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Estland (12): Estnische Nationalmuseum: so muss ein Museum heute sein

18. Januar 2025

Das Gebäude fasziniert mich. Das Estnische Nationalmuseum (Eesti Rahva Muuseum) in Tartu ist eines der bedeutendsten Kultur- und Geschichtsinstitutionen Estlands.

Das heutige Gebäude des Estnischen Nationalmuseums befindet sich in Raadi, am Stadtrand von Tartu, und wurde im Jahr 2016 eröffnet. Das Gelände, auf dem das Museum heute steht, war ursprünglich Teil des historischen Raadi-Gutshofs, der bis zum Zweiten Weltkrieg als Anwesen der deutschbaltischen Familie Liphart diente. Der Gutshof beherbergte einst eine bedeutende Kunst- und Büchersammlung, die weit über die Grenzen Estlands hinaus bekannt war. Mit der sowjetischen Besetzung Estlands im Jahr 1940 endete diese Ära jedoch abrupt.

Der Standort spielte eine zentrale Rolle für die sowjetischen Luftstreitkräfte und diente als Basis für strategische Bomber und andere Flugzeuge. Wie viele sowjetische Militärstandorte war der Raadi-Flugplatz streng geheim. Zugang zum Gelände war streng reglementiert, und die Bevölkerung Tartus hatte kaum Einblick in die Aktivitäten vor Ort.

Der Flugplatz umfasste mehrere Start- und Landebahnen, Hangars und militärische Gebäude.
Nach dem Abzug der sowjetischen Truppen 1991, im Zuge der Wiedererlangung der estnischen Unabhängigkeit, blieb der Flugplatz verlassen und wurde zum Symbol der sowjetischen Besatzung. Das Gelände verfiel zusehends, und seine einstige Nutzung als Kulturort schien für immer verloren.

Symbol der Transformation
Darauf wurde das Museum errichtet, was symbolisch für die Transformation von Estland in einen modernen, unabhängigen Staat steht. Die Architektur des Gebäudes ist ebenso beeindruckend wie seine Inhalte. Entworfen von den französischen Architekten Dorell Ghotmeh Tane, gleicht das Gebäude einer schwebenden Landebahn, die sich aus der Landschaft erhebt. Mit einer Länge von 356 Metern und einer Fläche von 34.000 Quadratmetern ist es eines der größten und modernsten Museen in Nordeuropa. Es dient als Bewahrer der Geschichte, Traditionen und Identität des estnischen Volkes und ist gleichzeitig ein moderner Ort der Bildung und Inspiration.

Die innovative Bauweise kombiniert moderne Ästhetik mit funktionalem Design. Große Glasfronten und offene Räume schaffen eine Verbindung zwischen dem Museum und seiner Umgebung, während die minimalistische Gestaltung den Fokus auf die Ausstellungen lenkt.

Verschiedene Ausstellungen
Das Estnische Nationalmuseum beherbergt eine Vielzahl von Dauerausstellungen und wechselnden Sonderausstellungen, die unterschiedliche Aspekte der estnischen Kultur, Geschichte und Gesellschaft beleuchten. Das Museum besitzt eine der umfangreichsten Sammlungen zur Kultur und Geschichte Estlands. Die Sammlung umfasst:

Volkskunst und Handwerk: Traditionelle Kleidung, Textilien, Werkzeuge und Möbelstücke, die die Lebensweise und das Kunsthandwerk der Esten dokumentieren.

Dokumente und Fotografien: Historische Aufzeichnungen, Briefe, Karten und Fotografien, die einen Einblick in die Entwicklung der estnischen Gesellschaft geben.

Audiovisuelle Materialien: Aufzeichnungen von Liedern, Geschichten und Dialekten, die die Vielfalt der estnischen Sprache und Kultur zeigen.

Ethnografische Objekte: Artefakte aus den finno-ugrischen Kulturen, die die ethnischen Wurzeln der Esten erfahrbar machen.

Mein persönlicher Eindruck ist, dass das Museum ist mehr als nur ein Ort zur Aufbewahrung historischer Artefakte. Es spielt eine zentrale Rolle in der Identitätsbildung und Selbstreflexion des Landes. Das Museum trägt dazu bei, das Bewusstsein für die Geschichte und Kultur Estlands zu stärken und die Verbindung zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft herzustellen.

Was mich aber bei all der Geschichte und Kultur begeistert hat, war die Digitalisierung als Museumskonzept. So stelle ich mir moderne Museumspädagogik vor.

Die Digitalisierung ist ein zentraler Bestandteil des Konzepts des Estnischen Nationalmuseums (Eesti Rahva Muuseum) und prägt sowohl die Präsentation der Ausstellungen als auch die Zugänglichkeit und Verwaltung der Sammlungen. Das Museum hat es sich zur Aufgabe gemacht, modernste Technologien einzusetzen, um die kulturelle Vergangenheit mit der Gegenwart und Zukunft zu verbinden. Dabei dient die Digitalisierung nicht nur der Bewahrung des Kulturerbes, sondern auch der Erweiterung des Besuchererlebnisses und der Erschließung neuer Zielgruppen. Hier ein VR 360 Rundgang:

Digitalisierung der Sammlungen
Ein wesentlicher Aspekt der Digitalisierung im Estnischen Nationalmuseum ist die digitale Erfassung und Archivierung der umfangreichen Sammlungen. Das Ziel ist es, das kulturelle Erbe Estlands langfristig zu bewahren und gleichzeitig weltweit zugänglich zu machen.

