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Buchtipp: Business-Knigge: Die besten Tipps für stilsicheres Auftreten von Kai Oppel

26. Dezember 2011

Ich stieß auf den Business-Knigge: Die besten Tipps für stilsicheres Auftreten durch eine Amazon-Empfehlung und besorgte mir die Kindle-Version. Nach der Lektüre bin ich zwiegespalten. Ich habe mich über oberlehrerhafte Tipps geärgert und ich habe dem Autor Kai Oppel immer wieder zugestimmt. Ich weiß nicht genau, was ich von den Buch mit seinen Ratschlägen halten soll? Vielleicht liegt es daran, dass mich meine Eltern gut erzogen haben und ich die meisten der vorgeschlagenen Ratschläge wusste, viele davon befolge. Aber wenn ich alle Regeln dieses Business-Knigges befolgen würde, wäre das Geschäftsleben total öde und steif. So manches Mal kam ich mir beim Lesen in die miefigen 50er Jahre versetzt.

Meine Eltern bekamen zur Hochzeit einen Ratgeber „1×1 des guten Tons“ geschenkt. Und viele Tipps des aktuellen Knigge-Buches aus dem Jahre 2007 kommen mir übernommen vor, aber nicht an die aktuelle Zeit angepasst. Wenn es mehr Leben und etwas mehr Spaß in der Geschäftswelt geben würde, dann müssten nicht alle herumlaufen, wie Banker und Versicherungstypen (und wir wissen ja, wie letztere Klientel die Sau rauslässt, wenn sie sich unbeobachtet fühlen).

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass dieses Buch wohl eher für die klassische Finanz- und Verwaltungsbranche geschrieben ist. Ich kenne genug andere Branchen, in denen es lockerer und farbenfroher zugeht und wo so ein Buch mit diesen Tipps nur Kopfschütteln hervorbringen würde. Nein, die Welt ist bunter und das ist gut so.

Aber dennoch empfehle ich das Buch Business-Knigge: Die besten Tipps für stilsicheres Auftreten, dass manches Mal deutlich ausführlicher sein könnte. Gerade vielen jungen Kollegen könnten sich ein paar Tipps abschauen, sei es in Modefragen (Tennissocken oder Flip-Flops im Geschäftsalltag), sei es vor allem im Umgang im ÖPNV und Tischsitten. Etwas mehr Stil könnte der Umgang mit Kollegen manchmal schon vertragen. Auch eine Einschränkung: Dieses Buch ist nur für den Umgang in Deutschland mit Deutschen geeignet. In Zeiten der interkulturellen Kommunikation gehört der Knigge dann doch ins 18. Jahrhundert der Nationalstaaten.

Das Problem mit Amazon Fire

29. September 2011

Amazon bringt den eBook-Markt mit der Veröffentlichung von neuen Readern weiter in Schwung. Während in Deutschland ein Light-Reader für 100 Euro veröffentlicht wurde, tritt Amazon in den USA gegen den Konkurrenten Apple an. Das Flaggschiff nennt sich Fire und ist nur in den USA erhältlich.

Fire wird in den Medien als iPad-Killer bezeichnet. Klingt gut, aber trifft die Sache nicht so richtig: Zu wenig Speicher, keine 3G-Variante, keine Kamera, Content nur aus dem Amazon-Store und als OS ein geschlossenes Android-System mit Anschluss an den Amazon Market. Dennoch das Teil kostet nur 200 US-Dollar und das ist schon eine Ansage. Cool ist die Anbindung an die Amazon Cloud, das wird Apple mit iCloud in wenigen Tagen auch bringen. Also der Weg in die Cloud ist klar vorgezeichnet. Die anderen Specs sind: 7-Zoll-Multitouch-IPS-Display (1.024 x 600 Pixel), Dual-Core-Prozessor, 8 GByte interner Flash-Speicher, WLAN nach 802.11b/g/n, Micro-USB- und Kopfhöreranschluss und 8 Stunden Akkulaufzeit.

Das Teil sieht richtig fett aus. Bei uns wird die Sache nicht laufen, weil der Videocontent derzeit nicht im deutschen Amazon-Store vorhanden ist. Aber Amazon hat den richtigen Schritt gemacht, eBooks unter das Volk zu bringen. Zudem stehen Amazon-Prime-Kunden 11.000 Filme und Serienfolgen kostenlos zur Verfügung aber nur in den USA.

