Archive for the ‘Medien’ Category

Musiktipp: Complete Songs & Poems of the Lord of the Rings von Tolkien Ensemble

15. Dezember 2012

Weil wir uns alle am Hobbit-Fieber angesteckt haben, will ich mal Musik aus der Welt von Mittelerde vorstellen, die vielleicht nicht jedermann kennt. Ich meine jetzt nicht die Soundtracks von Howard Shore und Leonard Roseman, sondern die Musik des Tolkien Ensembles.

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Ich hab diese Musik aus Dänemark Ende der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts auf einem Schallplattenflohmarkt entdeckt. Über die Jahre sind einige Aufnahmen hinzugekommen. Im Jahre 2006 erschien die 4-CD-Sammlung Complete Songs & Poems of The Lord of the Rings, die ich Fans von Mittelerde ausdrücklich empfehlen möchte. Bei der Band Tolkien Ensemble handelt es sich um dänische Musiker, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Gedichte und Gesänge vom Herr der Ringe zu vertonen und zu veröffentlichen. Unterstützung haben sie von Christopher Lee bekommen, der zahlreiche Tolkien Gedichte vortrug. Schön, dass Lee auch eine Rolle als böser Zauberer Saruman in Jacksons Herr der Ringe-Verfilmung bekommen hat.

Allerdings ist die CD-Sammlung keine leichte Kost. Die komplexen Aufnahmen gehen nicht sofort ins Ohr. Wunderbar finde ich die Choräle, aber auch die leisen Lieder aus dem Auenland. Insgesamt waren über 150 Musiker an den Aufnahmen beteiligt, darunter 14 Solisten. Die Sammlung enthält alle Veröffentlichungen des Tolkien Ensembles. Zehn Jahre hatten Casper Reifff und Peter Hall geraucht, um das Werk zu vollenden. Einige Songs wurden für die CD-Box nochmals neu aufgenommen und die Sammlung wurde neu editiert und nun in die korrekte Reihenfolge gebracht. Cool ist auch, dass ein königlicher Tolkien-Fan mit von der Partie ist. Königin Margarethe II. von Dänemark steuerte zahlreiche Zeichnungen und Illustrationen bei. Das Booklet wurde so wunderbar aufgewertet, es enthält neben den Texten der Gedichte und Gesänge auch eine Biografie der Künstler und die eindrucksvollen königlichen Illustrationen. Es lohnt sich also, die Aufnahmen als CD-Set Complete Songs & Poems of The Lord of the Rings zu erwerben und nicht als mp3-Download.

Für mich gehören diese Aufnahmen zu den Schätzen aus der Welt von Mittelerde. Wer sich ernsthafter mit der Welt von Tolkien beschäftigen will, kommt um diese Aufnahmen nicht herum.

Gametipp: Lego Herr der Ringe

13. Dezember 2012

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Gleich vorweg: Dieses Spiel ist für mich das Weihnachtsgeschenk 2012 schlechthin. Ich war von der Umsetzung der Star Wars Saga in die Lego-Welt schon begeistert, aber bei der Lego-Version von Lego Der Herr der Ringe blieb mir die Spucke weg. Wie stark ist das denn? Basierend auf der „Herr der Ringe“-Filmtrilogie erzählt Lego Der Herr der Ringe die Originalgeschichten aus Tolkiens Der Herr der Ringe: Die Gefährten, Der Herr der Ringe: Die zwei Türme und Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs und entführt die Spieler auf eine epische Abenteuerreise mit drolligem Lego-Humor und typischer Lego-Kreativität. Gestellte Aufgaben sind durchaus lösbar nach ein wenig Nachdenken und so macht das Spiel Spaß für die ganze Familie. Bei uns gaben sich die Generationen den PS3-Controller in die Hand. Im Game werden die wichtigsten Stationen von Mittelerde besucht: Schicksalsberg, Wetterspitze, Helms Klamm, die Minen von Moria, Fangor, Isengart und die Totensümpfe und einige mehr. Die Szenen sind sehr humorvoll gezeichnet und auch wenn die Geschichte mal etwas blutig wird, sind wir doch schließlich in der Welt der dänischen bunten Klötzchen. Ein Lacher zu Hause war beispielsweise die Darstellung der Reiter von Rohan, deren Pferde sich wie Zirkuspferde gebahren und sich zur Pyramide aufstellen. Der Lego-Humor ist liegt oft im Detail: Frodo wird mit einer Lego-Bauanleitung geheilt.

