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Storytelling um Statuen – Freiheitsdenkmal in Riga

13. Januar 2020
Das Freiheitsdenkmal in Riga

Das Freiheitsdenkmal in Riga

In Riga, der Hauptstadt Lettlands, gibt es zahlreiche Statuen und Monumente zu berichten. Überall in der Hauptstadt stehen Denkmäler, die an berühmte Persönlichkeiten oder Taten der lettischen Geschichte erinnern. Und das Schöne ist, dass es immer wieder interessante Geschichten um diese Statuen gibt, die es wert sind, erzählt zu werden.

Freiheitsdenkmal
Das wichtigste Denkmal ist mit Sicherheit das Freiheitsdenkmal. Das 40 m hohe Denkmal wurde von den Bildhauer Karlis Zale gestaltet und symbolisiert die Freiheit des lettischen Volkes. Das Volk spendete die Mittel für das Monument, welches am 18. Dezember 1935 mit einer großen Feier eröffnet wurde. Der Hauptteil besteht aus einer Reihe von Skulpturen, die gemeinsam „Mutter Lettlands“ genannt werden. Auf der Vorderseite befindet sich die Inschrift mit den Worten „für Vaterland und Freiheit“. Das Freiheitsmonument krönt eine Frauenfigur, die drei goldenen Sterne in den Händen hält. Sie symbolisieren drei der geografischen Regionen Lettlands. Seit der Wiederherstellung der Unabhängigkeit Lettlands posiert eine Ehrenwache zu Füßen des Moments.

Sex am Freiheitsdenkmal
Wer durch Riga spaziert, wird überall Kameras feststellen, die einen auf Schritt und Tritt begleiten. Das ist natürlich beim Freiheitsdenkmal erst recht der Fall. Das hätte sich ein 23jähriger Deutscher mit seiner 21jährigen spanischen Freundin merken sollen, als sie im Dezember 2016 Sex am Freiheitsdenkmal hatten. Sie wurden beim sündigen Treiben gefilmt und die Polizei verhaftete das triebhafte Paar. Jeder musste 250 Euro Strafe zahlen und das Video kursierte zudem noch im Internet. Wer suchet, der findet.

Freiheitsdenkmal als beliebter Treffpunkt
Zur Besatzung des Baltikums durch das Deutsche Reich galt das Freiheitsdenkmal als Treffpunkt. Allerdings sagten die deutschen Besatzer nicht Freiheitsdenkmal als Treffpunktadresse sondern man sprach von Metaxa. Metaxa ist der Markenname einer griechischen Weinbrand-Spirituose, die aus Weintrauben hergestellt wird. Die Zahl der Sterne auf der Flasche gibt die Qualität des Brandes an. Die einfachste Version ist der Drei-Sterne-Metaxa. Und da das Freiheitsdenkmal drei goldene Sterne hat, hieß es bei den Soldaten Metaxa.
Heute ist das Freiheitsdenkmal weniger der Treffpunkt der Jugend. Es ist die Laima-Uhr, die ein paar Meter entfernt steht. Laima ist ein Süßwarenhersteller, der 1870 gegründet wurde.

Digitaler Triumphbogen
Zu Zeiten der Sowjetunion stand in Riga ein Denkmal von Lenin. Er deutete mit dem Arm nach Osten Richtung St. Petersburg. Nach der Unabhängigkeit Lettlands im Jahre 1991 wurde das Lenin-Denkmal abgebaut und zur 100-Feier wurde modernes Digital Signage an gleicher Stelle errichtet. Es handelt sich im Volksmund um einen digitalen Triumphbogen. Auf ihn ist unter anderem der Satz zu lesen „Gold ist mein Zuhause“.

Witz aus der Sowjetzeit
In Riga gibt es einen Witz aus der Sowjetzeit, der den Humor seiner Epoche spiegelt. Da sagt der lettische Nationaldichter Rainis gedankenversunken: „Was für ein Blödsinn, was für ein Mist?“ Die Freiheitsstatue reißt die Arme empor und ruft aufgeregt „Was, wo?“ Und Lenin auf seinen Sockel mit dem Arm nach Osten ausgestreckt sagt „Da!“

Verbrannte Erde
Etwas ernster geht es bei einem Denkmal von Michael Andreas Barclay de Tolly. Er war war ein russischer Generalfeldmarschall und Kriegsminister zu Zeiten der napoleonischen Kriege. Eigentlich war er Deutschbalte von einer Familie mit schottischen Wurzeln aus dem Clan der Barclay. Er war für die Politik der verbrannten Erde verantwortlich, in dem er die französischen Truppen in die Tiefe Russlands lockte und Moskau anzündete und so Napoleon zermürbte. Falls jemand noch Krieg und Frieden von Leo Tolstoi gelesen hat, wird er sich erinnern, dass Michael Andreas Barclay de Tolly dort eine wesentliche Rolle gespielt hat.

