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Happy Birthday Löwenzahn – ein verspäteter Geburtstagsgruß

15. April 2010
Der Moderator der Kindersendung 'Loewenzahn', Peter Lustig, experimentiert mit einer Dampfmaschine.

Der Moderator der Kindersendung 'Loewenzahn', Peter Lustig, experimentiert mit einer Dampfmaschine.

Ich bin alt, mein Gott bin ich alt, denn eine Lieblingssendung meiner Jugend feierte vor kurzem seinen 30. Geburtstag: Löwenzahn. Ist das wirklich schon so lange her, dass ich Peter Lustig im ZDF auf seinen Exkursionen begleitet habe?
Neulich habe ich mal wieder reingeschaut und mit traf der Schlag. Wo ist denn der Peter hin? Er wurde abgelöst durch Guido Hammesfahr, der Blödel aus Ladykracher. Da hab ich gleich wieder weggeschaltet. Ich bin ein Anhänger von Peter Lustig. Irgendwie war der Lustig mit seiner Latzehose der sympathische Öko, der alles in Frage stellte. Das fand ich als Kind gut (und finde es als Erwachsener eigentlich auch noch). „Löwenzahn“ und dessen Vorläufer „Pusteblume“ begleiteten mich durch meine Jugend. Ich wollte die Welt auch verstehen lernen und Peter half mir dabei. Er stellte die richtigen Fragen und gab auch Antworten, die ich verstand. Eine Art Wissenschaftsmagazin, das auch Zwerge wie ich einer war, verstanden – alles freilich unter einem ökologischen Ansatz. Ich glaube, der Lustig wohnte im Fernsehen auch in einem blauen Bauwagen und irgendwie glaubte ich damals, der Kerl spielt nicht nur, sondern ist es wirklich.
Bei meinem Recherchen stellte sich heraus: Im Oktober 2006 wurde Lustig in Rente geschickt und Guido Hammesfahr wurde eingesetzt. Ehrlich, mir gefällt es nicht, aber wahrscheinlich bin ich alter Mann auch nicht mehr die Zielgruppe. Den ZDF-Angaben zufolge sind die neuen Folgen mit Hammesfahr „schneller, aktionsreicher, mobiler und dichter in der Handlung. Naja, mir gefällt es nicht, ich bin ein Fan von Peter Lustig.
Zum 30. Geburtstag war das ZDF ganz ökohaft. Von klein bis groß, von wuchtig bis filigran, karg im Winter, üppig grün im Sommer – Bäume haben viele Gesichter und sind ein unverzichtbares Stück Natur. Anlässlich ihres 30. Geburtstags und im von den Vereinten Nationen ausgerufenen „Internationalen Jahr der Biologischen Vielfalt“ stellte die ZDF-Kindersendung „Löwenzahn“ den Baum in den Mittelpunkt ihrer Geburtstagsaktivitäten. Mit „Mein Baum. Eine Aktion von Löwenzahn“ starte Ende März die große Mitmach-Aktion. „Welcher Baum ist für dich einzigartig?“ lautet die Frage, die Kinder auf kreative Art und Weise beantworten durften. Die ersten 300 Einsender von Fotos oder einem selbst gemalten Bild erhielten einen echten Baumsetzling, den sie einpflanzen können – eine Vogel-Kirsche, Baum des Jahres 2010, ungiftig und idealer Lebensraum für viele Tiere. Mit dem Setzen des Baumes engagieren sich die Kinder selbst nachhaltig. Hauptpreis ist ein kleiner, begehbarer Bauwagen zum Spielen und Selbstgestalten. Cool, hätte ich es früher gewusst, hätte ich mitgemacht.

Vertrag von ZDF-Chefredakteur Brender wird nicht verlängert: Erklärung des Intendanten

27. November 2009

Der Vertrag von ZDF-Chefredakteur Brender wird nicht verlängert. ZDF-Intendant Schächter hat folgende Erklärung verbreiten lassen:

