Archive for the ‘Medien’ Category

Ich spiele Angry Birds: Star Wars

15. November 2012
In der Wüste von Tatooine

In der Wüste von Tatooine

Ich war bisher kein großer Angry Birds-Fan, aber die Star Wars-Variante hat mich dann schon gepackt. George Lucas ließ sich erweichen und gab dem Hersteller der verärgerten Vögel eine Lizenz. Seit 8. November 2012 lässt sich das Spiel nun für verschiedene Betriebssysteme kostenpflichtig herunterladen. Ich spiele Angry Birds: Star Wars auf dem iPad.

Die Vögel nehmen natürlich die Rolle der guten Seite der Macht ein. Der Standard-Vogel kommt sogar mit Luke Skywalker-Tolle daher. Die Schweine haben den Helm der bösen Sturmtruppen des Imperiums auf. Einige tauchen auch als räuberische Tusken-Räuber auf.

Spiel mit und gegen die Anziehungskraft

Spiel mit und gegen die Anziehungskraft

Das Spielprinzip hat sich zum Vergleich von früheren Angry Birds-Versionen nicht geändert. Die Vögel werden via Katapult auf die Schweine und deren Befestigungen geschleudert und Punkte gesammelt. Zudem sind manche Vögel mit Lichtschwert, Laserpistole oder Macht (Obi Wan-Vögel) ausgestattet und können so mehr böse Schweine in den Star Wars-Himmel schicken. Bei den Jedi-Waffen tritt ein schön gemachter Matrix-Zeitlupeneffekt ein. Wenn die Situation ganz prekär ist, dann kommt auch mal ein rasender Falke zur Hilfe, in den sonstigen Angry Birds-Spielen ist es ein Adler. Gelingt es dem Spieler nicht, die Schweine zu dezimieren, ist der Level verloren und ein schweinischer Darth Vader lacht den Spieler aus.

Darth Vader - das Schwein - lacht mich aus

Darth Vader – das Schwein – lacht mich aus

Insgesamt gibt es je 40 Levels auf Lukes Heimatplaneten Tatooine und auf dem Todesstern. Wie Hersteller Rovio verlauten ließ, soll ein Update mit 15 Level auf dem Eisplaneten Hoth folgen, aber so weit bin ich noch nicht. Zudem gibt es 11 Bonuslevel mit R2D2 und C3-PO sowie kostenpflichtige Level unter dem Motto Path of the Jedi. Hier soll wohl die Ausbildung von Luke durch Yoda auf dem Sumpfplaneten Dagobah nachgespielt werden – soweit bin ich aber auch noch nicht. Zwischen den Episoden gibt es nette Comics, die die Star Wars-Geschichte nacherzählen.

Star Wars als Comic in Angry Birds-Manier

Star Wars als Comic in Angry Birds-Manier

Als Star Wars-Fan der ersten Stunde musste ich das Spiel einfach haben. Es versüßt mir die Fahrt im ICE zu meinen Vorträgen. Ich muss zugeben, es hebt meine Stimmung, wenn ich den typischen Star Wars-Sound beim Start des Spiels höre. Auch die kleinen Details erfreuen das Fanherz.

Level mit Erfolg geschafft

Level mit Erfolg geschafft

Heizer auf E-Loks oder warum der BJV die Welt nicht versteht

12. November 2012
Foto vom Sturmschaden. Brauch ich da einen Pressefotografen?

Foto vom Sturmschaden. Brauch ich da einen Pressefotografen?

Erinnern wir uns: In Großbritannien setzten die Gewerkschaften in den 1950er-Jahren durch, dass Heizer auch auf E-Loks mitfuhren. Was haben wir gelacht. Aber ist es in unserer Journalistenzunft nicht ebenso. Ein aktuelles Beispiel gefällig?

Jetzt beschwert sich der bayerische Journalistenverband, dass Feuerwehren von ihren Einsätzen selbst Foto schießen und an die Öffentlichkeit verteilen. Das geht doch nicht, denn freie Journalisten verdienen jetzt mit den Fotos kein Geld mehr. So eine Sauerei!

