Archive for the ‘Aufgelesen’ Category
16. April 2009
Was sind realistische Ziele und wie kann ich sie erreichen? Diese Fragen stellt sich jeder, der im Berufsleben steht und Zielvereinbarungen für sich oder mit seinen Mitarbeitern treffen muss. Eine Orientierung kann dabei die so genannte SMART-Methode sein, die gerne in der Managementlehre eingesetzt wird.
Wichtig ist aber, dass diese Methode kein Dogma darstellt, sondern nur eine Hilfestellung ist. Sie ist kein Muss, sondern dient nur der Unterstützung beim Finden seiner eigenen oder fremder Ziele.
Was bedeutet nun SMART? Jeder der Buchstabe ist eine Abkürzung einer Zieleigenschaft.
S bedeutet speziell/konkret. Setzen Sie sich Ihre Ziele so speziell als nur möglich. Ich möchte, dass alles besser wird, ist ein sehr weiches Ziel. Ich nehme 15 Kilogramm ab, ist dagegen ein konkretes Ziel.
M bedeutet messbar. Was nutzen Ziele, wenn sie nicht messbar sind? Unser Beispiel wieder: Wie soll alles besser werden, ist sehr weich. 15 Kilogramm beim Abnehmen ist eine messbare Größe, die sich mithilfe einer Waage feststellen lässt.
A bedeutet attraktiv/angestrebt. Will ich dieses Ziel wirklich erreichen? Ist es wirklich attraktiv für mich oder bedeutet es nur eine Wischi-Waschi-Aufgabe, die ich nicht ernst nehme.
R bedeutet realistisch. Das Ziel muss im realistisch sein, es muss auch durchführbar sein. Sich den Weltfrieden herbeizusehnen, mag lobenswert, doch nicht realistisch sein, außer man ist US-Präsident. 15 Kilogramm abzunehmen, ist dagegen durchaus realistisch, wenn man es wirklich will.
T, der letzte Buchstabe in unserem SMART, bedeutet terminiert. Das Ziel muss zu einem bestimmten Zeitpunkt durchgeführt, abgeschlossen sein. 15 Kilogramm abzunehmen ist schön, doch 15 Kilogramm bis zum Jahresende 2009 abzunehmen, das ist speziell, messbar, attraktiv, realistisch und es ist terminiert.
Probieren Sie es einmal aus, SMART ist eine gute Methode, sein und fremde Ziele festzusetzen und anzugehen.
Schlagwörter:Abnehmen, Analyse von Zielen, Aufgabenstellung, Dogma, Finden von Zielen, Hilfestellung, Managementlehre, Orientierung, realistische Ziele, SMART, SMART-Methode, utopische Ziele, Weltfrieden, Ziele, Zielvereinbarung
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14. April 2009

Am Wochenende war die Resonanz sehr unterschiedlich auf die durchgeführten Ostermärsche. In den deutschen Großstädten war die Friedensbewegung eher in den Biergärten als auf der Straße zum Demonstrieren zu treffen. Ein paar Versprengte zogen mit dem Peace-Zeichen durch die Straßen. Einzig der Ostermarsch gegen das Bombodrom lockte Teilnehmer auf die Straßen. Ich denke, das Problem ist das fehlende Feindbild. Obama hat unbewusst der europäischen Friedensbewegung den Wind aus den Segeln geholt. Während seiner ersten Europareise verkündigte er in Prag, dass er sich eine Welt ohne Atomwaffen vorstellen könne. Warum soll ich da noch auf die Straße gehen, wenn der Oberbefehlshaber der größten Militärmacht ein Friedensbewegter ist? Da waren die 80iger Jahre doch ganz anders. Da gab es klare Feindbilder für die Ostermarschierer. Pershing II und Nato-Doppelbeschluss, Reagan und Afghanistan -Invasion, Lateinamerika und Südafrika, vielleicht auch noch Wackersdorf. Ich hab im Keller sogar noch einen Button des Ostermarsches von 1985 gefunden. Das Ding hing seit 24 Jahren an einer Jeansjacke im Keller (klar, man trug damals Jeans). Also, ein klares Feindbild muss wieder her, oder eine neue Art des Ostermarsches. Unter dem Motto „Eine Region steht auf“ probiertes es Gleichgesinnte in Alzenau. Mit einem Ostermarsch wollten die Beschäftigten der Firma Mahle die Geschäftsführung zum Umdenken bringen. Mit einem Ostermarsch haben Beschäftigte des Autozulieferers Mahle in Alzenau (Landkreis Aschaffenburg) gemeinsam mit Bewohnern der Region gegen die geplante Werksschließung protestiert. Hier geht es darum, nicht Abrüstung einzufordern, sondern es geht um die nackte Angst, seinen Arbeitsplatz zu verlieren. Diese Angst ist viel realer als eine kriegerische Bedrohung.
