Filmtipp: King Kong – Produktionstagebücher

23. April 2014

Irgendwann habe ich in einer DVD-Ramschkiste die Doppel-DVD King Kong – Produktionstagebücher mitgenommen und jetzt wieder im Rahmen meines King Kong-Fiebers ausführlich angeschaut.

Kong_Produktion

Ich muss schon sagen: Peter Jackson hat es einfach begriffen. Er sammelte bei der Produktion mit Herr der Ringe wichtige Erfahrungen, wie ein Film schon während der Produktion zu vermarkten ist und legte eine Fanseite im Netz an. Bei King Kong ging er einen Schritt weiter und veröffentliche auf einer speziellen Website und in YouTube umfangreiche Making of-Berichte und ließ die Fans während der Produktion einen Blick hinter die Kulissen werfen. Trotz aller Geheimniskrämerei bei solchen Großproduktionen war das Webteam von Peter Jackson bei den Dreharbeiten und der Postproduktion mit dabei und dokumentierte das Geschehen. Das gesamte Material wurde als Produktionstagebücher im Web veröffentlicht und es gab es auch als Doppel-DVD.  Ingesamt gibt es  237 Minuten Humorvolles und Interessantes über die Produktion von King Kong zu erfahren.

Es ist im Grunde genial. Der Filmfan Peter Jackson veröffentlicht ein Making of mit den Mitteln des Films. So sollten im Grunde Making of-Inhalte von Filmen dargebracht werden. In der Regel werden Filmbücher veröffentlicht, die auch ihre Berechtigung haben. Aber Hintergrundmaterial in solcher Hülle live im Netz zu einem Blockbuster ist eher eine Seltenheit. Ich finde den Schritt sehr mutig und zeigt, welches Gespür hier Jackson hat.

In der Zeit von September 2004 bis April 2005 kann der Zuschauer zwischen den Drehtagen zu King Kong wählen, die entweder nach Datum oder Drehort sortiert anwählbar sind. Jackson oder Teile seiner Crew berichten, an was sie gerade arbeiten, wie die Umstände der Produktion ablaufen. So erfahren wir aus erster Hand die Infos über eine Großproduktion.

Interessant auch, wie die Darsteller reagieren, als sie die Kamera der Tagebücher-Crew das erste Mal sehen. Sofort kommen die Fragen wie “dürfen die das überhaupt?” Und auch Peter Jackson war im ersten Spot zunächst kurz angebunden und er kannte aber später das riesige Potential der Produktionstagebücher im Web.

Also King Kong-Fans: King Kong – Produktionstagebücher Ansehen und genießen. Und alle Filmverantwortlichen: King Kong – Produktionstagebücher Ansehen und vom Meister Jackson lernen.

 

Buchkritik: Der neue King Kong von Bruce Bahrenburg

22. April 2014

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Ich gebs zu, ich mag die King Kong-Verfilmung von 1976 nicht. Ich saß damals als Kind im Kino und wollte “das aufregendste Kino-Erlebnis aller Zeiten” genießen und es war eine große Enttäuschung. Auch als ich mir den Film Jahre später auf DVD wieder angeschaut habe, konnte ich den Film nicht genießen. Ich war einfach nur genervt. Am meisten nervten mich die Darsteller Jessica Lange und Jeff Bridges. Es war wie viele Produktionen von Dino De Laurentis, die groß angekündigt waren, sich aber am Ende nicht als Knaller, vielmehr als Knallerbse entpuppten.

Heute habe ich mir den Film wieder angesehen und muss zugeben, die kurzen Robotertricks waren nicht von schlechten Eltern und vor allem die Musik von John Barry war fabelhaft. Ich werde über den Soundtrack wohl einen gesonderten Blogpost schreiben. Dennoch bleibe ich dabei: Für mich ist der Film eine Enttäuschung, anders als sein Nachfolger King Kong von Peter Jackson.

Kong in Action.

Kong in Action.

