Nun liegt sie vor, die Neuinterpretation von The Dark Side of the Moon Redux von Roger Waters. Das Album von Pink Floyd gehört zu meinen Lieblingsalben und ich habe dieses Jahr sogar ein hervorragend besuchtes Seminar zur Bedeutung des Album gemacht. Rogar Waters, den ich politisch ablehne, musikalisch aber immer gefolgt bin, hat hier seine Version des Albums veröffentlicht. Noch habe ich sie nur auf Apple Music gehört, die Vinyl-Ausgabe kommt dieser Tage.
Nun, was soll ich sagen? Ich könnte jetzt viel über die hervorragende Aufnahmequalität schreiben, die wunderbare Produktion und die Abmischung, doch eigentlich interessiert es keinen. Die Frage ist doch: Ist The Dark Side of the Moon Redux von Waters besser als die 1973 Version von Pink Floyd? Um es gleich zu sagen: Nein, sie ist es nicht, auf keinen Fall, aber sie ist anderes, sehr anders.
Die Waters Interpretation verlangt genaues Zuhören. Ich nenne diese Art von Musik Kopfhörermusik. Man kann The Dark Side of the Moon Redux nicht nebenbei hören. Das gehört sich hier nicht. Die Musik, die Interpretation verlangen Aufmerksamkeit. Ablenkung oder gar Mitwippen beim Bügeln oder ähnlichen profanen Dingen geht überhaupt nicht. „Nicht um es zu verdrängen oder zu ersetzen, sondern um daran zu erinnern“, habe der 80jährige Waters das Album neu aufgenommen. Von seinen alten Kollegen von Pink Floyd war keiner dabei. Begleitet wird er von Background-Sängerin Azniv Korkejian, auch bekannt als Bedouine, und langjährigen musikalischen Weggefährten wie Joey Waronker am Schlagzeug, Gus Seyffert am Synthesizer oder Jonathan Wilson an der Gitarre. Waters ist anders als damals der alleinige Sänger, wobei Sänger in vielen Teilen übertrieben ist. Er flüstert, er haucht, er erzählt, aber er singt vergleichsweise wenig.
Nach mehrmaligen Anhören des Albums ist es wie eine Meditation. Die Texte von Dark Side sind mir in Fleisch und Blut übergegangen und ich kann sie alle mitsprechen – eine ganz neue Art Dark Side zu erleben. Ich hatte Angst, dass Waters eine Kopie des alten Albums aufgenommen hat, aber die Angst war unbegründet, nachdem er ja schon Time und Money früh veröffentlicht hat. Er liefert eine Neuinterpretation, die für mich interessant ist, allerdings ganz weit hinter den Aufnahmen des Original-Albums zurücksteht. Also wirklich nur etwas für Fans.
Der verzweifelte Hilferuf berührt mich tief, ganz tief und ich will meine Reichweite einsetzen, damit vielleicht Hilfe für die kleine Hailey kommt.
Jimmy Dean Laubinger braucht unsere Hilfe. Laubinger ist im Internet bekannt als Jers Mob und betreibt ein Tattoo-Studio in Osnabrück. Er produziert unterhaltsame Videos aus der Welt des Tattoo-Kunst. Ich selbst lehne diese Tätowierungen komplett ab, aber die Videos von Jers Mob sind lehrreich und unterhaltsam und ich habe seine Kanäle in YouTube und Instagram abonniert und lausche seinen Charakteren Tina und Toni, die sich beispielsweise über die richtige Tattoopflege unterhalten.
Jetzt war aber Schluss mit lustig. Jers Mob veröffentlichte in den vergangenen Tagen ergreifende Videos zum Thema Stammzellspende. Grund: Seine Tochter Hailey ist schwer erkrankt. Das einjährige Mädchen leidet unter Mukopolysaccharidose Typ I, einer Stoffwechselerkrankung, die unbehandelt tödlich enden kann. Sie braucht einen Spender, der sich bei der DKMS registriert hat. Hier erklärt Jers Mob seine Situation mit ergreifenden Worten. Für mich ist klar: Diese Familie braucht unsere Hilfe.
