Archive for the ‘Aufgelesen’ Category

Die größte Werbefläche Hamburgs

2. September 2013
Gegenüber vom Fischmarkt  liegt Hamburgs größte Werbefläche.

Gegenüber vom Fischmarkt liegt Hamburgs größte Werbefläche.

Als Medienmensch interessiert mich natürlich, wo in der Werbe- und Verlagsstadt Hamburg die größte Werbefläche liegt. Und ich wurde im Hamburger Hafen fündig. Es ist das Dock 10 der Traditionswerft Blohm & Voss. Die lange, lange Wand des Docks kann zu Werbezwecken gemietet werden. Leider hatte ich Pech: Bei meinem Besuch in Hamburg war kein Plakat aufgehängt zu sehen, aber ich kam bei einer Hafenrundfahrt zumindest ganz nah ran ans Dock.

Immer wieder zeigen Automobilfirmen, Reedereien oder Fluglinien ihre neuen Produkte. Cool fand ich auch eine Aktion des Deutschen Handwerks, die ein riesiges Handwerksbanner am Dock 10 entrollten.

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Die Werbung wird auf jeden Fall gesehen. Am Elbufer mit den Hamburger Landungsbrücken flanieren täglich Tausende Touristen und Einheimische. Auch der Fischmarkt wird vor der Werbefläche abgehalten. Hier ist also der ideale Ort, um klassische Werbung zu betreiben. Werbeleute haben ausgerechnet, dass eine Frequenz von vier Wochen durchschnittlich 2.227.150 Kontaktchancen hat. Bei einer Frequenz von sechs Wochen sind es durchschnittlich 3.340.726 Kontaktchancen. Die Zahl basiert auf dem GTKC-Wert sowie Hochrechnungen der Besucher des Hafens.

Aber es gibt auch die rote Karte, denn die gezeigte Werbung muss zum Hamburger Hafen passen, schließlich bezeichnet sich Hamburg als das Tor zur Welt. Die rote Karte gab es beispielsweise für ein 2000 Quadratmeter großes Tommy-Hilfiger-Plakat.

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Und die Hamburger übertreiben es auch, finde ich. Nach dem Vorbild von asiatischen Hafenstädten wie Shanghai gibt es immer wieder so genannte Port-Poster. Hier fahren Schiffe mit einer riesigen Werbefläche durch den Hafen und machen fett Werbung. Die Dinger haben die Größe eines Reihenhausgrundstücks von 320 Quadratmetern und werben zum Beispiel für Sky. Das traditionsreiche Hamburger Hafenunternehmen Eckelmann hat diese Werbemöglichkeit für sich entdeckt.

Übrigens, am Hafen habe ich nachts eine Twitterkollegin von mir auf einer Werbefläche entdeckt. Sina Trinkwalder, streitbare Chefin von Manomama, hing auf einem Plakat an der Fassade des G+J-Verlags. Leider konnte ich das Brigitte-Plakat nur in der Nacht fotografieren. War schon etwas ungewöhnlich, mitten in der Nacht auf @manomama zu treffen. Auch eine Art der Werbung.

manomama mitten in Hamburg bei der Brigitte.

manomama mitten in Hamburg bei der Brigitte.

Interessante Idee: Selbstbedienung in Hamburger Eisdiele

31. August 2013

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Ein interessantes Konzept traf ich bei einem Besuch einer Eisdiele in Hamburg an. Ich kenne im Grunde nur Eisdielen, in denen ich Platz nehme und dann wird von einer freundlichen Bedienung meine Bestellung aufgenommen und später werden meine Eiswünsche an den Tisch gebracht.

Bei der Eisdiele hinter dem G+J-Verlag am Venushügel am Hohler Weg ist das nicht so. Ich bestelle mein Eis an der Theke. Der freundliche Herr stellt meine eiskalten Wünsche zusammen, reicht mir mein Eis und ich bezahle.