In meinem Archiv entdeckte ich aber ein wunderbares Filmbuch von Bruce Bahrenburg: Der neue King Kong. Es war das damals einzig autorisierte Buch zur Neuverfilmung und bei aller Kritik an dem Film: Das Buch macht Spaß. Anders als die heutigen Filmbücher, die im Grunde eine Art opulentes Bilderbuch mit etwas längeren Bildunterschriften sind, ist dieses Buch ein umfangreiches  Lesebuch. Es ist sehr flüssig geschrieben und Fans können es an einem Nachmittag lesen. Natürlich wird der Film durch eine rosarote Brille gesehen, aber wer zwischen den Zeilen lesen kann, erfährt eine Menge über den Hintergrund des neuen King Kongs und wie Produktion ablief. Groß wollte Dino De Laurentis einsteigen, musste aber dann sparen, sparen, sparen. Es gibt von dem Film eine deutlich längere TV-Fassung, die ich allerdings nie gesehen habe und meines Wissens bisher nur im US-Fernsehen lief. Vielleicht würde mich diese Fassung versöhnlicher machen, die Kinofassung von rund 134 Minuten mag ich einfach nicht. Und die Fortsetzung ein paar Jahre später ist ebenso schrecklich.

Wir erfahren viele, viele Details, darunter dass Roman Polański und Sam Peckinpah die Regie des Filmes ablehnten. Nicht im Buch steht die Geschichte, dass Meryl Streep vorsprach, aber von De Laurentis in italienischer Sprache abgelehnt wurde, was aber Meryl Streep wiederum verstand und sauer abzog. Ob die Geschichte wirklich stimmt, weiß ich nicht, aber sie passt zur Arbeitsweise von De Laurentis, der zahlreiche Flops ablieferte, aber auch enorm wichtige Filme wie La Strada produzierte.

Ich mochte den Roboterarm von Kong, aber ich mochte nicht die schreiende Jessica Lange.

Ich mochte den Roboterarm von Kong, aber ich mochte nicht die schreiende Jessica Lange.

Das Buch von Bruce Bahrenburg bringt neben einigen schwarzweiß Filmfotos auch eine paar Blicke hinter die Kulissen. Am meisten hat mich natürlich die Robotertechnik von King Kong interessiert. Leider ist der Robo-Kong nur ein paar Sekunden im fertigen Film zu sehen, denn ein Darsteller im Affenkostüm wirkte einfach glaubwürdiger. Aber über den Roboter wurde damals richtig Wirbel gemacht, so dass ich Kino über eine Stunde auf King Kong warten musste, um die Bestie dann auf der Leinwand zu erleben. Carlo Rambaldi konstruierte den Roboter. Rambaldi ist Mitglied der Akademie der Schönen Künste, Maler und Bildhauer und arbeite zuvor 24 Jahre für VFX in italienischen Filmen. King Kong war sein größtes Projekt bis dahin und er scheiterte. In dem Buch wird der Produktionsprozess des Roboters schön beschrieben. Vielen Filmzuschauern wird vor allem die Roboterhand in Erinnerung sein, in der Jessica Lange Platz nehmen und schreien durfte. Im Grunde war der Roboter aus heutiger Sicht nicht mehr als eine bewegliche Figur aus der Geisterbahn. Die Tricktechnik der damaligen Zeit war eben nicht soweit und der Meister der mechanischen Objekte bliebt nun einmal für mich Stan Wilson.

Aber das Buch Der neue King Kong macht Spaß und ich kann es allen Filmfans ans Herz legen. Ich hätte gerne die bildgewaltigen Filmbücher von heute mit dem langen und ausführlichen Text von früher. Ich hoffe, es muss kein Traum bleiben.

Es gab unterschiedliche Plakate - hier mit Flugzeug, obwohl Hubschrauber den Kong angriffen.

Es gab unterschiedliche Plakate – hier mit Flugzeug, obwohl Hubschrauber den Kong angriffen.

 

Buchkritik: the Making of King Kong von Jenny Wake

21. April 2014

Kong

Während die Welt und ich auf die Neuverfilmung von Godzilla warten, hab ich mir mal wieder den King Kong von Peter Jackson reingezogen. Der Affe verkörpert für mich den klassischen Abenteuerfilm pur. Jackson hat viel Prügel für den Film kassiert, doch ich mag ihn. Er hat seine ganz eigene Stimmung und ist eine Erinnerung von die alte Verfilmung. Den Mist aus den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts lassen wir lieber unter den Tisch fallen. Die Idee zu King Kong stammte übrigens von Edgar Wallace, was die wenigsten wohl wissen.

Nachdem ich bereits ein King Kong-Buch vorgestellt habe, kommt hier The Making of King Kong. Es ist der offizielle Guide zum Film. Geschrieben wurde das Buch von Jenny Wake. Es führt einen zurück in die Ära der dreißiger Jahre als Art Deco noch Stilgebend war. 200 Fotos darunter einiges an Concept Arts, digitale Storyboards und einige hinter den Kulissen-Schnappschüssen liefert dieses Buch. Aber wie bereits bei anderen Making of-Büchern bleibt es an der Oberfläche. Zuviel Content in einem Buch, obwohl Material für eine ganze Reihe von Filmbüchern dagewesen wäre. Für den klassischen Filmfan mag es ausreichen, für den Spezialisten ist The Making of King Kong im Grunde eine Enttäuschung. Oberflächlich werden Motion Capture oder die Agents von Massive abgehandelt. Gerne hätte ich einmal ein wirkliches Making of aus diesem Bereich gelesen.

