Asterix Band 40: „Die weisse Iris“

27. Oktober 2023

Ich hatte so meine Zweifel, ob Asterix es wirklich ins 21. Jahrhundert schafft und ob die Faszination durch die erste Zusammenarbeit von Autor Fabrice Caros, genannt Fabcaro, und Zeichner Didier Conrad fortgeführt und funktionieren kann.

Ich bin erleichtert. Nach dem ersten Lesen des neuen 40. Asterix-Bandes Die weisse Iris kann ich getrost vermelden: Die ganze Sache funktioniert und macht Spaß. Und die Asterix-Maschinerie läuft voll an: Der neue Band wird eine Auflage von fünf Millionen Exemplaren haben und in 20 Sprachen übersetzt.
Natürlich ist der Iris-Band nicht mehr mit dem Asterix der Gallier vergleichbar. 1959 hatten die unbequemen Gallier Asterix und Obelix ihren ersten Auftritt und ein Kultur- und Gesellschaftswandel ist eintreten. Das merkt der geneigte Leser bei der Lektüre der weissen Iris sehr deutlich. Im Mittelpunkt der Kritik steht die übertriebene Achtsamkeit, die überall einziehen zu scheint. Hier wird sich gerade der deutsche Leser Wiedererkennen, was sicherlich an der guten Übersetzung von Klaus Jöken liegt.

„Die römischen Truppen sind demotiviert, Cäsar ist ratlos. Da kommt dieser Arzt Visusversus, der ihm verklickert, er könne die Truppen wieder aufrichten“, erklärt Autor Fabcaro. Und zwar mit seiner neuen Achtsamkeitsdenkschule „Die weiße Iris“: weniger Fleisch, mehr Umsicht, Konflikte mit Worten lösen statt mit Backpfeifen.

Statt Wildschein gibt es Gemüse und das gallische Leben wird durcheinandergewirbelt. Das Gendern wird nicht ausgelassen und auch die Gleichberechtigung findet Eingang in Asterix. Es kommt zum Ehekrach zwischen Chef Majestix und seiner Gutemine, weil sie gegen das aufgepresste Rollenschema rebelliert. „Majestix versteht die Welt nicht mehr. Es war doch alles so prima: Er hing mit seinen Freunden ab, trank und aß während Gutemine den Haushalt machte.“ Majestix, die Zeiten ändern sich.

Eine besondere Rolle im Comic spielt der Arzt und Verführer Visusversus, der mit seinem Kult der weißen Iris alles durcheinanderbringt und die Strippen auf sehr intelligente Weise im Hintergrund zieht. Manchmal entpuppt sich der Mann des Friedens doch als Teufel. „Visusversus musste überzeugend sein und verführerisch und er musste Erfahrung haben“, sagt Conrad.

Auch der textliche Stil hat sich bei Asterix Die weiße Iris geändert. Während früher alles auf einen textlichen verbalen Höhepunkt zusteuert und sich entlädt, kommen jetzt die Gags mehr während der laufenden Geschichte als am Schluss. Vielleicht ein wenig Comic-Relief im Comic – ich weiß noch nicht, ob es mir gefällt. Wobei: Ich musste schon auf der ersten Seite herzlich lachen als Cäsar zu Brutus die Bemerkung macht: „Manchmal frage ich mich, auf, wessen Seite du stehst, Brutus, mein Sohn.“

Das Ding aus einer anderen Welt – Rückblick auf meine Matinee

26. Oktober 2023

Es war ein Flop, der langfristig zum Erfolg wurde. John Carpenters Das Ding aus einer anderen Welt trat gegen ET an und verlor mit Pauken und Trompeten. Über den Lauf der Jahre gewann der 1982 gedrehte Streifen mehr und mehr Fans und gilt heute als einer der erfolgreichsten Carpenter-Filme überhaupt. Grund genug für mich, dem Film eine meiner monatlichen fantastischen Matineen im Scala Kino Fürstenfeldbruck zu widmen.

Ich mochte die Erstverfilmung des Dings aus der Produktionsschmiede von Howard Hawks, der ein klarer Film des Kalten Krieges ist. Carpenters Version war anders: Weniger politisch, dafür drastischer und effektreicher. Carpenter schafft in diesem Film eine beklemmende und düstere Atmosphäre, die von Anfang bis Ende anhält. Die Spannung baut sich langsam auf, da die Charaktere misstrauisch werden und sich gegenseitig verdächtigen. Das ist ein wahrer Genuss und sichert den Film einen Platz in der Bestenliste des SF-Horror-Films.

