Die Fußball EM mit Playmobil

7. Mai 2024

Die Fußball EM steht vor der Tür und die Sache interessiert mich nicht. Dagegen interessiert mich die Entwicklungen bei einer Spielzeugfirma meiner Jugend: Playmobil. Ich lese, dass es dem Unternehmen schlecht geht und das tut mir leid, denn ich arbeite viel mit Playmobil-Figuren und mache beispielsweise Stop-Motion-Filme für Kunden. Jetzt lese ich, dass der Lebensmittelhändler Edeka eine Kooperation mit Playmobil zur EM eingegangen ist. Auch mein örtlicher Edeka Leich in Maisach ist mit von der Partie und das freut mich dann irgendwie doch.

Einmal Fußball-Bundestrainer sein – die große DFB-Sammelaktion von Playmo und Edeka macht es möglich! Dreier- oder Viererkette? Ein Stürmer plus Flügelzange oder Kopfballwunder und „falsche Neun“? Während der Europameisterschaft können alle Fans ihre persönliche Nationalmannschaft in ihrer bevorzugten taktischen Formation aufs Spielfeld führen. Ich finde die Idee sehr nett, obwohl ich nur bedingt Zielgruppe der Aktion bin. Fußball ist mir komplett egal.

Aber wie ich sehe, ist mein örtlicher Edeka gut aufgestellt. Familie Leich, die unseren Edeka betreiben, hat einen Aufsteller mit Fußballern aus Plastik im Geschäft aufgebaut und ich werde beim Einkauf dieses Mal nicht schwach werden, weil ich in erster Linie die Fußballer gar nicht kenne.
Zu Auswahl stehen DFB-Stars wie Florian Wirtz, Antonio Rüdiger, Niclas Füllkrug, Kai Havertz oder Ilkay Gündogan. Möglich macht die Loyaltyaktion im Edeka-Verbund rund um die 7,5 Zentimeter großen Kultfiguren Blue Ocean Entertainment, der Kundentreue- und Kindermedienspezialist der Burda-Gruppe und Lizenznehmer von DFB und Playmobil. Der Zirndorfer Spielwarenhersteller präsentiert damit zu seinem 50. Geburtstag seiner legendären Figuren das wahrscheinlich größte Aufgebot einer deutschen Fußballnationalmannschaft aller Zeiten.

Einmal Fußball-Bundestrainer sein… Die große DFB-Sammelaktion von PLAYMOBIL und EDEKA macht es möglich! Ab dem 13. Mai sind 16 PLAYMOBIL DFB-Stars exklusiv bei EDEKA erhältlich. Entwickelt und realisiert hat die Loyaltyaktion im EDEKA-Verbund Blue Ocean Entertainment, der Stuttgarter Kundentreue- und Kindermedienspezialist der Burda-Gruppe und Lizenznehmer von DFB und PLAYMOBIL. / Weiterer Text über ots und http://www.presseportal.de/nr/67839 / Die Verwendung dieses Bildes für redaktionelle Zwecke ist unter Beachtung aller mitgeteilten Nutzungsbedingungen zulässig und dann auch honorarfrei. Veröffentlichung ausschließlich mit Bildrechte-Hinweis.

Und wie funktioniert das Ganze?
Für je 5 Euro Einkaufswert erhalten Kunden während des Aktionszeitraums vom 13. Mai bis zum 22. Juni in den teilnehmenden Märkten einen Treuepunkt gratis – solange der Vorrat reicht. Diese werden auf Sammelkarten geklebt, die dort kostenlos ausliegen. Wer fünf Treuepunkte gesammelt hat, kann bei Abgabe der Sammelkarte in den teilnehmenden Märkten einen Playmobil-DFB-Star aussuchen und für 2,99 Euro erwerben. Wer einzelne Figuren ohne den Einsatz von Treuepunkten kaufen möchte, zahlt 5,99 Euro.

Mein Problem: Ich kenne keinen Spieler. Als Playmobil-Charakter erhältlich sind innerhalb der Aktion die Nationalspieler Marc-André ter Stegen, Antonio Rüdiger, Robin Gosens, Matthias Ginter, Mats Hummels, Niklas Süle, Ilkay Gündogan, Joshua Kimmich, Jonas Hofmann, Julian Brandt, Jamal Musiala, Florian Wirtz, Kai Havertz, Niclas Füllkrug, Leroy Sané und Thomas Müller. Von Thomas Müller hab ich allerdings schon mal gehört, muss ich zugeben.

Abgerundet wird die Kampagne durch zwei Zusatzprodukte: Für 4,99 Euro ist ein schwarzer Sammelkoffer erhältlich, in dem bis zu 16 Figuren aufbewahrt werden können. Dem Koffer bei liegen ein Diorama, um di -Stars ansprechend zu präsentieren, und ein Brettspiel. Zudem wird die Kollektion der Einzelfiguren durch ein Torschuss-Set mit zwei weiteren DFB-Stars aus dem Hause Playmobil ergänzt: Mit Timo Werner kann hier jeder Fan versuchen, ein Tor gegen Manuel Neuer zu erzielen: Für spannende Duelle ist Werners rechtes Bein mit einer speziellen Ballschussmechanik ausgestattet. Das Torschuss-Set kostet 12,99 Euro.

So sehr ich Playmo mag, ich werde dieses Mal nicht schwach. Vielleicht aber doch Thomas Müller, mal sehen.

Wie lange soll ein Kinofilm dauern?