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Am meisten interessiert hat mich natürlich der Affe selbst, also Meister King Kong. Leider kommt er erst in der zweiten Buchhäfte in Erscheinung. Und hier kommt natürlich der großartige Andy Serkis ins Spiel. Serkis ist der Star der Branche. Peter Jackson  arbeitete bereits mit Andy Serkis bei seiner Darstellung als Gollum in Herr der Ringe und auch im ersten Teil des Hobbits. Andy Serkis hat aktuell bei der neuen Verfilmung von Planet der Affen: Revolution mitgewirkt und wird hier seine Leistungen im Bereich Motion Capture einbringen. Wir dürfen auf die Affenfolge gespannt sein.

Der große Andy Serkis

Der große Andy Serkis

Mir kommt der ganze Bereich von Andy Serkis in diesem Buch zu kurz. Andy Serkis hat das künstlerische Handwerk des Performance Capture revolutioniert. Performance Capture ist eine spezielle Art des Motion Capture, bei dem die Mimik und Gestik eines Schauspielers getracked, digital verarbeitet und im Anschluss auf einen computergenerierten Charakter übertragen werden. Serkis’ Arbeit als Motion Capture-Darsteller und Sprecher von CG-Figuren wie Gollum brachten ihm große Bekanntheit ein. Andy Serkis gewann weltweit unzählige Fans für seine Darstellung des Gollum in Peter Jacksons Oscar-prämierter Der Herr der Ringe-Trilogie. Für diese Rolle wurde Serkis mit einem Empire Award sowie Outstanding Ensemble Cast Awards ausgezeichnet, darunter auch mit dem Screen Actors Guild Award. Bei einer erneuten Zusammenarbeit mit Jackson spielte Serkis in King Kong gleich zwei prominente Rollen. Serkis’ Fähigkeit, die Motion Capture-Möglichkeiten so auszuschöpfen, dass ein differenzierter und glaubwürdiger Character entsteht, wurde 2014 mit einem CinemaCon Vanguard-Award gewürdigt.

Vor kurzem wurde bekannt, dass Serkis bei der Warner Bros.-Adaption von Richard Kiplings Das Dschungelbuch Regie führen wird. Er war bereits als Second-Unit-Regisseur bei Peter Jacksons Der Hobbit-Trilogie (aktuell: Der Hobbit: Smaugs Einöde) tätig und übernahm zudem die Rolle des Gollum in Der Hobbit: Eine unerwartete Reise. Im Oktober 2012 kündigte Serkis die Übernahme von zwei Projekten an, die von seinem Londoner Performance-Capture Studio The Imaginarium produziert werden; bei The Bone Season wird Serkis sowohl als Produzent als auch als Regisseur in Erscheinung treten. Zu seinen weiteren bekannten Rollen zählt die Verkörperung des Captain Haddock in Steven Spielbergs Die Abenteuer von Tim und Struppi sowie Nebenrollen in Death of a Superhero und Brighton Rock. 2010 erntete Serkis Darstellung der Punk-Rock-Legende Ian Dury in dem Film Sex & Drugs & Rock & Roll von Mat Whitecross viel Beifall und brachte ihm außerdem eine BAFTA Nominierung als bester Schauspieler ein.

Seine weitere Filmografie umfasst Filme und Serien wie Burke & Hare, die BBC Miniserie Little Dorrit, die BBC/HBO Produktion Einstein und Eddington, Oliver Twist oder Christopher Nolans The Prestige. Für seine überzeugende Darstellung des Ian Brady in der HBO Produktion Longford wurde er mit einem Golden Globe und einer BAFTA TV Award Nominierung geehrt. Als renommierter Bühnendarsteller erwarb sich Serkis für seine Arbeit in London und ganz Großbritannien großes Ansehen und debütierte darüber hinaus als Regisseur mit dem Stück The Double Bass am Londoner Southwark Playhouse. Zu seinen weiteren Regiearbeiten gehört das preisgekrönte Spiel Heavenly Sword für Playstation3 sowie Enslaved: Odyssey to the West für Namco Bandai Games. Für den Kurzfilm Snake, bei dem seine Frau Lorraine Ashbourne und Rupert Graves mitspielten, schrieb er das Drehbuch und führte außerdem Regie.

