Kein Musiktipp: Woodstock 40

woodstock

Ja, ich gebe es zu. Ab und zu hänge ich noch am Sechzigerjahre Tropf. Die Musik der damaligen Zeit gefällt mir bis heute sehr gut. Und wenn wir von den Sechzigern sprechen, dann sprechen wir auch von Woodstock. Das große Rockfestival war rückblickend gesehen ein Fiasko, als Gesamtprodukt allerdings ein Millionen Erfolg, das fette Dollars einbrachte. Der Kinofilm, aber vor allem die Musik spülten Millionen in die Kassen der Veranstalter.

Ich hatte schon die legendären Woodstock eins und zwei Schallplatten später CD‘s, jetzt kaufte ich mir aber die sechs CD Box Woodstock 40. Die Box umfasst viele Aufnahmen der drei Tage von Liebe, Frieden und Musik. Ich hab sie gekauft, um auch den letzten Ton des legendären Musikfestivals genießen zu können oder sogar um Schätze zu finden.

Das hätte ich besser sein lassen sollen. Wie bei jedem Festival gab es auch bei Woodstock A- und B-Stars. Ich hätte es eigentlich besser wissen müssen. Nicht jede Note, sei sie auch noch auf dem legendären Festival gespielt wurden, ist ein Genuss. Dabei meine ich vor allem Quill, die wohl im Drogenrausch versunken sind. Viele der Künstler können es halt einfach nicht. Oder sie hatten einfach einen schlechten Tag. Ich denke in die letztere Kategorie fällt vor allem der Auftritt von Grateful Dead. Vielleicht waren es zu viel Drogen, vielleicht war es zu viel Stress. Dieser Auftritt ging daneben und wurde zurecht bisher nicht veröffentlicht.

Zu den verfiel ich den Irrglauben, dass die sechs CD Box endlich mal das gesamte Festival zeigen würde. Das ist ein Irrtum. Der wirklich gute und enorm wichtiger Auftritt von Ten years after mit Going home ist gar nicht CD. Warum schaffen es die Plattenfirmen eigentlich immer noch nicht, sich zu einigen? Muss erst die gesamte Musikindustrie hinweg gefegt werden, damit sie von ihren Rechten abdrücken. Den Künstlern und den Fans tut man mit so einem Vorgehen keinen Gefallen.

Ja, ich gebe zu: die Box sieht schön aus. Auch das beiliegende Heft ist nett editiert. Einige Fotos kannte ich noch nicht. Die Texte sind in der Regel eine Lobhudelei auf die alten Zeiten und ich kann getrost darauf verzichten. Was mich als Fan interessierte, dass erstmals die vollständige Trackliste der Auftritte zugänglich ist. Und ja, ich gebe auch zu, dass der Sound wirklich besser geworden ist: Eddie Kramer hat aus dem zum Teil grauenhaften Material unglaubliches geleistet. Dennoch: Mist bleibt Mist, auch wenn er nun glasklar daherkommt wie in Woodstock 40.

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