Kaninchen Karl-Heinz und Freunde erhalten Spende

19. Februar 2022

Seitdem Sinatra, einer meiner Wellensittiche verstorben ist und sein Partner Dr. Watson zu meiner Mutter gezogen ist, haben wir seit Oktober 2020 zwei Kater aus der Tierauffangsstation/Tierfreunde Maisach Überacker zu uns genommen. Die Herren heißen Parsifal (nach Richard Wagner) und Atari (nach meiner Lieblingskonsole) – und die beiden Fellnasen gehören zur Familie.

Die Tierfreunde versorgen uns nicht nur mit den Vierbeiner, sondern über soziale Netzwerke mit allerlei witzigen und traurigen Geschichten aus der Tierwelt. Neben Leid gibt es aber auch schöne Nachrichten. Und ich habe mich wirklich über eine Spendenmeldung gefreut, weil ich weiß, was in dieser Tierauffangstation geleistet wird: Die Mitarbeiter des Schnelltestzentrums aus der Marthabräu Festhalle in Fürstenfeldbruck haben beschlossen: Trinkgeld soll zu den Tierfreunden nach Überacker.

Analena Haider mit Kaninchen Karl-Heinz

Es war eine große Überraschung von einem renommierten Unternehmen wie der MAHAVI Group angeschrieben zu werden. Im neu eröffneten Schnelltestzentrum in der Marthabräu Festhalle, haben die Mitarbeiter im vergangenen Dezember fleißig Trinkgeld bekommen. Anstatt das Trinkgeld gerecht auf alle Mitarbeiter aufzuteilen, hat sich das Team des Schnelltestzentrums dazu entschieden, das gesammelte Geld zu spenden. Ich finde, das ist eine tolle Geste.

Der Einsatz der Tierfreunde Brucker Land macht sie bekannt und dank reger Öffentlichkeitsarbeit, steigt der Zuspruch. Doch dass sich mittlerweile auch Unternehmen melden, freut die Tierschützer besonders. Die Station, welche bereits seit 2006 provisorisch im Wasserwerk der Gemeinde Maisach untergebracht ist, ist in die Jahre gekommen. Zu wenig Platz für die vielen Sachspenden und erst recht für die vielen Tiere. Durchgehend ausgelastet und am Limit, sagen die Tierfreunde. Solange kein ordentliches Kreistierheim in Aussicht ist, müsste das Beste daraus gemacht werden. Aktuell ist ein Kaninchen-Außengehege in Planung. Mit dem Trinkgeld, welches von Mitarbeitern des Schnelltestzentrums der MAHAVI Group persönlich übergeben wurde, ist das neue Kaninchengehege nun vollständig finanziert.
„Damit gehen wir einen großen Schritt in die richtige Richtung!“, so Andrea Mittermeir, Vorsitzende und Tierheimleitung. „Von renommierten Unternehmen gesehen zu werden, mit unseren kleinen und großen Sorgen zeigt, dass sich jede Mühe lohnt“. Das nächste Projekt ist bereits in Planung: Ein Katzenwald soll entstehen für die Dauergäste und schwer vermittelbaren Katzen.

Dune – der Wüstenplanet – ultimative Edition

17. Februar 2022

Verschoben, verschoben und immer wieder verschoben, aber jetzt ist sie eingetroffen, die ultimative Sammlerbox von Dune – der Wüstenplanet. Ich spreche von der Version von 1984 unter der Regie von David Lynch.

Koch Film hat tief in den Archiven gegraben, neues Material produziert und liefert jetzt die 4K-UHD-Version samt fünf Blurays und einer CD bei den treuen Sammlern wie mir ab. Aufgrund von Produktionsproblemen wurde die Veröffentlichung der Box in Acryl-Glas immer wieder verschoben, aber nun wird sie an die Besteller abgeliefert.

Ich habe gleich mal ein Unboxing gedreht, als ich überraschend meine Box sogar einen Tag zu früh bekommen habe. Gleich vorweg: Mir hat der Lynch-Film genauso gefallen, wie die geniale Neuverfilmung und natürlich hätte ich gerne was vom Irren Alejandro Jodorowsky von 1974 gesehen. Nun zumindest die Scans vom Drehbuch sind aufgetaucht. Als Fan der Bücher von Frank Herbert habe ich die drei verschiedenen deutschen Übersetzungen verglichen und es wäre eine geniale Idee von Koch gewesen, die ursprüngliche komplette Übersetzung von Wulf H. Bergner beizulegen, die Heyne nur unvollständig veröffentlicht hat. Den Kontakt kann ich Koch Film bei einer Neuauflage der Box gerne herstellen.

