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Vielen Dank Steve Jobs (1955-2011)

6. Oktober 2011

Ja, heute ist für mich ein persönlicher Trauertag. Der Tod von Steve Jobs berührt mich, er berührt mich sehr. Die Ideen dieses Mannes haben mich geprägt, mich beeinflusst und sein Tod trifft mich als ob ich eine vertraute Person aus meinem Umfeld verloren habe. Steve Jobs und die Produkte seiner Firmen waren stets um mich. Kaum ein Tag verging an dem ich nicht ein Produkt aus Cupertino nutze.

Ich pilgerte jahrelang zu den Keynotes nach San Francisco und traf gleichgesinnte Jünger im Ballroom des Moscowne-Center. Wir wollten Steve Jobs erleben und wir haben ihn erlebt. Es war wie eine Mischung aus Konzert und Gottesdienst. Dabei ging es doch schlicht nur um die Vorstellung von IT-Produkten. Doch diese Produkte wurden von Steve Jobs in einer fantastischen Art präsentiert. Wir fieberten auf „one more thing“. Wenn er da in schwarzen Rollkragenpulli, Jeans und Sneakers stand, war er mehr als ein Firmenchef. Er war ein Symbol für Aufbruch für uns alle. Ich war bei der Einführung vieler revolutionärer Produkte dabei und durfte sogar einmal ein kurzes Interview mit Jobs führen.

Ich wollte nie für Jobs arbeiten: Mit einem Genie zu arbeiten ist schwer und wenn ich die Berichte ehemaliger Mitarbeiter über his Steveness lese, tat ich wohl gut daran. Er war wohl lange Zeit ein sehr schwer zu ertragener Mensch. Es herrschte auf dem Campus in Cupertino eine gewisse Anspannung, wenn der Chef mal wieder einen seiner Tage hatte. Ich hatte es einmal miterlebt.

Der Name Steve Jobs war immer für eine Auseinandersetzung unter Kollegen gut – er polarisierte. Er trennte die Welt in Apple und den Rest. Aber es ist klar: Steve Jobs war ein Genie und ein großer Visionär. Er hat mit Apple die Computerindustrie und mit Pixar die Filmindustrie auf den Kopf gestellt. Er hat die Musikindustrie komplett verändert und er hat gezeigt, wie man ein Handy bedienen kann. Seine Art und seine Ideen inspirierten mich, motivierten mich und ja, sie prägten mich zutiefst. Es gab wenig wirkliche Persönlichkeiten in diesem Business, das sonst von langweiligen Excelfanatikern beherrscht wird. Und nun ist der Tag da, der sich lange ankündigte. Jetzt ist einer der ganz großen Helden von uns gegangen.

Ich erinnere mich noch sehr gut, als ich zum ersten Mal im Rahmen der Think different Kampagne vom Apple Manifest „to the crazy ones“ hörte. Noch immer läuft es mir kalt den Rücken herunter, wenn ich mir den Spot anschaue oder das Plakat von damals heraussuche und die Stimme in meinen Kopf höre „to the crazy ones“. Ob ich ein Kreativer oder einer von den benannten Verrückten war, weiß ich nicht. Aber ich fühlte mich in einer Welt von Windows angesprochen. Wir von der Apple-Community, die installed base – wir rückten zusammen und die Integrationsfigur war Steve Jobs. Das war zu einer Zeit als Apple noch Apple Computer Inc. hieß und keine Consumer-Electronic-Company war. Es waren die Zeiten als ich für ein paar D-Mark Apple Aktien kaufen konnte und keiner mehr an die Regenbogenmarke glaubte.