Buchtipp: Hammer Glamour von Marcus Hearn

21. Januar 2018

Dieses Buch ist der Hammer. Verzeiht mir diesen doofen Witz, aber er musste bei diesem Buch einfach sein. Es geht um das Filmbuch Hammer Glamour, das ich wieder entdeckt habe. Im Grunde geht es um die zum Teil leicht bekleideten jungen Damen, die in den Hammer-Filmen aufgetaucht sind.
Hammer war eine Filmgesellschaft, die Ende der fünfziger Jahre den Horrorfilmmarkt aufrollte. Produktionen wie Dracula, Frankenstein und Mumie ließen die Jugend in die Kinos strömen und die Stars wie Christopher Lee oder Peter Cushing hochleben. Hammer brachte Farbe, Gewalt und Sex in den Horrorfilm. Tja und zu Sex gehörten eben die jungen Damen dazu, die sich vom Grafen Dracula beißen lassen müssen.

Marcus Hearn hat mit Hammer Glamour ein Bilderbuch mit schönen Frauen vorgelegt. Allerdings musste ich schmunzeln, denn Glamour erinnert mich eher an die Zeiten des alten Hollywoods mit Stars wie Marlene Dietrich, Jane Russell, Greta Garbo, Bette Davis oder Rita Hayworth. Die Arbeit in den Schnellproduktionen bei Hammer war sicherlich nicht glamourös, sondern harte Fließbandarbeit. Es musste schnell gehen und preiswert musste die Sache auch sein. Und dennoch haben die Filme einen besonderen Charme, was sicherlich auch den entzückenden Damen zu verdanken ist. Und dieses Buch ist ein Streifzug und zeigt die weiblichen Stars und Sternchen bei Hammer. Das Cover ziert Madeleine Smith, die in drei Hammer-Produktionen auftauchte und mit ihren Reizen spielt.
Mal mit weniger Bekleidung, mal in provokanten Posen, mal klassische Setcards, mal Filmszenen – alles ist zu finden in diesem schön gemachten Bilderbuch mit ergänzendem Text. Es ist ein Wiedersehen mit Caroline Munro, mit Ingrid Pitt, Ursula Andress, Stefanie Powers, Raquel Welch oder der Hammer-Star Barbara Shelley. Es waren auch ein paar Deutsche darunter wie Hildegard Knef oder Nastassja Kinski.
Das Buch ist hochwertig, schön gedruckt und hervorragend von Marcus Hearn recherchiert und dennoch: Es ist Trash und ich mag diesen Trash. Diese britischen Horrorklassiker sind einfach Kult und zu diesem Kult gehören einfach die Hammer-Girls, wie ich sie jetzt einmal bezeichnen will. Später wurde diese Tradition wieder in Großbritannien aufgenommen, als es 1962 an die Reihe der James Bond Filme ging. Neben Bond gab es auch immer ein oder mehrere Bond-Girls. Und es war Hammer-Girl Ursula Andress, die zum ersten Bond-Girl der Geschichte wurde als sie mit ihrem weißen Bikini den Fluten entstieg. Eigentlich war es ja anders herum. Andress war zuerst bei Bond und dann 1965 bei Hammer in dem Film She. Hammer-Girl Joanna Lumley tauchte übrigens auch in einem Bond-Film auf: Im Geheimdienst ihrer Majestät gehörte die Schönheit zur bösen Truppe um Blofeld.
Auf jeden Fall ist Hammer Glamour ein schönes Buch für den Fan des britischen Horrors, der dann in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts zu Ende ging. Hammer verlor den Anschluss an die Jugend. Der Horror kam nun von geistesgestörten Killern wie Leatherface oder Michael Meyers. Da waren die Dracula und Frankensteins und Mumien auf verlorenen Posten – und es halfen auch die leichtbekleideten Hammer-Girls nichts.

iPhone 5: Sexhotline statt Telekom

15. September 2012

Ich habe das erste Mal in meinem Leben eine Sexhotline angerufen. Warum? Ganz einfach, ich hatte ein Bedürfnis – ein Bedürfnis nach einem iPhone 5. Wer den Zusammenhang zwischen Sexhotline und iPhone 5 nicht versteht, sollte die Deutsche Telekom fragen. Weil die Telekomiker bei der Bestellnummer für das iPhone 5 einen Fehler machten, riefen Hunderte, Tausende – darunter ich bei einer Sexhotline an.

