Ich habe so meine Zweifel, ob das neue Konzept der Internationalen Automobilausstellung IAA in München so richtig aufgeht. Auf dem Messegelände ist nur noch Business to Business zu finden und mitten in der überfüllten Stadt München hält sich meine Begeisterung für Autos in Grenzen. Klimakleber werden ihren Spaß haben. Die Faszination für die IAA, wie sie einst in Frankfurt bei Automobilfans zu finden war, ist mit dem Umzug nach München verloren gegangen.
Da ist das Konzept der Motorworld Mobility Days in der Motorworld München für mich schon deutlich überzeugender. Ich war bei der Eröffnung am Sonntag dabei und die Mobilitätsbgeisterten strömten auf das 75.000 Quadratmeter große Areal des ehemaligen Ausbesserungswerkes der Deutschen Bahn in München-Freimann. Ihr Herzstück ist die beeindruckende, unter Denkmalschutz stehende Lokhalle. Mit ihren gigantischen Ausmaßen – 185 Meter lang, 90 Meter breit und bis zu 18 Meter hoch – ist diese eine der größten freitragenden, historischen Stahltragwerkshallen Europas.
In der Halle und um die Halle gibt es mit den MOTORWORLD Mobility Days bis zum 6. September ein buntes Programm, was alle Mobiliätsfreunde grundsätzlich anspricht. Im Mittelpunkt stehen bei all dem Mobiötätsgedanken vor allem Autos, sei es Verbrenner oder Elektroautos.
Andreas Dünkel, Gründer und Vorsitzender der Motorworld Group, freute sich bei der Pressekonferenz über den guten Anklang seiner Veranstaltung, hatte aber sichtlich Zweifel ob das Konzept der IAA in München aufgeht. Dünkel und sein Team hat die IAA in Frankfurt und den Umzug nach München sowie die Konzeptänderung miterlebt. Nun, die Motorworld zieht ihr Ding durch und scheint bei Autobegeisterten ihren Erfolg zu haben. Dabei ist das Konzept der Motorworld Mobility Days auf die anderen Standorte der Motorworld übertragbar.
Knapp 50 Aussteller präsentieren ihre Highlights, das abwechslungsreiche Rahmenprogramm lädt zum Networking ein und verspricht spannende Unterhaltung. Die erstmals stattfindenden Motorworld Mobility Days verteilen sich über das Areal der Motorworld München mit Dampfdom, Lokhalle, Kesselhaus und dem Freigelände. „Die Besucher erwartet eine enorme Bandbreite an Mobilität mit allem, was dazu gehört: von Hypercars über Oldtimer, Elektrofahrzeuge und Rennboliden bis hin zu Kunst, Accessoires und vielem mehr. Sie können sich informieren, Probefahrten machen oder sich auch einfach nur auf eine Entdeckungsreise begeben“, so Andreas Dünkel, Gründer und Vorsitzender der Motorworld Group.
Rund zwei Monate hatte ich die Canon PowerShot V10 Vlogging-Kamera nun fast durchgehend im Einsatz. Nachdem die Canon-Agentur mir kein Testexemplar zu Verfügung stellen konnte/wollte, habe ich mir den Nachfolger der LEGRIA mini X selbst gekauft. Mein Ergebnis nach zwei Monaten Praxiseinsatz ist durchwachsen.
Ich liebte die LEGRIA mini X, die ich überall dabei hatte. Leider war die Auflösung von HD begrenzt. Aber das Konzept der Kamera war schlichtweg genial und durchdacht. Nachdem 4K nun Standard ist, musste die Nachfolgerkamera Canon PowerShot V10 her. Auflösung passt, aber dann beginnt das unangenehme Umgewöhnen. Warum beherzigt Canon nicht das Gesetzt der Kamerahersteller: Never change a running System? Das Handling ist meines Erachtens deutlich komplizierter als bei bei LEGRIA mini X, was vor allem an dem Aufnahmeknopf liegt, der auf der Vorderseite des Geräts angebracht ist. Bei der LEGRIA mini X war der haitische Aufnahmeknopf auf der Seite und für mich deutlich einfacher zu bedienen. Bei der PowerShot V10 hatte ich zu oft den Finger in der Linse. Hier mein erster Blogartikel zur Kamera.