Die DKMS ist eine internationale gemeinnützige Organisation, deren Ziel es ist, weltweit so vielen Blutkrebspatienten wie möglich eine zweite Lebenschance zu geben. Sie wurde 1991 in Deutschland von Dr. Peter Harf gegründet und sorgt seither dafür, dass immer mehr Patienten eine lebensrettende Stammzellspende erhalten. Auch meine Familie hat sich seit Jahren bei der DKMS registriert. Unter dem Motto „Mund auf. Stäbchen rein. Spender sein.“ wird ein genetischer Zwilling für Hailey gesucht.
Trotz des Schmerzes den Jers Mob und seine Familie erleiden, nutzt er seine Reichweite in den sozialen Medien und ruft unter dem Schlagwort „Helden gesucht“ zum Typisierungstag am 8. Oktober 2023 auf. Wer noch nicht registriert ist, kann dies von 12:00-16:00 Uhr in der Virage Diskothek / Baumstr.12 / 49074 Osnabrück tun. Das Tattoo-Studio von Jers Mob ist dem Ansturm nicht gewachsen und die Diskothek stellt Räume und Personal zur Verfügung. Wer nicht in Osnabrück ist, kann das Registrierungsset kostenlos online bestellen und sich registrieren lassen.
Ich will gerne meinen Teil mit meiner Reichweite dazu beitragen, dass die kleine Hailey einen geeigneten Spender findet. Als Vater zweier Kinder kann ich mir den Schmerz und die Verzweiflung der Familie vorstellen, nachdem eines meiner Kinder vor langer Zeit schwer erkrankten und Dank der Ärzteschaft gerettet wurde. Alles andere ist damit unwichtig. Als Vater wollte ich nur, dass mein Kind sein Leben kann.
Die Videos haben mich tief berührt. Ich kenne Jimmy Dean Laubinger alias Jers Mob, seine Frau und die kleine Hailey nicht persönlich, aber er hat meine volle Hochachtung und tiefsten Respekt, dass er in dieser dunklen Zeit für seine Tochter und die anderen armen Menschen kämpft, die eine Stammzellspende benötigen. Die Geschichte von Hailey gibt es hier zu lesen.
Daher hier nochmal mein klarer und eindeutiger Aufruf: Lasst euch typisieren. Ihr bekommt kostenlos ein Registrierungsset, wischt den Mund aus und schickt das Wattestäbchen zurück und seit damit ein potenzieller Stammzellspender.
Heute im Jahre 2011 starb der Apple CEO Steve Jobs und er hinterließ eine gewaltige Lücke. Jedes Jahr erinnere ich an diesem Pionier der IT. Heute soll es aber weniger um Apple gehen, als um die andere Firma, mit der Steve Jobs wirklich, wirklich reicht geworden ist – es geht um Pixar.
Als Jobs bei Apple gefeuert wurde, suchte er ein neues Betätigungsfeld. Das fand er in seiner Firma Next, die aber aufgrund der hohen Kosten der sagenhaften Computer nicht so richtig laufen wollte. Auf einem Next Cube wurde übrigens das Internet von Tim Berners-Lee in Cern auf dem Betriebssystem NeXTStep erfunden.
Und dann kam es zur Scheidung von George Lucas von seiner Frau. Der Star Wars Schöpfer brauchte für diese Scheidung ziemliches Geld, um seine scheidende Gattin auszubezahlen. Lucas hatte mit Krieg der Sterne Kasse gemacht und musste sich von Teilen seines Firmenimperiums trennen, um diese Scheidung zu finanzieren. Er verkaufte die kleine Software-Schmiede Pixar an Steve Jobs. Der Rest ist Geschichte. Jobs pumpte Geld in die Firma, hielt sich aber weitgehend zurück und ließ den Kreativen um Edwin Catmull John Lasseter das Sagen. Mit Toy Story gelang ihnen der erste computeranimierte Spielfilm und läutete eine neue Ära des Zeichentrickfilms ein. Pixar hat insgesamt zwölf Oscars erhalten. So die Kurzfassung der Geschichte.