Was ist passiert? Als braver Apple-Jünger besorgte ich mir im Vorfeld der iPhone 5-Vorstellung ein so genannten Premierenticket. Ich bleibe bei der Telekom mit meinen iPhone, weil die Netzabdeckung prima ist und ich vor allem die Hotspots kostenlos nutzen kann. Ich ging nach gefühlten Jahrhunderten in einen Telekom-Laden und ließ eine Beratung über mich ergehen, bekam aber wunschgemäß die Zuteilung auf ein Premierenticket. Das kam auch einige Tage bei mir per Post ein, eine schön gestaltete Plastikkarte mit meinen Premierencode. Gleichzeitig werde ich via SMS von der Telekom auf dem Laufenden gehalten, wann und wie ich bestellen könnte.

Als dann Tim Cook und Kollegen das iPhone 5 präsentierten, stand für mich fest: Ich will haben. Und auch die Telekom dachte an mich. Via SMS. Am 12. September um 21:26 Uhr schickte mir die Telekom: „Apple hat das iPhone 5 vorgestellt, nur bei uns mit LTE! Ihre Vormerkung liegt uns vor. Sie brauchen nichts weiter zu tun. Details in Kürze – Ihre Telekom“ – Cooler Service, also tat ich nichts.

Cooler Service von der Telekom. dachte ich mir.

Cooler Service von der Telekom. dachte ich mir.

Am 14. September saß ich um 9:32 Uhr beim Frühstück (Freiberufler) und die Telekom meldete sich wieder per SMS. „Sichern Sie sich jetzt Ihr iPhone 5 unter XXXXX. Lösen Sie Ihr Premierenticket bis 18.9 ein und steigern Sie die Chance einer der Ersten zu sein.“ Also Kaffee heruntergeschluckt und die angegebene Nummer mit dem vorhandenen iPhone 4 gewählt. Es war eine 0800-Mehrwegnummer, wie sie von verschiedenen Unternehmen verwendet wird. Aer statt der Deutschen Telekom meldete sich eine Stimme, die mir „Frauen aus deiner Umgebung“ anbot. Und ich bekam via SMS eine eindeutige Einladung zum „heißen Flirt“ für „nur 99 Cent die Minute“. Spinn ich?

Spinn ich? Die Telekom verschickt eine Sexhotline-Nummer. Nummer hab ich unkenntlich gemacht.

Spinn ich? Die Telekom verschickt eine Sexhotline-Nummer. Nummer hab ich unkenntlich gemacht.

Mein erster Gedanke: Ich bin einem großangelegten Schwindel aufgesessen. Zweiter Gedanke: Die Telekom hat meine Nummer verkauft. Dritter Gedanke: Ich rufe mal bei der Pressestelle der Telekom an. Hier nahm man meine Beschwerde auf.

Stunden später kam die Korrektur von der Telekom. Da hatte ich schon bei der Sexhotline angerufen.

Stunden später kam die Korrektur von der Telekom. Da hatte ich schon bei der Sexhotline angerufen.

Um 13:06 Uhr kam dann eine SMS von der Telekom: „Die richtige Rufnummer zur Einlösung Ihres Premierentickes lautet 0800 3308844. Ihre Telekom.“ Die Schnarcher hatten eine Ziffer vergessen. Menschlicher Fehler, der passieren kann, aber bei so einer Aktion wie der Einführung des iPhones 5 nicht passieren darf. Und das ausgerechnet bei Apple. Wir wissen doch, dass Cupertino nicht gerade locker ist, wenn es um Sex geht und dann verschickt der deutsche Vertragspartner von Apple an Apple-Jünger eine Nummer einer Sex-Hotline. Ich bin mal gespannt, welche Konsequenzen dies hat. Interessant ist aber auch, dass in der SMS der Telekom keinerlei Entschuldigung vorkommt. Sauerei.

Update: Apple hat am 17. September bekannt gegeben, dass die Vorbestellungen für das iPhone 5 innerhalb der ersten 24 Stunden die Zwei-Millionen-Grenze überschritten haben, dass sind doppelt so viel als die bisherige Rekordmarke von einer Million Stück beim iPhone 4S. Die Nachfrage nach dem iPhone 5 übertrifft den ursprünglichen Vorrat und während der Großteil der Vorbestellungen am 21. September an die Kunden ausgeliefert wird, müssen einige Auslieferungen bereits auf den Oktober geschoben werden

 

Social Media: QR-Codes im Einsatz für Bücher

8. Dezember 2011

QR-Codes sind ja schon ein paar Tage alt, aber mir machen sie immer noch Spaß. Gerne bin ich bereit, dieses Marketingtool auszuprobieren und setze es auch gelegentlich ein. Es funktioniert. Auf einer meiner zahlreichen Reisen zu Social Media-Vorträgen stieß ich auf zwei interessante Versionen des QR-Codes.