Amazon senkt für Werbezwecke zeitweise im Oktober die eBook-Preise in UK. Für den User ist das eine feine Sache, für den Erzeuger ist eine Frechheit. Mit den Deals of the day verdienen die Entwickler von Apps und Büchern nichts mehr, wenn Amazon sie zu Schleuderpreisen anbietet. Aber die Entwickler sind ja nur brave Lämmer mit denen man so was machen kann. Die deutschen Entwickler sind sowieso die Gelackmeierten.  Mit Bestürzung haben deutsche Android-Entwickler auf die Entscheidung von Amazon reagiert, keine neuen Android-Apps aus Deutschland in den Amazon Appstore einzustellen. „Das ist ein schwerer Rückschlag für die deutsche Android-Community“, so Thomas Eisenbarth, Geschäftsführer der deutschen Android-Plattform SmartAppFinder. „Wir bieten mit SmartAppFinder deutschen Entwicklern die Chance, ihre Apps weiterhin weltweit zu vertreiben und von den zahlreichen Vorteilen unserer Plattform zu profitieren.“ Amazon hatte unlängst die deutsche Community informiert aufgrund eines Rechtsstreits mit Apple derzeit keine Apps aus Deutschland mehr aufzunehmen.

Star Wars auf Blu ray – Marketingtrubel nimmt zu

8. August 2011

Der Trubel um die Veröffentlichung der Star Wars-Blu rays nimmt langsam an Lautstärke zu. Am 16. September ist es endlich soweit. Amazon und Co nehmen schon die Vorbestellungen für Star Wars: The Complete Saga I-VI entgegen. Auch ich bin dabei und habe dann nach Super 8, Video und DVD auch die Blu rays der wichtigen Sternensaga. Jetzt gilt für die wahren Fans die Zeit des lästigen Wartens zu überbrücken. Der Verleih versorgt uns mit ein wenig Futter, das wie gierig zu uns nehmen.

Da wären beispielsweise die Fan Reaktionen von der Comic Con 2011 Messe, auf der das Erscheinen von Star Wars auf Blu ray angekündigt wurde.

Zudem gibt es eine eigene deutsche Facebook-Fanseite und eine spezielle App für iPhone und iPad. Diese App mit dem schönen Namen „Star Wars Blu-ray – Exklusive Vorschau“ bietet einen umfangreichen Überblick über den Inhalt der Saga und gibt einen ersten Vorgeschmack auf die Blu-ray-Kollektion. Möge die Macht mit euch sein.

Die Star Wars App fürs iPad.

Die Star Wars App fürs iPad.

Buchhändler weiter unter Druck

21. Juli 2011

Die Welt ändert sich. Nach unserer Quelle sterben auch klassische Kaufhäuser – und jetzt sind in den USA die Buchläden an der Reihe, die sich auf das Online-Zeitalter nicht eingestellt haben. Broders hatte bereits im Frühjahr Konkurs angemeldet und soll bis September aufgelöst sein. 11.000 Angestellte verlieren ihren Job, in den rund 400 Geschäften, weil das Management geschlafen und die Herausforderung online nicht erkannt hat. Die Kunden von Borders griffen auf elektronische Lesegeräte zurück oder kauften direkt bei Amazon das klassische Buch. Mal sehen, wie lange es die US-Buchhandelskette Barnes & Noble noch in dieser Form gibt.

Rocl´n Roll bei Barnes & Noble

Rocl´n Roll bei Barnes & Noble

Und Amazon greift weiter an. Ich bin zwar ein iPad-Fan, doch wird über kurz oder lang ein Kindle oder dessen Tablet-Nachfolger zusätzlich bei mir stehen. Jetzt eröffnet Amazon in den USA eine Ausleihmöglichkeit für elektronische Bücher. Zielgruppe sind Schüler und Studenten. Damit kann richtig Geld gespart werden. Ich zahle das Buch nur für die Zeit in der ich es wirklich brauche. Also in der Schule oder Studium für eine gewisse Zeit, wenn das Buch durchgenommen wird oder ich für eine Prüfung lerne. Wenn mir das Buch dann weiterhin gefällt, dann kann ich es ja kaufen.