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Während die Spielzentrale bei Lego Batman die Bat-Höhle und bei Lego Star Wars die Schlachtkreuzer sind, so ist die Zentrale bei Herr der Ringe eine Karte von Mittelerde. Hier kann der Spieler seine Missionen wählen. Betraut mit der Aufgabe, den Meisterring zu zerstören, der das Gute bedroht, muss Frodo sein friedliches Zuhause im Auenland verlassen. Doch der böse Ring will erst einmal gefunden werden, und der Weg zum Schicksalsberg – der einzige Ort, wo der Ring bekanntlich zerstört werden kann – ist gefährlich und mit Orks und noch übleren Bestien gespickt. Um Frodo zu helfen, wird das bekannte Bündnis geschmiedet – Aragorn der Waldläufer, Gandalf der Magier, Legolas der Elb, Gimli der Zwerg, Boromir der Kämpfer aus Gondor und Frodos Hobbit-Freunde Merry und Pippin. Die Spieler erleben die Herr-der-Ringe-Saga im Lego-Stil, erforschen Wunder, lösen zeitlose Rätsel und machen auf ihrer Jagd nach dem Ring schier endlosen Feindesscharen den Garaus. Hat der Spieler das Game zum ersten Mal komplett gelöst, kann er neu beginnen und die hohe Anzahl von Minikits/Schätzen sammeln. So macht das Spiel immer wieder Spaß und schafft neuen Anreiz.

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Manches Mal ist wie bei all den Lego-Spielen auch die Kameraführung in Lego Der Herr der Ringe etwas strange. Bei einem gesplitteten Bildschirm im Zweispieler-Modus empfiehlt sich der Einsatz eines großen Displays, sonst wird es ganz zu klein. Spielt man über Beamer und der Sound kommt von der Anlage, dann taucht der Spieler in die Welt von Mittelerde ein. Dazu kommt die Originalmusik von Howard Shore.

Positiv für mich: Obwohl die Kinder bis dato nichts von Herr der Ringe gehört hatten, wurden sie durch das Spiel an die Welt von Tolkien herangeführt. Sie bekamen Lust auf die Bücher und wenn sie im entsprechenden Alter sind, können sie die Klassiker der Fantasyliteratur in der richtigen Übersetzung lesen. Und da sage noch einer: Spielen bildet nicht.

Mobiles Shopping zu Weihnachten auf dem Vormarsch

7. Dezember 2012

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Haben wir denn schon unsere Weihnachtsgeschenke? Ich bin dieses Jahr rechtzeitig fertig geworden und ich habe die meisten Sachen online eingekauft. Interessant ist, dass ich dabei vor allem das iPad oder das iPhone genutzt habe, weniger den stationären Rechner. Und scheinbar bin ich nicht der Einzige. Adobe prognostiziert Verdopplung der Online-Weihnachtseinkäufe über mobile Geräte

Für die Vorweihnachtszeit erwartet Adobe einen erheblichen Anstieg der Online-Käufe. Das ergab eine von Adobe durchgeführte Analyse, die das Kaufverhalten in Europa und den USA in den vergangenen Jahren untersucht und aus den gewonnenen Daten eine Prognose für das Weihnachtsgeschäft 2012 abgeleitet hat. Die Europäer beginnen früher mit ihren Weihnachtseinkäufen als die Amerikaner und beenden ihre Shopping-Touren oftmals auch später. Während in den USA an speziellen Tagen besonders viel gekauft wird, bleiben die Umsatzraten in Europa über eine längere Zeit konstant.

Der Einzelhandel diesseits des Atlantiks registrierte bereits seit Anfang November einen Anstieg der Online-Einkäufe um insgesamt 150 Prozent. Ab der letzten Novemberwoche wird ein weiterer Anstieg des täglichen Umsatzes um 25 Prozent erwartet. Die Umsatzraten bleiben dann für etwa drei Wochen stabil, bevor sie in den 10 Tagen vor Heiligabend wieder zurückgehen.