Schlagwörter:Abrüstung, Afghanistan, Alzenau, Arbeitsplatz, Aschaffenburg, Atomwaffen, Bedrohung, Biergarten, Feindbild, Jeansjacke, Lateinamerika, Mahle, Nato-Doppelbeschluss, Obama, Oberbefehlshaber, Ostermarsch, Peace-Zeichen, Pershing II, Reagan, Südafrika
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8. April 2009
Kennen Sie die Schlaubis, die alles Mögliche, was sie per Mail bekommen, an andere Leute weiterleiten. Oft sind dies so genannte Hoax. Als Hoax wird eine Falschmeldung bezeichnet, die per E-Mail, Instant Messenger oder auf anderen Wegen (z. B. SMS und MMS) verbreitet, von vielen für wahr gehalten und daher an Freunde, Kollegen und andere Personen weitergeleitet wird.
Jetzt kam uns zu Hause ein extrem lästiger Fall vor. Ein Lehrerverband schickte groß folgende Meldung herum: „ Liebe Verkehrsteilnehmer, die Retter und Ambulanzfahrer haben bemerkt, dass bei Straßenunfällen die meisten Verwundeten ein Mobil-Telefon bei sich haben. Bei den Einsätzen weiß man aber nicht, wer aus den langen Kontaktlisten zu kontaktieren ist. Ambulanzfahrer haben also vorgeschlagen, dass jeder in seine Kontaktlisten, die im Notfall zu kontaktierende Person unter demselben Pseudo eingibt. Das international anerkannte Pseudo ist: ICE (= In Case of Emergency).“ Als Absender wird das Bildungswerk des Arbeiter-Samariter-Bunds Deutschland e. V. angegeben.
Was macht der gute Journalist? Klar, er fragt nach beim Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland. Das ist Blödsinn. Folgende Antwort erhielten wir: „Der ASB hält ausdrücklich fest, dass diese E-Mail nicht von offizieller Seite verschickt wurde. Weder der ASB, noch die Polizei oder andere offizielle Berufsverbände und Rettungsorganisationen geben diese Empfehlung ab. Der Arbeiter-Samariter-Bund findet die Empfehlung bezüglich ICE-Nummern problematisch und nicht praxistauglich.“
Mal sehen, wann ich wieder Müll in mein Postfach bekomme, von irgendeinem dieser Schlaubis da draußen.
Schlagwörter:Ambulanz, Arbeiter Samariter Bund, ASB, Berufsverbände, E-Mail, Hoax, ICE, In Case of Emergency, Instant Messenger, Kontaktlisten, Rettungsorganisation, Schlaubis, Verkehrsteilnehmer
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18. März 2009

Tempo ist mittlerweile zum Gattungsbegriff für Papiertaschentücher geworden. Ähnlich wie Tesa für den Klebestreifen oder Uhu für den Komponentenklebstoff oder Kleber. Bei den Taschentüchern haben wir derzeit eine Megapackung der Billigmarke Ja zu Hause. Mir ist es in der Regel egal, ob sich das Taschentuch an meine Nase anschmiegt oder nicht. Praktisch müssen sie sein und immer dabei. Daher haben wir den billigen Jubelcontainer Taschentüchergekauft.
