Im Grunde war es meine Frau, die das Projekt Sonnenfinsternis in unserer Familie strategisch anging. Schon vor Wochen sprach sie beim Abendessen das Thema an und erinnerte mich, wie begeistert wir bei der totalen Sonnenfinsternis im Jahre 1999 waren. Das stimmt und schon war ich Feuer und Flamme. Und nachdem auch meine Twitter-Kontakte @astrozwerge und @DLR_next auf diesen Tag hinfieberten, ließ ich mich anstecken und war begeistert. Beim Optiker meines Vertrauens bestellte ich rechtzeitig vier Pappbrillen für die ganze Familie, damit der Blick in die Sonne ungefährlich ist.
Ich besorgte rechtzeitig vier Brillen für die Familie.
Ganz entspannt sammelten wir Material und sprachen in der Familie immer wieder über das Thema. Meine Frau informierte die Schule von K1/2, die von der Sonnenfinsternis freilich nichts wusste. Also brachte die Gattin den Stein auch an der Schule ins Rollen.
Bei meinem Optiker waren die Brillen schnell ausverkauft.
Tage vor der Sonnenfinsternis begann um uns herum die Hektik. Verzweifelt gingen die Leute auf die Suche nach Pappbrillen. Bei den Optikern und auch bei Amazon waren die Brillen ausverkauft. Ich war zufällig bei meinem Optiker wegen neuen Gläsern und das Telefon klingelte die ganze Zeit. Bei eBay kam es zu astronomischen Preisen für die Pappbrillen – Achtung Wortspiel. Durchs Netz geisterten Bauanleitungen und Alternativen, doch wir lehnten uns gelassen zurück. Wir hatten ja unsere Brillen. Ich habe sogar gelesen, dass ein Optiker 3D-Brillen verkauft hatte, weil er sich bei der Bestellung geirrt hat. So viel zur fachlichen Qualität dieses Handwerkers. Ich kramte eine Rot-Grün-Brille heraus und postete sie zum Spaß in soziale Netzwerke und bekam auch Belehrungen der Community zurück. Leute, war doch nur Spaß.
Ich hab nur Spaß gemacht mit meiner 3D-Brille: Ich und 3D, haha
Aber es war nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen bei mir. Ich wollte eigentlich ein paar Bilder mit der Nikon schießen. Aber dafür brauche ich einen speziellen Slim Graufilter ND1000. Meinen Filter fand ich nicht mehr, also schnell einen bei Amazon bestellt, der auch am Freitag eintreffen sollte. Die örtlichen Fotogeschäfte hatten keinen mehr mit 77 mm Durchmesser. Amazon verschickte, aber DPD versagte. Eigentlich hat der Dienstleister eine Abstellgenehmigung, aber Pustekuchen. Der Filter kam nicht bei mir an – jetzt fährt er irgendwo zwischen DPD-Lager und meinem Wohnort hin und her. Bedeutete im Endeffekt, keine Bilder von der Sonnenfinsternis.
Google hat einfach Humor – das Doodle zur #SoFi
Am Tag der SoFi hatte Google ein besonderes Doodle geschaltet. Die Leute bei Google haben einen guten Humor. Gut so. Als die partielle Sonnenfinsternis bei uns begann, beobachtete ich im Netz ihr Voranschreiten. Bresser, ein von mir bevorzugter Hersteller für optische Geräte wie Teleskope und Mikroskope, bot einen Live-Stream im Netz an. Dieser scheiterte, weil Nebel über der Beobachtungsstelle war. Pech.
Bresser hatte einfach Pech mit dem Wetter.
Ich wechselte als Patriot zum Stream des Bayerischen Fernsehens, der aber nach Sekunden abbrach. Statt Bilder von der Sternwarte des Deutschen Museums zu zeigen, kam nur ein Störungshinweis – mein Dank als Gebührenzahler gilt dem BR. Die ARD brachte dann einen Stream vom NDR, der scheinbar eher etwas von Übertragungstechnik versteht – soweit zu Laptop und Lederhosen.
