Wer noch ein Weihnachtsgeschenk für seine Kinder sucht, dem empfehle ich mit Nachdruck die DVD-Kollektion „Es war einmal der Mensch“. Ich schaue die Zeichentrickserie derzeit mit meinen Kindern an und die Begeisterung des Nachwuchses ist groß. Das ist Geschichtsunterricht pur und er macht Spaß. Ich selbst habe als Kind die Serie im ZDF 1980 Woche für Woche angeschaut und sie genossen. In mir wurde wunderbar mein Interesse für Geschichte geweckt. Die Serie behandelt die Menschheitsgeschichte von der Entstehung der Erde bis in die Neuzeit. Anhand von typischen Charakteren werden die Highlights der Geschichte sympathisch erzählt: Durch die Serie führt ein weißer Rauschebart mit Namen Maestro, in der deutschen Version gesprochen von Josef Meinrad. Dann gibt es noch Adam, Eva, Jumbo, den Zwerg und das Ekel sowie die Zeitmaschine Memory, die dem Zuseher immer anzeigt, in welcher Zeit wir uns befinden.
Das Projekt „Es war einmal der Mensch“ war eine tolle Koproduktion von verschiedenen Fernsehanstalten aus ganz Europa sowie Kanada. Federführend war das französische Animationsstudio Procidis und die Sache hieß dann auch „Il était une fois… l’homme“. Regie führte Albert Barillé. Die deutsche DVD-Veröffentlichung der Serie von 1978 glänzt nicht durch gutes Bild. Die Farben sind verwaschen, das Bild rauscht. Freunde der schönen Präsentation werden sich mit Schaudern abwenden, wahrscheinlich war das Originalmaterial schlecht und wurde nur unzureichend aufbereitet. Aber hier zählt einzig und allein der Inhalt, der sich pro Folge auf 25 Minuten erstreckt.
Und dieser wird kinderfreundlich in 26 Folgen verteilt auf sechs DVDs dargebracht. Bei weitem besser als der übliche Schwachsinn der in Super RTL und Co läuft. Hier kommt der Bildungsbürger von morgen voll auf seine Kosten und wir Alten erfreuden aus an der Musik von Udo Jürgens „1000 Jahre sind ein Tag“. Heute kritisieren manche, dass die Serie seine Zeit braucht. Richtig, man muss sich Zeit nehmen. Es ist ein Produkt der Endsiebziger und das bedeutet, weniger rasante Schnitte und keine aufbrausende Musik. Die Geschichten sind nach dem gleich Strickmuster aufgebaut und oh Wunder auch hier erkennen wir Geschichte: Denn Geschichte wiederholt sich. Immer wieder Kriege und Schlägerei – eben so wie im richtigen Leben.
Ich habe großen Respekt vor Thomas Gottschalk und dem ZDF. Nach dem Unfall in der Unterhaltungssendung „Wetten dass …“ brach der Moderator die Sendung ab. Das war die richtige Entscheidung und dafür mein Respekt und Anerkennung. Unterhaltung hat seine Grenzen, vor allem wenn jemand zu Schaden kommt und das ist hier passiert. „Wir im ZDF fühlen uns verantwortlich nicht auf heiter zu machen, wenn wir nicht auf heiter sind“, sagte Gottschalk und brach die Dezember-Sendung 2010 ab.
Nun werden die Diskussionen beginnen, ob die Wetten zu gefährlich waren, ob die Sicherheit stimmte und es werden sich die Medienpädagogen zu Wort melden, die ihre Anmerkungen zu Sensationswetten haben. So einen Vorfall hat es innerhalb der 30 Jahre von „Wetten dass …“ nicht gegeben. Hinterher wird das Gejammer groß sein und die Besserwisser werden aufstehen nach dem Motto „Ich hab es doch schon immer gewusst“. Als Kind hatte „Wetten dass …“ und die große Samstagabend-Show für die ganze Familie ihren Reiz. Aber ich schau mir seit Jahren keine Show mehr an und erfuhr von dem Unfall auch erst über Twitter und schaute mir in YouTube die Aufzeichnung an.
Was war passiert? Ein Wettkandidat hatte versucht, mit angeschnallten Sprungfedern ein entgegenkommendes Auto zu überwinden. Er stürzte und blieb regungslos auf dem Boden liegen.
