Archive for the ‘Film’ Category

Musik- und Filmtipp: Deep Purple, California Jam 1974

30. Mai 2024

Natürlich ist die Ton- und Bildqualität von Konzerten aus den sechziger und siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts nicht immer ideal und dennoch mag ich die Konzerte aus dieser Zeit. Sie haben oftmals mehr Power und Spielfreude als heutige cleane und durchgestylte Konzerte von Stars.

Vor 50 Jahren fand im April 1974 das 3 Tages-Festival California Jam auf der ehemaligen Rennstrecke Ontario Motor Speedway in Ontario, Kalifornien, USA, statt. Mit dabei zwei meiner Lieblingsbands ELP und Deep Purple. Leider existieren von Emerson, Lake & Palmer nur Videoausschnitte aus dem fulminanten Auftritt. Von Deep Purple ist das komplette Konzert mitgeschnitten worden. Es ist eine rauhe Perle und ein grandioser Auftritt der Mark III-Besetzung.

Ich hab das Konzert auf VHS und mir jetzt auf Bluray gekauft. Die Qualität ist besser, aber natürlich nicht mit heutigen Konzertaufnahmen vergleichbar. Die Originalaufnahmen sind US-Fernsehen, also NTSC (Never the Same Color)
Deep Purple war jung, voller Kraft und die Mark III-Besetzung wollte sich beweisen. Sie trat das erste Mal live vor großem Publikum auf. David Coverdale war der neue Sänger und Glenn (Graf Koks) Hughes der neue Bassist, nachdem sich die Mark II-Besetzung mit Ian Gillan und Roger Glover aufgelöst hat. Das Album Burn war vor kurzem auf dem Markt und es sollte unters Volk gebracht werden.

Das Konzert begann verspätet, weil Richtie – der schwarze Mann – Blackmore den Sonnenuntergang abwarten wollte, um sich besser in Szene zu setzen. Und dann wurde die Sau rausgelassen und mit Sau meine ich vor allem Blackmore. Die Band präsentierte unter einem künstlichen Regenbogen neue Stücke und zeigte sich improvisationsfreudig und voller Spiellaune. Große Monitore und Displays gab es nicht und wer weiter hinten stand, hat eigentlich nicht gesehen, aber wohl viel gehört. Es sollen 400000 Zuschauer dabei gewesen sein, um die beiden Headliner zu hören. Die Soundanlage galt als die lauteste dieser Zeit.

Und nachdem Herrn Blackmore die Regieanweisungen oder Bitten wohl zusehends auf den Geist gingen, riss bei ihm wohl der Faden und der Rest ist Legende. Blackmore stieß seinen Gitarrensteg in eine Fernsehkamera, zertrümmerte sein Instrument und machte den wilden Mann. Die Bühne brannte und die Show war perfekt.

Gitarrenzertrümmerer Pete Townshend von the WHO musste neidisch werden. So viel Feuer, so viel Agression auf der Bühne habe ich selten erlebt. Blackmore flippte aus, der Rest der Band spielte weiter.

Die Bluray hat einen neuen Schnitt, aber der alte Videoschnitt der VHS liegt auch als Bonus vor und als wirkliches Bonbon gibt es Super 8-Aufnahmen der Crew, verwackelt und unscharf, wie es eben so bei Super 8 möglich war. Aber der Fan bekommt einen kleinen Einblick hinter die Kulissen und sieht den wilden Mann Blackmore unscharf und von der Ferne seine Show machen.

Wer hat welchen Star Wars Merch?

29. Mai 2024

Wir Filmfans kennen alle die Erfolgsgeschichte von George Lucas. Nachdem er bei vielen Studios abgeblitzt war, bekam er bei 20th Century Fox den Zuschlag für Krieg der Sterne/Star Wars. Der Film kam 1977 in die Kinos und schrieb Filmgeschichte.

Und Lucas schrieb Merchandise-Geschichte. Der Film und alle folgenden Star Wars-Filme spülten im Millionen US-Dollar an Tantiemen für Merch- und Lizenzprodukte in die Kassen. Ich selbst bin ein großer Fan von Lego-Star Wars, habe einige Figuren zu Hause und hatte als Kind die Erstauflage der Kenner-Spielfiguren, die ich Vollidot auf dem Flohmarkt verkauft hatte. So ein Fehler passiert mir nie wieder. Und ich habe noch das unbeschädigte Originalfilmplakat von Krieg der Sterne von 1977.