Buchausleihe bei Amazon

Buchausleihe bei Amazon

Bei Seminaren stelle ich bei uns noch eine gewisse Reserviertheit gegenüber eBooks fest. Das liegt vor allem am Preis und die Buchpreisbindung. Aber auch die Weitergabe von Büchern ist noch ein Problem. Wenn ich ein geschütztes eBook gelesen habe, will ich es meiner Frau zum Lesen geben. Das ist im Moment nicht möglich. Ich hoffe zudem, dass das DRM für Bücher fällt, so wie es bei der Musik gefallen ist.

Defekter Ton bei Herr der Ringe Extended Edition Trilogie auf Blu ray

30. Juni 2011

Was ist denn bloß bei Warner los? Die Gier steht vor Qualität. Ich erhielt endlich nach langer Wartezeit die Langfassung von „Der Herr der Ringe“ auf Blu ray zusammen mit dem Ring als Gimmick. Beim anschließenden TV-Marathon fiel ich dann vom Stuhl bzw. aus dem TV-Sessel. Die Blu ray ist fehlerhaft: Die Tonspur ist im Eimer, der Ton der Filme ist zu tief.

Ich habe den Film bei Amazon erstanden und als ich die Kundenbewertungen einsah, war klar. Das Tonproblem hab nicht nur ich, sondern auch der Rest der deutschen Filmfans. Hersteller Amazon reagierte umgehend und schrieb über Nacht folgende E-Mail an mich und andere Käufer: „Der Hersteller hat uns informiert, dass bei diesem Titel die Tonlage der deutschen Tonspur überprüft wird. Sie werden eine kostenlose Möglichkeit zum Austausch erhalten, falls sich ein Defekt bestätigt. Amazon wird Sie zeitnah über die genauen Details des eventuellen Austausches informieren.“

Warner hat sich bei „Der Herr der Ringe“ auf Blu ray nicht mit Ruhm bekleckert. Nachdem man erst mal die Kunden mit der Kinofassung auf Blu ray gemolken hat, sollte nun eine Referenz-Blu ray erscheinen: Der komplette Herr der Ringe in bester Bild- und Tonqualität. Denkste – Warner hat versagt. Die Gier steht diesem Unternehmen ins Gesicht geschrieben. Ich habe dazu ausführlich Stellung bezogen.

Warner hat Amazon inzwischen geantwortet: „… es haben uns Kundenbeschwerden bezüglich der Tonhöhenunterschiede auf der deutschen Tonspur der aktuellen Veröffentlichung von Der Herr der Ringe Extended Edition Trilogie auf Blu-ray erreicht. Da uns wichtig ist, alle Konsumenten vollständig zufrieden zu stellen, lassen wir derzeit prüfen, was die Ursache für diese Beschwerden sein kann. Sollte sich ein Qualitätsproblem bei der deutschen Tonspur bestätigen, werden wir den Mangel schnellstmöglich beheben und Sie rechtzeitig informieren, ab wann Ersatzware zur Verfügung steht.  Zusätzlich würden in diesem Falle Konsumenten, die mit der Ton-Qualität unzufrieden sind, die Möglichkeit für einen Austausch der entsprechenden Blu-ray Discs erhalten. Sobald wir weitergehende Erkenntnisse zum Thema haben, werden wir Sie selbstverständlich auf dem Laufenden halten.“

Derzeit rate ich jedem ganz klar vor dem Kauf der Blu ray ab.

Update (3. Juli 2011): Inzwischen hat Warner reagiert. Es gibt einen kostenlosen Austausch. Amazon schrieb mir: „Inzwischen hat der Hersteller offiziell eingeräumt, dass ein Tonhöhenunterschied zwischen der deutschen und der englischen Originalfassung besteht. Sollten Sie mit der Ton-Qualität der aktuellen Produktion unzufrieden sein, werden Sie eine kostenlose Möglichkeit zum Austausch der Blu-ray Discs durch den Hersteller erhalten.“

Happy Birthday Columbia recording artist Bob Dylan

24. Mai 2011
Unveröffentliches Dylan-Foto von 1978 im Backstage-Bereich von Nürnberg.

Unveröffentliches Dylan-Foto von 1978 im Backstage-Bereich von Nürnberg.

Heute feiert Bob Dylan seinen 70. Geburtstag. Ich gratuliere von ganzem Herzen. In den vergangenen Tagen ist tonnenweise Material über diesen „Shakespeare des 20. Jahrhunderts“ veröffentlicht worden, viel geistloses Zeug, aber auch so manche Perle. Ich will nicht mit biografischen Daten langweilen, dies lässt sich besser bei Wiki nachlesen. Was bedeutet aber Bob Dylan für mich?