Ich genoss die Sonnenfinisternis auf der Terrasse zusammen mit meiner Frau. Brille auf und Musik an – ich wählte Richard Strauss Also sprach Zarathustra, genau wie bei 2001 von Kubrick. Am Höhepunkt der partiellen Sonnenfinsternis wurde es merklich dunkler und auch die Vögel verstummten. Schlagartige Ruhe breitete sich in der Natur aus. Und es wurde kälter. Wie muss so ein Naturschauspiel auf unaufklärte Menschen des Mittelalters gewirkt haben? Der Enegieblackout blieb aus, wohl doch eher Panikmache der Energieversorger und der Massenmedien. Ich fand die Sonnenfinsternis einfach toll. Als Retro-Gamer sah ich einen großen Pac Man am Himmel, der das Maul öffnete.
Ich genoss die Sonnenfinsternis im Garten.
Und ich musste auch über das Netz schmunzeln. Am besten fand ich die Titelseite der taz, die eine Islamisierung des Himmels sah, weil ein Halbmond nun über uns sei. Großartig. Als Apple-Fanboy musste ich lachen, als durchs Netz die Behauptung ging, Apple werde die Sonnenfinsternis verklagen. Wieder großartig.
Als Apple Fanboy musste ich lachen.
Bei K1/2 in der Schule gab es auch eine Überraschung. Im Fach Religion schrieb K2 zum Start der Sonnenfinsternis gleich mal eine Religion-Ex. Anstatt dass der katholische Religionslehrer das Phänomen Aberglaube und Ängste früherer Zeiten bei einer Sonnenfinsternis pädagogisch vermittelte, prüfte er Stoff zum Thema Kirchenjahr ab. Mir völlig unverständlich und zeigt wieder das bayerische Bildungssystem von seiner schlimmsten Seite. In der Pause durften nur die Kinder mit SoFi-Brille raus und in die Sonne schauen. Der Rest blieb im Schulgebäude. Einige Lehrer hatten rechtzeitig Bestellungen für SoFi-Brillen gemacht, der Rest von Schülern und Lehrern ging leer aus. Gut, dass K1/2 von der Gattin mit entsprechenden Brillen ausgestattet wurden. Ich schrieb es ja zu Beginn: Im Grunde war es meine Frau, die das Projekt Sonnenfinsternis in unserer Familie strategisch anging.
Wer im Hotel nächtigt, der kennt die kleinen Türanhänger aus etwas dickeren Papier. Diese Anhänger sind meist hinter der Zimmertür zu finden. Sie haben die Aufschrift auf der einen Seite „Bitte nicht stören“ und auf der anderen Seite steht „Bitte Zimmer aufräumen.“ Meist gibt es noch ein Farbleitsystem. Grün heißt „Reinkommen ist ok“, Rot heißt „Draußen bleiben“.
Diese Anhänger werden bei Bedarf einfach an die Türklinke des Hotelzimmers gehängt und das Reinigungspersonal weiß, was zu tun ist. So kann es nicht passieren, dass die Reinigungstruppe mit den Worten „Housekeeping“ die Zimmertür aufreißt, während man selbst noch beim Anziehen ist. So etwas soll es schon gegeben haben. Ich habe es mir daher zur Angewohnheit gemacht, beim Schlafengehen, dass „Bitte nicht stören“-Schild und meine Tür zu hängen und Ruhe vor Störungen zu haben.
Mein Bett aus dem 19. Jahrhundert im Hotel Prinz Luitpold Bad.
Bei meinem jüngsten Urlaub im Allgäu im wunderbaren Wellnesshotel Prinz Luitpold Bad in Bad Hindelang, entdeckte ich eine besondere Variante dieser Türanhänger. Dazu folgernder Hintergrund: Ich nächtigte in der so genannten Ludwig II.-Suite des Allgäuer Hotels. Im Zentrum meines Schlafzimmers stand ein antikes Bett mit feinen Holzarbeiten aus dem 19. Jahrhundert.
Schwäne am Bett – passt also zu Ludwig II.
Die wunderbaren Holzlegearbeiten zeigten Schwäne und auch am Kopf waren Holzschwäne angebracht. Das passt alles zu unserem König Ludwig II. Links und rechts vom Bett hängen zwei Bilder, eines von König Ludwig II. und eines von seinem Märchenschloss Neuschwanstein.
„Audienz wird gewährt!“ – Zimmer aufräumen.
