Streaming: Musik direkt auf die Ohren

29. Juli 2014

Ich bin ein-, zweimal pro Woche an bayerischen Schulen aller Schularten unterwegs und darf Vorträge zum Thema Medienkompetenz vor Schülern, Lehrern und Eltern halten. Zu Beginn frage ich in der Regel nach der Verbreitung von Handys und Smartphones sowie dem Nutzungsverhalten. Und siehe da, Smartphones sind bei der Schülergruppe absolut führend. Es gibt kaum noch klassische Mobiltelefone und kaum ein Schüler ab der fünften Klasse besitzt kein Mobiltelefon.
Und ich komme auch auf die Nutzung von Musik zu sprechen. Es freut mich, dass es bei den Schülern noch ein paar Verfechter des klassischen Vinyls gibt. Zumeist sind dies Schüler, die entweder die Schallplattensammlung von den Eltern samt Schallplattenspieler geerbt haben, oder die jungen Menschen sind finanziell potent, um sich dieses Hobby leisten zu können.

spotify
In der Regel wird Musik heute aber digital konsumiert. Und dabei fällt mir bei meinen Vorträgen weiter auf, dass die CDs auf absteigendem Ast sind. Downloadportale wie Amazon und iTunes sind führend, wenn Musik legal gekauft wird. Und es kommen mehr und mehr Streaming-Dienste bei den Jugendlichen an. Sie treffen ihren Geschmack. Der Typus Jäger und Sammler (wie ich ganz klar einer bin), wird weniger. Ich will Musik besitzen, doch damit gehöre ich zu einem Auslaufmodell in der Medienwelt.
Musik wird nicht mehr besessen, sondern gemietet. Und dieses Mieten von Inhalten lässt sich überall feststellen. Es beginnt bei Cloud-Software (Software as a Service SaaS) wie Adobe oder Microsoft. Die Online-Videotheken mit ihren Streaming-Angeboten sind an der Tagesordnung: Die Mediatheken der TV-Sender, Amazon Instant Video, iTunes, Watchever und ab Herbst Netfix verdrängen klassische Datenträger. Amazon setzt in den USA zudem auf eine Bücherflatrate.
Und bei uns in Deutschland sind inzwischen die Musikflatrates voll angekommen und gewinnen Marktanteil um Marktanteil. Bei den Schülern oft nicht mehr via Rechner, sondern via Smartphone. Seit rund zwei Jahren bietet die Deutsche Telekom als einziger Mobilfunk-Provider in Deutschland eine Kooperation mit dem Musikstreamingdienst Spotify an. Was die Jugendlichen besonders freuen wird, wenn sie den Dienst mit ihrem Smartphone nutzen: Die Telekom will künftig das gesamte durch Spotify anfallende Datenvolumen auf null setzen. Das bedeutet, die Datennutzung durch Spotify wird nicht auf das Datenvolumen des Smartphone-Nutzers angerechnet.

Jimmy Iovine (l), Tim Cook (m) und Andre Romelle Young, auch bekannt als Dr. Dre (r). Foto: Apple

Jimmy Iovine (l), Tim Cook (m) und Andre Romelle Young, auch bekannt als Dr. Dre (r). Foto: Apple

Wie wichtig diese Dienste sind, zeigt ein 3-Milliarden-US-Dollar-Kauf von Apple. Cupertino reagierte auf den Trend und kaufte mit Beat nicht nur einen Kopfhörerhersteller, sondern auch ein Streaming-Portal für Musik. Streaming ist im Moment die Zukunft. Einen idealen Überblick über die verschiedenen Anbieter wie Spotify und Co gibt diese Webseite.
Streaming ist natürlich abhängig von der Gegend, in der man wohnt. Im ländlichen Raum ohne schnelles oder ausreichendes Internet ist die Streaming-Nutzung nur theoretisch möglich. Es macht ohne vernünftige Anbindung einfach keinen Spaß. Aber sobald ausreichende Bandbreite verfügbar ist, fahren die Jugendlichen voll auf die Streamingdienste ab. Die Dienste setzen derzeit noch auf Masse, dann und wann fehlt die musikalische Qualität. Und auch an der audiophilen Qualität lässt sich noch einiges verbessern. Hier wird sicher der Pono-Player von Neil Young und seine Musikplattform Pono Music Ende des Jahres noch mehr Druck ausüben. Aber wir stehen vor interessanten Zeiten.

Und nun? TU München will bis 2020 nur noch in Englisch unterrichten

28. Juli 2014

Als Dozent zuckte ich neulich, als ich las: Bis 2020 will die TU München meine Muttersprache Deutsch als Unterrichtssprache im Master-Studium zurückdrängen. Die Technische Universität München (TUM) will bis zum Jahr 2020 nahezu vollständig auf Englisch unterrichten.

