Zukunftstechnik heute: Fraunhofer ISS-Software erkennt Stimmungen

13. März 2013

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Für mich war ein Highlight der CeBit eigentlich ein alter Hut. Das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS präsentierte einmal wieder Shore, ein sehr interessantes System der Gesichtererkennung. Das Fraunhofer arbeitet seit Jahren an dem System und hat auf der CeBit die aktuelle Version präsentiert und bietet eine Testversion zum Download an.

Irgendwie ist es wie das Muppet Labor, wo die Zukunft schon heute gemacht wird. Das System erkennt Objekte und Gesichter sowie führt eine Feinanalyse von Gesichtern durch. Der Hammer ist, dass die Person nicht direkt vor der Kamera stehen muss, sondern das Gesicht kann bis zu 60 Grad gedreht sein. Auch Profile von Personen werden erkannt. Damit bekommt die Diskussion um Gesichterkennung einen neuen Drive.

Shore erkennt die Position von Gesicht, Augen, Nase und Mund und merkt, ob die Augen/Mund geschlossen oder offen sind. Zudem wird das Geschlecht und Alter geschätzt. Wahnsinn ist für mich, dass der grobe Gesichtsausdrucks („Happy“, „Surprised“, „Angry“ und „Sad“) registriert wird. Ach ja, Shore bedeutet übrigens Sophisticated High-speed Object Recognition Engine.

Den Einsatz sehe ich ganz klar im Marketingbereich. Der Rechner kann erkennen, wie ein Kunde auf ein Produkt reagiert und kann sofort aus der Datenbank gezielte Angebote machen. Ist der Kunde von einem Produkt begeistert, können sofort Ergänzungen angeboten werden. Der Kunde ist beim Kauf zufrieden (und gibt natürlich mehr Geld aus).

Kombinieren wir diese Technik mit der neuen Google Brille, so sind die Chancen (und Risiken) enorm. Ein simples harmloses Beispiel: Ich habe das Problem, dass ich auf Partys nicht alle Leute wiedererkenne, die mich ansprechen. Das liegt zum einen an meinen schlechten Augen, zum anderen, dass ich enorm viele Leute treffe und mir nicht alle Gesichter, geschweige denn Namen merken kann. Mit der Google Brille und der Gesichterkennung würde ich die Partygäste wiedererkennen und habe zudem wunderbare Gesprächsthemen für den Smal Talk, wenn ich gleich die Gesichter mit der Google Suche verbinde. Das ist sicherlich harmlos, aber Datenschützer fallen beim Einsatz von Gesichtererkennung und Google Brille einfach tot um.

 

Marketing: Stricken als vermeintliche Street Art

12. März 2013

Meine Frau strickt wieder. Erst war es ein Schal, jetzt ein Pulli. Es wird Wolle im großen Stil gekauft. Als nächstes wird sie sich wohl beim Guerilla Knitting beteiligen. Die Idee dahinter finde ich super.

Als Schüler in den achtziger Jahren wurde bei uns im Klassenzimmer viel gestrickt und damals störte es mich nicht. Heute als Dozent macht es mich nervös, wenn jemand unter den Zuhörern sitzt, der sein Strickzeug herausholt. Es mag ja sein, dass Stricker den Inhalt meiner Schulung mitbekommen, aber die Bewegung der Nadeln irritiert mich. Egal, der Kunde darf das. Aber es geht mir zu Hause auch so. Die liebste Ehefrau sitzt beim Fernsehen in ihrem Sessel, packt die Nadeln und Wolle aus und beginnt zu stricken. Obwohl ich vor ihr sitze, sehe ich aus dem Augenwinkel heraus, die Bewegung und meine Konzentration ist dahin. Ich werde mich künftig anders hinsetzen. Toll finde ich, dass sich unsere Kinder auch für Stricken interessieren. So wird ein Wissen an die nächste Generation weitergegeben.

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Als wir neulich in Köln waren, glaubte ich eine  leichte Formen des Guerilla Knitting entdeckt zu haben. Dort wird als Street Art der öffentliche Raum bestrickt. Also Gegenstände des öffentlichen Raums werden durch Stricken verändert. Die richtigen Profis stricken ganze Bänke ein, verändern Laternenmasten oder Bäume. Oft sind es nur einfach Verschönerungen, manches Mal sind feministische Aussagen mit den Kunstwerken verbunden.