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“Ware selbst am Tresen abholen.” heißt es eindeutig an der Scheibe der Eisdiele. Anschließend suche ich mir in der Eisdiele innen oder außen einen Platz und genieße mein Eis. Schließlich räume ich mein leeres Glas und den Löffel auf einen Servierwagen. “Benutztes Geschirr bitte hier ablegen!” erinnern mich auch zahlreiche Hinweisschilder.

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Nun, die Eisdiele spart hier massiv Personalkosten und bindet die Kunden selbst ein. Hat sich dafür am Preis was getan? Die Eisbecher liegen zwischen 5 und 6,50 Euro – also im Rahmen und preiswert für die Lage in Hamburg.

Übrigens, das Eis hat hervorragend geschmeckt.

Dry aged Steaks im Hamburger Restaurant [m]eatery

30. August 2013

Ich bin gerade auf dem Dry Aged-Tripp beim Fleisch. Infiziert wurde ich durch meinen Kollegen Thomas Gerlach und die Lektüre der Kochzeitschrift Beef. Und bei einem Besuch in Hamburg schaute ich auch bei [m]eatery vorbei, um deren Dry Aged zu genießen.

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[m]eatery gibt es in Stuttgart und Hamburg. Die Online-Reservierung für Hamburg in der Drehbahn 49 hat ausgezeichnet geklappt und der Tisch stand für mich bereit. Der Ober war ausgesprochen freundlich und nach der Getränkebestellung hatte ich erst einmal Zeit, das Ambiente von Bar und Restaurant zu genießen.

Das Farbdesign des Restaurants in weichen Grün-, Gelb- und Erdtönen erinnerte mich angenehm an die Pixelgrafik von Minecraft. Der etwas ungewöhnliche Name [m]eatery ist eine Kombination aus Eat, Meat und Meet – also Essen, Fleisch und Treffen auf deutsch. Und hier gleich eine Kritik: Die Tische stehen für meinen Geschmack zu nahe beisammen. Ein Geschäftsessen ist in so einer Atmosphäre nicht möglich, wenn der Nebentisch jedes Wort belauscht. Hier hätte ich mehr Abstand zwischen den Tischen gewollt. Ich konnte die Gespräche am Nebentisch genau verfolgen, auch wenn ich das nicht wollte.

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Im Hauptinteresse stand natürlich das Fleisch. Die Steaks stammen aus Argentinien, den USA und Europa und werden von Küchenchef Hendrik Maas und seinem Team zubereitet. Die wunderbaren Dry aged-Stücke sind im Reifeschrank für alle zu sehen. Nach traditioneller Handwerkskunst wird das Fleisch des Weiderindes am Knochen in der gläsernen dry-aged box direkt im Restaurant auf den Punkt gereift. Beim dry-aging wird das Muskeleiweiß durch fleischeigene Enzyme zersetzt, sodass das Fleisch am Ende noch schmackhafter und zarter wird. Dank der dicken, eingetrockneten, äußeren Fettschicht, welche vor der Zubereitung entfernt wird, geht dem Fleisch dabei keine Feuchtigkeit verloren. So das Versprechen auf der Website von [m]eatery und dieses Versprechen wurde voll und ganz eingelöst. Mein Steak, im 800°C heißen Southbend Infrarotofen gegrillt, war fantastisch. Als Vorspeise gab es Tatar in verschiedenen Varianten, auch von ausgezeichneter Qualität.

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Als Genussmensch kann ich das Tatar und die Steaks absolut empfehlen. Die Qualität verwöhnt den Gaumen und lässt keine Wünsche offen. Beim nächsten Hamburg-Besuch steht ein Steakessen im [m]eatery wieder auf dem Programm. Mich hat das [m]eatery überzeugt.