Als Grund nennt die TUM den internationalen Wettbewerb unter den Universitäten. Die Internationalisierung in den Ingenieur-, Naturwissenschafts- und Wirtschaftsberufen sei eindeutig erkennbar und hier müsse die TUM mithalten. Außerdem soll München internationaler werden, zum einen durch ausländische Studenten, zum anderen durch ausländisches Lehrpersonal.

Ich kann diese Argumente nachvollziehen, sehe aber auch, dass die Englischkurse an den Hochschulen jetzt schon komplett überbelegt sind. Auch wenn der Student während seines Bachelors Englisch lernen will, hat er nur bedingt eine Chance. Die Kurse sind zu voll und das Studium nicht gerade so locker. Und wir reden jetzt nicht von dem Standard How are you-Englisch.

Aber dieses Problem könnte durch mehr Geld gelöst werden, wenn die Verantwortlichen es wirklich wollen. Sie wissen schon, Bildungsland Bayern und so. Die andere Frage ist doch: Muss ich Vorlesungen auf Englisch anbieten bzw anhören? Und warum muss es Englisch sein? Ich schaute neulich bei Theolegen herein, die sprechen wunderbar Latein und in ihrem Wissenschaftszweig verstehen sich Theologen weltweit untereinander. Warum muss es Englisch sein?

Wie wäre es denn mit der künftigen Weltsprache Chinesisch? Dazu eine aufschlussreiche Episode. Ich war auf einem internationalen Kongress in den USA mit Konferenzsprache Englisch. Irgendwann ging ein Chinese ans Mikro und sprach in Manadrin oder so. Darauf unterbrach ihn der Konferenzleiter und stellte klar, dass die Konferenzsprache Englisch sei. Darauf der Chinese im besten Oxford-Englisch: Es sei an der Zeit, die Sprache der künftigen Herren zu lernen.

Aber warum habe ich eigentlich gezuckt, als ich von der Idee der TUM hörte? Bin ich schon eingerostet, dass ich mich in einer deutschen Nische in einer globalisierten Welt sehne. Hab ich Angst, dass ich mich in Englisch vielleicht nicht so präzise ausdrücken kann, wie in meiner Heimatsprache? Oder bin ich einfach nur zu faul, neu zu lernen?

 

Praxisvergleich: SmartCase von Apple und Folio von Booq

27. Juli 2014

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Ich nutze das iPad mini als Arbeitswerkzeug zum Präsentieren meiner Keynote-Vorträge. Das Gerät ist nicht nur Spielerei, sondern effektives Arbeitsmittel. Bisher war es geschützt durch ein rotes SmartCase von Apple. Im Laufe der Zeit hat dieses Cover gelitten und ich war auch nicht mit allen Eigenschaften zufrieden. Deshalb interessierte es mich sehr, als der Taschenhersteller Booq ein Folio ankündigte. Ich vertraue seit Jahren auf Booq.
Nach einwöchigem Praxistest kann ich feststellen: Das Folio ist besser als mein bisheriges SmartCase von Apple. Die neue iPad-Hülle von booq setzt sich aus zwei Teilen zusammen: einem robusten, aber leichten Cover für das iPad und einem Folio mit geschickt angebrachten Magneten.
Magnetisch wird die Extra-Schutzhülle fürs iPad am Folio befestigt – sie lässt sich mit einem Handgriff anbringen und abnehmen. Das ist vor allem beim Filmen und Fotografieren mit dem iPad mini wichtig. Das bisherige SmartCase hing bisher aufgeklappt unmotiviert herunter. Gut, jetzt habe ich zwei Teile und muss das lose Folioteil beim Filmen und Fotografieren irgendwo verstauen.

Die Funktionen bei Folio von Booq und SmartCase von Apple sind gleich: Sleep-Wake-Funktion klappt prima und auch das Aufstellen des iPads in verschiedenen Winkel ist in Ordnung, um mein iPad in die jeweils komfortabelste Position bringen.Das Folio ist freilich etwas schwerer als das SmartCase. Das booq Folio for iPad Air wiegt 252 Gramm, das Folio for iPad mini  wiegt 152 Gramm.

