Archive for the ‘Aufgelesen’ Category

Liebe Bahn, ich bin mal wieder sauer auf dich

1. Oktober 2013

Es gehört ja zum guten Ton sich über die Bahn aufzuregen. Ich bin ein großer Bahnfahrer und nutze als Freiberufler in der Regel den ÖPNV. Natürlich gefällt es mir nicht, dass die Deutsche Bahn ihre Fahrpreise erhöht. Ich habe schon oft Ärger mit euch gehabt und darüber gebloggt. Aber im Moment ärgert es mich, dass ich wegen der Bahn mein Geschäft nicht planen kann.

Ich bekomme im Moment zeitkritische Termine im Dezember hinein und würde gerne eine Reiseroute ausarbeiten und sie dann mit meinem Kunden abstimmen. Denkste – geht nicht – geht nicht, wenn ich auf die Bahn setze. Ich liebe die Bahn App, aber wer im Moment über den 15. Oktober hinaus planen will, der bekommt als Antwort, dass es im Moment nicht möglich ist. Erst ab 15. Oktober, denn dann tritt der Winterfahrplan in Kraft.

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Dankeschön liebe Bahn. Ich kann natürlich Verbindung bis zum 15. Oktober eingeben und hoffe, dass sie im Winterfahrplan auch so stattfinden. Aber kann ich mir sicher sein? Nee, kann ich nicht. Ich habe keinerlei Planungssicherheit und Kunden nerven mich, was nun mit den Terminen sei.

Warum braucht die Bahn einen Stichtag, bei dem sie auf den Winterfahrplan umstellt. Warum geht das nicht sukzessiv? Auch so ein Unternehmen wie die Bahn kann doch planen. Ich kann Ihnen gerne meinen Kollegen Dr. Michael Homberg als genialen Projektmanger zur Seite stellen.

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Ich reg mich also mal wieder auf über die Bahn und versteht die Welt nicht. Da kommt die aktuelle Preiserhöhung natürlich erst recht. Sagt mal, spinnt ihr? Mal sehen, was meine Kunden sagen, wenn ich ihre Preise auch anhebe. Vielleicht brauch ich dann gar nicht mehr mit der Bahn fahren, wenn ich keine Aufträge mehr hab. Mann, bin ich sauer.

Der Bamberger Bierkrieg 1907

24. September 2013

Kennen Sie den Bamberger Bierkrieg? Nein, kannte ich auch nicht. Und daher habe ich auf Einladung der Friseurinnung Bamberg eine Stadtführung zum Thema Bier mitgemacht. Durchgeführt wurde diese Führung von Claudia Büttner und ihrer hervorragenden Agentur Abenteuer Bamberg.

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Wir machten Halt beim Leschen Brunnen. Hier konnten die Brauer in der Vergangenheit das beste Brauwasser von ganz Bamberg schöpfen. Es ist reines, frisches Quellwasser – ideal zum Brauen, anders als das verschmutzte, von Färbern verunreinigte Wasser der Regnitz.

Der Leschen-Brunnen befindet sich vor dem heutigen Gasthof Weicherich, eine klassische Schankwirtschaft. Hier wurde 1907 der Bamberger Bierkrieg ausgefochten. Eine Erhöhung des Bierpreises war Auslöser für den ersten Bamberger Bierkrieg. Am 1. Oktober 1907 erhöhten alle Bamberger Brauereien, immerhin über 30 Brauereien in der Stadt, den Preis für ihr Bier. Es handelte sich um eine Erhöhung um einen Pfennig. Von zehn Pfennig auf elf Pfennig. Und der Bierkrieg begann. Die zehnprozentige satte Preiserhöhung wollten sich die Bamberger nicht bieten lassen. Der Gastwirt Georg Weicherich war ein guter Geschäftsmann und fand die Lösung. Er orderte Bier aus Forchheim, brachte es nach Bamberg und schenkte es in seiner Gastwirtschaft aus. Die etablierten Bamberger Brauereien waren darüber nicht begeistert, denn ihre Kundschaft für das Feierabendbier blieb aus.

Am 7. Oktober 1907 war der Bierkrieg auch schon wieder zu Ende. Die Bamberger Brauereien nahmen die Preiserhöhung zurück. Die durstige Bevölkerung hatte gesiegt.

Eine Postkarte erinnert an den Bierkrieg.

Eine Postkarte erinnert an den Bierkrieg.