6. Mai 2024

Früher dauerte ein durchschnittlicher Film rund 90 Minuten. Wenn bis dahin keine Geschichte erzählt wurde, hatte es ein Filmemacher schwer. Natürlich gab es Ausnahmen, wie die sogenannten Monumentalfilme. Dann wurden in den sechziger und siebziger Jahren die Filme länger, die Geschichten komplexer.

Wir gewöhnten uns an längere Filme im Kino wie Krieg und Frieden, Spiel mir das Lied vom Tod, 2001 Odyssee im Weltraum oder Apokalypse Now. Und heute haben wir richtig lange Filme im Kino: Napoleon, Dune, Avengers Endgame oder Oppenheimer oder der für mich langweilige Killers of the Flower Moon.
Solche langen Filme machen es den Kinobetreibern schwer, die Filme mehrfach am Tag zu spielen, damit sie Gewinn für das Kino abwerfen. Und nein, eine Pinkelpause gibt es heute auch nicht, wie einstmals, um die Filmrollen zu wechseln.

Einige Genres wie Dramen oder epische Filme haben oft längere Laufzeiten, um komplexe Handlungsstränge und Charakterentwicklungen zu entfalten. Auf der anderen Seite bevorzugen viele Zuschauer bei Komödien, Actionfilmen oder Animationsfilmen kürzere Laufzeiten, die den Unterhaltungswert erhöhen und das Tempo hochhalten.

Jede Länge hat für mich als Filmfreund seine Berechtigung. Ein Kurzfilm ebenso wie ein Vierstunden-Film. Hauptsache die Geschichte berührt mich und ich kann den Film genießen. Solange ein Film mich als Zuschauer emotional anspricht, fesselt und unterhält, kann er erfolgreich sein, unabhängig von seiner Länge.

Und dennoch, was will eigentlich das Publikum für eine Länge. Hier kommt mir eine Umfrage des US-Instituts Talker Research in die Finger. Das klassische US-Publikum spricht sich hier für eine Kinofilmlänge von 92 Minuten aus. 15 % der Befragten empfinden eine Dauer von mehr als zwei Stunden als gute Film­länge, nur 2 % bevorzugen zwei­einhalb Stunden oder länger.
In sozialen Medien heißt es, in der Kürze liegt die Würze. TikTok, Instagram – alles muss kurz sein und die Aufmerksamkeitsspanne der Zuschauer ist kurz. Man stelle sich Killers of the Flower Moon (206 Minuten) in TikTok vor.

Buchtipp: Mit 3D zum Erfolg von Sebastian Dosch

5. Mai 2024

Ich kenne Sebastian Dosch schon einige Jahre. Mit Dosch Design in Marktheidenfeld ist er einer der führenden Anbieter von 3D-Dienstleistungen, Texturen, Modellen und was das Herz so begehrt. Und er ist ein netter Typ. Nun hat er im Eigenverlag ein kostenloses Buch herausgegeben Mit 3D zum Erfolg, was ich heute empfehlen will. Das Buch lässt sich hier bestellen.

Heute ist 3D ein Modewort geworden und die Allgemeinheit denkt bei 3D an die 3D-Brille, um Spiele zu zocken oder Filme im Kino oder im Fernseher zu konsumieren. Das läuft aber alles unter dem Stickwort Stereoskopie. Hinter 3D steckt viel mehr, denn ob in Konstruktion, Architektur, Industriedesign, Visualisierung, GameDesign oder Special Effects – überall kommt 3D zum Einsatz. Und hier setzt das Buch Mit 3D zum Erfolg an. Es gibt für den interessierten Laien, aber auch für den Unternehmensentscheider einen kompetenten und verständlichen überblick über den Stand und Einsatzmöglichkeiten von 3D. Es ist gut und vor allem verständlich geschrieben und gibt einen Einblick in eine faszinierende Branche voller Möglichkeiten. Natürlich ist die Lernkurve von 3D-Software höher als bei Büroapplikationen, aber zum einen wird die Software intuitiver und leichter, zum anderem öffnet sich neue Wege, wenn man sich ein wenig eingearbeitet hat. Ich bin gespannt, was passiert, wenn sich dieser Markt mehr für KI öffnet, Man munkelt, dass OpenAI schon an Produkte für diesen Markt arbeitet, um 3D in breitere Schichten der Gesellschaft vordringen zu lassen.

Aber zurück zum Buch Mit 3D zum Erfolg. Es zeigt kurz und knapp verschiedene Einsatzmöglichkeiten in verschiedenen Märkten. Entscheidet können sich einfach ein Bild von der Leistungsfähigkeit von 3D machen, ohne dass sie komplizierte Fachartikel konsumieren müssen. Für mich war dieses Buch eine tolle Zusammenfassung und ein Wiedereinstieg in dieses wichtigste Thema – und das Buch ist kostenlos. Also warum nicht mal testen?

The Fans Strike Back – Ausstellung von Star Wars Fans für Star Wars Fans

4. Mai 2024

Die Community feiert heute den Star Wars Tag am 4. Mai mit May the Fourth with you und als Fan der ersten Stunde will ich nicht abseits stehen. Star Wars-Fans sind treue Seelen, leidgeprüfte Seelen, denn George Lucas und der Ohren-Konzern machen es einem Fan nicht leicht, für Luke, Leia, Han, Darth und wie unsere Helden heißen, zu schwärmen.

Es gibt Freunde von mir, die widmen sich in ihrer Freizeit dem Cosplay, andere verfilmen ihre Star Wars Leidenschaft mit Lego und wiederum andere bauen Modelle. Und solche Ergebnisse dieser faszinierenden Fanleidenschaft ist bis 7. Juli im Berliner Napoleon-Komplex in der Ausstellung „The Fans Strike Back Exhibition“ gezeigt. Ich war zur Presseeröffnung eingeladen und konnte die über 700 einzigartige, nostalgische Sammelstücke, darunter lebensgroße Figuren, über 50 Skulpturen, Fotos, Poster und Kostüme bewundern. Hier Eindrücke von der Veranstaltung als Video.