folio1Aber der Unterschied, der bei mir den Ausschlag für das Folio for iPad mini gab, waren die Anschlüsse. Das Apple-SmartCase schützt zwar die Lautstärkeregler, den Einschaltknopf und die Lautsprecher, aber es war im Einsatz bei Vorträgen immer eine Fummelei, die Knöpfe zu bedienen. Zudem verdeckte das SmartCase die Lautsprecher und dämpfte den Klang. Und das Wichtigste: Der Kopfhöreranschluss, bei dem der Audioklinkenstecker hineinkommt, war beim SmartCase zu klein ausgeschnitten. Für normale Kopfhörer passt es, aber wenn ich auf dickere Audiostecker bei meinen Kunden (und das sind in der Regel breitere Pro-Stecker) stieß, musste ich das iPad immer aus dem SmartCase nehmen und der Schutz war dahin. Ich hätte zwar das SmartCase selbst ausschneiden können, aber das sehe ich bei dem Preis von Apple nicht ein, dass ich hier selbst basteln muss. Hier hat Folio von Booq ganz klar die Nase vorne. Die Fummelei ist bei den freiliegenden Anschlüssen des Folio nicht der Fall. Und das für mich klar der Praxisvorteil.
Aber ich habe auch etwas zu meckern. Ich habe mir bewusst ein rotes SmartCase gekauft, weil ich mehr Farbe in mein kreatives Leben bringen wollte. Und was Folio ist langweilig. Mausgrau, aschgrau, feldgrau, steingrau – öde, öde, öde. Die Farbe macht absolut keinen Spaß. Die Farbe ist neutrales Dunkelgrau, bäh.

 

folio2

Immernoch der Wahnsinn: The Last of Us

26. Juli 2014

Last

Im Moment spiele ich gerade mal wieder The Last of Us – und ich spiele auf der PS3. Wir erinnern uns: Kurz vor dem Start der Next Gen-Konsole PS4 präsentierte uns Naughty Dog noch einmal die Leistungsfähigkeit von Sonys Playstation 3 und lieferte uns eines der besten Spiele überhaupt ab.

Eines der besten Spiele überhaupt: The Last of Us für die PS3

Eines der besten Spiele überhaupt: The Last of Us für die PS3

Im Grunde ist das Spiel ein klassischer Survival-Thriller vom Uncharted-Team, aber hoch emotional und packend. Nicht Ballern bringt die beste Lösung, sondern Anschleichen und Abwarten – im Grunde also nichts für mich. Die beiden Figuren Joel und Ellie kämpfen ums nackte Überleben und haben vor allem eines: Charakter.

The_Art

Das ist neu, denn in der Regel haben Videospiele eindimensionale Charaktere, aber bei The Last of Us taucht der Spieler in eine Welt der unterschiedlichen Emotionen ein. Das habe ich bei Videospielen selten erlebt und das machte mich bei Erscheinen des Spiels neugierig. Und ich wollte mehr davon. Ich kaufte mir deshalb das Buch The Art of The Last of Us von Dark Horse Books. Leider handelt es sich weniger um ein klassisches Art of, als vielmehr um ein simples Artbook. Wo liegt der Unterschied? Im Art of-Buch werden in der Regel verschiedene Sketches gezeigt bis hin zur Endversion und dabei gibt es einen erklärenden Text, warum der Artists es so oder so gemacht hat. Diese Erklärungen fehlen hier fast immer. Das Buch ist zum reinen Bilderbuch generiert, also zum Artbook. Und das ist schade, denn ich hätte gerne mehr über die Produktion bei Naughty Dog erfahren. Ich hätte mehr über die Entstehung und Varianten der Charaktere gewusst, aber hier bleibt das dennoch interessante Buch an der Oberfläche. Natürlich bekomme ich die Konzeptzeichnungen der Hauptcharaktere mit: Joel, Ellie, Sarah, Tess, Tommy, Marlene, Bill und David sowie der verschiedenen Gruppierungen im Spiel, z. B. Hunter und Fireflies. Aber warum sich die Personen ändern, davon erfahre ich nichts.

Es ist ein schönes Bilderbuch für Fans wie mich geworden. Wir Fans werden es lieben, aber das Buch kommt nicht an den Art of-Büchern aus der Filmwelt heran, die ich so liebe. So gut und wichtig das Spiel war und so nahe es an einen Film kam, desto höher waren meine Erwartungen an das 184 seitige Artbook.

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Und wie es sich gehört, habe ich mir auch den Soundtrack von The Last of Usgekauft. Es ist für mich ein neues Genre: Soundtracks zu Spielen. Ich hab einige, doch oft bin ich enttäuscht worden. Bei The Last of us gingen die Produzenten auf Nummer sicher. Sie engagierten den gestandenen Filmkomponisten Gustavo Santaolalla. Er sammelte schon Oscars für Brokeback Mountain (2006) und Babel (2007), die beide nicht zu meinen Lieblings-Scores gehören. Es ist kein orchestraler Stil, sondern eher Kammerspiel mit Zupfinstrumenten. Die Musik passt hervorragend zum Spiel. Der Stil des Scores orientiert sich eher an folkorientierten und elektronischen Klängen und Gustavo Santaolalla setzt auf die Gitarre und Schlagwerk als primäres Musikinstrument. Vielleicht mal reinhören.