Zweiter Kritikpunkt ist das zu kleine Display. Zwar wurde das Display verbessert, aber für mich als älteren Videoblogger ist Bild auf dem 2,0-Zoll-LCD-Touchscreen schlichtweg zu klein um zu überprüfen, ob die Kamera auch wirklich auf da Objekt scharf gestellt ist. Die automatische Objekterfassung kann ja ein anderes Aufnahmeziel im Visier haben. Bei den Aufnahmen musste ich immer kontrollieren und ggf. eingreifen, sonst waren die Aufnahmen unscharf und nicht zu gebrauchen.
Dritter Kritikpunkt ist die enorme Hitzeentwicklung der Kamera bei voller Bildauflösung. Schraubt man alle Einstellungen hoch, um ein rattenscharfes 4K-Bild zu bekommen, dann überhitzt die Kamera nach rund zehn Minuten Aufnahmezeit. Das reicht für einen klassischen Auflager, aber nicht für einen längeren Dreh. Es nervt, wenn die Temperaturanzeige ständig Richtung Rot wandert und man eigentlich nur noch die Temperatur im Auge hat und sich nicht mehr auf den filmischen Inhalt konzentriert. Also Auflösung runterschrauben und die Temperatur passt – aber Moment, wollte ich die Canon PowerShot V10 nicht gerade wegen der 4K Auflösung, damit die LEGRIA mini X in Rente gehen konnte? Hier mal eine Aufnahme meiner monatlichen Matinee, die ich im Scala Kino Fürstenfeldbruck halten darf mit der Canon PowerShot V10.
Und als Vergleich eine ältere Aufnahme mit der alten Canon PowerShot V10 auch im gleichen Kinosaal.
Ich will die PowerShot V10 nicht schlecht reden. Es ist eine gute Kamera fürs Videobloggen, aber der richtig große Wurf ist Canon nicht gelungen. Das beginnt schon beim Klötzchen-Design. Was weit entfernt von Eleganz ist. Aber viele der inneren Werte wie Mikro, Filter, Anbindung, USB-C, Speicherkarte sind schon in Ordnung. Dennoch trauere ich meiner xf hinterher. DAS war eine Kamera.
Ich bin ein wirklicher Filmfan, aber ich habe eine massive Lücke. Ich kenne keinen taiwanesischen Film. Daher freute ich mich sehr, dass ich eine Einladung zum Fünf Seen Festival vom Münchner Büro der Taipeh Vertretung nach Gauting erhalten habe, um mir zwei unterschiedliche taiwanesische Filme anzusehen: Untold Herstory (2022) und Millennium Mambo (2001).
Dr. Ian-Tsing Dieu von der Taipeh Vertretung München, den ich einstmals auf einem Empfang traf, hatte meine Frau und mich eingeladen. Dafür recht herzlichen Dank und auch dafür, dass ich in der Ansprache von Dr. Ian-Tsing Dieu persönlich begrüßt wurde.
Ich war über die Filme überrascht. Ich hatte eine ähnliche Erzählweise erwartet, wie ich sie von japanischen Filmen kannte. Doch es war ganz anders: Lange Einstellungen, großes Schauspiel, tiefe Emotionen eingebettet in die Geschichte Taiwans.
Sehr berührt hat mich Untold Herstory, der während der Zeit des weißen Terrors spielte. Ich bin ein wenig mit der dramatischen Geschichte des Staates Taiwan vertraut. Die Kommunisten unter Mao gründeten auf dem Festland die Volksrepublik China. Die Republik China oder auch wurde, in Abgrenzung zur Volksrepublik, auch Nationalchina oder National-China genannt. Kollegen hatten aufgrund der Halbleiterindistrie in Taiwan gearbeitet. Ich konnte den Inselstaat leider noch nicht besuchen, es würde mich aber brennend interessieren.