Ich bin selbst seit den achtziger Jahren des vorherigen Jahrhunderts Journalist und ich habe meinen Lebensunterhalt auch mit Polizeifotos verdient. Ich bin nachts rausgefahren an die Unfall- oder Brandorte und habe Fotos mit meiner Nikon geschossen, die Filme schnell entwickelt und vergrößert und die Abzüge an die Redaktionen verkauft. Aber Leute, das Geschäftsmodell funktioniert nicht mehr und ich musste mir eine neue Nische suchen und mich weiter entwickeln. So schule ich heute unter anderem Rettungskräfte in Sachen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Wie mache ich gute Pressefotos?

Aber die Verbandsvertreter vom BJV wollten den Lauf der Welt aufhalten und die Zeit zurückdrehen. Sie schreiben an die Berufsfeuerwehren einen offenen Brief. Der BJV kritisiert die zunehmende Konkurrenz durch Einsatzkräfte. „Redaktionen und Agenturen werden inzwischen großzügig und kostenlos von den Einsatzkräften oder den Pressestellen mit Bildmaterial beliefert. Das führt dazu, dass sich die ohnehin prekäre Situation der freien Bildjournalisten verschlechtert“, erklärt der BJV-Vorsitzende Dr. Wolfgang Stöckel in dem Schreiben. Und es wird schön mit der Angst argumentiert: „Wenn Sie im Krankenhaus liegen, wollen Sie doch auch von einem Chirurgen und nicht von einem Laien operiert werden. Oder bei einem Brand wissen, dass der Mann hinter der Wasserspritze sein Handwerk versteht. Warum sollten wir dann im Journalismus andere Maßstäbe anlegen?“

Journalismus ist ein Handwerk – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Und wenn die Einsatzkräfte richtig geschult sind, dann können sie auch gute Bilder machen. Dazu braucht es uns Journalisten nicht mehr. Dazu braucht es talentierte Menschen mit Verstand und Verantwortungsbewusstsein.

Die Welt ändert sich und weinen wir als Journalisten nicht vergangenen Zeiten nach. Der Setzer wurde auch durch den DTP-Journalisten ersetzt und die Welt ist nicht untergegangen. Lieber Verbandsvertreter: Gestalten Sie die Zukunft ihrer Mitglieder, sonst haben Sie bald keine mehr.

Perfektes Marketing: Air New Zealand zum kleinen Hobbit

1. November 2012

Die Zeit von Mittelerde und dem kleinen Hobbit naht, so beginnt langsam die Werbemaschinerie. Natürlich werden wir uns das neue Werk von Peter Jackson ansehen. Und sicher klappt dieses Mal ein Flug nach Neuseeland, um Kollegen bei Weta zu besuchen.

Jeder Flug beginnt mit der langweiligen Sicherheitsanweisung. Und hier hat die lokale Flugline Air New Zealand eine wunderbare Sicherheitsanweisung im Netz und den sozialen Netzwerken viral verbreitet. In Zusammenarbeit mit Weta kam es zu einem Unexpected Briefing. Dort finden wir Hobbits, Zauberer, (asiatische) Elben, Zwerge, Pferde, Gollum, den Ring, Gandalf und vieles mehr wie Sauron. Nett ist auch ein Camo-Auftritt von Peter Jackson samt Ring. Der Flug geht wohl nach Mittelerde, aber einige Passagiere wollen wohl weiter nach Isengard oder Mordor. Die Figuren sind liebevoll gestaltet und voller Humor. Zauberer tragen selbstverständlich Sneakers zum wallenden Gewand.

Die Musik stammt wohl aus der Feder von Howard Shore, zumindest klingt es so dananch. Howard Shore komponierte den Score zur Herr der Ringe-Trilogie und auch zum neuen Hobbit-Film Hobbit:An Unexpected Journey.