Die Türschilder hatten die Aufschrift „Wichtige Regierungsgeschäfte – Störung unerwünscht“. Das Schild war in Rot. Und die Variante „Bitte Zimmer aufräumen“ lautete im Hotel Prinz Luitpold Bad „Audienz wird gewährt!“ Und das Schild war in einem freundlichem Grün. Zudem gab es auf beiden Seiten des Schildes das Logo des Hotels.
Hier hat das Hotel Prinz Luitpold Bad seine CI konsequent umgesetzt. Der Hotel-Claim ist „ein bisschen königlich“ und das passt auch bei den Türschilder. Wunderbar mitgedacht und Vorbild für andere Hotels.
Ein bisschen königlich – die CI der Türschilder passen zum Hotel in Bad Hindelang.
Für viele, unter anderem auch mich, ist der DeLorean DMC-12 ein Traumwagen. Zum ersten Mal habe ich das Automobil in dem wunderbaren Streifen Zurück in die Zukunft gesehen. Ausgestattet mit dem von Dr. „Doc“ Emmett L. Brown erfundenen Fluxkompensator (richtig übersetzt Flusskondensator da englisch flux capacitor) konnte man mit dem DeLorean Zeitreisen unternehmen. Mit 140 km/h (88 mph) sorgte der Fluxkompensator dafür, dass der wegen der DeLorean mit seiner Edelstahl verkleideten Karosserie durch die Zeit reisen konnte. Der Film hatte einige Wahnsinn gute Gags, und wahnsinnig gute Einfälle. Und er hatte eben einen wahnsinnig coolen Wagen, den DeLorean DMC-12. Das Auto selbst war wohl ein Flop, aber es hat im Herzen der Filmfreunde immer einen Platz.
Das erste Mal live habe ich den DeLorean DMC-12 auf einer Veranstaltung in San Francisco gesehen. Dort stand im Gamesbereich auf der MacWorld Expo das umgebaute Fahrzeug zum Anschauen. Anfassen, oder gar einsteigen war strengstens verboten. Laut Wikipedia gibt es von den 8583 gebauten Exemplaren gibt es weltweit noch rund 4000.
Jetzt vor kurzem habe ich wieder eine Variation des Autos entdeckt, auf der Internationalen Handwerksmesse in München. Die Messe selbst war relativ langweilig. Nicht im Kfz-Bereich, sondern in der Gartenausstellung wurde ich fündig. Im Gartenbereich hatte ein Landschaftsgärtner das Fahrzeug ausgestellt. Und das war ein absoluter Hingucker. Vor allen Messebesucher um die 40 gingen um den Wagen herum und diskutierten über ihre Jugenderinnerungen. Als sie damals Zurück in die Zukunft mit Michael J. Fox gesehen hatten. Hier zeigte sich einmal wieder, wie sehr Filmmotive sich in das kollektive Gedächtnis einer Gesellschaft entbrennen. Der DeLorean DMC-12 war so ein Filmmotiv. Ganze Generationen von Kinobesuchern träumten von diesem Auto. Leider bin ich noch nie einen DeLorean DMC-12 gefahren, geschweige denn durch die Zeit gereist. Das hat auch die Internationale Handwerksmesse IHM nicht geändert.
Beim Essen liebe ich Experimente mit allerlei Zutaten aus aller Herren Länder. Aber ich habe auch eine Vorliebe für die regionale Küche, wenn ich in einem bestimmten Landstrich bin.
Vor kurzem war ich wieder im Allgäu und habe eine wunderbare regionale Küche im Restaurant des Hotels Prinz Luitpold Bads in Bad Hindelang genossen. Ich testete die Küche vom Küchenchef Josef Schaffle zwei Tage lang und bin sehr angetan von seinem regionalem Konzept, „ein bisschen königlich“ ist.
Ein bisschen königlich ist die Speise des Hotels Prinz Luitpold Bads in Bad Hindelang.
Schaffle versteht es sehr gut, die traditionelle Allgäuer Küche mit frischen Ideen zu verbinden. „Essen ist ein wichtiger Teil unseres Lebens und ein wichtiger Teil einer Reise. Es gibt einem die Gelegenheit etwas mehr über das Gebiet zu erfahren, in dem man sich befindet. Wenn Sie echtes bayrisches Essen, mit historischen Wurzeln und modernen Elementen suchen, dann sind Sie bei uns genau richtig“, heißt es auch von den Hoteliers Armin und Sabine Gross.