Hätte das ZDF eine solch gefährliche Wette überhaupt zulassen sollen? War der ganze Zirkus nicht schon bei der Planung zu gefährlich? Und vielleicht grundsätzlich: Müssen solche Außenwetten live sein? Bei einer Familienshow wie „Wetten dass …“ nun mal ist, erwarte ich Familienunterhaltung. Es ist schon ein seltsames Menschenbild, wenn man gefährliche Wetten live vor einem Millionenpublikum aufführt. Was war der Wetteinsatz? Gewinnen oder Genick brechen?
Ein klares Lob an die Regie von „Wetten dass …“: Nach dem Sturz wurde nicht auf den Verletzten draufgehalten, sondern es wurde das geschockte Saalpublikum gezeigt. Hier hat die Studioregie richtig gehandelt. Und es war Michelle Hunziker, die sofort nach einem Arzt rief. Respekt.
Noch in der Nacht meldete sich das ZDF mit einer offiziellen Stellungnahme zu Wort: ZDF Programmdirektor Thomas Bellut sagte: „Unter dieser Voraussetzung konnten und wollten wir die Unterhaltungssendung nicht fortsetzen.“ Und weiter: “Unsere Redaktion und Produktion legen immer größten Wert auf die Sicherheit aller Beteiligten. Wir werden diesen Unfall gründlich untersuchen und Lehren daraus ziehen. Thomas Gottschalk ist mit dieser schwierigen Situation sehr gut umgegangen, hat die Zuschauer informiert und den Abbruch der Sendung begründet.“
Dem Entertainer Gottschalk sah man bei der Begründung an, dass er sich unwohl fühlte. Der sonst geübte Medienprofi schlackerte mit dem Armen und begründete den Sendeabbruch. Hier war der Mensch Gottschalk zu sehen.
Die erfolgreichste Videoplattform im Internet ist YouTube. Das ist eigentlich nichts neues. Bei meinen Seminaren weise ich auf die unglaubliche Chance hin, die YouTube im Social Media-Umfeld spielt. Ich empfehle meinen Kunden einen YouTube-Auftritt, um ihre Marke zu streuen und zu festigen. Wichtig ist es, verschiedene Plattformen zu bedienen und den Content zu vernetzen und nicht alles auf einer Website zu horten.
Als Webnutzer birgt YouTube wahre Schätze. Natürlich gibt es zahlreiche verwackelte, unscharfe Vidoes, die reiner Datenmüll sind. Aber es gibt auch enorm kreatives Material zu sehen. Ich stelle fest: Mein Leben wäre ohne YouTube deutlich ärmer.
Als Blogger und Social Media-Berater sollte man auch immer wieder den YouTube-Blog im Auge haben, der aktuelle Zahlen liefert. Und über das aktuelle Material lässt sich nur staunen. Ich wusste zwar, dass YouTube erfolgreich ist, aber nicht so: Über 35 Stunden Videocontent wird pro Minute bei YouTube hochgeladen. Da sollten sich die TV-Sender warm anziehen. Für ARD und ZDF sind nicht die Privaten Anstalten die Konkurrenz, sondern YouTube und Co. Ihr Fernsehmacher wacht auf. Auf der IFA habe ich Fernseher gesehen, die jetzt auch einen YouTube-Channel eingebaut haben. Das ist die Zukunft.
Lassen Sie uns mit den YouTube-Zahlen spielen: Es bedeutet, dass 2100 Stunden Videocontent alle 80 Minuten hochgeladen werden oder 50400 Stunden jeden Tag.
Nachdem YouTube Änderungen beim Hochladen vorgenommen hat, wird es sogar noch attraktiver: Ich kann nun 15 Minuten Clips der Welt zur Verfügung stellen und das in einer Auflösung von 4 K. Wahnsinn. Ich allerdings nicht, denn für solches Material ist meine Leitung dann doch zu schwach.
Diese Zeitschrift „Landlust“ ist schon ein Phänomen. Obwohl ich kein Leser des Magazins bin, freut es mich immer, wenn ein Papiermagazin in der heutigen Online-Welt Leser findet und Erfolg hat. Im Jahr 2005 ging das Magazin „Landlust“ an den Start und hat sich seitdem zu einer der erfolgreichsten Zeitschriften-Neugründungen Deutschlands entwickelt. Mit über 750.000 verkauften Exemplaren ist „Landlust“ unter den Top 20 der Kaufzeitschriften zu finden.