Bei der Star Wars-Fan-Ausstellung The Fans Strike Back in Berlin gab es am Ende der Ausstellung ein paar Schaukästen mit Merch über all die Jahre mit Star Wars-Produkten. Die Schätze in den Vitrinen ist natürlich längst nicht alles, was an Lizenzprodukten zu Star Wars erschienen ist, zeigt aber welches Vermarktungsgenie George Lucas war. Das eine oder andere Produkt habe ich selbst zu Hause in meinem Archiv und freu mich, dass ich es in der Ausstellung gesehen habe. Die meisten Produkte drehten sich in Berlin um R2D2, der steht auch bei meiner Frau hoch im Kurs und sie hat im Laufe der Jahre viel Merch zum kleinen Roboter gesammelt.

George Lucas schuf er ein Universum, das reich an Charakteren, Fahrzeugen, Waffen und Schauplätzen war. Diese Vielfalt bot eine Fülle von Möglichkeiten für Merchandising-Produkte, die wir Fans kaufen konnten oder mussten.

Darüber hinaus war Lucas ein Pionier im Bereich des Film-Merchandisings. Er erkannte frühzeitig das Potenzial, das Merchandising haben könnte, um den Erfolg eines Films zu unterstützen. Durch die Zusammenarbeit mit verschiedenen Unternehmen konnte er eine breite Palette von Produkten entwickeln, von Spielzeugen über Kleidung bis hin zu Haushaltswaren, die alle das Star Wars-Logo trugen. Wenn man ehrlich ist, so viel Nippes dabei.

Ein weiterer wichtiger Aspekt war Lucas‘ genaue Kenntnis seiner Zielgruppe: Kinder und Jugendliche und ich. Er konzipierte Merchandising-Produkte, die genau auf ihre Bedürfnisse und Wünsche zugeschnitten waren und ihnen die Möglichkeit gaben, in das Star Wars-Universum einzutauchen und ihre Fantasie auszuleben.

Die fortlaufende Veröffentlichung neuer Filme, Fernsehserien, Bücher und Spiele hielt den Star Wars-Hype am Leben und schuf ständig neue Nachfrage nach Merchandising-Produkten. Jede neue Veröffentlichung bot die Möglichkeit für neue Produkte und sorgte dafür, dass Star Wars immer präsent und relevant blieb. Und jede Veröffentlichung sorgte dafür, dass der Kuchen von Lucas immer größer wurde.

Nicht zuletzt war die Qualität der Produkte entscheidend. Viele der Star Wars-Merchandising-Produkte waren von hoher Qualität, sei es in Bezug auf die Detailgenauigkeit der Spielzeuge oder die Attraktivität von Kleidung und Accessoires. Dies trug dazu bei, das Vertrauen der Verbraucher zu stärken und die Marke langfristig erfolgreich zu machen.

Mein Sammlerhighlight zu R2D2 ist der auf 1000 Exemplare limitierte NIKKO R2D2 SVGA DLP Beamer von 2007. Der Heimkino R2D2 DLP hat 1500 Ansi-Lumen einen Kontrast von 1800:1 und eine SVGA 800 x 600 Auflösung. Das war damals der Hammer. Durch den integrierten Mediaplayer lassen sich Dateien direkt abspielen. Das Ding kostete damals 2350 Euro. Sammler zahlen für mein perfekt erhaltenes Stück sicher mehr.

R2D2 ist Teil meiner Roboterspielzeugsammlung.
R2D2 ist Teil meiner Roboterspielzeugsammlung.

Eine Bildbreite von bis zu 337 cm ist möglich, da der Projektor 1500 Ansi-Lumen hat. Wenn Raumlicht vorhanden ist dann sollte das Bild jedoch max. 225 cm breit sein. Vielleicht mache ich auch mal eine kleine Ausstellung oder lass ihn im Kino fahren.

Filmriss online – Mai/Juni 2024 – Infos und Meinung aus der Welt des Scala-Kinos

26. Mai 2024

Die Doppelfolge Mai/Juni 2024 meines Herzensprojekts Filmriss online. Jeden Monat spreche ich mit meinem Kumpel Markus Schmölz über neue Kinofilme und werfen einen Blick hinter die Kulissen des Kinos.


Dieses Mal besprechen wir das Spin Off von Mad Max – Furiosa: A Mad Max Saga, die Fußball EM im Kino, Star Wars 1, Planet der Affen: New Kingdom und wir diskutieren die Fragen: „Sind Trailer im Kino Werbung und was ist die ideale Filmlänge.

