Posts Tagged ‘Newton’

Zehn Jahre persönliche Erfahrungen mit dem iPhone

3. Juli 2017
10 Jahre iPhone - hier einige meiner Geräte.

10 Jahre iPhone – hier einige meiner Geräte.

Zehn Jahre ist es nun her, als das iPhone in den Handel kam und eine digitale Revolution auslöste. „Apple reinvent the phone“ war damals der Claim, den Steve Jobs ausgegeben hatte und der Spot „Hello“ zeigte es.
Aber Steve Jobs und Apple hatten sich geirrt. Apple erfand nicht nur das Telefon neu, das wäre zu einfach gewesen. Apple brachte uns die Digitalisierung für unterwegs. Apple revolutionierte das digitale Leben, mein digitales Leben.
Das iPhone brachte das Internet in der Hosentasche (durch mobiles Internet), das iPhone brachte unsere Freunde in die Hosentasche (durch Social Media), das iPhone brachte unsere Wohnung in die Hosentasche (durch Smart-Apps), das iPhone brachte den Supermarkt in die Hosentasche (durch Amazon und Co) und noch mehr, mehr, mehr. Das iPhone ist kein Telefon, sondern es wurde zum Zentrum unseres digitalen Lebens. Eine ganze Generation brach in das mobile digitale Zeitalter auf. Und ich bin gerne bei diesem Aufbruch dabei.

Mein iPhone brachte eine Revolution
Ich muss zugeben, dass ich diese Erkenntnis nur leicht erahnte, als ich in der Keynote von Steve Jobs auf der Mac Expo im Moscone Center in San Francisco saß. Ich war damals Chefredakteur der MACup, der einstmals ältesten Mac-Zeitschrift Europas. Damals 2007 wussten wir, dass etwas in der Luft lag. Wochenlang hatten wir als Journalisten auf diesen Tag hingefiebert. Es lag Revolution in der Luft. Wir fachsimpelten, was als One more Thing kommen würde. Apple lud zur Keynote und wir folgten zu Tausenden in den großen Ballroom des Messenzentrums. Es war eine feierliche und gespannte Atmosphäre und alle waren wir elektrisiert. James Brown kam vom Band und sang „I feel good“ und dann begann der Gottesdienst. Ein damals gesunder Steve Jobs veranstaltete eine fette Show, zeigte uns zum ersten Mal das iPhone und Apple veränderte die Welt. Die Keynote gibt es im Netz zum Nachschauen. Ich erinnere mich, wie es mir heiß und kalt den Rücken runter lief. Mir wurde bewusst: Ich war bei einem historischen Ereignis dabei. Ich saß auf meinem Presseplatz und spürte, dass es etwas anderes war als die bisherigen Keynotes, die ich erlebt hatte. Mein damaliger Stellvertreter als Chefredakteur sah es ähnlich, mein damaliger Verlagsgeschäftsführer erklärte immer wieder, warum sein Sony Telefon besser sei.
In den nachfolgenden Technik-Slots für ausgewählte Journalisten durften wir das iPhone in die Hand nehmen und ein wenig herumspielen. Das iPhone war noch alpha oder bestenfalls eine frühe Beta. Apple hatte bis zum Verkaufsstart noch viel Arbeit vor sich, aber die Vision brannte sich in unser Hirn. Wir konnten das Alu-Gehäuse anfassen und mit dem Touch-Screen herumspielen. „Who needs a stylus? sagte er Meister und ich erlag der Faszination. Geistig gab ich die Bestellung auf, was ich dann auch sofort machte, als ich die Möglichkeit dazu hatte. Ich wollte so ein Gerät besitzen und meine bisherigen Mobiltelefone in Rente schicken.
Abends trafen wir uns auf einer Party in San Francisco auf einen Nokia-Mitarbeiter, der zu tief ins Glas geschaut hatte. Er hatte nach Finnland telefoniert und den Satz gesagt: „Da kommt ein Computerhersteller und zeigt uns, wie man ein Telefon baut.“ Und er sagte wörtlich: „Apple hat uns in den Arsch getreten“. Die Finnen meinten zwar, dass Apple nicht die Produktpalette habe wie Nokia und nicht jeden Monat neue Geräte auf den Markt bringen würden. Nun, Nokia ist Geschichte – es gibt Tage da verliert man.