Einzelhandel: Per E-Mail einkaufen und bequem abholen

22. September 2013

Viele Einkaufsmöglichkeiten, wie es sie in den USA schon lange gibt, setzen sich auch Zug um Zug bei uns durch. Ich weiß noch, wie angenehm es war, in den USA Kinderklamotten zu kaufen. Ich suchte die Sachen online bei GAP aus, bestellte sie und holte sie in einem Laden in San Francisco ab. Später konnte ich direkt eine E-Mail senden und meine Einkaufstüte lag perfekt zusammen gepackt an der Kasse bereit.

Diesen Service haben mehr und mehr deutsche Geschäfte auch für sich entdeckt. Als ich neulich beim Billig-Klamottenladen C&A war, entdeckte ich an der Kasse folgende Möglichkeit: Click and collect. Ich kann auf der Webseite des Unternehmens meine Sachen zusammensuchen und in einer Filiale der Wahl abholen. Dort kann ich die Kleidung auch gleich Anprobieren, um zu sehen, ob der Einkauf auch wirklich passt.  Ich muss mich also nicht mit Hunderten von Leuten um irgendwelche Schnäppchen schlagen.

Toller Service bei C&A

Toller Service bei C&A

Aber nicht nur landesweite Ketten setzen auf diesen Service, auch mein kleiner Schreibwarenladen am Dorf macht das. So bietet Schreibwaren Auer in Maisach, westlich von München, diesen Service an. Besonders zum Schulbeginn in Bayern habe ich auf diesen Service zurückgegriffen.  Wer weiß, welcher Stress in einem Schreibwarenladen zu Schulbeginn herrscht, wird mich verstehen.  Etliche Mütter mit Bestellzetteln ausgerüstet, belagern den Schreibwarenladen, um Hefte, Stifte, Lineal und ähnliches Material für den Schulanfang zu besorgen. Für die Verkäufer bedeutet dies Großkampftag und richtig Stress.

So muss Einkaufen sein. Bestellung online und dann abholen.

So muss Einkaufen sein. Bestellung online und dann abholen.

Da lobte ich mir den neuen Service von Schreibwaren Auer.  K1/2  kam nach Hause,?und zusammen gaben wir die Bestellliste des Schulmaterials per E-Mail auf. Kurz vor Ladenschluss schaute ich entspannt vorbei und nahm ein gebündeltes Paket von Schulmaterial in Empfang. Falls es Unklarheiten gab, wurden sie sofort besprochen und gelöst.  So macht mir lästiges Einkaufen Spaß.

Da wir gerade beim Schulmaterial sind, muss ich allerdings ein Hühnchen mit den Lehrern rupfen. Es ist doch wirklich nicht zu viel verlangt, dass sie eine genaue Angabe über ihre Heftwünsche ausstellen: Lineatur 28 (kariert mit 2 Rändern), durchgehender Rand, abgerundete Ecken, Lineatur 01 (liniert),  Ein Blick auf die Webseite von Schulheft-Herstellern weiß, was ich meine.

Und wenn man Schulbücher in Auftrag gibt, dann gibt es so eine nette Erfindung die nennt sich ISBN-Nummer. Aber oftmals steht auf dem Anforderungszettel der Lehrkraft nur so vage Begriffe wie Formelsammlung für die XY Klasse.  Damit kann keiner etwas anfangen. Weder Eltern noch Schreibwarenhändler! Liebe Lehrer, nehmt euren Job hier ernst, ich muss meinen auch ernst nehmen.

 

Bergung der Costa Concordia am iPad

17. September 2013

Faszinierend und angewidert zugleich saß ich gestern den ganzen Tag vor dem Rechner und habe mir die Bergung des verunglückten Kreuzfahrtschiffes Costa Concordia angesehen. Die Tagesschau hat einen unkommentierten Livestream ins Netz gestellt, davon habe ich diese Screenshots als Gebührenzahler gemacht.

Ein alter Freund und Bekannter von mir, Franz Neumeier, Betreiber des wichtigsten deutschen Kreuzfahrtblogs Cruisetricks, hat mich am Morgen auf die Bergung in seinem Twitterkanal aufmerksam gemacht. Bei den Bildern denke ich mir immer wieder: Welche Angst mussten die Passagiere erleiden, als das Schiff kenterte. Die Costa Concordia war im Januar 2012 vor der italienischen Insel Giglio gekentert. 32 Menschen kamen ums Leben; zwei Leichen sind bis heute nicht geborgen worden. Vielleicht finden die Verantwortlichen bald die sterblichen Überreste.