Für die Fans, die nicht genug bekommen. Ende des Monats, am 30. Juli erscheint das Spiel als The Last of Us Remastered in einer Version für die PS4. Die Auflösung und Grafik wurde wohl nochmals hochgeschraubt (und der Preis auch).

Bald kommt das Spiel für die PS4

Bald kommt das Spiel für die PS4

 

Was ein Friseur mit den Löwen zu tun hat

25. Juli 2014
Löwenfan Josef Wieser im Allerheiligsten.

Löwenfan Josef Wieser im Allerheiligsten.

Ich geb es zu, ich bin eine Fußball-Niete. Aber ich durfte neulich den Mammendorfer Friseurmeister Josef Wieser zum TSV 1860 München begleiten. Wieser ist Löwen-Fan und wir machten eine Kooperation zwischen dem Haarstudio Wieser und dem TSV 1860 München klar. Und ich schaute im Fan-Shop vorbei.

Über die Einzelheiten der Kooperation kann ich noch nichts sagen, aber eines steht fest: Das Team vom Haarstudio Wieser wird am 27. Juli beim Fanfest des alteingesessenen Fußballvereins mit von der Partie sein.

Ich finde die Idee wunderbar – Der TSV 1860 München feiert am Sonntag, 27. Juli 2014, gemeinsam mit allen Sechzgern – Fans, Partnern und den 1860-Profis – das Löwen-Fanfest 2014 auf dem Trainingsgelände an der Grünwalder Straße. Ab 11 Uhr heißt es „Löwen zum Anfassen”. Die Spieler Gabor Kiraly & Co. gebe beim Showtraining Vollgas. Und es wird eine Autogrammmeile mit der kompletten Zweitliga-Mannschaft der Löwen geben.

Heiligtümer für Löwen-Fans.

Heiligtümer für Löwen-Fans.

Mitten drin ist das Team vom Haarstudio Wieser, die an diesem Tag ein Besucherstyling anbieten werden. “Mode und Fußball sind eine ideale Verbindung. Auch junge Burschen haben einen Anspruch an Mode”, so Löwenfan und Friseurmeister Josef Wieser. “Mit Herz und Blut bin ich Löwe”, so sein Statement.

Eine gute Idee finde ich, dass beim TSV die DFB-Pokalgewinner von 1964 zu Gast sind. Zum 50-jährigen Jubiläum ihres Erfolgs werden den Fans die Spieler noch einmal hochleben lassen und symbolisch die Original-Nachbildung des Henkelpokals übergeben, der in diesem Jahr mit einer großartigen Spendenaktion finanziert und angeschafft werden konnte.

Es muss schon wahre Liebe sein.

Es muss schon wahre Liebe sein.

Wie das iPad meinen Arbeitsalltag verändert

24. Juli 2014

Der Apple-CEO Tim Cook erledigt nach eigenen Angaben rund 80 Prozent seiner Arbeiten am iPad und nutzt nicht mehr einen Mac dazu. Aus diesem Grund und der Tatsache, dass Apple und IBM in Sachen Firmen-Apps kooperieren, habe ich mir meine Arbeitsweise mal näher angesehen und bewusst reflektiert.

Apple und IBM hatten ja vor kurzem eine exklusive Partnerschaft bekannt gegeben, die die marktführenden Stärken beider Unternehmen zusammenführt, um die Mobilität in Unternehmen durch eine ganz neue Kategorie an Apps zu verändern, die IBMs Big Data und Analytik-Fähigkeiten auf iPhone und iPad bringen.

Nun, 80 Prozent der Arbeiten sind es bei mir nicht, da hat Herr Cook wohl ein anderes Nutzerverhalten als ich – dachte ich zumindest am Anfang, Grundsätzlich hat der Apple-Chef recht. Das iPad hat mein privates und berufliches Leben verändert. Aber bis ich den Mac in Rente schicken kann, wird noch einige Zeit vergehen.

Meine hauptsächlichen Arbeiten am Mac, sei es jetzt das MacBook Pro oder der Mac Pro, sind Videoschnitt, DTP und Bildbearbeitung. Auch PDF-Erstellung und Fotoarchivierung läuft noch über den schnellen Maschinen. Das Thema 3D möchte ich gar nicht erst ansprechen. Aber wenn ich meinen Arbeitsablauf ansehen, dann brauche ich Video, DTP, Foto, aber nicht den ganz Tag.