Mein erstes iPhone kaufte ich in Karlsruhe
Damals hatte die Deutsche Telekom den Exklusivvertrag mit Apple für die Markteinführung des iPhone in Deutschland. Es gab sogar eine Veranstaltung in Berlin bei der Steve Jobs einflog. Die Telekom-Mitarbeiter durften ihre Magenta-Krawatten lockern. Im Juni 2007 kam das iPhone in den USA auf den Markt. Wir in Deutschland kamen erst am 9. November 2007 in den Genuss. Ich hatte damals schon den Verlag gewechselt und war Chefredakteur der DIGITAL PRODUCTION, einer Zeitschrift über 3D-Animation. Ich hatte mein iPhone vorbestellt und wir hatten damals eine Verlagsveranstaltung in Karlsruhe, den ANIMAGO AWARD samt Konferenz. Am Erstveröffentlichungstag sollte ich mein iPhone bekommen und konnte mir den Abholshop aussuchen. Blöd nur: Ich sollte am 9. November 2007 am Vormittag an einer Podiumsveranstaltung meines Verlages teilnehmen, musste aber unbedingt in einem Telekom-Shop in Karlsruhe mein iPhone abholen. Ein Kollege, der auch ein iPhone bestellt hatte, begleitete mich. Die Telekom-Mitarbeiter waren super freundlich, es gab zudem Kugelschreiber und Luftballons, ein Glas Sekt am Morgen und natürlich je ein iPhone für meinen Kollegen und mich. Wir verspäteten uns zur Podiumsdiskussion und mein Verlagsleiter maulte mich an. Auf dem Podium entschuldigte ich mich für die Verspätung beim Publikum und zeigte den dem Publikum mein neues iPhone mit den Worten „Sorry, aber es gibt nun mal wichtigere Dinge im Leben als eine Podiumsdiskussion.“ Donnernder Applaus vom Publikum und meinen Verlagsleiter blieb der Mund offen. Nach der Podiumsdiskussion machten wir zusammen ein Unboxing in Karlsruhe.

Auf dem Podium verspätete ich mich, weil ich erst mein iPhone abholen musste,.

Auf dem Podium verspätete ich mich, weil ich erst mein iPhone abholen musste,.

iPhone um iPhone in all den Jahren
Seitdem ist das iPhone mein treuer Begleiter, bis heute. Ich hatte mal ein HTC als Testgerät und gestehe zu, das Android sicher auch seine Berechtigung hat, aber ich bleibe beim iOS. Immer wieder neue Geräte-Generationen aus Cupertino zogen bei mir ein. Die alten Devices kamen in eine Vitrine zu meiner umfangreichen Sammlung an Apple Geräten. Im Moment stehen sie neben den verschiedenen Versionen des Newtons und eMate. Alte Geräte verkaufe ich nicht – ich hebe sie auf und erinnere mich daran. Eine emotionale Bindung zu einem technischen Gerät, nur Sammler können so etwas verstehen. Meine Frau hat eines ihrer alten iPhones einstmals in die Verwandtschaft abgegeben und nie wieder bekommen. Das mache ich nicht. Höchstens K1 und K2 bekommen die angetragene iPhone. Immer wieder gibt es bei den neuen Geräten ein Unboxing und ich freue mich immer über eine neue Version des iPhone. Das iPhone 8 wird sicherlich ein großer Schritt mit dem neuen iOS 11.  Im Moment nutze ich ein iPhone 7plus und bin mal gespannt, was das iPhone 8 bringen wird. K2 spekuliert im Moment auf mein iPhone 7plus.

Hier stehen meine iPhones neben den Newtons.