Und ich muss zugeben, dieses Verhalten passt eindeutig auf mich. Die Daten stammen aus der Studie „Adobe Digital Index 2012 Online Shopping Forecast“. Darin wurden mehr als 150 Milliarden Besuche auf den Webseiten von 500 amerikanischen (60 Prozent) und europäischen (40 Prozent) Einzelhandelsunternehmen der vergangenen sechs Jahre ausgewertet. Mit der Adobe Marketing Cloud gelang es, die Vielzahl von Daten führender Einzelhändler auszuwerten, Muster herauszufiltern und mit Hilfe von Algorithmen die zukünftig zu erwartenden Ergebnisse zu berechnen.

Die Studie verdeutlicht auch den anhaltenden Trend zur Nutzung mobiler Geräte. Einkäufe über Smartphones, Tablets oder E-Reader werden demnach in Europa im Vergleich zum Vorjahr von 6 auf 12 Prozent steigen. Das stärkste Wachstum im mobilen Bereich verzeichnet Großbritannien mit prognostizierten 13 Prozent. Besonders stark werden die Einkäufe via Tablet steigen. In Deutschland werden sie in diesem Jahr voraussichtlich 5 Prozent der Online-Käufe ausmachen – eine Steigerung um 150 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch bei den Tablets liegen die Briten mit erwarteten 8 Prozent an den in Großbritannien online getätigten Einkäufen europaweit vorne.

Adobes Prognosen zum Online-Shopping sowie die realisierten Ergebnisse können in Echtzeit auf einer neuen interaktiv gestalteten Webseite verfolgt werden, die kontinuierliche Beobachtungen und Updates des Kaufverhaltens während der Vorweihnachtszeit liefert. Die „Adobe Digital Index 2012 Online Shopping Forecast“ und die interaktive Webseite sind hier abrufbar.

Star Trek: Langes Warten auf Into Darkness

6. Dezember 2012

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Bis Mai 2013 müssen wir Trekkies noch auf den neuen Star Trek warten. Regisseur J.J. Abrams hat den Start immer wieder verschoben, weil er noch nicht zufrieden war. Die Erwartungen an den neuen Film sind bei uns Trekkies sehr hoch. Der Titel lautet Star Trek Into Darkness. Es wird eine direkte Fortsetzung zum ersten Abrams-Werk werden Star Trek – Die Zukunft hat begonnen. Der Filmstart wurde von 16. auf 9. Mai vorverlegt.

Was keiner für möglich gehalten hat, ist J.J. Abrams gelungen. Er hat dem etwas verstaubten Star Trek-Thema neues Leben eingehaucht. Die Darsteller des ersten Teils sind wieder mit von der Partie, allen voran Zachary Quinto, Simon Pegg, Karl Urban, Zoe Saldana und Anton Yelchin.

So richtig viel ist über den Film noch nicht bekannt. Paramount veröffentlichte Ende November die erste Inhaltsangabe: Die Mannschaft der Enterprise wird nach Hause zurückgerufen; doch was sie dort vorfinden ist schrecklich. Eine unaufhaltsame Kraft des Terrors, die auch noch aus den eigenen Reihen ihrer Organisation kommt, wütet auf dem Planeten und ist für die Zerstörung der Sternenflotte verantwortlich. Die Welt befindet sich in der Krise. Captain Kirk (Chris Pine) ist auf Rache aus und hat noch eine offene Rechnung zu begleichen, deswegen macht er sich zusammen mit seinen Leuten auf den Weg in eine von Krieg umgebende Welt. Dort sucht er nach der Massenvernichtungswaffe und seinen Benutzer, um ihn gefangen zu nehmen. Die tapferen Helden werden in ein episches Schachspiel um Leben und Tod gerissen: Dabei wird nicht nur ihre Liebe und Freundschaft auf eine harte Probe gestellt, sondern Opfer müssen gebracht werden für die einzige Familie, die Kirk noch bleibt: seine Crew. Warten wir es ab – schließlich ist die optische Umsetzung genauso wichtig wie die Story.