In Planet der Affen: Revolution stehen sich das neu entstandene Volk der intelligenten Affen unter der Führung von Caesar und eine Gruppe von Menschen gegenüber, die das vor zehn Jahren freigesetzte, verheerende Virus überlebt hat. Sie beschließen ein Friedensabkommen, das sich aber als so fragil erweist, dass ein letzter Kampf unausweichlich scheint – ein Kampf, der die Vorherrschaft über die Erde entscheiden wird. Planet der Affen: Revolution wird ab dem 7. August 2014 in den deutschen Kinos zu sehen sein.

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Bei King Kong konnte Andy Serkis seine Erfahrungen als Affe sammeln. Ausgestattet mit einem Performance Capture-Anzug spielt er, kopiert er, limitiert er einen Affen perfekt. Aber leider auch das kommt im Buch The Making of King Kong etwas zu kurz. Ich hätte gerne ein Buch wie zu Gollum über die Leistungen von Andy Serkis gehabt. Schade.

Buchkritik: Deep Purple Photos 1970-2006 von Didi Zill

20. April 2014

Deep_Purple

Die britische Deep Purple gehört für mich zu den wichtigsten Vertretern des Hardrocks. Bis heute habe ich die Konzerte dieser Band immer wieder gerne besucht und auch darüber geschrieben. Verschiedene Besetzungen und Aufnahmen unterschiedlicher Qualität prägten die Bandgeschichte. Der Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf hat für mich eine hervorragende Fotodokumentation der Jahre 1970-2006 vorgelegt. Fotograf dieser einzigartigen Werkausgabe Deep Purple Photos 1970-2006 ist der legendäre Didi Zill. Über ihn habe ich ja bereits schon berichtet.

Didi Zill war einstmals einer ganz großen Fotografen der deutschen Jugendzeitschrift Bravo. Diese Jugendpostille veröffentlichte zahlreiche Fotos des Ausnahmekünstlers und der Ausnahmeband. Für den Band Deep Purple ist Didi Zill noch mal in sein Analogarchiv gestiegen und brachte legendäre Aufnahmen zu Tage. Was diese Aufnahmen ausmacht, ist das besondere Verhältnis zwischen Fotograf und Künstler. Die britischen Hardrocker schienen den Fotografen ins Herz geschlossen zu haben. Zill nahm am Leben der Band teil. Seine Kamera war zeitweise Bandmitglied. Dies führte zu zahlreichen sehr privaten Aufnahmen. Heute sind sie ein Teil der Rockgeschichte.

Besonders herausragend ist für uns alle natürlich die Entstehung des Albums Machine Head mit dem Song Smoke on the Water. Didi Zill hat 1971 die Aufnahmen in Montreux geschossen inklusive des Augenblicks als Ian Gillan den Text für den legendären Songs schrieb. Durch Zufall war Zill vor Ort und drückte ab. Er hat so einen der wichtigsten Momente der Rockgeschichte für die Nachwelt erhalten – dafür müssen wir ihm sehr, sehr dankbar sein.

Der Text von Smoke on the Water - Originalfoto: Zill

Der Text von Smoke on the Water – Originalfoto: Zill

Das dicke Fotobuch umfasst zahlreiche gestellte Fotos, eben die typischen Starschnitt und Bandfotos der damaligen Zeit. Besonders schön waren die Gesellen nie, vom Glamourfaktor gab es sicher interessante Fotomotive. Aber wenn man sich die Visagen genau anschaut, stellt man die Kraft in den Gesichtern fest. Vor allem Ritchie Blackmoore war wohl noch nie eine der sympathischen Gestalten. Er spielte auch bei den Aufnahmen eher den geheimnisvollen dunklen Typen. Aber das Verhältnis Zill – Blackmore war besonders, was sich an diesem Buch zeigt.

Insgesamt teilt sich das 464-seitige Buch in drei Schwerpunkte auf. Gestellte Gruppenfotos, Live Aufnahmen und Session- und Aufnahmefotos. Für mich am interessantesten sind die Letzteren. Wir sehen noch mal die legendären Konzerte in Stockholm und natürlich die Japan Tour. Vieles kenne ich nur von alten Langspielplatten oder CDs. Vor allem Made in Japan kam jetzt wieder in eine neue veröffentlichten Form heraus. Deep Purple bringt für alle Fans immer wieder Live Aufnahmen auf den Markt und wir Fans kaufen natürlich.