Auf der Siggraph (Special Interest Group on Graphics and Interactive Techniques) eine Technikkonferenz bin ich immer wieder gewesen und habe mit den Pixar-Leuten gesprochen. Über ihren obersten Chef wollten oder durften sie wenig erzählen bis auf John Lasseter, der Jobs als großen Visionär und Freund bezeichnete. Auf einer Siggraph bekam ich von Pixar nach einem Interview einen kleinen laufenden Tea Pot von Renderman geschenkt. Ich habe die Nummer 696 der limitierten Auflage. Renderman war die Rendersoftware von Pixar. Die sogenannte Utah-Teekanne (englisch: Utah teapot) gehört zu den ältesten und bekanntesten 3D-Modellen der Computergrafik. Ich halte die Figur in Ehren und denke an diesem Tag einmal wieder an Steve Jobs.
Am heutigen Tag der Deutschen Einheit werden sicher wieder bedeutungsschwere Reden geschwungen, ob Deutschland nun endlich zusammengewachsen ist. Meiner Meinung ist dieses Land zutiefst gespalten, wenn ich mir Wahlergebnisse und Umfragen ansehe. Aber ich kenne auch glückliche Deutsch-Deutsche Ehepaare bei denen die Vereinigung geklappt hat (hach Wortspiel).
Aber ich will nicht politisieren. Mindestens einmal im Jahr, aber immer am Tag der Deutschen Einheit hole ich eine Schallplatte der Berliner Philharmoniker hervor und spiele sie in Ruhe ab. So auch heute. Das Album heißt das Konzert November 1989.
Der 9. November 1989 wurde zu einem historischen Datum. Dieser Donnerstag und das folgende Wochenende rückten die beiden deutschen Staaten in den Mittelpunkt des Interesses der Weltöffentlichkeit und prägten sich vor allem den Berlinern tief ins Gedächtnis ein. 28 Jahre nach dem Bau der Berliner Mauer öffnete die DDR ihre Grenzen zum Westen. Als ersten Schritt eines Reformprogramms, das die innenpolitischen Ereignisse erzwungen hatten, erlaubte die Regierung des zweiten deutschen Staates ihrer Bevölkerung freies Reisen.
Vor allem West-Berlin wurde daraufhin von Hunderttausenden Berlinern aus dem anderen Teil der Stadt überschwemmt. Auch die Berliner Philharmoniker blieben nicht unberührt von der Woge freudiger Begeisterung, die die Stadt erfasst hatte. Natürlich haben viele ihrer Mitglieder freund- und verwandtschaftliche Beziehungen nach „drüben“, und noch kurz vor dem Mauerbau waren einige junge Musiker aus dem Ostteil der Stadt neu zum Orchester gestoßen. Spontan beschlossen die Philharmoniker daher, zur Feier des Ereignisses, am Sonntag, den 12. November 1989, ein Sonderkonzert für Besucher aus der DDR als ihren Beitrag zu geben: Nachdem sie ein halbes Jahr zuvor zum ersten Mal nach über dreißigjähriger Zwangspause wieder im anderen Teil der Stadt konzertiert hatten, wollten sie sich interessierten Besuchern aus Ost-Berlin und der DDR nun auch im eigenen Haus, in der Scharoun-Philharmonie am Kemperplatz vorstellen.Schon an den alten Übergangsstellen und den schnell eingerichteten neuen Mauerdurchbrüchen wurden sie von wartenden Menschengruppen mit Beifall und Blumen begrüßt. In der Gegend um Gedächtniskirche und Ku-Damm brach der Verkehr im Gedrängel der Menschenmassen völlig zusammen, es herrschte Volksteststimmung, die Nacht wurde zum Tage, immer wieder fielen sich Unbekannte aus Freude über das Ereignis, das noch ein paar Wochen zuvor unvorstellbar schien, in die Arme.