Faszinierend für mich als ausländischer Besucher waren die interaktive Ausstellungen und dadurch ein optimales Besuchererlebnis. Die Digitalisierung hat auch die Gestaltung der Ausstellungen revolutioniert. Das Estnische Nationalmuseum setzt auf interaktive Technologien, um die Inhalte auf innovative und ansprechende Weise zu präsentieren. Dadurch wird das Museumserlebnis nicht nur informativer, sondern auch emotionaler und persönlicher.

Persönlich fand ich das erste Satellitentelefon super interessant und der Stuhl auf dem Skype erfunden wurde.

Es gibt eine Reihe Beispiele für digitale Technologien in den Ausstellungen, die mir aufgefallen sind.

Touchscreens und interaktive Displays: Besucher können über digitale Bildschirme zusätzliche Informationen zu den ausgestellten Objekten abrufen. Diese reichen von detaillierten historischen Hintergründen bis hin zu virtuellen Rekonstruktionen. Und die Texte werden auf Wunsch durch E-Ink-Technologie sofort in vielen Sprachen übersetzt, darunter auch Deutsch.

Augmented Reality (AR): Mithilfe von AR-Technologie können Besucher vergangene Epochen erleben, beispielsweise durch das Betrachten von rekonstruierten Szenen aus dem Alltag der Finno-ugrischen Völker oder traditionellen estnischen Festen.

Virtuelle Zeitreisen: In speziellen Bereichen des Museums können Besucher VR-Brillen nutzen, um in historische Szenarien einzutauchen. Sie können beispielsweise in ein traditionelles estnisches Dorf reisen oder historische Ereignisse hautnah erleben.

Personalisierte Inhalte: Viele Ausstellungsbereiche bieten Besuchern die Möglichkeit, Informationen nach ihren Interessen zu filtern, sodass sie eine individuelle und maßgeschneiderte Erfahrung machen können.

Ein besonderes Anliegen des Estnischen Nationalmuseums ist es, digitale Technologien als Vermittlungstool zu nutzen, um komplexe Themen auf verständliche Weise zu erklären. Durch multimediale Inhalte können historische Kontexte, kulturelle Praktiken und soziale Zusammenhänge anschaulich dargestellt werden.

Estland (1): Die Reise beginnt

4. Januar 2025

Vor mir liegen einige Tage Estland. Ich war schon einmal da, aber das ist lange her. Inzwischen hat sich viel in den baltischen Staaten getan. Vor Corona ging meine letzte Reise nach Riga. Jetzt nach Corona geht meine erste Auslandsreise mit dem Flugzeug nach Tallinn, der Hauptstadt Estlands.

Einst war die Stadt unter der Hanse eine sehr reiche Stadt und ist vielen noch unter den Namen Reval bekannt. Die Hanse war eine Art EU des Mittelalters und hatte eine ähnliche Macht wie die Fugger in Augsburg. In Lübeck gibt es ein wunderbares Hansemuseum zu besichtigen. Hier mein Post von 2ß19 dazu. Nach der Entdeckung Amerikas veränderten sich die Handelswege und die Hanse verlor an Einfluss. In Tallinn treffe ich das Schwarzhäupterhaus an. Es wurde als Gildehaus der unverheirateten männlichen Kaufleute ohne Stadtrecht in Riga gegründet. Der Titel war „Neue Haus der Großen Gilde“. Das war etwa im 13. Jahrhundert und war damit so eine Art Wohngemeinschaft im jungen Mittelalter. Die Compagnie der Schwarzen Häupter war aus der Ende des 13. Jahrhunderts tätigen Bruderschaft des Heiligen Georg hervorgegangen und sie gründeten das Haus – heute ist die Vereinigung noch in Bremen zu finden. Der Heilige Georg war der Schutzpatron der Ritter. Später übernahm diese Rolle des Schutzherrn der Heilige Mauritius, dessen Mohrenkopf-Symbol im Haus zu finden ist und das Wappen der Schwarzhäupter ist. Der Name „Schwarzhäupterhaus“ wurde 1687 eingeführt. Ich habe in Riga den Stammsitz des Ordens besucht.

Heute ist Estland Teil der EU, es gilt der Euro und das kleine Land setzt voll auf Digitalisierung. Wie bei uns gibt es einen Mangel an Facharbeitern und hier setzen die Esten voll auf Technik. Das will ich mir anschauen. Während wir über Digitalisierung reden, ziehen es die baltischen Staaten durch. Bis auf beispielsweise Eheschließung und Scheidung haben die Esten ihre Verwaltung digitalisiert.

Und durch die Nähe zu Russland unterstützen die Esten den Freiheitskampf der Ukraine. Die baltischen Staaten waren 1918 nur kurz selbstständig. Estland fiel im Hitler-Stalin-Pakt an Stalins Sowjetunion, wurde dann von der Wehrmacht besetzt, dann wieder von den Sowjets bis die Sowjetunion unter Gorbatschow zerfiel. Estland wurde wie Litauen und Lettland wieder selbstständig und wissen, was es heißt unter russischer Unterdrückung zu leiden.

Also spannende Tage liegen vor mir. Zunächst die Reise vom heimischen Dorf per S-Bahn zum Flughafen München. Dort hat sich viel verändert. Es wird wieder massiv geflogen und auch ich muss für diese Reise widerwillig das Flugzeug von Air Baltic nehmen. Die Klimaveränderung durch Flugverkehr interessiert sichtlich keinen mehr. Ich habe ein schlechtes Gewissen, welches Klima ich meinen Kindern hinterlasse. Hochwasser bei uns zählt ja nicht. Hier ein kleines Reisevideo.