In Köln war es weder das eine noch das andere. Es war klassisches Marketing für Tivity. Tivity ist ein Online-Marktplatz für authentische und individuelle Erlebnisse und Aktivitäten. „Wir glauben daran, dass jeder etwas kann oder weiß, dass er anderen zeigen oder beibringen kann. Gemeinsam mit unserer Community von Anbietern, möchten wir Menschen dazu bringen, ihr lokales Wissen oder Können zu teilen“, heißt es auf der Website. Mir hat das Marketing gut gefallen. Weiter so.

Dreamteam Arri und Trixter bilden 3D-Allianz

11. März 2013
Standfoto des Animationsprojektes PLOE (Copyright: GunHil 2013).

Standfoto des Animationsprojektes PLOE (Copyright: GunHil 2013).

An der deutschen Animationsfront tut sich was gewaltiges. Es platzte am Montag morgen die Bombe. Das Postproduktionshaus/Weltvertrieb Arri und das VFX/Animationsstudio Trixter bilden bei Animationsproduktionen eine Allianz. Gemeinsam stehen sie Animationsproduzenten als Koproduzent und Weltvertriebspartner zur Verfügung.

Das erste gemeinsame Projekt „PLOE“  ist eine anrührende Geschichte voller Abenteuer für die gesamte Familie über einen Goldregenpfeifer-Nachwuchs. Die Produktion wird mit dem isländischen Animationshaus GunHil realisiert.

Zwei Münchner Firmen mit weltweit gefragten Dienstleistungen – Arri und Trixter – stehen für Qualität und sind in der Branche als zuverlässige Partner bekannt. Für die Herstellung und die Vermarktung von Animationsfilmen wollen Arri und Trixter ab sofort als Allianz auftreten. Arri und Trixter kooperieren bei Animationsprojekten als Koproduzenten und Dienstleister, wobei Arri auch den Weltvertrieb (Arri Worldsales) übernehmen wird. Arri wird das breite Postproduktions-Angebot der Arri Media Services einbringen, Trixter die Erfahrung des VFX- und Animationsstudios an den Standorten München, Berlin und Los Angeles sowie die langjährige Koproduktionserfahrung.

Mit dieser Partnerschaft treten Arri und Trixter in den kommenden Jahren als Schwergewicht im Animationssektor auf, was sowohl bei Abnehmern als auch bei potenziellen Koproduzenten auf großes Interesse stößt.  Das erste gemeinsame Animationsprojekt „PLOE“ ist eine anrührende Geschichte voller Abenteuer für die gesamte Familie über einen Goldregenpfeifer-Nachwuchs. Er lernt nur mühsam Fliegen und versäumt es, mit seiner Familie in wärmere Gefilde zu ziehen. Mit Hilfe von Freunden gelingt es ihm, sich in der Welt voller natürlicher Feinde zu behaupten und wird schließlich als Held gefeiert. Entwickelt wurde der Stoff durch den isländischen Produzenten, das Animationsstudio GunHil.

PLOE wurde auf der Cartoon Movie am vergangenen Freitag erstmalig vorgestellt und soll erstmalig auf dem Cannes Film Festival (Marché du Film) dieses Jahr internationalen Kinoverleihern angeboten werden. Produktionsbeginn ist für Anfang 2014 geplant. Diese Allianz bedeutet für die deutsche 3D-Szene eine enorme internationale Aufwertung.

Liebesschloss als ewiger Liebesbeweis

11. März 2013

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Jede Zeit hat ihre Liebesbeweise. Einst waren es rote Rosen, dann ein Ring, dann ein Herz in die Baumringe geritzt und dann sind es Freundschaftsbänder. Im Moment sind es wohl Liebesschlösser. Ich meine nicht die stolzen Bauwerke mit Türmchen (obwohl sie sicherlich auch ein schöner Liebesbeweis wären), ich meine die kleinen Vorhängeschlösser.