Das Omen (1976) – Matinee am Sonntag, 19. Mai im Scala

18. Mai 2024

Für mich ist Das Omen“ von 1976 ist ein Klassiker des Horrorfilms, der sich fest in der Popkultur verankert hat. Regisseur Richard Donner schuf mit diesem düsteren Werk eine faszinierende Geschichte über das Böse, das in uns allen lauern könnte. Der Film, der auf einem Drehbuch von David Seltzer basiert, fesselt die Zuschauer mit einer beunruhigenden Atmosphäre, einem packenden Plot und einer herausragenden Darstellerbesetzung. Ich bespreche und zeige den Film bei meiner phantastischen Matinee im Scala Fürstenfeldbruck am Pfingstsonntag um 10:45 Uhr. Karten gibt es online.

Der Sohn des Teufels
Die Handlung dreht sich um den jungen Damien Thorn, der auf den ersten Blick wie ein gewöhnlicher Junge wirkt, aber in Wirklichkeit der Sohn des Teufels ist. Nachdem der US-Diplomat Robert Thorn und seine Frau Katherine bei der Geburt ihres eigenen Kindes verloren haben, beschließen sie, ein neugeborenes Waisenkind als ihr eigenes anzunehmen, ohne zu wissen, dass es sich um den Antichristen handelt. Als mysteriöse und unheimliche Ereignisse die Familie heimsuchen, beginnt Robert zu erkennen, dass sein Sohn etwas weit Übernatürliches ist und dass dunkle Mächte am Werk sind.

Atmosphäre der Bedrohung
Ein zentraler Aspekt, der „Das Omen“ so effektiv macht, ist seine intensive Atmosphäre der Bedrohung und des Unbehagens. Die düstere, bedrohliche Stimmung wird durch geschicktes Set-Design, beeindruckende Kameraarbeit und einen eindringlichen Soundtrack verstärkt. Komponiert von Jerry Goldsmith, der für seine Arbeit in der Filmbranche bekannt ist, ist der Soundtrack von „Das Omen“ eine meisterhafte Komposition, die den Zuschauer in eine Welt der Dunkelheit und des Bösen entführt.
Eine der markantesten Eigenschaften des Soundtracks ist sein Einsatz von Chorstimmen, insbesondere lateinische Gesänge, die dem Film eine zusätzliche religiöse und mystische Dimension verleihen. Ave Satani bleibt im Gedächtnis.

Diese gespenstischen Choräle, die oft von dröhnenden Orgelklängen begleitet werden, verstärken das Gefühl von Bedrohung und Unheil, das den gesamten Film durchzieht. Sie erzeugen eine unheimliche Atmosphäre, die die Spannung steigert und die Zuschauer in ihren Bann zieht. Natürlich orientiert sich Goldsmith hier an Carl Orffs Carmina Burana O Fortuna.

Ein Merkmal des Soundtracks ist sein Einsatz von ungewöhnlichen Instrumenten und Klängen, die eine unheimliche und verstörende Wirkung haben. Jerry Goldsmith experimentiert mit verschiedenen Klangeffekten, darunter schrille Streicher, tiefes Grollen und unheimliche Percussion, um eine Klanglandschaft zu schaffen, die die düstere Stimmung des Films perfekt einfängt. Diese ungewöhnlichen Klänge tragen dazu bei, eine Atmosphäre der Angst und Beklemmung zu erzeugen und verstärken die Wirkung der visuellen Elemente des Films.

Ein Höhepunkt des Films ist die herausragende Leistung der Darsteller. Gregory Peck liefert eine starke Performance als besorgter Vater, der nach und nach die schreckliche Wahrheit über seinen Sohn erkennen muss. Seine emotionale Reise von Ungläubigkeit zu Angst und Entschlossenheit ist mitreißend und überzeugend. Auch Lee Remick als seine Ehefrau Katherine und Harvey Stephens als der junge Damien tragen maßgeblich zur Intensität des Films bei.

Film über die Macht des Glaubens
Darüber hinaus ist „Das Omen“ auch inhaltlich anspruchsvoll und regt zum Nachdenken über Themen wie das Böse, das Gute und die Macht des Glaubens an. Durch die Verwendung christlicher Symbole und Motive wird eine düstere und beklemmende Atmosphäre geschaffen, die den Zuschauer zum Grübeln über die Natur des Übersinnlichen und der menschlichen Existenz anregt.

