Archive for the ‘Film’ Category

The Concert for Bangladesh kostenlos auf iTunes

28. Juli 2011

Ich geb es ja zu: Ich mag Musik von den 50er Jahren bis zur Mitte der 70er Jahre. Mit dieser Musik wurde ich sozialisiert und ich höre die Rocker der damaligen Zeit immer noch gerne – und ich sehe sie gerne. Gute Aufnahmen von Konzerten gibt es leider sehr wenige: Ein großartiges Zeitdokument ist sicherlich „The last Walz“ von und mit The Band. Und da wäre noch das legendäre „The Concert for Bangladesh“, das 1971 von Beatle George Harrison organisiert wurde. Es ist traurig, wenn ich den Hunger in Somalia heute sehe, damals war es der Hunger in Bangladesh. Harrison hatte eingeladen und große Stars kamen: Allen voran Bob Dylan, als zorniger junger Mann in Jeansjacke. Es ist ein großartiger Auftritt. Kritiker schrieben damals: Es war als ob Jesus und Marx zusammen ein Konzert gaben. Ist natürlich Blödsinn, klingt aber gut.

Wer jetzt neugierig geworden ist, kann sich das Konzert kostenlos bei iTunes reinziehen. Zur Feier des 40. Jubiläums von „The Concert for Bangladesh“ zeigt Apple das Konzert in voller Länge. Es wird kostenlos bei iTunes gestreamt zwischen dem 30. Juli, 6 Uhr, und dem 2. August, 6 Uhr. Obwohl ich die DVD habe, schaue ich natürlich gerne rein. Künstler wie George Harrison, Ravi Shankar, Bob Dylan, Eric Clapton, Ringo Starr und viele andere gaben bei diesem legendären Wohltätigkeitskonzert ihre Songs zum Besten. Das dazugehörige Live-Album inklusive iTunes LP gibt es auch zum Kaufen – logo.

In den Startlöchern zu Cars 2

24. Juli 2011

Pünktlich zum Schuljahresende in Bayern startet bei uns Cars 2 und ich werde mich Sohnemann den Pixar-Film ansehen. Ich freu mich darauf. Seit dem ersten Teil von Cars wird unser trautes Heim von Pixar-Merchandise-Produkten bevölkert. Im Dach fährt Wall•E, Lightning McQueen fährt in groß und in zahlreichen kleinen Varianten durch diverse Kinderzimmer, auf dem Frühstückstisch wird Müsli und Spiegelei in diversen Cars-Schalen und -Tellern serviert. Plüschfiguren aus den Unglaublichen und Nemo aus dem gleichnamigen Film wartet in den Kinderbetten. Die Actionfiguren aus Toy Story stehen bei mir auf dem Schreibtisch und die Mitwirkenden aus Ratatouille sorgen für das Flair in der Küche samt Ratte. Und natürlich gibt es die Filme wie Cars [Blu-ray] auf DVD und Blu ray, die Hörspiele sind auf dem Musikserver und die Noten von Randy Newman liegen auf dem Klavier.

Und im Moment ist das Familienspiel auf der PS3 die Games-Version von Cars 2 – Das Videospiel. Im Vergleich zu den Games aus Teil 1 ist das Spiel aus dem Hause Disney Interactive Studios deutlich flotter und actionlastiger. Natürlich geht es um Rennwagen und um heiße Reifen, doch die Fahrzeuge haben deutlich mehr Features. In einigen Levels sind sie sogar bewaffnet mit Maschinengewehren und Raketen. Das Videospiel basiert auf dem Disney/Pixar Animationsstreifen und ist auch in Deutsch erschienen, was den Familiennachwuchs entgegen kommt. Und das Spiel kommt in 2D und 3D daher. Schnell mal einen entsprechenden Monitor angeschlossen und schon tauchen die Spieler in die dritte Dimension ein. Gerade bei farbgewaltigen Rennen durch Weltstädte wirkt diese Effekt. Wer keine 3D-Glotze hat, braucht aber nicht enttäuscht sein. Das Spiel macht einfach Spaß – und man muss nicht allein spielen. Bis zu vier Spieler können im Mehrspielermodus gegeneinander zocken. Das brauchte bei uns Stimmung in die Hütte, wobei ich aus unerfindlichen Gründen immer Letzter war. Wahrscheinlich lag es daran, dass ich die (mir total langweiligen) Trainingsfahrten im Computergestütztes Hauptquartier der Regierung für Operative Motorspionage auch CHROM genannt, nicht absolviert habe. Meine Lieblingsfigur als Bayer war natürlich Hook im Landhausmodenlook und die Lieblingsstrecke war London, gefolgt von Tokio.