Was mich aber ärgert an diesen Ja-Taschentüchern ist der Verschluss der Plastikfolie. Zehn Tücher sind in einem Päckchen verschweißt. Sie sind verklebt durch einen kleinen Klebestreifen mit einem roten wieder verschließbaren Verschluss. Doch dieser rote Streifen reißt immer sofort ab. Die ganze Konstruktion zum Wiederverschießen der Taschentücherpackung ist Schrott. Ich reiße regelmäßig, eigentlich immer, diese Verschlusslasche ab. So blöd kann selbst ich nicht sein, also tippe ich, dass das Ganze eine Fehlkonstruktion ist. So reiße ich die Packung komplett auf und der rote Streifen ist absolut nutzlos.
Freunde bei „Ja“. Euer Qualitätsmanagement ist Käse. Entweder benutzt ihr eure eigenen Taschentücher gar nicht oder es ist euch egal. Dann brauch ich aber auch keine wieder verschließbare Packung Tempos.
Schlagwörter:Ja-Marke, Kleber, Klebestreifen, Komponentenklebstoff, Papiertaschentuch, Qualitätsmanagement, Taschentuch, Tempo, Tesa, Uhu
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5. März 2009
Bei einer E-Mail-Anfrage sollte man eine Antwort von maximal 24 Stunden erwarten können. Das klappt in der Regel sehr gut. Leider ist die Antwort nicht immer qualifiziert. Das liegt in der Regel an automatisierten E-Mail-Systemen und an uninteressiertem Service-Personal.
Doch gerade am Kundenservice darf auf keinen Fall gespart werden, so sagt es auch Guy Kawasaki, der ehemalige Apple-Marketingchef und heutige Joint-Venture-Geber. „Wenn der Kunde merkt, dass der Service schlecht ist, spricht sich das schnell herum.“ Dies gilt für alle Arten der Kundenkommunikation.
Eben eine solche Art der schlechten Kommunikation ist meinem Kollegen so eben passiert. Es ist eine weitere Episode aus dem dicken Buch: „Ich lese keine Anfrage, sondern schicke einfach mal eine Standardantwort zurück!“ Was war geschehen?
Mein Kollege braucht ein Journalistenvisum, weil er in den USA eine Veranstaltung besuchen möchte. Die Amerikaner zicken herum und so hat er sich entschieden, es sei besser offiziell mit Visum einzureisen. Er stellte in seiner E-Mail an amerikanische Generalkonsulat zwei klar verständliche Fragen, die da sind: Ist es dazu erforderlich, dass ich nach Frankfurt fahre oder ist die Antragsstellung auch in München möglich? (das war Frage 1) Wie lange dauert es von Antragsstellung bis Erteilung im Normalfall? (und das war Frage 2).
Und was kam vom Mail-System zurück? Nur Standard-Blabla: „Vielen Dank für Ihre Anfrage bezüglich der Visabestimmungen und Reisen in die Vereinigten Staaten von Amerika. … Die Absprache von Interviewterminen ist ausschließlich durch unseren Visa-Informationsdienst möglich. Bitte besuchen Sie die folgende Website, um mit der Terminvereinbarung zu beginnen. … Falls Sie lieber persönlich mit einem Servicemitarbeiter sprechen möchten, können Sie dies unter 0900-1-850055 tun (nur innerhalb Deutschlands, 1,86 EUR/minute, 7am to 8pm, Mo-Fr). Bitte vergewissern Sie sich, dass Ihr Anschluss für solche Servicenummern freigeschaltet ist und versuchen Sie es gegebenenfalls von einem anderen Anschluss erneut. Für Anrufe außerhalb Deutschlands oder falls Sie nicht in der Lage sein sollten, diese Nummer zu wählen, können Sie auch folgende Nummer anrufen (nur möglich mit einer gültigen Kreditkarte, Visa oder Mastercard, €15/Anruf): +49-9131-772-2270. Eine schriftliche oder telefonische Terminvergabe durch das Konsulat ist nicht möglich. Diesbezügliche Anfragen werden nicht angenommen. Das Callcenter vergibt alle Termine und beantwortet alle Fragen bezüglich der Beantragung eines Nichteinwanderungsvisums.“ Und das Beste zum Schluss: „Wir hoffen, dass wir Ihnen mit dieser Antwort behilflich sein konnten.“
Nein, diese Antwort war nicht hilfreich. Setzen, sechs und ein Hurra auf die Dienstleistungswüste. Wichtig ist wohl Aktionismus, als Inhalte.
