Nachdem Ministerpräsident Söder anmerkte, dass Masken wohl kommen werden, wollte ich mich schon gleich mal daran gewöhnen. „Natürlich wird es am Ende eine Form von Maskenverpflichtung geben, die dann notwendig ist“, sagte Söder nach einer Kabinettssitzung in München.
Nachdem ich meine Kinder immer wieder auf Cosplay- und Animie-/Manga-Veranstaltungen wie die Animuc in Kloster Fürstenfeld begleite, bin ich an das Tragen von Masken gewohnt. Jetzt wollte ich im Rahmen der Ausgangsbeschränkung durch Corona testen, wie die Maisacher reagieren.
Mein Testfeld war der Einkauf für meine Eltern im Edeka Leich in Maisach. Ein freundlicher Mitarbeiter bat uns, unser Auto in der Tiefgarage zu parken. Machen wir eigentlich immer, aber scheinbar haben noch immer viele Maisacher das Problem: Was ist eine Tiefgarage und wie fährt man da rein und wie kommt man wieder raus. Apropos Masken: Beim Autofahren muss keine Maske getragen werden, außer man ist Batman, Spiderman oder fährt zum wöchentlichen Banküberfall.
Also legten wir unsere Masken im Aufzug an. Die Gattin hatte eher die medizinische Variante, ich wählte das Modell Windschutz Fleece. Kurz noch ein Wort zu Masken: Für den Privatgebrauch – um die Ansteckung anderer zu vermeiden – eignet sich ein handelsüblicher Mund-Nasen-Schutz. Viele Menschen nähen sich solche Masken selbst. Ich werde in Kürze ein Interview mit einer Maskennäherin aus dem Dorf in meinem Blog veröffentlichen. Das ist im Grunde wie ein vor dem Mund getragener Ellenbogen. Ich kann damit etwa im Supermarkt verhindern, dass sich meine Tröpfchen etwa im Kassenbereich ausbreiten, wenn ich mit dem Kassierer rede. Da kommt es nicht auf 100-prozentige Wirkung an, sondern darauf, dass der überwiegende Anteil an Tröpfchen-Ausscheidung aus dem Mund verhindert wird.
Interessant meine Beobachtungen im Edeka: Einige Kundinnen trugen Masken. Corona scheint Männer nicht zu befallen. Es waren vor Frauen, die Masken trugen. Wenn sich unsere Blicke trafen, dann ein kurzes Nicken und jeder ging seiner Wege. Da war nichts peinliches oder eine Unsicherheit festzustellen. Scheinbar gibt es einen gewissen Kundenkreis für die Masken in der Öffentlichkeit kein Problem sind. Das finde ich gut. Ich traf auf zwei Jugendliche, die hatte Masken von Kpop-Bands umgebunden. BTS, G-Dragon und wie die Gruppen hießen. Endlich konnten die jungen Damen ihre Fanartikel offen in einem Supermarkt tragen. Ich fand’s okay.
Wenn ich auf einige Vertreter der älteren Generation traf (übrigens, ich bin selbst über 50 Jahre), dann fiel die Reaktion anders aus. So mancher zuckte zurück – was mir auch recht war, dann klappt das Abstandsgebot von 2 Meter wunderbar. Ich erntete aber auch Kopfschütteln und Aussagen wie „san se jetzt im Fasching?“. Ich möchte nicht pauschalieren und Generationen gegeneinander ausspielen, aber Aufgeschlossenheit sieht anders aus.
Zudem merke ich, dass Maskenträger einige Leute erschrecken. Der ungewohnte Anblick sorgt dafür, dass Leute zurückweichen. Vielleicht weil sie denken, man sei mit dem Virus infiziert. Oder werden durch die Maske daran erinnert, dass sie eigentlich Abstand halten sollten.
Ich denke, wir sollten uns an den asiatischen Weg gewöhnen und Masken bei Ansammlungen tragen. Corona ist kein Spaß. Leute, nehmt die Abstandsrichtlinien ernst.
Heute am Samstag ist übrigens wieder der Foodtruck Bayerntruck von Lars Mrsek mit seinen Burgern vor dem Edeka. Ich nehm die Maske nicht ab und verzehre meinen Burger zu Hause.
Am Samstag gibt es wieder Burger.
Wie sind eure Erfahrungen mit dem Tragen von Masken?
