Die Erwartungen auf den nächsten Schritt sind bei mir groß.

iPhone dreht 3D-Videos und es bringt mir (noch) nichts

19. April 2024

Vor kurzem habe ich bemerkt, dass ich mit meinem iPhone 15 Max Pro 3D-Videos drehen kann. Das ist sicherlich fein, aber im Moment fehlt mir noch eine entsprechende Abspielmöglichkeit. Die Apple Vision Pro ist in Deutschland noch gar nicht erhältlich und Meta hat es zwar durch ein Software-Update möglich gemacht, dass diese Filme auf der Meta Quest anzusehen sind. Die hab ich aber auch nicht.

Also im Grunde habe ich eine interessante und reizvolle Aufnahmetechnik, die ich im Moment noch nicht wirklich nutzen kann. Ich finde allerdings die räumliche Videowiedergabe sehr reizvoll, obwohl ich sie aufgrund meiner Augenbehinderung nie im meinem Leben sehen werde. Dennoch beschäftige ich mit dem Stereoskopie, wie 3D in Fachkreisen richtig heißt, schon lange.

Ich habe noch eine alte Stereo-Kamera 3D von Fujifilm sowie einen 3D-Bilderrahmen. Die Aufnahmen waren, sagen wir mal so, interessant. Meine Kinder und meine Frau mussten immer wieder als Zuschauer herhalten, um diese 3D-Filme ohne Brille anzusehen. Dazu hab ich auch noch einen digitalen Bilderrahmen, der diese Stereo-Filme ohne Brille abspielt. Das war eine echte Revolution, alles ganz ohne Brille.

Ich habe einige 360 Grad-Kameras im Einsatz, im Moment die Ricoh Theta X mit der ich viele Filme und Fotos mache. Hier ein aktuelles Beispiel von einem Rundgang durch die archäologische Sammlung München.

Auch die Insta360 X4 scheint mir sehr interessant zu sein. Die beiden VR-Brillen von Sony mag ich gerne, obwohl sie wohl hinter den Erwartungen von Sony zurückgeblieben sind. Diese Art von räumlichen Spiel auf der PS4 und PS5 finde ich reizvoll, denn es transferiert mich als Spieler in ein anderen Spielerlebnis.

Nun, die Apple Vision Pro ist keine Gamer-Brille und kann sicherlich mehr. Wahrscheinlich kommt die Brille irgendwann nach Europa und dann möchte ich sie mal probieren.

Aufnahme von 3D-Videos
Aber kommen wir zurück zum iPhone. Die Aufnahmequalität von 3D-Videos hat sich durch das iPhone 15 Pro oder Pro Max und der Haupt- und Ultraweitwinkelkamera deutlich verbessert. Zwei Aufnahmelinsen nebeneinander nehmen den Film in 3D im Querformat auf. Der Entwickler Mike Swanson hat in mühevoller Kleinarbeit Details aus Videomaterial extrahiert. Apple arbeitet wohl mit einer quadratische Projektion, um 45° gekippt. Aber das Einspielen in andere Systeme ist für mich zu kompliziert. Die Beschreibung ist hier.

Einstellungen am iPhone
Die Aufnahme von Videos ist leicht und dennoch beschränkt. Hier der Weg, um das iPhone für 3D-Aufnahmen bereit zu machen. Und nein, eine Aufnahme von 3D-Fotos ist nicht möglich.

Einstellungen – Kamera – Format. Dort gibt es unter „Videoaufnahme“ die Option „Räumliches Video für die Apple Vision Pro“, die es zu aktivieren gilt.
Dann die Apple Kamera-App starten und Video auswählen. Dort gibt es ein Symbol, das das eine Apple Vision Pro darstellen sollen. Angetippt und schon lassen sich räumliche Videos sehen.

Es gibt allerdings ein paar Einschränkungen. So lässt sich nicht vor- oder zurückzoomen. Die Aufnahme erfolgt nur horizontal, also nicht in dem gräßlichen Hochformat wie sie gerne in TikTok oder Insta verwendet werden. Es lassen sich die Videos unter Bearbeitung nur kürzen, weitere Möglichkeiten der Postproduktion sind noch nich vorhanden.
Und bei meinen Experimenten habe ich festgestellt, dass viel Licht bei den Aufnahmen vorhanden sein sollte. Also richtig ausleuchten oder bei Sonne drehen.