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Am iPad verfolgte ich den ganzen Tag über den Stream. Dabei muss ich zugeben, dass ich dankbar war, nicht durch das Gequatsche irgendwelcher Reporter oder so genannter Experten gestört zu werden. Der unkommentierte Livestream zeigte Bilder, die Arbeitsatmosphäre und brachte die Live-Geräusche. Ich konnte beobachten, wie sich das verrostete Wrackteil zu heben begann. Es lag über 20 Monate im Salzwasser und sah entsprechend aus.

Mir schaudert bei dem Gedanken, dass noch zwei Tote an Bord dieses riesigen Stahlkolosses es zu finden sind. Wie müssen sich bei der Bergung die Angehörigen fühlen?  Und wie muss ich wohl der Kapitän fühlen, der scheinbar das Unglück zu verantworten hat?

Den ganzen Nachmittag über machte ich einige Screenshots. Der Stream lief auf meinem iPad und so konnte ich dank Web ganz nah bei der Bergung dabei sein. Auch eine neue Erfahrung für mich als Reporter. Die Livebilder waren gestochen scharf und interessant, obwohl so eine Schiffsbergung natürlich recht langsam vor sich geht. Stück für Stück, Zentimeter um Zentimeter hob sich das einst stolze Schiff aus dem Wasser. Für mich als Laien ist so eine Bergung , eine große technische Meisterleistung. Es war trotz schnellem Internet eine Art Entschleunigung.

Ich habe immer noch die Katastrophenfilme der siebziger Jahre vor Augen. Es begann mit dem Film flammendes Inferno, dann kann Erdbeben, und dann kam eine Reihe von Schiffs- und Flugzeugkatastrophenfilmen. Gerade die Flugzeuge und die Schiffe wurden am Ende immer spektakulär gehoben. Doch die Bergung der Costa Concordia stellt Hollywood in den Schatten. Das ist Realität, nicht Fiktion, die sich vor meinen Augen abspielte.  Und so eine Realität dauert halt auch seine Zeit.

Wir haben in der Familie diskutiert, welche Auswirkungen das Unglück auf das Reiseverhalten von uns hat. Während mein Vater Abstand vor einer Kreuzfahrt genommen  hat, ist meine Mutter immer noch ein riesiger Fan. Ich selbst würde gerne einmal die Hurtingroute bereisen. Genauso wenig wie mich Unfälle auf der Straße vom Autofahren abhalten oder Flugzeugabstürze vom Fliegen, so werde ich irgendwann meine Kreuzfahrt machen.

Vorbildlich: Räuber-Teller in Wirtschaften

13. September 2013

Gerne esse ich in Franken. Ich liebe die kleinen Gastwirtschaften, die meist noch eine Brauerei dabei haben. Wie vor kurzem im „Schwarzen Adler“ im Ortsteil End von Bad Staffelstein. Die Wirtschaft hat das Braurecht seit 10. Dezember 1791.

Der Schwarze Adler in End (Bad Staffelstein).

Der Schwarze Adler in End (Bad Staffelstein).

Als ich mit meinen Kindern dort zu Gast war, entdeckte ich auf der Speisekarte den Schnorri-Teller. Eine super Idee, die hier im Schwarzen Adlber und von vielen anderen Gastwirtschaften angeboten wird. Mal heißt er Schnorri-Teller, mal heißt er Räuber-Teller. Dahinter verbirgt sich ein leerer Teller samt Besteck. So kann der Nachwuchs vom Teller seiner Eltern etwas schnorren, räubern, stibitzen und die ganze Sache kostet nichts extra. Ich finde es super und absolut beispielhaft.

Der Schnorri-Teller auf der Speisekarte.

Der Schnorri-Teller auf der Speisekarte.

Oftmals war ich in so genannten Restaurants zu Gast (Betonung liegt auf Gast), in denen meine Kinder etwas bestellen mussten, obwohl sie keinen großen Hunger hatten und eigentlich viel lieber bei mir etwas mitessen wollten. Aber nein das ging nicht, der Gastwirt bestand darauf, dass die Kinder auch etwas bestellen. Übrigens, hier war ich dann auch das letzte Mal zu Gast. Der Schnorri-Teller ist gute Idee und sollte für viele Wirtschaften ein Vorbild sein.