Maisach im Landkreis Fürstenfeldbruck ist über Nacht ein Dorf der Herzen geworden. Dies wird optisch klar, wenn man in die Schaufenster des gemeindlichen Einzelhandels blickt. Zwar sind viele Geschäfte noch im Rahmen der Ausgangsbeschränkung wegen Corona geschlossen, aber es gilt den Maisachern in Erinnerung zu rufen, warum man im Ort einkaufen sollte.
Evi Huttenloher vom Gewerbeverband hatte die Aktion in meinem Blog angekündigt und Evi Huttenloher hat nun mit ihrem Team geliefert. Die Geschäfte, die Mitglied im örtlichen Gewerbeverband sind, können sich ein großes, grünes Herz ins Schaufenster hängen mit der Aufschrift. „Halten Sie uns die Treue — und bleiben Sie gesund.“
Und gestern abend übermittelte mir Evi Huttenloher noch die aktuelle Liste: Wer liefert was in Maisach. Die erste Fassung wurde nach umfangreichen Feedback und Mithilfe der Maisacher überarbeitet und daher die neue Liste. Für Anregungen und Ergänzungen bitte an Marktreferenten Uwe Furthmann per E-Mail: uwe.furthmann@live.com wenden. Gerne stelle ich die Liste zum Download bereit. Ich finde es toll, dass der Gewerbeverband neue Wege in unserem Dorf geht. Ein paar Ideen hab ich noch.
Und wenn man durch das Dorf spaziert, springen diese sympathischen, grünen Herzen sofort ins Auge. Beim Weg zum Maisacher Wochenmarkt hatte ich einige Geschäfte mit diesem Symbol gesehen und fotografiert. Es sind längst nicht alle – die Fotos sind nur eine Auswahl, die auf meinem Weg zum Wochenmarkt lagen.
Bunte Wandersteine vor dem Rathaus
Herzen sind schöne Symbole in der Krise, die uns allen Kraft geben. Auch Kinder beteiligen sich und sind Mutmacher. Im Rathausgarten haben Unbekannte eine Steinschlange mit bemalten Steinen geschaffen. Immer wieder werden neue Steine hingelegt von Kindern und es kommt zu Wandersteinen. Wenn Corona besiegt ist, wandern die Steine überall in die Gemeinde hin. Ich finde es eine prima Idee.
Klopapier, Nudeln, Mehl, Hefe – das waren die Renner in der Corona-Krise bei uns in Maisach im Landkreis Fürstenfeldbruck. Aber es kommt noch was hinzu: Der neue heiße Scheiß ist Warten am Wertstoffhof.
Nachdem die Bitten der Bevölkerung im Landkreis so groß waren, entschloss sich die Abfallwirtschaftsberatung AWB die Tore der Großen Wertstoffhöfe im Landkreis unter Auflagen vor Ostern wieder zu öffnen. Jubel, Trubel, Heiterheit bei der Bevölkerung – und dann setzte Hektik ein.
Und der Run ging los. Am Dienstag morgen wachte ich durch Rasenmähen und Heckenschneiden auf, rieb mir verwundert die Augen und fragte in der Nachbarschaft nach, was in die Leute gefahren ist. Grünabfälle können wieder abgegeben werden und wenn schon nicht die Haare geschnitten werden dürfen, müssen Rasen und Hecken geschnitten werden – und zwar was das Zeug hält. Und das Grünzeug muss natürlich gleich entsorgt werden. Rumliegen zu Hause geht ja gar nicht.
Man hat Zeit: Für den einen sind Osterferien, für den anderen HomeOffice, das später beginnen kann, für wieder einen anderen hat sich die berufliche Existenz durch Corona in Luft aufgelöst und es gibt eine Fraktion von Rentnern, die nach einer Aufgabe suchen. Die Zeit wurde und wird für den Garten genutzt. Der grüne Daumen hatte Vorrang. Also wurde Grünzeug, Äste und mehr in Säcke gestopft, auf Anhänger gepackt oder in den Kofferraum verfrachtet. Wer als erster beim Wertstoffhof ist, der ist der Sieger und bekommt die Anerkennung seiner Nachbarn.