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Etwas verbessert werden muss meiner Meinung nach der Bezahlvorgang. Die Kreditkarte wird vom Ober mitgenommen, der etwas irritiert schaut, wenn man der Abrechnung beiwohnen will. Und das Restaurant scheint nicht auf Bewirtungsbelege fürs Finanzamt ausgerichtet zu sein. Die überreichte Rechnung entsprach nicht den Regelungen fürs deutsche Finanzamt und erst auf Nachfassen erhielt ich eine gedruckte Rechnung auf einem DIN A4-Bogen. Ob dies nur bei mir der Fall war oder Standard ist, kann ich nicht sagen.

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Aufgefallen ist mir auch der schnelle Wechsel der Gäste. Der Durchsatz in dem Restaurant ist sehr hoch und das lädt nicht gerade zum Verweilen ein. Freie Tische habe ich nicht gesehen. Daher klare Empfehlung: Unbedingt reservieren.

Skurrile Geschäfte in Hamburg – ein Besuch lohnt sich

29. August 2013

In Hamburg lässt es sich prima shoppen. Ich meine dabei nicht die Läden, die in jeder Mall oder Fußgängerzone zu finden sind, sondern alteingesessene Geschäfte mit Tradition. Sie haben eine eigene Kultur, einen eigenen Flair und natürlich ihre eigene Geschichte. Wunderbare Gespräche und ein hervorragendes Einkaufserlebnis hatte ich in Hamburg bei Schirm und Co, beim Hutladen Falkenhagen, dem Marine- und Tropenausrüster Ernst Brendler und der Eisenkrämerei Christian Weimeister.

 

Schirm und Co

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In Hamburg schaute ich mich nach einem Pagodenschirm um, der sowohl gegen Sonne als auch gegen Regen schützt. Und in dem einzig verbliebenen Schirmgeschäft in Hamburg Schirm und Co wurde ich fündig. Das Geschäft in der Rosenstraße 6 wird nunmehr in der sechsten Generation geführt und wenn jemand einen qualitativ hochwertigen Schirm sucht, hier wird er ihn finden. Die Betreiber zeigten mir verschiedene Schirmen und ich muss sagen, sie verstehen ihr Handwerk. Mit viel Liebe zum Detail stellte das Team von Schirm und Co verschiedene Schirme vor. Mich beeindruckte ein Kofferschirm. Hier lassen sich Spitze und Griff abschrauben, um den Schirm in einem Koffer zu verstauen. Dies kann beispielsweise für Flugreisende wichtig sein, denn ein spitzer Schirm macht die Sicherheitsleute bei der Abflugkontrolle nervös.

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Viele Schirme kommen aus eigener Herstellung und es macht Spaß, das richtige Material für seinen eigenen Schirm auszuwählen. Auch über das Web können die Schirme bezogen werden,  Rund 150 Schirme pro Jahr werden hier auf Kundenwunsch hergestellt. Billigware gibt es hier Gott sei Dank nicht. Und es gibt immer wieder Tipps für den richtigen Umgang mit Schirmen, auch per Video in YouTube. Hoffentlich regnet es bald wieder.

 

Hüte und Mützen bei Falkenhagen

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Ich finde, US-amerikanische Kappen sehen bei mir doof aus. Also greife ich wieder zu Mütze und Hut. Die optimale Kopfbedeckung schützt vor Sonne im Sommer, wärmt den Kopf im Winter. Das weiß auch Altkanzler Helmut Schmidt oder Deutschrocker Udo Lindenberg. Sie und ich kaufen bei Falkenhagen an der Großen Johannisstraße 7 ein. Nunmehr in der vierten Generation seit 1916 dreht sich hier alles um die optimale Kopfbedeckung. Auch ein starker Service ist die Reinigung, Aufbearbeitung und das Bügeln der Hüte und Mützen. Natürlich lohnt sich das nicht bei der Billigkappe, aber ich habe doch so einige Kopfbedeckungen, die mir ans Herz gewachsen sind. Wie ich erfahren durfte, sind in Hamburg wieder Melonen im Trend. So musste ich mir auch gleich eine klassische Melone kaufen, die ich bei besonderen Anlässen tragen werde. Die Beratung von Modistin Nadia Bunge war übrigens hervorragend und sie versteht auch schon mal einen Witz.