Schlagwörter:09131772-2270, Callcenter, Dienstleistungswüste, E-Mail, Guy Kawasaki, Journalistenvisum, Konsulat, Kreditkarte, Kundenkommunikation, Kundenservice, Mastercard, Nichteinwanderungsvisum, telefonische Terminvergabe, US-Generalkonsulat, USA, USA-Einreise, Visa, Visabestimmungen
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16. Februar 2009

Worin liegt der Sinn von Hinweisschilder? Sie sollen einen Hinweis geben. Doch warum macht dann die Deutsche Bahn Hinweisschilder, die man nicht lesen kann? Das ist mir wieder vor kurzem bewusst geworden, als ich mit einem Regionalexpress unterwegs war. Die Lautsprecherdurchsage versteht man vor lauter Lärm des Zuges und des Knackens der Lautsprecher sowieso nicht. Also orientiert man sich an den Ortsschildern am Bahnhof, wenn man nicht gerade sein Navi-GPS im iPhone aktiviert hat.
Aber diese Ortsschilder an den Bahnhöfen kann ich nicht lesen sobald es Nacht ist. Da sind dunkelblaue Schilder mit einer weißen eleganten Schrift. Da die serifenlose Schrift schmal geschnitten ist, sieht das Schild bei Tag zwar gut aus, doch bei Nacht sind die Schilder schwer oder gar nicht zu lesen. Ausnahme natürlich, die Schilder werden von einer Lampe angestrahlt, doch die Bahn muss sparen.
Früher war zwar nicht alles besser, aber zumindest die Schilder waren lesbarer. Es war eine schwarze Serifenschrift auf weißem Hintergrund. Das konnte ich auch bei schlechter Beleuchtung lesen. Vergleichen wir einmal die Autoschilder. Hier gilt die Regel auch: Weißer Hintergrund, schwarze Schrift und die Polizei kann optimal den Fahrzeughalter ermitteln. Das haben selbst die Österreicher gemerkt, die ihre schwarzen Kennzeichen gegen weiße umgetauscht haben.
Die Bahn macht es anders herum. Lesbarkeit musste Design weichen, doch irgendwie hat die Bahn den Sinn von Hinweisschildern nicht verstanden. Das ist wohl nicht das Einzige was sie nicht verstanden hat. Aber dies ist eine andere Geschichte …
Schlagwörter:Bahn, Design, GPS, iPhone, Lesbarkeit, Regionalexpress, Schild, Schilder, Serifenschrift, Zug
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4. Februar 2009

„Nach dem Klo und vor dem Essen, Händewaschen nicht vergessen.“ Diesen Spruch habe ich als Kind gehört und gebe ihn an meine Kinder weiter. Vor allem im Zeiten des Noro-Virus ist er ganz, ganz wichtig. Wichtig ist aber auch das anschließende Händetrocknen, wenn man unterwegs ist. Da gab es in der Vergangenheit unterschiedliche Lösungen:
Variante 1: Wenn kein Handtuch in der Nähe ist, dann Hände trocknen an der Hose. Sieht blöd aus, wenn man aus der Toilette mit feuchten Klamotten kommt.