Seit 2008 ist die Welle der Liebesschlösser in Deutschland zu finden. Hauptsächlich an Brücken oder Zäune hängen sie zu Dutzenden und sollen ein sichtbarer Liebesbeweis sein. Das Zeichen einer ewigen Liebe. Bei einem Aufenthalt in Bayreuth entdeckte ich eine kleine Brücke hinter der AOK über den roten Main mit zahlreichen Schlössern. Einige der Schlösser scheinen schon eine ganze Zeit dort zu hängen, denn der Rost hat ihnen zugesetzt. Wollen wir hoffen, dass die Beziehung nicht angerostet ist. Einige Schlösser sahen sehr neu aus. Der Brauch scheint also immer noch lebendig zu sein. Es gibt nette Sprüche wie „Liebelei – für immer nur wir zwei.“ Nach dem Motto reim dich oder ich fress dich.

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Aber es hat Spaß gemacht, die Schlösser anzuschauen, irgendwie brach die romantische Ader beim Anblick der eisernen Vorhängeschlösser bei mir durch. Verschiedene Varianten konnte ich entdeckten: Vornamen oder Initialen, mit und ohne Datum – vollständige Namen sah ich allerdings keine. Interessant: Es gab auch drei Namen auf dem Schloss, oder Männlein/Männlein und Weiblein/Weiblein – unterschiedliche Konstellationen eben. Die Schlösser waren zum Teil klassische Vorhängeschlösser, zum Teil extra produzierte Liebesschlösser in Herzform. Das Schloss wird als Liebesbeweis an die Brücke gehängt und der Schlüssel dann in den dahinfließenden Fluss geworfen, damit die Bindung auch ewig hält. Wollen wir es mal hoffen. Im Fluss entdeckte ich keine Schlüssel mehr, der Rote Main hat sie davon getragen.

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Buchtipp: Star Wars Lexikon der Actionfiguren von Stephen J. Sansweet

10. März 2013

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Ich könnte mich wirklich schwarz ärgern. Ich hatte sie alle und ich Depp hab sie auf irgendwelchen Flohmärkten verkauft. Gemeint sind meine Star Wars Sammelfiguren. Als Kind schaute ich mir begeistert „Krieg der Sterne“ (so hieß das damals noch) im Kino an. Anschließend passierte etwas Seltsames in meinem örtlichen Spielwarenladen. Auf einmal gab es zahlreiche Produkte von Star Wars, darunter auch Sammelfiguren aus Plastik. George Lucas wusste einfach, wie wir junge Leute tickten und wie er uns das Taschengeld aus der Tasche ziehen konnte. Er versorgte uns mit Spielzeug für unser Kinderzimmer.

Ich war vorne mit dabei und lag meinen Eltern in den Ohren, dass ich unbedingt Darth Vader, Luke Sykwalker und Prinzessin Leia aus Plastik brauchte. Diese Figuren waren teuer, doch meine Eltern und meine Großmutter schossen mir zu meinem Taschengeld die benötigten Summen zu. Und so bevölkert die Figuren mein Kinderzimmer. Woche für Woche spielte ich in meinem Star Wars-Universum. Ab und zu kamen neue Figuren hinzu.

Als ich dann ein pubertierender Teenager wurde, war das Plastikspielzeug nicht mehr wichtig. Ich Depp verkaufte es auf Flohmärkten. Das war ein großer Fehler in meinem Leben.

Wenn ich mir heute das Star Wars: Lexikon der Actionfiguren von Stephen J. Sansweet ansehe, stelle ich fest, welche Schätze ich damals besessen hatte. Ich hatte die Erstauflage der Figuren mit ausziehbaren Teleskoplaserschwert, heute unter Sammlern viel viel Geld wert.

Aber es ist müßig, der alten Zeit nachzutrauern. Stattdessen lese ich begeistert in den neuen Buch Lexikon der Actionfiguren und träume von meinem Star Wars-Universum von damals. Das Buch zeigt alle Star Wars Figuren von 1977 bis 2011 auf 351 Seiten auf. In der Regel sind sechs Figuren pro Seite abgebildet. Leider sind es nur die Figuren, ohne die Verpackung. In dem kurzen Einführungstext sehen wir ein paar Verpackungen, aber leider nicht für jede Figur. Gerne hätte ich 10, 20 Euro mehr bezahlt, wenn die Figuren größer abgebildet worden wären und damit das in China gedruckte Buch von Panini teuerer geworden wäre.

Als Lexikon ist das Buch natürlich alphabetisch geordnet von 2-1B bis Zuckuss. Das bedeutet, ich muss mich natürlich genau in Star Wars-Universum auskennen und wissen wie denn meine Figuren heißen. Als Fan für mich natürlich kein Problem. Dachte ich, denn es gibt immer wieder Ausnahmen, wenn die Figuren sich im Laufe der Serie entwickeln. Aber nach wenigen Nachdenken kommt man schon zurecht. Wunderbar sind die Spezialausführungen der Figuren, wie R2D2 mit Santa-Geweih.