Die Grafik von Cars 2 – Das Videospiel ist nicht der Hammer. Da kann die PS3 deutlich mehr. Aber den Kindern hat die Grafik keinen Abbruch gemacht, nur überkritische Papas haben wohl damit ein Problem.

Also wir sind bereit auf Cars 2. Auch der Handel hat sich auf das Filmabenteuer dieses Sommers eingestellt und mit zahlreichen Produkten rund um die beliebten Cars-Charaktere kleine und große Rennfahrer in Pole Position gebracht. Für frischgebackene Eltern hat der Hersteller Hauck eine ganze Produktreihe im roten Cars-Design im Angebot: Vom praktischen Reisebettchen über eine weiche Reisematratze bis hin zur komfortablen Hochstuhleinlage, hier ist für jedes Baby etwas dabei – und mit dem sportlichen Liegebuggy wird jeder Spaziergang zum rasanten Abenteuer. Alles Sachen, die wir nicht mehr brauchen.

Auch für ältere Kinder halten Lightning McQueen und seine Freunde jede Menge unterschiedliche Items parat. Trendig wird es mit der Frühling/Sommer 2011 Kinder-Kollektion von adidas und Disney: Neben Schuhen gibt es T-Shirts mit ausgefallenen Motiven. Zum Spielen gibt es für Cars-Fans aller Altersgruppen ebenfalls eine breitgefächerte Produktpalette. Die Kleinsten können auf dem „Lightning McQueen“ Bobby-Car von BIG ihre Runden drehen oder die Geschichten ihrer Helden mit den zahlreichen LEGO DUPLO Bausätzen nachspielen.

Auch für die Älteren gibt es von LEGO Spielsets mit den neuen Charakteren aus dem zweiten Cars-Film sowie Puzzle von Ravensburger, Spielzeugautos, -trucks und -sets von Mattel und einen Scooter von Mondo.

Passend zum Sommer sind zudem viele Merchandising-Produkte für die Urlaubszeit im Handel erhältlich, wie eine Strandmuschel und ein Sandspielset. Bei der nächsten großen Auto-Reise dürfen natürlich die aktuellen Cars-Artikel von Kaufmann Neuheiten nicht fehlen, denn hier gibt es neben Sonnenschutzblenden und Nackenhörnchen auch Kindersitzerhöhungen. Pünktlich zum Schulanfang können alle Lightning McQueen-Fans mit Schulranzen-Sets, Trinkflaschen, Freundschaftsbüchern und Schreibsets von Undercover in die Schule starten – brauchen wir nicht, haben wir schon.

Ach ja, hier noch ein paar Infos zum Film: Lightning McQueen ist das schnellste Rennauto der Welt! Das glaubt er zumindest. Und um das zu beweisen, begibt er sich mit seinem besten Freund, dem etwas in die Jahre gekommenen Abschleppwagen Hook, auf eine abenteuerliche Reise rund um den Globus und bis nach Europa! Denn Lightning McQueen tritt in Cars 2 im allerersten World Grand Prix gegen die Rennelite der ganzen Welt an. Aber der Weg zum Champion ist lang– und voller Schlaglöcher, Umleitungen und verrückter Überraschungen! Und nicht nur Lightning muss in diesem entscheidendem Wettkampf um Ruhm, PS und Ehre alles geben, auch der liebenswerte Hook erlebt das Abenteuer seines Lebens, als er unwissentlich geradewegs mitten in eine internationale Spionage-Affäre hineingerät. Hin und her gerissen, seinem Freund bei dessen wichtigstem Rennen zur Seite zu stehen und gleichzeitig seine eigene, actiongeladene Geheimagenten-Mission zu erfüllen, begibt sich Hook vor den Augen der Welt und mit seinen Freunden im Schlepptau, auf eine explosive Verfolgungsjagd durch Japan und Europa. Cars 2 ist das neue Meisterwerk der Pixar Animation Studios.
John Lasseter setzt sich erneut hinters Lenkrad und führt Regie bei der Fortsetzung seines mit einem Golden Globe ausgezeichneten Erfolgsfilms „Cars“ (2006). Cars 2 entstand unter der Co-Regie von Brad Lewis („Ratatouille“), als Produzentin fungierte Visual Effects Veteranin Denise Ream („Oben“).