Übrigens, so sieht das Essen dort aus – lecker:

 

11. September: Here is New York: A Democracy of Photographs

11. September 2013

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Zwölf Jahre sind nach den erschütternden Ereignissen zum 11. September nunmehr ins Land gegangen. Immer wieder wurde damals gesagt: die Welt wird nicht mehr die gleiche sein. Diese Mahner sollten Recht behalten: die Feldzüge in Afghanistan und anschließend im Irak haben die Welt verändert. Auch die USA haben sich komplett verändert: aus dem Land der Freiheit ist ein Land des Misstrauens geworden. Die heutigen Affären um die NSA zeigen, wohin Überwachung führen kann.

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Ich habe aus meinen Archiv ein eindrucksvolles Fotobuch über den 11. September geholt. Es gibt viele Bücher, die die Ereignisse in New York dokumentieren und analysieren. Für mich ist das Buch Here is New York: A Democracy of Photographs eines der besten Bücher. Nach dem 11. September setzte die Bilderflut über die zusammenbrechen Türme ein. Die Organisation Here is New York wollte diese Bilderflut über den Schmerz und die Trauer der New Yorker in einem eindrucksvollen Werk festhalten. Sie riefen die New Yorker auf, ihre Bilder einzusenden: Und die Bewohner der angegriffenen Stadt folgten diesem Aufruf. Amateure und Profis schicken ihre Fotos, Dias und Ausdrucke. Viele von ihnen wurden in diesem Kilo schweren, 860 seitigen Buch abgebildet.

Das Buch zeigt unterschiedlichen Eindrücke, die unterschiedlichen Perspektiven, die unterschiedlichen Stile, und die unterschiedliche Trauer wie New York auf diesen Angriff reagierte. Wir sehen natürlich die einstürzenden Türme, wir sehen wie verzweifelte Leute aus dem Wolkenkratzer in den Tod springen und auf dem Boden aufschlagen. Wir sehen das Entsetzen in den Augen der Passanten, ihre Wut, ihre Verzweiflung und ihre Angst. Die Arbeit der Feuerwehrleute und Polizei wird ebenso dokumentiert wie die Arbeit der vielen freiwilligen Helfer. Nachdem die Türme eingestürzt sind, begann das Aufarbeiten: Leute suchten ihre Angehörigen. Und dieses Buch zeigt, wie New York auf diese Angriffe reagiert: Die einen schworen Rache, die anderen mahnten zu Besonnenheit: Wir brauchen keine Cowboys.

Der Titel des Buches Here is New York: ist auch gleichzeitig Programm: So wie New York ein Schmelztiegel verschiedener Kulturen, Strömungen, und Interessen ist, ist dieses Buch ein Schmelztiegel der Verarbeitung um den 11. September.

Zudem habe ich einige New York Bilder einer Reise vom August 2012 hier angefügt, die den 11. September im Straßenbild dieser Stadt zeigen.

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Inline Animals – Schaukelpferd im Shopping Center

7. September 2013

Mädchen lieben Pferde – so zumindest das Klischee. Und die Weltneuheit “Inline Animals” bedient dieses scheinbare Bedürfnis. Das durfte ich neulich in den Münchner Pasing Arkaden feststellen. In der neuen Mall in Pasing kamen mir auf einmal Pferde samt Reiterinnen entgehen. Pferde in einem Shopping-Center?

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Die Pferde waren natürlich nicht echt. Es waren Schaukelpferde, die sich samt Reiterinnen durch das Shopping Center bewegten – galoppieren kann ich nicht schreiben. Die Inline Animals sind Plüschschaukelpferde auf denen die Kinder reiten können. Es gibt sie in drei Größen: 70, 90 und 110 Zentimeter Höhe. Der Ausritt auf Pferd, Esel oder Zebra in Pasing kostete für 10 Minuten zwei Euro und der Andrang war enorm.

Nachdem wir ein paar Minuten auf das nächste freie Pferd warten mussten, wurden mir auch gleich die Vorteile von “Inline Animals” erklärt: Das Kind hat Freude an der Bewegung – was sicherlich einigen Stadtkinder gut tut. Das Reiten fördert die Entwicklung von Balance und Koordination und stärkt die Muskulatur des Rückens, des Bauches und der Beine.

Naja, alles in allen: Mein Hauptvorteil: Das Kind stinkt nicht mehr nach Stall und Pferd. Aber natürlich ist es nicht mit einem richtigen Pferd vergleichbar.