Sehr schön fanden die Widmung des Autoren Stephen J. Sansweet. Dort steht: „Für alle die Männer und Frauen von Kenner und Hasbro, wie ein kleines Stück Plastik nahmen, ihnen Leben einhauchten und unser Leben um eine Facette reicher machen“ – gut geschrieben. Das Buch ist Emotion pur, denn es bringt mir meine Jugend wieder ins Gedächtnis. Als wirklicher Sammler brauche ich allerdings mehr Informationen, über verschiedene Verpackungen, Sets, genaues Erscheinungsdatum, Bemalungen oder gar Produktionsstandorte. Aber ich denke, das will und kann das Buch Star Wars: Lexikon der Actionfiguren gar nicht leisten. Es ist mehr eine nostalgische Reise in die Vergangenheit und nicht ein Expertenbuch. Dazu gibt es das Netz.

Auf den entsprechenden Fanforen wird kritisiert, dass zudem keine Preise angegeben sind. Freunde, das braucht es nicht, dazu gibt es das Netz, denn Preise sind flexibel und verändern sich täglich. Und nachdem Disney jetzt erste Verträge mit Carrie Fisher und Mark Hamill für Star Wars VII abgeschlossen hat, haben die Figurenpreise wieder angezogen.

Seid bereit: Das neue YPS kommt am Donnerstag

9. März 2013

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Mein Zeitschriftendealer ist informiert. Dieses Mal keine Experimente, wenn das neue YPS herauskommt, will ich dabei sein. Ich gehe kein Risiko ein. Nicht so ein Gerenne, wie beim letzten Mal, als ich in Nürnberg ein Exemplar in einer Seitenstraße ergatterte. Am Donnerstag, 14. März, ist es wieder soweit: Das neue YPS kommt in den Zeitschriftenhandel.

Mit YPS hat eine der erfolgreichsten und bekanntesten Kinderzeitschriften im vergangenen Herbst ihr phänomenales Comeback gefeiert. Mit neuem Konzept und neuer, alter Zielgruppe hat der Egmont Ehapa Verlag das Kultmagazin wieder auferstehen lassen. Jungs von damals und Männer von heute lesen begeistert das Magazin, das inzwischen mit seinen Lesern erwachsen geworden ist und ich bin einer davon. Die Herbstausgabe war prima, jetzt soll es noch besser werden, sagt der Verlag. Im Jahr 2006 gab es schon mal einen Versuch, YPS wieder zum Leben zu erwecken. Das Heft und die Gelddruckmaschine liegen noch im Keller. Aber der Anlauf 2012 war deutlich besser.

Die zweite „erwachsene“ Ausgabe, die gleichzeitig der Auftakt einer quartalsweisen Erscheinungsweise ist, erscheint am Donnerstag. Auch diese Ausgabe wird 100 Seiten stark sein und mit einer Auflage von 120.000 Exemplaren erscheinen. Den Ergebnissen einer Leserumfrage Rechnung tragend, stehen dabei neben spannenden Geschichten rund um die YPS-Themenwelten die besten Comics von gestern und heute im Vordergrund. Ich bin sehr gespannt und freue mich auf Donnerstag.

Dazu wecken Themen wie „Helden von einst“ – diesmal mit Peter Illmann, dem Moderator der Kultsendung „Formel Eins“ – oder „Nintendo vs. Sega“, einem polarisierenden Konsolentest, Erinnerungen an die Kindheit der heute 30- bis 45-Jährigen. Worüber sich allerdings die Pressestelle des Egmont Ehapa Verlags ausschweigt, ist, welches Gimmick der zweiten Ausgabe beiliegt. Am Donnerstag weiß ich es spätestens.

Update: 13. März 2013: Das Gimmick steht fest: Zur Frühlingsausgabe wird dies ein ganz besonderes Osterschmankerl werden. Die Maschine, die viereckige Eier macht!.