Variante 2:Man nehme die Papiertücher, in der Regel sind sie umweltweiß oder türkisgrün. Da nimmt man nicht nur eins, sondern gleich eine ganze Ladung, die sich sofort vollsaugen. In der Regel fällt gleich der Stapel um, denn sie liegen auf einem Spender wackelig aufgestapelt. Allerdings ist meist der Spender leer. Anschließend beginnt die Suche nach dem Mülleimer, der ein Gittergestell mit blauem Plastiksack ist.
Variante 3: Man geht zu einem altersschwachen Trockner und drückt den roten Power-Knopf. Ein Ventilator rattert los und unter einen warmen Luftstrom voller Bakterien trocknet man seine Hände mehr schlecht als recht. Komisch ist eigentlich nur, dass diese Trockner alle Aufkleber von Servicefirmen haben, die mit einer 4-stelligen Postleitzahl ausgestattet sind. Wir erinnern uns: Die Umstellung auf die 5-stellige Postleitzahl war am 1. Juli 1993. Wie alt sind denn diese Trockner?
Variante 4: Ich habe neulich einen High-Tech-Trockner entdeckt. Er sieht irgendwie aus, wie eine zugeklappte Wickelstation für Babys. Man steckt seine feuchten Hände hinein und ein heißer Luftstrahl bläst einen hinweg. Kein Knopfdrücken mehr, alles geht automatisch. Außerdem gibt es einen Höllenlärm, wenn die Düsen anfangen zu arbeiten. Brummmmm Aber das System funktioniert. In knapp zehn Sekunden sind die Hände trocken. Cool. Für die anderen Besucher ist es vielleicht so, als ob ein Düsenjäger durchs Klo saust, aber das Ziel ist klar erfüllt: Hände sind trocken.
Schlagwörter:Handtuch, Hände trocknen, Hände waschen, Klo, Mülleimer, Papiertücher, Postleitzahl, Toilette, Trockner
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30. Januar 2009
Jetzt ist es offiziell. Die Games Convention 2009 in Leipzig ist abgesagt. Stattdessen wird es eine Games Convention Online geben, die sich um mobile Gaming kümmert. Damit wird klar: Leipzig hat sich nicht gegen den neuen Messestandort Köln durchsetzen können. Die Industrie ist nach Köln gewandert und Leipzig schaut in die Röhre.
So habe man für 2009 die Games Convention ausgesetzt, heißt es im Messejargon. Auf gut Deutsch: Aus, Schluss, Amen, vorbei, Kiste zu. Aber Leipzig will ein neues Konzept ins Rennen schicken: Die Leipziger Messe veranstaltet vom 31. Juli bis 2. August 2009 eine neue Gamesmesse. Unter dem Titel Games Convention Online ist sie die erste eigenständige Plattform in Europa für den derzeit dynamischsten Markt der Spielebranche: die Browser, Client und Mobile Games. Unterstützt wird die neue Gamesmesse von marktführenden Unternehmen der Onlinebranche wie BIGPOINT und GAMEFORGE.
Ist ja eine nette Idee, wird aber nicht Leute nach Leipzig locken. Mobil ist cool, ich spiele auch an meiner PSP und am iPhone, doch eine Messe dazu brauche ich nicht. Carsten van Husen, CEO GAMEFORGE 4D, wirbt für die Notwendigkeit einer eigenen Branchenplattform: GAMEFORGE ist der größte unabhängige Anbieter von Onlinegames weltweit. Mehr als 65 Millionen Spieler sind registriert für GAMEFORGE-Spiele, die in über 50 Sprachen angeboten werden. Täglich kommen bis zu 300.000 neue Gamer dazu, das sind etwa drei pro Sekunde. Aber sie werden eben nicht nach Leipzig kommen, sage ich mal als Miesmacher voraus.