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Bärenstark: Wir basteln uns einen Teddybär

6. September 2013

Alle Bärenfreunden geht bei den Bärenmachern das Herz auf. Ich habe die erfolgreiche Kette vor kurzem in den Münchner Pasing Arkaden entdeckt und finde die Geschäftsidee hervorragend. Kinder und Eltern können sich ihren persönlichen Bären selbst anfertigen, getreu dem Firmennamen Build a Bear.

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Wie entsteht der persönliche Bär? Zunächst muss der Bärenfreund das Fell des Bären aussuchen. Hier stehen verschiedene Felle zur Auswahl: Flauschig, strubbelig und in verschiedenen Farben, mal als grüner Frosch, mal als Hase mit langen Ohren, mal sogar als Hello Kitty, getreu dem Motto: Wer die Wahl hat, hat die Qual.

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Anschließend wird der Bär mit Watte gefüllt. In einer drehenden Trommel befindet sich die Watte und über einen Schlauch wird der Bär befüllt. Dabei tritt das Kind ein Fußpedal und kann die Menge der Füllung steuern. Zudem muss sich das Kind ein Herz aussuchen, reiben und ein Küsschen geben. Mit einem geheimen Wunsch verstehen, wird das Herz in den Bären eingenäht. Es ist ein bisschen, wie Leben einhauchen. Wir haben verzichtet dem Bären ein Geräusch zu geben. Ein Soundchip hätte in den Bären implantiert werden können, aber die Geräusche hatten uns nicht gefallen und sind außerdem störend.

Nach einem Aufbürsten kann der Bärenfreund jetzt Klamotten und Schuhe aussuchen. Aktuell steht Oktoberfest-Kleidung hoch im Kurs. Auch das haben wir unterlassen, weil ein Bär zum Kuscheln da sein soll und nicht zum Anziehen. Und die Wiesn mag bei uns auch keiner. Am Ende gibt es noch eine Geburtsurkunde und einen Bärenpass sowie ein Bärenhaus aus Pappe.

Die Kinder sind von dem System begeistert. Die Mitarbeiterinnen von Build a Bear gehen wunderbar auf die Kinder ein und fragen immer wieder nach.

Also, die Kinder fanden ihren Bären und den Bärenworkshop bärenstark und ich selbst ertappte mich dabei, dass ich schon über das ein oder andere Bärenfell strich.

Hamburger Leckerbissen und Top Locations

4. September 2013

Echte Seebären essen Labskaus und ich als Bayer musste dieses traditionelle Gericht der Seefahrer auch einmal probieren. Als Restaurant wählte ich das Parlament, weil es wunderbar zentral liegt und gleichzeitig einen guten Ruf genießt. Im einzigen Rathaus der Welt, in dem zwei „Parlamente” zu Hause sind: die Hamburger Bürgerschaft und das Restaurant „Parlament“.

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Küchenchef des Parlaments ist seit April 2012 Jan Knitter aus Salzwedel. Er hat eine interessante Biografie hinter sich: Souschef in der Lufthansa-Lounge der Expo 2000, Demichef de Cuisine im Steigenberger Hotel Hamburg sowie Chefsaucier im Parkhotel Steimker Berg Wolfsburg. Zuletzt war er im Restaurant Maybach in Köln beschäftigt. Zusammen mit 20 Köchen sorgt er für eine exzellente Küche im Hamburger Parlament. Obwohl die Auswahl der Speisen sehr verlockend war, wollte ich etwas deftiges, traditionelles und wählte daher Labskaus.

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Labskaus wurde zubereitet mit gepökeltem Rindfleisch, Matjes, roter Bete, Zwiebeln und Kartoffeln. Dazu gab es Bismarckhering, eine Gewürzgurke und Spiegelei. Lecker, und ich muss zugeben: Ich bin ein guter Esser, aber die Portion schaffte ich nicht. Ich kann mir gut vorstellen, dass echte Seebären davon statt werden – ich als Bayer wurde es. Übrigens habe ich draußen gegessen im Hof des Rathauses. Hier zeigte sich mir ganz unvermutet der wohl schönste Platz mitten in der City. Abgeschirmt von Lärm und Hektik konnte ich hier unter großen Sonnenschirmen meine Mahlzeit genießen – mit Blick auf den plätschernden Hygieia-Brunnen (Göttin der Gesundheit). Irgendwie ein Hauch von italienischer Piazza mitten in Hamburg.