Vielleicht sollten wir dabei erst einmal über Masken reden, denn die wahre Person Dylan kenne ich nicht. Ich kenne nur die vielen Masken, die der Barde ständig wechselt. Ich kam mit Dylan Mitte der achtziger Jahre in Verbindung, als ich bei meinem örtlichen Schallplattenladen Sound die Scheibe Empire Burlesque (1985) in die Finger bekam. Absolut modern produziert, doch es war anders als die Sachen, die sonst populär waren. Diese Stimme war anders. Ich habe bis dato kaum Country oder Blues gehört und war an das Timbre nicht gewohnt. Es faszinierte mich, die Art und Weise wie Wörter betont oder herausgebellt wurden. Ich höre zu und ich war angetan: Hier hatte jemand etwas zu sagen. Das letzte Lied der zweiten Seite war Dark Eyes. Hier knöpfte Dylan an die Tradition des Folkie Dylan an. Davon wollte ich mehr. Und so kaufte ich Dylan Aufnahmen aus all den Jahren. Ich las über die sechziger Jahre, die Folk-Bewegung und auf einem Flohmarkt bekam ich zwei Bootlegs in die Finger: Das Judas-Teil und Newport 1965 – zwei absolute Glückstreffer. Von diesem Moment an, war es um mich geschehen. Ich wollte für mich dem Phänomen Dylan auf die Spur kommen. Darüber bin ich heute hinweg. Ich kaufe nach wie vor die Aufnahmen und freue mich, dass der Meister in Würde alt geworden ist. Privat ist Dylan wohl eher schwierig, aber ich muss ihn ja nicht ertragen. Mir reichen seine Musik und seine Filme.

Ich kann viele, sehr viele seiner Sachen auswendig. Ich habe viele Konzerte gesehen und habe alle regulären Alben zu Hause. Zudem Hunderte von Bootlegs, bei dem ich dieses Konzert mit jenem verglichen habe. Doch was ist die beste Dylan-Platte? Ich denke, die gibt es nicht. Es gibt wahnsinnig starke, starke und durchschnittliche. Ja, natürlich gibt es auch ein paar weniger gute (schlechte werde ich nicht sagen). Ich glaube, die Frage nach der besten Dylan-Scheibe ist falsch gestellt. Was ist der Dylan für welche Stimmung? Und hier hat Dylan viele Masken zu bieten: Protest, Liebeslied, Rock, Ballade, Lagerfeuer, Kirche, Highway, Spieler – im Moment bin ich in der Las Vegas-Stimmung von at Budokan, zeitweise aber auch bei den neuveröffentlichen Mono-Aufnahmen von Highway und Blonde on Blonde und – steinigt mich bitte – in die Born Again-Aufnahme des Toronto-Konzerts 1980. Nur die Weihnachtsplatte höre ich bei den sommerlichen Temperaturen derzeit nicht.

Früher habe ich viel Geld für Bootlegs des Song and Dance-Mans ausgegeben. Das hat auch ein Ende. So dann und wann erstehe ich noch eine Aufnahme. Aber ich suche noch die Zeppelinfeld-Aufnahme von 1978 als Dylan das erste Mal deutschen Boden betrat und der Jude Zimmerman auf dem ehemaligen Reichparteitagsgelände in Nürnberg spielte.

Die Dylan-Konzerte, die ich besuchte, waren ein Erlebnis. Mein erstes war mit Tom Petty und seinen Heartbreakern. Rock´n Roll pur, aber Dylan in einer persönlich schwierigen Phase. Dann ein Konzert im Zirkus Krone mit einem stark alkoholisierten Meister. Mit meiner Frau besuchte in ein zauberhaftes, völlig verregnetes Konzert in Bad Reichenhall bei dem Dylan Humor bewies. Gerade als ein Wolkenbruch einsetze, brach er ein Lied ab und stimmte Hard Rain an. Die Band musste schauen, wo sie bliebt, wenn Dylan schlagartig das Tempo, Tonart oder gar das komplette Lied wechselte. Aber die Begleitband hatte die Sache voll im Griff. Wie drückte es Dire Straits-Cheffe Mark Knopfler mal zur Aufnahme des religiösen Slow Train-Albums aus. „Spielen mit Dylan, ist wie Sprechen mit Gott!“ Wieder eine Mär mehr im großen Dylan-Kosmos. Das letzte Konzert, was ich live gesehen habe, war im Münchner Zenit, wo Dylan zeitweise nur sang und an die Las Vegas-Zeiten erinnerte.