Hier stehen meine iPhones neben den Newtons.

Veränderung des Lebens
Was hat nun das iPhone in meinem Leben verändert? Vieles, sehr vieles. Ich gehe mit der Digitalisierung voran, halte viele Vorträge zum Thema Smartphone-Nutzung im Rahmen meiner Veranstaltungen zur Medienkompetenz. Ich nutze das iPhone nahezu täglich als Fotoapparat, Videokamera, Fernseher, MP3-Player, Mail, Adressbuch, Kalender, Einkaufskorb, Spielkonsole, Taschenrechner, Taschenlampe, Navigation, Buch, Notizbuch, Einkaufsliste – ach ja und ab und zu auch als Telefon. Ich erinnere mich gerne an den alten Hello-Spot von Apple. Und bevor die Frage kommt: Ja, ich weiß auch, wo der Ausschaltknopf ist und setze ihn bewusst ein für Entschleunigung. Auch das gehört zur Digitalisierung dazu.

 

Apple Design – die geheimen Prototypen von Apple

2. Juni 2014
Die Ur iWatch von Apple - als Prototyp

Die Ur iWatch von Apple – als Prototyp

Über das Design von Apple sind zahlreiche Bücher veröffentlicht worden, aber eines der besten ist meines Erachtens die Designbibel von Paul Kunkel mit den Fotos von Rick English. Das Buch heißt schlicht Apple Design und die edle Titelseite ist weiß mit einem kleinen Regenbogenapfel.

Apple

Der erste Teil erzählt die Geschichte des Apple Designs und der Apple Industrial Design Group. Hier gibt es harte Fakten um coole Produkte und Strategien. Paul Kunkel berichtet, wer an welcher Produktentscheidung beteiligt war und warum ein Produkt nicht verwirklicht wurde. Super interessant zu lesen und darüber zu philosophieren.

Der zweite Teil zeigt das besprochene Design in zahlreichen, erstklassigen Fotos. Wer durchblättert, der begibt sich auf eine faszinierende Entdeckungsreise durch faszinierende Produkte. Mir bliebt die Spucke weg, welche abgebildete geheimen Prototypen es gab, die nie das Licht der Öffentlichkeit erblickt haben. Das Buch erschien 1997 und gilt unter Apple-Sammlern als wahre Schatztruhe.

Es macht unglaublichen Spaß in der Design-Vergangenheit von Apple zu stöbern und seinen Gedanken nachzuhängen, was wäre passiert, wenn das Produkt wirklich gebaut wäre. Es beginnt mit den ersten Macs und reicht bis zum legendären Twentieth Anniversary Macintosh, der als Sondermodell zum 20. Firmenjubiläum von Apple im Jahre 1997 erschien.

Ich habe mal ein paar visionäre Produkte herausgesucht, die bis heute reichen. So beispielsweise das TimeBand. Es ist im Grunde die Ur-iWatch – wenn sie denn jemals kommt.  Das TimeBand stammt aus dem Jahre 1991 und ist ein Newton am Handgelenk. Natürlich wirkt das Teil aus heutiger Sicht unbeholfen und klobig, aber dennoch welche Innovation steckt in so einem Produkt? Heute reden wir über wearable computer, Apple hat sie 1991 bereits im Kopf bzw am Arm gehabt.

Apples Figaro-Tablet, freilich noch mit Stift von 1989

Apples Figaro-Tablet, freilich noch mit Stift von 1989

Oder das Figaro-Tablet, freilich noch mit Stift von 1989. Es ist ein entfernter Design-Vorläufer des iPads, basierend wiederum auf der Newton Idee. Es zeigt sich, dass der Newton von John Scully gar nicht so schlecht war, auch wenn er von Steve Jobs verteufelt wurde. Es war wohl eher dem Reality Distortion Field zuzurechnen. Aber das Teil war wohl seiner Zeit weit voraus.

Die Brain Box (1989) oder Portable Computer (1989).