Nach Stationen in internationalen Metropolen wie New York, Las Vegas, London und Wien, hat es „The Fans Strike Back“, die weltweit größte STAR WARS Ausstellung ihrer Art, nun nach Deutschland geschafft. Rouven Bönisch, Geschäftsführer der POA Events GmbH, äußerte sich zum Event: „Die Begeisterung und die positive Resonanz, die wir heute erlebt haben, bestärken uns in unserer Mission, einzigartige Erlebnisse zu schaffen, die die Herzen der Fans höher schlagen lassen.“ Hier die offizielle Eröffnungsansprache.

Es gab viel zu sehen und der Fan sollte ein paar Stunden einplanen, um wirklich alles zu sehen und zu lesen. Und man sollte Respekt vor der Leistung der Fans mitbringen, die sich mit ihren Modellen wirklich Mühe gegeben haben. Tipp: Unbedingt Kopfhörer aufsetzen und John Williams hören – ich hatte leider meine AirPods im Hotel vergessen, um das Geschrei der mitgebrachten Kinder wenigstens etwas ausblenden zu können. Für mich persönlich die Concept Art Interpretation von Ralph McQuarrie hervorragend mit der soviel im Star Wars-Universum begann. Der Visionär hatte damals Vader noch anders gezeichnet.

Hier ein paar Highlights für klassische Besucher. So gibt es einen umgebauten Ford Escort zu sehen, der nun ein lebensgroßer Podracer wurde. Extrem eindrucksvoll ist ein ein lebensgroßer Nachbau eines X-Wing-Fighter am Ende der Ausstellung. Und eine schöne Atmosphäre vermittelt die detaillierte Nachbildung einer Kommandorücke eines Sternzerstörers. Für mich auch faszinierend die Nachbildung eines Schneegleiters aus Imperium. Hier die komplette Ausstellung als VR 360 Rundgang.

Star Wars (und auch Star Trek) hat eine einzigartige Fähigkeit, Menschen zu begeistern und eine treue Fangemeinde zu schaffen. Diese Anziehungskraft beruht auf verschiedenen Faktoren. Zum einen bietet Star Wars eine umfassende Welt, die voller verschiedener Welten, Charaktere, Kreaturen und Kulturen ist. Diese Vielfalt und Tiefe ziehen viele Menschen an, die sich in diese faszinierende Galaxie vertiefen und Teil davon werden wollen. Darüber hinaus sind die Geschichten in Star Wars ergreifend. Die Saga erzählt von epischen Konflikten zwischen Gut und Böse, von Liebe, Freundschaft, Familie und persönlicher Entwicklung. Diese Themen sprechen viele Menschen auf einer emotionalen Ebene an und schaffen eine Verbindung zu den Charakteren und ihrer Reise.

Ein weiterer Grund für die Treue der Fans liegt in der innovativen Technologie und dem Design von Star Wars. Von den ikonischen Lichtschwertern bis zu den beeindruckenden Raumschiffen und den vielfältigen Kreaturen – die visuelle Ästhetik von Star Wars hat die Popkultur nachhaltig beeinflusst und eine starke visuelle Identität geschaffen. Zeitlose Botschaften sind ein weiteres Merkmal von Star Wars. Die Saga behandelt Themen wie Freiheit, Mut, Opferbereitschaft und das Gute im Kampf gegen das Böse. Diese Botschaften sind universell und sprechen Menschen jeden Alters und Hintergrunds an.
Dazu kommt der kontinuierliche Ausbau des Star Wars-Universums. Seit den ersten Filmen in den 1970er Jahren hat sich das Universum stetig weiterentwickelt und expandiert. Neue Filme, TV-Serien, Bücher, Comics und Videospiele halten die Fans engagiert und bieten kontinuierlich neuen Stoff für Diskussionen, Spekulationen und Begeisterung.

Nicht zuletzt schafft Star Wars eine Gemeinschaft und Identifikation unter den Fans. Die leidenschaftliche und engagierte Fangemeinde unterstützt sich gegenseitig, trifft sich und verbindet sich über ihre gemeinsame Liebe zum Star Wars-Universum. Ich hab die Ausstellung The Fans Strike Back genossen und kann sie jedem Fan ans Herz legen.

Paul Auster verstorben – Mein Buch- und Film-Tipp

2. Mai 2024

Der Schriftsteller Paul Auster ist am 30. April 2024 im Alter von 77 Jahren verstorben. Diese Meldung überraschte mich gestern abend. Ich mochte seine Bücher gerne, mir der Prosa konnte ich nicht soviel anfangen. Bevor ich das erste Mal nach New York flog, las ich seine New York Trilogie und auf dem Flug zu Big Apple beendete ich das über 400 seitige Buch. Die New York Trilogie ist für mich ein Buch, das man immer wieder lesen kann und das jedes Mal neue Einsichten und Erkenntnisse bietet. Und wer keine Lust auf einen fetten Schinken hat, dem empfehle den Film Smoke – Raucher unter sich aus dem Jahr 1995. Hier hat Paul Auster das Drehbuch geschrieben.