Ich habe noch in Erinnerung, wie manches Konzert im TV verfolgte. Gut erinnere ich mich an den Punkauftritt in Fort Collins, der im BR ausgestrahlt wurde. Dann das Konzert zum 30. Bühnenjubiläum, bei dem Dylan wohl am liebsten gar nicht teilnahm. Aber sein Song to Woody kam vom Herzen. Cool waren die Sachen vor dem Papst oder das Konzert an der Chinesischen Mauer. Aber richtig Rock´n roll war wohl der Live Aid-Auftritt als das Trio horrible Richard, Wood und Dylan sturzbesoffen drei Songs systematisch verhackstückte, während die ganze Welt dabei live zusah. Madonna und andere Stars mussten sich wohl ihren Teil gedacht haben, was die alten Männer da treiben – geniale Performance. Durch YouTube und Amazon kam ich zu einer stattlichen Konzertsammlung, die hard to handle sind: Woodstock ’94, Newport, das Zeug mit den Dead und natürlich Last Waltz.

Oh Mann, es gibt so viel über Bob Dylan zu sagen und zu schreiben. Da muss ich wohl meine Gedanken und Gefühle noch zehn Jahre ordnen und zum 80. Geburtstag kommt dann man Resümee. Vielleicht erst mal so, wie Bruce Springsteen in seiner Laudatio bei der Rock´n Roll Hall of Fame: Danke Dylan für alles, du warst der Bruder, den ich niemals hatte. Vielen Dank für deine Musik, deine Masken, deine Inspiration und Kraft. Ich freu mich auf weitere Treffen mit dir auf deiner Never Ending Tour oder bei iTunes.

Buchkritik: Bücher gratis für iPhone, Kindle & Co

17. Mai 2011

Ich bin ausgestattet mit allen Arten von eBook-Reader und jetzt brauche ich nur noch Bücher. Zwar kann ich durch Netz surfen und hier und da PDF, oder ePubs einsammeln oder dank völlig überholter Buchpreisbindung den Verlagen Geld in den Rachen schmeißen. Aber so richtigen Spaß macht es nicht. Da kam mir ein Buch mit dem Titel Bücher gratis für iPhone, Kindle & Co.- So erhalten Sie kostenlos die interessantesten E-Bookss in die Hände. Autor ist ein gewisser Maximilian Buckstern, was auf ein Pseudonym hindeutet. Hinter ihm verbirgt sich ein Insider der Verlagsbranche, der sich wirklich auskennt. Nach Recherchearbeit hab ich den wahren Namen aufgedeckt, doch er bat mich, das Geheimnis nicht zu lüften. Den Gefallen kann ich der Person tun, denn auf den Inhalt kommt es an.

Und der Inhalt des Buches hält genau, was er verspricht. Ich finde Bücher, Unmengen an Büchern für mein digitales Lesegerät, sei es Sony Reader, iPad oder Kindle. Zunächst lichtet Autor das Gewirr der unterschiedlichen Formate und stellt die jeweiligen Vor- und Nachteile da. Zudem gibt es einen kurzen Überblick an Hardware mit allen relevanten Fakten. Das Beste sind aber die Downloadquellen für Bücher, Zeitungen und Zeitschriften. Diese Quellen gibt es auch in einer alleinigen, preiswerten ePub-Ausgabe für die Sparfüchse unter uns. Ich bevorzuge aber die 2 Euro teure Ausgabe mit mehr Hintergrundinfos.

Das Buch ist zu recht erfolgreich. In der Amazon-Bestellerliste ist es ziemlich weit vorne. Als ich diese Kritik schreibe, liegt das Buch auf Platz 31 im Kindle-Shop. Da zeigt sich, dass sich guter Content durchsetzt und auch nicht teuer sein muss.

Was mich massiv interessiert hat, ist übrigens das Kapitel „eBooks ohne Verlag selbst veröffentlichen“. Ich werde das Projekt angehen und einen Selbstversuch starten. Warum soll sich denn jemand an meinen Content eine goldene Nase verdienen? Für diesen letzten Anstoß bin ich dem Autoren Maximilian Buckstern persönlich dankbar.