Nach zwei Stunden Flug, Landung und Bezug des Zimmers im Hotel Palace in der Altstadt erst einmal spazieren in der Altstadt, der erste Espresso und Blick auf den Weihnachtsbaum vor dem alten Rathaus. Tallinn, ich bin da und bin gespannt auf die kommenden Tage.

und hier noch ein Rundgang mit VR 360

Also es gilt für mich viel zu entdecken und werde bloggen.

Welche IT-Trends kommen 2025?

7. Dezember 2024

Die Hamburger Standortinitiative nextMedia.Hamburg hat Experten der Medien- und Digitalbranche nach ihren Predictions für das kommende Jahr 2025 gefragt. Ich wurde leider nicht gefragt, wahrscheinlich weil ich nicht in Hamberg bin. Ich hätte aber ähnliches geantwortet und habe meine Seminarplanung für 2025 auch daran ausgerichtet. nextMedia.Hamburg hat ein ziemliches Name-Dropping abgeliefert. Eindrucksvolle Namen, die alle ähnlich ticken, und ähnliche Aussagen haben.

KI weiter auf Vormarsch
Der Vormarsch Künstlicher Intelligenz hat das Medienjahr 2024 wie kaum ein zweites Thema geprägt. Und auch 2025 wird dieser Fortschritt nicht abreißen – im Gegenteil. Die ersten spielerischen Anfänge liegen bereits hinter uns und die Normalisierung und Professionalisierung geht stetig voran. Daher werde ich mit meinem Seminaren einen klaren Fokus auf KI-Seminaren setzen.

So facettenreich die Auswirkung von KI auf die Medien- und Digitalbranche sind, so vielfältig sind auch die Perspektiven der Experten: Zamina Ahmad (Founder & CEO, shades&contrast) sieht bspw. KI-Agenten und -Assistenten auf dem Vormarsch und stellt mit Blick auf Datenschutz zugleich die Frage: Zu welchem Preis? Carina Laudage (Geschäftsführerin und Chief Product Officer, Gruner + Jahr (Teil von RTL)) vermutet hingegen neue Wachstumsstrategien im Journalismus, die durch KI befeuert werden. Die neuen Chancen, die KI für die hiesige Filmbranche ermöglichen kann, nimmt Nina Peters (Managing Director & Head of Business Affairs, ndF: Hamburg) in ihrer Prediciton in den Blick.

Bewegung auf den Social Media Plattformen
Digitale Plattformen stehen vor einem Umbruch, der vor allem durch KI vorangetrieben wird. KI-generierte Inhalte lassen den Output wachsen und eine Content-Flut herbeiführen. Nach der Einschätzung von Ardawan Okhovat (Partnerships Lead DACH, Snap Inc.) stehen 2025 daher authentische Einblicke, echte Interaktion und Humor wieder stärker im Fokus. Malika Rabahallah (Festivaldirektorin, Filmfest Hamburg) vermutet zudem eine verstärkte Diskussion über die Regulierung sozialer Medien, angesichts der wachsenden Bedenken um Desinformation, Einfluss auf die politische Meinungsbildung und mentale Gesundheit. Sascha Foerster (Gründer, Bonn.digital & Admin, Bonn.social) hofft auf eine wachsende Abkehr von den Plattformen der Tech-Giganten, hin zum Fediverse-Modell und alternativen Plattformansätzen, da sie mehr Souveränität und Kontrolle über Inhalte und Kontakte bieten.

Medien und Creatoren in einem polarisierten Umfeld
Medien werden ihre Positionierung in einem dynamischen Markt und einem polarisierten Umfeld offenbar schärfen müssen. Damla Hekimoglu (Moderatorin, Reporterin und Nachrichtensprecherin u.a. ARD tagesschau24 und Tagesschau) hebt in ihrer Prediction hervor, wie zentral Faktenchecks und Nachrichtenkompetenzen werden, da der Raum für Desinformation weiter zunehme. Nicole Michalik (Head of Executive Projects, ZEIT Verlagsgruppe) sieht angesichts steigender Informationsüberlastung und News Fatigue die Notwendigkeit für Medienmarken, auf jeder Plattform ihren Markenwert mit relevanten Inhalten, innovativem Storytelling und aussagekräftigen Marketingkampagnen zu stärken – als bewusste Positionierung gegen Oberflächlichkeit und zunehmende Spaltung. Deutlich wird Patrick Schnitzler (Co-Founder, klima&so) in seiner Prediction mit Blick auf die Arbeit von Creatoren: Er richtet einen Appell an Brands und Agenturen, 2025 nur noch mit Content Creatoren zusammenzuarbeiten, die Haltung zeigen. Für ihn sind sie Teil einer Öffentlichkeit und haben damit auch Verantwortung für diese zu tragen.

Streamingplattformen richten sich neu aus
Auch in der Musikbranche wird es voraussichtlich durch digitale Innovationen und datengetriebene Strategien Entwicklungen geben. Thorsten Freese (Managing Director, Believe Germany) denkt, dass 2025 die Entwicklung unabhängiger Artists und Labels weiter an Dynamik gewinnen werden. Lokale Talente würden ihre Präsenz in den Charts stärken und zunehmend globale Märkte erschließen. Die Zukunft von Podcast ist für Daniel Nikolaou (Content & Creator Partnerships Lead, Spotify Central Europe) interaktiv und hybrid: Er sieht eine Symbiose aus Audio und Video, die neue Wege für Inhalte, Communities und Monetarisierung freimachen wird. Jannis Schakarian (CvD Audio Der Spiegel, Autor streamletter) vermutet mit Blick auf die Videoplattformen, dass Streaminganbieter künftig mehr auf Formate mit Werbeeinnahmen setzen werden, wie bspw. Livestream und Sport-Events, statt auf teure Prestige-Serien.