Zudem hat sich allerhand Plastik, Alu, Tetrapack, Verbundstoffe, Folien über die Zeit der Ausgangsbeschränkung angesammelt, was natürlich auch weg muss. Also, es gibt Millionen von Gründen, zum Wertstoff zu pilgern. Wir alle hörten die Ermahnungen der politisch Verantwortlichen, sich ein wenig zurückzuhalten und die Ausgangsbeschränkung. „Ja, ja, sollen die reden,“ sagt sich der Egoist. „Die anderen können sich ja daran halten, Zurückhaltung galt beim Hamstern nicht, warum jetzt beim Wertstoffhof? Und außerdem sitz ich ja im Auto, vielleicht sogar mit Maske.“
Meinen ersten Eindruck bekam ich vom der Große Wertstoffhof der Hasenheide im benachbarten Fürstenfeldbruck, als ich mit dem Fahrrad vorbeifuhr. Eine lange Schlange Blech wartete vor den Toren und wurde Zug um Zug eingelassen. Diskussionen entstanden, wer nun als erster da war und wer Vorfahrt hat. Die Wartezeit war sicher 45 Minuten und mehr. Aber Zeit haben die Menschen ja in der Corona-Ausgangsbeschränkung.
Im Maisacher Großen Wertstoffhof war auch einiges los. Die Wartezeit war kürzer und die warteten Autofahrer wurden von einer Mitarbeiterin des Wertstoffhofs informiert. Mein Eindruck war, es ging weniger hektisch und weniger aggressiv zu.
Schön wäre es gewesen, wenn die Plastikentsorger ihre Sachen vorsortiert hätten, dann wäre die Entsorgung schneller gegangen und die Wartezeit wäre verkürzt gewesen. Interessant war zu sehen, dass wohl viele Maisacher bei Lieferdiensten in der Corona-Zeit bestellen, um die heimische Gastronomie zu unterstützen. Die Folge sind Verpackungen für Lebensmittel, die jetzt gehäuft anfallen. Diskussionen um die gelbe Tonne kommen natürlich jetzt wieder auf. Nun, warten wir, bis der Große Wertstoffhof wieder auf hat.
Es freut mich sehr, wenn dieser Blog ein wenig Abwechslung ins Dorf bringt, noch mehr freue ich mich, wenn die Blogposts im Dorf etwas bewirken. Meine Anregung, eine Liste für Maisach zu erstellen, welches Geschäft in Maisach was liefert, wurde vom Gewerbeverband aufgenommen und umgesetzt. Evi Huttenloher, Vorsitzende des Gewerbeverbandes, stellte mir gestern abend die vorläufige Liste zum Download zur Verfügung.
Es ist die erste Version der Liste, an der konsequent weitergearbeitet wird. Die Liste kommt auf die Website des Gewerbeverbandes. Bei der Gemeinde ist auch angefragt. Jetzt gilt es die Liste zu optimieren. Dazu sind alle Maisacherinnen und Maisacher aufgerufen. Für Anregungen und Ergänzungen bitte an Marktreferenten Uwe Furthmann per E-Mail: uwe.furthmann@live.com wenden.
„Die Liste wird immer wieder aktualisiert. In der Gastronomie stehen noch einige aus, aber die haben wir telefonisch leider noch nicht erreicht“, so Evi Luttenloher, die meine Idee sofort aufgegriffen und zusammen mit ihren Vorstandsmitgliedern umgesetzt hat.
Im Begleittext heißt es: „Liebe Maisacher Bürgerinnen und Bürger, wir möchten Ihnen mit dieser Liste eine Übersicht geben, welche Geschäfte und Betriebe in Maisach geöffnet haben, bzw. geschlossen haben, aber trotzdem für Sie da sind. Wir freuen uns, wenn Sie die örtlichen Betriebe gerade in dieser schwierigen Zeit unterstützen. Dafür sagen wir schon jetzt DANKE.
Die Liste wird immer wieder aktualisiert, erhebt aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit.“
Liste gesehen und bei Sula bestellt.
Liste gesehen und bei Sula bestellt.
Liste gesehen und bei Sula bestellt.
Finde ich wirklich prima und danke für die Umsetzung. Aber es kommt noch besser. Am Schuhgeschäft von Evi Huttenloher, im Zentrum von Maisach, klebt am Schaufenster ein Dankeschön-Herzchen. Evi Huttenloher hat 40 weitere Herzen bestellt. Diese werden in den nächsten Tagen an Maisacher Schaufenster aufgeklebt, um ein Zeichen nach außen zu setzen.