Persönlicher Nachruf auf Roger Corman

12. Mai 2024

Jeder, der sich ein wenig mehr für Kino und Film interessiert, wird den Namen Roger Corman kennen. Der Regisseur und Produzent ist im Alter von 98 Jahren gestorben. Ein stolzes Alter und ein stolzes Werk, das er hinterlassen hat.

Corman war zum einen ein Meister der B-Movies und zum anderen ein Förderer von Regisseuren, die größer werden sollten als er: Francis Ford Coppola, Martin Scorsese und James Cameron. Eine Würdigung von Corman gibt es auf den einschlägigen Seiten. Ich möchte mich mit einer anderen Geschichte an ihn erinnern: Roger Corman brachte mich zur Literatur.

Das mag seltsam erscheinen, aber es stimmt. Als Kind und Jugendlicher schaute ich seine preiswerten Edgar Allan Poe Verfilmungen und verschlag sie. Ich mochte das theatralische Spiel der Akteure (danke Vincent Price) ich liebte das Dekors, das in den Filmen immer wieder auftauchte – und ich mochte vor allem die Story der Filme.

Ich sah die Poe-Verfilmungen im Fernsehen, wie Die Verfluchten (1960) nach der Geschichte Der Untergang des Hauses Usher, dann Das Pendel des Todes. 1962 kam mein Lieblingsfilm Lebendig begraben mit Ray Milland. Es gab noch Schwarze Geschichten – Der grauenvolle Mr. X, aber vor allem Der Rabe mit Boris Karloff, Peter Lorre und Jack Nicholson. Es kam noch zu Die Folterkammer des Hexenjägers (eigentlich nach Lovecraft) und die beiden Klassiker Satanas – Das Schloss der blutigen Bestie und Das Grab der Lygeia.

Die Geschichten waren unheimlich und ich mochte sie. Und so wagte ich mich als Jugendlicher an die Geschichten von Edgar Allan Poe. So entschloss ich mich, einen Sammelband von Poe-Geschichten zu kaufen und verfiel diesem Meister der amerikanischen Kurzgeschichte. Das wäre ohne Roger Corman nie passiert. Und dafür bin ich ihm dankbar.

Bis das Blut gefriert – Rückblick auf meine Matinee

10. Mai 2024

Ein Film, der mir bis heute Unbehagen verbreitet, ist der klassische Horrorfilm „Bis das Blut gefriert – The Haunting“ von Robert Wise aus dem Jahr 1963. Das war auch der Grund, weshalb ich ihn für meine phantastische Matinee im Scala Fürstenfeldbruck ausgewählt haben. Hier ist mein Vortrag als Video.

Der Film basiert auf den Roman „The Haunting of Hill House“ von Shirley Jackson. Der Schwarzweißfilm erzählt die Geschichte von vier Personen, die in ein altes Herrenhaus einziehen, um paranormale Phänomene zu untersuchen. Doch schon bald beginnen unerklärliche und beängstigende Ereignisse, die psychische Gesundheit der Bewohner zu beeinträchtigen.

Es ist einer der wenigen Spukfilme, bei denen das Spukhaus wirklich den Anschein hat, zu leben und auf die Personen einzuwirken. Regisseur Robert Wise schafft es wirklich Atmosphäre und Angst zu gestalten. Dazu nutzt er besondere Kameraeffekte und einen effektiven Einsatz von Soundeffekten und Musik des britischen Komponisten Humphrey Searle.

Insgesamt ist „The Haunting“ ein Klassiker des Horrorfilms, der auch nach Jahrzehnten nichts von seiner Faszination verloren hat. Robert Wise schuf mit diesem Film ein Meisterwerk des subtilen Horrors, das seine Zuschauer mit einer meisterhaften Inszenierung, starken Darstellerleistungen und einer fesselnden Geschichte in den Bann zieht.

Die nächste phantastische Matinee widmet sich dem Film Das Omen von 1976. Satan schickt seinen Sohn zur Erde mit schockierenden Auswirkungen. Die Matinee ist am Sonntag, 19. Mai um 10:45 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck. Karten gibt es hier.

The Fans Strike Back – Ausstellung von Star Wars Fans für Star Wars Fans

4. Mai 2024

Die Community feiert heute den Star Wars Tag am 4. Mai mit May the Fourth with you und als Fan der ersten Stunde will ich nicht abseits stehen. Star Wars-Fans sind treue Seelen, leidgeprüfte Seelen, denn George Lucas und der Ohren-Konzern machen es einem Fan nicht leicht, für Luke, Leia, Han, Darth und wie unsere Helden heißen, zu schwärmen.