Achtet bitte auf die kleinen Details. Die verwendeten iPhones sind im Voafone-Netz, und immer wieder taucht ein Device auf, das in Elbenrunen verfasst ist. So ist ein iPad damit verbunden und in der ersten Klasse blättert ein Zauberer eine Zeitung mit diesen Runen durch. Leider ist mein Elbisch so schlecht, ich hätte das Silmarillion besser studieren müssen.

Jetzt beginnt das geniale Marketing der Fluggesellschaft und der Filmgesellschaft. Denn wer den Schriftzug mitzählt, der kann gewinnen unter der Website des Fluglinie. (Übrigens, dreimal taucht der Schriftzug auf.)

Elbisch am iPad ...

Elbisch am iPad …

... und in der Zeitung.

… und in der Zeitung.

Als Gewinn winkt die Reise nach Neuseeland, ein Besuch bei Weta, Film schauen und noch viel mehr. Ich mach mich bereit für die Reise nach Mittelerde. Koffer, Helm und Schwert sind schon gepackt. Mich kann nichts mehr halten. Wir sehen uns in Mittelerde.

Tritt ein und sage Freund - so war es bei den Hallen von Moria

Tritt ein und sage Freund – so war es bei den Hallen von Moria

Von Gamern lernen: Gamification als neuer Trend

1. November 2012
Mit Augenklappe auf dem Podium der Medientage und dennoch nicht blind beim Thema Gamification.

Mit Augenklappe auf dem Podium der Medientage und dennoch nicht blind beim Thema Gamification.

Wenn Elemente von Videospielen in andere Bereiche wie Marketing übertragen werden, dann spricht man von Gamification. Auf den Medientagen München 2012 hatte ich die Ehre, ein Panel mit zwei hervorragenden Referenten moderieren zu dürfen: Ibrahim Mazari und Markus Breuer – der eine Gameexperte, der andere Agenturvertreter. Das Panel war wohl ein Rest der sich auflösenden Munich Gaming, für die es noch kein neues Datum gibt.

Lassen sich Elemente des Spiels überhaupt auf andere Bereiche übertragen? Ein eindeutiges Ja. Allerdings taten es sich die anwesenden Medienvertreter der Medientage sichtlich schwer, was mir im Nachhinein von mehreren Seiten bestätigt wurde. Das Land der Dichter und Denker ist an ernsthafter Information interessiert und will seine Zeit nicht mit Spielen vertrödeln. Mir sagte ein Manager: „Wer spielt, der hat wohl nichts zu tun!“ Falsche Einstellung meiner Meinung nach, denn dann hat er die Chance nicht begriffen.

Nehmen wir als Beispiel Foursquare. Bei diesem geobasierte Dienst checke ich mit meinem iPhone an verschiedenen Orten ein und bekomme dafür Punkte, die in ein Ranking mit meinen Freunden einfließen. Wenn ich öfters an einem Ort einchecke, habe ich zudem die Chance Bürgermeister/Mayor zu werden. Kehre ich an verschiedenen Orten wie beispielsweise Flughäfen ein, erhalte ich ein Abzeichen. Alles ist natürlich mit Facebook und Twitter gekoppelt, damit meine Freunde auch wissen, welch toller Hecht ich bin. Das macht Spaß, der Wettbewerb bringt Motivation und dient der Vernetzung. Ein anderer geobasierter Dienst war Gowalla. Das war zu kompliziert und ist nach seinem Kauf durch Facebook in der Versenkung verschwunden.

Zu Gamification gehören also Erfahrungspunkte, Highscores, Fortschrittsbalken, Ranglisten, virtuelle Güter oder Auszeichnungen. Es kann enorm zur Kundenbindung an ein Produkt beitragen. Positive Beispiele gibt es viele, die meisten aber in den USA, denn der Deutsche spielt nicht.

So lässt sich hervorragend mit dem System Lerninhalte vermitteln. Nicht stupides Vokabelpauken ist angesagt, sondern eine spielerische Herangehensweise. Der Lernende ist motiviert und setzt das Erlernte sofort um. So muss Bildung aussehen.