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Bis es soweit ist, schaue ich mir in Ruhe Star Trek – Die Zukunft hat begonnen noch einmal an. Und weil es so schön ist, lese ich mal wieder Star Trek: The Art of the Film . Filmautor Mark Cotta Vaz widmet sich optisch ausführlich der Produktion des ersten Star Trek-Films von J.J. Abrams. Wer an der technischen Produktion des Films interessiert ist, wird begeistert sein. Zu sehen sind unveröffentliche pre-production paintings, concept sketches, Kostüm- und Designsets, Stand- und Setfotos und finale Renderings. Es macht Spaß durch die Welt von Gene Roddenberry in der Interpretation von J.J. Abrams zu wandeln. Im Grunde wurde das Set der sechziger Jahre ins 23. Jahrhundert übertragen. Die Brücke orientiert sich an 2001. Die Uniformen sind ein eigener Mikorkosmos. Kritiker haben das neue Star Trek-Design als weißes iPod-Design verächtlich bezeichnet, aber mir hat es gefallen. Und auch die Beleuchtungseffekte und Kameraspiegelungen haben auch ihren Charme, obwohl ich mich an die Kameraarbeit erst einmal gewöhnen musste.

Textlich kommt im Buch natürlich nicht viel rüber, dafür optisch um so mehr. Im Grunde ist das Buch ein besonderes Bilderbuch für Trekkies jeden Alters. Anhand von unterschiedlichen Bildmaterial wird u.a. die USS Kelvin, die Sternenflottenakademie, die Uniformen, die Aliens, die Vernichtung von Vulkan und natürlich die USS Enterprise dargestellt. Für Fans ist das Buch ein absolutes Muss. Leider ist die Auflage von Star Trek: The Art of the Film restlos ausverkauft und wer es noch nicht hat, muss sich im Second Hand-Handel umschauen. Aber es wird sich lohnen und wir Trekkie-Fans wissen, dass es eine Wertanlage unter Fans ist.

Update: Gerade ist ein Trailer vom neuen Film veröffentlicht worden:

Buchkritik: The Toy Story Films von Charles Solomon

5. Dezember 2012

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Heute wird der neue Pixar-Film Merida – Legende der Highland auf Blu ray/DVD veröffentlicht, den ich bereits mehrfach empfohlen habe. Im Zuge der Veröffentlichung will ich daran erinnern, dass es noch gar nicht so lange her ist, dass es computergenerierte Spielfilme gibt. Der erste Spielfilm dieser Art war Toy Story. Als ich den Film im Kino sah, konnte ich es kaum fassen. So ein geiles Ding haben diese Kreativen bei Pixar mit ihrem Computern gemacht. Technisch war der Film ein Hammer. Und was dazu kam: Die Story hatte Herz und war wunderbar erzählt. Hier waren vielleicht Computernerds am Werk, aber verdammt noch mal, sie konnten Geschichten erzählen. Ich war mit dem Pixar-Virus infiziert, der bis heute nicht geheilt ist. Ein neuer Pixar-Filme kam jedes Jahr ins Kino, doch Toy Story blieb immer in meiner Erinnerung.

Wer diese Zeiten wieder aufleben lassen möchte, dem rate ich zur Lektüre des Buches the Toy Story Films von Charles Solomon. Das Vorwort schrieb der geniale Hayao Miyazaki und das Nachwort John Lasseter. Erzählt wird die Geschichte aller drei Toy Story-Teile, die auch immer eine Geschichte von Pixar sind. Wir erfahren viel, wie sich Pixar von der Scheidungsmasse von George Lucas und dem Kauf von Steve Jobs entwickelt hatte. Obwohl Jobs Hardware verkaufen wollte, drehten die Kreativen seiner Filme immer wieder Kurzfilme und reichten sie unter anderem bei der Siggraph ein. Damit schuf sich Pixar in der 3D-Szene einen hervorragenden Ruf. Die Nerds und Wissenschaftler der Siggraph-Konferenz wollten mehr, nachdem Luxo Jr. gezeigt wurde. Es ist die L-1 von LUXO, die 1986 auf dem Schreibtisch von John Lasseter stand und die Grundlage des Erfolgs des Animationsunternehmens ist. Die Zuschauer vergaßen, dass sie einen animierten Film sahen. Und genauso erging es mir bei Toy Story. Schon nach wenigen Augenblicken vergaßen die Zuschauer, dass der Film nur aus Bits und Bytes besteht. Ich stritt mit meinen Freunden damals erbittert, ob das die Zukunft wird. Ich war zwar ein Fan von den klassischen Disney-Filmen, aber irgendwie hatte sich die Maschinerie tot gelaufen. Zeichentrickfilm brauchte neues Blut. So war ich überrascht von Heavy Metal oder den Arbeiten von Ralph Bashki. Als ich hörte, dass Disney den Vertrieb von Toy Story übernommen hatte, fühlte ich: Es passiert irgendetwas neues.