Mir zeigt es, das ein klares redaktionelles Konzept bei den Lesern ankommt. Das ist gut, obwohl ich das Magazin nicht lese und es mich nicht berührt, obwohl ich ein Landei bin. Landlust zeigt die schönsten Seiten des Landlebens mit einer unverwechselbaren Natürlichkeit und hohen Authentizität. Ich glaube, gerade diese Authentizität ist besonders wichtig, sei es im Print- oder Onlinebereich. Das multithematische Magazin gliedert sich in die fünf Rubriken Garten, Küche/Rezepte, Ländliches Wohnen, Landleben und Natur. Landlust erscheint alle zwei Monate im deutschsprachigen Raum zum Copypreis von 3,80 Euro. Herausgegeben wird das Magazin vom Landwirtschaftsverlag in Münster.
Schön ist, mit welchem technischen Aufwand so ein Naturmagazin beworben wird. Dies zeigt der neue TV-Spot, der von Neonred hergestellt wurde. Der Spot kommt leicht herüber, ist aber vollgepackt mit CGI und MotionGraphics. Von dem technischen Schnickschnack bekommt der Zuschauer nicht viel mit. Der Spot kommt locker, flockig herüber. Da sind die Macher von Neonred Profis, Die Neonred, mit den Geschäftsbereichen Kommunikation, Design, Film und Architektur, deckt das komplette Spektrum werblicher Kommunikation ab – von klassischer Werbekonzeption und Produktion (Film, Print, Funk), über Sonderwerbeformen (Viralmarketing, 3D-Internetanwendungen, Multitouch Applikationen), bis hin zum Design architektonischer Event-Konzepte. Die Firmengruppe wird von den beiden Gesellschaftern Anke Vermeulen und Markus K. Frey geleitet.
Neonred hat den TV-Spot für die aktuelle crossmediale Werbekampagne anlässlich des fünfjährigen Bestehens produziert, der ab seit kurzem auf ARD und ZDF im Nachmittags- und Vorabendprogramm zu sehen ist. Der 20-sekündige Clip soll den Bekanntheitsgrad des Magazins insbesondere bei den Zuschauern weiter steigern, die das kultivierte Landleben und die Natur schätzen. Markus K. Frey, Kreativdirektor der Neonred Group sagt: „In jeder Ausgabe tritt Landlust den Beweis an, dass mit redaktioneller Qualität und konsequenter Leserorientierung immer noch ein erfolgreiches Print-Produkt entstehen kann.“
Es freut mich für Print, aber ich warte dann doch auf meine iPad-App oder gehe jetzt mal wieder ins Dorf, um statt Landlust mehr Landluft zu schnuppern.
Unabhängig von der konkreten Nutzung und möglichen Verwendungsabsicht sind internetfähige Computer in Höhe der Grundgebühr rundfunkgebührenpflichtig, wenn darüber hinaus keine herkömmlichen Rundfunkempfangsgeräte wie Radio oder Fernseher zum Empfang bereitgehalten werden. Das hat das Bundesverwaltungsgericht entschieden und damit die Rechtsprechung der Oberverwaltungsgerichte von Bayern, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz bestätigt.
Dazu kam von ARD & ZDF folgende Erklärung:
Der Vorsitzende der ARD, SWR-Intendant Peter Boudgoust, erklärte hierzu: „Die Rundfunkanstalten sehen sich in ihrer Rechtsauffassung bestätigt, dass die derzeit bestehende gesetzliche Regelung rechtmäßig ist. Der direkte Appell des Gerichts an den Gesetzgeber, die Entwicklung der Rundfunkfinanzierung sorgsam im Auge zu behalten, unterstreicht aber nachdrücklich die Bedeutung der gerade von den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten getroffenen Entscheidung für eine Reform ab 2013.“ Markus Schächter, Intendant des ZDF, sagte: „Das Urteil ist eine wichtige klarstellende Grundsatzentscheidung, auch wenn die internetfähigen Geräte für die allermeisten Menschen nicht gesondert gebührenpflichtig sind, sondern schon von der Rundfunkgebühr für ein herkömmliches Fernseh- oder Radiogerät mit erfasst werden. Um Streitigkeiten dieser Art künftig aber ganz zu vermeiden, ist es wichtig, dass die von den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten geplante Reform der Rundfunkfinanzierung ab Januar 2013 umgesetzt wird. Dann geht es nicht mehr um die manchmal schwierig zu klärende Frage, ob, welche und wie viele Geräte zum Empfang bereit gehalten werden, sondern es gilt der einfache Grundsatz, dass jede Wohnung und Betriebsstätte beitragspflichtig wird.“
Vom geplanten Rundfunkbeitrag erhoffen sich die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten insgesamt ein transparenteres und gerechteres Finanzierungssystem. Damit wäre nicht nur die technisch überholte Unterscheidung zwischen herkömmlichen und neuartigen Rundfunkgeräten geklärt. Auch die heutige Mehrfachgebührenpflicht für Familien unter einem Wohnungsdach, nichteheliche Lebenspartner und WG-Mitbewohner entfiele, so dass ca. 1,5 Millionen Privathaushalte entlastet würden. „Außerdem gehen wir davon aus, dass Vor-Ort-Kontrollen und detaillierte Nachfragen reduziert werden können, weil es eben nicht mehr um das Zählen einzelner Geräte ginge“, so Boudgoust.