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Klarer Trend für mobile Streaming Dienste

8. März 2013

Ob im Privaten oder im Beruflichen: Smartphone und Tables gehört die mobile Zukunft. Mobiles Internet heißt aber auch mobile Streaming Dienste, die verstärkt genutzt werden. Das einfachste sind sicherlich YouTube-Videos, aber nachdem ARD und ZDF ihr jeweiliges Programm live streamen, wird es interessant am Mobilmarkt.

Um zu verstehen, wie Verbraucher in Westeuropa und den USA mit Streaming-Inhalten auf ihren Geräten umgehen, wie oft sie ihre Telefone oder Tablet-PCs für die Video-Unterhaltung nutzen und welche Erfahrungen sie dabei machen, hat Rovi eine Umfrage zu Consumer Mobile Streaming durchgeführt. Sie belegt, dass Verbraucher mobiles Streaming bereits umfangreich nutzen, und dass eine große Nachfrage nach Premium-Video-Content mit TV-Shows und Filmen auf mobilen Geräten besteht. So nutzt die Mehrheit der Befragten ihre Geräte mindestens zwei- bis dreimal pro Woche für Videostreaming, eine durchschnittliche Sitzung dauert in der Regel 30 Minuten oder länger. Das bietet aber nicht nur eine Chance für klassische Unterhaltung. Ich denke,d ass der Bereich eLearning unglaublich interessant wird.

Hier ein Live-Streaming einer Pressekonferenz der bayerische Friseure.

Hier ein Live-Streaming einer Pressekonferenz der bayerische Friseure.

Mit 73 Prozent war die Streaming-Frequenz in Italien am höchsten, gefolgt von Spanien mit 71 Prozent und den USA mit 66 Prozent. Die Verbraucher gaben an, dass sie auf ihren Tablet-PCs mindestens zwei- bis dreimal wöchentlich Video-Streaming nutzen. In Großbritannien sehen sich mit 33 Prozent die meisten Verbraucher TV-Shows an, während Konsumenten in den USA (35 Prozent) und Deutschland (30 Prozent) mehr Filme ansehen. Alle Handy-Nutzer gaben an, so auch 31 Prozent aller Verbraucher in Frankreich und 47 Prozent aller Konsumenten in Italien, dass sie teilweise mehr selbst gefilmte Videos ansehen als andere Inhalte wie Filme, TV-Sendungen, Musikvideos, Nachrichten oder Web-Shows. Außerdem betrachtet fast die Hälfte aller Befragten Streaming-Live-Events wie Konzerte und Sportwettkämpfe auf ihren mobilen Geräten.

Die Studie zeigt Möglichkeiten auf, Entertainment-Erfahrungen durch neue mobile Streaming-Features und Funktionalitäten sowie den Zugriff auf Inhalte zu verbessern und zu erweitern. Es geben beispielsweise weniger als 20 Prozent aller mobilen User an, dass die visuelle Qualität der Streaming Videos gut sei. Diese Aussage macht den Bedarf an Lösungen für Advanced Adaptive Streaming und neue Kompressionsstandards wie High Efficiency Video Coding (HEVC) deutlich. Die meisten mobilen Anwender wünschen sich schnell ladende Videos mit störungsfreier Wiedergabe als wichtigste Voraussetzung für den Genuss von Streaming Videos. Eine weitere wichtige Anforderung von Verbrauchern ist es, Videos anzuhalten und später wiederzugeben, entweder auf dem gleichen oder einem anderen Gerät.

Interessant finde ich auch folgende Aussage: Nutzer von Mobilgeräten gaben zudem an, dass Video-Anzeigen, die vor, während oder nach eines Videos eingespielt werden, die effektivste Form der Werbung sind, um sich an Marken- oder Produktnamen zu erinnern. Das kann ich mir persönlich nicht vorstellen, aber wenn es so ist, na denn. Ich denke, es muss im mobilen Marketing noch bessere Möglichkeiten geben. Allerdings sorgen sich Anwender über die Kosten, die mit Video-Streaming zusammenhängen. Etwa die Hälfte der Befragten sagten, dass sie den Videokonsum aus Kostengesichtspunkten einschränken.

Weitere Umfrage-Ergebnisse:

66 Prozent aller britischen Nutzer von Tablet-PCs verbringen durchschnittlich 30 Minuten oder mehr mit Streaming-Medien in einer einzigen Sitzung, die USA liegt in diesem Ranking mit 62 Prozent auf Platz zwei.