Die Brain Box (1989) oder Portable Computer (1989).

Das Buch Apple Design birgt zahlreiche Schätze von mobilen Mac, die Brain Box (1989) oder Portable Computer (1989).

So stellte sich Apple ein Navi vor.

So stellte sich Apple ein Navi vor.

Wir finden dort Vorläufer von Navigationsgeräten wie AppleSeeds von 1990 mit touristischen Informationen sowie die nette Idee eines Geldwechslers Exchanger von 1990.

Tragbares CD-Laufwerk Popeye.

Tragbares CD-Laufwerk Popeye.

Interessant fand ich auch die Kombi Anrufbeantworter und Fax und ein tragbaren CD-Player mit dem netten Namen Popeye von 1992.

Wunderbare Ideen sind in dem Buch zu finden.

Wunderbare Ideen sind in dem Buch zu finden.

 

Vor 40 Jahren: Der erste Anruf am Handy – was war dein erstes Handy?

3. April 2013

Vor 40 Jahren wurde der erste Anruf auf einem Mobiltelefon getätigt. Das war der Einstieg in die mobile Kommunikation, so wie wir sie heute kennen. Martin Cooper war der erste Mensch mit einem Handy. Seines sah noch etwas unförmig aus: Das Ding war etwa 20 cm lang und etwa 850 Gramm schwer. Es war der Vorläufer der Motorola DynaTAC-Serie. Aber es war ein Durchbruch. Heute ist die Gesellschaft mobil geworden. Smartphones und Tablets gehören in unseren Alltag einfach dazu.

Mein zweites Handy - das erste war das gleiche Modell aber giftgrün.

Mein zweites Handy – das erste war das gleiche Modell aber giftgrün.

Als ich als junger Mann bei der örtlichen Tageszeitung begonnen hatte, verfügte unser Fotograf Franz Schmotz schon über ein erstes Mobiltelefon. Es war ein C-Netz Teil mit fettem Bleiakku. Aber es war der Beginn. Franz Schmotz war für uns Schreiberlinge überall erreichbar und konnte aktuelle Termine wahrnehmen. Er hatte erkannt, wie wichtig mobile Kommunikation für seinen Beruf ist.

Ich überlegte mir lange, ob ich ein Handy überhaupt brauchte. Nach langem Für und Wider entschied ich mich für mein PT 11 von Nokia in giftgrün. Es stammte direkt von E-Plus, die damals einen lustigen Vogel als Marke hatten. Standby-Zeit war nicht berauschend, aber ich hatte Anschluss an die mobile Kommunikation gefunden. Erst später steckte ich mir Nokia, Sony Ericsson, und viele mehr in die Tasche. Mein coolstes Handy war ein Nokia im Matrix-Look. Allerdings war die Synchronisation mit dem Mac eine Katastrophe. Ich kam auf den Newton, dann auf den Palm, wechselte irgendwann zum Palms Treo und endlich endlich viel später kann das iPhone.

Und was war dein erstes Handy?

IT-Oldie: Amstrad Pen Pad PDA 600 im täglichen Einsatz

1. September 2011

Vielleicht bin ich ein Geek. Ich erinnere mich noch an die Zeit als ich mir meinen ersten Newton kaufte. Wochenlang musste ich ihn vorbestellen und hatte dann meinen PDA in den Händen. Mir gefiel der Newton und es tat mir schon leid, als Steve Jobs beschloss, die Newton-Reihe aufzukündigen. Im Laufe der Zeit sind fünf Newtons mein Eigentum, die heute in einer Vitrine stehen. Das eindrucksvollste Gerät war übrigens der eMate 300 – ein Edu-Gerät auf Newton-Basis aus dem Jahr 1998. Der eMate beeinflusste in seiner Form dann sicher das erste iBook, die Miss Marple Handtasche.

Amstrad Pen Pad PDA 600 im Einsatz bei einem Lehrer.

Amstrad Pen Pad PDA 600 im Einsatz bei einem Lehrer.