Apple Vision Pro mit Knowhow aus Deutschland

8. Februar 2024

Die Apple Vision Pro ist in den USA gestartet und die erste Charge ist ausverkauft. Apple wagt sich mit der 3500 US-Dollar teueren Brille in den Bereich AR und VR vor – und scheinbar erfolgreich. Jetzt gilt es Erfahrungen zusammen. Ich habe die Brille (noch) nicht aufgehabt und kann nur auf Berichte aus dem Netz und auf ein paar persönliche Gespräche zurückgreifen. Das Thema fasziniert mich und ich bin als Apple Fan Boy davon überzeugt, das Apple Vision Pro die Zukunft des Computings sein wird.

Ich kann mir viele Szenarien als digitaler Nomade vorstellen, wie ich die Apple Vision Pro in meinem Leben einsetzen könnte. Arbeiten und Unterhaltung werden sich massiv ändern und ich freu mich darauf. Hier ein schöner Test von Heise.

Als ich mir die Videos in YouTube ansehe, erinnerte mich an meine Vorhersagen aus dem Jahr 2015, die sich Zug um Zug erfüllt haben. Im Kern der Apple Vision Pro steckt für mich deutsches Know-how. Warum? 2015 kaufte Apple ein Unternehmen, was sich Tür an Tür bei meiner damaligen Reaktion in München befand: Metaio. Hier ein Text von 2015 von mir.

Metaio war einer der wichtigsten Firmen weltweit im Bereich augmented reality zu deutsch etwa erweiterter Realität. Die Software-Schmiede aus München entwickelte für zahlreiche Kunden höchst innovative Projekte, veranstaltete eine Top-Konferenz mit inside AR in München und war leuchtendes Beispiel für den High-Tech-Standort Bayern. Die Nutzung dieser innovativen Softwarepakete des Unternehmens erlaubte eine Integration von 3D-Animationen in live-Videostreams oder Kamerabilder der Nutzerumgebung. Metaio hatte damals über 500 Projekte erfolgreich abgeschlossen bei mehr als 450 renommierten Kunden wie BMW, Daimler, Siemens, Toyota, Peugeot, EADS, Bertelsmann, KUKA, LEGO, MINI, Popular Science, Focus Features und Volkswagen. Hier ein Video, was ich vor acht Jahren gedreht habe.

Im Februar 2002 gegründet und 2015 war dann Schluss als Apple den Laden aufkaufte. Die Übernahme von Metaio durch Apple markierte einen wichtigen Schritt in Apples Bemühungen, seine Präsenz im Bereich der erweiterten Realität zu stärken. Seit der Übernahme hat Apple die AR-Technologie von Metaio in verschiedene Produkte und Dienstleistungen integriert, darunter die ARKit-Plattform für Entwickler, die es ermöglicht, AR-Erlebnisse in iOS-Apps zu erstellen. Die Entwickler zogen nach Cupertino, der Metaio-Standort München wurde aufgegeben. Heute ist es so, dass Apple die Apple Vision Pro auch in seinen Büros in München entwickelt, im Kern ist dabei wohl das Knowhow Metaio

Parallelen zwischen Open AI und Apple

26. November 2023

Turbulent waren die Ereignisse bei Open AI und der Rauswurf von CEO Sam Altman, der Gang zu Microsoft und dann seine Wiedereinstellung bei Open AI. Ein ähnliches Ereignis habe ich in Grundzügen bei Apple schon einmal erlebt: Es handelt sich um die Ereignisse um Steve Jobs, die sich allerdings über mehrere Jahre hingezogen haben.

Der damalige Apple-Chef Steve Jobs wurde einst vom Vorstand an die Luft gesetzt. Das wurde von John Scully betrieben, den Jobs extra von Pepsi ins Unternehmen geholt hat. Jobs flog aus seiner eigenen Firma, gründete Next und investierte seine Millionen in Pixar. Apple ging fast den Bach runter und Jobs wurde als Heilsbringer zu Apple zurückgeholt, implementierte seine Next-Technik bei Apple und dann begann Cupertino einen Siegeszug ohnegleichen: iMac, iPod und iTunes – Ei Ei Ei der Rest ist Geschichte. Apple ist heute das reichste Unternehmen auf diesem Planeten. Jobs starb an Krebs und sein Nachfolger Tim Cook optimierte das Unternehmen weiter.