Prag (10): Symbole der Versöhnung zwischen Deutschland/Bayern und Tschechien

1. November 2024

Die Repräsentanz des Freistaats Bayern in der Tschechischen Republik intensiviert die Beziehungen Bayerns zur tschechischen Regierung, Zivilgesellschaft und Wirtschaft – über gemeinsame Projekte und Veranstaltungen und als Schaufenster Bayerns. Das ist ein wirtschaftlich und kulturell wichtig, sondern hat auch eine enorme Symbolkraft der Versöhnung zwischen Deutschland/Bayern und Tschechien. Geleitet wird diese Vertretung der Bayerischen Staatskanzlei von Martin Kastler bei dem unsere Reisegruppe vom Pfarrgemeinderat Maisach aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck gleich Mal vorbeischaute. Organisiert wurde das Gespräch samt Reise von Matthias Dörr, Mitglied des Maisacher Pfarrgemeinderates.

Ich kenne Martin Kastler noch aus früheren Zeiten und freute mich, den sympathischen Mann wieder zu treffen. Freundlich wurden wir empfangen und freundlich wurde diskutiert über zahlreiche Aspekte. Mich interessierte vor allem der Stand der Digitalisierung in Tschechien. Überall in Prag, so mein subjektiver Eindruck, wird stark auf Technologie gesetzt. Überall in Prag sind aber auch Überwachungskameras angebracht, für Deutsche ein ungewohntes Bild. Auch mein persönlicher Eindruck: Die Tschechen geben enorm Gas und haben Lust auf Veränderung, während viele meiner Landsleute satt sind.

Bayern in der Goldenen Melone
Übrigens, die bayerische Repräsentanz ist in der Goldenen Melone angesiedelt. So lautet der Name des Hauses, der erstmals 1422 urkundlich erwähnt wurde. Die Familie Chotek aus dem alten böhmischen Adel erwarb im 18. Jahrhundert das Gebäude. Und da klingelte es bei mir, denn Sophie von Chotek ist den Geschichtsfreunden bekannt. Sophie Maria Josephine Albina Gräfin Chotek von Chotkowa und Wognin (1. März 1868 in Stuttgart bis 28. Juni 1914 in Sarajevo), ab 1900 Fürstin, ab 1909 Herzogin von Hohenberg, war eine böhmische Adelige und Ehefrau des österreichischen Thronfolgers Franz Ferdinand. Sie fiel mit ihm zusammen dem Attentat von Sarajevo zum Opfer, das den Ersten Weltkrieg auslöste.

In dem Gebäude gibt es ein Zimmer, was dem Bayerischen Ministerpräsidenten und seinen Kabinettsmitgliedern als Dienstzimmer vorbehalten ist. Reinschauen durfte ich, betreten durfte ich das Zimmer von Söder und Kollegen nicht.

Maisacher zelebrieren Gottesdienst
Wir hatten Glück mit unserem Besuch, denn die Repräsentanz des Freistaats Bayern in der Tschechischen Republik feierte just ihr zehnjähres Jubiläum. Dazu gab es einen Gottesdienst im Veitsdom, zu denen wir eingeladen waren. Besondere Ehre zudem: Rainer Ullmann, Diakon aus Maisach, durfte zusammen mit dem tschechischen Stadtpfarrer den Gottesdienst halten. Und Doris Ortlieb aus Maisach durfte die Lesung auf Deutsch vortragen – wenn das mal keine Ehre ist. Hier der deutsche Teil des Gottesdienstes mit den Maisacher Akteure.

Aussöhnung ist enorm wichtig
Am nächsten Tag sah ich eine Statue von Edvard Beneš. Als Beneš-Dekrete werden 143 Dekrete des Präsidenten der Republik bezeichnet, die während der deutschen Besetzung der Tschechoslowakei im Zweiten Weltkrieg von der Exilregierung in London und später von der Nachkriegsregierung erlassen wurden. Sie wurden am 28. März 1946 von der provisorischen tschechoslowakischen Nationalversammlung gebilligt.

Die Beneš-Dekrete dienten Behörden und vielen Bürgern gleichermaßen als Freibrief für einen Rachefeldzug, der Millionen Menschen um ihr Eigentum und Tausende um das Leben brachte, und sie leiteten 1946 in die Vertreibung der Sudetendeutschen und Ungarn aus der Tschechoslowakei über. Sehr gut, dass auf Versöhnung gesetzt wird. Unser Besuch ist ein aktiver Beitrag der Versöhnung zwischen Tschechen und Deutschen und ist für mich enorm wichtig. Daher war auch ein Besuch bei der Repräsentanz des Freistaats Bayern sehr wichtig.

Spatzen singen
Zudem lauschten wir ein Konzert der Regensburger Domspatzen. Der Knabenchor ist der wohl älteste der Welt und wird aktuell geleitet von Domkapellmeister Christian Heiß.

Wir waren noch beim Empfang anlässlich der Domspatzen im Erzbischöflichen Ordinariat dabei. Sehr eindrucksvoller Bau. Mich persönlich als Filmfan interessierte ein Gang, den Miloš Forman 1984 in seinem Film Amadeus mit Tom Hanks gedreht hat und uns im fertigen Film als Schloss Schönbrunn in Wien verkauft wurde. Man sieht wunderbar die französischen Gobelins, die auch im Film verwendet wurden.