Ich wurde auf Paul Auster durch eine Bekannte aufmerksam. Die „New York Trilogie“ von Paul Auster ist für mich eine faszinierende literarische Reise durch das Labyrinth menschlicher Existenz, identitärer Verwirrung und die unergründlichen Geheimnisse der Metropole New York. All dies habe ich bei meinem ersten New York-Besuch nicht erlebt, aber im Kopf mit durch diese Stadt getragen. Bestehend aus den drei Romanen „Stadt aus Glas“, „Schlagschatten“ und „Hinter verschlossenen Türen“, ist diese Trilogie ein tolles Werk postmoderner Literatur, das mich in ein rätselhaftes Universum von Verschwommenheit und Bedeutung führte.

Stadt aus Glas
„Stadt aus Glas“, der erste Roman der Trilogie, ist eine subtile Reflexion über Identität und die Krise des Selbst. Der Schriftsteller Daniel Quinn wird fasziniert von einem Anruf, der ihn in die Rolle eines Privatdetektivs schlüpfen lässt. Doch je tiefer er in den Fall eintaucht, desto mehr verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Fiktion. Auster spielt meisterhaft mit den Konventionen des Detektivromans und führt den Leser in ein Labyrinth des Bewusstseins, in dem nichts ist, wie es scheint.

Schlagschatten
In „Schlagschatten“ wird die Geschichte des Privatdetektivs Blue fortgesetzt, der nun selbst zum Objekt der Ermittlung wird. Als er einen mysteriösen Auftrag annimmt, gerät er in ein Netz aus Intrigen und Verwirrungen. Die Grenzen zwischen Täter und Opfer verschwimmen, und die Suche nach Wahrheit wird zu einer existenziellen Reise in die Dunkelheit der menschlichen Seele.

Hinter verschlossenen Türen
Der dritte Roman, „Hinter verschlossenen Türen“, führt uns als Leser in die Welt des Schriftstellers Fanshawe, der scheinbar spurlos verschwindet und seine Identität einem anderen Mann überlässt. Doch auch dieser Mann, der Fanshawes Leben übernimmt, ist nicht immun gegen die Geister der Vergangenheit. Auster untersucht hier auf eindringliche Weise die Natur der Authentizität und die Fragilität menschlicher Bindungen.

Versuch einer Würdigung
Was diese Trilogie so beeindruckend macht, ist Austers meisterhafte Beherrschung der Sprache und seine Fähigkeit, komplexe philosophische Themen mit einer fesselnden Handlung zu verbinden. Sein Stil ist präzise und poetisch zugleich, und seine Charaktere sind so vielschichtig wie die Stadt, in der sie leben. Durch die Verflechtung von Realität und Fiktion, von Identität und Selbstentfremdung schafft Auster eine Welt, die mir noch lange nach der Lektüre im Gedächtnis blieb.

Filmtipp Smoke
„Smoke“ aus dem Jahr 1995, unter der Regie von Wayne Wang und basierend auf einem Drehbuch von Paul Auster, ist ein Film, der subtil und einfühlsam die Geschichten von Menschen einfängt, die sich in den Straßen von Brooklyn kreuzen. Der Film ist eine Hommage an die Schönheit des Alltags und die unerwarteten Verbindungen, die zwischen den Menschen entstehen.

Die Handlung von „Smoke“ dreht sich um Auggie Wren, den sBesitzer eines kleinen Tabakladens in Brooklyn, gespielt von Harvey Keitel. Auggie hat eine tägliche Gewohnheit, bei der er um die gleiche Uhrzeit ein Foto von der Ecke seines Ladens schießt. Dieses einfache Ritual wird zum Ausgangspunkt für eine Vielzahl von Geschichten, die sich um Auggie und die Menschen in seinem Umfeld entfalten. Eine tolle Idee und ein tolles Storytelling,

Der Film zeichnet sich durch seine liebevoll gezeichneten Charaktere aus, von Auggie selbst bis hin zu seinen Stammkunden und Freunden. Jeder Charakter hat seine eigene Geschichte und seine eigenen Träume, die auf berührende Weise miteinander verflochten sind. Die Schauspieler, darunter auch William Hurt, Forest Whitaker und Stockard Channing, liefern herausragende Leistungen und bringen ihre Charaktere mit Tiefe und Authentizität zum Leben.

Eine der Stärken von „Smoke“ liegt in seiner Fähigkeit, die kleinen Momente des Lebens einzufangen und zu feiern und das ist die Leistung des Drehbuchautors Paul Auster. Der Film findet Schönheit und Bedeutung in scheinbar banalen Ereignissen und zeigt, wie selbst die gewöhnlichsten Begegnungen das Potenzial haben, das Leben zu verändern. Die ruhige Inszenierung und die zurückhaltende Erzählweise ermöglichen es den Zuschauern, sich in die Welt des Films einzufühlen und sich mit den Charakteren zu identifizieren.

Ich gratuliere zum Geburtstag des Deutschlandtickets

1. Mai 2024

Ich gratuliere dem Deutschland­­ticket zu seinem ersten Geburtstag. Zur Feier des Tages fahre ich heute ausnahmsweise mit keinem Zug, sondern nutze mein Fahrrad, um von A nach B zu kommen. Das Deutschland­­ticket ist eine gute Idee und im Zuge der Energiewende nutze ich die Bahn, wann immer ich sie brauche und sie funktioniert, auch wenn es manches Mal umständlicher ist.

Allerdings: Immer wieder wird das Deutschland­­ticket schlecht geredet: Volle Züge, marode Technik, Verspätungen. Alles richtig, aber das ist nicht das Problem des Deutschland­­tickets, sondern die Folgen einer verfehlten Verkehrspolitik, die zu sehr aufs Auto setzte und die Bahn links liegen ließ. Ich will hier nicht Bahn gegen Auto gegeneinander ausspielen, denn beide habe ihre Berechtigung. Aber ich wehre mich, gegen das Schlechtreden des Deutschland­­tickets und gegen das Bahn-Bashing. Wie toll wäre das Bahnfahren in Deutschland, wenn man rechtzeitig investiert und ausgebaut hätte.