Untold Herstory Während der Zeit des Weißen Terrors (1949 – 1991) verhängte die Kuomintang-Regierung eine Reihe autoritärer Maßnahmen, darunter die Unterdrückung der freien Meinungsäußerung und die Verfolgung aller Kritiker der Regierung. Viele von ihnen wurden auf die „Grüne Insel“ verbannt, ein Eiland 33 Kilometer vor der Ostküste Taiwans, das in eine Strafkolonie umgewandelt worden war.
Basierend auf einem Buch von Ronald Tsao und zahlreichen mündlichen Zeitzeugenberichten spielt Zero Chou’s Untold Herstory in den frühen 1950er Jahren und erzählt die Geschichte der oft vergessenen weiblichen Gefangenen, die dort Schwerarbeit verrichten und sich intensiven Umerziehungskursen unterziehen mussten. Der Film folgt drei fiktiven Protagonistinnen: Hsing-hui (Yu Pei-jen), eine junge Schülerin, die unter dem Vorwurf eines Gedankenverbrechens verhaftet wurde, Chen Ping (Lien Yu-han), eine attraktive Tänzerin, deren gutes Aussehen die Aufmerksamkeit eines Lagerkommandanten auf sich zieht, und die Krankenschwester Yen-sang (Herb Hsu), die heimlich Informationen mit männlichen Gefangenen austauscht. Ein sehr eindrucksvoller Film, der sich Zeit nimmt, die Geschichte zu erzählen.
Millennium Mambo Der Film Millennium Mambo gilt heute als taiwanesischer Klassiker und startet am 21. September in den deutschen Kinos. VillageVoice schreibt über den Film: „Ein langsames Brennen von tiefer Traurigkeit, das durch einige von Regisseur Hous bisher atemberaubendsten Passagen aufgelockert wird.“ Vicky blickt 10 Jahre in die Vergangenheit zurück – auf ihre Jugend zu Beginn des neuen Jahrtausends. Genervt von ihrem Freund, dem stets eifersüchtigen Möchtegern-DJ Hao-Hao, beschließt sie, ihn für den älteren, gutmütigen Gangster Jack, den sie bei ihrer Arbeit als Hostess in einem Nachtclub kennengelernt hat, zu verlassen.
Immer wieder habe ich von dem Rottbacher Gourmetstammtisch gehört, jetzt hatte ich die Ehre bei der 57. Runde im Gasthof Heinzinger in Rottbach dabei zu sein. Meine Gattin und ich hatten großes Glück, denn den ursprünglichen Teilnehmern dieser kulinarischen Institution war der Flug nach München gestrichen worden und so wurden die begehrten Plätze frei. Es lohnt sich also, den Social Media-Accounts von Inhaber und Küchenchef Denis Michael Kleinknecht zu folgen und zuzuschlagen.
Dass der Rottbacher Gourmetstammtisch zum 57. Mal stattfindet, sagt eigentlich schon alles: Absolute Qualität, hervorragendes Ambiente, nette Gesellschaft – da kommt man zum Stammtisch in das Gourmetgasthaus immer wieder gerne. Das Team Küche und das Team Service harmonierten wie gewohnt hervorragend. Für mich ist ein Besuch bei Denis Kleinknecht ein besonderes Eintauchen in eine Genusswelt und ein Ausblenden des schnöden Alltags.
Sein Restaurantkonzept überzeugt mich immer wieder, so dass meine Frau und ich gleich unseren Besuch bei der anstehenden Küchenparty am 9. September organisiert haben – noch gibt es ein, zwei Plätze für dieses kulinarische Hochamt.
Aber genug der Worte. Jetzt sollen die Bilder sprechen, die ich beim 57. Rottbacher Gourmetstammtisch geschossen habe.
Lange Zeit hab ich es nicht gemacht, aber zur Landtagswahl in Bayern bin ich wieder dabei. Ich habe mich bei meiner Gemeinde als Wahlhelfer für die anstehende Landtags- und Bezirkswahl gemeldet und ich bin gespannt, ob ich am 8. Oktober eingesetzt werde. Früher hab ich bei der jeder Wahl dieses Ehrenamt ausgefüllt. Aber nach ein paar Umzügen ist dieses Engagement eingeschlafen. Ich will mich aber aktiv in unsere Demokratie einbringen und stehe somit wieder als Wahlhelfer zur Verfügung.