Leute, wir sind bereit und starten durch.

Das Batman-Fieber kommt wieder

22. Juli 2011

Im Juli 2012 soll der neue Batman ins Kino kommen. Sein Titel „The Dark Knight Rises“. Ich bin sehr gespannt auf die Verfilmung, denn die ersten beiden Teile von Christopher Nolan haben mir ganz gut gefallen und ich habe darüber geschrieben.. Nolan hat auch die Regie von Teil 3 inne. Auch die Besetzung ist gleich geblieben: Christian Bale als „Bruce Wayne / Batman“, Gary Oldman als „Commissioner Gordon“, Morgan Freeman als Tüftler „Lucius Fox“ und Michael Caine als Butler „Alfred“. Die Bösewichter sind Tom Hardy als „Bane“ und Anne Hathaway als „Selina Kyle / Catwoman“.

Es wird sicherlich ein schönes Popcorn-Kino werden und das Teil muss ein Erfolg werden. Die Werbemaschinerie läuft schon an. Der erste, allerdings nichtssagende Trailer wurde bereits veröffentlicht. Außer großen Worten bekommt der Zuschauer nichts mit, aber er erfüllt seinen Zweck, die Zuschauer auf Julli 2012 aufmerksam zu machen.

Bis es soweit ist, warte ich auf das neue Batman-Videogame: Warner Bros. Interactive Entertainment und DC Entertainment veröffentlichen einen neuen Trailer zum Action-Adventure Batman: Arkham City, welches am 21. Oktober 2011 für Xbox 360, PS3 und Games for Windows PC erscheint. In diesem Video dreht sich alles um den Riddler – Gotham Citys berüchtigten Bösewicht mit der Zwangsneurose immer im Mittelpunkt stehen zu müssen. In Batman: Arkham City setzt der Riddler auf volles Risiko und greift nicht nur Batman, sondern auch die unschuldigen Bewohner von Arkham City an… wird ihm dies gelingen?

Batman: Arkham City wird von Rocksteady Studios entwickelt und greift die dichte Atmosphäre von Batman: Arkham Asylum auf. Die Spieler werden in Arkham City abgesetzt, dem neuen Hochsicherheits-„Heim“ für alle Gangster, Ganoven und wahnsinnigen Superverbrecher von Gotham City. Das Action-Adventure spielt innerhalb der verstärkten Festungsmauern dieses weitläufigen Bezirks im Herzen von Gotham City. Diese sehnlich erwartete Fortsetzung bietet eine vollkommen neue Geschichte mit einer Starbesetzung aus klassischen Figuren und blutrünstigen Bösewichten aus dem Batman-Universum. Darüber hinaus liefert das Spiel eine große Bandbreite an neuen und verbesserten Gameplay-Eigenschaften, die den Spielern eine nette Spielerfahrung als „Dunkler Ritter“ bieten. Batman: Arkham City basiert auf der ursprünglichen Batman Lizenz von DC Comics.

Qualitätsjournalismus ade: SFT lobt „Der Herr der Ringe Blu ray“

11. Juli 2011
Großes Kino in perfekter Qualität.

Großes Kino in perfekter Qualität.