Kaffeekultur im Wandel – auch bei mir

14. Oktober 2024

Ich mag Kaffee und ich mag Kaffeehäuser.Zeit also mal einen Blick auf die Kaffeekultur zu werfen, die sich hat sich von einem exotischen Getränk zu einem globalen Phänomen entwickelt hat, wobei Cafés als soziale und kulturelle Zentren fungieren. Bei uns im Dorf gibt gibt es kein klassisches Kaffeehaus, aber unsere Eisdiele verwöhnt mich mit Kaffeespezialitäten und ein Bäckereikunde von mir schult seine Mitarbeiterinnen immer wieder für den optimalen Kaffee. Und es ist ein Ritual in sozialen Netzwerken zum Tagesstart erst mal einen Kaffeepost abzusetzen.

Die Kaffeekultur hat sich über die Jahrhunderte stark gewandelt und ist heute ein fester Bestandteil unseres Alltags. Ursprünglich als exotisches Getränk aus dem Orient bekannt, hat sich Kaffee zu einem weltweiten Phänomen entwickelt. Cafés spielen dabei eine zentrale Rolle und sind mehr als nur Orte, um Kaffee zu trinken. Sie sind Treffpunkte, Arbeitsplätze und kulturelle Zentren.

In der modernen Gesellschaft ist Kaffee nicht nur ein Getränk, sondern ein Erlebnis. Die Art und Weise, wie wir Kaffee konsumieren, spiegelt oft unsere persönlichen Vorlieben und unseren Lebensstil wider. Von der Wahl der Bohnen bis zur Zubereitungsmethode gibt es unzählige Möglichkeiten, Kaffee zu genießen. Diese Vielfalt hat zur Entstehung einer reichen Kaffeekultur geführt, die ständig im Wandel ist. Bei mir zu Hause ist der Start der Siebträger ein festes Ritual und auch bei Reisen unterwegs habe ich meine mobile Kaffeemaschine dabei.

Wenn ich in Wien bin, genie0e ich Kaffee und Architektur. Der Einfluss der Kaffeekultur zeigt sich auch in der Architektur und dem Design von Cafés. Sie sind oft stilvoll eingerichtet und bieten eine einladende Atmosphäre, die zum Verweilen einlädt. Ob in der Stadt oder auf dem Land, Cafés sind Orte der Begegnung und des Austauschs, die das soziale Gefüge unserer Gesellschaft bereichern.

Geschichte der Cafés
Die Geschichte der Cafés reicht weit zurück und beginnt im 16. Jahrhundert im Nahen Osten. Damals entstanden die ersten Kaffeehäuser in Mekka und Kairo. Diese Orte waren nicht nur für den Kaffeegenuss bekannt, sondern auch für Diskussionen und den Austausch von Ideen.

Im 17. Jahrhundert erreichte die Kaffeekultur Europa. Das erste europäische Café eröffnete 1645 in Venedig. Bald darauf folgten weitere Städte wie London, Paris und Wien. Diese Cafés wurden schnell zu wichtigen Treffpunkten für Intellektuelle, Künstler und Geschäftsleute.

Im 18. und 19. Jahrhundert erlebten Cafés einen Aufschwung und wurden zu kulturellen Zentren. Sie boten Raum für politische Debatten und literarische Salons. Berühmte Persönlichkeiten wie Voltaire und Mozart waren regelmäßige Gäste in den Cafés ihrer Zeit.

Mit der Industrialisierung und dem Aufkommen der Massenproduktion wurde Kaffee für viele Menschen zugänglich. Dies führte zur Verbreitung von Cafés in Städten weltweit. Heute sind sie aus dem städtischen Leben nicht mehr wegzudenken und haben sich zu einem festen Bestandteil der urbanen Kultur entwickelt.

Veränderungen im Konsumverhalten
Das Konsumverhalten rund um Kaffee hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert. Früher war Kaffee vor allem ein Morgenritual, doch heute wird er zu jeder Tageszeit genossen. Diese Entwicklung hat zu einer Vielzahl von neuen Kaffeevarianten und Zubereitungsmethoden geführt.
Ein wesentlicher Trend ist der individuelle Kaffeegenuss. Viele Menschen legen Wert auf die Herkunft und Qualität der Bohnen. Sie bevorzugen fair gehandelte und biologisch angebaute Produkte. Diese bewusste Auswahl spiegelt ein gestiegenes Umweltbewusstsein wider.

Ein weiterer Aspekt ist die Personalisierung des Kaffeegenusses. Kunden können in vielen Cafés ihre Getränke nach Belieben anpassen. Ob mit pflanzlicher Milch, speziellen Aromen oder verschiedenen Süßungsmitteln – die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt.

Auch die Technologie hat das Konsumverhalten beeinflusst. Mit Apps und Online-Bestellungen wird der Kaffeekauf einfacher und schneller. Dies hat die Erwartungen der Kunden an Service und Qualität erhöht und die Konkurrenz unter den Cafés verstärkt.

Die soziale Funktion von Cafés
Cafés erfüllen eine wichtige soziale Funktion in der modernen Gesellschaft. Sie sind Orte der Begegnung, an denen Menschen zusammenkommen, um zu kommunizieren und sich auszutauschen. Diese Funktion macht sie zu einem wichtigen Bestandteil des städtischen Lebens.

In Cafés treffen sich Freunde, Kollegen und Familien, um gemeinsam Zeit zu verbringen. Sie bieten eine entspannte Atmosphäre, die Gespräche fördert und soziale Bindungen stärkt. Auch für Geschäftsleute sind Cafés beliebte Treffpunkte für informelle Meetings und Networking.
Aus den USA kam die Starbucks-Unkultur zu uns. Und auch ein Phänomen, dass viele Menschen mit ihrem Kaffeebecher durch die Gegend rennen.