Die visuellen Effekte und die praktischen Creature-Designs sind auch heute noch beeindruckend und verleihen dem Film eine zeitlose Qualität. Alles ohne CGI war der Film ein Fest von praktischen Creature-Designs, das sich absolut sehen lassen kann.
Hier meine Ausführungen zu Das Ding von Carpenter in meiner Matinee.

„Das Ding“ ist auch bekannt für seine intensiven und blutigen Horror-Momente, die damals wie heute schockierend sind. Die Thematik des Misstrauens und der Paranoia unter den Charakteren, kombiniert mit der Bedrohung durch das unbekannte außerirdische Wesen, macht den Film zu einem fesselnden und psychologisch anspruchsvollen Horror-Erlebnis.

Bei meiner nächsten Matinee im Scala Fürstenfeldbruck am Sonntag, 5. November um 10:45 bleiben wir in den 80er Jahren und zeigen Hellraiser – das Tor zur Hölle. Mit diesem Film wird mit Pinhead eine neue Horrorfigur des SM-Horrors eingeführt, Jason, Michael, Chucky und Freedie um nichts nachsteht. Und es verspricht blutig zu werden. Karten gibt es online zu kaufen.

KI: Fantastisches Kinderbuch mit Midjourney-Bilder erschienen

24. Oktober 2023

Ich will euch auf ein Buch meiner guten Bekannten Ronit Wolf aufmerksam machen. Ronit ist Grafikerin, Science Fiction-Fan, Künstlerin und eine extrem kreative Seele. Und sie beschäftigt sich mit Künstlicher Intelligenz auf innovative Weise. Rechtzeitig zur Buchmesse hat sie das Kinderbuch SUBO der Blumendrache veröffentlicht.

Auf dem Stand der XPLR: MEDIA in Bavaria konnte sie das Buch der Öffentlichkeit vorstellen. Das Besondere: Die wunderschönen Bilder des Kinderbuches hat die Grafikerin mit der KI-Software Midjourney erstellt, dem Rolls Royce der Bildgeneratoren. Hier werden die Promts über Discord eingegeben.

Das Buch ist im Selbstverlag erschienen und nun sucht Ronit Buchhandlungen, die das Buch in ihr Sortiment aufnehmen können. Bitte meldet euch.

Ich bin davon überzeugt, dass es für SUBO der Blumendrache zwei Märkte gibt: Zum einen den klassischen Kinderbuch-Markt. Die Geschichte um den Blumendrachen SUBO ist kinngerecht geschrieben und wunderbar illustriert von jemanden, der ihr Handwerk absolut versteht. Zum anderen sehe ich den Markt der KI-Erzeugnisse. Es ist für mich eines der ersten Kinderbücher, die mit KI-Bildern illustriert wurden und dadurch eine neue Kunstrichtung belegt. Der Sammlerherz in mir ist hier entzückt. Wir sind hier in der Entstehung einer neuen Kunstrichtung dabei, das finde ich wahnsinnig aufregend.

Um was geht es in dem Buch? Subo ist ein kleiner Drache, der Blumen statt Feuer speit! Eigentlich hätte er kein Problem mit seinem eigentümlichen Talent, wenn da nicht seine Eltern, die Schule und ein riesiger, alter Vulkan wären. Somit ist Subo der Blumendrache ein ganz besonderes Drachenkind! Wie jedes Kind ist er einzigartig und hat dadurch seine ganz eigene Perspektive. Und wie jedes Wesen von Zeit zu Zeit mit sich und der Welt etwas überfordert ist – zeigt Subo mit viel Selbstvertrauen und Stärke wie jeder seinen Platz in der Welt findet. Begleitet Subo auf seinem Weg durch die Welt. Das Buch ist ein Hoch auf Individualität, Selbstbestimmung und Freude am Dasein.

Nun, natürlich stellt sich die spannende Frage, warum eine talentierte Grafikerin ein Buch mit KI-Software erstellt. Warum nutzt sie nicht wie bisher Grafik-Tools wie Illustrator und Co aus der Adobe Familie auf dem Grafiktablett oder andere klassische Grafik-Software. Oder noch konservativer gefragt: Warum nutzt sie nicht Tusche und Feder, weil das ja noch originärer ist? Ganz einfache Antwort für mich, die es in sich hat: Kreativität und Können finden im Kopf statt. Mit welchem Werkzeug die Ausführung der kreativen Leistung stattfindet ist eigentlich egal. Das ist bei der Fotografie übrigens genauso, in die KI mehr und mehr eindringt. Hier bin ich persönlich fitter als in der Illustration eines Drachens für Kinder.