Mein Vertrauen in diese sogenannten Testmagazine ist getrübt. Neulich bin ich wieder auf eine lange Zugreise gegangen und machte den Fehler, dass ich wieder ein paar Papierzeitschriften mit auf die Reise nahm. Neben meiner geliebten Voque war unter anderem auch die SFT dabei. Das Krawallmagazin in Sachen Spiele, Filme und Technik protzt mit Aussagen über Testsieger, Und was muss ich lesen? Der Kauftipp in der Testübersicht Juli 2011 ist auf Seite 80 die Blu ray von „Der Herr der Ringe – Extender Edition“. Da wird geschwafelt über hohe Bildqualität. Es steht zu lesen: „Großes Kino in perfekter Qualität“. Aber angeschaut hat sich den Film wohl niemand von der Testredaktion. Oder der Kollege, der die Tests macht, ist taub. Nur so ist es zu erklären, dass er die Tonprobleme bei der vorzüglichen Peter Jackson-Trilogie nicht bemerkt hatte.

Vielmehr vermute ich aber weniger einen Hörschaden seitens des Testers, als vielmehr schludrige Redaktionsarbeit. Hier hat keiner in der Testübersicht getestet, sondern ich vermute, dass die Redaktion den  Erscheinungstermin der Blu ray unbedingt ins Heft nehmen wollte und den Test einfach ins Blaue mit viel Blabla schrieb. Mist werte Kollegen: Dieses Mal ist Schuss nach hinten losgegangen und mein Vertrauen in euch ist gegen Null gesunken. Ihr grabt weiter fleißig das Grab des Zeitschriftenjournalismus.

Greenscreen-Fehler bei „Der Herr der Ringe“

6. Juli 2011

Trotz der Tonprobleme habe ich mir die Blu ray von „Der Herr der Ringe“ komplett angeschaut – aber eher aus optischen Gesichtspunkten. Und es zeigt sich, dass Filme künftig sorgfältiger gedreht werden müssen. Hochauflösende Bilder in HD zeigen Fehler, die auf DVD oder im Kino nicht zu sehen waren. Make-up muss sorgfältiger aufgetragen sein und die Vfx müssen vollkommener sein.

Ich habe einen kleinen Greenscreen-Fehler beim dritten Teil „Die Rückkehr des Königs“ gefunden – nicht dramatisch, aber es zeigt die Problematik: In der Szene als Aragorn den Anführer der Armee der Toten in die Freiheit entlässt, ist das Greenscreen fehlerhaft. Der Geist ist nicht vollkommen, eine grüne Kapuze blitzt hervor. Ich habe die Szene mal mit dem iPhone fotografiert. Wie gesagt, keine große Sache, aber es zeigt, dass bei HD andere Produktionsausstattung erforderlich ist.

Ein bisschen zuviel Grün beim Herr der Ringe.

Ein bisschen zuviel Grün beim Herr der Ringe.

Defekter Ton bei Herr der Ringe Extended Edition Trilogie auf Blu ray

30. Juni 2011

Was ist denn bloß bei Warner los? Die Gier steht vor Qualität. Ich erhielt endlich nach langer Wartezeit die Langfassung von „Der Herr der Ringe“ auf Blu ray zusammen mit dem Ring als Gimmick. Beim anschließenden TV-Marathon fiel ich dann vom Stuhl bzw. aus dem TV-Sessel. Die Blu ray ist fehlerhaft: Die Tonspur ist im Eimer, der Ton der Filme ist zu tief.

Ich habe den Film bei Amazon erstanden und als ich die Kundenbewertungen einsah, war klar. Das Tonproblem hab nicht nur ich, sondern auch der Rest der deutschen Filmfans. Hersteller Amazon reagierte umgehend und schrieb über Nacht folgende E-Mail an mich und andere Käufer: „Der Hersteller hat uns informiert, dass bei diesem Titel die Tonlage der deutschen Tonspur überprüft wird. Sie werden eine kostenlose Möglichkeit zum Austausch erhalten, falls sich ein Defekt bestätigt. Amazon wird Sie zeitnah über die genauen Details des eventuellen Austausches informieren.“

Warner hat sich bei „Der Herr der Ringe“ auf Blu ray nicht mit Ruhm bekleckert. Nachdem man erst mal die Kunden mit der Kinofassung auf Blu ray gemolken hat, sollte nun eine Referenz-Blu ray erscheinen: Der komplette Herr der Ringe in bester Bild- und Tonqualität. Denkste – Warner hat versagt. Die Gier steht diesem Unternehmen ins Gesicht geschrieben. Ich habe dazu ausführlich Stellung bezogen.