In diesem wunderbar illustrierten Buch tauche ich nochmals in die Entstehungsgeschichte der erfolgreichen Toy Story-Reihe ein. Ich liebe ja, die Art of-Bücher und habe finde die Ausgabe zu Toy Story 3 vom gleichen Autor besonders gelungen. Das vorliegende Buch liefert aber mehr als Konzeptzeichnungen, sondern viele gerenderten Bilder und Schnappschüsse – besonders schön, die modische Entwicklung von John Lasseter. Die technischen Ausführungen in dem Buch könnten tiefergehender sein: Es wird zwar die Software wie RenderMan angesprochen, aber nicht ausführlich behandelt. Da müssen Technikgeeks zu anderer Literatur greifen. Wer aber einen Überblick über das Toy Story-Trio haben will, schöne Bilder, nette Geschichten und ein wenig Background, der ist mit diesem Buch the Toy Story Films wunderbar zufrieden. Der Untertitel des Buches lautet „An animated Journey“ – genau das ist das Buch.

Buchtipp: Die Commodore Story von Christian Zahn, Rainer Benda & Enno Coners

3. Dezember 2012
Links die Neuauflage, rechts die alte Ausgabe der Commodore Story

Links die Neuauflage, rechts die alte Ausgabe der Commodore Story

Mit dem ZX 81 und den legendären Brotkasten begann für mich Mitte der achtziger Jahres des vorherigen Jahrhunderts mein digitales Zeitalter. Vorher hatte ich eine Atari 2600-Konsole, aber mit den ersten Home Computern bekam ich Einblick in eine neue Welt. Für meinen Commodore C 64 hatte ich eine Datasette, das wichtigste Programm war Turbo Tape 64 und später kam der Commodore Plotter dazu. Zum Kauf des Diskettenlaufwerks konnte ich meine Eltern nie überreden, aber sie ermöglichten mir den Eintritt in das digitale Zeitalter und dafür bin ich ihnen sehr, sehr dankbar.

Rechner kamen und gingen, aber der C 64 blieb immer mir im Gedächtnis. Es interessierte mich die Geschichte dieser IT-Pioniere, vor allem weil ein späterer Bekannter bei Commodore arbeitete. Daher lese ich derzeit das wunderbare Buch Die Commodore-Story. Das Buch aus dem Hause CSW-Verlag ist vor kurzem in einer zweiten Auflage erschienen, die überarbeitet wurde. Nachdem ich schon die erste Auflage verschlungen hatte, empfehle ich dennoch ausdrücklich die bessere, zweite Auflage. Der Text wurde vom Autorentrio Christian Zahn, Rainer Benda und Enno Coners geglättet, aber vor allem wurden zahlreiche Fotos und Abbildungen eingefügt. Es macht eben nicht nur Spaß über Retro-Computer zu lesen, sondern auch durch die Bilder in der Vergangenheit zu schwelgen. Als ehemaliger Textchef von verschiedenen IT-Zeitungen wäre ich allerdings noch einmal über die Texte gegangen, die sich manches Mal wie Ausschnitte aus Mailinglisten lesen. Vielleicht in der dritten Auflage ein wenig mehr lektorieren.