Es gibt Freunde von mir, die widmen sich in ihrer Freizeit dem Cosplay, andere verfilmen ihre Star Wars Leidenschaft mit Lego und wiederum andere bauen Modelle. Und solche Ergebnisse dieser faszinierenden Fanleidenschaft ist bis 7. Juli im Berliner Napoleon-Komplex in der Ausstellung „The Fans Strike Back Exhibition“ gezeigt. Ich war zur Presseeröffnung eingeladen und konnte die über 700 einzigartige, nostalgische Sammelstücke, darunter lebensgroße Figuren, über 50 Skulpturen, Fotos, Poster und Kostüme bewundern. Hier Eindrücke von der Veranstaltung als Video.

Nach Stationen in internationalen Metropolen wie New York, Las Vegas, London und Wien, hat es „The Fans Strike Back“, die weltweit größte STAR WARS Ausstellung ihrer Art, nun nach Deutschland geschafft. Rouven Bönisch, Geschäftsführer der POA Events GmbH, äußerte sich zum Event: „Die Begeisterung und die positive Resonanz, die wir heute erlebt haben, bestärken uns in unserer Mission, einzigartige Erlebnisse zu schaffen, die die Herzen der Fans höher schlagen lassen.“ Hier die offizielle Eröffnungsansprache.

Es gab viel zu sehen und der Fan sollte ein paar Stunden einplanen, um wirklich alles zu sehen und zu lesen. Und man sollte Respekt vor der Leistung der Fans mitbringen, die sich mit ihren Modellen wirklich Mühe gegeben haben. Tipp: Unbedingt Kopfhörer aufsetzen und John Williams hören – ich hatte leider meine AirPods im Hotel vergessen, um das Geschrei der mitgebrachten Kinder wenigstens etwas ausblenden zu können. Für mich persönlich die Concept Art Interpretation von Ralph McQuarrie hervorragend mit der soviel im Star Wars-Universum begann. Der Visionär hatte damals Vader noch anders gezeichnet.

Hier ein paar Highlights für klassische Besucher. So gibt es einen umgebauten Ford Escort zu sehen, der nun ein lebensgroßer Podracer wurde. Extrem eindrucksvoll ist ein ein lebensgroßer Nachbau eines X-Wing-Fighter am Ende der Ausstellung. Und eine schöne Atmosphäre vermittelt die detaillierte Nachbildung einer Kommandorücke eines Sternzerstörers. Für mich auch faszinierend die Nachbildung eines Schneegleiters aus Imperium. Hier die komplette Ausstellung als VR 360 Rundgang.

Star Wars (und auch Star Trek) hat eine einzigartige Fähigkeit, Menschen zu begeistern und eine treue Fangemeinde zu schaffen. Diese Anziehungskraft beruht auf verschiedenen Faktoren. Zum einen bietet Star Wars eine umfassende Welt, die voller verschiedener Welten, Charaktere, Kreaturen und Kulturen ist. Diese Vielfalt und Tiefe ziehen viele Menschen an, die sich in diese faszinierende Galaxie vertiefen und Teil davon werden wollen. Darüber hinaus sind die Geschichten in Star Wars ergreifend. Die Saga erzählt von epischen Konflikten zwischen Gut und Böse, von Liebe, Freundschaft, Familie und persönlicher Entwicklung. Diese Themen sprechen viele Menschen auf einer emotionalen Ebene an und schaffen eine Verbindung zu den Charakteren und ihrer Reise.

Ein weiterer Grund für die Treue der Fans liegt in der innovativen Technologie und dem Design von Star Wars. Von den ikonischen Lichtschwertern bis zu den beeindruckenden Raumschiffen und den vielfältigen Kreaturen – die visuelle Ästhetik von Star Wars hat die Popkultur nachhaltig beeinflusst und eine starke visuelle Identität geschaffen. Zeitlose Botschaften sind ein weiteres Merkmal von Star Wars. Die Saga behandelt Themen wie Freiheit, Mut, Opferbereitschaft und das Gute im Kampf gegen das Böse. Diese Botschaften sind universell und sprechen Menschen jeden Alters und Hintergrunds an.
Dazu kommt der kontinuierliche Ausbau des Star Wars-Universums. Seit den ersten Filmen in den 1970er Jahren hat sich das Universum stetig weiterentwickelt und expandiert. Neue Filme, TV-Serien, Bücher, Comics und Videospiele halten die Fans engagiert und bieten kontinuierlich neuen Stoff für Diskussionen, Spekulationen und Begeisterung.