Warner hat Amazon inzwischen geantwortet: „… es haben uns Kundenbeschwerden bezüglich der Tonhöhenunterschiede auf der deutschen Tonspur der aktuellen Veröffentlichung von Der Herr der Ringe Extended Edition Trilogie auf Blu-ray erreicht. Da uns wichtig ist, alle Konsumenten vollständig zufrieden zu stellen, lassen wir derzeit prüfen, was die Ursache für diese Beschwerden sein kann. Sollte sich ein Qualitätsproblem bei der deutschen Tonspur bestätigen, werden wir den Mangel schnellstmöglich beheben und Sie rechtzeitig informieren, ab wann Ersatzware zur Verfügung steht.  Zusätzlich würden in diesem Falle Konsumenten, die mit der Ton-Qualität unzufrieden sind, die Möglichkeit für einen Austausch der entsprechenden Blu-ray Discs erhalten. Sobald wir weitergehende Erkenntnisse zum Thema haben, werden wir Sie selbstverständlich auf dem Laufenden halten.“

Derzeit rate ich jedem ganz klar vor dem Kauf der Blu ray ab.

Update (3. Juli 2011): Inzwischen hat Warner reagiert. Es gibt einen kostenlosen Austausch. Amazon schrieb mir: „Inzwischen hat der Hersteller offiziell eingeräumt, dass ein Tonhöhenunterschied zwischen der deutschen und der englischen Originalfassung besteht. Sollten Sie mit der Ton-Qualität der aktuellen Produktion unzufrieden sein, werden Sie eine kostenlose Möglichkeit zum Austausch der Blu-ray Discs durch den Hersteller erhalten.“

Blu ray Tipp: Scanners – Ihre Gedanken können töten

27. Juni 2011
Scanners: Gleich platzt der Schädel.

Scanners: Gleich platzt der Schädel.

Vor kurzem gönnte ich mir den Spaß und kaufte mir einen alten Cronenberg-Heuler auf Blu ray: Scanners – Ihre Gedanken können töten. Ich hatte Jahre zuvor eine 3fach-DVD-Box von Scannerserworben, wobei hier nur der Cronenberg-Film Anspruch auf einen Platz in der Filmgeschichte hatte. Die beiden Fortsetzungen sind Dreck.

Mich begeistern die frühen David Cronenberg Filme durch ihre Kälte und depressiver Stimmung. Das ist bei dem in Blu ray aufgepeppelten Scanners nicht anders, die Kälte kommt sogar noch besser aufs Bild. Schließlich ist das Bild besser als auf der DVD-Fassung und oh Wunder: Der Film ist wirklich mal uncut. Noch vor Jahren wurde eine erbitterte Diskussion geführt, ob der Film verboten gehört – dann wurde er mit 18 Jahren freigegeben – und einige DVD-Fassungen sind nur für Erwachsene zu haben. Und nun kommt der ungeschnittene Scanners mit einer FSK 16 Jahren auf Blu ray daher. Was soll jetzt das?  Für mich gehören zerberstende Köpfe, platzende Augen und brennende Leiber nicht ab 16 Jahren freigegeben. Aber wahrscheinlich ist der 16jährige sowieso eingeschlafen bei dem lahmen Schnitttempo, das der Film an den Tag legt und für heutige Zuschauer einfach langweilig ist.