Die Gelegenheit war dem Vorhaben günstig: Das Orchester von Daniel Barenboim arbeitete an einer Schallplattenaufnahme von Mozarts Così fan tutte, und mit Barenboim, dem langjährigen Chef des Orchestre de Paris und designiertem Nachfolger Sir Georg Soltis an der Spitze des Chicago Symphony Orchestra, hatten sie erst Ende Oktober ein Programm mit Beethovens erstem Klavierkonzert und der siebenten Symphonie aufgeführt. Der damals 47jährige Dirigent, der schon 1969 zum ersten Mal am Pult des Eliteorchesters gestanden hatte, war sofort einverstanden, dieses Sonderkonzert nicht nur zu leiten, sondern auch als Solist zu gestalten. Und so zufällig war auch die Programmfolge von das Konzert November 1989.zustandegekommen.
Niemand hätte aus Anlass dieser deutsch-deutschen Wiederbegegnung eine bessere und passendere Wahl treffen können. Denn wie Beethoven sowohl in seinem Grand Concert von 1798 als auch in seiner A-Dur-Symphonie von 1812 zugunsten heiterer, ja tänzerischer Beschwingtheit auf alle heroischen und pathetischen Töne verzichtete, so fehlte es der „ersten unblutigen Revolution der Deutschen“, die sich seit dem 40, Gründungstag der DDR jenseits von Mauer und Stacheldraht abspielte, an allen Zügen von Aggressivität und Gewalt. Besonders an diese friedliche Revolution sollten wir uns erinnern und nicht in German Angst verfallen. Nutzen wir die Chancen zum heutigen Tag der Deutschen Einheit.
Das neue iPhone ist da und ich brauch eine neue Umhängetasche. Bisher hatte ich eine klassische Handykette, jetzt wählte ich eine etwas noblere Variante: Das Liebeskind Mobile Pouch Neck aus Berlin.
Ja ich weiß, dass Umhängetaschen ist eigentlich für Damen, aber das ist mir egal. Ich hab das Accessorie in Rot gekauft, weil ich die Farbe gerne mag und sie so auffällig ist, dass ich die Tasche nicht vergesse. Neben der Haupttasche, die reichlich Platz für das iPhone 15 Pro Max bietet, gibt es zwei Fächer für Visitenkarten oder Plastikkarten. Ich nehm sie für Visitenkarten her, weil mir die Handystrahlung schon so oft die Karten ruiniert hat.
Das Mobile Pouch Neck ist aus natürlich genarbte, festen Glattleder. Ich hoffe, das Leder färbt nicht bei Feuchtigkeit. Um Wasserflecken zu vermeiden empfiehlt es sich, deine Ledertasche gleich nach dem Kauf zu imprägnieren. Für einen dauerhaften Schutz solltest die Imprägnierung alle sechs bis acht Wochen aufgefrischt werden.
Das Lederband für den Hals hängt an zwei Ketten, die wiederum per Karabiner an der Tasche befestigt sind. Das ist nicht perfekt gelöst, denn die Karabiner sind für die Tasche zu klein und damit biegen sich sie Aufhänger. Hier hätten die Designer von Liebeskind darauf achten sollen, schließlich sieht man sich selbst als Luxusmarke.
Ich trage das Mobile Pouch Neck um den Hals wie so eine Kindergartentasche, andere tragen die Tasche unter dem Arm über den Körper. Jeder wie er oder sie mag.
Es ist so eine Sache mit dem John Carpenter Film Das Ding aus einer anderen Welt. Ich habe den Film 1982 alleine im Kino gesehen, denn alle meine Freunde strömten in E.T. – der Außerirdische von Spielberg. Ein gewaltiger Monster-Film trat gegen einen friedvollen Außerirdischen, der nur nach Hause wollte. Das Ding floppte, E.T. war der Gewinner.