 

Update: Jetzt ist das Geheimnis offiziell gelüftet: Maximilian Buckstern ist Hans-Joachim Jauch: Er hat ein wunderbares Interview dem Buchreport gegeben.

Buchkritik: iPad2 – das Internet in Ihren Händen

15. Mai 2011

Nach Wochen des Wartens ist mein iPad2 endlich bei mir eingetroffen. Eigentlich bin ich über die neuen Features schon vorab aus dem Netz informiert, aber live am Gerät die Sachen auszuprobieren ist doch etwas anderes. Ich fühle mich gut informiert, dennoch habe ich auch auf ein BuchiPad 2 – Das Internet in Ihren Händen meiner langjährigen Kollegen Michael Krimmer und Anton Ochsenkühn zurückgegriffen. Und was soll ich sagen? Selbst für mich als Pro hatte das Buch noch einige Überraschungen zu bieten, obwohl ich nicht unbedingt Zielgruppe bin. Natürlich sind die mobilen Produkte von Apple dafür gedacht, sofort loszulegen, dennoch ist kompetente Hilfe gerade für den Einsteiger wichtig. Wie bekomm ich meine Daten aufs iPad? Wie richte ich die Mailkonten ein? Wie ist die Zusammenarbeit mit MobileMe? Zudem geben die beiden Autoren noch Tipps für Apps und Erweiterungen.

Für den Einsteiger ist dieses Buch eine regelrechte Bibel. Für die ersten Schritte mit dem neuen iPad ist das Buch ein sehr guter Helfer. Ich habe den Dummy-Test gemacht und zwei Bekannten das 446seitige Buch zum Lesen zu gegeben. Das Feedback war hervorragend: Einfache und kompetente Hilfe, die schnell zum Ziel führt. Was will man mehr?

Natürlich kann ein Buch trotz seiner über 400 Seiten nicht alles behandeln. Mir gehen im App-Bereich zwei wesentliche Apps ab, aber darüber lässt sich trefflich streiten: Garage Band und iMovie. Beide Apps haben mein Leben deutlich erleichtert. Hier hätte ich gerne mehr erfahren – aber dieser Eindruck ist subjektiv. Übrigens, ein paar Auszüge aus dem Buch gibt es hier.

Aber als Fazit: Rundum ein lesenswertes Buch für alle Einsteiger und auch Profis finden diesen oder jenen Tipp noch ganz nützlich. Und für rund 20 Euro als Papierbuch ist es keine große Investition. Wer ein Sparfuchs ist, bekommt das Buch als ePaper übrigens im iBook-Store und für den Kindle für rund 8 Euro.

Bob Dylan: Hard Rain als DVD

21. Februar 2011

Irgendwann in meiner Jugend habe ich im Bayerischen Fernsehen ein seltenes Dylan-Konzert von 1976 gesehen, dass mir auf seine ungewöhnliche Art in Erinnerung geblieben ist: Hard Rain von der Rolling Thunder Tour. Jetzt habe ich bei Amazon zufällig das Konzert Rolling Thunder Revue auf DVD wiederentdeckt, veröffentlicht von einer Firma mit dem ominösen Namen Woodstock Tapes. Also so richtig legal dürfte es bei den Aufnahmen nicht zugehen, aber als Dylan-Fan muss ich die Aufnahme haben. Selbstverständlich.

Und ich wurde nicht enttäuscht: Zu sehen ist eine Art Punk-Dylan mit seiner legendären Rolling Thunder-Besetzung sowie natürlich die unvermeidliche Joan Baez an seiner Seite. Mit dabei auch Ramblin´ Jack Elliot und Roger McGuinn. Ort des Geschehens Fort Collins und wie der LP-/CD-Titel Hard Rain sagte, bei fettem Regen.