Erstmals Corona-Zahlen der Landkreisgemeinde
Gestern hat das Landratsamt zum ersten Mal eine Liste mit der Zahl der infizierten Personen im Landkreis Fürstenfeldbruck in den Gemeinden veröffentlicht. Es ist der Stand vom 7. April, der sich natürlich verändert. Auch wichtig: Eine Auswertung dieser Gesamtzahl nach Gemeinden kann erst erfolgen, wenn der jeweilige Wohnsitz festgestellt ist. Die dem Gesundheitsamt mitgeteilten Befunde müssen daraufhin überprüft und eingepflegt werden. Dies ist mit Stand 07.04.2020 für 554 Fälle geschehen.
Die Zahlen für jede Gemeinde im Landkreis:
Adelshofen: 2
Alling: 7
Althegnenberg: 4
Egenhofen: 4
Eichenau: 21
Emmering: 24
Stadt Fürstenfeldbruck: 134
Stadt Germering: 104
Grafrath: 8
Gröbenzell: 43
Hattenhofen: 0
Jesenwang: 2
Kottgeisering: 5
Landsberied: 7 Maisach: 33
Mammendorf: 25
Mittelstetten: 3
Moorenweis: 18
Oberschweinbach: 6
Stadt Olching: 55
Stadt Puchheim: 39
Schöngeising: 7
Türkenfeld: 3
Gesamt: 554
Durch Corona und HomeOffice bleibt das Auto stehen. Zudem halten sich Teile der Bevölkerung an die Ausgangsbeschränkungen und bleiben zu Hause. Darunter leiden wirtschaftlich auch die drei Tankstellenpächter bei uns in der Gemeinde Maisach.
Durch Corona wird weniger gefahren und damit weniger getankt.
Meine bevorzugte Tankstelle ist Auto Walter in Maisach, weil die Familie weltoffen einen mittelständischen Familienbetrieb führt. Das Benzin ist überall gleich. „Natürlich spüren wir im Benzinverkauf die Corona-Krise“, erklärt Markus Schmid von Auto Walter. Das Unternehmen steht auf drei Standbeinen: Tankstelle, Handel und Werkstatt. Das Standbein Tankstelle gehe zurück, den Handel von Renault-Fahrzeugen habe man im Moment eingestellt, weil Autoverkauf beratungsintensiv sei und man mit dem Kunden eng zusammenstehe. „Das geht aus verständlichen Gründen nicht.“ Die Werkstatt dagegen werde enorm nachgefragt. „Hier sind wir gut ausgelastet“, so Markus Schmid.
Es stellt sich heraus, dass der Fleisch- und Wurstautomat vom Hofladen Widmann auf dem Gelände von Auto Walter ein strategischer Vorteil ist. In Zeiten von Corona wird der Automat aufgrund seiner hervorragenden Produkte sehr oft von den Maisachern angefahren, die dann auch die Gelegenheit zum Tanken nutzen, wenn sie schon mal da sind.
An den vier Zapfsäulen kann rund um die Uhr der Kraftstoff gezapft werden. Zur Bezahlung steht ein Tankautomat bereit, für Maestro-, Kredit- und Kundenkarten. Letztere werden von den Maisacher Landwirten genutzt, die nach der Feldarbeit mit ihren Maschinen vorfahren und die Kundenkarte nutzen, die einmal pro Monat abgerechnet wird.
In der Werkstatt läuft der Betrieb. Der Nachschub an Ersatzteilen funktioniert online reibungslos. Zudem bestellen Kunden Ersatzteile für ihre Fahrzeuge, die sie dann bei Auto Walter abholen – mit entsprechendem Abstand. „Natürlich bringt Corona gewaltige Veränderungen mit sich, aber wir müssen in dieser Krise zusammenstehen und sie gemeinsam bewältigen“, so Schmid. Vielleicht setzt auch nach der Krise ein Bewusstseinswandel in Sachen Elektroauto ein. Renault hat mit dem Zoe ein Modell, von dem Markus Schmid überzeugt ist. Ich muss zugeben, der kleine Tesla oder Zoe sind für uns interessant. Als Stadtflitzer ist der Twizy ein Hingucker. „Wir sind auf dem Land, da dauert es mit der Elektromobilität traditionsgemäß etwas länger, aber durch den Lockdown beginnt bei vielen Leuten ein Umdenken“, so Schmid.