Mir hat der Film aber gefallen – und dies obwohl Scanners massive Schwächen im Drehbuch hat und manchmal etwas verworren daherkommt – allein der Schnitt dauerte neun Monate. Herausgekommen ist aber ein Klassiker des Telekinse-Films, der richtig schön polarisiert. Die Kritik zerriss den Film beim Erscheinen 1981, doch es war bis dato Cronenbergs kommerziell erfolgreichster Film.  Das Publikum liebte wohl die raren Gore-Szenen, die heute noch immer schockieren. Tricktechnisch gut gemacht mit alten Handwerksmitteln und ohne CGI – schließlich war es ja 1981. Und wirkt der explodierende Kopf in Slow Motion immer noch hammerhart. Aber es wäre falsch, den Film nur auf die paar Schockelemente zu reduzieren. Der Film wirkt vor allem durch seine Hoffnungslosigkeit und Agonie der Darsteller, eingebettet in die kalte Stadtarchitektur Kanadas. Das Licht ist fad, kahl und unterstützt fabelhaft die Stimmung des Films. Interessant: Als es brutal auf der Leinwand wird, werden die Farben wärmer und schaffen eine kuschelige Stimmung. Sonst bleibt der Film abweisend kalt – und hier liegt die Stärke von David Cronenberg. Also unbedingt Scannersansehen und bitte erst ab 18 Jahren.

Kein Filmtipp: Zombieland auf Blu ray

26. Juni 2011

Was ist aus dem guten, alten Zombiefilm geworden? Zombie waren immer untere Schublade des Kinos. Verrufen, verbannt, verachtet. Ich habe mir gestern als Fan des fantastischen Films den Streifen „Zombieland“ angeschaut und mich mit Grausen abgewendet. Nein, nicht wegen der zahlreichen Gore-Effekte, sondern als ich merke, dass ich für diese Art von Humor nicht geschaffen bin. Verdammt, ich bin für solche Teenagerfilme wohl zu alt. Was soll dieses Erstlingswerk von Werbefilmer Ruben Fleischer denn überhaupt sein? Komödie? Horrorfilm? Roadmovie? Oder von jedem etwas? Aber er ist nichts von alldem.

Zugegeben die Masken sind fein, ab und zu ist ein guter Lacher dabei (ich sag nur Willie Nelson). Den Schnitt beherrscht der Herr Filmregisseur perfekt, schließlich kommt der Herr ja aus der Werbung. Schön war die Erzählweise im Kubrick-Stil, die dann in einer Zerstörungsorgie in einem Indianderfan-Shop endet. Das war schon ein wenig Horrorshow im Stil von Alex à la Uhrwerk Orange – schön mit Klassik unterlegt. Aber ich denke, die Zielgruppe des Films hat es nicht bemerkt, genauso wie das Banjospiel aus „Beim Sterben ist jeder der erste“.

Immer feste drauf - sind ja nur Zombies.

Immer feste drauf - sind ja nur Zombies.

Aber ich vermisse die künstliche übertriebene Ernsthaftigkeit der Romero-Streifen und natürlich der billigen italienischen Nachahmer wie Lucio Fulci. Bei Filmen wie „Über dem Jenseits“ The Beyond – haben sich noch ganze Heerscharen von Jugendschützern den Mund fusselig diskutiert und dann Filme verboten und zumindest indiziert. Politiker sind darauf angesprungen und haben den Zombieschund verurteilt. Elternverbände sind Sturm gelaufen. Und dann gibt man heute einen Brutalofilm wie Zombieland eine FSK ab 16 Jahren. Wahrscheinlich weil in dem Film gelacht werden kann. Ja Lachen relativiert und dann kann man locker Untote niederwalzen, mit dem Baseballschläger traktieren, mit der Schrotflinte Köpfe wegpusten – ja ja, selten so gelacht wie in Zombieland. Wo sind wir denn hingekommen?

Zombieland schwimmt auf einer neuen Zombiewelle, die seit einigen Jahren das Genre bereichert, wobei mir persönlich „Shaun of the Dead“ deutlich besser gefallen hat. Wahrscheinlich weil der Humor nicht US-Mainstream war, sondern von der Insel kam.