Ein anderes Beispiel ist eine Konferenz. Der Besucher erhält Punkte für besuchte Vorträge, könnte an Wettbewerben teilnehmen, kann Feedbackbögen ausfüllen und am Ende gibt es vielleicht noch ein kleines Gewinnspiel. Die Medientage München wäre hier eine wunderbare Möglichkeit gewesen, Gamification live zu erleben. Allerdings als ich während der Paneldiskussionen auf mein iPhone blickte und bei Foursquare einchecke, sah ich, dass nur 14 Leute dort waren. Und dies bei Medienleuten, aber wahrscheinlich war es den Herrschaften zu kindisch sich zu beteiligen. Man ist ja schließlich wichtig. Oder, noch schlimmer: Die Medienschaffenden haben es nicht verstanden und merken gar nicht, wie der Zug in Richtung Medienzukunft ohne sie abfährt. Auf einer jüngsten Microsoft-Konferenz wurde Gamification angewendet. Die Teilnehmer erhalten Auszeichnungen für bestimmte Slots und beginnen zu sammeln.

 

Buchtipp: Industrial Light & Magic: Into the Digital Realm

31. Oktober 2012

Das Angebot an Bücher über ILM ist unüberschaubar. Viele Fans fühlen sich berufen, ein Buch auf den Markt zu bringen. Nachdem ich schon begeistert war über Industrial Light & Magic: The Art of Innovation von Pamela Glintenka griff ich nun zu Industrial Light & Magic: Into the Digital Realm von Mark Cotta Vaz und Patricia Rose Duignan. Filmbuchautor Mark Cotta Vaz hat uns ja bereits mit einigen Filmbüchern beglückt, darunter das hervorragende The Art of The Incredibles.

Das vorliegende Werk mit seinen 328 Seiten ist ein wahres Schwergewicht: Vom Gewicht her und von der Information her. Deshalb schrieb wohl auch Altmeister Steven Spielberg das Vorwort. Natürlich ist das Buch 1996 erschienen und hat damit schon einige Jährchen auf dem Buckel. Wer allerdings viel über die Frühphase von ILM erfahren will und vor allem ein Fan der ersten drei Star Wars- und Indiana Jones-Filme ist, sollte den Kauf erwägen. Patricia Rose Duignan arbeitete 20 Jahre für ILM und blickte hinter die Kulissen- während Mark Cotta Vaz seine Erfahrung als Buchautor und Autor von Cinefix beisteuerte. Heraus kamen schöne (technische) Geschichten rund um Spezial Effekte. Hier erfahren wir, welcher Durchbruch CGI bei Terminator 2 war und warum Jurassic Park einschlug wie eine Bombe. Es waren die VFX von den Magiern von ILM, die den Filmen den notwendigen Zauber gaben. Zunächst mit Matte, Make-up und Maske, später mit generierten Bildern aus den Computern entstanden neue Welten. Der Werdegang von ILM wird anhand zahlreicher technischer Innovationen in Industrial Light & Magic: Into the Digital Realm dargestellt und eindrucksvoll mit seltenen Farbbildern unterstreicht. Nicht die klassischen Setbildern, sondern eindrucksvoller Hinter-den-Kulissen-Bilder und manches Mal Schnappschüsse. Sie zeigen die kreativen Techniker bei der Arbeit.

Das Buch ist um so wertvoller, da sich die Zeiten geändert haben. Das gesamte Lucas-Imperium wurde Ende Oktober 2012 an Disney verkauft. Kaufpreis 4 Milliarden US-Dollar. Mit eingekauft nehmen den Rechten an Star Wars und Indiana Jones wurde auch unter anderem ILM. Selbst meine Bekannten von ILM wussten nichts von dem Deal und waren über die Pressemeldung von Disney höchst erstaunt. Nach dem Kauf von Pixar (7,6 Milliarden US-Dollar) und von Marvel ist das der dritte große Kauf von Disney. Und der Konzern kündigte auch gleich an, Star Wars 7 im Jahr 2015 fortzusetzen und weitere Filme folgen zu lassen.