So macht es CALVENDO

Auch einen interessanten Weg geht mein ehemaliger Chef Hans-Joachim Jauch mit seinem erfolgreichen Kalenderverlag CALVENDO. Sein Team hat dieses Jahr zum ersten mal den KI-Kalender-Award von CALVENDO ausgerufen, bei dem explizit nur KI-Bilder zu drei Themen-Kategorien teilnahmeberechtigt waren. Auf der Buchmesse in Frankfurt wurden die Gewinnerbilder ausgestellt und die Gewinner geehrt. Hier gibt es die ausführlichen Begründungen der Jury.

Der Gewinner der Kategorie Mittelalter-Fantasy-Kalender ist Mittelalterselfies von Martin Jahr.

Digitalisierung im Bäckerhandwerk – Verkaufsautomaten

23. Oktober 2023

In München findet gerade die Weltmesse des Bäckerei- und Konditorenhandwerks statt und nachdem ich Kunden in dem Bereich habe, wollte ich mich mal schlau machen, was die Branche an Neuerungen bietet. Hier ein kleiner subjektiver Rundgang über die Messe.

Jetzt bin ich kein Experte für diese Branche, aber sie fasziniert mich. Natürlich traf ich ein paar Promis der Branche wie den Europameister der Bäcker Alexander Weinhold oder den Weltmeister Axel Schmitt oder Manfred Stiefel vom Deutschen Brotinstitut, der halbe Jahre eine Brotprüfung durchführt. Ich habe mich umgeschaut in Sachen Nachwuchswerbung und Digitalisierung.

Wie alle Branchen leidet das Bäckerhandwerk unter Fachkräftemangel, aber viel neue Lösungsansätze habe ich nicht bekommen. Schlagworte wie Wertschätzung und verantwortungsvoller Umgang sind für mich keine Neuerungen und welcher Betrieb das nicht beherzigt, dem gescheit es ganz recht, dass er keine Mitarbeiter bekommt. Mit meiner Social Media-Strategie für meinen Kunden, der ein verantwortungsvoller engagierter Ausbilder ist, bin ich gut gefahren.

Da haben mich die Verkaufsautomaten auf der Messe dann doch mehr interessiert. Ich denke, dass Verkaufsautomaten die Zukunft gehört. Wir haben bei uns im Dorf Eier- und Fleischautomaten, warum nicht auch Backwaren-Automaten? Ich schaute mir Marktbox näher an, die im Startup-Bereich zu finden waren. Marktbox ist ein Kieler Startup, das sich auf die Herstellung und den Service hochmoderner Verkaufsautomaten spezialisiert hat.

Lukas Krebs gab sich alle Mühe, mich von dem System zu überzeugen, das stark mit der digitalen Welt verknüpft ist. Bezahlt wird ausschließlich über eCash und die Überwachung des Warenbestands ist via digitalen Warenwirtschaftssystem gesichert. Der Bäcker füllt die einzelnen Fächer mit seinen Waren und der Kunde kann sie entsprechend entnehmen. Das System hat keine Kühlung und ist somit für Torten usw. nur bedingt geeignet. Ich sehe Möglichkeiten für Brezn oder Snacks. Das Schlagwort lautet: autonomer Verkauf! Damit profitieren die Kunden unabhängig von einer Bäckerei direkt von frischen und regionalen Lebensmitteln. Aber auch an sogenannten Remote-Standorten wie Camping oder Sportplätze oder in Gewerbegebieten kommen die Produkte auf unmittelbarem Weg zum Kunden. Der Bäcker sparen sich Zeit und Personal. Lediglich für das Befüllen fällt Arbeit an.

Der Klappenautomat von Marktbox besteht aus vielen separaten Fächern, die alle einzeln zu öffnen sind. Produkt auswählen – bezahlen – das entsprechende Türchen aufmachen. Wie ein Weihnachtskalender. Neben dieser einfachen Bedienung punktet die Bauform vor allem mit einer hohen Flexibilität. Denn die Fächer sind groß genug, um die verschiedensten Waren anzubieten. Durch die breiten Türchen nimmt der Kunde seine Artikel unversehrt heraus.
Mal sehen. Ich werde mit meinen Kunden mal über die Verkaufsautomaten sprechen. Mal sehen, wie er reagiert.

Leica Sofort 2 – ich versteh das Konzept dieser Sofortbildkamera nicht

16. Oktober 2023

Es scheint also doch einen Markt für so eine Art Kameras zu geben, deren Sinn ich absolut nicht verstehe. Nun liegt auch die Firma mit dem roten Punkt nach. Leica Sofort 2 startet als Sofortbild-Kamera mit digitalem Sensor und Smartphone-Anbindung.