Eine neue Mütze gab es zudem noch.

Eine neue Mütze gab es zudem noch.

Auch hier hat Familie Falkenhagen die Zeichen der Zeit begriffen und über einen Webshop kann der Kunde aus den zahlreichen Kopfbedeckungen auswählen. Als Bayer kaufe ich meine Hüte in der Regel beim Regensburger Hutmacher am Dom, aber beim Familienunternehmen Falkenhagen mache ich schon einmal eine Ausnahme. Hut ist für mich kein Gebrauchsgegenstand, sondern der richtige Hut gehört für mich zum guten Ton.

 

Marine- und Tropenausrüster Ernst Brendler

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Als ich einstmals Geografie studierte, entdeckte ich die Liebe zu fremden Ländern, insbesondere Afrika. Und wer in bestimmte Gegenden nach Afrika geht, der braucht auch eine entsprechende Tropenausrüstung. Die richtige Kleidung finde ich auf jeden Fall bei Marine- und Tropenausrüster Ernst Brendler in der Großen Johannisstraße 15.

Wer das Geschäft betritt, fühlt sich sofort in eine andere Zeit versetzt. Seit 1879 besteht das Geschäft und hat sich einen weltweiten Ruf erarbeitet. Zahlreiche Reedereien vertrauen auf Ernst Brendler. Wenn ausländische Schiffe in Hamburg anlegen, kommen viele Besatzungen hierher zum Einkleiden. Nun, da ich keine Uniformen brauche und nicht zur See fahre, kann ich die Auswahl und Qualität der Marineausrüstung nicht richtig würdigen. Aber eindrucksvoll sind die Uniformen im ersten Stock des renommierten Geschäftes allemal.

Ich finde mich besser in der Tropenkleidung zurecht. Die verschiedenen Hemden und Anzüge aus Naturfasern gibt es in zahlreichen Spezialausführungen. Ich habe mir Hüte angesehen und Tropenhelme ausprobiert und in Deutschland gefertigte Hosenträger gekauft – eine wunderbare Zeitreise, die sich der Hamburgbesucher nicht entgehen lassen sollte. Neben einem Online-Shop gibt es auch eine interaktive Tour durch das Geschäft, unbedingt den ersten Stock ansehen.

 

 

Eisenkrämerei Christian Weimeister

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In der Nähe der Landungsbrücken findet sich beim Johannisbollwerk 19 die Eisenkrämerei Christian Weimeister, die seit über 100 Jahren Schiffe ausrüstet. Gemeint sind Schiffsausrüstung, Werkzeuge, Lampen und maritime Accessoires. Mir haben es die Petroleumlampen angetan und sollte ich einmal eine defekte Petroleumlampe habe, bringe ich sie zur Eisenkrämerei Christian Weimeister. Das gilt auch für die Reparatur von Spiritus-, Benzin- und Gasgeräten. Und wer seine alte Petroleumlampe elektrifizieren möchte, bringt sie ebenfalls hierher.

Einer der wichtigsten Unternehmensschwerpunkte ist die Handelsschifffahrt und fast jeden Tag ist ein Mitarbeiter der Firma im Hamburger Hafen, um benötigte Ausrüstung an die einlaufenden Schiffe zu liefern. Auch ich als Landratte liebe dieses Geschäft mit seiner einmaligen Atmosphäre. Besonders sehenswert ist der alte Buchenschrank hinter dem Verkaufstresen, dessen 600 Schubladen eine Fundgrube für Kleinteile sind.