Roman Herzog sagte einmal die Sache mit dem Ruck, der durch Deutschland gehen müsse. Ja, ich vermisse diesen Ruck auch. Als Bahnfahrer bemerke ich im Moment, dass sich ein wenig tut, aber die Fehler der Vergangenheit sind immens. Projekte werden zwar angegangen, aber die ganze Sache dauert mir zu lange. Ungeduld ist mein zweiter Vorname.

Und es gibt sie wieder die Diskussionen um das Deutschland­­ticket. Wer soll es bezahlen? Wird der Ticketpreis steigen? Das sind natürlich wichtige Fragen, aber ich appelliere an die Entscheidungsträger eine bürgernahe Entscheidung zu treffen und das Deutschland­­ticket nicht auf dem Altar des politischen Gerangels zu opfern. Bahnfahren muss preiswert sein, damit wir die Energiewende schaffen.

Rund 20 Mio Menschen haben das Deutschland­­ticket seit Einführung im Mai 2023 genutzt, sagt eine Studie des Verbands Deutscher Verkehrs­unternehmen. Etwa die Hälfte davon nutzt das Angebot seit Beginn. Da bin ich dabei. Durchschnittlich würden im Monat 11,2 Mio Menschen das 49-Euro-Ticket verwenden.

Online-Wahl – warum eigentlich nicht?

30. April 2024

Nach der Landtagswahl 2023 in Bayern bin ich auch Wahlhelfer bei der Europawahl im Juni 2024 in meiner kleinen Wohngemeinde in Oberbayern. Ich hab mich freiwillig gemeldet und werde als Demokrat aktiv wählen und die Stimmen mitauszählen. Über meine Eindrücke habe ich damals gebloggt.
Bei uns hatten viele Bürgerinnen und Bürger die Briefwahl genutzt, auch ich. Früher hatte ich am Wahltag einen Spaziergang zum Wahllokal gemacht und dort meine Stimme abgegeben. Gerade bei den Kommunal- und Landtagswahlen wollte ich mir in Ruhe die Kandidatenliste ansehen und dann entscheiden, bei wem ich mein Kreuz mache. Den aktiven Besuch des Wahllokals empfinde ich aber nachwievor als demokratischen Akt, den ich nicht missen möchte.

Allerdings mache ich mir als digitaler Mensch auch Gedanken über eine digitale Stimmabgabe. Und scheinbar bin ich hier nicht allein, wie eine neue Umfrage der Bitkom zeigt.
60 Prozent hätten gern die Möglichkeit, ihre Stimme auch online abzugeben. Vor allem Jüngere interessieren sich für die Online-Wahl: Unter den 16- bis 29-Jährigen hätten 73 Prozent gern diese Möglichkeit. Bei den 30- bis 49-Jährigen sind es 71 Prozent, bei den 50- bis 64-Jährigen 61 Prozent. Skeptischer sind die Älteren ab 65 Jahren, aber selbst unter ihnen hätten 38 Prozent gerne die Möglichkeit der digitalen Stimmabgabe. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage des Digitalverbands Bitkom unter 1.005 Personen in Deutschland ab 16 Jahren. „Die größte Wählergruppe sind oft die Nichtwähler. Die Möglichkeit zur digitalen Wahl würde die politische Partizipation steigern. Insbesondere jüngere Menschen ließen sich durch ein sicheres und vertrauenswürdiges Online-Verfahren besser abholen“, sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst.

Heftig und mir völlig unverständlich sind Ausgaben, sich nicht an der demokratischen Wahl zu beteiligen. Gefragt nach der anstehenden Europa-Wahl am 9. Juni geben lediglich 33 Prozent der Wahlberechtigten an, dass sie „auf jeden Fall“ wählen gehen wollen. Dazu gehöre ich, denn nur wer aktiv wählt, der stärkt die Demokratie.

26 Prozent beantworten die entsprechende Frage mit „eher ja“. 22 Prozent tendieren mit „eher nein“ zum Nichtwählen, weitere 15 Prozent schließen ihre Teilnahme an der Wahl bereits jetzt kategorisch aus.

Würde die Möglichkeit zur Online-Wahl einige Nichtwähler umstimmen können? – Ja, wie die Befragung weiterhin zeigt. Jeder und jede zehnte Wahlberechtigte (10 Prozent), der bzw. die bei den Europawahlen derzeit nicht abstimmen will, würde bei einer Online-Wahl „auf jeden Fall“ ihre Stimme abgeben. Weitere 26 Prozent antworten auf diese Frage mit „eher ja“, 22 Prozent mit „eher nein“. Nur jeder und jede Dritte (34 Prozent) bleibt unter allen Umständen bei der Nichtwahl. „Große Teile des Lebens haben sich in den digitalen Raum verlagert. Digital wählen, das sollte auch in Deutschland möglich sein“, betont Wintergerst. „Mit Online-Wahlen, wie sie in anderen Ländern längst Standard sind, könnten wir die Demokratie beleben und Staat und Politik näher zu den Menschen bringen.“

Wenn Musiker politisch werden: Die Ärzte

29. April 2024

Wenn Musiker politisch werden, werde ich aufmerksam, denn Musik kann absolut politisch sein und die Massen in die eine oder andere andere Richtung bewegen. Beispiele gibt es viele von den Liedermachern wie Reinhard Mey, Konstantin Wecker oder Hannes Wader über die Mundartdichter BAP, die Politik-Rocker von Ton Steine Scherben bis hin zu Punk aller politischen Schattierungen. Mein Highlight zum Demokratie-Bekenntnis stammt noch aus der Phase der Neuen Deutschen Welle: 1988 sang Andreas Dorau den wunderbaren Song Demokratie – langweilig wird sie nie vom Album Andreas Dorau und Die Bruderschaft Der Kleinen Sorgen.