Aber ich will nicht meckern und undankbar sein. Die ultimative Edition ist unglaublich vielseitig und macht Spaß in das Universum von Frank Herbert einzutauchen. Besonders habe ich mich gefreut über den gut gedruckten Fotoband mit Entwürfen und Setfotos von Ron Miller, dem Production Designer von DUNE, inkl. eines Interviews mit ihm + Booklettext von Paul Poet sowie über die Comicadaption von Bill Sienkiewicz und Ralph Macchio. Ich werde einen Vergleich mit der Dune: The Graphic Novel von Kevin J. Anderson und Frank Herberts Sohn Brian Herbert sowie den Illustratoren Raúl Allén, Bill Sienkiewicz, und Patricia Martín in den nächsten Wochen vergleichen.

Über die Verfilmung von Dune 1984 ist schon genug geschrieben worden. Sparfuchs Dino de Laurentis hätte David Lynch mehr freie Hand geben sollen, dann wäre der Film noch größer geworden. Aber so ist er, was er ist und daher unbedingt die längere TV-Fassung ansehen, die in der Box enthalten ist, dann wird vieles klarer. Ich mag die Schauspieler Kyle MacLachlan, der für Lynch später die Hauptrollen in BLUE VELVET und TWIN PEAKS spielte, sowie Francesca Annis, Jürgen Prochnow, Max von Sydow, Patrick Stewart und Sting.
Der Soundtrack mit 17 Track stammt von Toto und Brian Eno, der der Box auch beiliegt. Dune-Fans hatten ihn schon lange, aber immer wieder hörenswert. Ich erinnere mich, als ich Joseph Stanley Williams von Toto mal interviewte. Er wollte über das neue Album von Toto sprechen, ich über seinen Papa John Williams und den Soundtrack zu Dune. Im Konzert spielte die Band dann Dune.

Ich will jetzt nicht jedes einzelne Interview in Video und Audio besprechen. Ich kann nur sagen: Kauft euch die Edition im Shop von Koch Film, nehmt euch ein paar Tage Zeit und genießt die Zeit auf Arakis, dem Wüstenplaneten. Es lohnt sich, versprochen.

Filmtipp: King Kong und die weiße Frau als Special Edition

15. Februar 2022

Seit ich Kind war, bin ich ein Fan von Kong. Irgendwann sah ich die Verfilmung von Merian C. Cooper im Fernsehen und war angetan vom Affen, der New York zerlegte und sich vom Empire State Building zu Tode stürzte. Es kamen nach Kong viele Monster, aber Kong blieb mein King.

Nun kam von Filmjuwelen vor kurzem die ultimative Kong-Fassung King Kong – Das achte Weltwunder auf Bluray heraus. Ich empfehle ausdrücklich die Special Edition. Selbstverständlich musste ich zugreifen und ich hab es nicht bereut. Ich feierte einen ganzen Tag lang die hervorragende Veröffentlichung, die ich jeden Filmfreund ans Herz legen möchte. Der Inhalt der Doppel-Bluray King Kong – Das achte Weltwunder kann sich sehen lassen: Enthalten sind die Filme King Kong und die weiße Frau (1933), King Kongs Sohn (1933) und Panik um King Kong (1949). King Kongs Sohn hatte ich bisher nur auf Super 8 und die Tricks sind prima. Panik um King Kong finde ich eher schwach. Zudem ist die colorierte Kong-Fassung enthalten, die ich bisher in besserer Version auf US-Laserdisc hatte und als besonderes Schnäppchen die verschollen geglaubte deutsche Fassung von 1933 Die Fabel von King Kong in toller Sychro mit deutscher Einleitung.

Ich genoss Szene für Szene des Hauptfilms von 1933. Was muss für ein Raunen durchs Kino von damals gegangen sein, als Kong die weiße Frau auszieht, die Eingeborenen zertrampelt oder wie Kong auf dem Dach des damals gerade fertiggestellte Empire State gegen die Flugzeuge kämpft. Die Tricks von Willis O’Brien fesseln mich noch heute. Stop Motion at his best. Willis O’Briens Erbe wurde später vom großen Ray Harryhausen fortgesetzt.

Und bevor jemand einen Kommentar schreibt: Die legendäre Spinnen-Szene ist nicht aufgetaucht und damit nicht enthalten. Wir erinnern uns: Bei der Jagd auf Kong stürzen Seeleute von einem Baumstamm in eine Schlucht und wurden von Spinnen gefressen. Merian C. Cooper schnitt diese Szene nach Testvorführungen aus dem Film, weil die Zuschauer schockiert über die Spinnen als weniger über Kong sprachen. Diese Szene ist bis heute verschwunden. Kong-Fan Peter Jackson drehte die Szene neu mit der damaligen Tricktechnik aufwendig nach und diese neue Spinnen-Szene ist auf der Bluray enthalten – schon alleine das ist der Grund für den Kauf.