Wir sehen den Zerfall der Mark II Besetzung und ihr Untergang in Japan. Ich sah faszinierend das umgeworfene Schlagzeug von Ian Paice, das symbolisch die Auflösung der Band markiert. Zill war dabei und hat auch diesen entscheidenden Meilenstein der Rockgeschichte mit seiner Kamera am 29. Juni 1973 in Osaka eingefangen. Zill war aber nicht nur auf der Bühne, sondern auch hinterher in den Garderoben. Hier flossen Tränen, als die Gruppe auseinanderbracht und sich auflöste.

Aus und vorbei für Mark II. Originalfoto: Zill

Aus und vorbei für Mark II. Originalfoto: Zill

Es ging dann weiter mit David Coverdale und Glen Hughes, beide noch sehr jung. Zill war bei den Aufnahmen und Proben zu Burn dabei. Und wirklich laut gelacht habe ich beim Konzertaufnahmen vom 27. Juni 1974. Immer wieder habe ich von der Geschichte gelesen, als eine junge Dame komplett unbekleidet auf die Bühne von Kursaal Ballroom stieg und sich hinter Ian Paice stellte. Didi Zill lieferte endlich die Bilder zu diesem Event.

Sehr schön sind auch die Fotos von Didi Zill zu den Einzelprojekten der Musikanten. Jon Lord Aufnahmen mit Eberhard Schoener, Bühneneskapaden von Ritchie Blackmoore und seiner Band Rainbow mit Dio sowie David Coverdales Whitesnake, ich allerdings nicht so gerne mochte. Die meisten der Home Storys konnte man sich sparen, aber so erfahre ich wenigstens, dass Blackmoore eine Bar mit Stammtisch-Zeichen in dem Keller seines Anwesens hatte. Wer diese schrecklichen Home Story-Bilder überlebt hat, bekommt starke Aufnahmen von der Bühnenpräsenz der Band mit. Hier ist Didi Zill in seinem Element. Er dokumentierte zahlreiche Auftritte und nebenbei bemerkt man auch, wie sich die Fototechnik weiterentwickelte.

Rundum ein lohenswerter Band Deep Purple Photos 1970-2006 für Freunde des gepflegten Hardrocks. Klar Kaufempfehlung. Und zum kiloschweren Fotoband gibt es zudem noch ein Autogramm von Didi Zill dazu.

Foto 1

 

Nike kneift vor Apple und legt das Fuelband auf Eis

19. April 2014

Der Sportgigant Nike kneift. Wie es aussieht, bereitet sich Nike auf Apples Eintritt in den aufkommenden Markt von wearable Computer vor und lässt sein Fuelband auslaufen. Damit wird klar: die Apple iWatch steht uns bevor und Nike scheut die direkte Auseinandersetzung. Dabei ist der Wearable-Markt höchst interessant und wird härter, sobald Google und Apple mit entsprechender Power auf den Markt kommen.

Ich muss mich heute noch ein wenig bewegen - so mein Nike Fuelband.

Ich muss mich heute noch ein wenig bewegen – so mein Nike Fuelband.

Wie zu hören ist, hat Nike Teile des Hardware-Entwicklerteams auf Eis gelegt  Neue Produkte gibt es nicht. Es heißt aus US-Kreisen, dass 55 von 70 Entwickler von der Maßnahme betroffen sind. Ob sie das Unternehmen verlassen oder intern umgeschichtet werden, ist noch unklar. Klar ist aber: Das Kapitel Fuelband ist damit zu Ende. Zurück bleiben die App-Entwickler und die Pflege der Nike+-Community.

Ich persönlich finde es sehr schade. Seit über einem Jahr nutze ich das Fuelband und habe nur positive Erfahrungen gemacht. Auch mein Freundeskreis und meine Frau nutzen das Band fleißig. Das Band war sehr leicht, schlicht und behinderte mich in meinem Alltag nicht. Ich habe bereits darüber gebloggt.

Für mich deutet alles darauf hin, dass der Markteintritt von Apple kurz bevorsteht. Apple-CEO Tim Cook trägt selbst ein Fuelband, ist ein Fan des Produktes und was noch viel interessanter ist, er sitzt im Board von Nike. Wahrscheinlich haben Nike und Apple ein gemeinsames Produkt am Start. Erinnert sei nur an die Kooperation von Nike+ und iPod. Ich hatte damals sogar mit einem Kollegen ein Buch darüber verfasst. Restbestände gibt es übrigens bei mir.