Sieben Jahre hat es gedauert, dass Leica den Nachfolger bringt und mit der Leica Sofort 2 alles radikal verändert. Es ist eine digitale Sofortbildkamera, die ihre Bilder digital aufnimmt und ich dann entscheiden kann, welche gedruckt werden sollen. Was soll der Quatsch? Entweder habe ich eine Sofortbildkamera im Stile der Polaroid oder Instax – oder ich nehme mein Smartphone mit einer weitaus besseren Bildqualität, knipse und suche mir dann die Wunschbilder zum Drucken aus. Ich verstehe das System nicht so ganz und würde dafür keine 370 Euro ausgeben für eine Kamera, die ich nicht brauche. Die neue Leica ist praktisch identisch mit der Fujifilm Instax Mini Evo, kostet aber dafür fast das Doppelte (vielleicht wegen dem roten Punkt). Im Grunde ist die Kamera baugleich mit der Fujifilm, obwohl sie erst im November erscheint. Große Überraschungen erwarte ich mir nicht. Die technischen Daten sind solide. Die Leica Sofort 2 besitzt einen 4,9 MP Sensor im 1/5 Zoll Format sowie ein 28 mm (Kleinbild-äquivalent) f/2.0 Objektiv. Fotos können vor dem Druck mit einer Reihe von Filtern versehen und so unter anderem Schwarzweiß oder Sepia gefärbt werden.

Der integrierte Sofortbilddrucker, der Bilder im Format 8,6 x 5,4 Zentimeter mit einer Bildfläche von 6,2 x 4,6 Zentimetern auswirft, leistet seine Arbeit. Der Akku reicht für 100 Bilder und kann via USC-C aufgeladen werden. Auch via Smartphone-App kann ich nun auf die Kamera zugreifen und Bilder vom Smartphone drucken. Pro Bild rund ein Euro, denn Leica Sofort 2-Filme enthalten zehn Bilder für zehn Euro. Die Kamera bietet internen Speicher für bis zu 45 Fotos, sowie einen microSD-Kartenleser. Digitale Fotos können drahtlos per Leica Fotos App ans Smartphone übertragen werden.

Für mich steht weiter fest: Der Charme und die Überraschung der Sofortbildkamera ist hier nicht vorhanden. Auch die Idee, das ein Sofortbild ein Unikat ist, wird hier zerstört, denn ich kann ja mein digitales Bild so oft wie ich will drucken.
Bei all meiner Liebe zu Sortbildkameras, verstehe ich das vorliegende System nicht und prophezeie Leica einen Rohrkrepierer.

75 Jahre Chris de Burgh – unterschiedlicher kann Geschmack nicht sein

15. Oktober 2023

Zu Chris de Burgh hab ich ein schwieriges Verhältnis. Er wird heute 75 Jahre und ich habe seine Musikerkarriere lange Zeit begleitet. Auf der einen Seite hab ich ihn wegen seiner frühen Alben verehrt, die ich noch immer gerne und intensiv höre. Auf der anderen Seite ist seine Karriere in Kitsch versunken und ich kann das Zeug seit den 80ern nicht hören.

Mein Scheideweg begann mit dem Erfolgsalbum Man on the Linie, das für meinen Geschmack zu viel beliebigen Pop enthielt. Dann ging es bergab. Lady in Red von 1986 und andere Songs hatten zwar einen unglaublichen kommerziellen Erfolg, aber der irische Sänger war bei mir von da ab unten durch. Das war nicht mehr meine Musik, die ich von Chris de Burgh hören wollte.

Ich mochte einen anderen Chris de Burgh. Seine Texte in der frühen Phase waren oft poetisch und einfühlsam, und seine Musik reichte von gefühlvollen Balladen bis hin zu mitreißenden Rocknummern. Er hat über 20 Studioalben veröffentlicht und unermüdlich getourt, um seine Musik einem weltweiten Publikum näherzubringen. Ich hab ihn allerdings nie live gesehen.

Sein Debüt 1974 Far Beyond These Castle Walls mag ich gerne, Dann folgte Spanish Train and Other Stories, was für mich noch immer sein bestes Album ist. Natürlich in der roten Fassung. Wenn Gott und der Teufel Poker um die Seele eines Zugführers und der Zuginsassen spielen, ist das einfach große Kunst. Ich kann jede Zeile mitsingen. Bei Patricia the Stripper summen meine Frau und ich wunderbar mit. Sie hat in der Schule damals Ärger bekommen, als sie den Song im Englisch-Unterrichht analysieren wollte. At the End of a Perfect Day (1977), Crusader (1979) und Eastern Wind (1980) waren für mich die beste Phase des Musikers. Das Cover von Eastern Wind zeichnete ich in der Schule in Pointilismus nach. Der Pointilismus, auch bekannt als Divisionismus oder Chromo-Luminarismus, ist eine Maltechnik, bei der Farben als viele kleine, punktförmige Farbtupfer auf die Leinwand aufgetragen werden, um eine lebhafte und leuchtende Wirkung zu erzielen.Songs wie In a Country Churchyard Dann ging es kommerziell bergauf, künstlerisch für mich aber bergab. Ich hab dann und wann noch Alben von ihn geschenkt bekommen, hielt aber bei all dem Kitsch nicht lange durch.