Handy-Nutzer in Italien haben mit drei bis zehn Minuten durchschnittlich die kürzesten Streaming-Media-Sessions.

93 Prozent aller amerikanischen Tablet-PC-Nutzer und 80 Prozent der Mobiltelefon-Anwender in den USA glauben, dass Tablet-PCs eine gute Möglichkeit sind, um Filme und TV-Shows anzusehen.

Französische und italienische Verbraucher sind mit der Video-Qualität am unzufriedensten, 10 Prozent beurteilen die Qualität als schlecht.

Mehr als 80 Prozent aller Tablet-Nutzer konsumieren den größten Anteil ihrer Video-Streamings zu Hause, nur zirka 15 Prozent überwiegend während der Fahrt zur Arbeit.

Im Vergleich dazu konsumieren nur etwa 50 Prozent aller Handy-Nutzer Video-Streaming zu Hause, während zirka 35 Prozent die meiste Zeit während der Fahrt zur Arbeit mit Video Streaming verbringen, so dass das Handy heutzutage das bevorzugte Gerät für Pendler ist.

Das ist mal ein Buch: Die Esther-Rolle von 1746

7. März 2013

Auf einer Zugfahrt hatte ich wieder eine Diskussion um Bücher geführt. Ich liebe Bücher, schreibe auch selbst welche, aber die Frage muss erlaubt sein: Was macht ein Buch zu einem Buch? Ist es das Papier? Ist es der begrenzte Umfang? Ist es die Haptik? Oder ist es vielleicht der Inhalt? Die Entscheidung soll jeder für sich treffen.

Innerhalb unserer Familie haben wir ein Abkommen getroffen. Klassische Romane, Fachbücher usw. also mit Schwerpunkt Text kommen nur noch als digitale Bücher, eben eBooks, ins Haus. Viele der Sachen lese ich nur ein-, zweimal und stehen nur herum. Ich weiß schon gar nicht mehr, wohin mit all den Büchern. Zwei Kellerräume sind komplett voll. Diese Sachen kann ich (bis auf wenige Ausnahmen wie Edgar Allen Poe oder J.R.R. Tolkien) als eBook konsumieren.

Aber ich bin gerne bereit für schöne Bücher aus Papier Geld auszugeben. Ich kaufe daher verstärkt bildlastige, hochwertige Bücher und Comics. Für alle Buchfreunde habe ich daher auch eine Empfehlung aus dem Hause Taschen: Die Esther-Rolle von 1746.

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Der Gebrauch von Schriftrollen reicht zurück bis in die Antike. Eine der bekanntesten ist die Esther-Rolle, hebräisch Megillah, in der die Geschichte von Königin Esther erzählt wird, die an Purim in Synagogen weltweit verlesen wird. Mit diesem Fest feiern die Juden, dass Esther und ihr Vormund Mordechai sie aus der großen Gefahr retteten, die ihnen im persischen Reich unter König Xerxes (485–465 v. Chr.) drohte.

Die 6,5 Meter lange, handgeschriebene Megillah von 1746 in der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek zu Hannover ist ein kostbares Unikat und bildet die Vorlage für dieses Faksimile. Was diese Megillah auszeichnet, sind ihre reich kolorierten Illustrationen und ein deutscher Text aus der Entstehungszeit des Werkes. Da in der Synagoge keine Schriftrollen mit dekorativen Elementen benutzt werden, war die „Hannover-Rolle“ eindeutig für den Privatgebrauch bestimmt. Über 200 Jahre blieb ihr Schreiber und Illustrator unbekannt. Doch auf Basis von stilistischen Vergleichen und dem Studium historischer Quellen gelang dem Historiker Falk Wiesemann eine spannende Entdeckung: Schöpfer der Rolle dürfte wohl der jüdische Schriftgelehrte und Künstler Wolf Leib Katz Poppers aus Hildesheim gewesen sein. Taschens Faksimile wird mit einem Kommentarband geliefert, in dem Wiesemann die Bedeutung des Buches Esther für das Purim-Fest erklärt und die besondere Stellung der Megillah in der jüdischen Kunst erläutert.