Die Speisekarte umfasst regionale Spezialitäten. Nach einem Gruß aus der Küche, zum einen gab es als Amuse-Gueule Ente zum anderen Lachsterrine.
Ente – ein Gruß aus der Küche
Amuse-Gueule Lachsterrine
Meine erste Vorspeise drehte sich um den Hirschen. Der Rothirsch ist der König des Waldes, so die Speisekarte des Hauses. Ungefähr 3000 Stück leben in den Oberallgäuer Bergen. Als im Jahr 1848 revolutionäre Gedanken in der Luft lagen und die Adelsprivilegien größtenteils aufgehpben wurden, waren innerhalb von zwei Jahren alle Hinderlanger Hirsche erlegt. Prinz Luitpold, der Namensgeber des Hauses, war ab 1850 Jagdherr in Hindelang und fing mit 17 Stück Rotwild mit der Hege einer neuen Population dieser edlen Tiere an. Sehr viele Hirsche, die heute durch die Wälder stolzieren und auf meinem Essenstisch landen, sind wohl Nachfahren dieser königlichen Geweihträger. Ich nahm als Vorspeise den urgemütlichen Hirsch. Zwei Tage lang wurde der Hirschrücken hausgebeizt, hauchdünn geschnitten und nun mit Apfel-Birnen-Chutney serviert.
Zur Vorspeise urgemütlicher Hirsch
Die zweite Vorspeise am zweiten Tag war Fisch nicht Fleisch, eine Sulz vom geräuchteren Allgäuer Saibling an Meerrettich-Aioli und dazu frisch gebackene Dillkrapfen.
Eine Sulz vom geräuchteren Allgäuer Saibling
Als Hauptspeise am ersten Tag wählte ich den Hindelanger Adler. Es ist natürlich kein Adler, sondern eine halbe knusprig gebratete Bauernente mit Kartoffelknödel und Apfelrotkraut. Das Tier stammt vom Geflügelhof Leonhard Gross aus Niederbayern. Meine Kinder haben etwas verwirrt geschaut, beim Namen Hindelanger Adler. Den Steinadler gibt es übrigens wieder in Hindelang. Im 19. Jahrhundert wurden Adler allerdings als Schädlinge angesehen und gejagt. Einer der kühnsten Adlerjäger war der Leibjäger des Prinzregenten Luitpold, der Hindelanger Leo Dorn. Als Leo Dorn seinen 50. Adler erlegte, verlieh im der Prinzregent den Titel „Adlerkönig“. Diese Zeiten sind Gott sei Dank vorbei. Mein Hindelanger Adler ist heute auf dem Teller eine Bauernente.
Mein Hindelanger Adler.
Am zweiten Abend wählte ich als Hauptgang die Leibspeise Luitpolds. Es gab ein gegrilltes Rumpsteak vom Allgäuer Weiderind von der Metzgerei Endraß, am Knochen gereift mit Kürbiskernkruste und Kartoffel-Zwiebelstampf.
Meine Arbeit macht es notwenig, dass ich auf Reisen gehe. Da ich manches Mal über Nacht bleibe, bette ich mein müdes Haupt in dem einen oder anderen Hotel zur Ruhe. Bevor es aber ans Auspacken geht, drehe ich ab und zu mal ein Video von meinem Zimmer. Es ist eine Art spontaner Hotel- und Zimmercheck, der nicht den Anspruch auf Vollständigkeit hat. Es sind nur spontane Eindrücke, die ich sammle. Ab und zu werde ich in meinem Blog einige dieser Hotel- und Zimmerchecks vorstellen – viel Spaß.
Freunde von mir sind in der Mittelalterszene unterwegs und haben mir den tollen Soundtrack zum Der Medicus von Ingo Ludwig Frenzel ans Herz gelegt. Ich fand den Film zwar unlogisch und dennoch hat er mir Spaß gemacht. Die medizinische Versorgung in den dunklen Zeiten war grauenhaft. im medizinischen Bereich konnten wir viel von der Hochkultur der Arabern lernen.
Aber das Wissen um Krankenpflege hat lange gebraucht, bis es sich bei uns verbreitet. Ich war bei einem Besuch in der Spargelstadt Schrobenhausen entsetzt, wie lange wir eigentlich medizinisch im Mittelalter waren. Das dunkle Zeitalter zog sich in Schrobenhausen bis in die Neuzeit hin.