Es sind noch einige Juwelen als Extras auf King Kong – Das achte Weltwunder mit dabei. Beispielsweise Dokus über die Stop Motion-Technik von Trickpionier Willis O’Brien, Creation (Fragment eines Filmprojekts) und die komplette Filmmusik von Max Steiner, für mich eines der großen Werke der Filmmusik. Zudem gab es Audiokommentare, darunter von Rolf Giesen – zu gerne würde ich den großen Mann der deutschen Filmkritik gerne einmal persönlich treffen.

Online-Dating birgt Risiken – Medienkompetenz zum Valentinstag

14. Februar 2022

Am heutigen Valentinstag möchte ich auf ein Problem mit Dating-Plattformen hinweisen. Dazu plane ich im April auch ein Seminar mit der Verbraucherzentrale Bayern, um die Medienkompetenz zu stärken.
Auch Kaspersky weist in einer Mitteilung auf die Datensammelwut der Plattformen hin. Dabei werden viele persönliche Daten in den Dating-Profilen veröffentlicht, die unter anderem für Doxing – das Sammeln und widerrechtliche Offenlegen personenbezogener Daten Dritter im Internet – missbraucht werden können.

Foto: Kaspersky

Kaspersky liefert dazu interessante und erschreckende Zahlen. Laut Analysen waren bereits viele Online-Dating-Nutzer von Cyberbedrohungen betroffen: Jeder sechste Dating-App-Nutzer (16 Prozent) war bereits von Doxing betroffen. 15 Prozent fielen bereits einem Scam zum Opfer und insgesamt 31 Prozent wurden von Scammern über Dating-Apps kontaktiert. Jeder Fünfte (21 Prozent) hat bereits einen schädlichen Link oder Anhang per Dating-App erhalten. Bei acht Prozent der Nutzer wurden intime Fotos online geleakt.

Vor dem heutigen Valentinstag meldet Kaspersky zudem verstärkte Betrugsaktivitäten und empfiehlt Nutzern von Online-Dating-Apps und -Websites, ihre Daten und ihre digitale Privatsphäre zu schützen. Zudem warnt das Unternehmen vor Nachahmungen beliebter Dating-Apps, um die persönlichen Daten der Opfer zu sammeln.

Foto: Kaspersky

E-Mails von Cyberkriminellen, in denen diese vorgeben, Frauen zu sein, die nach einem Partner suchen. Das Schema umfasst E-Mails mit einem Link zu einer Phishing-Seite, die das Profil einer Dating-Website nachahmt und die Person auffordert, ein Formular mit ihren persönlichen Präferenzen für einen zukünftigen Partner auszufüllen. Zuletzt wird der Nutzer aufgefordert, seine Bankdaten hinzuzufügen. Tut dies das Opfer, erleidet es einen Daten- wie auch finanziellen Verlust.

Die Kaspersky-Tipps für sicheres Online-Dating gebe ich gerne weiter und werde sie auch in meinem Seminar mit der Verbraucherzentrale erläutern.
Das Instagram-Konto (oder andere Social-Media-Konten) nicht mit dem Dating-App-Profil verknüpfen, um nicht zu viele potenziell nutzbare Informationen über sich selbst preiszugeben. Selbst wenn auf Instagram bereits Einstellungen für Datenschutz und Sicherheit vorgenommen wurden, besteht ein Risiko in der Verknüpfung.
Niemals Telefonnummern oder andere Messaging-App-Handles weitergeben. Die Kommunikation sollte nur innerhalb der Dating-Apps erfolgen, bis eine Vertrauensbasis mit dem Gegenüber entstanden ist. Beim Wechsel zu einer anderen Messaging-App sollte diese ebenfalls so eingerichtet sein, dass alle privaten Daten geschützt sind.
Aufmerksam sein, wenn der Chatpartner dazu auffordert, eine App auf dem Telefon zu installieren, eine bestimmte Website zu besuchen oder anfängt, verdächtige oder ungewöhnliche Fragen zu stellen, beispielsweise zum Lieblingslehrer oder dem ersten Haustier – das sind häufige Fragen zur Website-Sicherheit. Cyberkriminelle nutzen diese Informationen für Phishing, um Geld oder Identitäten zu stehlen.
Auf Dating-Apps können auch Bots vertreten sein, bei denen es sich nicht um reale Personen handelt. Diese können versuchen, Nutzer dazu zu verleiten, Geld oder Daten preiszugeben. Wenn Nutzer also ein komisches Bauchgefühl bei einem Chat beschleicht und die Antworten des Gegenübers nicht ganz mit den eigentlich gestellten Fragen übereinstimmen, kann davon ausgegangen werden, dass es sich um einen Bot handelt.
Einstellungen in der App so ändern, dass das eigene Profil nur den Personen angezeigt wird, mit denen man gematcht hat. So erhalten nicht alle Nutzer Zugriff auf die Daten. Wird diese Ansicht auf eine begrenzte Anzahl von Personen eingeschränkt, verringert sich die Wahrscheinlichkeit, dass Profilinformationen in die falschen Hände geraten.