So richtig Splatter ist er dann auch wieder nicht. Da hat „Braindead“ von Peter Hobbit Jackson oder sein Frühwerk „Best Taste“ besseres abgeliefert. Diese Filme waren einfach zynischer und hatten eine klare Zielgruppe. Ich weiß eben nicht, was Zombieland sein soll. Wurden bei Romeros Zombie noch Diskussionen über Faschismus geführt und die Konsumgesellschaft in Frage, dürfen die Protagonisten heute in Zombieland die Untoten einfach so abknallen. Hauptsache man befolgt ein paar Regeln. Freunde, das haben wir alles schon mal gesehen und zwar besser: Werbefilmer Ruben Fleischer hat geklaut, hier ein wenig Tarantino, hier ein wenig Danny Boyle. „28 days later“ hatte als moderner Zombiefilm wirkliche Atmosphäre.

Ich habe neulich die ganz alten Heuler mir wieder angesehen und mich schön gegeruselt: Jacques Tourneurs „Ich folgte einem Zombie“ oder der atmosphärisch dichte Horrorfilm von Victor Halperin „White Zombie“. Wenn ich Gore wollte, griff ich in die Mottenkisten und schaute mir den grottenschlechten „Ein Zombie hing am Glockenseil“ an. Und wenn ich mich aufregen wollte, legte ich die DVDs von George „dicke Brille“ Romereo ein. Und wenn ich lachen wollte, dann greif ich zur 2004-Verfilmung Dawn of the Dead oder natürlich zu „Shaun of the Dead“. Zombieland ist für mich ein unnötiger Beitrag zum modernen Horrorfilm nach Pop Corn-Art wie die unsägliche „Scream“-Reihe von Wes „ich kann nix richtig machen“ Craven. Wem der eine Film gefällt, dem gefällt der andere auch. Mir gefallen beide nicht. Und daher dreht man jetzt Zombieland 2 – diesmal in 3D.

Software findet Musik für Vertonung von Fotoserien und Videos

24. Juni 2011

Es ist fast wie Magie und es haute mich aus den Socken. Forscher der Uni Saarland haben eine Software entwickelt, die passende Musik für die Vertonung von Fotoserien und Videos findet.

Das löst das Musikproblem vieler Amateure. Aus dem Urlaub bringt jeder gerne schöne Fotos von Städten, Sandstränden oder Menschen mit. Wer diese dann mit Musik untermalt dem Freundeskreis zeigen will, sucht oft stundenlang nach den dazu passenden Musikstücken. Diese Aufgabe übernimmt der Computer jetzt völlig eigenständig. Informatiker des Saarbrücker Exzellenzclusters haben dafür eine Software entwickelt, die automatisch für Fotos und Videoausschnitte die geeignete Musik findet. Mit lizenzfreier Musik kann man das Verfahren mit Namen „Picasso“ schon testen. In einigen Wochen wird es außerdem eine Anwendung für das iPhone geben, die als Quelle die auf dem Handy gespeicherte Lieblingsmusik nutzt.  Als Lizenzfreie Musik empfehle ich hier ausdrücklich die Audiotracks von Dosch Audio. Hier kann man die Forschungsergebnisse der Informatiker einmal ausprobieren.

Filmer und 3D-Artist wissen: Passt die Musik zu den Bildern, ist die halbe Miete bereits gemacht. Musik und Bild gehören einfach zusammen. Zum romantischen Foto vom Palmenstrand könnten schmachtvolle Liebeslieder passen, eine Kanufahrt durch wilde Schluchten würde man eher mit temperamentvollen Werken inszenieren. „Filmregisseure achten in der Regel sehr genau darauf, welche Melodie auf eine Szene passt. Damit auch der Computer selbstständig die geeignete Musik für eine Bilderserie findet, haben wir einige Dutzend Filme angeschaut und ihre Soundtracks ausgewertet. Daraus entstand eine Datenbank mit mehreren tausend Bildern und der dazu passenden Musik“, sagt Sebastian Michel, Leiter einer Forschergruppe am Exzellenzcluster der Saar-Uni.