Den Posten des Wahlvorstands überlasse ich gerne erfahrenen Kolleginnen und Kollegen. Ich stehe bereit, die Stimmzettel auszugeben. Listen abzuhaken und natürlich auszuzählen. Damit ist klar, Wahlpartys finden für mich wohl dieses Jahr nicht statt, denn das sorgfältige Auszählen braucht seine Zeit und volle Aufmerksamkeit.
Interessant für mich ist der Anteil der Briefwähler. Ich glaube, dass sie wieder ansteigt. In Bayern ist die Briefwahl eröffnet und das verändert den Wahlkampf enorm. Ich bin auch ein klassischer Briefwähler, lasse mir aber noch Zeit mit meiner Stimmabgabe. Im Freistaat passiert jeden Tag etwas neues und Politik ist ein spannendes Geschäft. Und die Wahlkämpfer der Parteien müssen sich auf die Briefwähler einstellen und einen anderen Wahlkampf betreiben. Es gibt keinen heißen Wahlkampf am Ende mehr, sondern der Wahlkampf zieht sich in die Länge.
Das ist anstrengend für die Kandidatinnen und Kandidaten und deren Teams. Ich habe das Gefühl, dass die Präsenz der Politik zunimmt, was ich sehr schätze. Aber leider nimmt auch der Populismus massiv zu und es wird das Blaue vom Himmel versprochen und abgegebene Versprechen nicht eingehalten. Das fördert die Politikerverdrossenheit, nicht die Politikverdrossenheit. Ich habe mir alle Parteitage der demokratischen Parteien gegönnt und bei uns im Dorf Wahlkamofveranstaltungen des Ministerpräsidenten und des Wirtschaftsministers besucht und war erschrocken, wie das Niveau nach unten gehen kann und die Stimmung steigt.
Nun, ich freue mich auf mein mögliches Ehrenamt und wenn meine Gemeinde bzw der Wahlausschuss meiner Gemeinde mich als Wahlhelfer einsetzt, dann stehe ich bereit. Es lebe die Demokratie.
Der Kopf erzeugt Bilder, die das Auge gar nicht sieht. Vor dem geistigen Auge entsteht der Terror der übersteigenden Familiendramas, das in die Filmgeschichte eingegangen ist und jahrelang die Gerichte beschäftigte. Gemeint ist natürlich The Texas Chain Saw Massacre von 1974, den ich vor kurzem in einer Matinee im Scala Kino Fürstenfeld zeigen und besprechen durfte.
Zum ersten Mal hatte ich den Film auf einer umgeschnittenen US-Laserdisc gesehen und die Wucht des Films haute mich mich. Die NTSC-Disc hatte ich unter der Theke auf einem Filmsammlermarkt für teuer Geld erstanden. Nach dem ersten Ansehen war ich regelrecht erschlagen und interessierte mich für die Umstände des Films, der sich heute in der Sammlung des Museum of Modern Art in New York befindet und in Deutschland einige Jahre verboten war. Wow, ich hatte als Jugendlicher einen verbotenen Film der Filmgeschichte schrieb zu Hause, was auch irgendwie reizvoll war. Ich erinnere mich, dass die Laserdisc nicht im Schrank mit den anderen Laserdisc stand, sondern im Schrank mit den Langspielplatten – ein gutes Versteck, wie ich damals glaubte.
Zur Matinee arbeitete ich die Zeitumstände des Films heraus. Der Sommer der Liebe war vorbei. Gewalt war in den USA an der Tagesordnung. Das tödliche Attentat auf Martin Luther King ereignete sich am 4. April 1968, am 6. Juni 1968 wurde in Los Angeles Bobby Kennedy erschossen. 1968 gab es Bürgerkriegsähnliche Zustände beim Nominierungskongress der Demokraten in Chicago und Rassenunruhen. Es kam zu dem Mord an 9. August 1969 an Sharon Marie Tate durch Charles Manson. Aus Woodstock wurde Altamont am 6. Dezember 1969. Vor den Augen der Rolling Stones wurde ein Mensch erstochen. Im Fernsehen lief der reale Horror von Vietnam.