Dann kam der iCEO und er schaffte es, dass Ruder herumzureißen. iMac und später iTunes, iPod, iPhone, iPad. Was wäre nicht alles noch gekommen, wenn dieses Genie nicht gestorben wäre? Menschen, gehen in die Geschichte ein, weil sie diese einmal verändert haben. Steve Jobs hat die Geschichte mehrmals verändert. Zusammen mit Steve Wozniak gründete er Apple in der Garage seiner Eltern. Die Ideen von Wozniak und das Marketingtalent von Jobs führten zur Einführung des ersten Personal Computers. Der Mac war 1984 eine Revolution: Ein Computer mit grafischer Oberfläche mit einer Maus. Der iPod löste den Walkman ab und wurde berühmter. Jobs veränderte dann wieder die Welt mit der Einführung des iPhones. Apple erfand das Telefon neu. Apple bereite den Weg für Tablets. Mit iTunes lehrte er uns, was es heißt, eine Plattform zu betreiben. Steve Jobs hat Nicholas Negroponte und sein Buch „Total digital“ genau studiert und umgesetzt. Mit Pixar aus der Scheidungsmasse von George Lucas revolutionierte er die Filmindustrie. „Toy Story“ trieb mir die Tränen in die Augen. War denn so etwas möglich – ein kompletter Spielfilm aus dem Computer? Ich pilgerte jahrelang zu Siggraph und traf die Kreativen von Pixar. John Lasseter in Hawaii-Hemd lobte die Kraft seines Unternehmenschefs und ich glaube ihm. Und ich hörte mal, dass es für Steve Jobs eines Herzenssache gewesen sei, die Beatles im iTunes Store zu haben. Auch das glaube ich.

Nun ist Steve Jobs verstorben. Was bleibt zurück? Mit Apple und Pixar zwei wunderbare Unternehmen, die hervorragend aufgestellt sind. Bitte behaltet den innovativen Geist von Steve Jobs bei. Bitte entwickelt euch weiter, aber vergesst nicht, woher ihr kommt. Auf der Apple-Website steht heute zu lesen: „Apple hat ein visionäres und kreatives Genie verloren, und die Welt hat einen fantastischen Menschen verloren. Jene von uns, die das Glück hatten Steve zu kennen und mit ihm arbeiten zu können, haben einen engen Freund und inspirierenden Mentor verloren. Steve hinterlässt eine Firma, wie nur er sie aufbauen konnte, und sein Geist wird immer die Grundlage von Apple bleiben.“

Steve Jobs war sterbenskrank. Seine Milliarden auf dem Konto konnten den Tod nicht besiegen, vielleicht nur sein Sterben herauszögern. Ich hoffe, Steve Jobs hat seinen Frieden mit seiner Familie und sich selbst gemacht und konnte in der Stunde seines Todes zufrieden zurückblicken. Seine Stanford-Rede wird uns alle in Erinnerung und als Mahnung bleiben: Stay hungry, stay foolish. Nothing more: Stay hungry, stay foolish. Vielen Dank Steve Jobs.

Studie: Mehr Social Media, mehr Android, mehr mobiles Internet

14. September 2011

Ich hör schon wieder das Geschrei der Kollegen, wenn ich sie auf die neue TOMORROW FOCUS Media-Studie aufmerksam mache. Die neueste Erhebung zeigt, dass Android Apple iOS überholt hat und jetzt das am häufigsten genutzte Betriebssystem in Deutschland ist. Apple muss seine Vorherrschaft im Smartphone-Bereich erstmals abgeben. Während die Nutzung von Apple iOS als Betriebssystem bei 25,8 Prozent stagniert, stieg die Nutzung von Android im Vergleich zur letzten Erhebungswelle im April 2011 von 24,4 Prozent auf 31,2 Prozent an. Android ist damit das am häufigsten genutzte Betriebssystem Deutschlands.
Obwohl die Konkurrenz zwischen iOS und Android zum Glaubenskampf hochstilisiert wird, wird die ganze Sache nicht so heiß gegessen, wie sie gekocht wird. In Handy-Läden habe ich folgende Beobachtung gemacht: Die Leute kommen und wollen ein iPhone. Dann hören sie den Preis und das Gejammere geht los. Der Verkäufer schlägt ein billiges Android-Handy vor und – zack – das wird dann gekauft. Die Rolle, ob Apple-Politik und iTunes-Zwang spielt dabei keine Rolle. Hervorragende Android-Apps lassen sich übrigens auf der Plattform SmartAppFinder laden. Anders als im Market werden hier eine Qualitäts-Apps aufgenommen. Anschauen und selbst beurteilen.