Heute zählt Das Ding zu einem Klassiker, hat über die Jahre Kasse gemacht und kann auf eine treue Fangemeinde zählen. Daher zeige ich am Sonntag, 1. Oktober um 10:45 Uhr das Ding in meiner Matinee im Scala. Karten gibt es hier.
„Das Ding“ von John Carpenter, aus dem Jahr 1982, gilt als ein Meisterwerk des Science-Fiction-Horrors, das auch heute als Klassiker gilt. Der Film erzählt die Geschichte einer Gruppe von Wissenschaftlern in einer entlegenen Forschungsstation in der Antarktis, die mit einem außerirdischen Parasiten konfrontiert werden, der die Gestalt von Menschen annehmen kann.
Carpenter schafft in diesem Film eine beklemmende und düstere Atmosphäre, die von Anfang bis Ende anhält. Die Spannung baut sich langsam auf, da die Charaktere misstrauisch werden und sich gegenseitig verdächtigen. Die visuellen Effekte und die praktischen Creature-Designs sind auch heute noch beeindruckend und verleihen dem Film eine zeitlose Qualität. Es war eine Zeit des Filmemachens vor CGI und die Effekte waren außerordentlich eindrucksvoll.
Besonders bemerkenswert ist die Leistung des Ensembles, angeführt von Kurt Russell, der die Hauptrolle des R.J. MacReady spielt. Die Charaktere sind gut entwickelt, und die Schauspieler verleihen ihnen Tiefe und Glaubwürdigkeit. Das war immer eine Stärke der frühen Carpenter-Filme, die leider später nachgelassen hat.
„Das Ding“ ist auch bekannt für seine intensiven und blutigen Horror-Momente, die damals wie heute schockierend sind. Die Thematik des Misstrauens und der Paranoia unter den Charakteren, kombiniert mit der Bedrohung durch das unbekannte außerirdische Wesen, macht den Film zu einem fesselnden und psychologisch anspruchsvollen Horror-Erlebnis.
Der Soundtrack zum Film ist ebenso bemerkenswert und ein Sammlerstück. Den Score schrieb hauptsächlich Ennio Morricone. Morricone verzichtet auf die für ihn typischen, melodischen Themen und konzentriert sich stattdessen auf eine minimalistische, unterschwellige Stimmungsmusik. Die Musik ist oft dissonant und unheimlich, was die Bedrohung durch das außerirdische Monster unterstreicht.
Ich freue mich auf Sonntag, 1. Oktober um 10:45 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck, wenn ich eine Einführung zum Film geben darf. Karten für Vortrag und Film gibt es hier.
Ich bin angefressen wegen einer ärgerlichen Schlamperei. Seit Jahrzehnten bin ich Fan der deutschen Band Kraftwerk, eine der wenigen deutschen Bands, die international etwas bewegen konnten und Geschichte gemacht haben. Ich kaufe die Alben, zunächst auf Vinyl, dann auf CD und nun seit langem wieder auf Vinyl.
Als 2009 das Gesamtwerk von Kraftwerk auf farbigen Vinyl herausgekommen ist, habe ich zugegriffen und immer wieder darüber gebloggt. Ich hatte alle Ausgabe dieser Serie bis auf die deutsche Ausgabe von The Mix, eine Art Neuabmischung der Hits. Das Album erschien 1991 auf Deutsch und auf Englisch. Ich hatte seit langem die Doppel-LP The Mix auf Englisch. Nun wollte ich endliche die Sammlung komplettieren und erwarb die deutsche Ausgabe. Leider hatte sie einen Pressfehler, war dafür aber unverschämt teuer.