Da nutzen alle Zahlenspiele nichts. Wolfgang Marzin, Geschäftsführer der Leipziger Messe, hofft auf großen Zuspruch: „Im asiatischen Markt spielt zum Teil schon ein Drittel der Bevölkerung regelmäßig Online Games. Auch in Deutschland werden die letzten Dämme brechen durch die zügige Verbreitung von schnellen Breitbandleitungen und Mobilfunkstandards.“
Die Zahlen der deutschen und weltweiten Marktentwicklung unterstreichen Marzins Einschätzung. Zum Beispiel sagt der „Global Entertainment and Media Outlook 2008 – 2012“ den Online- und Wireless-Spielen weltweite Wachstumsraten von bis zu knapp 20 Prozent voraus. Der deutsche Markt wird durch die Ausbreitung schneller Internet-Zugänge angetrieben. Die Zahl der Haushalte, die mit Breitband-Internet ausgestattet sind, soll sich in den nächsten Jahren verdoppeln. Lag die Breitbandabdeckung 2007 noch bei 44,5 Prozent aller Haushalte, so erwarten die Experten für 2012 eine Steigerung auf 82,9 Prozent.
Alles richtig und glaube ich auch fest daran, aber brauche ich eine Messe dafür? Im Business-Bereich auf jeden Fall, aber als Spieler ist es mir zu blöd, den Weg für ein Handygame nach Leipzig auf mich zu nehmen.
Und was will Leipzig genau? Die GAMES CONVENTION ONLINE wird in zwei getrennte Bereiche für das Fachpublikum und die Gamer gegliedert sein. Im Zentrum der Messe steht das Business Center mit einer Fachausstellung und qualifiziertem Matchmaking. Dazu findet eine integrierte Dialogkonferenz statt. Einzelne Foren der Konferenz werden für registrierte Teilnehmer online übertragen (gegen Teilnahmegebühr). Ich bin mal gespannt …
Schlagwörter:BIGPOINT, Browser, Carsten van Husen, Client, GAMEFORGE, Games Convention, Handygame, iPhone, Leipzig, Messestandort, Mobile Games, mobile Gaming, PSP, Wolfgang Marzin
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29. Januar 2009

Am Wochenende kam bei uns eine Ixus Kamera von Canon an, die wir bei Amazon bestellt haben. Es ist eine klassische Consumer-Kamera für unterwegs. Die Ansprüche sind nicht so hoch und dafür ist das Teil ganz gut geeignet. Ich bin also zufrieden. Bis auf eine Kleinigkeit: Dem ganzen Paket lag eine 32 MByte SD-Speicherkarte bei, die ich gleich in den Müll schmeiße. Das ist Elektronikschrott ab Werk.
Was will man mit einer 32 MByte-Karte? Auf dieses Ding passen eine handvoll Fotos und das wars auch dann schon. Mir ist klar, dass Kamerahersteller genauso wie Computerhersteller die minimale Ausstattung ihren Geräten beilegen, damit der geschätzte Kunde wenigstens ein wenig arbeiten kann. Aber 32 MByte? Die 4 GByte Karte kostet 4,99 Euro beim Discounter und Cancon wird sicherlich noch bessere Preise bekommen als der Saturn, Media Markt oder sonst ein Händler. Ich bin gerne bereit bei meiner Kamera einen Euro mehr zu bezahlen und dafür einen Speicher zu erhalten, der seinen Namen verdient. 32 MByte, ich bekomm nen Vogel.
Canon, das ist Umweltverschmutzung und Ressourcenverschwendung und muss doch nicht sein. Ich erinnere mich an alte Zeiten, als ich noch einen LC II von Apple hatte. Der war mit 4 MByte Arbeitsspeicher ausgestattet. Ein weiterer 4 MByte-Riegel kostete 700 Mark. Diesen Riegel konnte ich bis heute nicht wegwerfen, denn ich hatte ja diesen riesigen Betrag zu meinem Händler getragen. Diese 4 MByte liegen in meiner Schreibtischschublade und alle paar Wochen nehme ich den Speicher in die Hand und denke an die Wahnsinnsumme, die das Ding gekostet hat.