Bei einem Besuch in Schrobenhausen sah ich mir den so genannten Heißenturm an. Die Stadt hat eine hervorragende Beschilderung für Touristen. Ich erfuhr, dass zu Beginn des 19. Jahrhunderts die Stadt Schrobenhausen noch immer kein Krankenhaus besaß. Die Kranken mussten zu Hause versorgt werden. Für kranke Dienstboten, Handwerksgesellen oder Lehrbuben, die die Möglichkeit der häuslichen Pflege nicht hatten, richtete die Stadtgemeinde Schrobenhausen im Jahre 1819 einen Stadtturm als Krankenlager her. Dieser Turm heißt heute noch Heißenturm und befindet sich in der Nähe des heutigen Busbahnhofs.
Insgesamt sechs Kranke konnten in den vier beheizten Turmräumen des Heißenturms untergebracht werden. Versorgt wurden diese Kranken vom einem Landgerichtsarzt. Allerdings waren diese Räume zu eng und die sanitären Verhältnisse katastrophal. Bereits 1825, so die Stadtchronik, klagte der städtische Krankenverwalter über „unzumutbare Zustände der Dienstbotenkrankenanstalt“. Eine Art Krankenpfleger wurde nur tageweise angestellt und kümmerte sich zudem nicht ordnungsgemäß um seine Patienten. Vielleicht waren die Krankenpfleger von damals genauso überlastet und unterbezahlt wie heutige Krankenpflege – eine Schande ist das. Es gab keine medizinischen Geräte oder Bettwäsche. Es fehlte an Baderäume, damals Badezuber genannt. Kranke wurden sogar abgewiesen. Als 1841 eine Schafpockenepidemie Schrobenhausen erreichte, nahm die Zahl der Erkrankten massiv zu. Der Heißenturm konnte die Patienten nicht mehr fassen. Die medizinischen Zustände waren katastrophal. Die Anzahl der Räume wurden zudem verringert, Kranke mussten auf den zügigen Gängen des Turms schlafen.
In örtlichen Waisenhaus im Tal wurde ein provisorisches Krankenhaus eingerichtet. Erst im Jahre 1846 wurde durch Spenden der Bürger das erste richtige Krankenhaus in Schrobenhausen berichtet. Heute besitzt Schrobenhausen natürlich im modernes Krankenhaus.
Da Mimmo in Bad Wiessee in der Sanktjohanserstraße 82.
Was müssen die achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts für coole Zeiten gewesen sein? Ich liebe die Geschichten von Party, Küsschen und der Münchner Bussi-Gesellschaft. Und das Jetset fährt schon mal ins alte Spielcasino an den bayerischen Tegernsee. Mitten drinnen der Baby Schimmerlos, nein natürlich der Klatschreporter Michael Graeter von der Abendzeitung und Leos Magazin berichtet im Fernsehen.
Und am Tegernsee geht man als VIP-Promi noch einen Trinken. Da gab es das Hotel Bachmair am See. Und da gibt es noch das Ristorante Da Mimmo. Nachdem das Bachmair mit seinem Nachtclub heute nicht mehr in Frage kommt, probierte ich Da Mimmo in Bad Wiessee in der Sanktjohanserstraße 82 aus.
Vor der Ahnengalerie.
Küchenchef Mimmo Lapenna verwöhnt seine Gäste mit ständig wechselnder Karte. Leider gab es die Karte nicht im Internet, also fuhr ich mit einem Kollegen nach Reservierung auf gut Glück vorbei. Mangelnde Internetpräsens der Speisekarte ist für mich ein klarer Minuspunkt eines modernen Restaurants. Zweiter großer Minuspunkt für mich: Der Gast kann nur mit der EC-Karte oder bar bezahlen. Internationale Gäste werden das Verhalten nicht verstehen – VIP ist das nicht gerade.
Es schauten einstmals einige Promis herein. Im Foyer des Restaurants hängt die Ahnengalerie. Als erstes fiel mit der Zeichner Oskar auf. Nur die Älteren unter uns kennen Oskar noch, der bei Dalli Dalli zeichnete. Dann lächelt auch noch Helene Fischer von der Wand und Michael Lesch, Michaela May sowie Titelhändler Konsul Weyer samt Gattin Christina Scholtyssek. Übrigens, das Bild von Hans-Hermann Weyer, wie der Konsul eigentlich heißt, ist schon mal runtergefallen und das Glas gesprungen. Ich denke, dies sagt alles über die VIP-Szene der alten Zeit. Ach ja, Farah Fawcett war auch mal da.