Leimtopf, Honigtopf oder Chips – von kitschigen und kuriosen Kosenamen

12. Februar 2022

Der Valentinstag am 14. Februar steht vor der Tür und viele Paare werden diesen Tag wieder zum Anlass nehmen, um ihrem Schatz zum Beispiel etwas zu schenken. Oder ihrem Schnucki, ihrem Mausebär, ihrem Pupsi …

Zum Valentinstag gibt es bei der Bäckerei Martin Reicherzer in FFB schöne Herzen. Foto: Reicherzerer

Die Sprachlernplattform Babbel hat den kommenden Tag der Liebenden genutzt, um sich mit den gängigen, zumeist eher kitschigen, aber auch den etwas kuriosen Kosenamen in verschiedenen Sprachen zu beschäftigen. So gelingt ein kleiner Blick in die (verliebten) Köpfe der jeweiligen Kultur.

Französisch
Wie wohl überall sind die Klassiker unter den Kosenamen auch im französischsprachigen Raum weit verbreitet:„Chéri(e)“ (Liebling, Schatz), „mon amour“ (meine Liebe) oder „mon cœur“ (mein Herz). Wer seinen Liebsten oder seine Liebste aber auch mal ein wenig triezen möchte, verwendet in solchen Fällen gerne Namen wie „mon paresseux / ma paresseuse“ (Faulchen, Fauli), wenn jemand zu Faulheit oder Trägheit neigt; „ma guidoune“ (Aufmerkamkeitssuchende:r), wenn jemand sehr viel Aufmerksamkeit einfordert oder auch „mon pot de colle“ (mein Leimtopf) für jemanden, der sehr anhänglich ist und nicht die Finger von dem oder der Liebsten lassen kann. Von der Kulinarik abgeleitet sind auch „mon petit chou“ (mein kleiner Kohl) und „mon saucisson“ (mein Würstchen).

Spanisch
Der allgegenwärtige Liebling heißt im Spanischen „cariño“, wird jedoch auch häufig abgekürzt („cari“) oder verniedlicht („cariñito“). Ähnlich abgewandelt wird auch „amor“ (Liebe), nämlich in „amore“ oder „amorcito“. Besonders ausgefallen wird es wieder bei diesem „leckeren“ Kosenamen: „media naranja“. Die Liebeserklärung bedeutet so viel wie „eine halbe Orange“ und drückt aus, dass der oder die Liebste die andere Hälfte von einem selbst ist.

Schwedisch
Unter die Kategorie liebevolle aber auch leicht triezende Kosenamen fallen im Schwedischen „tjockis“ (Dickerchen) und „gullegris“ (goldenes Schwein), die den nicht ganz so subtilen Hinweis geben, dass der oder die Betitelte etwas träge und weniger fit ist. Der Kosename „sötnos“ auf der anderen Seite bedeutet wortwörtlich „Süßer Nase” oder vielmehr „Süße Schnauze.” Tierisch lieb.

Italienisch
Italienischsprachige Herzensbrecher:innen betonen mit dem Namen „cucciolo“ (wörtlich: Jungtier/Welpe) mit Vorliebe die Niedlichkeit des Partners oder der Partnerin. Frauen werden im Italienischen auch als „rimba“ angesprochen – auf liebevolle Art und Weise wird so ausgedrückt, dass diejenige gerade ein wenig zerstreut ist. Unter dem aktuellen, wenig erfreulichen Pandemie-Umstand sticht ein italienischer Kosename besonders hervor: „microbino mio“ (wortwörtlich: mein Mikröbchen). Mit anderen Worten: eine Verniedlichung im Extremfall.

Niederländisch
Was für eine geschmackvolle Liebeserklärung: Auch im Niederländischen geht Liebe durch den Magen, weshalb der oder die Liebste schon mal als „patatje“, also als Chip bzw. Pommes frites betitelt wird – ein Snack, der wahres Comfort-Food ist.
Ein Kosename, der nur in stabilen und humorvollen Beziehungen und am besten auch nicht in Anwesenheit Anderer verwendet werden sollte, ist „poepie“ (Pups) oder auch „scheetje“ (kleiner Furz).