TOMORROW FOCUS Media befragte 5.622 Personen im TOMORROW FOCUS Media Netzwerk zur mobilen Internetnutzung und kam zum Ergebnis: Mobiles Surfen nimmt weiter zu. Das mobile Internet setzt sich in Deutschland immer mehr durch. Mittlerweile sind knapp 35 Prozent der Deutschen mobil im Internet. Gleichzeitig ist der mobile Internetmarkt noch lange nicht gesättigt. Über 40 Prozent der Befragten planen die Nutzung des mobilen Internets in 2011. Während über die Hälfte der Deutschen bereits ein Smartphone besitzen, gewinnen auch Tablet PCs zunehmend an Bedeutung. Momentan nutzen 15 Prozent der Befragten ein iPad oder ein anderes Tablet. Ein Drittel der Befragten denkt zudem darüber nach, noch im kommenden Jahr ein Tablet  anzuschaffen.

Auch interessant: Social Media & kostenlose Apps gewinnen weiter an Bedeutung. 42,4 Prozent der Befragten nutzen mindestens täglich Communities und Social Media-Plattformen  über ihr Smartphone. Im Vergleich zu Januar ist dies eine Steigerung von knapp zehn Prozent. Auch die Bedeutung von mobilen Apps nimmt weiter zu. So gaben über drei Viertel der Befragten an, Apps gelegentlich oder regelmäßig zu nutzen. Gleichzeitig ist die Zahlungsbereitschaft für mobile Apps im vergangenen Jahr gesunken.  Waren 2010 noch 35 Prozent der Befragten bereit für eine App zu zahlen, sind es heute nur noch 26,7 Prozent.

Besuch bei manomama – Interview mit Sina Trinkwalder

12. September 2011

Hier ein kleines Interview, dass ich mit Twitter-Star Sina Trinkwalder alias @manomama geführt habe. Ich fragte sie nach Pläne, den bevorstehenden Umzug, die Nutzung von Facebook und Google + und dem Ausscheiden von Steve Jobs als Apple-CEO. Viel Spaß beim Schauen.

Prototyp von iPad 3 aufgetaucht

27. August 2011
Prototyp von iPad 3 aufgetaucht

Prototyp von iPad 3 aufgetaucht

Mein Sohn ist durch Zufall an das iPad 3 herangekommen. Bei einem Besuch des örtlichen Zeitschriftenladen entdeckte er die Micky Maus und kombinierte schnell: Steve Jobs war Chef bei Apple, aber er sitzt auch im Board von Disney. Und zum Disney-Konzern gehört die Micky Maus. Und hier testet Steve Jobs den Prototypen seines neuen iPad 3. Das Device lag dem Heft bei und damit werden wohl neue Zielgruppen für das iPad getestet. Wie es heißt, soll das iPad 3 irrtümlich ausgeliefert worden sein. Steve Jobs soll toben.

Interessant, dass das Gerät nun doch wieder über einen Stift als Eingabemedium verfügt. Touch wird aber wohl weiter funktionieren. Die uns vorliegende Ausgabe ist mit einem neuen iOS ausgestattet. Die installierten Apps drehen sich ausschließlich um kriminalistische Spurensicherung und Verbrecherjagd. Als Mail-Programm verwendet Apple scheinbar eine modifizierte Version des alten MS-Entourage in violett. Das vorliegende Gerät ist nur WLAN-fähig, eine UMTS-Version kann es aber auch geben. Auch interessant, eine Frontkamera gibt es nicht mehr.

Die Zukunft der Marke Apple

26. August 2011

Dieser Beitrag erschien in der Online-Ausgabe der wuv. Ich wurde als ehemaliger Chefredakteur der MACup gefragt, wie sich die Marke Apple künftig entwickeln wird. Das Original gibt es hier zu lesen.