Heute bin ich auf das iPad umgestiegen, machte zuvor eine Runde mit den Palm PDAs  und die Newton-Familie ist nur noch Museumsgeschichte. Aber ich bin nichts gegen einen Lehrer, den ich neulich traf. Er hatte den Newton-Konkurrenten Amstrad Pen Pad PDA 600 dabei. Er hat das Gerät aus dem Jahr 1993 noch voll im Einsatz. Da war ich baff. Seine Termine, Adressen und auch sein Notensystem hat er im Amstrad Pen Pad PDA 600 abgelegt. Ich hab die Handschriftenerkennung ausprobiert und sie war gar nicht schlecht für seine Zeit. Ob die newtonsche Schriftenerkennung nun besser war, weiß ich nicht mehr – ich sage als Apple-Fan einfach mal ja. Dennoch machte es einen riesigen Spaß, ein Stück IT-Geschichte wieder in den Händen zu halten und sie im täglichen Gebrauch zu sehen. Ich würde heute mit der 14.3 MHz-CPU verrückt werden und auch 128 KB RAM ist auch eher übersichtlich. Aber für den Herrn Lehrer reichte es aus, was mich eigentlich stutzig machen sollte.

Amstrad Pen Pad PDA 600 zusammengeklappt.

Amstrad Pen Pad PDA 600 zusammengeklappt.

 

Steve, wo ist mein Apple-Aufkleber?

1. Juni 2010

Es wird Steve Jobs von Apple im Moment viel vorgeworfen. Er sei der große Mediendiktator, der alles seinem iTunes-Store unterwerfen will und dabei abkassiert. Mir egal, aber jetzt hört es auf. Wo sind eigentlich meine Apple-Aufkleber?

Früher waren bei jedem Apple-Produkt ein bis zwei Aufkleber dabei, doch beim neuen iPad war nichts mehr in der Verpackung. Klar, das Unboxing war wieder eine Wohltat und auch das iPad ist der Hammer. Doch wo ist mein Aufkleber?

Eingespart? Sagt mal spinnt ihr in Cupertino? Ich habe sie alle: Die schönen Logos in den Regenbogenfarben, dann in silber, sogar extra-Aufkleber aus der Newton-Reihe besitze ich und natürlich viele, viele weiße. Am Auto bei klebt derzeit ein weißer angebissener Apfel, damit auch jeder weiß, welche Gesinnung ich habe. Erst klaut ihr uns die Apfel-Taste und ersetzt sie durch eine cmd-Befehlstaste. Und jetzt den Aufkleber oder was? Ich bin entsetzt.

Aber Entwarnung: Ein Anruf bei der Hotline sorgte für Aufklärung. Der Aufkleber sei dabei und wurde wohl bei mir nur vergessen. Vergessen? Apple – ihr überlasst sonst nichts dem Zufall und da vergesst ihr einen Aufkleber! Aber richtig, in der iPad-Packung der Ehefrau war der Aufkleber drinnen. Ich hab ihn einfach geklaut. Sie merkt es wahrscheinlich gar nicht.

Nokia stellt N-Gage ein

4. November 2009

N-Gage ein Flop von Nokia

Jetzt wurde bekannt, dass Nokia seinen N-Gage-Dienst einstellt. Voraussichtliches Ende ist September 2010. Die Spieleplattform war ihrer Zeit voraus. Sonst ist es eigentlich immer Apple, das der Zeit voraus ist und an seiner Vision scheitert. Der Newton ist das beste Beispiel. Dieses Mal hat es Nokia erwischt und Apple zieht mit der Spieleplattform iPhone und iPod touch als Sieger vom Platz.