Das bedeutet also viel Arbeit für ILM, die sicherlich auch unter einem neuen Arbeitgeber wunderbar bewältigt wird. Ob mir Darth Vader mit Wall•E und Maus-Ohren gefällt, sei mal dahingestellt. Ich werde auf jeden Fall mit dem Buch Industrial Light & Magic: Into the Digital Realm in alten Zeiten schwelgen und mich an die Magie von ILM als innovatives Unternehmen gerne erinnern. Mal sehen, was die neuen Herren von Disney mit ihrer Marketingmaschinerie daraus machen.

Vor 74 Jahren griff uns der Mars an. Krieg der Welten von Orson Welles

30. Oktober 2012
Der geniale Orson Welles versetzte New York in Aufruhr.

Der geniale Orson Welles versetzte New York in Aufruhr.

Wir erinnern uns: Am 12. Oktober 2012 fand das Marsauto Curiosity ein seltsames funkelndes, silbernes Objekt auf dem Mars. Haben es die Marsianer hinterlassen? Es sollte uns eine Warnung sein, denn eigentlich fand heute vor 74 Jahren bereits die Invasion vom Mars statt.

Damals fand der erste Medienhype statt. Sein Ursacher war der geniale Orson Welles, der die Macht des Radios ausnutzte. Radio war das modernste Medium der Zeit. Welles inszenierte den H.G. Wells Roman „Krieg der Welten“/ War of the Worlds als Hörspiel. Das Buch von Herbert George Wells stammt aus dem Jahre 1898 und gilt als Satire auf die Kolonialpolitik der Briten: Technisch überlegene Marsianer wollen die Welt erobern, um an deren Rohstoffe zu kommen, und in Großbritannien fangen sie an.

Orson Welles übertrug die Geschichte nach New York und arbeite mit allen erdenklichen Effekten des Mediums. Das berühmteste Lehrstück der Radiogeschichte begann als normale Rundfunkübertragung einer Tanzveranstaltung aus einem New Yorker Hotel. Immer wieder wird die flotte Tanzmusik unterbrochen von Eilmeldungen. Die Marisaner seien gelandet. Die Invasion vom Mars hat begonnen und das Radio war live am 30. Oktober 1938 dabei. Liveeinspielungen, Interviews und Audioeffekte sorgten dafür, dass eine bedrückende Atmosphäre aufkam.

Einige Zuhörer der damaligen Zeit glaubten die Inszenierung  War of the Worlds von Orson Welles. Sie nahmen die Berichterstattung für bare Münze und flohen aus New York, um den Kampfmaschinen von Mars zu entgehen. Von der Inszenierung hatten sie nichts mitbekommen. Welles hatte die Zeitungen im Vorfeld über die drohende Marsinvasion informiert, und diese hatten die Geschichte mit vermeintlichen Hysterien aufgebauscht. Orson Welles wusste um die Macht der Medien, schließlich drehte er später mit Citizen Kane einen der wichtigsten Filme der Geschichte.

Haben wir etwas aus der Geschichte gelernt?

Mikro fürs iPhone: iRig MIC Cast oder doch kein Mikro

30. Oktober 2012
Immer in meiner Tasche: iRig MIC Cast

Immer in meiner Tasche: iRig MIC Cast

Wenn ich unterwegs bin und zufällig ein Video- oder Audiointerview machen muss, hab ich in der Regel mein iPhone 5 als Aufnahmegerät dabei. Die Tonqualität ist okay, aber natürlich nicht richtig optimal. Zwar verfüge ich über einige Mikrofone für iPhone/iPad wie beispielsweise das iRig Mic, aber natürlich habe Mikros in solch einer Größe nicht in der Hosentasche dabei.

Da kommt mir das iRig MIC Cast gerade recht. Das kleine Mikro passt in jede Hosentasche und wird einfach in den Kopfhörereingang des Devices gesteckt. Um die Qualität zu überprüfen, kann ich zusätzlich einen Kopfhörer anstecken.