Bei dem Dealer meines Vertrauens reklamierte ich, stieß auf Verständnis und bekam eine Ersatzlieferung. Und siehe da: Der Pressefehler an gleicher Stelle. Scheinbar ist die ganze Ausgabe mit Fehlern behaftet. Dann lese ich die einschlägigen Kommentare im Netz und nicht nur ich habe diesen Pressefehler, sondern auch andere Kraftwerk-Fans. Die Musik ist über alle Zweifel erhaben, aber so etwas geht absolut nicht. Ich habe die bewusste Schallplatte auf anderen Schallplatternspielern abgespielt und es liegt natürlich nicht an meinen Geräten, sondern an der Pressung.
Wie kann so etwas passieren? Warum ist eine solche Fehlpressung noch im Handel? Warum wurde die Pressung nicht eingestampft und neu produziert? Liebe Band Kraftwerk – gibt es eine Stellungnahme von euch? Ich bin echt angefressen. Außer Kosten nichts davon gehabt.
Die Wiesn läuft noch auf vollenTouren, aber ich zieh mein persönliches Fazit. Ich war dieses Jahr zweieinhalb Mal auf der Wiesn und es reicht jetzt. Das halbe Mal schaute ich mir den Einzug der Festwirte an und bloggte darüber. Die beiden anderen Male wurde ich eingeladen und entdeckte eine schöne Geschichte in der Ochsenbraterei – und bloggte wieder darüber.
Ich genoss es, ein wenig über die Wiesn zu schlendern. Das Oktoberfest bietet immer wieder schöne Fotomotive und ich meine nicht, die zahlreichen Bierleichen, die Mühe hatten, sich auf den Beinen zu halten. Arme Menschen, die nicht wissen, wann es für sie genug ist. Oftmals ein trauriger Anblick auf den mancher Besoffener dann noch stolz ist – in seltsamen Zeiten leben wir.
Hier mal ein abendlicher Spaziergang über die Wiesn in VR 360 Grad. Für mich ist das Oktoberfest 2023 damit wohl gelaufen. Die Zahlen der 188. Wiesn sind eindrucksvoll: 3,4 Millionen Gäste zur Halbzeit, der Bierpreis liegt bei maximal 14,90 Euro.Zur Halbzeit hat die Polizei eine Wiesn-Bilanz veröffentlich. Traurig aber auch wahr: Bislang wurden 34 sexuelle Übergriffe und zwei Vergewaltigungen angezeigt. Somit ist die Zahl der Sexualdelikte gestiegen. Ein 38-jähriger Oktoberfestbesucher ist beim Zusammenstoß mit einer einfahrenden U-Bahn am Sendlinger Tor schwer verletzt worden.
Die Münchner Medien berichten täglich über die neuen Ereignisse und wer mit wem gesehen wurde, welche A-, B- oder C-Promis wie in Erscheinung getreten sind. Vieles davon interessiert mich wie der Sack Reis aus China, aber es scheint ein Markt für diese Berichterstattung vorhanden zu sein. Beim Käfer-Stadl blickte ich durch die Fenster und sah, dass der Punk ab ging und die Herrschaften ihren Spaß hatten. Hier ein kleines Video von dem Blick durchs Fenster.
Ich schaute mir zu Hause Papierabzüge von der Wiesn aus den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts an. Ich war mit meinen Eltern dort und man kam noch ohne Reservierung in die Zelte am Abend. Mir ist aufgefallen, dass die Wiesn-Besucher damals Jeans und T-Shirt trugen. Die Tracht war kaum zu sehen. Irgendwann hat es dann mit der Landhausmode angefangen und später kam es zum Revival der Tracht: Lederhosen und Dirndl dominieren die Wiesn. Ich hab damit kein Problem, sehe es auch nicht als kulturelle Aneignung an, wenn dich Nichtbayern in Tracht oder was sie dafür halten schmeißen. Manches Mal wird mir aber die Zirkus zu bunt, wenn man mit bunten Pfauen- oder Plastikfedern durch die Zelte schreitet. Das tut mir echt weh.