Wer den Eisbär vor der Kamera hat, sollte gutes Material haben.
Bei den sommerlichen Temperaturen über Eisbären zu schreiben ist wohl etwas daneben, aber dennoch mache ich es. Als digitaler Journalist bin ich natürlich oft mit der Videokamera unterwegs und ich nutze als Ausrüstung (Stativ und Kopf) die Sachen von Manfrotto. Für den Semi-Pro-Bereich reicht die Ausrüstung aus, doch wenn die Produktion größer wird, dann ist wohl die Ausrüstumng von Sachler angebracht. Vor kurzem bin ich auf eine schöne Userstory gestoßen. Der Kameramann, Tierfilmer und Abenteurer Andreas Kieling drehte wochenlang auf Spitzbergen Eisbären in ihrer natürlichen Umgebung. Dabei gelangen ihm einmalige und außergewöhnliche Aufnahmen. Der Dreh der Dokumentation nördlich des Polarkreises stellte hohe Ansprüche an Mensch und Technik.
Andreas Kieling aus Deutschland ist Förster, Fotograf und Kameramann. Vor allem aber ist er eines: Abenteurer. Fasziniert von Tieren, reist er an die entlegensten Orte der Welt, um bedrohte Arten aufzuspüren. Seine Auftraggeber, wie der National Geographic Channel, BBC, ARD oder ZDF, danken es ihm, denn Andreas Kieling ist mit seiner Kamera immer ganz nah dran. Er ist schon zusammen mit einem Grizzlybären getaucht und hat als Erster Eisbären bei der Paarung gefilmt. „Die Eisbären haben mir ganz wesentlich dabei geholfen, mich als Tierfilmer zu etablieren. Ich bekam Szenen vor die Kamera, wie sie bis dato noch nie gedreht geworden waren, zum Beispiel Interaktionen zwischen Schlittenhunden und Eisbären. Eisbären, die im Eiswasser schwimmen, die Eisdecke durchbrechen und auftauchen. Die Redakteure waren schwer beeindruckt, als sie das Material sahen, so Andreas Kieling.
Der Dokumentarfilmer liefert lebendige Bilder, die eine besondere Geschichte erzählen. Ein Gefühl für draußen und der unbedingte Wille, sich den Tieren anzunähern – was mitunter Monate in Anspruch nimmt – sind entscheidende Eigenschaften von Andreas Kieling. Immer auf der Suche nach neuen Perspektiven für die Zuschauer fängt er außergewöhnliche Szenen ein, die überraschen und mitreißen. Beim Dreh an abgelegenen Orten muss er sich auf seine Ausrüstung zu 100 Prozent verlassen können: „In der Wildnis kann ich mir keinen Ausfall leisten. Es gibt mir Sicherheit, wenn ich weiß, auf das Equipment ist Verlass. Ob die Tiere mitspielen, ist ein anderes Thema, meint der Naturfilmer. Sein Handwerkszeug darf auch nicht zu viel wiegen: „Ich muss Gewicht sparen, also ein kompaktes Stativ und eine kleine Kamera einpacken – sonst komme ich gar nicht auf den Berg, wo der Gorilla zu Hause ist. Das Speedlock Stativ von Sachtler ist super: schnell drehfertig und sehr präzise. Alles in allem trage ich ungefähr 35 Kilo.“
Andreas Kieling ist ein harter Brocken und Kameramann.