Viel einzustellen gibt es bei dem 100 Gramm leichten Aufsteckmikro nicht, außer einen kleinen Hebel für Low und High. Ist der Interviewpartner rund 30 Zentimeter entfernt, wird der Hebel auf Low gestellt. Ist er weiter weg, dann auf High – fertig ist das Einstellen. Dazu gab es einen Desktopständer, den ich aber gleich am ersten Tage verschmissen habe.

Der Klang mit dem Mikro ist ganz klar besser. Bei einer spontanen Probe der Volksmusikgruppe Schaftlacher Dreig´sang. Das Trio übte das Lied „Da Summa is uma“ zum Almbauertag. Unser Seminarraum diente dabei als Proberaum.

Mein werter Kollege und Freund Thomas Gerlach und ich ergriffen die Chance und nahmen den Gesang auf. Ich mit dem iPhone 5 ohne zusätzlichen Mikro, Kollege Gerlach mit dem iPhone 4 mit dem iRig MIC Cast. Vergleicht selbst, wie gut die Aufnahmen geworden sind.

Ohne iRig MIC Cast

Mit iRig MIC Cast

Social Media: Sinnvolle QR-Codes im Spielzeugkatalog

29. Oktober 2012

Langsam sollte ich mir Gedanken um Weihnachten machen. Ich will nicht wieder auf dem letzten Drücker Weihnachtsgeschenke für die Familie besorgen. Beim Sondieren der Geschenkideen fiel mir ein Katalog von Dickie Toys in die Hände. Dieser Hersteller vertreibt ferngesteuerte Autos für Jungs. Eigentlich hat K1 kein größeres Interesse daran, aber ich blätterte den Katalog trotzdem durch. Ich erblickte allerlei Renner, kraftstrotzende Maschinen, Racer und Off Road-Fahrzeuge. Die Autos werden über Ghz-Frequenzbereich gesteuert. Und ich entdeckte QR-Codes auf jeder Seite des Katalogs.

Und da erwachte das Interesse von K1 und mir. Mit dem QR-Code-Reader des iPhones probierte K1 die Codes aus und war grundsätzlich begeistert. Dickie Toys hatte für die unterschiedlichen Codes der verschiedenen Modelle verschiedene Landingpages angefertigt. Leider waren sie nicht unbedingt für den kleinen Bildschirm eines Smartphones optimiert, was K1 sofort als massiven Fehler einstufte. Seine Aussage „Papa, mit was als dem iPhone soll man denn den QR-Code denn noch ansehen und warum sind die Seiten dann so klein“, fragte K1 in kindlicher Naivität. Recht hat K1.

Zu klein als Landingpage für das iPhone

Zu klein als Landingpage für das iPhone

Aber zumindest hat Dickie Toys nicht den Fehler eines Möbelhauses begangen, dessen Projekt den Weg in den unseren (Post-)Briefkasten fand. Hier interessierte ich mich für eine Küche, nahm den daneben abgebildeten QR-Code zur Hilfe, um mehr zu erfahren. Und ich wurde auf die Startseite des Möbelhauses geleitet und sollte mich selbst zurecht finden. Hier kaufe ich meine Küche nicht, bei solchen Marketinganfängern.

Cool, der QR-Code führt direkt zu Produktvideos.

Cool, der QR-Code führt direkt zu Produktvideos.

Aber zurück zu Dickie Toys. K1 interessierte sich am meisten für den Audi R8 (genau wie seine Mutter). Hervorragend gefiel K1 das Einbinden eines YouTube-Videos auf der Seite. Hier zeigte ein Altersgenosse den sachgerechten Umgang mit der Spielzeugrennmaschine. Hier sind QR-Codes optimal eingesetzt. Im Papierprospekt stehen die technischen Angaben, hinter den QR-Code verbergen sich die Emotionen, die für den Kauf eines Spielzeugs genauso wichtig sind. Das machte K1 und mir höllisch Spaß, so dass wir die Videos von Dickie Toys durch klickten und eines halben Tag Rennwagen schauten. Gekauft haben wir zwar keines, aber die Begeisterung war da: Bei K1 über Rennwägen, bei mir über den richtigen Einsatz von QR-Codes.