Was ich aber lese, erinnert mich an meine Jugend. Die Geschichte von Commodore ist die Geschichte von Jack Tramiel (13. Dezember 1928 – 8. April 2012). Er war ein regelrechtes Schlitzohr, schlug sich wacker an der Spitze der jungen IT-Welt. Dem kometenhaften Aufstieg von Tramiels Commodore folgte der jähe Absturz. Commodore wurde von Investor zu Investor weitergereicht, aber der Erfolg war dahin. Das Buch zeichnet eine spannende Episode der IT-Geschichte nach. Viele nette Episoden rund um den Kultcomputer prägen Die Commodore-Story. Für mich ist es ein lesenswerter Retro-Spaß für die Generation C64 und ich weiß schon, wer es zu Weihnachten bekommt.

Buchtipp: Die Kunst des Hobbit von Wayne G. Hammond und Christina Scull

29. November 2012
Bücher rund um Mittelerde warten auf Käufer.

Bücher rund um Mittelerde warten auf Käufer.

In wenigen Tagen wird der Rummel um den neuen Peter Jackson Hobbit-Film noch weiter steigen. Peter Jackson hat Tolkiens Buch der kleine Hobbit zu einem Dreiteiler aufgeblasen, der bei uns zu Weihnachten in die Kinos kommt. Gleichzeitig ist die Marketingmaschinerie voll angelaufen, ich habe bereits darüber geschrieben. Bei einem Besuch eines Buchladens konnte ich das große Geschäft wittern: Bücher, Spielzeug, Spiele, Figuren aus der Welt von Mittelerde. Wie Jahre zuvor Star Wars wird Herr der Ringe wohl ein unglaubliches Geld machen.

Gandalf zum Kuscheln - mir wird schlecht.

Gandalf zum Kuscheln – mir wird schlecht.

Abseits dieses Trubels entdeckte ich noch einen kleinen Literaturschatz aus dem Reich Tolkiens. Es handelt sich um die schön editierte Version des Buches Die Kunst des Hobbit . Darin enthalten sind alle Bilder von Tolkien zum Hobbit. Natürlich war Tolkien in der erster Linie Sprach- und Literaturwissenschaftler sowie Autor und weniger Grafiker oder Zeichner. Dennoch war er ein begabter Autodidakt und zeichnete seine Welt von Mittelerde immer wieder. Zeichnen gehörte damals noch zum guten Ton in der Gesellschaft und so schuf Tolkien seine eigene Welt.

Die erste Ausgabe zum kleinen Hobbit enthielt bereits zehn schwarz-weiß Bilder und zwei Karten sowie verschiedene Illustrationen. Der vorliegende Band liefert alle Bilder von Tolkien und macht Spaß beim Blättern. Ausführlich werden die Zeichnungen besprochen und selbst treue Fans erfahren viel neues. Geschrieben hat das Buch die Tolkien-Experten Wayne G. Hammond und Christina Scull. Wer sich etwas fern vom großen Kinorummel mit Tolkien beschäftigen möchte, dem empfehle ich ausdrückliches dieses kleine, feine Buch Die Kunst des Hobbit, erschienen bei Klett Cotta. Hier lässt sich wunderbar den Austausch zwischen Text und Bild bewundern. Tolkien beschrieb in seinen Romanen die fantastische Welt von Mittelerde, hier lieferte er seine Bilder dazu. Kleine Zeichnungen, teilweise schöne Bilder, teilweise großartige Illustrationen, so sah die Welt von Tolkien aus. Insgesamt enthält dieses Buch 106 Illustrationen, Zeichnungen, Bilder – allesamt aus der Feder von Tolkien.

QR-Code: Woher kommt mein Fisch? Gute Idee und trotzdem versagt

28. November 2012

Beim Mittagessen wollte ich wieder mal von der Leistung von QR Codes überzeugen. Weil es schnell gehen musste, warf ich der Familie einfach ein paar Fischstäbchen in die Pfanne. Kapitän Iglo war zu Gast. Beim Braten entdeckte ich auf der Verpackung der Fischstäbchen einen QR-Code. Woher kommt dieser Fisch?

Der QR-Code lädt zur Transparenz ein: Woher kommt der Fisch?

Der QR-Code lädt zur Transparenz ein: Woher kommt der Fisch?