Das Kino als Spiegel der Gesellschaft änderte sich. 1969 lief Easy Rider mit Dennis Hopper und Peter Fonda. Es war die Abkehr vom alten Hollywood. Neue Kreative kamen für ein neues Hollywood von Hochschulen, George Lucas, Steven Spielberg, Michael Camino oder Francis Ford Coppiola. Und auch ein Tope Hooper stand bereit für die Zeitwende im Film. Der Gothic Horror von Dracula und Frankenstein wurde zu Grabe getragen. Er galt als alt und verstaubt. Der Schrecken und die Gewalt war auf der Straße und nicht mehr in in der fernen Welten. Der Horrofilm veränderte sich Die Nacht der lebenden Toten von Romero leitete 1968 die Wende ein. Der schwarze Held überlebt und wird am Schluss von der Polizei erschossen. Wegbereiter war Hitchcock mit Psycho von 1960.
1972 war der Terrorfilm pur in den Kinos. Last house of the Left von Wes Craven (Nightmare) und Sean S. Cunningham (Freitag der 13). Und Tope Hooper erkannte die Zeichen der Zeit. Wie Hitchcock und der Buchator Robert Bloch war er vom Serienmörder Ed Gein fasziniert. Tatsächlich geschehen sind die Morde, die Ed Gein in den 50er-Jahren in Plainfield, Wisconsin, an durchreisenden Frauen verübte. Deren Häute zog er sich ab und trug sie als Kleidungs- und Schmuckstücke. Der wahnsinnige Mörder, Leichendieb, Grab- und Leichenschänder Ed Gein war Vorbild für Psycho und dann auch für The Texas Chain Saw Massacre.
Was diesen Film so bemerkenswert macht, ist die Art und Weise, wie er eine düstere, beklemmende Atmosphäre erzeugt und den Zuschauer in die Tiefen des menschlichen Schreckens mitnimmt. Dabei nutzt er geschickt die Aspekte von Gewalt, Sadismus und Isolation, um eine verstörende Wirkung zu erzielen. Viel Spaß mit meinem Vortrag.
Die nächste Matinee findet am Sonntag, 10. September um 10:45 Uhr zum Film Alien – das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt von 1979 statt. Im Weltraum hört dich niemand schreien. Alien verband die Genre Horror- und Science-Fiction-Film kongenial. Übrigens, es ist Kinotag an diesem Tag und der Eintritt kostet nur 5 Euro. Also Zeit für eine Matinee im Scala Fürstenfeldbruck. Karten gibt es hier.
Und wieder klopft das kleine Herzchen aufgeregt: Bum, bum, bum. Gestern wurde verkündet, dass Atari, bzw. das Nachfolgeunternehmen, am 17. November eine Neuauflage seines Klassikers, meines Klassikers auf den Markt bringen will: Die Atari 2600+
Schon wieder eine Wiederauflage einer Retrokonsole, schon wieder ein Teil, das ich mir kaufen und in meine Sammlung stellen werde. Es ist ja nicht so, dass ich noch kein Original Atari 2600 in Holzverkleidung oder als Darth Vader Variante habe, natürlich habe ich das Retron77 mit dem ich die meisten der alten Cartridges zocken kann, natürlich habe ich die 50-Jahres-Sammlung von Atari-Spielen für die PS5, wobei es pervers ist, eine 8 Bit Grafik auf einer Next Gen-Konsole zu spielen. Und ich habe die eine oder andere Emulation laufen und ich liebe die Atari-Spiele auf dem Evercade stationär oder mobil. Also nun noch die Atari 2600+.