Für eine Werkstatt wie von Auto Walter gibt es nun eine klare Aussage zum Thema Reifenwechsel von der Politik: Das bayerische KfZ-Gewerbe weist darauf hin, dass der Wechsel von Winter- auf Sommerreifen auch in der Corona-Krise erlaubt sei. Das bayerische Innenministerium hat dies bestätigt. Dieses stuft den Reifenwechsel als triftigen Grund ein, der es Fahrzeughaltern erlaubt, Haus oder Wohnung zu verlassen. Zudem seien KfZ-Werkstätten systemrelevante Betriebe, die trotz geltender Ausgangsbeschränkungen in Bayern öffnen dürfen. Zuvor hatte Gesundheitsministerin Huml dem BR gesagt, das saisonale Reifenwechseln sei nicht möglich. Ein Wechsel sollte nur aus sicherheitsrelevanten Gründen stattfinden, etwa wegen abgefahrener Reifen.
Ab Dienstag, 7. April, ist der Große Wertstoffhof Maisach unter Auflagen geöffnet.
Da kann die Welt untergehen, die Maisacher trennen nach wie vor ihren Müll. Das ist bei uns in der Familie nicht anders. Aber zu Zeiten der Corona-Krise ordnete das Landratsamt Fürstenfeldbruck, sprich die AWB, die Schließung der Großen Wertstoffhöfe an.
Wenn aber eine vierköpfige Familie und mein isoliertes Elternpaar rund zwei Wochen zu Hause sind, dann fällt Müll, Verzeihung Wertstoffe, im großen Stil an. Papier, Flaschen, Weißblech entsorge ich täglich an den Kleinen Wertstoffhöfe, die zeitweise wüst aussahen. Aber der Containerdienst hatte die Sache im Griff. Dennoch türmen sich in der Garage Tüten mit Plastik, Alu und Verbundstoffen, die auf ihre Entsorgung am Großen Wertstoffhof in Maisach warten. Auch ein paar große Stücke Styropor freuen sich, dass sie dem Recyclingsprozess zugeführt werden dürfen.
Eine von mehreren Tüten Wertstoffe warten auf Recycling.
Nun hat das Landratsamt ein Einsehen und öffnet die Großen Wertstoffhöfe am morgigen 7. April. Die AWB stellt unmissverständlich klar: „Die Wertstoffhofbesuche sollen auf das unbedingt notwendige Maß beschränkt werden. Um das Infektionsrisiko mit COVID-19 zu minimieren, können bei den großen Wertstoffhöfen geichzeitig maximal zehn Anlieferer zur gleichen Zeit bzw. bei den Kunststoff- und Gartenabfallsammelstellen nur einzelne Besucher eingelassen werden.“
Für mich bedeutet dies: Ich habe eine große Garage und werde weitere Tüten aufstellen, um meine Wertstoffe dort zu sammeln. Ich mache den Irrsinn nicht mit und stelle mich einen Tag in die Schlange, dass ich meinen Müll abgeben darf. Der liegt in der Garage gut. Natürlich ist dies eine Luxuseinstellung, denn nicht jeder verfügt über Stauraum, um Wertstoffe zu horten. Aber wer sich ab 7. April zum großen Wertstoffhof begibt, der sollte viel Zeit mitbringen. Ich fahr übrigens auch mal mit dem Rad vorbei. Nicht zur Entsorgung, aber um ein, zwei schöne Fotos für diesen Blog zu machen.
Und Leute: Seid nett zu den fleißigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf dem Wertstoffhof. Sie machen ihren Job und sind sicher für ein freundliches Lächeln dankbar.
Übrigens gelten geänderte Öffnungszeiten: Um die Situation etwas zu entspannen, gelten in der Woche vor Ostern an einigen Standorten zusätzliche bzw. verlängerte Öffnungszeiten. Der Wertstoffhof Maisach wird zusätzlich am Dienstag, 7. April von 15 bis 18 Uhr sowie am Mittwoch, 8. April von 9 bis 12 Uhr und 14 bis 20 Uhr geöffnet.
Den Aufruf von Bürgermeister Hans Seidl, in lokalen Maisacher Geschäften zu kaufen, finde ich in Zeiten der Ausgangsbeschränkung vollkommen richtig. Nur so kann in der Corona-Krise dem lokalen Handel in Maisach im Landkreis Fürstenfeldbruck geholfen werden, zu überleben. Es ist der richtige Ansatz, aber wir haben im Dorf noch einiges nachzuholen.