„Apple als Unternehmen ist hervorragend aufgestellt und ich bin mir sicher, dass das Apple-Management diesen Tag gut vorbereitet hat: Wir stehen vor dem neuen iPhone, das iPad 3 läuft langsam an und die Gerüchteküche über ein neues revolutionierendes Apple-Produkt brodelt bereits. Tim Cook ist nicht Steve Jobs und das ist gut so. Damit wird sich die Marke Apple verändern. Think different gehört damit endgültig der Vergangenheit an. Die Installed base der Apple-Jünger ist größer geworden. Die Marke Apple ist heute voll in der Welt der Consumer Electronics angekommen. Der Heilsbringer Jobs geht, bleibt Apple aber als Ratgeber (noch) erhalten. Vielleicht bekommt der andere Steve, Steve Wozniak, wieder eine stärkere Rolle als Apple-Botschafter. Das Apple-Management ist gut aufgestellt: Sir Jonathan, Phil Schiller, Peter Oppenheimer und andere – die haben es im Kreuz, dass die Marke Apple keinen Schaden nimmt.

Die andere Jobs-Firma hat den Übergang still und leise geschafft. Der Übergang bei Pixar ist gelaufen. Steve ist zwar Chef, doch John Lasseter zeigt uns im Kino, wo es mit Animation lang geht. Dies wird auch bei Apple der Fall sein, mögen die alten Fans noch so schreien.

Für die Medien tut es mir leid. Es war so schön einfach, das Unternehmen Apple nur auf eine Person zu reduzieren. Das wird unter Cook nicht der Fall sein. Jetzt ist eine differenzierte Betrachtungsweise durch die Medien gefordert.“

Brief von Steve Jobs

25. August 2011
Steve Jobs ist als CEO von Apple zurückgetreten. Hier die offizielle Übersetzung seines Briefes an Apple und die Apple-Community, freundlicherweise von Apple Deutschland zur Verfügung gestellt. 
 
An den Apple-Aufsichtsrat und die Apple-Gemeinschaft:
 
Ich habe immer gesagt, dass wenn jemals der Tag kommen sollte, an dem ich nicht länger meine Aufgaben und Erwartungen als CEO von Apple erfüllen kann, ich der erste wäre, der Euch das wissen lässt. Leider ist dieser Tag gekommen.
 
Ich trete hiermit als CEO von Apple zurück. Ich möchte, so der Aufsichtsrat dies für möglich hält, als Vorsitzender des Aufsichtsrats, als Aufsichtsratsmitglied und Mitarbeiter von Apple behilflich sein.
 
Was meinen Nachfolger angeht, empfehle ich mit Nachdruck, dass wir unseren Nachfolgeplan erfüllen und Tim Cook zum CEO von Apple ernennen.
 
Ich glaube, dass die besten und innovativsten Tage noch vor Apple liegen. Und ich freue mich darauf, den Erfolg von Apple in einer neuen Rolle zu sehen und dazu beizutragen.
 
Ich habe bei Apple einige der besten Freunde in meinem Leben gefunden und ich danke Euch allen für die vielen Jahre, die ich neben Euch arbeiten konnte.
 
Steve

Vorteile des Cloud Computing

3. August 2011

Eine Studie der GfK Custom Research bringt die Vorteile des Cloud Computing. Allgemein erweisen sich Datensicherheit und die Möglichkeit von verschiedenen Standorten auf die Daten zuzugreifen als wichtigste Vorzüge. Knapp die Hälfte der befragten IT-Entscheider der jüngsten Studie von GfK Custom Research zählt das Thema Datensicherheit, das heißt der Schutz der Daten vor unerlaubten Zugriff oder vor Diebstahl, zu den drei wichtigsten Argumenten für die Nutzung von Cloud Computing. Während in der Vergangenheit die Datensicherheit als einer der wichtigsten Vorbehalte gegenüber der Auslagerung von Daten angeführt wurde, gilt sie heute für viele als einer der wesentlichsten Vorteile. Für ein weiteres Drittel gehört der Datenzugriff von überall her zu den wichtigsten Gründen, warum sich das eigene Unternehmen für das Thema interessiert.

Für die Analyse führte GfK Custom Research im Juni 2011 Experteninterviews mit 1.800 IT-Entscheidern in Brasilien, China, Deutschland, Großbritannien, Indien und den USA durch.