Fest steht auch: Zahlreiche Fuelband-Entwickler sind inzwischen bei Apple unter Vertrag. Wie es heißt, soll das neue iOS-Betriebssytem iOS 8 die Apple App Healthbook als zentrale App für Fitness-Applikationen fungieren. Die App sammelt wohl alle Fitness- und Gesundheitsdaten und wird natürlich auf die Apple Hardware optimiert sein. Die Sache ist vor allem interessant, dass es einem Sportriesen wie Nike nicht gelingt, Apple und Google hier Paroli zu leisten. Statt Konfrontation kommt wohl Kooperation und das Fuelband bleibt auf der Strecke. Nike wird wohl weiter am Markt unterwegs sein. Jetzt heißt es Warten auf die WWDC.

 

Traumauto Zastava 750 SE

19. April 2014
Traumauto Zastava 750 SE

Traumauto Zastava 750 SE

Ich nutze in der Regel ein Auto um von A nach B zu kommen. Freilich habe ich ein paar Automobilträume, aber es werden wohl Träume bleiben. Einer lieben Bekannten von mir ging ihr Traum in Erfüllung. Sie erhielt von ihrem Sohn zu ihrem runden Geburtstag ihr erstes Auto geschenkt: Einen Zastava 750 SE

Der Zastava 750 SE stammt aus dem ehemaligen Jugoslawien und kommt aus dem heutigen Serbien. Es ist eine Fiat 600, des Fiat 600, eben made in Sozialismus. Es war das erste Auto meiner Bekannten vor über 30 Jahren.

Zusammen mit meinem Kollegen Thomas Gerlach durften wir das Traumauto ausprobieren. Herzlichen Dank. So zwänge ich mich mit meiner Leibesfülle in das Auto, während der Kollege Gerlach mit seinen rund zwei Meter Körpergröße sich fast zusammenfalten musste. Aber Spaß hat es gemacht, wie unser kleines Video hoffentlich zeigt. Vielen Dank für den Spaß liebe Annette und du hast wirklich ein Traumauto.

Matthias J. Lange und Thomas Gerlach nehmen Platz.

Matthias J. Lange und Thomas Gerlach nehmen Platz.

Mega-Neuerung in Apples Keynote

18. April 2014

Da ich viele Vorträge halte und nicht gerne meine Ausrüstung durch die Gegend tragen will, nehme ich zum Präsentieren mein iPad mini. Meine Präsentationssoftware ist Apple Keynote, da ich sie für sehr intuitiv halte. Ein Buch zum Erlernen der Software braucht es nicht. Am 7. April bekam Keynote wieder ein Software-Update auf 6.2 und auch die iOS-Version wurde auf 2.2 aktualisiert. Die Aktualisierungen sind sehr sinnvoll und mein Workflow hat sich weiter optimiert. Danke Apple.

Bei einer Präsentation probierte ich am iPad mini die neuen Features aus. Viele Neuerungen liegen unter der Motorhaube wie Dateiexport oder Fehlermeldungen, aber die verbesserte Benutzeroberfläche finde ich sinnvoll und sie kam auch bei meinen Kunden in der Live-Präsentation sehr gut an. So kann ich während der Präsentation jetzt sieben farbige Stifte aufrufen und in meine Präsentation live hineinmalen. Einfach während der Präsentation am angeschlossenen Beamer rechts oben im Eck das Icon drücken und die Stifte erscheinen am iPad. Die Stiftfarben sind rot, gelb, blau, grün, violett, grau und schwarz. Gerne hätte ich noch einen weißen Stift gehabt, da viele meiner Folien einen schwarzen Hintergrund haben. Hier sollte Apple nachbessern und ein Update nachschieben.

Jetzt gibt es farbige Stifte und einen Laserpointer in Keynote.

Jetzt gibt es farbige Stifte und einen Laserpointer in Keynote.

Wie setze ich die Stifte in der Praxis ein? Bisher brauchte ich für meine Präsentationen noch eine separate Flipchart, die in der Regel vom Kunden gestellt wird. Das war teuer, denn viele Hotels verlangen dafür gewaltige Gebühren und berechnen das Papier extra. Die Flipchart können wir uns jetzt sparen, denn ich plane mein meinen Vorträgen jetzt das Entwickeln von Zeichnungen per Keynote-Folie ein. Wichtig ist mir Interaktivität mit den Zuhörer. Meinen Präsentationen sind visuelle Präsentationen nach dem Prinzip von Garr Reynolds, über den ich bereits hier und hier geschrieben habe. Wichtig ist mir ein Gespräch mit dem Zuhörer und die neuen Keynote-Features bringen diese Interaktivität auf ein neues Level.