Und es zu mir weh, wenn kurzerhand Popup-Stores um die Theresienwiese entstehen, in denen Kitsch, Landhaus oder Tracht an Touristen angeboten werden. Ich habe eine Plastiklederhose für 2 Euro in einem Ein Euro Shop gesehen, oder ein Tattoo-Studie wurde kurzerhand zum Outlet, ebenso ein Gemüseladen. Welche Qualität die Klamotte hat, kann ich nicht beurteilen. Soll das Anziehen, was ihm gefällt.
Fahrgeschäfte bin ich auch dieses Jahr nicht gefahren. Ich bin kein Fan von Achterbahnen oder Karussells, ich hab einfach Muffe. Und als dann noch zu Beginn Unfälle gab, war das Wasser auf meine Mühlen. Die Familien-Achterbahn „Höllenblitz“ hat nach dem Unfall mit acht Leichtverletzten auf dem Oktoberfest die Fahrt nach einer Woche wieder aufgenommen.
Von einem Wiesnhit kann ich nicht berichten, schlichtweg weil ich auf Durchzug schalte. Ich mag eher die traditionelle Wiesn-Musik, die tagsüber in den Zelten gespielt wird. In den Abendstunden kommt es dann zur Partymusik inklusive Feiern auf der Bank. Bei so viel Frohsinn bin ich in der Regel überfordert oder schlichtweg nicht betrunken genug, denn ich hab gelernt, was in in den Bub reingeht und wann es schlichtweg zuviel ist. Aber ich muss zugeben, das Bier schmeckte, die Hendl auch.
Beim Einzug der Wiesn-Wirte schaute ich vom Fenster des kda – Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt der Evang.-Luth. Kirche in Bayern zu. Bevor der Umzug begann, hielt Peter Lysy eine kleine Rückschau über die Geschichte des Oktoberfestes. Peter Lysy berichtet von der Gründung des Oktoberfests durch einen Franken, was ihn als Franke sichtlich freute.
Ein persönliches Ritual ist mich mein ein stilles Gedenken am Denkmahl für die Opfer des Wiesn-Attentates vom 26. September 1980, also heute vor 43 Jahren. Ein Rechtsextremist legte einen Sprengsatz und riss Wiesn-Besucher in den Tod. Ich war einen Tag vorher am 25. September mit meinen Eltern auf der Wiesn und bin mit meinen Eltern auch durch den Hauptausgang nach Hause gegangen. Es hätte jeden von uns treffen können. Daher gehört ein stilles Gedanken an diesem Mahnmal für mich dazu. Und schön war auch, dass kein Besoffener die Ruhe störte. Über das Wiesn-Attentat ist viel geschrieben worden. Ich kenne die Wahrheit nicht, denke aber an die Toten dieser Nacht.
Großes Lob geht für mich an die Ordnungskräfte der U- und S-Bahn, der Rettungskräfte und der Polizei – und auch den Reinigungskräften. All diese Menschen leisten einen hervorragenden Job und versuchen die Sicherheit so gut es geht zu gewährleisten.
Wo so viele Menschen auf einen Haufen sind und wo Unmengen von Alkohol über den Durst hinaus getrunken, nein gesoffen wird, da entstehen Konflikte. Beim S-Bahnhof Hackerbrücke steht ein musikbeschallter Mannschaftswagen der Polizei. Die Polizisten spielen Musik ab und schaffen beim Warten auf die S-Bahn eine gute Stimmung. Es wird getanzt vor dem Polizeiwagen auf der Hackerbrücke. Eine super Idee. Leider konnte ich kein Video drehen sondern nur ein paar Fotos machen, weil mein Zug einfuhr. Die Idee der Deeskalation finde ich hervorragend. So eine Musikbeschallung wird auch bei Fußballspielen eingesetzt. In der Polizeisprache heißt das Auto LauKW – Lautsprecherkraftwagen und die Besatzung ist eine speziell geschulte Taktische Kommunikationseinheit, kurz TaKE. Super Idee und das nicht nur zur Wiesnzeit.