Mit vielen maritimen Angeboten kann ich in Bayern nichts anfangen, wohl aber mit den wunderbaren Lampen. Die Leuchten sind zum Großteil in Serie gefertigt und in verschiedenen exquisiten Ausführungen erhältlich. Einen umfangreichen Katalog gibt es hier.

Besuch des Versorgungsschiffs Bonn in Hamburg

28. August 2013

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Bei meinem Besuch im Hamburger Hafen habe ich vor kurzem das derzeit größte deutsche Schiff der Bundesmarine gesehen, die Bonn: Die Bonn oder auch A 1413 genannt ist ein Versorgungsschiff der deutschen Marine und wird in wenigen Tagen offiziell in Dienst genommen.

Damit endet eine lange Geschichte der Indienstnahme der Bonn. Das Schiff sollte ursprünglich im Oktober 2012 im Marinestützpunkt Wilhelmshaven in Dienst gestellt werden. Durch Bauverzögerungen aufgrund der Insolvenz der P+S Werften, ist die Bonn wohl jetzt für den 13. September 2013 komplett einsatzbereit.

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Was macht eigentlich so ein Schiff? Das Schiff ist ein Einsatzgruppenversorger (EGV) der BERLIN-Klasse. Die Bonn hat den Auftrag, Einsatzverbände in See logistisch und sanitätsdienstlich mit Verpflegung, Wasser, Munition und Kraftstoffen zu versorgen. Im Juli 2013 bekam die Bonn einen zusätzlichen Mann Besatzung, den Matrosen Beethoven. Es handelt sich um eine Statue der Bertold-Brecht-Gesamtschule Bonn, die der Marine mit den Worten übergeben wurde: “Wo Bonn draufsteht, muss Beethoven drin sein”. Als die Bonn in Hamburg anlegte, stattete ich Beethoven einen Besuch ab und finde es eine nette Idee von den Schülern. Die Statue ist übrigens dem Beethovendenkmal nachempfunden und steht auf See beim Hubschrauber-Landeplatz. Legt die Bonn allerdings an, dann wird Matrose Beethoven direkt an der Gangway stehen. So war es auch in Hamburg. Nachdem ich früher u.a. auch Bundeswehrberichterstatter war und auch gerne mit der Marine gefahren bin, würde ich gerne einmal auf der Bonn mitfahren. Das Schiff wird von zwei  MTU Diesel 20V 8000 M71R mit je 7.200 kW / 9.792 PS anegtrieben.

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Es gibt auch Kritik, dass der Name Bonn für ein Kriegsschiff gewählt wurde.  Eine Initiative „Bonner quer gegen Militär“ protestiert gegen die symbolische Patenschaft mit dem Truppeneinsatzversorger. Die Kritiker sehen in der symbolischen Verbindung eine Tendenz zur “Militarisierung der Gesellschaft”. Ich für mich kann diese Kritik nicht teilen.

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Die lustigen Mülltonnen von Hamburg – kleine Umfrage

27. August 2013

Wer durch Hamburg spaziert, sieht sie eigentlich an jeder Ecke: Die roten Mülltonnen der Stadtreinigung Hamburg. Als ich ein wenig warten musste, hab ich mir die Müllkübel näher angeschaut und mich gefreut. Auf vielen der roten Tonnen sind freche Sprüche aufgedruckt, die zum Thema Mülleimer passen. Beispiele sind: “Stille Eimer sind tief” oder “Ihre Papiere bitte”. Einige Mülleimer haben allerdings keine Aufschrift, die hab ich dann nicht in meine Fotoreihung aufgenommen.

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So entstand also dieses kleine Fotoprojekt bei meinen Spaziergängen durch die Hansestadt Hamburg. An zahlreichen Straßenkreuzungen habe ich die roten Gesellen fotografiert. Nicht selten war ich Spott der vorbeigehenden Fußgänger, die mein Fotoprojekt wohl nicht verstanden und einfach doof glotzen.