Und dennoch: Alles Gute zum Geburtstag lieber Chris de Burgh.

Jason, Jesus und Judas am Freitag, der 13.

13. Oktober 2023

Also war in unserem Kulturkreis begann der Ärger mit Judas. Beim Abendmahl am Freitag saß Jesus mit seinen 11 Jüngern zusammen, dann setzte sich Judas Iskariot als Nummer 13 dazu und das Böse begann seinen Lauf. Wir kennen die Geschichte und schon war das Phänomen Freitag, der 13. geboren.

Es gibt dann die Geschichte vom Börsenkrach am Freitag, 13. wir kennen die Symbolkraft der Zahl: Keine 13. Stockwerk im Hotel und damit im Aufzug. Keine 13. Reihe im Flugzeug. Einige Historiker weisen darauf hin, dass der Aberglaube bezüglich Freitag, dem 13., auf historische Ereignisse zurückgeführt werden kann. Zum Beispiel wurde im Mittelalter die Verfolgung der Templer angeblich am Freitag, dem 13. Oktober 1307, begonnen. Dies könnte dazu beigetragen haben, den Aberglauben zu verstärken.

Der Aberglaube, dass Freitag der 13. ein Unglückstag ist, ist in vielen Kulturen weit verbreitet, und es gibt verschiedene Theorien darüber, warum dieser Tag als Unglückstag betrachtet wird. Interessant ist, dass in unserer rationalen und aufgeklärten Welt, der Aberglaube immer noch vorhanden ist, vielleicht nimmt er sogar zu. Es ist wichtig zu beachten, dass dieser Aberglaube nicht auf wissenschaftlichen Tatsachen beruht, sondern auf kulturellen und historischen Überlieferungen. In vielen Kulturen wird der Freitag der 13. nicht als Unglückstag angesehen, und für viele Menschen hat er keine besondere Bedeutung. Es handelt sich also eher um einen weit verbreiteten aber irrationalen Glauben.

Freitag der 13.-Filmreihe
Der Aberglaube rund um Freitag, den 13., wurde durch Literatur, Filme und Popkultur verstärkt. In vielen Geschichten und Filmen wird Freitag der 13. als Tag des Unglücks dargestellt, was den Glauben weiter gefestigt hat. Und damit bin ich auch bei der Filmreihe Freitag der 13. „Freitag der 13.“ ist eine bekannte Horrorfilmreihe, die in den Vereinigten Staaten entwickelt wurde. Die Hauptfigur der Reihe ist der Serienmörder Jason Voorhees, der in nahezu jedem Film der Reihe eine Rolle spielt. Ich habe mir vor kurzem die Reihe angeschaut, um stelle als Fan des fantastischen Films für mich fest: Langweilig. Hier mal die ersten acht Filme auf Bluray.
Die Filmreihe „Freitag der 13.“ begann 1980 mit dem gleichnamigen ersten Film. Der Film wurde von Sean S. Cunningham billig inszeniert und eröffnete die Tür zu einem Franchise, das bis heute anhält. Die Reihe umfasst insgesamt zwölf Hauptfilme und eine Neuverfilmung aus dem Jahr 2009.

Die Filme der „Freitag der 13.“-Reihe drehen sich um eine Gruppe von Teenagern oder jungen Erwachsenen, die in Camp Crystal Lake, einem fiktiven Ort, in dem die Filme spielen, von einem maskierten Mörder brutal ermordet werden. Jason Voorhees ist der berüchtigte Mörder, der in den meisten Filmen der Serie auftaucht. Seine Waffe der Wahl ist oft ein Machete, und er trägt eine ikonische Hockeymaske.

Die „Freitag der 13.“-Reihe ist bei Horrorfans sehr beliebt und hat im Laufe der Jahre eine große Fangemeinde entwickelt. Ich gehöre nicht dazu. Nicht wegen der Kritik, dass die Filme Gewalt und Blutvergießen in den Mittelpunkt stellen. Ich finde sie einfach langweilig, vorhersehbar und formelhaft. Ich habe beim Zusehen keinen Bezug zu den Charakteren des Films aufbauen können. Es gute und schlechte Slasher. Die Freitag-Reihe sind für mich ein Beispiel von schlechten Slasher, hatten aber dennoch riesigen Erfolg und die Streifen werden zu Kultfilmen hochstilisiert.