Dänisch
Schatz – den Klassiker unter den Kosenamen gibt es natürlich auch im Dänischen: „elskling“. Er wird abgeleitet vom Verb lieben – at elske. Zwei neckende Kosenamen, die vor allem für Männer verwendet werden, sind das selbsterklärende „bandit“ und „honningprut“, das so viel wie Honigtopf bedeutet und sich auf einen anhänglichen, offenbar aber auch süßen Mann bezieht. Abhängig davon, wie sehr man Lakritze mag, kann man seine Liebsten auch „dropje“ nennen – also kleiner Lakritz-Bonbon.

Und zum Schluss eine ehrenvolle Erwähnung: Die kurze tibetische Liebeserklärung „Nyingdu-la“ übertrumpft alle anderen und wird übersetzt als „hochverehrtes Gift meines Herzens“. Das bedeutet, trunken vor Liebe zu sein.

Ich bleibe bei den Bäcker-Herzen meines Bäckers und hab einen Podcast dazu gemacht:

Douglas Trumbull – ein Zauberer ist abgetreten

9. Februar 2022

Ein Zauberer, einer der großen Meister seines Fachs, ist von uns gegangen. Douglas Trumbull verstarb an Krebs, einem Hirntumor und einen Schlaganfall im Alter von 79. Jahren. Seine Tochter gab den Tod des Vaters via Facebook bekannt.

Sicherlich ist sein Name nur Insidern bekannt, sein Werk dagegen haben viele Menschen bewundert. Douglas Trumbull schuf die Tricks von vielen stilprägenden Filmen, allen voran 2001: Odyssee im Weltraum, Blade Runner, Andromeda (1971), Unheimliche Bewegung der Dritten Art oder Star Trek – der Film.

Douglas war ein Genie in seinem Metier und revolutionierte die Tricktechnik mit seinen Modellen, lange bevor es CGI gab. In Andromeda führte er das erste Mal CGI im Film ein. Wir die Zuschauer, aber auch die Filmschaffenden in aller Welt haben ihn so viel verdanken. Sein letzter Geniestreich war wohl der Trailer zu Amazons Herr der Ringe-Serie. Sonst arbeitete er für IMAX und entwickelte das Showscan-Verfahren mit 60 fps.

Aber Trumbull führte auch Regie, einmal bei Öko-SF Lautlost im Weltraum (1972) und vor mich sein wegweisendes Werk Projekt Brainstorm. Beide Filme floppten, aber sie fanden dennoch den Weg in mein Herz. Brainstorm war für mich eine Vorausschau auf VR und das Metaverse.

Trumbull habe ich nur einmal live gesehen. Ich glaube es war 2021 in Stuttgart auf der fmx. Leider kam ich nicht nah genug an ihm ran, keine Fotos und vor allem kein Interview. Ich war den Veranstaltern wohl nicht so wichtig, so dass ich nur ein Zuschauer und vielen war.
Das erste Mal las ich den Namen Douglas Trumbull als ich ein junger Kinofan war und mir den Sonderband Die Tricks der Kinozeitschrift cinema kaufte. Dort wurde ein wenig über den Zauber von 2001 berichtet und wer die großartigen Tricks schuf. Seitdem war ich ein Fan von ihm.

90. Geburtstag von François Truffaut

8. Februar 2022

Wenn ich ans französische Kino denke, fallen mir viele berühmte Regisseure ein: Claude Chabrol, Georges Méliès, Jaques Tati, Jean-Luc Godard und immer wieder François Truffaut.

Das Geniale an der Person François Truffaut war für mich: Er vereinigte in einer Person Regisseur, Produzent, Drehbuchautor, Journalist, Buchautor und Schauspieler. Am 6. Februar 1932 wurde er in Paris geboren und feierte soeben seinen 90. Geburtstag.
Als Filmkritiker, der das legendäre Les Cahiers du cinéma leitete, wechselte er auf die andere Seite. Er schrieb nicht nur über Film, sondern er schrieb Filmgeschichte indem er Mitbegründer der Nouvelle Vague war. Seine Meisterwerke waren sicherlich Sie küssten und sie schlugen ihn, Jules und Jim, Geraubte Küsse und Die amerikanische Nacht, die derart leichtfüßig auf der Leinwand liefen.

Von den siebziger Jahren bleiben mir drei unterschiedliche Ereignisse von Truffaut in Erinnerung. Da wäre zum einen sein Film die amerikanische Nacht von 1973, die deutsche Veröffentlichung des Interview-Klassikers Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht? und sein Schauspielauftritt in Steven Spielbergs Unheimliche Begegnung der Dritten Art.