Das iPad ist aus meinem Leben nicht mehr wegzudenken. Ich diktiere sehr viel, surfe durchs Netz und konsumiere Musik und Filme. Auch soziale Netzwerke nutze ich hauptsächlich über das Apple-Device.

Meine Präsentationen, wie hier vor 500 Lehrern beim regionalen Schulentwicklungstag in Niederbayern, mache ich nur noch mit dem iPad.

Meine Präsentationen, wie hier vor 500 Lehrern beim regionalen Schulentwicklungstag in Niederbayern, mache ich nur noch mit dem iPad.

Jetzt ist der Übergang zwischen Berufs- und Privatleben bei mir als Freiberufler fließend. Auf dem Sofa checke ich schon mal am iPad in meiner Freizeit meine beruflichen Mails oder reagierte auf Kommentare auf meiner beruflichen Facebook-Seite redaktion42. Aber so richtig macht sich der Zeitenwechsel bei meiner Arbeit unterwegs bemerkbar. Ich bin für Vorträge viel auf Reisen und früher schleppte ich den Rechner mit, um meine Vorträge zu halten. Das ist in der Regel vorbei. Ich habe heute nur noch mein iPad mini dabei, wenn ich meine Keynote-Präsentationen halte. Nach dem letzten Update ist Keynote für mich das ultimative Präsentationsstool, zudem die wichtigsten Präsentationen von mir in der iCloud liegen. Damit hat die Schlepperei ein Ende. Das iPad mini mit den VGA- und HDMI-Adapeter ist überall einsatzbereit. Als nächstes werde ich mir noch ein Apple TV besorgen, um das iPad mini drahtlos an die HDMI-Beamer anzuschließen. Allerdings: Die Verbreitung von HDMI-Beamer ist bei meinen Kunden eher noch ein Mangel. Verdammt: Also hier hat Mister Cook komplett recht behalten: Bei meiner Präsentationsarbeit nutze ich das iPad nahezu zu 100 Prozent. Beim Erstellen allerdings nutze ich den Mac, weil ich auf meine Foto- und Filmdatenbank zurückgreifen muss.

Tim Cook hat recht. Ich wollte es zunächst nicht glauben.

Tim Cook hat recht. Ich wollte es zunächst nicht glauben.

Ich saß in der Macworld-Keynote in San Francisco als Steve Jobs das iPad vorgestellt hat. Wir waren als Publikum begeistert, dass der Guru zu uns sprach. Aber wir wussten allerdings nicht recht so, wozu das iPad gut sein sollte. Kaum hatten wir es in den Händen und einige Zeit genutzt, war uns klar: Es ist ein perfektes Konsumgerät. Nach und nach stellte sich heraus, dass es aber auch ein exzellentes Produktionsgerät ist. Mein Alltag als mobiler Journalist wäre ohne iPhone/iPad nicht mehr vorstellbar. Erst neulich habe ich einen ausgebuchten Kurs zum Thema Mobile Journalismus gegeben und zeigte dort, wie sich die Welt verändert.

Das iPad gehört heute zum Alltag meiner Familie. K1/2 nutzen es, deutlich mehr als den Rechner. Sogar das lästige Latein-Volkabeltraining passiert am iPad von K1. Und immer wieder kommt die Frage, warum das Kind noch Schulbücher schleppen muss? Warum können diese Bücher nicht einfach als eBook vorliegen und die elende Schlepperei der Kinder hätte ein Ende? Wer verhindert eigentlich hier schon wieder im Land von Laptop und Lederhose? K1 und K2 werden in eine Welt wachsen, in der ihr Rechner nur noch eine untergeordnete Rolle spielt. Schon heute sind ihre iPod touch der ständige Begleiter. Sie dienen als Fotoapparat oder Musikabspielgerät. Die Kommunikation von zu Hause erfolgt über FaceTime, wenn ich unterwegs bin. Im Moment stellt sich die Frage, brauchen die Kinder überhaupt noch einen Mac oder reicht nicht einfach ein iPad Air?

 

Kostenloses WLAN bei Franz Josef, aber ich will mehr

23. Juli 2014

Ich begrüße ausdrücklich den Schritt des Münchner Flughafens in Kürze das WLAN am Flughafen kostenlos bereit zu stellen. Künftig soll es möglich sein, dass Fluggäste in den Terminals vom Franz Josef Strauß Airport 24 Stunden kostenlos das WLAN nutzen können. Bisher war es nur eine halbe Stunde möglich. Der Service wird von der Telekom bereit gestellt.

Kostenloses WLAN kommt zu FJS, aber wie sieht es mit Steckdosen aus?

Kostenloses WLAN kommt zu FJS, aber wie sieht es mit Steckdosen aus?