Die Band stolziert umher wie die Mannschaft eines Piratenschiffs um ihren wahnsinnigen Kapitän. Fast alle Bandmitglieder haben sich Kopftücher oder sonstige Fetzen über den Kopf gezogen. Von einem geordneten Konzert mit einstudierter Bühnenshow kann keine Rede sein. Es ist Punk pur. Selten habe ich Dylan so aggressiv, aber dennoch engagiert singen gehört. Rolling Thunder war einer der kreativen Höhepunkte des Meisters. Aber Warnung: die Aufnahmen sind nur für Dylan Hartgesottene ein Genuss. Der Freund des Mainstreams, der ene Best of-Show erwartet, wird irritiert den ruppigen Songs lauschen und sich über die Figuren auf der Bühne seine Gedanken machen. Sonnenbrille und Cowboyhüte bei Regen, was haben die Musikanten denn alles eingeworfen? Aber wenigstens tragen sie keine Masken, wie in einem Teil des Rolling Thunder-Zirkuses. Auch der Griff in den Farbeimer ist reduziert, nur Frau Baez hat ein wenig Rouge aufgetragen. An alle Musiker unter den Lesern: Schaut euch den Bassisten Rob Stoner und dann entscheidet, ob ihr Bass spielen könnt oder nicht – genial.

Als das Konzert damals auf Langspielplatte herauskam, blieb es in den Schallplattenläden wie Blei liegen. Von der Elegant der Studioalben Desire oder Blood on the Tracks war nicht viel zu hören. Hard Rain provozierte, eckte an, war auf keinen Fall gefällig. Die hat sich mit der später veröffentlichten CD und jetzt mit der DVD Gott sei Dank nicht geändert. Es ist Rock´n Roll und Punk pur, selbst wenn Dylan und Baez an einem Mikro Klassiker der Folk-Szene herunterschrappeln. Schön sind dabei die Szenen, wenn Goldkelchen Baez in die Ferne beim Singen schaut. während Ex-Lover Dylan sie von der Seite beobachtet. In dem leider noch nicht veröffentlichten Dylan-Film Renaldo & Clara kommt die Heiratsdiskussion zwischen ihnen nochmals auf – Fans erinnern sich.

Nun die schlechte Nachricht. Die technische Qualität der DVD ist grottenschlecht. Die Aufnahmen sind in NTSC vom US-Fernsehen gemacht und NTSC bedeutet auch Never The Same Color. Alle Kritikpunkte am NTSC-Format treten hier in voller Form zu Tage. Und zudem haben die (Schwarz-)Kopierer von Woodstock Tapes die Aufnahmen der Asia-TV-Ausstrahlung vervielfältigt. Das bedeutet, es gibt störende Untertitel und Bauchbinden mit asiatischen Übersetzungen. Leider verdecken diese zeitweise das gesamte Bild. Das nervt erheblich. Aber das Cover der DVD brauche ich kein Wort zu verlieren. Es ist sch…

Aber wer den Meister in einer seiner Hochphasen erleben will, sollte die paar Euro für Rolling Thunder Revue riskieren. Wann und ob Sony Music irgendwann die Originalshows auf den Markt bringt, ist zweifelhaft. Daher zugreifen, über die Fehler hinwegsehen, und genießen.

Gebrauchte Kondome bei Amazon?

17. Februar 2011
Gebrauchte Kondome bei Amazon?

Gebrauchte Kondome bei Amazon?

Beim Surfen durchs Internet fallen einem immer wieder nette Gegebenheiten auf. Beim Stöbern im Amazon-Shop kam ich auch zu den Kondomen, als ich nach einer TV-Serie Wire in the Blood – Hautnah – Die Methode Hill suchte. Und nachdem die Datenbank von Amazon gut ist, aber eben nicht perfekt, da bekam ich auch Ritex Kondome Hautnah ausgeworfen. So war es und wer etwas anderes behauptet, der bekommt Haue.

Interessiert folgte ich dem Vorschlag: Acht Kondome zum Preis von 5,99 Euro und das auch noch mit Amazon Prime, wenn es wirklich schnell gehen muss. Aber es geht auch billiger und zwar für 5,48 Euro und zwar neue und gebrauchte (!) Artikel. Gebraucht? Bei Kondomen? Wie soll das gehen? Aber Amazon sei Dank. Nach dem Klicken stelle ich fest: Es gibt die gebrauchten Lümmeltüten dann doch nicht. Ein anderer Anbieter bietet die Neuware zu reduziertem Preis an.

Ich hab dann doch wieder die DVD Wire in the Blood – Hautnah – Die Methode Hill gewählt. Sehr spannend übrigens.

Update: Bei Toilettenpapier klappt es nicht.

Vaclav Vojtechs Versuch scheiterte - siehe Kommentare.

Vaclav Vojtechs Versuch scheiterte - siehe Kommentare.