In Deutschland sind Datenzugriff, Datensicherheit und Datenzuverlässigkeit aus Sicht der IT-Verantwortlichen die wichtigsten Argumente für die Nutzung von Cloud Computing.

Obgleich oftmals als Vorteil gesehen, gibt Datensicherheit zur selben Zeit Anlass zu Bedenken gegenüber Cloud Computing. Als echtes Markthemmnis kann es allerdings nur in Deutschland gewertet werden, wo fast zwei Drittel der Befragten diesbezügliche Befürchtungen äußern.

Auch das Thema Kosten wird ambivalent beurteilt. Obwohl es offensichtlich erscheinen mag, dass Cloud Computing eine Möglichkeit darstellt, um die IT-Ausgaben eines Unternehmens zu senken, beurteilen viele der Befragten die anfallenden Kosten als einen der wesentlichen Vorbehalte. Neben den Aufwendungen für die Umstellung, die für ein Drittel zu den drei größten Vorbehalten gegenüber Cloud Computing zählen, werden in noch stärkerem Maße die Kosten für den laufenden Betrieb angeführt. Insgesamt 42 Prozent führen dies als eines ihrer größten Bedenken an. Gleichzeitig gelten die potenziellen Einsparungen durch Cloud Computing auch nicht als wesentlicher Positivfaktor. Das Thema Kosten entpuppt sich somit mehr als Hemmnis, denn als Türöffner für die Anbieter.

Weitere Negativfaktoren sind der Studie die Ängste vor möglichen Ausfallzeiten sowie Befürchtungen hinsichtlich einer zu starken Abhängigkeit von dem Cloud Computing-Dienstleister.

In den untersuchten Ländern zählen Amazon, Apple, Google und Microsoft zu den bekanntesten Anbietern für Cloud Computing. In China und Indien genießen zudem die Soft- und Hardware-Anbieter IBM und Oracle einen hohen Bekanntheitsgrad. Hingegen nennen die Befragten in Brasilien fast nur Google und Microsoft.

Hohe Bekanntheit ist allerdings keine Garantie dafür, auch als Anbieter gewählt zu werden. Was für die Auftraggeber vor allem zählt, ist das Vertrauen in den Dienstleister, der die Daten speichern und verarbeiten soll. Die Studie zeigt, dass die Entscheider in den Schwellenländern deutlich mehr Vertrauen in die weltweiten Anbieter haben, als die Befragten in den westlichen Ländern. Dies ist ein weiteres Indiz für das große Potenzial von Cloud Computing in den aufstrebenden Nationen, während die Unternehmen in Europa und den USA noch etwas zögerlicher agieren.

Das größte Vertrauen als Anbieter genießt unter den IT-Entscheidern Microsoft mit 66 Prozent, knapp gefolgt von IBM (63 Prozent)und Google (58 Prozent). Gegenüber führenden Netzbetreibern kann dieses Trio mit einem erheblichen Abstand in den Vertrauenswerten punkten. Nur in Deutschland haben die IT-Verantwortlichen eine andere Einschätzung. Hierzulande erfreuen sich IBM und die Deutsche Telekom deutlich höherer Vertrauenswerte als Microsoft und Google.

Apple-Marketing im Wandel

29. Juli 2011

Wir Apple-Jünger haben schon einen Schlag. Seit Jahren halte ich dem Unternehmen die Treue und freue mich auf die Entwicklung meiner Apple-Aktien. Ich erinnere mich noch alte Zeiten, als wir eine kleine verschworene Gemeinschaft waren. Die Älteren unter uns tun sich damit schwer, dass Apple heute eine fette Consumer Electronics Company ist und von jedermann eingesetzt wird. Die alte Think-different-Kampagne war dann doch eher auf Jünger ausgelegt. Wir Apple-Fans waren die größten Kritiker des Unternehmens, aber wir durften das, denn wir gehörten ja zur Installed Base. Aber wehe, es kam so ein Windows-User daher und kritisierte die Apfel-Firma, dann standen wir zusammen. Im Grunde ist es so wie bei der katholischen Kirche. Dort ist der Papst nicht unumstritten, kommt aber ein Außenstehender daher, dann stehen die katholischen Christen zusammen. Egal, Apple ist keine Kirche, aber das Marketing zu dieser Zeit war genial.