Ich weiß noch, als ich auf einer Games Convention in Leipzig das N-Gage als Gerät näher anschaute. Es war die Entwicklerkonferenz und die Idee überzeugte mich. Mobile Spiele – genial. Wir hatten uns damals an den GameBoy und das Atari Lynx für unterwegs gewöhnt, aber mit dem N-Gage konnte man sogar noch telefonieren. Wir überlegen uns damals im Verlag, ob mobile Gaming nicht ein Marktzweig für Zeitschriften werden wird. Wir haben es dann doch nicht gemacht, obwohl ich extra nach Marseille gereist bin und Jury-Mitglied eines Handywettbewerbs von Autodesk war, der sich vor allem um N-Gage drehte. Nun, Marseille war schön.

Als eigenständiges Gaming-Mobilgerät war das N-Gage ein kompletter Flop. Als Rettungsanker wagten die Finnen einen neuen Versuch im April 2009: N-Gage war als Download-Spieleservice für gängige Nokia-Smartphones verfügbar. Und Nokia-Handys gibt es ja viele. Doch damit ist nun auch Schluss. Nokia ist gescheitert auf der ganzen Linie. An die Stelle von N-Gage tritt der Ovi Store. Da gibt es heute schon rund 100 Spiele und es sollen die N-Gage-Spiele hinzu kommen.

Als mobile Spielekonsole mit Telefon hat sich bei mir das iPhone durchgesetzt. Hier sind innovative Games zu finden. Schade Nokia.

25 Jahre Mac, vielen Dank

26. Januar 2009

sparta

Am 25. Januar ist der Mac 25. Jahre alt geworden. Herzlichen Glückwunsch zu solch einer Maschine. Die Foren im Web haben diesen Geburtstag mit Bildergalerien, Interviews und Geschichtsfakten gefeiert. Nützlich für alle Historiker ist der Blog von Christoph Dernbach von der dpa, der die Geschichte sehr schön zusammengestellt hat.

Ich möchte eine persönliche Rückschau halten. Der Mac hat sicherlich mein Leben verändert. In meiner Jugend war das Zeitalter des Home Computers. Bei mir stand die Entscheidung an, ob ich mir einen VC 20 oder gleich einen C 64 kaufen sollte. Ich entschied mich für den braunen Brotkasten, doch das Geld reichte nur noch für eine Datasette. Das Floppy-Laufwerk war aus finanziellen Gründen in weite Ferne gerückt. Einen Mac gab es in meinen Horizont nicht, ich war nur einmal auf eine Lisa von Apple gestoßen, doch der Preis war unendlich hoch. (Erst Jahre später kaufte ich mir eine Lisa aus nostalgischen Gründen). Meine Kumpels hatten auch den C 64 und dank Turbo Tape 64 hatte sich auch die Warterei auf die Datasette verkürzt. Später wurde der C 64 abgelöst durch den Atari 520 ST. Für mich revolutionierend war die grafische Benutzeroberfläche.

Meine Schulfreunde wechselten in der Regel auf eine DOS-Maschine. Für mich ein Grauen, denn ich wollte keine Soundkarte oder so Zeug einbauen. Der grüne Monochrombildschirm erzeugte mir Würdereize und Überragen, Laden, Speichern im Word war nicht benutzerfreundlich. Gegen Ende der 80iger Jahre kam ich über einen Freund, dessen Vater ein Architekturbüro hatte, zum Mac. Ich kaufte mir einen LC II mit dem StyleWriter II als Drucker und die Sucht hatte begonnen. Das Mac-Fieber ließ mich nicht mehr los. Die Modelle wechselten und ich versuchte Apple die Treue zu halten. Ich war dabei als es mit den PowerBooks losging, ich investierte in einen Newton. Ich machte den Sprung auf PowerPC und später auf Intel mit. Der Mac war Religion und zuverlässiges Arbeitsgerät zugleich. Es war etwas besonderes, einen Mac zu haben. Die Think different Kampagne traf voll ins Schwarze. Steve Jobs kam zurück und ich musste mir (Gott sei Dank) keinen Next kaufen. Im nachhinein hätte ich natürlich einen, wenn schon aus historischen Gründen.