Andreas Kieling ist bei den meisten seiner Expeditionen mit einem nur dreiköpfigen Team unterwegs – einem zweiten Kameramann, der ihn selbst beim Filmen der Tiere aufnimmt und einem Crewmitglied für den Ton. „Ich möchte das Interesse für die Natur wecken, den Zuschauer an die Hand nehmen und dafür interessieren, dass sie schützenswert ist“, erklärt der Kameramann seine Motivation. Für seine Dokumentationen arbeitet er unter Extrembedingungen, Sandstürme, Raureif, starke Hitze oder klirrende Kälte sind keine Seltenheit. „Sachtler Köpfe sind sehr robust, auch in extremen Temperaturbereichen. Bei Minus 52 Grad Celsius ist der Mensch am Limit.“ Respekt an Andreas Kieling, aber bei Minus 52 Grad Celsius kann mir der Eisbär gestohlen bleiben.
Captain Future soll ins Kino kommen. Als diese Meldung durch die Kino-Blogs ging hab ich mich riesig gefreut. Captain Future war ein Held meiner Jugend und ich verpasste als Kind keine Folge der spannenden Zeichentrickabendteuer. Anders als Heidi, Wickie oder andere Zeichentrickserien waren der Captain wohl ausschließlich für uns Jungs gemacht. Ich kannte kein Mädchen, das sich von den Abenteuern angezogen war. Die Crew hatte für jeden etwas: Prof. Simon Wright – das lebende Gehirn, war wohl für den Intellektuellen, Grag der starke Mann bzw. Roboter, Otto war für den schlichten Humor zuständig, der weise alte Mann Ezella Garnie und die flotte und zugleich schüchternde Joan Landor. Aber über allem stand natürlich der Captain. Ja, so funktionieren Boy-Groups, jeder hat eine Rolle zu spielen und ich liebte es. Vielen Dank an Toei Animation, die Ende der siebziger Jahre die Anime-Serie auf die Mattscheibe brachte. Leider war die deutsche TV-Version geschnitten, denn wenn ich mir heute die Folgen auf DVD Captain Future – DVD Collection 1 (4 DVDs) und Captain Future – DVD Collection 2 (3 DVDs) anschaue, dann packt es mich. Ich glaub Jugendschützer liefen damals gegen die Serie Sturm, die im ZDF gezeigt wurde. Ursprünglich produzierten die Japaner unseren Captain Future für das Abendprogramm.
Ich liebte auch die deutsche Musik von Christian Bruhn. Den Soundtrack Captain Future kaufte ich mir Jahre später und höre ihn noch immer gerne. Als ich auf einen meiner USA-Reisen mal Captain Future im US-Fernsehen sah, war ich enttäuscht. Es lag nicht an der – für mich falschen Stimme – sondern es lag an der falschen Musik. Der internationale Markt hat wohl von der genialen Musik von Christian Bruhn nichts mitbekommen. Das ist schade und ich hoffe, dass er zumindest bei der anstehenden Kinoversion den Score beisteuert.
Chancen dazu hat er, denn Regie führt auch ein Deutscher: Christian Alvart, Regisseur von „Antikörper“ und „Pandorum“, soll den Film in Szene setzen. Beide Filme haben mich nicht vom Hocker gehauen, also Alvart reiß dich zusammen und versau hier nicht meine Jugend. Er sagte in einem Interview: „ Wir entwickeln Captain Future als eine große, amüsante Weltraum-Oper für die ganze Familie – in der Hoffnung, dieselbe Begeisterung, die ich empfand, als ich den Weltraum durch die Augen des Captains erkundete, auf der Leinwand erneut zu kreieren.“
Doch wer wird den Captain spielen? Wahrscheinlich wieder so ein Jungstar, dessen Name ich schon gleich vergessen habe. Grag, Otto und Simon werden wohl von CGI dargestellt. Besonders Otto kann sich durch aktuelle Morphing-Technik schön verändern.
Die Originalromane von Edmond Hamilton Edmund Hamilton: Das Erbe der Lunarier – Captain Future habe ich nie gelesen. Ich glaube es gibt 17 Stück. Wahrscheinlich ist es kein Verlust. Aber ich habe gerne Captain Future gespielt. Ich hatte die Comet, das Raumschiff des Captains als Metallmodell und die Comet liegt noch immer im Keller. Leider verloren habe ich das Brettspiel „Captain Future – Die Eroberung der Planeten“. Hier war ich ungeschlagen. Entweder spiele ich in meiner Jugend Risiko oder eben Captain Future.