So manches lokale Geschäft hat die Digitalisierung voll verschlafen und das rächt sich jetzt bitter. Websites oder Websites gar mit Shopsystemen sind nicht so reich gesät. Oder es gibt veraltete Facebook-Seiten, die 2019 das letzte Mal aktualisiert wurden. Jetzt postet jeder wild durcheinander, zudem noch mehrmals am Tag die gleiche Meldung. Vor der Corona-Krise habe ich Mittelständlern und auch Politikern bei dem Weg in die digitale Welt geholfen. Es gilt Geschichten zu erzählen.
Vielleicht ändert es sich durch die Krise massiv. Ich stelle leider fest, dass ich gar nicht weiß, wer was wann und wie anbietet. Gibt es Kartenzahlung, Paypal oder auf Rechnung? Muss ich vorbeikommen, wird es geliefert oder wie komm ich an die Ware?
Und wenn ich nach Fürstenfeldbruck schaue, dann gibt es dort etwas, was mich neidisch macht. Jemand hat eine nicht komplette Liste von Brucker Geschäften zusammengestellt, bei denen ich als Kunde online einkaufen kann.Super Ansatz.
So etwas wünsche ich mir für Maisach auch. Sie kann erstellt werden durch den örtlichen Gewerbeverband oder den Wirtschaftsreferenten der Gemeinde – auf jeden Fall durch jemanden, der den Überblick über den Maisacher Einzelhandel, Dienstleister und Gastronomie hat.
Montag macht das Kebab-Haus wieder auf.
So bekomm ich nur durch Zufall mit, dass Sula von der Olympia-Gäststätte am Sportplatz wieder to go geöffnet hat oder das Deniz Kebap-Haus nächste Woche wieder die Döner anbietet.
Der Landrat hat via Facebook verkündet: „Unter Einhaltung der Hygieneregeln, insbesondere des Sicherheitsabstandes von 1,5 Metern, dürfen Einzelhandelsunternehmen auf Belieferung der Kunden umstellen, auch wenn sie nicht Lebensmittel vertreiben.“ Das ist eine gute Nachricht. Nur wenn ich nicht mitbekomme, dass ein Geschäft liefert, bringt es mir wenig. Daher wünsche ich mir eine Liste vom Maisacher Einzelhandel.
Es gibt von der SZ eine Landkreisliste, wo sich das Gewerbe eintragen kann. Auch eine gute Idee und in Germering hat mich eine bezaubernde Schulfreundin auf die Liste von #WirsindGermering vom Wirtschaftsverband aufmerksam gemacht. Alles tolle Ideen – ich will so was für Maisach.
Und jetzt noch ein Tipp für die Hungrige: Der Foodtruck Bayerntruck von Lars Mrsek wird am heutigen Samstag ab 11 Uhr wieder vor dem Edeka in Maisach stehen. Ich hatte schon mal über ihn gebloggt. Der Maisacher Lars Mrsek sieht seine Chance und macht durch Mundpropaganda auf sich aufmerksam. Dieses Mal steht der Truck mit den Burgern am Haupteingang Süd, um die Kunden vom Rossmann nicht zu stören.
Am Samstag gibt es wieder Burger.
Schön ist auch, dass Lars Mrsek sich der Kritik von einigen Kunden angenommen hat. „Und wir haben extra neue To Go Packungen bestellt, die der Kunde dann sogar in den Kompost werfen kann, da sie biologisch abbaubar sind, weil sie aus Zuckerrohr bestehen.“ Ich schau mal vorbei und freu mich auf nen Burger.
Wie wichtig Symbole sind, zeigt sich in der derzeitig Corona-Krise auch bei uns im Dorf Maisach im bayerischen Landkreis Fürstenfeldbruck. Wer genau hinschaut und aufmerksam durchs Dorf läuft, sieht diese Symbole: Es sind kleine Regenbogenbilder mit dem Spruch „alles wird gut“.
Kinder malen diese Regenbogenbilder und hängen sie ans Fenster. Die Symbole machen uns und den Kindern Mut in diesen schwierigen Tagen der Ausgangsbeschränkung. Unter dem #RegenbogenGegenCorona teilen die Eltern die Werke auf Twitter, Instgram oder Facebook. Das passiert auch bei uns im Dorf und ich finde es ein schönes Symbol der Hoffnung und der Freude. Ich würde mich freuen, wenn mehr Leute mitmachen und mir ihre Regenbogenfotos senden. Gerne veröffentliche ich sie in diesem Blog. Einfach mailen oder als Kommentar in soziale Netzwerke – bitte achtet aber das Persönlichkeitsrecht.