Nicht zuletzt schafft Star Wars eine Gemeinschaft und Identifikation unter den Fans. Die leidenschaftliche und engagierte Fangemeinde unterstützt sich gegenseitig, trifft sich und verbindet sich über ihre gemeinsame Liebe zum Star Wars-Universum. Ich hab die Ausstellung The Fans Strike Back genossen und kann sie jedem Fan ans Herz legen.

Paul Auster verstorben – Mein Buch- und Film-Tipp

2. Mai 2024

Der Schriftsteller Paul Auster ist am 30. April 2024 im Alter von 77 Jahren verstorben. Diese Meldung überraschte mich gestern abend. Ich mochte seine Bücher gerne, mir der Prosa konnte ich nicht soviel anfangen. Bevor ich das erste Mal nach New York flog, las ich seine New York Trilogie und auf dem Flug zu Big Apple beendete ich das über 400 seitige Buch. Die New York Trilogie ist für mich ein Buch, das man immer wieder lesen kann und das jedes Mal neue Einsichten und Erkenntnisse bietet. Und wer keine Lust auf einen fetten Schinken hat, dem empfehle den Film Smoke – Raucher unter sich aus dem Jahr 1995. Hier hat Paul Auster das Drehbuch geschrieben.

Ich wurde auf Paul Auster durch eine Bekannte aufmerksam. Die „New York Trilogie“ von Paul Auster ist für mich eine faszinierende literarische Reise durch das Labyrinth menschlicher Existenz, identitärer Verwirrung und die unergründlichen Geheimnisse der Metropole New York. All dies habe ich bei meinem ersten New York-Besuch nicht erlebt, aber im Kopf mit durch diese Stadt getragen. Bestehend aus den drei Romanen „Stadt aus Glas“, „Schlagschatten“ und „Hinter verschlossenen Türen“, ist diese Trilogie ein tolles Werk postmoderner Literatur, das mich in ein rätselhaftes Universum von Verschwommenheit und Bedeutung führte.

Stadt aus Glas
„Stadt aus Glas“, der erste Roman der Trilogie, ist eine subtile Reflexion über Identität und die Krise des Selbst. Der Schriftsteller Daniel Quinn wird fasziniert von einem Anruf, der ihn in die Rolle eines Privatdetektivs schlüpfen lässt. Doch je tiefer er in den Fall eintaucht, desto mehr verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Fiktion. Auster spielt meisterhaft mit den Konventionen des Detektivromans und führt den Leser in ein Labyrinth des Bewusstseins, in dem nichts ist, wie es scheint.

Schlagschatten
In „Schlagschatten“ wird die Geschichte des Privatdetektivs Blue fortgesetzt, der nun selbst zum Objekt der Ermittlung wird. Als er einen mysteriösen Auftrag annimmt, gerät er in ein Netz aus Intrigen und Verwirrungen. Die Grenzen zwischen Täter und Opfer verschwimmen, und die Suche nach Wahrheit wird zu einer existenziellen Reise in die Dunkelheit der menschlichen Seele.

Hinter verschlossenen Türen
Der dritte Roman, „Hinter verschlossenen Türen“, führt uns als Leser in die Welt des Schriftstellers Fanshawe, der scheinbar spurlos verschwindet und seine Identität einem anderen Mann überlässt. Doch auch dieser Mann, der Fanshawes Leben übernimmt, ist nicht immun gegen die Geister der Vergangenheit. Auster untersucht hier auf eindringliche Weise die Natur der Authentizität und die Fragilität menschlicher Bindungen.

Versuch einer Würdigung
Was diese Trilogie so beeindruckend macht, ist Austers meisterhafte Beherrschung der Sprache und seine Fähigkeit, komplexe philosophische Themen mit einer fesselnden Handlung zu verbinden. Sein Stil ist präzise und poetisch zugleich, und seine Charaktere sind so vielschichtig wie die Stadt, in der sie leben. Durch die Verflechtung von Realität und Fiktion, von Identität und Selbstentfremdung schafft Auster eine Welt, die mir noch lange nach der Lektüre im Gedächtnis blieb.

Filmtipp Smoke
„Smoke“ aus dem Jahr 1995, unter der Regie von Wayne Wang und basierend auf einem Drehbuch von Paul Auster, ist ein Film, der subtil und einfühlsam die Geschichten von Menschen einfängt, die sich in den Straßen von Brooklyn kreuzen. Der Film ist eine Hommage an die Schönheit des Alltags und die unerwarteten Verbindungen, die zwischen den Menschen entstehen.