Der Regisseur: Die amerikanische Nacht (1973)
Der Film lebt vom Blaufilter. Die Liebeskomödie wurde bei Tag gedreht, aber durch einen Blaufilter entsteht für den Zuschauer der Eindruck einer Nachtaufnahme, eben eine amerikanische Nacht. Der Film ist ein humorvolles Psychogramm von Dreharbeiten – unterschiedliche Charaktere prallen aufeinander. Ein Filmprojekt droht zu scheitern, doch die Liebe zum Film schweißt die Protagonisten zusammen und sie ziehen gemeinsam ihr Filmprojekt durch. Ein schöner Film für Filmfreunde, der die Differenzen in einem künstlerischen Prozess sehr gut darstellt und Mut macht. Die amerikanische Nacht wurde sowohl 1974, als auch 1975 für den Oscar nominiert. Zunächst als französischer Beitrag in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film, in der er sich gegen die Konkurrenz durchsetzen konnte, und im folgenden Jahr in den Kategorien Beste Regie und Bestes Originaldrehbuch sowie mit der Schauspielerin Valentina Cortese in der Kategorie Beste Nebendarstellerin.

Der Autor: Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht?
Der Journalist Truffaut hatte die Gelegenheit den Altmeister des Kinos Alfred Hitchcock mehrmals zu interviewen. Heraus kam ein Standardwerk der Filmliteratur, das jeder Filmfan gelesen haben muss. Truffaut stellt die richtigen Fragen und Hitchcock beantwortete sie ausführlich und detailreich. Herausgekommen ist kein oberflächliches PR-Buch, sondern spannende Filmliteratur. Das Buch Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht? ist in Deutschland 1973 erstmals bei Hanser erschienen, zwei Jahre später kam es bei Heyne heraus. Das französische Original erschien 1966 und basiert auf einer rund 50-stündiges Interview-Session.


Hier gibt es die original Interviews zum Nachhören.

Der Schauspieler: Unheimliche Begegnung der dritten Art 1977
Truffaut spielt den Sprachwissenschaftler Claude Lacombe, der Kontakt zu Außerirdischen herstellt. Die Spielbergsche Allegorie auf die Bibel ist heute ein Klassiker des Science Fiction-Films, der nochmals in einer erweiterten Version herauskam. Für mich ist die Beteiligung Truffauts, der im Film Französisch spricht, eine Verbeugung Spielbergs vor dem großen europäischen Autorenfilmer. Spielberg bezeichnete ihn 1978 in einem Interview des American Film Institute als „simple Man“ im Sinne von unkompliziert. Er sei genauso wie seine Filme: Leicht und unbeschwerlich. Und ich denke, diese Unbeschwerlichkeit zeigt sich hervorragend in Unheimliche Begegnung.

Dieser Beitrag erschien zuerst in der Facebook-Gruppe ERDBENEN‘74 – Filme und Stars der 70er

Online-Grünkohlessen mit Biertasting mit Ludger Freese und Petra Pekeler

7. Februar 2022

Durch Corona sind wir gezwungen unser Leben zu verändern. Die Digitalisierung hat vieles erträglicher gemacht, uns in der Pandemie abzulenken: Streaming, Online-Shopping und mehr. Und lasse mich immer wieder gerne auf neue Experimente ein: Wohnzimmerkonzerte im Netz und neulich einmal wieder ein Genusstasting. Im vergangenen Jahr habe ich ein reines Biertasting mit schwäbischen Brauereien gemacht, dieses Jahr war Essen und Trinken angesagt.

Ludger Freese, Caterer und Restaurantbetreiber aus Visbek und Social Media-Pionier, schloss sich mit Petra Pekeler zusammen und veranstaltete ein Online-Grünkohlessen mit Biertasting – und meine Familie war natürlich mit dabei. Meine Frau und ich bestellten uns zwei Grünkohl- und Bierpakete per Mail, die prompt sicher verpackt via DHL geliefert wurde.

Als Bayer habe ich nicht so oft die Gelegenheit Grünkohl und Pinkel aus Visbek zu essen. Ich entdeckte die Spezialität vor Jahren als mich ein damaliger Verlagsleiter aus Münster einlud, die Verlagsmitarbeiter mit dem Bollerwagen durch die Starnberg zogen und Schnaps genossen und dann zum deftigen Grünkohlessen eingeladen wurden.
Heute ist Ludger Freese mein Dealer, wenn es um Grünkohl und Pinkel geht. Online bestellt und zack ist das Paket da. So war es eine Selbstverständlichkeit, bei dem Online-Grünkohlessen mit Biertasting teilzunehmen. Bier und Speisen waren gekühlt, kamen bei mir in den Kühlschrank und warteten dort auf den großen Tag.