Über ein ausgeklügeltes Rechenverfahren gleicht der Computer diese Bilder mit den Urlaubsfotos ab. Anhand des gespeicherten Soundtracks begibt sich die Picasso-Software dann auf die Suche nach  Musikstücken, die mit hoher Wahrscheinlichkeit die Atmosphäre der Aufnahme passend untermalen. „Die Trefferquote unseres Systems ist erstaunlich hoch. Allerdings kann es häufig vorkommen, dass nicht gleich der erste Treffer perfekt passt. Fehler entstehen meist dann, wenn der Betrachter mit dem Foto verschiedene Gefühle verbindet. Ein einsames Haus zum Beispiel kann der eine mit romantischen Abenden verbinden, der andere denkt nur an gespenstische Nächte“, erläutert der Informatiker. Picasso schlage daher immer mehrere Musikstücke vor, aus denen der Benutzer dann das passendste auswählen kann.

Der Saarbrücker Wissenschaftler will gemeinsam mit seinem Doktoranden Aleksandar Stupar die Software weiter verbessern, damit sie auch für Videosequenzen und die Untermalung von Hörspielen genutzt werden kann. „Wir haben dafür bereits Regiebücher von Filmen ausgewertet und die Szenenbeschreibungen mit der Filmmusik abgeglichen. Auf dieser Datenbasis kann man auch für gesprochene Texte eine geeignete Hintergrundmusik recherchieren“, meint Sebastian Michel. In den kommenden Wochen werden die Informatiker außerdem eine Anwendung für das iPhone programmieren, mit der jeder seine Urlaubsfotos mit Musik untermalen kann, die in der eigenen Mediathek gespeichert ist. „Auf unserer Webseite bieten wir die Picasso-Software außerdem zum Ausprobieren mit lizenzfreien Musikstücken an. Das schränkt die Bandbreite im Musikgeschmack derzeit noch ein. Wir können uns aber vorstellen, dass das Computerprogramm auch für kommerzielle Musikanbieter von Interesse ist“, sagt Michel. Die Wissenschaftler werden das Verfahren im Juli auf einer der weltweit wichtigsten Konferenzen für Informationssuche und Wissensdatenbanken, der ACM SIGIR 2011 in Beijing (China) vorstellen.

Sebastian Michel

Sebastian Michel

leitet eine Forschungsgruppe am Saarbrücker Exzellenzcluster „Multimodal Computing and Interaction“ und forscht auch am Max-Planck-Institut für Informatik. Der Exzellenzcluster wird seit 2007 im Rahmen der Exzellenzinitiative von Bund und Ländern gefördert. Die Wissenschaftler erforschen dort, wie man multimodale Informationen wie Texte, Audiodateien, Videos und Bilder noch effizienter organisieren, verstehen und durchsuchen kann. Neben der Universität des Saarlandes sind am Exzellenzcluster das Max-Planck-Institut für Informatik, das Max-Planck-Institut für Softwaresysteme und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz beteiligt. Ich finde diese Technik kann der volle Hammer werden.

Die Rübe ist tot – Nachruf auf James Arness

4. Juni 2011

Im Alter von 88 Jahren verstarb James Arness. Meine Generation kennt ihn als Marshall Matt Dillon in der Westernserie Rauchende Colts (1955 bis 1975). Wenn ich ehrlich bin, mochte ich die Serie nicht. Sie war irgendwie doof.
Mich beeindruckte der 2.01 Meter große James Arness in einer ganz anderen Rolle. Und zwar als große Rübe. Ja als Rübe und zwar in dem Film Das Ding aus einer anderen Welt. Dort spielte Arness einen Außerirdischen, der die wackeren US-Forscher und Soldaten dezimierte. Er war eine Art Pflanze und ein Akteur des Films meinte: Das Ding sei eine außerirdische Rübe. Cool, diesen Begriff hab ich mir gemerkt.
Der Film wurde 1951 von Howard Hawks in Szene gesetzt und ist ein Meilenstein des SF- und Horrorfilms. Der Film basierte auf der Kurzgeschichte Who Goes There? von John W. Campbell Jr. Schaut euch den Film an und genießt den Auftritt von James Arness als (Rüben-)Monster.