Für 120 Euro kommt die Konsole etwas kleiner daher als das Original aus meiner Jugend, etwa 20 Prozent sei das Ding geschrumpft, so Atari und die Spielefirma Plaion, die einstmals Koch Media war. Dabei ist der legendäre CX40+-Joystick mit rotem Feuerknopf. Und es sind zehn Spiele auf einer Cartridge dabei, so sind dabei Adventure, Missile Command und Video Pinball. Und nun noch: Es heißt, dass meine alten Cartridges, die ich haufenweise noch in meiner Sammlung habe, auf dem System laufen sollen. Es wird wohl eine ähnliche Technik verbaut sein, wie im Retron77, das auch meine alten Cartridges ausliest. Die Spiele werden über den SoC Rockchip 3128 emuliert, in der Konsole stecken 256 MByte Arbeitsspeicher und 256 MByte Speicherplatz, das reicht für die alten Heuler. Neu allerdings beim Atari 2600+: Es werden auch die Cartridges vom Atari 7800 gelesen, der grafisch etwas leistungsfähigere Nach-Nachfolger vom Atari 2600.
Eine weitere Cartridge mit vier Spielen will Atari gemeinsam mit einem CX-30 Paddle Controller zum Preis von 35 Euro verkaufen. Mal sehen, ob ich meine alten CX-30 Paddle Controller wirklich problemlos anschließen kann.
Das Ganze zeigt mir, dass Retrogaming lebt. Es ist ein kleiner, aber feiner Markt. Lego hat das Atari 2600 auch als Bausatz auf den Markt geworfen, das sich unter Fans gut verkauft. Daher ist es für mich nicht verständlich, dass der Heise Verlag die wunderbare Herausgabe des Retrogamers einstellen will. Das Heft schreibt eine schwarze Null oder macht ein wenig Gewinn. Aber genaue Zahlen habe ich natürlich nicht. Zum Jahresende wird das Heft eingestampft. Wahrscheinlich wie bei vielen Special Interest-Zeitschriften: Wenn ein großer Verlag dahinter ist, dann fressen die Overhead-Kosten alles auf und kleine, aber feine Sachen bleiben auf der Strecke. Das Heft sollte von der Redaktion weitergeführt werden, ein paar Gespräche laufen ja bereits, wie man aus dem Markt hört. Ich drück die Daumen.
Ja, Roman Polanski ist umstritten. Er feierte vor kurzem seinen 90. Geburtstag und ich will mich nicht groß über den Menschen Polanski äußern. Sein Privatleben kann jeder in den entsprechenden Gazetten nachlesen und der Haftbefehl von Interpol besteht weiterhin. Ich will mich anlässlich seines 90. Geburtstags einen Film näher ansehen, der mich tief beeindruckt hat. Es ist Ekel aus der Mieter-Trilogie des großartigen Regisseur, auf den später „Rosemary’s Baby“ und „Der Mieter“ folgten.
Ich hatte Lobby Card-Bilder von Ekel als Jugendlicher in meinem Zimmer hängen. Der Film hat auf mich eine ganz spezielle Wirkung, was sicherlich auch an der grandiosen jugendlichen Hauptdarstellerin Catherine Deneuve liegt.
„Ekel“ (Originaltitel: „Repulsion“) ist ein psychologischer Horrorfilm aus dem Jahr 1965, der von Roman Polanski inszeniert wurde. Der Film wird oft als einer der bedeutendsten Beiträge zum Horrorgenre und als Meisterwerk des psychologischen Horrors angesehen. Ein paar Gedanken, warum ich Ekel so sehr mag und mich beeindruckt hat.
Innovative Inszenierung Polanski nutzt geschickt filmische Techniken wie Kamerawinkel, Bildkomposition und Sounddesign, um die psychische Zerrüttung der Hauptfigur visuell und auditiv darzustellen. Die Kombination aus Bild und Ton erzeugt eine unheimliche Atmosphäre, die den Zuschauer in den Geist der Protagonistin hineinversetzt. Ich weiß nicht, ob der Film an Filmhochschulen gezeigt wird, aber er ist ein Lehrbeispiel, wie ein Regisseur die Zerrissenheit einer handelnden Person auf die Leinwand mit filmischen Mitteln darstellen kann.