Ähnlich ging es bei KI-Hersteller Open AI zu, wobei die Details freilich unterschiedlich sind. Eigentlich ist das Unternehmen eine Stiftung für die Allgemeinheit, aber Sam Altman hatte die Milliarden von US-Dollar im Kopf, die in der KI-Technik stecken. Der Deal mit Microsoft spülte Milliarden in die Kassen von Open Ai, aber das Unternehmen entfernte sich mehr von den Stiftungszielen. Darauf zog der Vorstand am 16. November die Reißleine und warf Altman raus. Tags darauf die offizielle Entlassung und Rücktritt von Greg Brockman als Präsident. Altman heuerte gleich mal beim Investor Microsoft an und ein wichtiger Teil der Open AI-Belegschaft wollte Altman folgen. Dann kam der gewaltige Druck von Microsoft und der Investoren. Und siehe da, Ende der Woche war Sam Altman und Kollegen wieder zurück bei Open AI und nun beginnen die gnadenlosen Säuberungen bei Open AI. Altman weiß ja jetzt, wer seine Freunde sind.

Ich glaube, in der Managementtheorie heißt so etwas Bumerang-Management. Rauswerfen und zurückkehren und dann aufräumen. Ich bin sehr gespannt, wie es bei Open AI und KI weitergeht. Ich werde die Entwicklungen aufmerksam beobachten.

Filmkritik: Napoleon von Ridley Scott

18. November 2023

Was für ein großartiger Stoff und was für ein durchschnittlicher Film ist da herausgekommen. Ein Film ohne Rhythmus, zerfahren, abgehackt – und ja, ich muss es schreiben – ein Film ohne Liebe. Es ist eine Aneinanderreihung von Szenen und ich bin von der Kinofassung von Napoleon enttäuscht. Und das tut mir unendlich leid. Vielleicht muss ich auf die Veröffentlichung auf Datenträger warten, die deutlich länger ist und die vielleicht das gewaltige Erzähltalent von Ridley Scott zeigt, die Kinofassung ist leider nicht das Gelbe vom Ei.

Dabei ist es die Geschichte von Napoleon wert auf die große Leinwand zu gebracht zu werden, nachdem viele schon daran gescheitert sind. Ridley Scott sollte es eigentlich können. Für mich die beste Napoleon-Verfilmung bleibt die von Abel Gance aus dem Jahre 1925 mit 5 Stunden und 32 Minuten.
Dabei sind die Zutaten von Ridley Scotts 200 Millionen US-Dollar-Film fast alle hervorragend: Joaquin Phoenix als Bonaparte und Vanessa Kirby als dessen Ehefrau Joséphine sind wunderbar anzusehen, die Ausstattung eindrucksvoll, aber Score dagegen total daneben. Und das Drehbuch mit schrecklichen Humoreinlagen erzeugten bei mir nur zum Kopfschütteln: Der geniale Feldherr, der Europa erobert, aber im Bett eine Niete ist – will ich das wirklich sehen? Der Humor im Film ist wohl dem Zeitgeist geschuldet, doch ich empfinde ihn als absolut unpassend.

Bei den sechs gezeigten Schlachten ist Scott dagegen in seinem Element, bringt aber bis auf Austerlitz auch nur Standardware. Bei dem viel zu kurzen Waterloo fehlen in der Kinofassung das entscheidenden Zitat der Weltgeschichte „Ich wünschte es wäre Nacht oder die Preußen kämen.“ Schön, dass wenigstens die geänderte Kampfformation der Briten berücksichtigt wurde, nachdem viel Historisches auf der Strecke blieb. Blücher kommt im Grunde nur am Rande vor – vielleicht ist das in der Langfassung später anders.