Rechtzeitig erwärmte ich die Speisen, postierte das Bier und dann ging es los. Das Tasting wurde via Zoom getreamt. Petra Pekeler und Ludger Freese saßen im Wohnzimmer, ich saß in meinem Wohnzimmer, meine Frau in einem anderen Zimmer und die anderen Teilnehmer schalteten sich zu. Einige aus Franken in geselliger Runde, einige aus den neuen Bundesländern, einige aus dem Bereich Oldenburg. So verbindet die Digitalisierung die Menschen.

Mikro aus und Lauscher an. Petra Pekeler machte den Anfang. Sie kommt von einem kleinen Dorf im Oldenburger Münsterland. Zudem ist sie Gästeführerin der Tourist-Info Nordkreis Vechta und dort zuständig für geführte Kneipen- und Genusstouren. Und damit war sie die ideale Präsentatorin für die Biere der Region. Es gab vier Biere von Bootshaus Brauerei, Ols Brauerei, Union Brauerei Bremen und den Schnaps Alter Schwede Spezial Kräuterlikör. Pekeler erzählte die Geschichte der Biere, stellte Fragen an die Teilnehmer der Runde – sehr schöne und wichtige Didaktik in einem Online-Event.

Ich hatte die Biere in der richtigen Reihenfolge auf meinen Wohnzimmertisch aufgebaut, öffnete die Flaschen, schenkte den Gerstensaft in Glas, prüfte den Inhalt und hielt ins ins Licht, hörte die Geschichten rund ums Bier und den Brauern und genoss den Abend. Nachdem zwei Biere verkostet waren, kam der Grünkohl und Pinkel an die Reihe. Ich servierte die großzügigen Portionen meiner Frau und mir, legte eine Serviette bereit und genoss die vitaminreiche Kost. Ludger erzählte, zitierte Gedichte, berichtete von seinen Erfahrungen als gelernter Metzger-/Fleischermeister. Kurz gesagt: ich fühlte mich wohl und freute mich, dass ich ihn mal wieder sehen konnte – zumindest virtuell.

Nach rund zwei Stunden waren die Flaschen und der Teller leer und ich voll. Grünkohl und Pinkel machen satt, vier Bier und ein Schnaps taten ihre Wirkung. Und das geniale bei einem Online-Tasting: Ich muss nicht mehr fahren, sondern konnte gleich ins Bett gehen.
Fazit: Toller Abend, tolle Ideen, tolles Essen, tolle Biere und so stell ich mir Innovation vor. Danke an alle Beteiligen – ich in das nächste Mal wieder mit von der Partie.

Unterstützung für die Abi-Kasse

4. Februar 2022

Heute bitte ich euch als Community um Unterstützung. Nicht für mich, sondern für den Abiturjahrgang von K2. Das Kind wird mit Mitschülerinnen und Mitschülern das Abi im Mai am Gymnasium Gröbenzell im bayerischen Landkreis Fürstenfeldbruck schreiben. Und nach dem (hoffentlich bestandenen) Abi ist eine Feier mit T-Shirts und allen Drum und Dran geplant. (You Gotta) Fight for Your Right (to Party!)

Für die Abi-Feier von K2 (Symbolbild) wird Geld über eine Affiliate-Programm gesammelt.

Und weil die Sache Geld kostet und in Corona-Zeiten das Einsammeln von Geld für solche Feierlichkeiten schwierig ist, wie beispielsweise zurückgehende Anzeigeneinnahmen durch einen krisengeschüttelten Mittelstand, haben sich die Schülerinnen und Schüler etwas besonderes ausgedacht, was mir als digital begeisterten Papa von K2 gefällt: Die haben ein Affiliate mit der Klamottenwebsite aboutyou abgeschlossen und einen Rabattcode von 10 Prozent herausgehandelt.

Und jetzt kommt ihr als Community ins Spiel. Wenn ihr neue Kleidung, Schuhe, Accessoires wie Gürtel oder Rucksäcke benötigt, dann schaut bitte auf der Seite aboutyou vorbei und wählt aus. Und am Ende gebt ihr den Gutscheinquote CS-D9NVV3 ein, dann spart ihr satte 10 Prozent und der Abijahrgang von K2 bekommt 10 Prozent vom Umsatz gutgeschrieben.