Andreas Dorau ist für die junge Generation eher Geschichte, jetzt legen die Ärzte nach. Die Punkrock-Band ruft mit einem KI-generierten Video zum Wählen bei der Europa-Wahl auf. „Dein Kreuz gegen Haken­kreuze“, heißt es im Song­text von „Demokratie“. „Wir agieren als Band politisch, weil Neutralität gar keine Option ist heut­zutage“, sagt Sänger Farin Urlaub. Bela B, Farin Urlaub und Rod González mahnen zum Wählen: „Du bist wesentlich“.

So ein richtiger Ärzte-Fan bin ich nicht. Ich fand nie den Zugang zu ihrer Musik, aber wer zum Wählen aufruft den unterstütze ich, vor allem, wenn es bei einer so wichtigen Wahl wie der Europawahl geht.

„Eigentlich leben wir in einem demokratischen Staat, der felsenfest auf seiner Grundordnung steht und doch scheint die Demokratie grad mehr als sonst ein besonders zu schützendes Gut zu sein“, sagte Schlagzeuger Bela B der Deutschen Presse-Agentur. Gitarrist Farin Urlaub sagte, er habe das Gefühl, Deutschland werde den USA immer ähnlicher: „Alle schreien, niemand hört mehr zu; alle haben recht, Fehler machen immer die Anderen; und Kompromisse gelten schon als eine Niederlage.“
Sehr bezeichnend finde ich, dass die Ärzte mit einem KI-generierten Video werben. Ich beschäftige mich seit Jahren mit dem Thema Künstliche Intelligenz und da ist das Video absolut passend.

Knapp vier Milliarden Menschen in 70 Ländern, fast die Hälfte der Weltbevölkerung, treten laut Berechnungen dieses Jahr den Gang zur Wahlurne an, auch in Deutschland: Neben zahlreichen Kommunal- und Landtagswahlen werden deutsche Wahlberechtigte im Juni über das Europäische Parlament abstimmen. Mit der zunehmenden Verbreitung und Zugänglichkeit von Künstlicher Intelligenz wächst das Risiko, dass Wähler desinformiert und in ihrer Entscheidung beeinflusst werden. Experten des europäischen IT-Sicherheitsherstellers ESET gehen davon aus, dass Wahlmanipulationen durch KI in verschiedenen Formen auftreten werden. Generative KI kann sehr realistische gefälschte Inhalte erstellen, sogenannte Deepfakes. Die Idee dahinter: Die manipulierten Bilder und Videos sollen das Image von Politikern beschädigen und Ereignisse inszenieren, die nie stattgefunden haben. Ziel solcher Aktionen ist es, politische Gegner zu diffamieren, was im Wahlkampf Stimmen kosten kann.
Da die Produktionstechnik stetig ausgefeilter wird, fällt es immer schwerer, zwischen authentischen und gefälschten Inhalten zu unterscheiden. Um ein solches Videos zu erstellen, benötigt man nur das richtige Rohmaterial an Daten, beispielsweise Videos, Bilder und Tonaufnahmen – all dies gibt es von Politikern online en masse. KI-Tools, die mit Hilfe dieser Daten Bilder, Texte und Audiodateien generieren, sind online für eine geringe Nutzungsgebühr verfügbar und erstellen innerhalb kürzester Zeit authentisch wirkende Medien.

Desinformation durch KI
Desinformation mit KI bei Wahlen ist längst Realität
In den USA, wo der Präsidentschaftswahlkampf bereits im vollen Gange ist, erfreuen sich KI-Tools bereits großer Beliebtheit, um politische Gegner zu diffamieren. So forderte beispielsweise ein KI-Anrufer Wähler im US-Bundesstaat New Hampshire dazu auf, nicht an den Vorwahlen teilzunehmen und torpedierte somit den Wahlkampf des amtierenden US-Präsidenten Joe Biden.

Das Ende 2022 in der EU in Kraft getretene „Gesetz über digitale Dienste“ (Digital Services Act) nimmt Suchmaschinen- und auch Social-Media-Betreiber in die Pflicht, Risiken bei Wahlprozessen abzumildern. Dazu gehört auch die Reaktion auf Desinformation. Die Löschung fragwürdiger Inhalte kann trotzdem einige Zeit in Anspruch nehmen. Nutzer sollten sich deshalb an die folgenden Tipps halten, wenn sie auf scheinbar brisante Neuigkeiten und Skandale politischer Würdenträger im Internet stoßen:

ESET Deutschland gibt ein paar Tipp, die ich gerne verbreite. Überprüfen Sie die Quelle:

Überprüfen Sie die Glaubwürdigkeit der Quelle, insbesondere bei unbekannten oder fragwürdigen Nachrichtenquellen.

Analysieren Sie den Inhalt: Achten Sie auf Anzeichen von Unstimmigkeiten, Ungenauigkeiten oder übermäßig emotionalen Inhalten, die auf eine mögliche Manipulation hinweisen könnten.