Ich will ja nicht meckern und kostenloses WLAN ist der richtige Schritt. Aber ich große Bitte habe ich noch: Steckdosen, bitte bringt mehr Steckdosen an.
Ich durfte neulich nach London fliegen und musste aufgrund von Verspätungen im Terminal 1 warten. Um den digitalen Anschluss nicht zu verpassen, wollte ich iPad und iPhone aufladen und fand an den Gates keine Steckdosen. Ja ich sehe schlecht, aber nicht nur mir ging es so. Andere irrten mit ihrem Ladekabel auch herum. Erst an den Fenstern fanden wir Stromsuchende eine (!) Steckdose, die wir uns brüderlich teilten.

Am Fenster fand ich am Terminal 1 in Muc eine Dose.

Am Fenster fand ich am Terminal 1 in Muc eine Dose.

Ich gestehe: In Bremen am Flughafen ging ich in meiner Not sogar mal so weit, dass ich einen Cola-Automaten aussteckte, um an meinen Strom zu kommen. Bitte jetzt keinen Shitstorm. Aber Strom ist bei Smartphone ein echtes Problem.
In London musste ich dagegen sehen, was es heißt eine Weltstadt zu sein. Am Flughafen Gatwick gab es an jeder Ecke Steckdosen. Überall waren an den Sitzplätzen Stromtanks angebracht. Ich brauchte nur den englischen Adapter und konnte wunderbar Strom tanken.

Foto 3
Also bitte liebe Flughafenbetreiber in München. Mehr Steckdosen bitte und falls ihr welche im Terminal 1 habt, dann weißt darauf hin. Dann wird es auch langsam etwas mit Laptop und Lederhose.

So muss es sein mit der Stromversorgung: London Gatwick

So muss es sein mit der Stromversorgung: London Gatwick

Coole und ergonomische Sache – aufklebbarer Ständer fürs MacBook Pro

22. Juli 2014

Kickflip1

Bei meinem Seminaren setze ich in der Regel das iPad mini zum Präsentieren ein, aber dann und wann muss das MacBook Pro zum Einsatz. Im Büro steht es zwecks Kühlung auf einem iCurve von Griffin, aber unterwegs wird das MacBook Pro schön warm. Seit kurzem benutze ich zur Durchlüftung Kickflip. Das kleine Plastikteil stellt Laptops in ergonomischem Winkel auf und sorgt dafür, dass ich zum einen gut arbeiten und zum anderen die warme Luft besser abgeführt werden kann.

Eigentlich ist das Kickflip-Teil von Bluelounge total simpel, aber es sind die einfachen Dinge, die oftmals wirklich weiter helfen. Kickflip ist ein aufklebbarer Ständer für das 13“- und 15“-Modell vom MacBook Pro, der den Laptop in einem ergonomischen Winkel anhebt und so eine bequeme Arbeitsweise ermöglicht. Die Preise liegen zwischen 18 und 20 Euro, je nach Modell.

Kickflip2

Der Ständer wird auf der Unterseite des Laptops mit Hilfe eines Klebestreifens befestigt. Durch den  in Deutschland entwickelten und hergestellten High-Tech-Kleber haftet er stark, lässt sich dennoch leicht ohne Rückstände entfernen und kann nach einer Reinigung mit Wasser und Seife wiederverwendet werden. Bei Bedarf lässt sich Kickflip aufklappen, bietet eine praktische Aufstellmöglichkeit und bleibt aufgrund seines schlanken Designs unauffällig, wenn er nicht benötigt wird. Das Teil stört auch nicht, wenn der Rechner in die Laptoptasche für den Außeneinsatz wandert.

Wahrscheinlich passt das Teil auch auf die Unterseite noch anderen Laptops. Da ich nur Macs habe, konnte ich es nicht ausprobieren. Ihr wisst ja, da fällt mir die Hand ab, wenn ich eine Dose nur berühre.

Jetzt etwas komplett anderes #MontyPythonLive

21. Juli 2014
Vielen vielen Dank für diesen Humor: Monty Pythons.

Vielen vielen Dank für diesen Humor: Monty Pythons.

Ja, ich geb es zu: Ich konnte über die alten Herren lachen. Ich habe es mir voller Wehmut vor meinem Rechner bequem gemacht und mir die Show von Monty Pythons aus London via Arte angeschaut. Dafür zahle ich gerne meine Gebühren.
Ich bin mit der Truppe aufgewachsen und ich bin mit ihnen alt geworden. Ihre Sketche und Filme haben einen Platz in meinem Herzen, nein, in unserer aller Herzen. Kaum jemand in meinen Alter kennt die Monty Pythons-Truppe nicht. OK, nicht alle mögen sie, aber kennen tun wir sie. Und der letzte gemeinsame Auftritt von Eric Idle, Terry Jones, John Cleese, Terry Gilliam und Michael Palin unter dem Motto “One down, Five to go” war eine Wohltat des Klamauks nahe am Wahnsinn.