 

Abends schaute ich in der neuen Hamburger HafenCity im Restaurant COAST by east vorbei. In absoluter Toplage, mit Blick auf das Millionengrab Elbphilharmonie in der HafenCity, macht das COAST die Hamburger Gastronomie-Szene um eine Attraktion reicher. Ich traf auf zwei unterschiedliche gastronomische Konzepte: Das Seafood-Restaurant COAST in der oberen Etage und die Sansibar Winebar im Erdgeschoss. Beide Locations bieten etwas fürs Auge und auch wenn man nur einen Cocktail in der gut sortierten Bar zu sich nimmt, der Blick ist genial. Das COAST bietet einen interessant gestalteten Innenraum mit einer mit Pflanzen begrünten Innenwand und großer Fensterfront. Ich habe aber auf der Außenterrasse Platz genommen, wo ich einen schönen Blick auf HafenCity hatte. Zu essen gab es allerhand Seafood asiatischer Zubereitung und Sushi von den offenen Sushitresen.

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Das COAST ist im Marco Polo-Tower untergebracht. Ein sehr eindrucksvolles Gebäude in der HafenCity. Lästermäuler bezeichnen das Gebäude als großen Dönerspieß. Wer sich die Architektur ansieht, versteht den Vergleich sofort. Und der Dönerspieß ist ein teures Pflaster. Der Boxer Klitschko hat hier ein Appartement mit Blick auf den Hamburger Hafen – der Herr weiß eben, was gut ist.

 

Einen Absacker habe ich mir dann noch in der Cocktailbar CIU` DIE BAR an der Binnenalster gegönnt.  CIU` DIE BAR bot mir geschmackvolles Design in gut klimatisierten Räumen. Ob an der Bar, in der  Bacardi Lounge, auf Lederbänken oder von Mai bis Oktober auf der großen Sonnenterrasse mit maritimem Flair, das CIU` lohnt einen Besuch. Wer Lust hat, kann sich durch die rund 1000 unterschiedlichen Spirituosen durchtrinken. Allerdings könnten die Kellner etwas aufmerksamer sein. Sie waren mehr mit eigenen Gesprächen beschäftigt als mit den Kunden. Aber vielleicht gehört sich das so in einer Szene-Bar.

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Wer Raucher ist, der kann auch ab 18 Uhr die Raucher-Lounge, CIU´ DAS EVENT genannt, besuchen. Es sieht sehr stilvoll aus und lädt zum Chillen ein. Als Nichtraucher habe ich allerdings die Location gemieden.

Der Spagat vom Hamburger Michel

3. September 2013

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Wer Hamburg besucht, der sollte unbedingt auch die Kirche Sankt Michaelis, besser bekannt als Hamburger Michel, besichtigen. Es ist eines der Wahrzeichen der Stadt und ein Tourismusmagnet. Der Blick vom Turm ist phänomenal. Und das Innere der Kirche ist wirklich sehenswert und hörenswert. Die evangelische Kirche besitzt fünf Orgeln. Wer Zeit hat, sollte der Mittagsandacht lauschen. Um 12 Uhr gibt es nicht nur erbauliche Worte, sondern auch ein kostenloses Orgelkonzert im dem lichtdurchfluteten Gotteshaus.

Als Tourist genoss ich den wunderbaren Bau, doch die Kirche muss einen großen Spagat machen. Auf der einen Seite ist sie eine Sehenswürdigkeit ersten Ranges, auf der anderen Seite ist sie ein Gotteshaus mit einem aktiven Gemeindeleben.

Nach meiner Mittagsandacht fand eine Taufe statt und die Kirchenmitarbeiter hatten alle Mühe, die Touristen aus der Kirche hinauszukomplementieren. Hier noch ein Foto, da noch ein Video, während die Familie des Täuflings ungeduldig wartete, damit das Kind das Sakrament der Taufe empfangen kann. Vor der Kirche nahmen die Familien- und Gemeindemitglieder Aufstellung für den Gottesdienst, während immer mehr Touristen in die Kirche wollten. Die Mitarbeiter von Sankt Michaelis haben es elegant gelöst, aber ich kann mir vorstellen, dass so mancher weit angereiste Tourist gerne seine Tour durch das Wahrzeichen Hamburgs fortsetzen will – Taufe hin oder her.

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Ich musste zugeben, dass ich mich unwohl gefühlt habe, irgendwie als Störenfried. Dabei war es nicht meine Absicht, ein aktives Gemeindeleben zu stören. Ich kann nur allen Hamburg Touristen raten, sich auf der exzellenten Website von Sankt Michaelis vorher über Gottesdienste zu informieren, denn ich finde: Das Gemeindeleben hat Vorrang.

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