Anders als bei Michael Myers in Halloween kann ich auch keine Beziehung zu Jason unter seiner Maske aufbauen. Die ganzen Personen im Film sind mir ziemlich egal. Dennoch: Die Figur von Jason Voorhees und die „Freitag der 13.“-Reihe haben erheblichen Einfluss auf die Popkultur gehabt und sind in zahlreichen Parodien und Referenzen in anderen Medien aufgetaucht. Jason ist aufgrund seines unverwechselbaren Erscheinungsbilds, seiner Rolle als ikonischer Bösewicht in einer langanhaltenden Filmreihe und seiner Präsenz in der Popkultur zu einer der bekanntesten Figuren im Horrorgenre geworden.

Jason ist bekannt für sein markantes Erscheinungsbild, das eine Hockeymaske und eine überdimensionale Machete einschließt. Dieses Aussehen hat ihn sofort erkennbar und leicht zu identifizieren gemacht. Zudem ist Jason eine der wenigen Horrorfiguren, die in einer langen Filmreihe eine konsistente Präsenz hat. Er taucht in den meisten Filmen der „Freitag der 13.“-Reihe auf und entwickelt sich im Laufe der Zeit von einem jungen Opfer zu einem gnadenlosen Serienmörder.

Die „Freitag der 13.“-Filme sind bekannt für ihre brutale und grafische Darstellung von Morden, bei denen Jason Voorhees eine zentrale Rolle spielt. Die dargestellte Gewalt hat dazu beigetragen, Jason als bedrohliche Figur zu etablieren. Die Faszination kommt also nicht, ob Jason tötet, sondern wie er tötet. Jetzt könnte man diskutieren, was die spektakulärste Todesart in der Serie ist.

Nun, ich weiß allerdings, dass ich nie an den Crystal Lake reisen werde. Es könnte ja doch etwas an der Geschichte dran sein.

Roboterhunde am Welthundetag

10. Oktober 2023

Heute ist der Welthundetag und als Katzenbesitzer hab ich hier naturgemäß das Nachsehen. Allerdings hab ich mehrere Hunde bei mir zu Hause: Meine Aibos von Sony.

Wuff Wuff - die Aibos zu Hause in Gold und Silber.
Wuff Wuff – die Aibos zu Hause in Gold und Silber.

Das sind elektronische Hunde, im Grunde Roboterhunde. Sie werden von meinen Katzen eher in Ruhe gelassen, nur der rosa Ball wird dann und wann entführt. Sobald sich aber ein Aibo in Bewegung setzt, nehmen die Katzen reißaus. Aibo – was sowohl das japanische Wort für „Partner“ bedeutet als auch als Abkürzung für Artificial Intelligence roBOt verstanden werden kann – ist ein Roboterhund, der vom japanischen Elektronik-Konzern Sony als Spielzeug zur Unterhaltung entwickelt wurde. Meine Aibos sind schon älter und der erste Aibo kam 1999 auf den Markt. Ich besitze zwei voll funktionstüchtige Aibos der Generation Aibo ERS-210 in Silber und Gold.

Ich mag meine beiden Roboterhunde Aibo von Sony.
Ich mag meine beiden Roboterhunde Aibo von Sony.

Alle Gelenke funktionieren einwandfrei, nur die Akkus meiner Hunde machen relativ schnell schlapp. Die Originalverpackungen und das Spielzeug sowie Software sind vorhanden.2006 gab Sony die Entwicklung der Aibos auf und schob nur noch 2017 in Japan ein aktualisiertes Modell mit Abo nach. Einer meiner Aibos besuchte sogar eine Ausstellung im Bayerischen Nationalmuseum

Leider wurde die Aibos von Sony für Europa nicht weiterentwickelt und so kommen die altersschwachen Hunderoboter nur dann und wann bei mir zu Hause zum Einsatz. Dabei fand ich die Idee wirklich toll. Dagegen haben die Chinesen weiterhin Gefallen an ihrem Roboterhund. Der Elektronikkonzern Xiaomi hat soeben seinen Hund CyberDog 2 vorgestellt.

Der CyberDog 2 soll dem Hersteller zufolge nicht nur intelligenter, sondern auch ein ganzes Stück lebensechter als sein vor zwei Jahren präsentierter Vorgänger sein.