Das Essen war okay, aber der Raum Tegernsee hat deutlich bessere Küche zu bieten. Die Weinkarte mit 150 Sorten ist dagegen wirklich in Ordnung. Schwer in Ordnung war die extrem freundliche Bedienung des Restaurants.
Als Amuse Guelle gab es kleine Portion überbackene Rigatoni
Als Amuse Guelle gab es kleine Portion überbackene Rigatoni.
Als Vorspeise wählte ich Capesante Jacobsmuscheln in Butter gebraten mit Salbeiblättern serviert auf Rote Beete Carpaccio mit gegrillten Cherrytomaten.
Als Vorspeise wählte ich Capesante Jacobsmuscheln in Butter gebraten mit Salbeiblättern serviert auf Rote Beete Carpaccio mit gegrillten Cherrytomaten.
Ich probierte das Agnello – Lammkarree mit Thymiankruse auf grünen Bohnen auf Kartoffel-Kräuterpüree.
Ich probierte das Agnello – Lammkarree mit Thymiankruse auf grünen Bohnen auf Kartoffel-Kräuterpüree.
Spinat-Ravioli mit Walnüssen und Radicchio.
Dann gab es noch Spinat-Ravioli mit Walnüssen und Radicchio.
Ich hatte einen Auftrag für eine Schulung in Xanten am Niederrhein. Um auf Nummer sicher zu gehen, reiste ich von München einen Tag früher in die Siegfried-Stadt und besichtigte die Stadt. Am Marktplatz bekam ich den üblichen Kaffeedurst und ich entschied mich für eine Latte. Auf dem Weg zum Cafe stieß ich auf einen öffentlichen Bücherschrank.
Ein öffentlicher Bücherschrank? Was ist jetzt das? In diesem Schrank kann jeder Bücher herausnehmen und natürlich auch hineinstellen. Der Service ist kompkett kostenlos.
Auf einem Schild an dem Bücherschrank steht: „Nehmen Sie einfach ein Buch mit, das sie gerne lesen möchten. Später bringen Sie dieses wieder zurück – oder auch ein anderes, das Sie für lesenwert halten.“ Die ganze Sache basiert auf Freiwilligkeit und lebt vom Engagement der Mitbürger.
Wer die Wahl hat, hat die Qual. Ich entschied mich für eines der besten Bücher der achtziger Jahre – Tom Wolfe: Fegefeuer der Eitelkeiten.
Ich entschied mich für eines der besten Bücher der achtziger Jahre – Tom Wolfe: Fegefeuer der Eitelkeiten.
In meinem Kaffee hatte ich den Blick auf den Bücherschrank. Bei Kaffee und Kuchen genoss ich die besten Szenen des Buches über die Meister des Universums und blickte ab und zu auf den Bücherschrank. Ich war baff, wie hoch der Bücherschrank in Xanten frequentiert wurde. Viele Bürger von Xanten schauten sich die Bücher an, nehmen Bücher heraus und stellten Bücher herein.
Gemeinsam mit den Energieversorger RWE fördert die Stadt Xanten diesen Bücherschrank. „Denn Lesen verbindet und Bücher sind ein wichtiges Kulturgut, das es zu erhalten gilt.“ Interessant ist: „RWE versteht dieses Engagement als Teil ihrer gesellschaftlichen Verantwortung.“ Ich habe so Bücherschränke in Salzburg gesehen, aber irgendwie nicht in Bayern.
Ich finde die Idee toll und würde gerne Bücher für einen Bücherschrank an meinem Heimatort stiften. Mal sehen, ob sich jemand findet.
Der Wildpark Poing ist eine Attraktion im Osten von München in der Gemeinde Poing. Dort gibt es zahlreiche Tiere zum Ansehen und einige von ihnen kann man selbst füttern und sogar streicheln. Für Kinder ist der Wildpark Poing eine Freude und ich als Erwachsener habe auch meinen Spaß.