Und das Marketing hat sich geändert. Von „Think different“ zu zu einer neuen Form des viralen Marketings. Ich habe hier Videos zusammengestellt von uns Apple-Spinnern. Die ersten stammen von Trevor. Der junge Bursche kommt in die Retail Stores und schaltet die iSight-Kameras ein. Dann tanzt der junge Mann und die Store-Mitarbeiter gehen ihren gewohnten Arbeitsalltag nach als sei nichts gewesen. Mann ist das cool. Mann ist der cool. Was würde passieren, wenn ich so etwas in einem Sony Store machen würde?

Und dann haben wir beispielsweise noch den Irren Mark Malkoff. Er testet aus, wie weit er im Apple Store gehen kann. Er macht ein romantisches Abendessen im Store, lässt sich eine Pizza in den Store liefern, kommt als Darth Vader und will sein iPhone (meine Lieblingsszene) reparieren lassen und bringt sogar eine Ziege mit. Und die Apple-Mitarbeiter? Sie nehmen die Sache cool. Sie wissen genau: Diese Botschaften verbreiten sich viral. Andere Besucher filmen das Ergebnis, twittern, facebooken usw. Ja so funktioniert heute Marketing. Nicht doofe Anzeigen in doofen Magazinen schalten, sondern Empfehlungsmarketing pur. Apple, wir können  immer wieder von dir lernen.

Mac OS Lion in der Praxis: Multi Touch Gesten

25. Juli 2011

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Das bemerkte ich als ich Mac OS Lion aus dem App Store installierte und zum ersten Mal startete. Ich kam nicht zurecht. Nein, es lag an keiner neuartigen Oberfläche, sondern es lang an den Multi Touch Gesten. Das neue Apple OS setzt auf natürliche Gesten und genau damit habe ich ein Problem. Ich werd verrückt. Die Scroll-Richtung ist standardmäßig auf natürlich eingestellt und das bring mich zur Verzweiflung. Beim Nachdenken ist es logisch, aber ich schaffe es einfach nicht. Bevor ich also am Ende in der Klapse lande änderte ich in den Systemsteuerungen die Einstellungen für das Trackpad unter dem Reiter „Scrollen und Zoomen“. Ich nahm den Haken bei Scroll-Richtung „Natürlich“ raus und die Welt war wieder in Ordnung – vorerst.

Bei einem Apple-Briefing für Pressemenschen erfuhr ich von Kollegen, dass es ihnen ebenso ging. Viele nahmen den Haken raus. Der eigens aus Cupertino angereiste Apple-Instrukteur ging mit uns ins Gericht. Apple habe die Gestensteuerung des iPads auf das OS übertragen. Das bedeutet: Will ich auf einer Seite nach unten gelangen – ich schreibe jetzt absichtlich nicht scrollen – dann muss ich die Seite nach oben schieben. Ganz wie bei einem Blatt Papier – oder eben wie beim iPad. Aber mein Kopf macht da nicht mit. Ich bin noch so in der alten Welt des Scrollens verhaftet. Wenn ich damals auf einer Seite nach unten wollte, musste ich den Scroll-Balken anfassen und nach unten schieben. Aber wenn Apple es sagt, dann stell ich eben die Scroll-Richtung wieder auf „natürlich“:

Ups, da fällt mir eine optische Kleinigkeit bei Lion auf. Es gibt keinen direkten Scroll-Balken mehr. Wenn ich via Muli Touch Gesten auf einer Website nach unten gelange, dann tauchen die Scroll-Balken wieder auf. Das ist irgendwie eine Revolution, denn die Maus wird mehr und mehr überflüssig und die Anschaffung des Magic Track Pads für den Mac hat sich schon wieder gelohnt.