Ich habe auf meinen Streifzügen viele saubere Mülltonnen gesehen. Entweder waren sie frisch aufgestellt worden oder die Hamburger in diesen Stadtteilen gehen sorgsam mit dem öffentlichen Eigentum um.

Tja und dann habe ich auch viele Müllkübel entdeckt, die komplett verdreckt waren. Oder sie wurden umgestoßen. Viele von ihnen wurden beklebt, so dass die frechen Sprüche kaum noch zu lesen waren. Scheinbar haben manche Leute keinen Respekt vor dem städtischen Eigentum, das die Hamburger mit ihren Steuergeldern bezahlen.

Die lockere Jagd ging auch in der Nacht weiter. Hier war die Resonanz der Hamburger auf meine Fotoaktion noch etwas mehr mit Kopfschütteln verbunden. Als ich blitzen musste, schreckten sie zusammen und nannten mich so manches böses Wort. Naja.

Kleine Umfrage zum Schluss: Welcher Spruch hat dir am besten gefallen? Zu gewinnen gibt es nix.

DVD als Beigabe für Kaffee

25. August 2013

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Irgendwie verfällt die Kunstform Film langsam mehr und mehr. Scheinbar haben wir uns daran gewöhnt, dass irgendwelchen Zeitschriften DVDs mit Filmen beiliegen. Wenn den Redaktionen schon nichts einfällt. weshalb ich ihr Printprodukt kaufen soll, dann kaufe ich es eben wegen der beiglegten Film-DVD.

Eigentlich habe ich gedacht, dass dieser Trend am Ende ist. DVD-Zugaben haben in den neunziger Jahren noch funktioniert, aber heute im Streaming-Zeitalter? Aber jetzt habe ich beim Einkaufen eine neue Variante entdeckt. Eine DVD als Beigabe, wenn ich einen Kaffee kaufe. Die Jura brauchte neues Futter und ich entdeckte die Melitta-Bohne Bella Crema. Und da hängt doch glatt eine DVD von Slumdog Millionär dran. Guter Film und sehr guter Soundtrack, der sich wirklich lohnt. Das Medium Film verliert durch solche Aktionen seine Status als Leitmedium.

Warum muss der Film eigentlich immer eine Beigabe sein? Sind Filme heute nichts mehr wert, so dass ich sie im Grunde verschenke? Wie wäre es denn mit einer DVD/Blu ray und als Beigabe hängt der Roman dabei? Ich sage voran, dass in Kürze Musik-CDs als Beigabe kommen. Die Copyrights von Musik laufen ab und ich könnte mir Blues-Musik als Kaffee-Beigabe vorstellen. Oder italienische Opern bei einem Reiseführer durch die Mailänder Scala.

 

Meine Gedanken zu Bahnhöfen und Flugplätze

21. August 2013
Kleines Panorama vom Frankfurter Hauptbahnhof.

Kleines Panorama vom Frankfurter Hauptbahnhof.

Der Frankfurter Hauptbahnhof feierte vor kurzem sein 125-jähriges Bestehen. Vor der Festwoche hatte ich ein bisschen Zeit auf dem Bahnhof verbracht und mich ein wenig umgeschaut. Ich kann mir schon vorstellen, dass der Bahnhof im Jahre 1888 wirklich eine Revolution gewesen war. Seiner Eröffnung damals fiel aufgrund des Todes von Kaiser Friedrich III. nur spärlich aus. Die fette Party wurde abgeblasen. Jetzt hat die Deutsche Bahn zur 125. Jahr Feier seinen Hauptbahnhof richtig herausgeputzt und die fette Party wurde nachgeholt. Die Bahn lockte mit zahlreichen Attraktionen und sie hat ein YouTube Video ins Netz gestellt bei denen die Besucher eine Zeitreise zurück ins Jahr 1888 miterleben konnten: Schaffner, Ingenieure, Reisende, Liebespaare und viele weitere Zeitzeugen in Kostümen dieser Zeit erzählten von den Geschehnissen rund um den damals neuen Bahnhof.