Achten Sie auf Details: Obwohl KI-Technologien immer besser werden, kommt es immer noch zu Fehlern und Ungenauigkeiten. Häufig sehen auf Bildern beispielsweise Hände unnatürlich aus, in Videos wirken Lippenbewegungen ungenau bzw. asynchron.

Lebendige Straßenschilder in Hannover

28. April 2024

Ich setzte QR-Code sehr gerne ein und bin immer auf der Suche nach neuen Einsatzmöglichkeiten dieser Technologie. Jetzt kam mir ein interessantes Beispiel in Hannover unter. 14 neue Augmented Reality Arbeiten lassen Straßenschilder in der Innenstadt lebendig werden und begeben sich auf Spurensuche in der Geschichte: Was hat es mit der Skulptur „Mann mit Pferd“ am Hohen Ufer auf sich? Warum gab es fast 30 Jahre lang das „große Loch“ in Hannover? Und welche Verbindung hatte die Große Packhofstraße früher zu Wölfen?

Augmented Straßenschilder startete 2023 als weltweit Pilotprojekt und wurde nun in enger Zusammenarbeit mit dem Historischen Museum Hannover um weitere Arbeiten ergänzt. Studierende des Studiengangs Visuelle Kommunikation der Hochschule Hannover haben unter der Leitung von Prof. Maiken Laackmann Augmented-Reality-Arbeiten entwickelt, die die Geschichten und Ereignisse aufgreifen, die sich hinter den Straßennamen und Ortsbezeichnungen in Hannovers historischem Zentrum verbergen. Im Rahmen des Programms „Geschichte unterwegs“ stellte das Museum den Studierenden dafür historische Informationen zu diesen Orten zur Verfügung.

Die 14 Augmented Straßenschilder sind ab sofort in Hannovers Innenstadt zu finden und können über einen QR-Code mit dem eigenen Smartphone vom virtuellen Raum in die Realität „implantiert“ werden. Die Bewegungen des Handys werden in Echtzeit auf die Darstellung der virtuellen Inhalte übertragen, sodass die hinzugefügte digitale Ebene mit dem Kamerabild verschmilzt. Dafür ist keine App notwendig, da die „erweiterten“ Straßenschilder wie eine Website im Browser genutzt werden können.

Lebendige Straßenschilder
Von einer Reise durch die Geschichte des Ballhofs bis hin zum Wiederaufbau der im Krieg zerstörten Schuhstraße: Die Augmented Reality Arbeiten lassen die Straßenschilder lebendig werden. Die Nutzer können dem Markttreiben von 1900 lauschen, die Partnerstädte Hannovers erkunden oder die Atmosphäre des alten Marstalls erleben. Eine virtuelle Ausstellung thematisiert die Kolonialgeschichte Hannovers, eine andere beschäftigt sich mit der Person Gottfried Wilhelm Leibniz. Über das Smartphone kann man das älteste Gebäude Hannovers als digitale Rekonstruktion besuchen und sich sogar selbst am Opernplatz als Komponistin ausprobieren.

Mit der sich rasant entwickelnden Leistungsverbesserung technischer Geräte arbeitet sich Augmented Reality immer weiter in den Alltag vor. Das Projekt „Augmented Straßenschilder“ fordert die Gesellschaft dazu auf, digitale Räume der Stadt zu erforschen und zu besetzen und sich mit der Frage auseinanderzusetzen, wem der digitale öffentliche Raum gehört. Damit schließt das Projekt an das städtische Smart-City-Konzept #HANnovativ an, in dessen Fokus die digitale Stadtentwicklung steht.

„Die Gesellschaft der Zukunft sollte ein Recht darauf haben, den künftig so wichtigen digitalen öffentlichen Raum mitzugestalten und in Teilen auch zu sichern. Mit Projekten wie Augmented Straßenschilder befähigen wir nicht nur die Studierenden, sich mit dieser so wichtigen Entwicklung zu beschäftigen – es geht gleichzeitig auch um Teilhabe der Stadtbevölkerung an nichtkommerziellen digitalen Projekten“, so Prof. Maiken Laackmann. Das finde ich eine gute Idee und unterstütze das Projekt gerne mit diesem Post.

Vier Arbeiten wurden vom Historischen Museum Hannover ausgezeichnet und erhalten ein Preisgeld in Höhe von je 150 Euro. Die Gewinnerprojekte sind „Das große Loch“ von Maraia Jakimov am Kröpcke, „Landesmuseum“ von Paul Rothe am Landesmuseum, „Packhof Galerie“ von Tuan Nguyen in der Großen Packhofstraße und „Wer war Leibniz“ von Victoria Niemann am Leibnizufer.
Detaillierte Beschreibungen der einzelnen Projekte sowie eine Übersichtkarte mit den Standorten sind unter www.arstrassenschilder.de zu finden.

Jeder Zweite kauft wegen Apps öfter und mehr

25. April 2024

Website oder App? Gute Frage – beim mobilen Einkaufen am Smartphone nutze ich meist die Apps der verschiedenen Firmen zum Shoppen, allen voran Amazon, aber auch andere. Und das scheint auch bei anderen Käufern der Fall zu sein. Was und wie viel im Einkaufswagen landet? Das hängt laut der Simon-Kucher Händler-App-Studie stark davon ab, ob Kunden die Apps der Einzelhändler nutzen. So gibt rund jeder zweite Nutzer an, wegen Händler-Apps nicht nur häufiger, sondern auch mehr einzukaufen. Rund die Hälfte der Konsumenten wählt beim Einkauf ihrer Produkte sogar nach Vorschlägen der App aus. Inzwischen setzen ganze neun von zehn Verbrauchern für Infos über Angebote/Rabatte auf mobile Software. Im Ranking belegt Amazon dabei den ersten Platz vor Lidl, Rewe und dm.
Hier die Zusammenfassung einiger Ergebnisse zum persönlichen Vergleich.