Für viele Jugendliche sind Tabuverletzungen in Medien kein Problem. Dies ist das Ergebnis einer Grundlagenstudie des ZDF, die seit gestern im Netz zu finden ist.
Viele Jugendliche in Deutschland haben mit Tabuverletzungen im Fernsehen und Internet offensichtlich keine Probleme. 16 Prozent der 16- bis 20-Jährigen finden es „gut, dass es im Internet keine Tabus mehr gibt“. Ebenso viele sagen dies auch hinsichtlich des Fernsehens. Bei Computerspielen betrachten es sogar 22 Prozent als richtig, „dass es bei den Spielangeboten so gut wie keine Tabus mehr gibt“. Dies geht aus einer aktuellen Studie der ZDF-Medienforschung mit dem Titel „Medien und Tabus“ hervor, die in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut mindline media durchgeführt wurde. Da passt die aktuelle Meldung zu „South Park“ dazu. Die Zeichentrickserie, die mit Maya erstellt wird, hatte sich unlängst dem Thema Mohammed auseinandergesetzt – wie gewohnt respektlos. In der Folge von vergangener Woche treten die Stifter der großen Religionen auf und diskutieren, wie der Prophet Mohammed denn abgebildet werden dürfe. Er selbst steht als Teddybär zwischen den anderen. Den „South Park“-Machern wurde daraufhin von einer Gruppe namens „Revolution Muslim“ mit dem Tode bedroht.
Die ZDF-Studie spricht eine deutliche Sprache: Fast jeder Fünfte (18 Prozent) der Befragten kennt laut Studie Internetseiten mit Gewaltverherrlichung, Folter oder Hinrichtungen. Weitere 18 Prozent kennen andere Jugendliche, die solche Seiten nutzen. Auch kinderpornografische Darstellungen (9 Prozent) oder Seiten, die sich über Behinderte lustig machen (16 Prozent), sind einem Teil der jüngeren Bevölkerung bekannt. Beinahe jeder Vierte (23 Prozent) hat im Internet „schon mal“ rassistische Inhalte gesehen.
Ziel der Studie war es herauszufinden, welche Tabus es für Jugendliche und junge Erwachsene heute noch gibt, welche Einstellungen sie zu Tabus und Tabuverletzungen haben und welche Rolle die Medien, insbesondere das Fernsehen und das Internet, aus ihrer Sicht bei Tabus und Tabuverletzungen spielen. Die Untersuchung kombiniert ausführliche Gruppendiskussionen mit einer bevölkerungsrepräsentativen Befragung von 800 16- bis 39-Jährigen.
Der Moderator der Kindersendung 'Loewenzahn', Peter Lustig, experimentiert mit einer Dampfmaschine.
Ich bin alt, mein Gott bin ich alt, denn eine Lieblingssendung meiner Jugend feierte vor kurzem seinen 30. Geburtstag: Löwenzahn. Ist das wirklich schon so lange her, dass ich Peter Lustig im ZDF auf seinen Exkursionen begleitet habe?
Neulich habe ich mal wieder reingeschaut und mit traf der Schlag. Wo ist denn der Peter hin? Er wurde abgelöst durch Guido Hammesfahr, der Blödel aus Ladykracher. Da hab ich gleich wieder weggeschaltet. Ich bin ein Anhänger von Peter Lustig. Irgendwie war der Lustig mit seiner Latzehose der sympathische Öko, der alles in Frage stellte. Das fand ich als Kind gut (und finde es als Erwachsener eigentlich auch noch). „Löwenzahn“ und dessen Vorläufer „Pusteblume“ begleiteten mich durch meine Jugend. Ich wollte die Welt auch verstehen lernen und Peter half mir dabei. Er stellte die richtigen Fragen und gab auch Antworten, die ich verstand. Eine Art Wissenschaftsmagazin, das auch Zwerge wie ich einer war, verstanden – alles freilich unter einem ökologischen Ansatz. Ich glaube, der Lustig wohnte im Fernsehen auch in einem blauen Bauwagen und irgendwie glaubte ich damals, der Kerl spielt nicht nur, sondern ist es wirklich.