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Dass nenn ich mal ein Buch: Das originalgetreue Faksimile der „Hannover-Rolle“ von 1746 kommt in einer in aufklappbarer Holzschatulle daher. Der reich illuminierte 6,5 Meter fortlaufende Text wird nach links aus dem lederbezogenen Hohlzylinder gezogen. Der beiliegende Kommentarband im Schuber mit erläuterndem Essay und Bibeltext des Buches Esther in vier Sprachen und opulenter Falttafel der gesamten Rolle gibt es im verkleinerten Maßstab. Und witzig: Die Esther-Rolle von 1746 ist limitiert auf 1746 Exemplare. Cool – doch wie passt die Esther-Rolle ins Bücherregal?

Nachruf: Meine Begegnung mit Alvin Lee

6. März 2013

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Er sagte die legendären Sätze „I’m going home – by helicopter.“ Und dann brach das Blues-Inferno los. Diese harte Blues war sicher einer der Gründe, weshalb ich zur Gitarre gegriffen habe. Und ist es Zeit, die alte Klampfe wieder hervorzuholen, denn Alvin Lee ist tot.

Alvin Lee war der Frontmann von Ten Years After und er starb für mich überraschend im Alter von 68 Jahren. Er starb an einem chirurgischen Routineeingriff. Den ersten Kontakt mit ihm hatte ich eben mit Going Home vom Woodstock-Festival. Knappe 10 Minuten Blues pur, das haute mich vom Hocker. Erst auf der Doppel-LP des Woodstock-Festivals, später im Kino beim Woodstock-Film. Leider ist er auf dem neuesten Woodstock-Sampler nicht dabei. Jahre später traf ich den Künstler privat. Als ich für das Fürstenfeldbrucker Tagblatt/Münchner Merkur als Reporter unterwegs war, traf ich Mitte der 1990 Jahre Alvin Lee beim Rolling Thunder Festival in Moorenweis. Neben der Kläranlage bei einem Kuhdorf im Landkreis Fürstenfeldbruck fand ein Biker-Treffen statt: Ein bisschen Sex, Drugs & Rock’n Roll in der bayerischen Provinz. Eric Burdon trat später dort einmal auf, aber Alvin Lee war einer der ersten Stars. In Woodstock spielte er vor 500.000 Leuten, im Moorenweis waren es vielleicht 200. Aber die Stimmung war gut. Hinter der Bühne traf ich auf einen Aufschneider, der wusste, was er auf der Gitarre kann. Er spielte weiterhin seine Gibson ES-335 mit dem Peace-Zeichen. Die Gitarrenläufe waren der Hammer, er war ein Zauberer. Aber Alvin Lee kam sympathisch herüber. Er liebte das bayerische Bier, trank auch mehr als ein halbes Glas. Wenn ich ehrlich bin, war er aber mehr an der Reporterin der Konkurrenzzeitung interessiert als an den Fragen eines Nachwuchsreporters. Dennoch bekam ich meine Antworten, ein Autogramm und ein paar Fotos und einen Woodstock-Star zum Anfassen. Lieber Alvin Lee: Spiel mit Hendrix ein Duett, rock die himmlische Hütte und zeig Petrus was Bluesrock wirklich bedeutet.

Chancen für Handys an der Schule

6. März 2013
Digitale Lesegeräte auf der Buchmesse. Foto: Bernd Hartung

Digitale Lesegeräte auf der Buchmesse. Foto: Bernd Hartung

Ich bin mit meinem Seminaren viel an Schulen, um Schüler, Lehrer und Eltern zum Thema Facebook und Co aufzuklären. In den Seminaren machte ich keine Angst, sondern will die Medienkompetenz fördern. In den ersten Minuten des Vortrags wird klar, dass die Schüler alle über Handys verfügen und ein Teil auch stolzer Besitzer von Smartphones sind. Sie haben also alle das Internet in der Hosentasche. Und besser: Dank Apps haben sie die Freunde in der Hosentasche. Dies meine Damen und Herren ist nichts weniger als eine Revolution.

Allerdings sind eingeschaltete Handys an bayerischen Schulen verboten. Die Mobiltelefone werden dem Schüler sofort abgenommen. Das stammt noch aus einer Zeit, als ein paar Deppen Gewalt- und Pornovideos via Bluetooth am Schulhof verteilt haben. Soweit die schulische Praxis. In der Theorie gibt es Ideen von zahlreichen Möglichkeiten von Handys an der Schule, wie vor kurzem die Lernmesse didacta,

„Meine Studenten sind jeden Tag zu jeder Stunde online“, berichtete Prof. Dr.-Ing. Rainer Herpers von der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg am Runden Tisch der Initiative D21 „Bring Your Own Device – Chancen und Herausforderungen des Einsatzes mobiler Endgeräte im Unterricht“. Tablets und Smartphones hätten die Notebooks verdrängt und seien stark im Kommen.