Der Film springt durch die Jahre und verlangt vom nicht geschichtsbewanderten Zuschauer so einiges ab. Französische Revolution mit Marie-Antoinette auf der Guillotine – was geschah eigentlich mit den gezeigten Kindern, Maximilien de Robespierre hatte also einen Suizidversuch hinter sich und da wäre noch der Streit zwischen Jakobiner und Royalisten. Es gibt Feldzüge wie in Ägypten samt ablehender Mumie, einen Russlandfeldzug, die gescheiterte Bündnispolitik mit dem Kaiser von Österreich und dem Zar von Russland, Wiener Kongress und der Beginn der Restauration, Waterloo und Verbannung. Der Code Napoleon kommt dabei gar nicht vor, während wir das Gewimmer zwischen Napoleon und Josefine mehrmals ertragen müssen.

Interessant ist, dass kein Hollywood-Studio sich an die Produktion gewagt hat, stattdessen ist der Streamingdienst Apple eingesprungen und hat das Geld auf den Tisch gelegt. Hollywood verändert sich rapide.

Ridley Scotts Napoleon hat für mich das Problem, dass er sich mit dem Napoleon von Stanley Kubrick messen lassen muss, der nie gedreht wurde. Dessen Material ging in Barry Lyndon ein, der zeigt wie die Erzählstruktur eines Historienfilms auszusehen hat. Hier hätte Altmeister Scott nochmals bei Regiegott Kubrick spicken sollen, bevor er sich an die Regie von Napoleon gemacht hat, denn seinem Napoleon fehlt viel in der Struktur, was Barry Lyndon zu einem Meisterwerk gemacht hat.

Vielleicht ist das Urteil hart, denn eigentlich ist Napoleon großes Kino und es wird hoffentlich sein Publikum finden, denn solche Produktionen braucht das Kino. Ich warte auf die Langfassung.

Mein laufender Tea Pot von Pixar zum Todestag von Steve Jobs

5. Oktober 2023

Heute im Jahre 2011 starb der Apple CEO Steve Jobs und er hinterließ eine gewaltige Lücke. Jedes Jahr erinnere ich an diesem Pionier der IT. Heute soll es aber weniger um Apple gehen, als um die andere Firma, mit der Steve Jobs wirklich, wirklich reicht geworden ist – es geht um Pixar.

Als Jobs bei Apple gefeuert wurde, suchte er ein neues Betätigungsfeld. Das fand er in seiner Firma Next, die aber aufgrund der hohen Kosten der sagenhaften Computer nicht so richtig laufen wollte. Auf einem Next Cube wurde übrigens das Internet von Tim Berners-Lee in Cern auf dem Betriebssystem NeXTStep erfunden.

Und dann kam es zur Scheidung von George Lucas von seiner Frau. Der Star Wars Schöpfer brauchte für diese Scheidung ziemliches Geld, um seine scheidende Gattin auszubezahlen. Lucas hatte mit Krieg der Sterne Kasse gemacht und musste sich von Teilen seines Firmenimperiums trennen, um diese Scheidung zu finanzieren. Er verkaufte die kleine Software-Schmiede Pixar an Steve Jobs. Der Rest ist Geschichte. Jobs pumpte Geld in die Firma, hielt sich aber weitgehend zurück und ließ den Kreativen um Edwin Catmull John Lasseter das Sagen. Mit Toy Story gelang ihnen der erste computeranimierte Spielfilm und läutete eine neue Ära des Zeichentrickfilms ein. Pixar hat insgesamt zwölf Oscars erhalten. So die Kurzfassung der Geschichte.

Auf der Siggraph (Special Interest Group on Graphics and Interactive Techniques) eine Technikkonferenz bin ich immer wieder gewesen und habe mit den Pixar-Leuten gesprochen. Über ihren obersten Chef wollten oder durften sie wenig erzählen bis auf John Lasseter, der Jobs als großen Visionär und Freund bezeichnete. Auf einer Siggraph bekam ich von Pixar nach einem Interview einen kleinen laufenden Tea Pot von Renderman geschenkt. Ich habe die Nummer 696 der limitierten Auflage. Renderman war die Rendersoftware von Pixar. Die sogenannte Utah-Teekanne (englisch: Utah teapot) gehört zu den ältesten und bekanntesten 3D-Modellen der Computergrafik. Ich halte die Figur in Ehren und denke an diesem Tag einmal wieder an Steve Jobs.