Klamauk am Rande des Wahnsinns

Klamauk am Rande des Wahnsinns

In Show war in 43 Sekunden ausverkauft. Nur eine WWDC von Apple ist da schneller gewesen und gerne wäre ich bei den Shows in der Londoner O2-Arena mit 15.000 anderen Gleichgesinnten dabei gewesen. Aber am Bildschirm war auch nicht schlecht.
Es war eine große Show der alten Männer mit viel Musik und Klamauk, Und wahrscheinlich haben sich junge Zuschauer kopfschüttelnd abgewendet, dies konnte ich zumindest aus meiner Twitter-Timeline feststellen. Einige haben Spagat zwischen Humor und Wahnsinn nicht verstanden. Ich muss für mich sagen: Es war Nonsens, wie ich ihn liebe mit viel Verkleidungen und Anspielungen und mir hat es gefallen, sehr sogar. Und es waren die kleinen Gags, die voll eingeschlagen haben. Sehr nett beispielsweise bei der Berufswahl, statt Löwenbändiger lieber Systemanalytiker zu werden, bevor wir dann doch zum Holzfäller in Kanada kommen. Wir sollten übrigens öfters nach Kanada fahren – oder nach Finnland.

Und alle singen den Lumberjack-Song.

Und alle singen den Lumberjack-Song.

Im Mittelpunkt standen die Songs und – oh my dear – ich konnte jeden mitsingen. Es begann gleich mal mit etwas deftiger Kirchenkritik: Der Penis Song und natürlich every sperm is sacared sind heute Gassenhauer meiner Generation. Die spanische Inquisition ist heute Standard in Blödeleien unter Freunden.

every sperm is sacared

every sperm is sacared

Kritik gegen die Kirche

Kritik gegen die Kirche

Sogar Gott sprach zu den Pythons.

Sogar Gott sprach zu den Pythons.

No one expects the Spanish Inquisition!

No one expects the Spanish Inquisition!

Damals führte so etwas zu massiven Protesten. Die Songs waren stark, vor allem natürlich Lumberjack, I Like Chinese, Philospher’s Song und das inspirierende Sit on my face. Sehr schön am Tag der Mondladung war der wunderschöne Milkyway-Song. Und bei der Anwesenheit von Stephen Hawking zeigt sich, welche Wirkung die Pythons heute noch in Großbritannien haben. Es gab eine Einspielung mit dem großen Physiker und Denker, der auch in der O2 Arena anwesend war.

Stephen Hawking singt den Milkyway-Song

Stephen Hawking singt den Milkyway-Song

Es gab einige Zuspielungen alter Filme, aber auch sehr viel live. Damit gab es auch Versprecher und Hänger – mit massiven Applaus vom Publikum bei Aussetzer von John Cleese. Oder wenn der Bart verrutscht beim Warmlaufen beim Kneipensketch. So ist Britannien, so ist Humor, der mir gefällt. Und der Sketch Blackmail wäre eine Idee für RTL samt schmierigen Moderator.

Wie ist das mit dem Sex?

Wie ist das mit dem Sex?

Blackmail - Anregung für RTL?

Blackmail – Anregung für RTL?

Es war kein reiner Terror-Comedy, wie er heute in der Glotze läuft. Natürlich war es Wahnsinn, wie weit und böse die Pythons waren und wie weit sie ihrer Zeit voraus waren. Sehr gut, auch wieder die deutsche Aufstellung zur Fußball-WM.

Was macht dieser Beckenbauer da?

Was macht dieser Beckenbauer da?

Ungewöhnlich für heutige Fernsehzuschauer waren die zahlreichen Tanzeinlagen. Nicht herumgezappelt, sondern Choreografie der alten Schule. Das Pythons-Fernsehballet brachte die alten Zeiten wieder – vor allem beim Ministry of Silly Walks. Dies überließen die alten Herren dann doch den jungen Tänzern. Hier hätten sich die alten Herren dann doch die Knochen gebrochen.

Welcher Minister könnte so ein Ministerium leiten?

Welcher Minister könnte so ein Ministerium leiten?

Und allen jungen Leuten im WWW sei die Pythons-Lektion empfohlen, woher der Spam im Internet stammte. Spam, Spam, Spam. Der Humor im Netz wurde von alten Leute gemacht, nicht von crazy Hipsern. Die Monty Pythons waren die Grundlage von allem. Vorher gab es nichts und nach ihnen kam nur Spam. Spam, Spam, Spam – das war gut.