Buch, mp3, Comic und Film rund um Edgar Allan Poe

20. Oktober 2012

Ich liebe den alten Poe. Zahlreiche Ausgaben habe ich gelesen, wobei die beste deutsche Übersetzung freilich von Arno Schmidt und Hans Wollschläger kommt. Im Keller sind bei mir etliche Gesamtausgaben von verschiedenen Übersetzern und Verlagen. Vor Jahren ist eine Werkschau der Werke in vier Bänden bei Insel erschienen, die ich sehr schätze und als die beste bewerte. Bei einem Glas Rotwein, versinke ich in die Welt von Edgar Allan Poe. Leider ist diese Ausgabe nicht als eBook erschienen, so dass ich mich mit deutlich schlechteren Übersetzungen unterwegs auf dem Kindle herumschlagen muss. Die Sprache von Poe ist gewaltig und das Duo Schmidt/Wollschläger haben dies für mich am besten eingefangen.

Poe im englischen Original zu lesen ist für mich eine Herausforderung. Ich bin zwar des Englischen mächtig, kann aber den Reiz des Originals nicht voll auskosten. Daher greife ich derzeit auf ein paar Hörbücher zurück. Im iTunes-Store bin ich fündig geworden und lausche Poe unterwegs auf meinem iPod. Im Moment höre ich The Works of Edgar Allan Poe – von der University of South Florida. Gerne hätte ich Poe von einem Briten gelesen, aber die Amerikaner von der Uni in Florida machen es auch nicht schlecht. Schließlich war Poe ja Amerikanern. Das Reinhören in das englische Original lohnt sich.

Wer etwas mehr Unterhaltung möchte, dem empfehle ich das wunderbare Comic Welt des Schreckens Edgar Allan Poe. Neben den Zeichnungen von Richard Corben und Rich Margopoulos sind die Geschichten in den Übersetzungen von Arno Schmidt und Hans Wollschläger beigefügt. Das macht das Buch einzigartig. Ich kann die hervorragend übersetzten Storys lesen oder in den Interpretationen der Comiczeichner schmökern – beides hat seinen Reiz. Über die Interpretationen lässt sich natürlich trefflich streiten. Interpretiert werden u.a. Der Rabe, Der Sieger Wurm, das verräterische Herz, Berenice und einige mehr. Das Zeichnerduo ist nicht auf Nummer sicher gegangen und hat nur bekannte Geschichten umsetzt, sondern wagte sich auch an nicht so populären Material heran. Gerade Berenice hab ich als Geschichte immer gerne gelesen und freue mich über die Version von Richard Corben und Rich Margopoulos.

Poe und Filme bedeuten mich in der Regel Roger Corman. Aber es gibt auch neue Versuche, sich dem Thema zu nähern. Im Dezember kommt der Versuch von James McTeigue, der uns schon den genialen „V for Vendetta“ eingebracht hat. Mit The Raven beschert der australische Regisseur James McTeigue einen dramatischen Thriller ab. Der Krimi, basierend auf dem wohl bekanntesten Gedicht Edgar Allan Poes „The Raven“, an dem er zehn Jahre arbeitete, begeistert nicht nur durch seine mitreißende Geschichte mit ungeahnten und angsteinflößenden Wendungen sondern auch durch seine Darsteller, darunter John Cusack („Zimmer 1408“, „2012“, demnächst in „The Paperboy“ neben Nicole Kidman), Luke Evans (“,„Kampf der Titanen“, demnächst in „The Hobbit“) und Alice Eve („Men in Black 3“, „Sex and the City 2“). Ich bin mal gespannt, was aus dem wichtigsten amerikanischen Gedicht gemacht wurde.