Bei meinem Recherchen stellte sich heraus: Im Oktober 2006 wurde Lustig in Rente geschickt und Guido Hammesfahr wurde eingesetzt. Ehrlich, mir gefällt es nicht, aber wahrscheinlich bin ich alter Mann auch nicht mehr die Zielgruppe. Den ZDF-Angaben zufolge sind die neuen Folgen mit Hammesfahr „schneller, aktionsreicher, mobiler und dichter in der Handlung. Naja, mir gefällt es nicht, ich bin ein Fan von Peter Lustig.
Zum 30. Geburtstag war das ZDF ganz ökohaft. Von klein bis groß, von wuchtig bis filigran, karg im Winter, üppig grün im Sommer – Bäume haben viele Gesichter und sind ein unverzichtbares Stück Natur. Anlässlich ihres 30. Geburtstags und im von den Vereinten Nationen ausgerufenen „Internationalen Jahr der Biologischen Vielfalt“ stellte die ZDF-Kindersendung „Löwenzahn“ den Baum in den Mittelpunkt ihrer Geburtstagsaktivitäten. Mit „Mein Baum. Eine Aktion von Löwenzahn“ starte Ende März die große Mitmach-Aktion. „Welcher Baum ist für dich einzigartig?“ lautet die Frage, die Kinder auf kreative Art und Weise beantworten durften. Die ersten 300 Einsender von Fotos oder einem selbst gemalten Bild erhielten einen echten Baumsetzling, den sie einpflanzen können – eine Vogel-Kirsche, Baum des Jahres 2010, ungiftig und idealer Lebensraum für viele Tiere. Mit dem Setzen des Baumes engagieren sich die Kinder selbst nachhaltig. Hauptpreis ist ein kleiner, begehbarer Bauwagen zum Spielen und Selbstgestalten. Cool, hätte ich es früher gewusst, hätte ich mitgemacht.
Der Vertrag von ZDF-Chefredakteur Brender wird nicht verlängert. ZDF-Intendant Schächter hat folgende Erklärung verbreiten lassen:
Ich habe heute für meinen Vorschlag, die Beauftragung von Nikolaus Brender zu verlängern, nicht die erforderliche Mehrheit von drei Fünfteln der Mitglieder des Verwaltungsrats erhalten. In einer geheimen Abstimmung haben sieben der 14 Mitglieder für meinen Vorschlag gestimmt. Das staatsvertraglich geforderte Einvernehmen zwischen Verwaltungsrat und Intendant ist damit nicht erreicht.
Ich bedaure das außerordentlich, weil ich mich mit guten Gründen für Nikolaus Brender eingesetzt habe. Er hat in den vergangenen zehn Jahren einen wichtigen Beitrag zum Erfolg des ZDF geleistet und ist eine große Stütze im Team der Geschäftsleitung. Ich habe in der Begründung für Nikolaus Brender seine publizistische Unabhängigkeit und journalistische Kompetenz herausgestellt, seine souveräne Zukunftskonzeption für den Bereich der Aktualität und Information in der digitalen Welt sowie seine solide Haushaltsführung, mit der er erhebliche Einsparungen ermöglicht hat.
Ich habe kein Verständnis dafür, dass sogar mein mit Nikolaus Brender abgestimmter Versuch, die festgefahrene Situation durch einen Kompromiss zu lösen, nämlich eine verkürzte Beauftragung bis Januar 2012, nicht mehrheitsfähig war.
Die öffentliche Diskussion hat die grundsätzliche Frage des Umgangs zwischen Verwaltungsrat und Intendant aufgerufen. Die Länder als Träger des ZDF haben jetzt die Pflicht, im Rahmen der anstehenden Novellierung des Rundfunkstaatsvertrags für belastbare Rechtsgrundlagen des ZDF Sorge zu tragen.
Als Intendant muss ich die Handlungs- und Zukunftsfähigkeit des ZDF sicherstellen. Die Besetzung der Position des Chefredakteurs muss deshalb unverzüglich geklärt werden. Mit dem Verwaltungsrat bin ich übereingekommen, noch vor dem Jahreswechsel in einer Sondersitzung einen Chefredakteur zu berufen. Nikolaus Brender hat mir mitgeteilt, dass er nach dem heutigen Votum des Verwaltungsrats nicht mehr für eine Verlängerung zur Verfügung steht.
Ich kann mir gut vorstellen, dass Sie jetzt noch die eine oder andere Fragen haben. Ich bitte aber um Ihr Verständnis dafür, dass ich Ihnen heute Nachmittag keine weiteren Erklärungen geben kann.