Ich habe heute für meinen Vorschlag, die Beauftragung von Nikolaus Brender zu verlängern, nicht die erforderliche Mehrheit von drei Fünfteln der Mitglieder des Verwaltungsrats erhalten. In einer geheimen Abstimmung haben sieben der 14 Mitglieder für meinen Vorschlag gestimmt. Das staatsvertraglich geforderte Einvernehmen zwischen Verwaltungsrat und Intendant ist damit nicht erreicht.
Ich bedaure das außerordentlich, weil ich mich mit guten Gründen für Nikolaus Brender eingesetzt habe. Er hat in den vergangenen zehn Jahren einen wichtigen Beitrag zum Erfolg des ZDF geleistet und ist eine große Stütze im Team der Geschäftsleitung. Ich habe in der Begründung für Nikolaus Brender seine publizistische Unabhängigkeit und journalistische Kompetenz herausgestellt, seine souveräne Zukunftskonzeption für den Bereich der Aktualität und Information in der digitalen Welt sowie seine solide Haushaltsführung, mit der er erhebliche Einsparungen ermöglicht hat.
Ich habe kein Verständnis dafür, dass sogar mein mit Nikolaus Brender abgestimmter Versuch, die festgefahrene Situation durch einen Kompromiss zu lösen, nämlich eine verkürzte Beauftragung bis Januar 2012, nicht mehrheitsfähig war.
Die öffentliche Diskussion hat die grundsätzliche Frage des Umgangs zwischen Verwaltungsrat und Intendant aufgerufen. Die Länder als Träger des ZDF haben jetzt die Pflicht, im Rahmen der anstehenden Novellierung des Rundfunkstaatsvertrags für belastbare Rechtsgrundlagen des ZDF Sorge zu tragen.
Als Intendant muss ich die Handlungs- und Zukunftsfähigkeit des ZDF sicherstellen. Die Besetzung der Position des Chefredakteurs muss deshalb unverzüglich geklärt werden. Mit dem Verwaltungsrat bin ich übereingekommen, noch vor dem Jahreswechsel in einer Sondersitzung einen Chefredakteur zu berufen. Nikolaus Brender hat mir mitgeteilt, dass er nach dem heutigen Votum des Verwaltungsrats nicht mehr für eine Verlängerung zur Verfügung steht.
Ich kann mir gut vorstellen, dass Sie jetzt noch die eine oder andere Fragen haben. Ich bitte aber um Ihr Verständnis dafür, dass ich Ihnen heute Nachmittag keine weiteren Erklärungen geben kann.

Vielen Dank!

ZDF-Vorspann „Der phantastische Film“

14. November 2008

Als Jugendlicher entwickelte sich meine Liebe zu klassischen Science-Fiction- und Horror-Filmen. Es bedurfte langen Diskussionen mit meinen Eltern, dass ich mir entsprechende Filme im familieneigenen Grundig-Fernseher ansehen durfte. Mein Vater nannte diese Art von Filmen immer „Spökel-Filme“ und lehnte sie grundsätzlich ab. Na ja, aber ich setzte mich durch und durfte mir am Freitag Abend im ZDF die Reihe „Der phantastische Film“ ansehen. Meine Eltern gingen nach dem Aktuellen Sportstudio ins Bett und ich hatte zu vorgerückter Stunde den Fernseher für mich. Mit Chips und Mineralwasser bewaffnet machte ich es mir in den Wohnzimmersesseln bequem. Eine Decke hatte ich immer am Mann. Zum einen wegen der nächtlichen Kälte, zum anderen als Notbehelf für den Kopf, wenn der Film doch grusliger war als gedacht. Im nachhinein waren die Filme doch recht harmlos, aber allesamt große Klassiker: „King Kong“, die Dracula-Reihe mit Christopher Lee (letzter Teil war der unsägliche „die Herren Dracula“). Eindruck machte auf mich „Ich folgte einem Zombie“, „Fluch der Mumie“ oder „Rosemaries Baby“. Richtig Angst hatte ich aber vor allem bei dem ZDF-Teaser „Der phantastische Film“. Wenn ich diesen Vorspann überstanden hatte, dann war der anschließende Film gar nicht mehr so schlimm. Das war wirklicher Horror: Da verwandelte sich ein Mann in einen Werwolf, ein Kopf brannte, Hörner wuchsen, Fledermäuse flogen und ein Kopf explodierte – alles in Zeichentrickmanier. Dazu eine moderne Schauermusik von Heinz Edelmann, wirklich zum Gruseln. Bevor der Film losging, hatten noch die adretten ZDF-Ansagerinnen ihren Auftritt. Damals gab es noch Ansagerinnen. Sie hatten Vampirzähne im Mund oder waren maskiert. Was waren das für Zeiten?

Guter Job Mr. Claus Kleber

5. November 2008

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Genau in diesem Moment steht es fest: Barack Obama ist der 44. Präsident der USA. Ich habe die halbe Nacht vor dem Rechner verbracht und mir die Wahlauszählung angeschaut. Vor allem muss ich die Berichterstattung in ARD und ZDF loben. Die ganze Nacht Material live gesendet. Die Amerikaner haben mit CNN natürlich eine top-Medienleistung angeboten. Wegweisend fand ich eine Aussage von Claus Kleber vom ZDF: „Diese Wahl wurde durch das Internet entschieden.“ Und recht hat er. Konsequent ging das ehrwürdige ZDF neue Wege und es wurde die ganze Nacht gebloggt und berichtet. Da hat Claus Kleber einen wirklich coolen Job gemacht. Der ZDF-Moderator ging zur US-Wahl war online und berichtete die ganze Nacht, was im Netz passiert: live auf heute. de. Wer liegt vorn? Was wird gebloggt? Welche Videos kursieren bei Youtube? Unter den Stichworten „gucken“, „reden“, „mitsurfen“ und „mitmachen“ gab es wertigen Content auf der ZDF-Website. So stell ich mir eine Berichterstattung im Online-Zeitalter vor. Gratulation an Claus Kleber und sein Online-Team. Und gute Nacht ihr einst so mächtigen Print-Zeitungen, die nicht berichtet haben. Die Zeiten ändern sich, auch ohne euch!