Für mich gehört die Eisenbahnromantik der Vergangenheit an. Als Reisender, der viel mit Bahn und Flugzeug unterwegs ist, habe ich mir über meine Mobilität einmal Gedanken gemacht. Ich habe den Eindruck, dass es auf Flughäfen deutlich geordneter zugeht als auf Bahnhöfen in Frankfurt, München oder Leipzig. Wie oft falle ich an Bahnhöfen über Gepäckstücke, muss ausweichen, weil mich Leute schneiden. Und auch ist auf Bahnhöfen allerlei seltsames Volk unterwegs – zugegeben auf Flughäfen ist dieses Volk nur besser gekleidet.

Das Problem der Hektik kommt daher, dass ich zum Zug in der Regel eile. Ich fahre just in Time. Beim Flieger muss ich aufgrund des Check ins und der Sicherheitskontrolle warten. Natürlich  kommt beim Flughafen auch mal Hektik auf – in der Regel bei mir bei US-Flügen, wenn dir Homeland Security wieder ewig braucht und ich meinen Anschlussflieger zu verpassen könnte.

Nach dem Check in kehrt in der Regel am Flughafen Ruhe ein. Am Gate halten sich grundsätzlich nur die Leute auf, die den jeweiligen Flieger erwischen müssen. Einen Check in am  Bahnhof gibt es nicht. Und den Gleisen ist deutlich mehr Hektik. Es gibt deutlich weniger Sitzplätze und die ganze Atmosphäre ist viel lauter.

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Der Unterschied zeigt sich auch bei den unterschiedlichen Geschäften. An Bahnhöfen sind vor allem Läden des täglichen Bedarfs und viele Fressbuden. Am Flughafen habe ich mehr Muse und schaue mir neben Duty Free vor allem teure Markenartikler an. So entstand meine Liebe zu Füller, Tücher, Taschen. Ich denke, dass so mancher Markenladen nur aus Imagegründen am Flughafen vertreten ist.

Und leider, verstehe ich die meisten Durchsagen am Bahnhof nicht. Das liegt nicht daran, dass ich schwerhörig bin. Oftmals fährt genau in dem Moment der Lautsprecherdurchsage am Zug mit lautem Quietschen und Getöse ein, sodass die Durchsage im Lärm untergehen.

Und wie oft habe ich es erlebt, dass im Untergeschoss vom Bahnhof irgendwelche Leute ihre Notdurft in Ecken verrichten, um die 50 Cent für die Toilette zu sparen. Es stinkt oftmals nach Pisse und Kotze.

Das war 1888 in Frankfurt sicherlich nicht der Fall. Damals war die Eisenbahn ein modernes, zukunftsgerichtetes Transportmittel. Neulich schaute ich mir auf DVD den wunderbaren Film von Martin Scorsese Hugo Cabret an. Dort wird eine Eisenbahn-Romantik an einem Pariser Bahnhof wunderbar in Szene gesetzt. So muss es damals gewesen sein, als Bahnhöfe die Kathedralen der Technik gewesen sind. Trotz Hektik habe ich die Zeit auf dem Frankfurter Hauptbahnhof genossen. Ich hatte keine Eile und konnte bei einer Tasse Kaffee mir den Trubel anschauen. Ich schaute mir die ganze Sache von der Terrasse eines Kaffees an. Und stellte mir vor, wie es wohl 1888 gewesen sein muss, als die Eisenbahn wirklich eine Revolution war. Aber vorbei ist vorbei. Es kommt etwas neues.

Ich hoffe, dass es bald Alternativen zu Flugzeug oder Eisenbahn gibt.Der Individualverkehr via Auto kann auch nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Neulich habe ich von einer Idee eines amerikanischen Milliardärs gelesen, der Reisende durch ein Rohr durch die Gegend schicken will. So eine Art Rohrpost für Reisende. Da gefällt mir das Beamen von Raumschiff Enterprise doch entscheidend besser.