Darstellung der Psyche Der Film konzentriert sich auf die mentale Zerfall einer jungen Frau namens Carol, gespielt von Catherine Deneuve. Ihre Isolation und Ängste manifestieren sich physisch in Form von Halluzinationen und Wahnvorstellungen. Der Film erforscht auf beeindruckende Weise die Grenzen zwischen Realität und Wahnsinn. Was Polanski hier geschaffen hat, das geht in die Filmgeschichte ein. Auch heute ist der Film aktuell und wirkt nicht veraltet.
Feministischer Subtext „Ekel“ beleuchtet auch soziale und psychologische Themen im Kontext der damaligen Zeit. Es zeigt die Unterdrückung und das Unbehagen, das Frauen in einer männerdominierten Welt empfinden können. Dieser subtile feministische Subtext fügt dem Film eine zusätzliche Schicht hinzu. Und damit ist Ekel ein unglaublich aktueller Film. Ich kann mir vorstellen, dass er viele Frauen noch heute anspricht, obwohl sich in Sachen Feminismus seit 1985 einiges getan hat.
Catherine Deneuves Performance Bei all den Einstellungen, bei all den Montagetechniken und Kameraperspektiven, ein Film kann nicht nur noch Technik leben, sondern braucht eine eindringliche Darstellung. Daran fehlt es vielen heutigen Filmen, die Polanski nacheifern und schließlich scheitern müssen. Polanski drehte mit einer Göttin des französischen Films. Die Schauspielerin Catherine Deneuve liefert eine bemerkenswerte Darbietung als Carol ab. Sie verkörpert die emotionale Instabilität und die zunehmende Paranoia der Figur überzeugend und einfühlsam.
Einfluss auf das Horrorgenre Ekel hat einen nachhaltigen Einfluss auf das Horrorgenre ausgeübt, insbesondere im Bereich des psychologischen Horrors. Der Film zeigt, dass Horror nicht nur auf blutigen Schock setzt, sondern auch auf subtile, psychologische Elemente, um eine tiefgreifende Wirkung zu erzielen. Der Schrecken berührt die Seele und hinterlässt dort eine Wirkung, die über Jahre hinweg andauert – so was es bei mir.
Alles in allen ist Ekel von Roman Polanski ein wegweisender Film im Horror- und Thriller-Genre, der durch seine innovative Inszenierung, seine psychologische Tiefe und seine schauspielerischen Leistungen beeindruckt. Er bleibt ein wichtiger Beitrag zur Filmgeschichte und wird oft als eines der herausragendsten Werke von Polanski betrachtet.
Ursprünglich wollten wir eigentlich über den Dracula-Film die letzte Fahrt der Demeter sprechen, aber es wurde mehr. Was als Talk über die Spezialeffekte begann, endete in einem Gespräch über die VFX-Szene und deren Arbeitsbedingungen. Wir, das sind VFX-Producer und Boardmember der visual effects society Francesco Faranna, Markus Elfert von Filmreport und meine Person Matthias J. Lange von redaktion42.
Ich kannte Francesco Faranna noch von alten Zeiten als ich Chefredakteur der Zeitschriften Creative Live und DIGITAL PRODUCTION war als zielstrebigen, umtriebigen und integren Artist aus Baden Württemberg. Das Gespräch drehte ich um Bezahlung und Jobaussichten in der Branche, HomeOffice sowie die Arbeitsbedingungen und die Begeisterung für Projekte. Francesco Faranna deutete ein Projekt seiner Ehefrau an, die im Animationsbereich unterwegs ist und zu Weihnachten 2024 einen Film auf den Markt bringen wird. Und ja, ein wenig Dracula und Demeter kommt auch noch zur Sprache.
Viel Spaß bei dem Filmgespräch, das via Zoom geführt wurde.