Die Handlung von „Smoke“ dreht sich um Auggie Wren, den sBesitzer eines kleinen Tabakladens in Brooklyn, gespielt von Harvey Keitel. Auggie hat eine tägliche Gewohnheit, bei der er um die gleiche Uhrzeit ein Foto von der Ecke seines Ladens schießt. Dieses einfache Ritual wird zum Ausgangspunkt für eine Vielzahl von Geschichten, die sich um Auggie und die Menschen in seinem Umfeld entfalten. Eine tolle Idee und ein tolles Storytelling,

Der Film zeichnet sich durch seine liebevoll gezeichneten Charaktere aus, von Auggie selbst bis hin zu seinen Stammkunden und Freunden. Jeder Charakter hat seine eigene Geschichte und seine eigenen Träume, die auf berührende Weise miteinander verflochten sind. Die Schauspieler, darunter auch William Hurt, Forest Whitaker und Stockard Channing, liefern herausragende Leistungen und bringen ihre Charaktere mit Tiefe und Authentizität zum Leben.

Eine der Stärken von „Smoke“ liegt in seiner Fähigkeit, die kleinen Momente des Lebens einzufangen und zu feiern und das ist die Leistung des Drehbuchautors Paul Auster. Der Film findet Schönheit und Bedeutung in scheinbar banalen Ereignissen und zeigt, wie selbst die gewöhnlichsten Begegnungen das Potenzial haben, das Leben zu verändern. Die ruhige Inszenierung und die zurückhaltende Erzählweise ermöglichen es den Zuschauern, sich in die Welt des Films einzufühlen und sich mit den Charakteren zu identifizieren.

The Beatles Let it Be kommt restauriert

23. April 2024

Nun soll es also doch noch kommen. Nach Get Back soll nun der Originalfilm Let it Be von den Beatles veröffentlicht werden. Wir erinnern uns: Am 8. Mai 1970 wurde das zwölfte und letzte Album der Beatles auf den Markt geworden und dazu kam ein Kinofilm, der, sagen wir mal so, recht düster und in Teilen deprimiert war. Am 8. Mai 2024 kommt nun der Film bei Disney+. Ich geh davon aus, dass der Film auch auf Bluray später veröffentlicht wird. Ein Datum habe ich nicht gefunden.

Aus dem 16mm-Material der Filmaufnahmen schuf Peter Jackson eine mehrstündige Beobachtung, die das Ende der Beatles dokumentierte. Bild und Ton wurden optimal restauriert. Unter Get back wurden die Aufnahmen bei Disney+ gestreamt und dann später auf Datenträger veröffentlicht. Für mich war Get Back ein optischer und musikalischer Schatz als Beatles-Fan und stimmte mich versöhnlich, dass die Musiker zusammen kreativ waren, zusammen lachten und natürlich auch zusammen streiten. Get Back war alles in allem ein positiver Film über das Ende einer Supergruppe.

Ganz anders der rund einhalbstündige Originalfilm Let it Be von 1970. Ich hatte mal eine Bootleg-VHS und investierte dann in eine teure digitale Laserdisc, um mir das Trauerspiel und die Trauermienen anzuschauen. Let it Be war ein interessanter Film, der die Risse zwischen den Musikern zeigte. Hier der Trailer von 1970.

Interessant, wie Peter Jackson aus diesem und mehr Material die Stimmung in Get Back gedreht hatte. Was Film so alles kann, basierend auf dem gleichen Material. Aber Let it Be zeigt anderes Material als der Jackson-Film Get Back.

Jetzt wurde der Film von 1970 von Regisseur Michael Lindsay-Hogg restauriert. Wahrscheinlich erstrahlt er in besserer Qualität als meine Laserdisc. Ich warte auf die Bluray Veröffentlichung, um beide Aufnahmen vergleichen zu können. Hier das Plakat von Disney+.

Michael Lindsay-Hogg erklärte in einer Pressemitteilung: „‚Let It Be‘ wurde im Oktober/November 1969 fertiggestellt, aber es kam erst im April 1970 heraus. Einen Monat vor seiner Veröffentlichung trennten sich die Beatles offiziell. Und so sahen sich die Leute ‚Let it Be‘ mit Traurigkeit im Herzen an und dachten: ‚Ich werde die Beatles nie wieder zusammen sehen. Ich werde nie wieder diese Freude haben`, und das hat die Wahrnehmung des Films sehr getrübt.“ Man kann sich die Sache auch schön reden und rechtfertigen. Für mich war, ist und wird Let it Be ein trauriger Film bleiben und trotzdem werde ich ihn mir kaufen, wenn er auf Bluray herauskommt.