Bei meinem Vorträgen kommt jetzt eine weiße, leere Folie zum Einsatz. In der Vergangenheit bin ich an die Flipchart getreten und habe eine Grafik, Diagramm usw live per Stift und Papier entwickelt. Jetzt entwickle ich diese Grafik, Diagramm live am iPad mit den Keynote-Stiften. Dazu verwende ich in der Regel den Finger, aber für feinere Zeichnungen nehme ich einen Touchpen.

Eine weiteres nettes Feature ist nun der eingebaute Laserpointer. Ich mag eigentlich keine Laserpointer und habe in der Regel einen ausziehbaren Zeigestab im Einsatz. Da bin ich einfach oldschool, denn ich sehe den Zeigestab einfach besser als einen roten Punkt, der hektisch über die Folie wandert. Aber ich habe den eingebauten Laserpointer ausprobiert und er kommt gut an, weil eben dieses hektische Gewackel fehlt. Dennoch werde ich bei meinen ausziehbaren Zeigestab wohl bleiben. Lieber Evolution statt Revolution – dies gilt auch beim Präsentieren.

In der Präsentation interaktiv arbeiten.

In der Präsentation interaktiv arbeiten.

 

Dunkin’ Donuts am Münchner Ostbahnhof

17. April 2014
Schlange stehen wie im Osten einstmals.

Schlange stehen wie im Osten einstmals.

Meine Eltern erzählten mir, dass ich mit ihnen 1971 bei der Eröffnung der ersten McDonalds Filiale in München dabei war. Ich weiß es nicht mehr, ich war etwa drei Jahre alt. An ihre Erzählungen erinnerte ich mich, als ich mit meinen Kindern jetzt zur Eröffnung von Dunkin’ Donuts in München ging. Im April 2014 eröffnete die erste Filiale in München der pappigen Donut-Kette am Münchner Ostbahnhof.

Nach dem Trubel der ersten Tage schaute ich vorbei, nachdem ich Donuts gar nicht so schlecht finde. Nach zahlreichen US-Reisen und geprägt von der Kultur von Homer Simpson stellte ich mich mit jungem Volk in die Schlange und wählte einen Sixpack Donuts für 7,99 Euro – alles Schoko bitte. Die Gegend Ostbahnhof ist nicht die beste Adresse und vor dem Bahnhof schrien sich gerade ein paar Alkoholiker an. Also hatte ich beim Schlangestehen wenigstens etwas Unterhaltung. Mal sehen, ob es bei den weiteren Filialen in München, unter anderem am Hauptbahnhof auch so assimäßig zugeht.

Dennoch die Bedienung war freundlich und ich konnte trotz Hektik meine Donuts auswählen. Normalerweise nehme ich in den USA noch einen Kaffee mit dazu, aber in München verzichtete ich aus Zeitgründen auf das Gebräu.

Vor der Filiale kam gleich der große Donut-Test: Karton aufgemacht und reingebissen. Schmeckt – auch meinen Kindern hat es geschmeckt und da wir nicht sechs Donaus auf einmal verdrücken wollten, besuchten wir die Ehefrau an ihrem Arbeitsplatz und gaben ihr auch einen Donut ab.

Schön war der Hype in den sozialen Netzwerken zu beobachten. Auf Facebook überschlugen sich die Kommentare zum süßen Gepäck. Damit hat München einen Fast Food-Laden mehr und ich werde ab und zu am Ostbahnhof bei Dunkin’ Donuts vorbeischauen. Das Teil hat ja 24 Stunden rund um die Uhr geöffnet. Eine wirkliche kulinarische Errungenschaft ist es nicht und wieder wird eine bayerischer Bäcker aufschreien. In Deutschland gibt es insgesamt 46 Dunkin’ Donuts-Läden und endlich hat München auch einen.

Schmeckt, obwohl die Gegend seltsam ist.

Schmeckt, obwohl die Gegend seltsam ist.