Die Geburtsstunde des Internets: Spam, Spam, Spam

Die Geburtsstunde des Internets: Spam, Spam, Spam

Und dann war da noch der Papagei als mein persönlicher Höhepunkt. Jedes Wort, jede Zeile ist in das allgemeine Bewusstsein einer ganzen ganzen Generation eingegangen. Aber es war kein rezitieren alter Sprüche. Dieser Papagei ist tot. So geschehen als der Papagei abgeflogen ist zu seinen Ahnen, respektive zum (verstorbenen) Dr. Chapman. So was können nur die Pythons: Ganz nebenbei zollen sie ihrem verstorbenen Mitglied Graham Chapman in ihrem berühmten Sketch die Ehre. Hut ab – und ich hab richtig gelacht.

Bester Gag mit Tribut an Graham Chapman

Bester Gag mit Tribut an Graham Chapman

Und dann war noch ein kollektives Erlebnis auf dem Planeten. Die ganze Welt sang mit beim Bright side of Life. Ein ganzes O2-Station sang, ich sang vor dem Computer, die angeschlossenen Kinobesucher sangen und die Timeline in Twitter auch. Always look on the bright side of life – wahre Worte. Verabschiedet wurde sich dann stilgerecht mit Piss off – so soll es sein.

Wir haben verstanden.

Wir haben verstanden.

Persönlicher Nachruf James Garner – wie Detektiv Rockford mir den Anrufbeantworter brachte

20. Juli 2014

Woher rührt meine Technikbegeisterung? Es gibt sicherlich viele Einflüsse und ein Einfluss ist heute im Alter von 86 Jahren verstorben: James Garner.


Als Kind war er für mich Detektiv Rockford. Wenn meine Eltern die Serie sahen, durfte ich ab und zu mitschauen und mich interessierte vor allem der Serienvorspann. Da gab es einen Anrufbeantworter zu sehen. Für mich damals absolute Science Fiction. So etwas gab es in meiner Welt damals nicht. Damals war ich entweder zu Hause, wenn das Telefon klingelte oder eben nicht. Wenn der Gesprächspartner am anderen Ende der Leitung nicht da war, dann rief ich eben später wieder an. Oder die Information war nicht wichtig und ich rief gar nicht mehr an.
Ich bin noch in der Tradition aufgewachsen, die mir meine Eltern beigebracht haben: Bei Todesstrafe ruft man niemanden zu den heute Nachrichten, zur Tagesschau, zur Sportschau oder während eines Fußball-Länderspiels an. Ja, so wurde ich damals erzogen.
Und mit dem Vorspann von Detektiv Rockford war auf einmal alles vorbei. Der Anrufbeantworter wäre eine unglaubliche Bereicherung für mein Leben als Jugendlicher. Doch meine Eltern waren dagegen. Sie hatten ein grauen Wählscheibentelefon und später ein moosgrünes Tastentelefon, weil es dort eine Wahlwiederholtaste für Anrufe in die DDR gab. Einen Anrufbeantworter – so etwas brauchten wir nach Meinung meiner Eltern nicht und zudem kostet das Teil richtig viel Geld. Ob die Deutsche Bundespost überhaupt Anrufbeantworter vermietete, weiß ich gar nicht.
Ich musste jahrelang warten bis ich mir meinen eigenen Anrufbeantworter leisten konnte. Es war einer mit Fernabfrage. Man hielt ein batteriebetriebenes Kästchen an den Hörer, das Töne von sich gab und konnte so einen AB (so hie0 der Anrufbeantworter bei uns coolen Jungs) von unterwegs abfragen. Ob der Infowert der Nachricht hoch war, sei dahingestellt. Viele Leute trauten sich nicht aufs Band (so hieß es damals) zu sprechen. Und dann hasste ich die Leute, die Sprüche wie so etwas hinterließen: „Hallo hier ist Thomas, ruf doch zurück, es ist wichtig!“ Die habe ich garantiert nicht zurückgerufen, denn wenn es wichtig gewesen wäre, hätten sie es ja aufs Band sprechen können. Umgang mit dem AB war eine frühe Vermittlung von Medienkompetenz – das, was ich heute in meinen Vorträgen so mache.
Detektiv Rockford hatte nur einen coolen Spruch auf seine Ansage. Es gab aber Leute, die hatten so Promi- oder Spaßansagen. Auf die bin ich dann und wann auch reingefallen. Bis heute habe ich mich solchen Spaßansagen verweigert. Ich bleib lieber so nüchtern wie Detektiv Rockford alias James Garner. Danke lieber James Garner, dass du mir den AB ins Haus geholt hast.


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