In der Vergangenheit habe ich den Wildpak Poing nur im Frühling und Sommer besucht. Diesen Einfall hatten auch andere Eltern, Kindergartengruppen und Schulklassen. Daher kann bei höheren Temperaturen der Wildpark so manches Mal zu Massenaufläufen kommen. Die Kioske sind umlagert von Horden mit Eisschleckern, von den Tieren ganz zu schweigen.
Jetzt entschoss sich unsere Familie zu einem Besuch bei kalten, winterlichen Temperaturen. Der Wildpark Poing ist der wildreichste Park Deutschlands und wurde bereits im Jahr 1959 gegründet. Der Park hat heute eine Größe von 570.000 Quadratmeter. Und der Besuch hat sich wirklich gelohnt. Der Park strahlte eine Ruhe aus, die sich auch auf die Wildtiere auswirkte. Alles war viel gelassener, viel ruhiger – eben winterlicher.
Winterliche Ruhe im Wildpark Poing.
Natürlich gibt es im Winter keine Attraktionen wie Flugshow mit den Greifvögeln, aber das machte uns nichts aus. Wir gingen in warmen Klamotten eingepackt die zahlreichen Spazierwege mit einer Gesamtlänge von 4 Kilometer entlang und ließen die Attraktionen auf uns zukommen – im wahrsten Sinne des Wortes.
Die Tiere des Wildparks Poing kamen zu uns und meine Kinder konnten sie füttern und sogar manches Mal streicheln. Ich war massiv beeindruckt von einem Hirsch. Die Gattin konnte das neue Objektiv der Nikon ausprobieren und ich genoss dick eingepackt das ganze Treiben. Warm ums Herz wurde mir gleich beim Eingang als wir zur Meerschweinchen-Box kamen und die lustigen Fellknäuel betrachteten.
Die Meerschweinchen am Eingang vom Wildpark Poing,
Dann kamen Rehe, Gänse, Enten, Pfaue, Ziegen, Schafe, Schweine, Bisamratten, Eulen und viele andere Tiere mehr. Hinter Gitter waren die Wölfe, die mich faszinierten. Sie schlichen sich am Gitter ihres großzügigen Geheges entlang, streiften umher und blickten immer wieder auf die freilaufenden Rehe außerhalb des Zauns.
Cooler Gesprächspartner.
Richtig gefreut haben wir uns auf die Braunbärenfamilie, die in Poing wohnt. Seit März 2007 lebt Braunbärin Mia und ihre Bärenkinder Maja, Mette und Molly in ihrem 30.000 Quadratmeter großen Freigehege. Aber die Bären freuten sich wohl nicht über uns und kein Meister Petz ließ sich blicken. Wir sahen nur die Spuren der Tatzen im Schnee, so eine Art Jack Wolfskin in Natur. Von den Bären allerdings keine Spur – da werde ich wohl im Sommer noch einmal kommen müssen.
Mein Freund Ludger Freese, erfolgreicher Metzger-Blogger aus dem Norden, hat mir mal einen schönen Satz gesagt: „Jedes Mal, wenn ich mir eine Stadt anschaue, dann bringe ich neue Ideen zum Bloggen mit.“
Richtig, Ludger, und ich habe mich an diesen Satz erinnert, als ich am Münchner Ostbahnhof bei eisiger Kälte auf einen Zug Richtung Niederbayern warten musste.
Der Wind war so kalt, dass ich mich in die Unterführung stellte, die zu den Gleisen des Münchner Ostbahnhofs führt. Jacke, Mütze und Schal wärmten mich und ich schaute zu Boden. Dort befanden sich Gulli-Deckel oder formal auch Schachtdeckel genannt. Aber ganz besondere Gulli-Deckel. Nicht die grauen, langweiligen runden Deckel, die die Abflussrohre verdecken. Die Deckel waren glänzend und sie erregten meine Aufmerksamkeit.
Die Deckel zeigten Werbung. Die Motive waren Restaurants, Telefonanbieter, Orthopädie Technik und anderes. Neugierig ging ich die Deckel in der Unterführung ab und schaute mir Motiv um Motiv an. Der Werbeeffekt dieser besonderen Form der Straßenwerbung hat bei mir wunderbar funktioniert. Ein paar Gulli-Deckel habe ich fotografiert und meine Fotoaktion mit dem iPhone machte andere Wartende auf die Gulli-Deckel aufmerksam. So kann Straßenwerbung auch wirken.