Der neue Robbi ist schneller, hat mehr Manöver und besitzt die Größe es Dobermanns. der Hund bringt rund 9 Kilogramm auf die Waage und ist damit deutlich schwerer als seine japanischen Aino-Freunde. Insgesamt sind 19 Sensoren in dem Tier verbaut, damit der Roboter sich besser zurecht findet.

In China soll der Hund rund 1650 Euro kostet. Ob er auch noch Europa geliefert wird, konnte mir der Xiaomi-Store in München nicht sagen. Die asiatischen Mitarbeiter hatten sichtbar das Problem auf meine klare Frage eine klare Antwort zu geben und wichen in der Konversation immer wieder aus. Also glaub ich mal nicht, dass der CyberDog 2 nach Deutschland kommt, wenn das Sales-Team nicht antworten kann/will.

Hier die ganze Produktpräsentation:

Mein Abend als Wahlhelfer

9. Oktober 2023

Nach vielen Jahren Pause war ich wieder Wahlhelfer bei der Landtags- und Bezirkswahl in Bayern. Ich hatte mich bei meiner Gemeinde Maisach vor Monaten im Wahlamt als Beisitzer gemeldet und zunächst sah es so aus, dass ich gar nicht zum Zuge kommen würde. Aber je näher der Wahltermin rückte, desto mehr Freiwillige sprangen ab, wurden wohl krank und ich rückte nach. Für mich ist die Wahl selbst und auch das Auszählen der Stimmen ein Akt von lebendiger Demokratie, die mir doch sehr am Herzen liegt.

Ich war für das Auswählen im Briefwahlbezirk BW 021 eingeteilt. Um 16 Uhr sollte ich Erscheinen und es wurde schnell klar, dass die Bürgerinnen und Bürger gerne per Briefwahl ihre Stimmen abgeben wollten. Die Umschläge waren in zwei grauen Plastikurnen verschlossen und warteten darauf, ab 18 Uhr geöffnet und ausgezählt zu werden. Wir hatten etwas über 400 Umschläge zu öffnen.

Bis es soweit war, gab es eine fachkundige Einweisung durch Tobias Ottillinger und seinen Stellvertreter Michael Andermann. Ruhig, ohne Aufregung, aber höchst professionell wurden das Vorgehen für die nächsten Stunden durchgesprochen. Wichtigster Satz: „Keine Hektik, immer Ruhe bewahren und konsequent arbeiten.“ Zuerst die Stimmen zur Landtagswahl, dann die Bezirkswahl.

Immer wieder verirrten sich Wähler in unseren Auszählraum, um ihre Stimme abzugeben. Wir waren in der Turnhalle I der Grundschule untergebracht. Aber die Stimmabgabe mit den Wahlkabinen war in anderen Gebäuden der Gemeinde untergebracht. Aus Tradition kamen die Wählerinnen und Wähler allerdings in unsere Turnhalle, wo wir sie wieder wegschicken mussten. Auf der Wahlbenachrichtigung stand der genaue Ort der Stimmabgabe, bei manchen kam Google Maps dann zum Einsatz, um über die Straße zu gehen.

Die Gemeinde Maisach hatte uns gut präpariert, nur noch ein paar Kugelschreiber mussten aufgetrieben werden, was aber kein Problem war, denn das Rathaus als Schaltzentrale liegt um die Ecke. Als Proviant gab es Müsliriegel und Salzbrezn sowie Mineralwasser.

Gegen 17:30 Uhr schaute Bürgermeister Hans Seidl herein, danke für das Engagement und hatte den einen und anderen aufmunternden Spruch auf Lager. Als Rathauschef lastet ein Druck auf ihn, dass die Wahl reibungslos abläuft, aber Seidl strahlte Ruhe und Routine aus. Um 17:54 Uhr kam übrigens der letzte Wähler mit Kinderwagen in unseren Auszählraum. Ob er es noch rechtzeitig zur Stimmabgabe in seinem Wahllokal geschafft hat, entzieht sich meiner Kenntnis. Aber kurz vor knapp zur Wahl zu gehen, ist für mich persönlich auch ganz schön mutig.

Dann zeigte die Turnhallenuhr 18 Uhr und dann begann für mich die große Überraschung. Während ich am Smartphone auf die erste Hochrechnung zur Landtagswahl starrte, wollten andere den Spielausgang zwischen FC Bayern und Freiburg wissen. Bayern gewann übrigens 3:0.