50 % kaufen wegen Apps mehr, 49 % kaufen häufiger; trotzdem sagen 73 % Einkäufe seien günstiger

Fast jeder Zweite (47 %) wählt Produkte nach Produktvorschlägen der App aus, 69 % nach den Rabatten

Bei Produktvorschlägen testen 56 % der Kunden mehr neue Produkte, bei Rabatten sogar 65 %

9 von 10 Konsumenten setzen für Infos über Angebote/Rabatte auf Händler-Apps, 44 % sogar regelmäßig

Amazon (65 %) ist die meistgenutzte Händler-App vor Lidl (62 %), Rewe (53 %) und dm (44%)

Ob Supermarkt, Drogeriekette, Baumarkt oder Onlineversandhändler – der Einzelhandel wird immer mehr von Apps bestimmt. Wie sehr? Das verrät die aktuelle Händler-App Studie der Strategieberatung Simon-Kucher. Demnach kaufen 49 Prozent der Kunden, die eine Händler-App nutzen, häufiger ein. Bei 50 Prozent der Nutzer landen dabei sogar mehr Produkte im Einkaufswagen.

9 von 10 Kunden setzen für Infos über Angebote auf Händler-Apps
„Neun von zehn Konsumenten setzen auf Händler-Apps, wenn es um Infos über Angebote und Rabatte geht“, betont Dr. Tobias Maria Günter, Partner und Head of Retail bei Simon-Kucher. Fast die Hälfte der Konsumenten nutzt die Apps dafür sogar regelmäßig. „Apps sind eins der wertvollsten Werkzeuge des Einzelhandels. Sie sind der wichtigste Kanal, um Infos an Kunden zu kommunizieren. Schon jetzt steht fest: Die Qualität der Apps wird in Zukunft maßgebend für den Erfolg eines Händlers sein.“

Fast jeder Zweite wählt Artikel nach Produktvorschlägen der Apps aus
So haben die Apps einen extrem starken Einfluss darauf, was im Einkaufswagen landet. Fast jeder Zweite wählt Produkte danach aus, welche Artikel in der App vorgeschlagen werden. Kommen Rabatte hinzu, lassen sich sogar 69 Prozent bei der Produktauswahl beeinflussen. „Händler-Apps sind vor allem effektiv, wenn es um neue Produkte geht. Es ist extrem schwierig, Kunden zu motivieren, Unbekanntes zu testen. Produktvorschläge in der App führen aber dazu, dass über die Hälfte eine höhere Anzahl an neuen Artikel kauft. Kombiniert mit Rabatten probieren dann 65 Prozent mehr unbekannte Produkte aus“, so Günter.

Effekt im Einzelhandel enorm
Der Effekt der Händler-Apps ist laut der Simon-Kucher Händler-App-Studie dabei sowohl im Lebensmittel-Einzelhandel, als auch bei Bäumärkten, Drogerien und Online-Händlern zu beobachten. Lidl (62 Prozent), Rewe (53 Prozent) und dm (47 Prozent) sind hier die meistgenutzten Apps der stationären Händler. „Die Nutzungsrate von Lidl reicht fast an die Nutzung der App des eCommerce-Riesen Amazon heran“, betont Günter. Nur noch drei Prozentpunkte Vorsprung hat der Online-Händler. „Die Lidl-App ist eine klare Kampfansage an die Konkurrenz. In Sachen App-Strategie ist der Discounter absoluter Vorreiter.“

Kunden-Klau dank App?
Warum das für die Konkurrenz gefährlich werden kann? Bei mehr Gratis-Produkten ist die Hälfte der Kunden bereit zum Wettbewerber zu wechseln. Bei höheren Rabatten ziehen ganze 60 Prozent in Betracht, zukünftig bei der Konkurrenz einzukaufen. Unter den Schnäppchenjägern sind es sogar 79 Prozent. Die Folge? „Mit der richtigen App-Strategie können Händler gezielt Kunden abwerben“, so Günter.

Kunden offen für individuelle Rabatte
Ein Trend, der im Kampf der Händler entscheidend werden könnte: Individuelle Rabatte. Der Großteil der Verbraucher (68 Prozent) findet es fair, dass Kunden unterschiedliche Vergünstigungen erhalten. Das gibt dem Handel ganz neue Optionen, das Einkaufserlebnis weiter zu personalisieren. Schon jetzt empfindet ein Großteil das Einkaufserlebnis durch die Apps als besser (67 Prozent) und effizienter (65 Prozent). „Bei der Rabatthöhe ist aber Vorsicht geboten“, so Markus Goller, Senior Director bei Simon-Kucher. Denn: Rund die Hälfte (43 Prozent) der Kunden betont, dass die Rabatthöhe unterm Schnitt für alle gleich sein sollte.
Ich kannte übrigens Simon-Kucher zuvor auch nicht. Simon-Kucher ist eine globale Unternehmensberatung mit über 2.000 Mitarbeitenden in 30 Ländern. Unser Fokus: „Unlocking Better Growth“. Wir helfen unseren Kunden, „besser“ zu wachsen, indem wir jeden Aspekt ihrer Unternehmensstrategie optimieren, von Produkten und Preisen bis hin zu Innovation, Digitalisierung, Marketing und Vertrieb. Mit rund 40 Jahren Erfahrung in Monetarisierung und Pricing gelten wir als weltweit führend in den Bereichen Preisberatung und Unternehmenswachstum