Nun beginnt die zweite Wiesnhälfte. Das Wetter war fast immer genial und die Stimmung war prima. Ich werde wohl erst wieder 2024 mit dabei sein, außer es flattert mir noch eine weitere Einladung ins Postfach. Auf eine friedliche Wiesn.
„Im Weltraum hört dich niemand schreien“ – so lautete die Verleihwerbung 1979 zu diesem heutigen Klassiker, den ich in meiner Matinee im Scala Fürstenfeldbruck zeigte.
Alien von 1979 ist ein Science-Fiction-Horrorfilm des britischen Regisseurs Ridley Scott. Der Film erzählt die Geschichte einer siebenköpfigen Besatzung eines Raumfrachters, die auf einem fremden Planeten ein außerirdisches Wesen entdeckt. Das Wesen dringt in das Raumschiff ein und beginnt, die Besatzung zu töten. Hier mein kompletter Vortrag:
Alien ist ein Meisterwerk des Genres. Der Film ist atmosphärisch, spannend und klaustrophobisch. Das Design des Aliens ist ikonisch und das Wesen selbst ist eine der furchteinflößendsten Kreaturen der Filmgeschichte.
Scotts Regieführung ist herausragend. Er schafft eine beklemmende Atmosphäre, in der man sich die Alien-Kreatur jederzeit im Nacken sitzen fühlt. Die Darsteller sind allesamt gut, wobei Sigourney Weaver als Ellen Ripley eine der stärksten weiblichen Figuren der Filmgeschichte darstellt. Dies war zu der Zeit eine bemerkenswerte Abweichung von den gängigen Geschlechterrollen in Horrorfilmen, wo die Frau eher das Opfer als der Held war.
Die Stärken von Alien liegen in seiner meisterhaften Spannungserzeugung und der Verwendung von minimalistischem Set-Design, um eine beklemmende und klaustrophobische Umgebung zu schaffen. Der Film kombiniert psychologische Spannung mit Schockmomenten und einer einzigartigen, biomechanischen Ästhetik, die zu einem ikonischen Look führte. Der Schweizer Künstler H.R.Giger schuf das Monster, erhielt dafür einen Oscar und die Türen Hollywoods öffneten sich für diesen Meister der Airbrush-Albträume.
Der Markt von Sofortbilder wächst scheinbar. Die Industrie wirft immer wieder neue Modelle auf den Markt. Jetzt kündigte Fujifilm eine Instax-Sofortbildkamera für die ganz junge Generation an. Das Ding heißt Instax Pal und ich verstehe die Welt nicht, was so etwas soll.
Die Idee der Kamera bringt der Hersteller auf den Punkt: „Macht aus kleinen Momenten etwas Großes“. Klingt nett, brauch aber kein Mensch. Die Qualität der Bilder ist unter Smartphone-Niveau. Warum sollte ich dann mit einer Sofortbildkamera fotografieren, wenn ich das Smartphone immer dabei habe? Die Instax Pal wird via Bluetooth mit dem Smartphone verbunden und dann drucke ich das gewünschte Bild auf den portablen Fujifilm-Fotodruckern aus. Was soll das, außer viel Geld auszugeben?
Der Reiz von Sofortbilder geht für mich vollkommen verloren, wenn ich das Bild digital vorliegen habe, aus meinen Bildern auswählen und im schlimmsten Fall sogar noch digital bearbeiten kann. Warum dann überhaupt Sofortbilder? Der Preis der Instax Pal liegt bei rund 100 Euro und ist hier bestellbar.
Dem Konzept kann ich nur eine positive Seite abgewinnen. Die Idee des Bildermachens ist bei der Instax Pal ganz originell. An der Instax Pal hängt ein Plastikring an einer Trageschlaufe. Der Plastikring kann als Stativ oder als Sucher verwendet werden. Also ich schaue durch den Plastikring, um den Bildausschnitt zu erahnen. Das könnte ganz witzig sein, braucht aber auch kein Mensch.