Peter Jackson hat natürlich auch was zu sagen: „Ich freue mich riesig, dass Michaels Film ‚Let It Be‘ restauriert wurde und nun endlich wieder veröffentlicht wird, nachdem er jahrzehntelang nicht erhältlich war. Ich hatte das Glück, Zugang zu Michaels Outtakes von ‚The Beatles: Get Back‘ zu haben, und ich habe immer gedacht, dass man ‚Let It Be‘ braucht, um die Geschichte von ‚The Beatles: Get Back‘ zu vervollständigen.“

Filmkritik: Civil War – eine Reise von James Nachtwey zum Heart of Darkness

18. April 2024

Der Trailer lockt den Zuschauer auf eine völlig falsche Fährte. Wer gedacht hat, bei Civil War von Alex Garland handelt es sich um einen klassischen Actionfilm im US-patriotischen Flair von Freiheit und Aufrechtigkeit, der hat sich vollkommen geirrt. Civil War ist für mich die bisherige Überraschung des Kinojahr 2024 und ein absolut lohnenswerter Film.

Als ich aus der Pressevorführung trat, sah ich eine Reise von James Nachtwey zum Heart of Darkness, ein Road Movie mit dem Irrsinn von Apocalypse Now, allerdings nicht in den Gewässer von Indochina, sondern auf auf den staubigen Straßen um Washington.
Dieser Film polarisiert und regt zum Nachdenken an. Was wäre wenn… . Als Zuschauer ergreifen wir Partei für die handelnden Personen, allesamt Fotoreporter und Journalisten unterschiedlichster Ausprägung. Der alte Mann von der New York Times, die desillusionierte Fotoreporterin, der drogenabhängige Producer und das naive Greenhorn.

Es herrscht Bürgerkrieg, Milizen gegen das Establishment in der Rolle des US-Präsidenten. Die Hintergründe kennen wir nicht. Der Präsident scheint ein böser Bube zu sein, weil er eine dritte Amtszeit antritt und einige Staaten dagegen mit Waffengewalt protestieren. Unweigerlich kommt einen der Sturm auf das Kapitol 2021 in den Sinn und auch die Arroganz eines Donald Trump lässt sich beim Betrachten des Films nicht abstreiten. Was wäre wenn …

Der Film ist eine Verbeuung vor den großen Kriegsfotografen der Vergangenheit und Gegenwart: Vor Lee Miller, vor Robert Capra und immer wieder vor James Nachtwey. Und der Film ist eine Verbeugung vor Fotografie. Sobald ein Kriegsbild geschossen wird, verstummt der Ton, das Bild wird schwarz-weiß und zeigt die enorme Wirkung von Fotografie. Als ich den Film auf mich wirken sah, erkannte ich das Todesbild des spanischen Freiheitskämpfers von Robert Capra oder das Attentatsbild von Robert Bobby Kennedy von Boris Yaro. Die Bilder wurden zu ikonischen Symbolen für diese tragischen Ereignisse.

Ein bisschen Nostalgie schwingt in dem Film mit, wenn das junge Nachwuchsjournalistin mit einer alten analogen Nikon auf Film arbeitet, die Filmdose mit Entwickler rollt und den Film dann doch am iPhone anschaut, während die hartgesottene Kriegsfotografin gleich auf eine digitale Sony Alpha setzt. Natürlich sind diese Szene für mich als Bildjournalist Balsam für die Seele, aber seien wir doch mal ehrlich: Bewegtbild hat den Fotojournalismus schon längst geschlagen. Wer heute nur mit Fotos arbeitet, hat die Medienwelt des 21. Jahrhunderts nicht verstanden und das ist meine einzige wirkliche Kritik an diesem einzigartigen Film. Erst gegen Ende tauchen eingebettete Videojournalisten auf, was dann doch eher an die Medienrealität des 21. Jahrhunderts erinnert. Das sich Fotojournalisten frei durch ein Kriegsgebiet bewegen durften, das hat die USA in Vietnam gesehen, wohin es führt. Aber egal, Civil War ist eine Dystopie mit Botschaft und immer wieder der Gedanke: Was wäre wenn …