Ich habe mir lange überlegt, ob ich den Film in meiner Matinee im Scala Kino Fürstenfeldbruck zeigen darf, zeigen soll – ich bin der Meinung: Ich muss den Film zeigen, weil er soviel verändert hat und für ein ganzes Grenze stilprägend war: The Texas Chain Saw Massacre
Ich zeige den Film am Sonntag, 20. August um 10:45 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck. Karten gibt es hier. Und ich weiß, wie umstritten und heftig diskutiert dieser Film ist. Darauf werde ich in meinen Vortrag auch eingehen: Verflucht, verfolgt, verstümmelt, geschnitten, gefürchtet, zeitweise verboten und heute ein Kulturgut. Der Streifen befindet sich heute in der Sammlung des Museum of Modern Art in New York. In vielen Ländern war „The Texas Chain Saw Massacre“ vollständig verboten oder zumindest indiziert – also viel Diskussionsstoff für einen billigen Horrorfilm.
Ich probiere mal eine Würdigung: The Texas Chain Saw Massacre von 1974 ist ein bahnbrechender Horrorfilm, der das Genre nachhaltig geprägt hat. Er wurde von Tobe Hooper inszeniert und erzählt die verstörende Geschichte einer Gruppe von Jugendlichen, die auf einer abgelegenen Farm in Texas auf eine brutale und krankhaft entstellte Familie von Kannibalen trifft. Die deutsche Kinoversion trug den passenden Titel Blutgericht in Texas, die deutsche Videoveröffentlichung hatte den reißerischen Titel Das Kettensägermassaker. Selten hatte ich damals so viel Geld für eine ungeschnittene Lasedisc auf den Tisch gelegt, wie für diesen Film.
Heute ist The Texas Chain Saw Massacre ein Franchise geworden. Leatherface hat eine ähnliche Stellung wie Freddy Krüger, Jason oder Michael Myers. Es gibt zahlreiche Fortsetzungen und Interpretationen und Neuverfilmungen und sogar einen heftigem Netflix Beitrag. Diese Woche wurde sogar ein Videospiel veröffentlicht. Also der Film ist ein diskussionswüriger Beitrag zur Popkultur geworden. Ich hab zudem noch eine verpackte Action-Figur von Leatherface im Archiv liegen.
Tiefen des menschlichen Schreckens Was diesen Film so bemerkenswert macht, ist die Art und Weise, wie er eine düstere, beklemmende Atmosphäre erzeugt und den Zuschauer in die Tiefen des menschlichen Schreckens mitnimmt. Dabei nutzt er geschickt die Aspekte von Gewalt, Sadismus und Isolation, um eine verstörende Wirkung zu erzielen. Der wahnsinnige Mörder, Leichendieb, Grab- und Leichenschänder Ed Gein war Vorbild für den Film, erzählt aber eine andere Geschichte.
Ein wichtiger Faktor für die Wirkung des Films ist auch das extrem begrenzte Budget, das zur Verfügung stand. Dadurch entstand eine rohe, dokumentarische Ästhetik, die dem Geschehen eine beunruhigende Authentizität verleiht und das Grauen greifbarer macht.
„The Texas Chain Saw Massacre“ war seiner Zeit weit voraus und löste eine Welle von Slasher-Filmen aus, die in den folgenden Jahren entstanden sind. Der Film hat zahlreiche Regisseure und Autoren inspiriert und gilt heute als Klassiker des Horrorfilms.
Darüber hinaus hat „The Texas Chain Saw Massacre“ auch eine wichtige soziokulturelle Bedeutung. Er trug dazu bei, die Grenzen des Horrorfilms auszuloten und Tabus zu brechen, was in den 1970er Jahren zu heftigen Kontroversen führte. Aber gleichzeitig ermöglichte er es dem Genre, neue Wege zu gehen und sich weiterzuentwickeln.
Insgesamt ist „The Texas Chain Saw Massacre“ ein filmisches Meisterwerk, das durch seine einzigartige Herangehensweise an das Horrorgenre und seine schockierende Wirkung eine bedeutende Rolle in der Geschichte des Films spielt. Es bleibt ein wichtiger Beitrag zur Filmkunst und hat seinen Platz als zeitloser Klassiker des Horrors verdient. Ich freu mich auf euren Besuch zur Matinee am Sonntag, 20. August um 10:45 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck. Karten gibt es hier und an der Tageskasse.