Ich habe von Mamas und Papas aus der Nachbarschaft gehört, dass auch einige Kindergärten Malvorlagen und Anregungen verschicken, damit die Aktion Fahrt aufnimmt. Ich finde es prima. Bei mir zu Hause hat ein Kind den Regenbogen am Grafiktablett gezeichnet – wir sind eher eine digitale Familie.
Die Regenbogen an den Fenstern zeigen selbst kleinen Kindern, dass auch in anderen Häusern Kinder wohnen, die wegen der Coronapandemie zuhause bleiben müssen.
Kinder in Italien und Spanien sollen die Ersten gewesen sein, die Regenbogen gegen Corona gemalt haben. Deutschland, Bayern und auch Maisach machen da mit – und das ist schön.
Und hier die ersten eingesandten Fotos – vielen Dank
Die Spielplätze der Gemeinde Maisach sind wie überall gesperrt.
„Wir haben keinen Lagerkoller, so schlimm ist es nicht, aber die ganze Ausgangsbeschränkung geht unserer Familie gehörig an die Nieren.“ Petra H. aus Gernlinden in der Gemeinde Maisach imL Landkreis Fürstenfeldbruck schlägt sich mit ihrer Familie tapfer in der Corona-Krise. Zusammen mit ihrem Mann hat sie fünf Kinder, die sie zu Hause betreuen muss.
Da kommt die Familie erst nachts zur Ruhe, wenn Vater und Mutter die Kinder ins Bett gebracht haben. Sie haben einen 8jährigen Sohn, eine 6jährige Tochter, einen 3jährigen Sohn und zwei 18 Monate alte Zwillinge. Eigentlich ist sie Systemingenieurin für Datenübertragungstechnik von Beruf, aber im Moment ist sie zu Hause und kümmert sich um ihre Kinder. Sie wollte eigentlich selbstständig auf freiberuflicher Basis arbeiten, aber das ist im Moment unmöglich. Ihr Mann ist tagsüber auf der Arbeit und kann kein HomeOffice machen. Es bleibt also viel an Petra H. hängen, nachdem Kindergarten und Schule geschlossen sind. Das alte Netzwerk von Oma und Opa ist verständlicherweise weggebrochen. Problematisch ist die Beschulung des 8jährigen Sohnes. Während sie ihrem Sohn mit den Hausaufgaben durchgeht, sind die 6- und 3jährigen Kinder voll aktiv und wollen auch beschäftigt sein. Die Schule schickt neuen Stoff und erwartet, dass Eltern die schulische Betreuung der Kinder mit übernehmen. „Oft fehlt hier die Zeit und der Raum“, so Petra H.
Einkäufe besorgt Petra H. mit dem Lastenfahrrad.
Hinzu kommen die täglichen Einkäufe für die Großfamilie. Der Mann fährt mit dem Familienauto in die Arbeit, um sich in der vollen S-Bahn nicht anzustecken. Also tritt Petra H. zusammen mit ihren Kindern in die Pedale. Sie packt die Kinder auf auf ein Elektro-Lastenfahrrad und fährt von Gernlinden nach Maisach zum Einkaufen. „In der Anfangsphase war es problematisch mit den Mengenbeschränkungen“, so Petra H. Eine siebenköpfige Familie braucht eben mehr als ein Single-Haushalt. „Ich wurde als Hamster beschimpft“, berichtet Petra H. Ohne besseres Wissen wurde die Mutter übel angeraunzt. Der soziale Umgang war bodenlos.
Beim Einkaufen muss sie die Kinder natürlich mitnehmen. Das verlangt von dem Familiennachwuchs eine ungeheure Disziplin. „Es ist meinen Kindern klar, dass sie nicht zu anderen Leuten hingehen dürfen, sondern sie sind bei mir“, so Petra H. Es gibt keine Notbetreuung für die Kinder.
Die Beschulung muss zu Hause stattfinden.
Wenn der Kleinsten den Mittagsschlaf halten, dann kann die Beschulung des 8jährigen gedacht werden. Die beiden jüngeren Kinder beschäftigen sich dann mit Ausmalen. Der Tagesablauf wird irgendwie strukturiert: Malen, Schulstoff, es läuft die Sendung mit der Maus, teilweise macht die Familie die täglichen Albas Sportstunde mit. Das Training findet dann im Wohnzimmer der Doppelhaushälfte statt. „Es ist schon witzig anzusehen, wenn unsere Familie auf einem Bein durchs Zimmer hüpft“, lacht Petra H. „So bekommen wir den Tag schon rum.“
Der Gang zum Spielplatz entfällt, weil die Spielplätze der Gemeinde geschlossen sind. Ab und zu nimmt eine Nachbarin den Kinderwagen mit den Zwillingen in Empfang und schiebt sie an der frischen Luft umher. „Die Zwillinge werden von mir in den Kinderwagen gepackt und vor die Tür der Nachbarin geschoben, die dann den Wagen übernimmt. Direkter Kontakt kommt nicht zustande, denn es gilt ja Kontaktsperre“, berichtet die Mutter.