Hugendubel-Werbung mit QR-Code.

Hugendubel-Werbung mit QR-Code.

Zum einen war es der Buchhändler Hugendubel, auf dessen Anzeige ich beim Warten auf die S-Bahn aufmerksam wurde. Unter dem Brand „Hugenbubel to go“ warb der Buchhändler mit QR-Codes. Scannen und gewinnen lautete die Devise. Da ich sowieso auf die Bahn warten musste, probierte ich die Einladung gleich aus. iPhone gezückt und QR-Code gescannt. Ich wurde auf eine Website geleitet „Zu gewinnen: Bücher so viele Sie tragen können.“ Es wurde gefragt, wie viele Bücher die Dame auf dem Plakat gestapelt hat. Gute Idee, denn so muss das Plakat mit den neuen Büchern nochmals angeschaut und die Bücher gezählt werden. Der Werbeeffekt wäre noch größer gewesen, wenn es echte Bücher gewesen wären. Denn sobald ein Buchfreund Buchrücken sieht, fängt er auch an zu lesen. In unserem Fall bekam ich nur Dummys zu sehen. Das wäre noch verbesserungswürdig. Gewonnen hab ich übrigens nichts.

QR-Code am Boden des Münchner Hauptbahnhofs.

QR-Code am Boden des Münchner Hauptbahnhofs.

Zum anderem weckte ein riesiges Plakat am Boden des Hauptbahnhofs München mein Interesse. Wieder ging es um Bücher und wieder ging es um Marketing durch einen QR-Code. Sobald ich den Code fotografierte, bekam ich eine kostenlose Leseprobe aufs Handy geschickt. Genial, denn auf Zugfahrten freue ich mich über Lesestoff, den ich nicht extra tragen muss. Jetzt müsste mich nur noch das Thema des Buches interessieren, dann wäre alles in Ordnung. Das Buch „Kapital“ machte reißerisch mit dem Slogan auf: „Sex ist nicht wichtig. Sex ist entscheidend.“

Ich finde: QR-Codes im Alltag setzen sich durch. Diese beiden Beispiele zeigen es wieder.

Für Social Media sogar den Sex unterbrechen

23. März 2010

Studie: Die Nutzung von Social Media.

Die Diskussion über Soziale Netzwerke nimmt bizarre Formen an. Die US-Sales-Pattform Retrevo hat vor kurzem eine entsprechende Nutzungsumfrage veröffentlicht: Aussage positiv: Social Media wird von den Usern angenommen. Aussage negativ: Social Media stört das Leben, beim Mittagessen und sogar beim Sex. Je nach Gusto können nun die Aussagen interpretiert werden.
Immer mehr Menschen sind beinahe zu jeder Tages- und Nachtzeit dazu bereit, sich von Twitter, Facebook und Co bei diversen anderen Tätigkeiten inspirieren (positiv) oder stören (negativ) zu lassen. Manche User unterbrechen sogar das Liebespiel, um Social-Media-Updates zu checken. Mein iPhone liegt neben dem Bett und dient mir beispielsweise als Wecker. Und natürlich check ich mit dem Devise meine Mails und meine Netzwerke.
Für 16 Prozent der befragten US-Nutzer ersetzen die sozialen Medien sozusagen den morgendlichen Blick in die Zeitung, sie holen sich die Nachrichten aus ihrem Netzwerk. Mehr als die Hälfte sagt, Facebook sollte zumindest einmal täglich gecheckt werden, zehn Prozent loggen sich alle paar Stunden ein. Grundsätzlich sind laut der Retrevo-Untersuchung iPhone-Nutzer noch eher bereit sich unterbrechen zu lassen als andere.
Von allen 1.000 Befragten sagten 40 Prozent, sie haben generell nichts dagegen, von Social Media-Updates gestört zu werden. Jeder dritte Nutzer lässt sich beim Essen unterbrechen und immerhin jeder 14. sogar beim Sex. Bei der jüngeren Generation unter 25 Jahren hat schon jeder zehnte nichts mehr dagegen, für Twitter eine Pause beim Sex einzulegen. Da seh ich vor meinem geistigen Auge schon wieder die Schlagzeilen der Boulevardpresse und der Oberlehrerschaft.