iMac, Wallstreet, der Wegfall des Diskettenlaufwerks, FireWire und UBS – ich war mit dabei. Meine Macs ließen mich nicht im Stich. Bei meiner ersten Arbeitsstelle durfte ich am Mac arbeiten, denn der Münchner Merkur setzte auf Ganzseitenumbruch und damit auf Quark XPress. Der Mac hatte System 7.1 und ich war mit Akustikkoppler bewaffnet und versuchte mich an der Mailboxszene. Als der Merkur auf ein seltsames OS von IBM, nämlich OS2 Warp umstieß, war es Zeit zu kündigen. Die nächsten Arbeitsgeber hatten Windows-Maschinen, aber ich konnte immer mit meinem Mac arbeiten. Dafür bin ich allen meinen Arbeitgebern dankbar. Auch derzeit bei Reed habe ich eine doofe anfällige Windows-Kiste, aber daneben werkelt zuverlässig mein MacBook Air.

Was war der wichtigste Rechner für mich? Wahrscheinlich immer der, auf denen ich aktuell arbeite, ganz einfach. Dennoch: Der Rechner mit den größten Innovationen war Spartacus, der Mac zum 20. Geburtstag. Dieses Schmuckstück mit Leder war ein Leckerbissen. TV-Tuner, Soundanlage, Lederablage für Handballen. Diesen Mac liebe ich noch immer und steht bei uns als Blickfang im Wohnzimmer. Der zweite Rechner in meiner Gunst ist klar der Cube. Jonathan Ive, das war dein Meisterwerk. Der iMac sicherte dir den Eintritt in den Design-Olymp, doch der Cube ist wahrhaft ein Geniestreich.

Einen Mac zum 25. Geburtstag wird es wohl nicht geben. Steve Jobs ist krank und die Firma befasst sich mehr mit iPods, iPhones und Computer in the Clouds. Recht haben sie, denn das ist der neue Weg. Zurückblickend sage ich Dankeschön. Apple, du hast mein Leben bereichert und meinen Geldbeutel geleert. 

Apples Regenbogenlogo wieder aufgetaucht

17. November 2008

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Über die Entstehung des Apple-Logos ist viel geschrieben worden und ich will hier keinen weiteren Beitrag leisten, was es zu bedeuten hat und wie wichtig diese Marke ist. Hier geht es einzig um das Regenbogen-Logo. Mit der Einführung des Apple II und dessen Fähigkeit, Farben darzustellen, wurde das vorher schwarze Logo bunt in Querstreifen eingefärbt. Als Steve Jobs wieder zurückkam zu Apple wurde der Regenbogen von einem einfarbigen Apfel abgelöst. Das müsste so 1998 mit dem ersten iMac in bondi-blue gewesen sein. Doch was ist mit den Logos passiert?

In Deutschland hatte Apple seine Zentrale damals in Ismaning bei München. Wenn man mit der S-Bahn vorbeifuhr, sah man den Regenbogenapfel auf dem Gebäude. Irgendwann war es weg. Nach dem Logowechsel wurde der Apfel abmontiert und kam auf den Müll. Jetzt ist das übergroße Logo wieder aufgetaucht. Es begegnete mir zufällig auf einer Besichtigungstour durch ein IT-Unternehmen. Es steht in einem Büro in der Nähe von München. Damals wurde es von einem Apple-Fan aus dem Metallschrottcontainer gefischt, gesäubert und im Büro aufgestellt. Es handelt sich mit absoluter Sicherheit um das Original-Logo. Die Quelle und den heutigen Standort möchte ich hier nicht verraten, weil sonst wieder verrückte Apple-Fans auf Tour gehen. Ich kann versichern, es ist das Original und ich freue mich, dass es so gut erhalten ist. Ganz ehrlich: ich bin total neidisch. Ich habe auch einige Apple-Devotionalien, wie eine Lisa, Unmengen von Macs und Newtons, zahlreiche Plakate, Fahnen, Flyer, Aufkleber, aber kein Originallogo aus Metall in dieser Größe.