Die Hilfsangebote, die im Dorf vorhanden sind, will sich Petra H. näher anschauen. Durch den Wegfall eines Gehalts und durch Weiterlaufen der Kita-Kosten ohne Kita-Betrieb sei die finanzielle Situation natürlich ernst. „Da müssen Familie schon genau hinschauen“, so Petra H.
Bewundernswerte Leistung, die meinen Respekt verdient.
Es klingt immer so schön, wenn von den Helden des Alltags gesprochen wird. Menschen, die das System am Laufen halten: Medizinisches Personal, Kassierer, Verkäufer, Lokführer, Lieferdienste, Paketboten. Und immer wieder lese ich, dass diese Berufsgruppen Applaus von uns gespendet bekommen sollen. Ich denke mir: Applaus ist prima, mehr Geld wäre es auch. Wenn es denn so einfach wäre.
Als grundsätzlich freundlicher Mensch schenke ich meinen Gegenüber immer ein Lächeln. Und das Lächeln kommt in der Regel immer zurück. Davon können wir zwar unsere Familien nicht ernähren, aber es gehört zum guten Anstand. So bin ich erzogen mit dem Sprichwort: Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus. So manches Mal, wenn ich den Einzelhandel im Dorf besucht habe, weiß ich, warum „Dienstleistungswüste“ ein deutsches Wort ist.
Die Welt ändert sich. Da viele Geschäfte geschlossen haben, bestelle ich einige Waren. Nachdem ich ja aufgrund Corona verdammt bin, zu Hause zu bleiben und mein weggebrochenes Business von hier aus zu koordinieren, stelle ich eine Veränderung bei meinen Paketboten fest. Post, DHL, UPS, DPD, GLS, Hermes und wie sie alle heißen. Früher hielt ich mit meinen DHL- und UPS-Fahrern ein Schwätzchen an der Gartentür. Man kannte sich, respektierte sich und tauschte Freundlichkeiten aus. Das hat sich durch Corona verändert. Die Logistiker und Kurierfahrer haben Handschuhe an, manche haben Masken, sie wirken gehetzt. Kurzes Nicken, ein freundliches Hallo und der UPS-Bote wirft ganz vorsichtig mir die Sendung zu.
Persönliche Übergabe in Zeiten von Corona wird kleingeschrieben – die Fahrer haben Angst und sind vorsichtig. Abstand oder Social Distancing ist das oberste Gebot. Meine DHL- und UPS-Fahrer haben mir erklärt, dass sie sich die Unterschriften der Kunden sparen, um den notwendigen Abstand zu wahren. So verzichten die Logistik-Unternehmen auf eine Quittierung und rufen uns Kunden auf, eine Erlaubnis zu erteilen, die Pakete am Wunschort ablegen zu dürfen. Das ist bei mir der Fall, leider schafft es der Götterbote nicht immer, die Pakete dort abzulegen, wohin sie gehören, von DPD will ich ganz schweigen.
Fehlanzeige in Maisach.
Ich frage bei DHL nach: So kündigte DHL im Netz an, dass bei der Annahme von Paketen keine Unterschrift mehr nötig ist. Das Risiko, das Virus über den Stift oder den Scanner zu verteilen, will man nicht mehr eingehen. Dies bestätigen mir auch meine DHL-Paketboten. Stattdessen unterschreiben die Paketzusteller selbst auf ihrem Scanner-Gerät, sobald das Paket an mich ausgeliefert wurde, um den nachvollziehbaren Versandweg beizubehalten. Wäre ich als Empfänger mit dieser Methode nicht einverstanden, kann das Paket an eine Station geliefert werden oder an dem Ursprung zurückgeschickt werden. Naja, soviel Paketstationen im Dorf gibt es nicht. Natürlich bin ich einverstanden und danke meinen Helden der Logistik für ihre Arbeit für uns alle. Und ein Lächeln muss sein, oder?