Ärger um die Ü-Eier für Mädchen oder heiße Luft?

20. August 2013

Über was sich die Leute aufregen können. Jetzt sind es wieder Überraschungseier – das legendäre Ü-Ei. Immer wenn ich es sehe, summe ich den dummen Marketingohrwurm: In jedem siebten Ei, bin ich mit dabei. Aber seit August 2012 bekommen die Eier Ärger, weil es spezielle Ü-Eier für Mädchen gibt. Ferrero kam auf die Idee, rosa Eier anzubieten mit Feen. K2 wird es gefallen, aber die Feministinnen laufen Sturm. Verdummung durch das rosa Ei.

Lebendige Werbung für Ü-Eier für Mädchen im Münchner Hauptbahnhof.

Lebendige Werbung für Ü-Eier für Mädchen im Münchner Hauptbahnhof.

im Hauptbahnhof München traf ich auf eine Truppe von Damen, die Werbung für die Eier liefen. Ei love rosa – lautet der Werbespruch von Ferrero. Als Überraschung gibt es im Ei Figuren der Serie WinX-Club – hab ich übrigens nie gesehen. Die Figürchen sind Feen mit langen Haaren und langen Beinen in Hotpants, Miniröcken und Bustiers. Die Feministinnen sind sticksauer auf Ferrero.

Auf jeden Fall macht der Ü-Ei-Hersteller eine gute PR-Arbeit. Sie sind auf die Kritik der Feministen vorbereitet und lassen sie ins Leere laufen. Die Feen aus dem „Winx-Club“ – bekannt aus der gleichnamigen und überaus erfolgreichen Zeichentrickserie – führen die erste Sonderserie an. Aber auch das Basissortiment vom Mädchen-Ei hält viele Hits bereit: Klassische „Mädchensachen“ wie Blumen-Ringe und bunte Armbänder mit Tiermotiven sind ebenso dabei wie aktivierende Überraschungen zum Werfen und Spielen und solche, bei denen es auf Kreativität ankommt und gemalt, gepuzzelt und gebastelt werden darf – so heißt es in einer Pressemitteilung. Wenn die Feen bei K2 nicht ankommen, die Kreativspielzeuge tun es auf jeden Fall.

Getrennte Eier für Buben und Mädchen.

Getrennte Eier für Buben und Mädchen.

Erkenntnisse aus der Trend- und Marktforschung inspirierten kinder Überraschung dazu, ein spezielles Mädchen-Ei zu kreieren. Damit kommt kinder Überraschung den Anforderungen und Wünschen der Mädchen von heute entgegen.„Die Girls lassen sich heutzutage nicht mehr in nur eine Schublade stecken. Pink und Ponyhof gehören genauso dazu wie Fußball und Frauenpowe“, erläutert Axel Dammler, Geschäftsführer von iconkids & youth, einer Gesellschaft für Markt- und Meinungsforschung, die sich seit Jahren vor allem mit jungen Zielgruppen beschäftigt. „Eigene Erhebungen haben uns diesen Trend bestätigt. Von Puppen bis Frisbee – das neue Mädchen-Ei bietet genau diese Vielfalt, die Mädchen von heute einfach ausmacht“, so Sandra Sauer, Produktmanagerin kinder Überraschung.

Ich bin mal gespannt, wie die Diskussion weitergeht. Auf jeden Fall kamen die Werbeträgerinnen im Münchner Hauptbahnhof bei den Reisenden gut an. Die vier Damen samt Wägelchen mussten als begehrtes Fotomotiv herhalten (auch für mich). Kritik an Ferrero konnte ich am Hauptbahnhof nicht festellen.

Wenn Regentropfen an das Fenster klopfen …

19. August 2013