Die Story des Films The Raven: Baltimore, 1849. Eine Serie von bestialischen Morden bringt Edgar Allan Poe (John Cusack) in Bedrängnis: Der Schriftsteller gerät selbst unter Verdacht, weil die Morde genauso ausgeführt wurden, wie in seinen Horror-Erzählungen zuvor beschrieben. Poe bleibt nichts anderes übrig, als dem jungen Detective Emmett Fields (Luke Evans) bei dessen Ermittlungen zu helfen. Als auch noch seine große Liebe Emily (Alice Eve) in die Hände des Serienkillers gerät, wird die Suche nach dem Täter zu einem atemlosen Wettlauf mit der Zeit, für den Poe alles riskieren muss.

Die fünf neuen E-Government Nutzertypen

19. Oktober 2012
Unterschiedliche Nutzer.

Unterschiedliche Nutzer.

 

Digitale E-Government Pragmatiker sind von den Vorteilen der Online-Bürgerdienste überzeugt: 100 Prozent nutzen bereits E-Government-Angebote, über 60 Prozent haben schon die Online-Steuererklärung ELSTER genutzt. Sie haben Vertrauen in die technische Kompetenz der Verwaltung, das sich auch auf positiven Erfahrungen mit der Verwaltung gründet. Digitale E-Government Pragmatiker sind in der digitalen Welt angekommen, sie nutzen zu 92 Prozent gerne das Internet.

Sehr zufrieden mit dem Online-Angebot der Verwaltung sind auch die Mobilen E-Government Pragmatiker. Bereits 85 Prozent nutzen E-Government und 60 Prozent die elektronische Steuererklärung ELSTER. 91 Prozent nutzen das Internet mehrmals täglich, 97 Prozent haben Spaß an der Internetnutzung. Entsprechend sind den Mobilen E-Government Pragmatikern Risiken im Bereich Datensicherheit und Datenschutz (37 Prozent) bewusst, auch sehen sie im Vergleich mit anderen Online-Angeboten durchaus Nachholbedarf bei Durchgängigkeit (58 Prozent) und Nutzerführung (40 Prozent).

Die Prädigitalen E-Government Desinteressierten zeichnen sich durch eine deutlich unterdurchschnittliche E-Government-Nutzung aus: Nur zehn Prozent nutzen Online-Bürgerdienste. Wesentlich für dieses Desinteresse scheint die geringe Nutzenerwartung dieser Gruppe zu sein: Die vermuteten Vorteile von Online-Bürgerdiensten wie etwa ELSTER liegen bei dieser Gruppe auf dem niedrigsten Niveau.

Auch die Digitalen (E-)Government Skeptiker sind überdurchschnittlich zurückhaltend: Nur 28 Prozent von ihnen nutzen Online-Bürgerdienste. 38 Prozent sagen von sich, dass sie zufrieden mit dem E-Government-Angebot ihrer Stadt oder Kommune sind. Das ist der niedrigste Wert in allen Gruppen. Der mobile Zugriff auf Bürgerdienste wird mehrheitlich als eher unwichtig erachtet. Gleichzeitig sind diese Nutzer in der digitalen Welt grundsätzlich angekommen: sie nutzen zu knapp 90 Prozent gerne das Internet.

Digitale E-Government Unkundige haben bereits zu 75 Prozent Erfahrung mit

E-Government-Angeboten gesammelt. Sie sind sich dessen allerdings nicht bewusst, da sie mit den Begrifflichkeiten offenbar nicht vertraut sind. Dennoch sind sie am Online-Angebot der Verwaltung interessiert und wollen dies zukünftig nutzen. Wichtigste Hindernisse für eine intensivere Nutzung waren für 59 Prozent bislang die mangelnde Durchgängigkeit von Angeboten und für 55 Prozent eine unzureichende Hilfestellung. Nicht nur der PC als Endgerät, auch mobile Endgeräte wie Smartphones oder Tablets werden von 60 Prozent dieser Gruppe als zunehmend wichtig für E-Government angesehen.

Die komplette Studie gibt es hier zum Download.