Die externe 1GByte-Platte, die ich damals aus einer Konkursmasse eines Verlages bekommen hatte, kostete ein Vermögen und damals dachte ich: Ich muss in meinem Leben nie wieder Speicher kaufen. Denkste. Speicher kann man nie genug haben. Nun sind zu Hause etwa 10 TByte verbaut, doch Videos, Musik und Fotos brauchen ihren Platz. Und da kommt Canon mit 32 MByte daher, nett oder?
Schlagwörter:Amazon, Apple, Canon, Consumer, Elektronikschrott, GB, GByte, Ixus, LC II, MB, MByte, Media Markt, Ressourcenverschwendung, Saturn, Speicherkarte, TByte, Umweltverschmutzung
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28. Januar 2009

Gestern habe ich zusammen mit einem Freund die Spielbank in Bad Wiessee am Tegernsee besucht, die vor ein paar Jahren neu gebaut wurde. Schon alleine der Name „Spielbank“ ist ein cooles deutsches Wort: Spielbank, Deutsche Bank, Dresdner Bank. Da geht es nicht, wie im Casino ums Zocken, sondern irgendwie um gepflegte Unterhaltung. Eben spielerisch Geld verlieren. Dafür gibt es das nette, bunte Spielgeld aus Plastik und nicht die richtigen Euro.
Die ausgewählten Besucher waren auch eine Schau für sich. Da gab es den jungen Mann aus Osteuropa, der mit seiner blondgefärbten Begleitung (jung) am Spieltisch steht und die Jetons richtig platziert. Die von den Spielbanken Bayern individuell gestalteten Spielmarken haben nur an den Tischen der neun Bayerischen Spielbanken Gültigkeit. Dann haben wir die alte Dame, die mit knochigen Händen am Tisch sitzt und die Szenerie beobachtet. Am Black Jack sitzt die dicke Frau mit Turnschuhen, die einen Geruch von alten Pommesfett verbreitet. Ein Russe hat ein Jackett an, das drei Nummer zu groß ist. Er will Poker spielen. Gegen 23 Uhr kommt eine Durchsage: „Der Bus nach München fährt in 15 Minuten zurück.“ Ein paar Spieler stehen auf und bewegen sich zum Ausgang, aber zuvor geht noch ein schnelles Spiel. Zeit ist Geld.
Ein Asiate wirft seine Jetons erst im letzten Augenblick auf den Spieltisch. „Nicht geht mehr“ gilt scheinbar für ihn nicht und sofort bekommt er Schwierigkeiten mit den Croupiers. Der Chefcroupier führt die Oberaufsicht am Roulette-Tisch. Sein Wort ist Gesetz. Das muss auch unser Asiate einsehen. Der Kopfcroupier sitzt am Kopfende des Tisches. Die Drehcroupiers bedienen den Kessel und werfen die Kugel. Lässig machen die Croupiers ihren Job, kommentieren manchmal die Einsätze. So mancher flirtet mit den weiblichen, jungen Gästen.
Gegen 1 Uhr nachts kommen italienische Gäste. Einige Paare stürmen die Tische und wollen noch bis 3 Uhr morgens spielen. Die Gier steht so manchen Besucher in die Gesichter geschrieben. Da heften auch die Flyer „Vorsicht – die Risiken des Spiels“ nicht. In diesen gut gemachten Flyern der Spielbanken sollen die Spieler ihre eigenen Grenzen erkennen. Für die Gäste der staatliche Lotterieverwaltung in Bayern soll das Glückspiel eine angenehme Abendunterhaltung sein, die keinesfalls zur Sucht wird.