Darüber hinaus sind Cafés oft Schauplätze für kulturelle Veranstaltungen. Lesungen, Konzerte und Kunstausstellungen finden hier regelmäßig statt und ziehen ein vielfältiges Publikum an. Diese Veranstaltungen tragen zur kulturellen Vielfalt und Lebendigkeit der Städte bei. Ich war neulich im Münchner Café Luitpold zu einer Lesung.

Für viele Menschen sind Cafés auch ein Rückzugsort. Sie bieten die Möglichkeit, dem Alltag zu entfliehen und in einer angenehmen Umgebung zu entspannen. Ob allein mit einem Buch oder in Gesellschaft – Cafés sind Orte, an denen man sich wohlfühlen kann.

Einfluss der Digitalisierung
Die Digitalisierung hat die Kaffeekultur und die Rolle von Cafés erheblich verändert. Mit der Verbreitung von Smartphones und mobilen Apps hat sich die Art und Weise, wie wir Kaffee konsumieren, weiterentwickelt. Kunden können heute bequem von unterwegs aus bestellen und bezahlen, was den Kaffeekauf effizienter macht.

Viele Cafés bieten inzwischen kostenloses WLAN an, was sie zu beliebten Arbeitsplätzen für Freiberufler und digitale Nomaden macht. Diese Entwicklung hat dazu geführt, dass Cafés nicht mehr nur Orte des sozialen Austauschs sind, sondern auch produktive Arbeitsumgebungen. Auch hier bin ich oft zu Hause, es ist für mich ein sogenannter dritter Ort zum Entspannen und Arbeiten. Kopfhörer auf und los geht es.

Cafés als kreative Räume
Cafés haben sich zu kreativen Räumen entwickelt, die Künstler, Schriftsteller und Denker anziehen. Sie bieten eine inspirierende Umgebung, die Kreativität und Innovation fördert. Diese Funktion macht sie zu einem wichtigen Bestandteil der kulturellen Landschaft.

Viele Cafés unterstützen lokale Künstler, indem sie ihre Werke ausstellen oder Veranstaltungen wie Lesungen und Workshops organisieren. Diese Aktivitäten schaffen eine Plattform für den kreativen Austausch und fördern die Kultur vor Ort.

Für Schriftsteller und andere Kreative sind Cafés oft ein Rückzugsort, an dem sie in Ruhe arbeiten können. Die entspannte Atmosphäre und das leise Summen der Gespräche bieten die perfekte Kulisse für kreative Prozesse. Hier entstehen oft neue Ideen und Projekte. Ich selbst hatte eine Lesung in unserer Eisdiele 2024 gemacht, um den verstorbenen Besitzer der Eisdiele Alberto bei uns im Dorf zu ehren.

Digitalisierung beim Kürbiskauf

9. Oktober 2024

Es ist wieder Kürbiszeit und ich war mit meiner Gattin in der Nähe von Aichach unterwegs. Am Straßenrand standen verschiedene Stände mit Kürbissen aller Art und allen Größen. Wir hielten an und bestätigten uns gegenseitig, dass Kürbissuppe eine Bereicherung unseres kulinarischen Lebens sei. Außerdem steht Halloween vor der Tür und ich feiere dieses Feschen mit einem ausgehöhlten Kürbis vor der Haustür.

Interessant war bei einem Kürbisstand, dass es nicht nur eine Kasse des Vertrauens gab in denen die Käufer Münzen und Scheine einwerfen sollten. Es gab auch die Möglichkeit via PayPal zu überweisen. So geht Kürbiskauf im 21. Jahrhundert.

Meine ersten Erfahrungen mit dem eRezept

13. Januar 2024

Das eRezept ist auch bei mir angekommen. Ich bin diese Woche wegen Rezepte zu meiner Hausärztin gegangen und stellte eine Änderung fest: Das eRezept ist auch bei uns in der Provinz angekommen und ich habe noch nicht ganz entschieden, was ich davon halten soll.

Als digitaler Nomade freue ich mich über die Digitalisierung und den Wegfall der Zettelwirtschaft. Aber die ganze Sache muss ich erst einspielen. Ich bin also zu meiner Hausärztin marschiert, weil ich Nachschub an Medikamenten brauchte. Die freundliche medizinische Fachangestellte klärte mich über die Neuerung des eRezepts auf. Ich hab meine Wünsche nach meinen Wunschdrogen bei ihr abgegeben, sie überprüfte die Wunschliste und gab mir meine Versichertenkarte zurück. Kein Ausdruck mehr, den meine Hausärztin unterschreiben muss. Keine Warterei im Wartezimmer mehr, bis Frau Doktor aus ihren Behandlungsräumen dann die Theke der MFA vorbeiging, um mein Rezept zu unterschreiben und gegebenenfalls mit mir über die eine oder andere Dosierung zu sprechen. Letzteres hab ich immer gerne gemacht, denn im Gespräch bleiben ist wichtig.

Ich bekomm meine Versichertenkarte also wieder und kann nun in die Apotheke meines Vertrauens gehen und gebe dort wieder meine Karte ab und bekomme – soweit vorrätig – meine Medikamente. Allerdings rät mir die freundliche MFA zwischen Doktorbesuch und Apothekenbesuch rund zwei Stunden zu warten. Das hat zwei Gründe. Während meine Hausärztin früher im Vorbeigehen, die Unterschrift erledigt hat, muss sie jetzt in ihren Rechner, immerhin ein iMac, schauen und meinen Rezeptwunsch freigeben und bestätigen. Das kann dauern, denn die Hausarztpraxis ist in der Regel ziemlich voll und die Patienten drängen herein und so kann die Freigabe ein wenig dauern. Das verlangt in der Praxis einen anderen Workflow.