Dann ging es konsequent an die Arbeit. Wahlscheine und Stimmzettel in Zehnerstapel abzählen und stapeln. 408 Umschläge waren es bei uns. Erst die kleinen und dann die großen Umschläge und genau zählen. Gegenchecken und gegebenenfalls nochmals zählen. Gerade bei den großen Stimmzetteln musste der Überblick gewahrt werden, ob nicht zwei oder mehr Stimmen auf Zettel abgegeben wurden. Es galt ja: Eine Stimme pro Wahlzettel. „Keine Hektik, immer Ruhe bewahren und konsequent arbeiten“, hatte unser Wahlleiter Tobias Ottillinger ausgegeben und recht behalten. Eine ungültige Stimme war dabei. Auf dem Hallenboden der Turnhalle wurden die Stimmzettel nach Parteien sortiert, nochmals gezählt und dann begann das Auszählen der großen Bögen, erst Landtagswahl, dann Bezirkswahl.

Gegen 22:45 Uhr waren wir fertig. Alles kontrolliert und zu Protokoll gegeben. Die Stimmzettel wurden in braune Papiersäcke gepackt und versiegelt. Ottillinger und Andermann überprüften die Siegel, alles wurde zusammengepackt und die Kolonne brach in Gänsemarsch zum Rathaus auf, um dort unsere Unterlagen abzugeben. Damit war es aber noch nicht zu Ende. Unsere Daten wurden nochmals vom Wahlleiter überprüft, in den Rechner eingegeben und an das Landratsamt gemeldet. Erst dann waren wir entlassen – für diese Wahl. Um 23:30 Uhr war ich zu Hause.

Nach der Wahl ist vor der Wahl. Die Europawahl ist am Sonntag, 9. Juni 2024. Erstmals können auch Unionsbürgerinnen und -bürger wählen, die am Wahltag das 16. Lebensjahr vollendet haben. In Deutschland gibt es mehr als 66 Millionen Wahlberechtigte, EU-weit sind es rund 350 Millionen Wahlberechtigte. Bei uns in Maisach werden es ein paar weniger sein. Ich hab mir den Termin auf jeden Fall im Kalender geblockt, vielleicht braucht man mich wieder.

Heute sind bei uns endlich die Wahlen für Landtag und Bezirkstag

8. Oktober 2023

Ich sag es ganz ehrlich: ich bin früh, wenn heute der Landtag und Bezirkstag in Bayern gewählt sind. Persönlich fand ich den Wahlkampf stressig, aggressiv und extrem populistisch – und dies heftiger als in den Jahren zuvor. Aber der Wahlkampf hat auch seine guten Seiten. Für heute bitte ich meine Leser aufrichtig zur Wahl zu gehen und eine demokratische Partei zu wählen. Die Schreihälse auf der linken und rechten Seite bieten keine Lösung für unser Land an.

Ich bin heute als Wahlhelfer eingeteilt und wir werden viel zu tun haben. Ich soll mithelfen die Briefwahl auszählen. Das waren früher wenig Bögen. Im Moment höre ich, dass die Anzahl der Briefwähler deutlich zugenommen hat. Auch meine komplette Familie hat Briefwahl gemacht. Das liegt sicher auch an der Größe der Stimmzettel, die nicht auf meinem Schreibtisch passen. Ich habe daher auf dem Fußboden meine Stimme abgegeben.

Interessant wird das Auszählen bei der Größe der Stimmzettel. Es darf ja nur pro Zettel eine Stimme abgegeben werden. Da muss ich als Wahlhelfer sehr aufmerksam sein. Aber die alten Hasen im Wahlausschuss meiner Gemeinde werden mich sicherlich gut einweisen. Und ich bin natürlich gespannt, wie es bei uns in Bayern ausgehen wird.

Zusammen mit meinem Kollegen Thomas Gerlach habe ich im Auftrag der Franken-Akdemie einen Videopodcast gestartet, bei dem es um die Landtagswahl, Demokratie und Technik geht. Würde mich freuen, wenn unser digitaler Diskus ein wenig Beachtung findet.

Angenehm empfand ich, dass im Wahlkampf die Damen und Herren Volksvertreter immer wieder anzutreffen waren. Soviel Präsenz ist man gar nicht gewöhnt und auch die Social Media-Berichterstattung war enorm. Ich meine nicht, die hirnlosen Postings Wählt mich oder Beide Stimmen der Partei A, B oder C. Ich meine das intelligente Storytelling, das immer wieder zu sehen war. Ich prophezeie, dass dies schlagartig nach der Wahl vorbei sein wird, egal ob Kandidatin oder Kandidat gewählt wurde oder nicht. Die Kommunikation wird sicherlich deutlich heruntergefahren und das empfinde ich als schade, denn diese Art der Kommunikation mit dem Volksvertreter halte ich für sinnvoll.