Finanziell gelohnt hat es sich auf jeden Fall. Der Montagabend läuft gut. Die Spieltische im ersten Stock sind gut besetzt. Spieler wuseln umher, um ja kein Spiel zu verpassen. Essen und Trinken haben zivile Preise, schließlich soll der Gast sein Geld ja verspielen und nicht versaufen. Im Parterre sind die Automatenspiele. Hier sitzen die Spieler stumm vor ihren blinkenden Slot-Machines und einarmigen Banditen. Es wird kaum ein Wort gesprochen. Ab und zu klingelt ein Automat und spuckt Münzen aus. Hat ein Spieler gewonnen, beginnt bei anderen um so hektischer das Spiel. Schließlich will man Gewinner sein und nicht auf der Verliererseite stehen. Dostojewski hatte so recht in seinem Roman „der Spieler“.
Am französischen Roulette sehe ich einen älteren Herrn. Während mein Freund in zehn Minuten 30 Euro verspielt, haut er in der gleichen Zeit 10.000 Euro raus. Woher nehmen die Leute das Geld? In seiner linken Jacketttasche sind die eckigen 1000-Euro-Jetons, in der rechten die runden violetten 100-Euro-Plastikplätzchen. Er greift in die Tasche und gibt der blonden weiblichen Croupier die Anweisungen, wie die Chips auf dem Tableau zu platzieren sind. Tableau ist der mit Filz bespannte Spieltisch, auf dem die Setzfelder für die Platzierung der Jetons abgebildet sind.
Aber es gibt natürlich aus genügend Leute, die nicht einer Halbwelt angehören. Ganz normale Ehepaare spielen an den Tischen und machen sich einen schönen Abend in einer noblen Atmosphäre. Viel braucht es nicht. Der Eintritt in Bad Wiessee ist lächerlich. Allerdings muss man seinen Personalausweis dabei haben. Dafür gibt es eine Tageskarte und man kann an einem Losgewinnspiel mitmachen. Es gab an dem Montagabend 1000, 750 und 500 Euro zu gewinnen. Verdammt, ich war nicht dabei.
Die Croupiers in Bad Wiessee sind hervorragend. Sie stellen mit ihrer Aura die Autorität des Spielanbieters dar, ohne dass sie dabei den notwendigen Status als Sympathieträger der Gäste verlieren dürfen, wofür ein entsprechendes Feingefühl im Umgang mit Menschen unerlässlich ist. Grundsätzliche Voraussetzung für einen Croupier ist ein tadelloses äußeres Erscheinungsbild in seiner Gesamtheit, das die Seriosität des Betreibers in der gesellschaftlich jeweils erwünschten Etikette des Umfelds widerspiegelt. Bei den bayerischen Spielbanken sind derzeit 553 Croupiers tätig
Hat ein Spieler Glück, bekommen die Croupiers Jetons als Dank. Sie wandern in den Tronc. Das sind an den Spieltischen befestigte Behälter, in denen die freiwilligen Zuwendungen der Gewinner an die Mitarbeiter gesammelt werden. In einer guten Phase kommen einige hundert Euro in der Stunde zusammen. Das Trinkgeld kann sich sehen lassen.
Im April fahre ich beruflich nach Las Vegas und schaue mir die amerikanischen Vorbilder an. Ich hoffe, dass ich ein wenig die Atmosphäre von „Frankie und seinen Spießgesellen“ mit Frank Sinatra, Sammy Davis jr. und Dean Martin schnuppern kann. Schließlich ist Las Vegas das Mekka der Spieler und des Glückspiels.
Schlagwörter:Automat, Bad Wiessee, Black Jack, Chips, Croupier, Dean Martin, der Spieler, Deutsche Bank, Dostojewski, Drehcroupier, Dresdner Bank, einarmiger Bandit, Frank Sinatra, Jetons, Kessel, Kopfcroupier, Las Vegas, Lose, Personalausweis, Poker, Roulette, Sammy Davis jr., Slot-Machine, Spielbank, Spielcasino, Spielsucht, Spieltisch, Tableau, Tegernsee, Trinkgeld
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