Und zum anderen scheinen die Server des eRezepts überlastet zu sein, daher die empfohlene Wartezeit. Die Server müssen die Aufträge abarbeiten und dies scheint zu dauern. Das seit Anfang 2024 breit vorgesehene eRezept ist nach Angaben des Apothekerverbandes Nordrhein mit großen Startschwierigkeiten verbunden. Jedes fünfte vorgelegte eRezept verursachte laut einer Verbandsumfrage in den ersten Tagen erhebliche Probleme bei der zügigen Versorgung der Patienten, sagte der Vorsitzende des Verbandes, Thomas Preis, der Nachrichtenagentur dpa.
Bisher konnte ich mit meinem Papierrezept in die Apotheke gehen, die oftmals auch im Gebäude meines Arztes untergebracht war. Ich habe gehört, dass es oft eine Symbiose zwischen Arzt und Apotheke gab. Das ist jetzt vorbei. Ich warte nicht bis zu zwei Stunden, damit ich mein Rezept bei der Apotheke im Gebäude meines Arztes einlösen kann. Mit dem Gedanken an eine Online-Apotheke freunde ich mich immer mehr an, zum Nachteil der lokalen Apotheke am Ort.

Seit 1. Januar 2024 sind Vertragsärzte verpflichtet, für verschreibungspflichtige Arzneimittel eRezepte auszustellen. Zur Einlösung haben Versicherte drei Optionen: per App, Papierausdruck oder mit ihrer Krankenkassenkarte. Über 80 Prozent der eRezepte wurden laut Umfrage über die elektronische Krankenkassenkarte eingelöst, 18 Prozent erfolgten mit Papierausdruck. Die Gematik-App sei in 1 Prozent der vorgelegten eRezept-Fälle genutzt worden. Ich werde mir mal die App laden und beim nächsten Besuch ausprobieren. Da ich für Familienmitglieder Medikamente besorgen muss, scheint dies mir eine sinnvolle Lösung.

Digitalisierung im Bäckerhandwerk – Verkaufsautomaten

23. Oktober 2023

In München findet gerade die Weltmesse des Bäckerei- und Konditorenhandwerks statt und nachdem ich Kunden in dem Bereich habe, wollte ich mich mal schlau machen, was die Branche an Neuerungen bietet. Hier ein kleiner subjektiver Rundgang über die Messe.

Jetzt bin ich kein Experte für diese Branche, aber sie fasziniert mich. Natürlich traf ich ein paar Promis der Branche wie den Europameister der Bäcker Alexander Weinhold oder den Weltmeister Axel Schmitt oder Manfred Stiefel vom Deutschen Brotinstitut, der halbe Jahre eine Brotprüfung durchführt. Ich habe mich umgeschaut in Sachen Nachwuchswerbung und Digitalisierung.

Wie alle Branchen leidet das Bäckerhandwerk unter Fachkräftemangel, aber viel neue Lösungsansätze habe ich nicht bekommen. Schlagworte wie Wertschätzung und verantwortungsvoller Umgang sind für mich keine Neuerungen und welcher Betrieb das nicht beherzigt, dem gescheit es ganz recht, dass er keine Mitarbeiter bekommt. Mit meiner Social Media-Strategie für meinen Kunden, der ein verantwortungsvoller engagierter Ausbilder ist, bin ich gut gefahren.

Da haben mich die Verkaufsautomaten auf der Messe dann doch mehr interessiert. Ich denke, dass Verkaufsautomaten die Zukunft gehört. Wir haben bei uns im Dorf Eier- und Fleischautomaten, warum nicht auch Backwaren-Automaten? Ich schaute mir Marktbox näher an, die im Startup-Bereich zu finden waren. Marktbox ist ein Kieler Startup, das sich auf die Herstellung und den Service hochmoderner Verkaufsautomaten spezialisiert hat.

Lukas Krebs gab sich alle Mühe, mich von dem System zu überzeugen, das stark mit der digitalen Welt verknüpft ist. Bezahlt wird ausschließlich über eCash und die Überwachung des Warenbestands ist via digitalen Warenwirtschaftssystem gesichert. Der Bäcker füllt die einzelnen Fächer mit seinen Waren und der Kunde kann sie entsprechend entnehmen. Das System hat keine Kühlung und ist somit für Torten usw. nur bedingt geeignet. Ich sehe Möglichkeiten für Brezn oder Snacks. Das Schlagwort lautet: autonomer Verkauf! Damit profitieren die Kunden unabhängig von einer Bäckerei direkt von frischen und regionalen Lebensmitteln. Aber auch an sogenannten Remote-Standorten wie Camping oder Sportplätze oder in Gewerbegebieten kommen die Produkte auf unmittelbarem Weg zum Kunden. Der Bäcker sparen sich Zeit und Personal. Lediglich für das Befüllen fällt Arbeit an.

Der Klappenautomat von Marktbox besteht aus vielen separaten Fächern, die alle einzeln zu öffnen sind. Produkt auswählen – bezahlen – das entsprechende Türchen aufmachen. Wie ein Weihnachtskalender. Neben dieser einfachen Bedienung punktet die Bauform vor allem mit einer hohen Flexibilität. Denn die Fächer sind groß genug, um die verschiedensten Waren anzubieten. Durch die breiten Türchen nimmt der Kunde seine Artikel unversehrt heraus.
Mal sehen. Ich werde mit meinen Kunden mal über die Verkaufsautomaten sprechen. Mal sehen, wie er reagiert.