Ungewohnt aber spätestens nach dem zweiten Tag unentbehrlich ist das Zoomen von Bildern durch das Antippen des Trackpads mit zwei Fingern. Das Drehen von Bildern mit zwei Fingern in der Vorschau klappt auch gut, wobei ich nicht weiß, wann ich es einsetzen soll. Das Ein- und Auszoomen mit zwei Fingern bei Bilder ist super und brauch ich sofort, um Gesichter auf Bildern besser zu erkennen.

Ein Hammer-Features ist das Wischen mit zwei oder drei Fingern. Bei Surfen mit einem deutlich schnelleren Safari kann ich zwischen den Websites blättern oder in den Vollbildmodus wechseln. Gefällt mir.

Etwas erschrocken bin ich, als ich mit drei Fingern aufwärts wischte. Dann startet Mission Control, das ich für ein cooles Features nach all den Gefummel von Spaces und Exposé halte. Launchpad (mit Daumen und drei Fingern verkleinern) brauche ich in der Regel nicht, denn ich starte meine Software nicht durch das Klicken auf das Programm Icon, sondern über Dateien mit Klicken und ctrl-Tase. Aber das ist sicher Gewöhnungssache.

Zusammengefasst: Ich mag die Multi Touch Gesten bei Lion. Hier hat Apple wieder einen guten Job gemacht und wenn ich wieder aus der Klapse bin, schreibe ich mehr.

Social Media: Forderungen um Google +

18. Juli 2011

Ich habe mir jetzt ein wenig Zeit gelassen und ausführlich Google + ausprobiert. Und für mich steht fest: Die Kuh fliegt und anders als das Nerdtool Wave ist Google + etwas für the rest of us. Die Sache mit den Kreisen bringt eine neue Bedeutung in mein Leben nach dem Motto „Störe meine Kreise nicht“ oder da bekommt die Aussage: „In welchen Kreisen man verkehrt“ einen ganz neuen Drive. Klar, die ganze Sache ist noch Beta, aber Google + hat das Zeug zum ganz großen Ding. Die User-Zahlen beweisen es: Es gibt eine Alternative zu Facebook.

Richtig bewusst wurde es mir am Wochenende als in den Netzen über die Tätigkeit diskutiert wurde. Nutze ich Facebook dann facebooke ich. Aber was mache ich, wenn ich Google + nutze? Googlen? Wohl eher nicht. Wenn aber im Netz darüber diskutiert wird, dann ist Google + bei den Usern und im Wortschatz der User angekommen. Und dies bereits nach zwei, drei Wochen.

Als Mac-User hab ich derzeit nur ein Problem: Die App von Google + für mein iPhone und mein iPad liegt noch bei Apple zur Freigabe – und schon ganz zwei Wochen. Hab ich da vielleicht den Verdacht, Apple hat kein großes Interesse an einer App von Google +? Also Steve, gib endlich das Ding frei, denn wir User wollen es. Die Idee von Ping war ja ganz nett, aber eben kein soziales Netzwerk. Und iOS 5 soll ja Twitter besser integrieren, was grundsätzlich positiv ist. Dennoch: Die Zukunft gehört Google +.

Aber nicht nur Apple ziert sich ein wenig. Mein neues Tool für Soziale Netzwerke ist Hootsuite. Ich halte es für mich als Normale als bestes Werkzeug für meine Arbeit. Allerdings fehlt da auch noch eine Google + Integration, wie mein werter Kollege Thomas richtig bemerkt hatte. Und ich will auch einen Twitter-Hashtag für Google + so wie #fb.

Ach ja, da gibt es auch noch Microsoft. Zufällig kam heraus, dass Redmond auch an einem Sozialen Netzwerk arbeitet – zu spät, wie ich finde. Das Ding heißt Tulalip. Es war ein Hinweis darauf kurzzeitig online. Das Tool soll helfen „zu finden was man sucht und dieses mit anderen zu teilen“. Die Idee war unter socl.com kurzzeitig zu sehen, ist aber inzwischen vom Netz genommen mit dem Verweis, dass es nur ein internes Projekt von Microsoft war.

Microsoft arbeitet auch an einem Sozialen Netzwerk.

Microsoft arbeitet auch an einem Sozialen Netzwerk.

 

Update (19.07.2011): Google + ist im App Store für das iPhone. Der Link hier.