Diesen Trend bestätigt auch die aktuelle Studie der Initiative D21 „Mobile Internetnutzung. Entwicklungsschub für die digitale Gesellschaft!“: Verfügten im Jahr 2012 noch 24 Prozent aller Befragten über ein Smartphone, so sind es 2013 bereits 37 Prozent. In der Gruppe der 14 bis 19-Jährigen besaßen 2012 52,5 Prozent ein Smartphone und 2013 sogar 86,4 Prozent – das entspricht einem Zuwachs von rund 40 Prozentpunkten.

Dieses Bild spiegelt sich auch in den Schulen wider, die ganz unterschiedlich mit der neuen Situation umgehen. Einige verhängen ein striktes Handyverbot – wir in Bayern haben eine klare Anweisung durch das zuständige Kultusministerium. Andere versuchen den Trend für sich zu nutzen und stimmen ihr didaktisches Konzept darauf ab: Die Lehrer integrieren Smartphones in den Unterricht, die Geräte werden für die Lösung von Aufgaben in der Schule und Zuhause bewusst eingesetzt. „Bring Your Own Device“, frei übersetzt „bring mit, was du hast“, wird dieses Vorgehen genannt.

Es hat unter anderem den Vorteil, dass die Schulen die Kosten für die Anschaffung von Computern und die Betreuung der Netzwerke sparen. Welche technischen und konzeptionellen Herausforderungen dieser Ansatz mit sich bringt, war eine der Fragen, die die Teilnehmer des „Runden Tisches für den Einsatz digitaler Medien in Schule und Lehrerbildung“ der Initiative D21 und der Dienstleistungsgesellschaft für Informatik im Februar 2013 in Köln diskutierten. Klaus-Dieter Eschbach, Referatsleiter im Schulministerium NRW, zeigte in seiner Einführung zur Veranstaltung fünf Trends für die Bildungslandschaft auf. Einer davon ist die private Verfügbarkeit von Smartphones, Tablets und Laptops. Erklärtes Ziel der Veranstaltung war es dann auch, schlüssige Konzepte für die Integration mobiler Endgeräte in den Schulalltag zu finden.

„Digitale Medien folgen eher Marktgesetzen und Konsumentenbedürfnissen als den Vorgaben der Medienpädagogik“, stellte Thomas Michel, Geschäftsführer der DLGI, in seiner Einführung fest. Dabei entstünde auch pädagogisch Nützliches, das sich allein aus der Medienpädagogik nicht hätte entwickeln können. „Unsere Herausforderung und unsere Chancen bestehen darin, diese pädagogischen Möglichkeiten zu ergreifen“, betonte Michel.

Hierfür bedarf es eines Kulturwandels an den Schulen. Das Symposium mit dem Titel: „Durch kooperatives Lernen und Lernlandschaften zur modernen Schule“ zeigte, dass es einer gemeinsamen Anstrengung der gesamten Schule bedarf, um Veränderungsprozesse zu bewältigen. Hauptredner Rolf Schönenberger, Schulleiter und Pädagoge der Sekundarschule Bürglen in der Schweiz, stellte das von seiner Schule entwickelte und erfolgreich durchgeführte Modell der Lernlandschaften vor. Jeder Schüler verfügt hierbei über einen eigenen computergestützten Arbeitsplatz. Vom neu errichteten Lernhaus Osterholz-Scharmbeck, einer Schule die dem Model Bürglen folgt, berichtete Sabine Fedderwitz, Leiterin des Schulamtes der Stadt Osterholz-Scharmbeck. Als gemeinsame Herausforderung für Veränderungsprozesse identifizierten beide Fachleute die Gewinnung des Kollegiums für diese neue Form von Schule. Das Modell der Lernlandschaften hat Auswirkungen auf das Miteinander, die Motivation und auch die Identifikation der Schüler mit ihrer Schule. Als Indiz dafür führte etwa Rolf Schönenberger an, dass seine Schule keine Ausgaben für Vandalismus mehr aufbringen müsse. Zudem werde kooperatives und individuelles Lernen gefördert.