Studie: Kleinunternehmen haben digitalen Nachholbedarf

3. Mai 2023

Ich habe viel mit Unternehmen aus dem Handwerk zu tun. Und meine Erfahrungen decken sich mit der jüngsten Adobe-Studie „The Future of Digital Work“. Ergebnis: Kleine Unternehmen haben digitalen Nachholbedarf.

Jetzt darf Digitalisierung nicht als Allheilmittel oder Zauberwort genannt werden. Dennoch muss von Unternehmerseite geprüft werden, um Digitalisierung das Unternehmen voranbringt oder ob es eine Spielerei ist. Dazu muss sich kritisch mit den eigenen Prozessen und auch dem eigenen Marketing auseinandergesetzt werden.
Unter diesem Aspekt fand ich die Ergebnisse der Adobe-Studie interessant. Vor allem der Bereich Mitarbeitergewinnung ist für mich hier entscheidend.

Das Ergebnis der Studie
88 Prozent der KMU geben an, dass unzureichende Technologien die Produktivität ihres Unternehmens beeinträchtigen.
55 Prozent der befragten KMU sagen, dass mindestens die Hälfte der Arbeit in ihrem Unternehmen immer noch auf Papier erfolge.
Durch veraltete Arbeitsprozesse büßen die Hälfte der KMU (58 %) zwischen zwei und vier Stunden pro Tag an Produktivität ein.
Eine fast einstimmige Anzahl von KMU (85 %) sagt, dass Automatisierung die Produktivität ihres Unternehmens steigere.
Ein noch höherer Prozentsatz (92 %) der Mitarbeiter in KI-affinen KMU gibt an, dass KI-gesteuerte Technologie positive Auswirkungen auf ihre Arbeitsabläufe habe.
Fast alle Beschäftigten (92 %) der befragten KMU sagen, dass die Arbeitstechnologie ein Faktor dafür sei, ob sie eine Stelle in einem neuen Unternehmen annehmen, wobei fast ein Viertel
(24 %) sagt, dass sie „absolut entscheidend“ sei, weil ihr Erfolg von guter Technologie abhänge.
Die Befragten erklären, dass sie großen Wert auf Technologien legen, welche die Zusammenarbeit in dezentralen Teams fördern, dazu zählen Videokonferenz-Tools, aber auch digitales Dokumentenmanagement – PDFs und E-Scans belegen hierbei Platz eins der für sie unentbehrlichen Technologien, Kollaborationstools und Videokonferenzen Platz zwei und drei.

Gute Technologie hilft kleinen Unternehmen nicht nur, produktiver zu sein, sondern auch, qualifizierte Mitarbeiter anzuziehen. Automatisierung und KI sind nach wie vor die Schlagworte der Stunde, wenn es darum geht, Arbeit intelligenter und schneller zu erledigen.

Patienten recherchieren über Ärzte und Kliniken

11. Februar 2023

„Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“ ist eine Redewendung, die dem russischen Politiker Lenin zugeschrieben wird. Das gilt auch im Netz. Nach Bitkom-Angaben recherchiert gut jeder zweiter Deutsche im Internet über Ärzte oder Gesundheitseinrichtungen, bevor ein Termin ausgemacht wird. Zudem lesen 34 Prozent Bewertungen bei der Auswahl von Krankenhäusern, 22 Prozent tun dies in Bezug auf medizinische Praxen und 30 Prozent informieren sich so über Reha-Kliniken und Pflegeeinrichtungen. Auch irgendwie eine Digitalisierung des Gesundheitswesens.

Das klingt interessant, wenn wir wirklich eine Auswahl hätten. Auf dem Land gibt es weiterhin einen Mangel an Ärzten und man kann froh sein, wer als Kasswnpatentient einen Termin bei einem Facharzt innerhalb einer langen Zeit erhält. Da hilft mir die wunderbare Suche über die Qualität im Netz nur bedingt etwas. Und dennoch zeigt es, dass Patienten sich informieren wollen, eben ein kleiner Schritt Richtung Digitalisierung.

Für mich eine tolle Sache: Die Einführung der Videosprechstunde nutze ich als Patient sehr gerne, merke aber, dass so mancher Arzt diesen Service zwar anbietet, aber die MFA oftmals Schwierigkeiten beim Versenden des Links oder beim Herstellen der Verbindung hat. Wie oft höre ich die Sätze: Sehen Sie mich? Hören Sie mich? Ein Facharzt meiner alten Mutter ist es lieber, dass meine alte Dame lieber 50 anstrengende Kilometer auf sich nimmt und in der Praxis zur Kontrolle vorbeischaut. Es ist nur de Kontrolle und kein akutes Problem.

Zurück zur Netzrecherche: Menschen zwischen 16 und 29 nutzen laut den Bitkom-Zahlen das Internet öfter für Infos zu Ärzten und Krankenhäusern. Befragte ab 65 Jahren recherchieren dafür deutlich mehr zu Pflegeeinrichtungen.

In diesem Zusammenhang möchte ich auf den Verein BEST e.V. hinweisen, die ich mit ein paar Leuten gegründet habe. Der Zweck des Vereins Beratungs- und Koordinationsstelle für russischsprachige Eingewanderte BEST e.V. ist, die Integration und Teilhabe der russischsprachigen Eingewanderten in Deutschland zu fördern. Wir unterstützen die proaktive Integration der russischsprachigen Eingewanderten in Deutschland und wir haben uns das Gesundheitswesen vorgenommen. Wir bauen hier eine Brücke zwischen russischsprachigen Eingewanderten und politischen / öffentlichen Entscheidungsträgern. Dort bieten wir viele Streamings mit Vertretern des Gesundheitswesens an.