Also eine prima Sache für alle Sparfüchse und die Schülerinnen und Schüler haben auch etwas davon. Zum einen ein wenig Geld in der Abikasse und zum anderen haben sie den Umgang mit Affiliate-Marketing im 21. Jahrhundert gelernt. Affiliate-Systeme sind internetgestützte Vertriebsarten, bei denen in der Regel ein kommerzieller Anbieter, in diesem Fall aboutyou, seinen Vertriebspartnern, in diesem Fall den Schülerinnen und Schülern des Abijahrgangs, Provisionen anbietet. Der Produktanbieter stellt hierbei Werbemittel zur Verfügung, die der Affiliate auf seinen Websites verwendet oder über andere Kanäle wie Keyword-Advertising oder E-Mail-Marketing einsetzen kann, also in unserem Fall ein 10 Prozent Gutschein.

Ich finde es prima, wie Schülerinnen und Schüler ihre Erfahrungen in der digitalen Welt sammeln und trotz Corona versuchen, eine Abifeier auf die Beine zu stellen. Und daher bitte ich um die Unterstützung der Community: Kauft bei aboutyou, spart 10 Prozent mit dem Code CS-D9NVV3 und die Kinder können ein Abi feiern, an das sie sich ihr ganzes Leben erinnern werden.

Filmwissen online – Digitalprojekt für Filmfans gestartet

3. Februar 2022

Als Filmfan und Bildungsmanager liebe ich Archive, Datenbanken, Bibliotheken und dergleichen mehr, die sich mit dem Medium Film beschäftigen. Und ich freue mich, wenn eine neue Wissensdatenbank zum Thema Film online gegangen ist, so wie jetzt, denn digitale Bildung im Netz ist genau der richtige Weg.

Mit der gelaunchten interaktiven Plattform FILMWISSEN ONLINE bieten sieben Institutionen aus der deutschen Filmbildungslandschaft Filmfans einen interaktiven und spielerischen Einstieg in die Filmgeschichte und Filmsprache, gepaart mit jeder Menge kurioser Fakten zu Film und Kino. Mir gefällt dieser digitale Weg der Filmbildung, den ich noch selbst als Jugendlicher in Büchereien, eigenen Archiv und Filmfesten mühsam beschritten habe.

Es werden Fragen aus 120 Jahre Filmgeschichte beantwortet wie: Wie wahr kann ein Dokumentarfilm sein? Wer war die erste Animationsfilmregisseurin in Deutschland? Was hat es mit Western „Made in Germany“ auf sich? Was haben Stummfilme und Comics gemeinsam? Und was hat Kino mit Schokolade zu tun?
Das Themenspektrum ist vielfältig: Es geht um wegweisende Filmemacher, um Genre und Gattungen, um Vorläufer der Filmkamera und ungeliebte Zwischentitel, um den Wahrheitsanspruch im Dokumentarfilm, um stereotype Darstellungen und kolonialistische Perspektiven im Film, um frühe Animationsfilmtechniken und das Entstehen einer ganzen Branche. Gerade das Thema Animationsfilm fasziniert mich als ehemaliger Chefredakteur der wichtigsten deutschen 3D-Zeitschrift. Aus der neuen Website ziehe ich gleich Anregungen für meine monatlichen Online-Schulungen aus dem Bereich Populärkultur.

Natürlich ist ein digitales Archiv nicht abgeschlossen, kann es auch gar nicht sein. Es muss wachsen, wenn die Betreiber neuen Content einstellen. Der erste Schritt ist gemacht. Das kostenfreie Angebot unter www.filmwissen.online wird stetig wachsen und im Lauf des Jahres um Module zu filmischen Gestaltungsmitteln ergänzt. Diese neuen Wege der digitalen Filmbildung unterstütze ich ausdrücklich.
Entwickelt wurde diese Themenwelt von der Deutschen Filmakademie, dem DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum Frankfurt, dem Filmmuseum Düsseldorf, CineGraph – Hamburgisches Centrum für Filmforschung, dem Haus des Dokumentarfilms Stuttgart, der Stiftung Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen sowie dem Filmmuseum Potsdam. Vielleicht kommen ja noch andere renommierte Sammlungen wie mein geliebtes Filmmuseum München oder die legendäre Murnau-Stiftung dazu.

In einzelnen Modulen – einer Mixtur aus Ausstellungen und Kursen – wird mit kurzen Texten, Filmausschnitten, Originaldokumenten, Fotos und Audiofiles ein anschaulicher und stark visueller Einstieg in die Welt des Films geboten. Interaktive Werkzeuge ermöglichen es, sich Wissen zu erschließen: Hotspots in Filmausschnitten geben Detailwissen preis, Pop-Up-Boxen erläutern filmsprachliche Elemente, Image-Slider setzen Bilder ins Verhältnis und in Quiz-Formaten können die Nutzer ihr neugewonnenes Wissen testen.