Auto-Play bei Facebook zum Teil abschalten

16. April 2014

Ich kann nicht über aktuelle Entwicklungen der Medienkompetenz sprechen und live nicht dabei sein. Das tun schon zu viele. Daher nutze ich selbstverständlich Facebook und bekomme immer wieder die Krise bei so manchen Neuerungen von Mark Zuckerberg. Wieder so eine Krise bekam neulich ich als ich nach dem Update meiner Facebook-App das Auto-Play von Videos feststellen musste. Videos an meiner Pinnwand werden auf meinem iPad oder iPhone sofort gestartet Das nennt sich Auto-Play. Gut zumindest sind die Videos stumm, aber dennoch wird mein teures Datenvolumen für die Mobilgeräte aufgefressen, ohne dass ich wirklich etwas davon habe.

Da gibt es eine Abhilfe und daher dieser kleine Tipp: Das automatische Starten der Videos auf mobilen Devices kann auch teilweise abgeschaltet werden. Folgernder Workflow: Bei iOS in die Einstellungen gehen, dann Facebook auswählen.

Foto 1

Dort unter den Einstellungen das Feld Auto-Play nur über WLAN aktivieren und schon startet das Video in Facebook nicht mehr automatisch, wenn ich unterwegs bin.

Ein komplettes Abschalten habe ich leider nicht gefunden und im Ausland muss ich bei volumenabhängigen WLAN-Hotspots darauf achten, aber zumindest laufe ich bei meiner täglichen Arbeit unterwegs nicht in die Kostenfalle hinein.

 

Alles Gute zum Geburtstag: 30 Ausgaben Retro Magazin

10. April 2014

lisa

Jeden Tag gehe ich an meiner Lisa vorbei und streiche behutsam über ihre Kurven. Ich liebe ihre Kurven. Ja, ich mag sie und meine Frau hat in diesem Fall nichts dagegen, obwohl sie nicht Lisa heißt.

Ja ich mag Lisa und meine alten Rechner. Ich bin ein bekennender Retro-Computerfan. Aber ich habe mich gebessert, ich kaufe nur noch ab und zu eine alte Kiste – neulich hätte ich beinahe einen Next Cube gekauft. Aber aus Platzgründen werden solche Investitionen erst einmal verschoben.

Da greife ich lieber zu Retro-Magazinen, in denen Gleichgesinnte über die alten Rechenknechte schreiben. Als Journalist bin ich mit IT vertraut und nutze neue Geräte zum Arbeiten. Ich arbeite mit der neuesten Technik, erinnere mich aber gerne an die alten Zeiten, wie es bei mir begann: C64, ZX 81, Atari 2600 und eben meine Lisa.

Cover-Retro30

Immer wieder nehme ich die Retro-Zeitschriften zur Entspannung in die Hand. Ich bin Leser des Retro Gamers aus dem Heise-Verlag und des Retro Magazins aus dem CSW-Verlag. Soeben ist die 30. Ausgabe des Retro Magazins erschienen und ich freue mich auf die Lektüre. Ich wünsche schon mal hier in aller Form: Alles Gute zur 30. Ausgabe.

In einer Zeit, in der Zeitschriften immer unwichtiger werden und die Auflagenzahlen in den Keller gehen, kann sich seit vielen Jahren ein Magazin gegen den Trend der Zeit behaupten: Von Retro aus dem schwäbischen CSW-Verlag gibt es Positives zu berichten: Das größte, deutschsprachige Magazin für Retro- und Computerspiele-Kultur ist seit 2005 erfolgreich am Markt, die Auflagenzahlen verzeichnen gegen den Branchentrend feste Zuwächse. „Die Mischung aus Emotionen durch Spielklassiker, kombiniert mit der Faszination für aktuelle Computerspiele kommt bei den Lesern sehr gut an“, so Herausgeber Enno Coners. Ich kenne noch Coners aus alten Tagen und er ist Herausgeber der Klassikerreihe um Extraleben, Aus diesem Grund schaut Retro nicht nur in eine rosige Zukunft, sondern hat diese Tage einen besonderes Jubiläum zu feiern: 30 Ausgaben Retro.

Das Hauptthema der 30. Retro-Ausgabe nennt sich „OSTZILLATION – Computer im Osten“. Auf rund 100 Seiten werden Themen wie die Entwicklung des ostdeutschen Spielautomaten Poly-Play, Apple-II Klone aus Bulgarien oder 30 Jahre „Tetris“- Mathematik behandelt. Des Weiteren verrät das Jubiläumsheft, wie man einen Mini- Arcadeautomaten selbst baut, lässt die Geschichte des Rollenspiel-Klassikers „Ultima“ Revue passieren und widmet sich dem Computer Sinclair QL.

Je mehr ich lese, desto mehr überlege ich, wo ich eigentlich mehr Platz her bekomme? Es gäbe da noch so ein paar alte Rechner …

 


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