Das interessierte mich. Das iPhone ist ja immer am Mann. Durch den QR-Code bekam ich die Information, wo dieser Fisch gefangen und verarbeitet wurde. Ich wurde auf eine Webseite geleitet von musste einen Code zur Identifizierung angeben. Dieser ist beim Haltbarkeitsdatum auf der Packung aufgedruckt. Schnell gemacht und die Iglo-Datenbank meldet: Mein Fisch kommt also aus dem Nordostpazifik und ist in der Beringsee im Golf von Alaska gefangen worden. Der Alaska Seelachs heißt übrigens Theraga chalcogramma. Dr. Florian Baumann von der Iglo-Qualitätssicherung sollte mir zudem weitere Informationen über mein baldiges Mittagessen geben. „Wir verwenden je nach Saison und Fanggebiet immer nur eine Fischart.“ Aber Klicken war nicht möglich.

Fisch-Identifikation leicht gemacht.

Fisch-Identifikation leicht gemacht.

Leider musste ich meine romantische Vorstellung von Fischerei über Bord werfen. Es fahren nicht kleine Fischerboote hinaus in das offene Meer und werfen ihre Netze aus. Nein: es ist eine Fischfangindustrie, die dafür sorgt, dass das Mittagessen auf den Tisch kommt.

Aber jetzt die Kritik: Den QR-Code scanne ich mit dem iPhone oder iPad, also mit mobilen Endgeräten. Die Infoseite von Dr. Florian Baumann ist allerdings in Flash und nicht mobil optimiert. Was soll das liebe Leute von Iglo? Ich musste auf den Rechner ausweichen, um die die lehrreichen Filme über Fisch und Fischfang anzuschauen. Aber wer hat denn den Rechner nehmen dem Herd stehen oder trägt die Iglo-Packung durch die Hütte?

Ein paar Infos, aber leider geht es mobil nicht weiter.

Ein paar Infos, aber leider geht es mobil nicht weiter.

Wenn ihr schon einen QR-Code anbietet, dann ist der doch bitte schön für mein mobiles Endgerät. Hier versagt ihr komplett und das enttäuscht mich. Der QR-Code müsste mich auf eine mobile Website führen und dort mir die Infos über das Fischchen geben. Stattdessen komme ich über die Startseite nicht weiter. Da hat das Unternehmen oder die beratende Agentur die Macht von mobilen Internet nicht verstanden und Werbeagenturen haben dem Unternehmen wohl teure Lösungen aufgeschwätzt, die den Kunden nicht zufrieden stellen. Die Idee mit dem QR-Code ist gut, die Umsetzung allerdings mangelhaft. Der QR-Code hätte vielleicht ein wenig Transparenz schaffen können, geschafft hat er bei mir nur Frust.

 

Mein Yps kommt als Abo

27. November 2012
ich ergatterte 2 Yps Hefte und jetzt kommt das Abo.

ich ergatterte 2 Yps Hefte und jetzt kommt das Abo.

Nach langer Zeit werde ich wohl wieder einmal ein Zeitschriftenabo abschließen. Ich werde das Yps abonnieren. Das Magazin mit dem karierten Känguru meiner Jugend kam am 11. Oktober an den Kiosk und war ratz zatz ausverkauft. Zielgruppe war die Generation, die damals schon das Yps-Heft gelesen hat und nun älter geworden ist. Für mich war das neue Yps mit der Nummer 1258 ein schöner Ausflug in meine Jugend. Ich überlegte mir, welches Spaß ich beim Lesen damals hatte. Auch die Gimmicks von früher prägten meine Jugend: Ich liebte das Astronomie-Handbuch, die Detektivserie, aber auch das Zelt. Letzteres war im Grund ein blauer Müllsack, der an beiden Seiten offen war. Ich übernachtete damit auf dem Balkon meiner Eltern und Papa holte mich nachts um 3 Uhr herein, weil er Angst hatte, dass ich in dem Zelt erstickte.

In der Neuauflage des Yps-Heftes, das vom Verlag gleich mal als Kultheft auserkoren wurde, lagen die Urzeitkrebse bei. Diese hatte ich aber bereits vom Kosmos-Baukausen ein paar Wochen vorher angesetzt. Eine wunderbare Übersicht über die ganzen Gimmicks und Hefte bietet diese Fanseite.

Als Yps mit 120.000 Exemplaren wieder auf den Markt kam, war die Startauflage sofort ausverkauft. Der Dorfkiosk bei uns hatte nur en Exemplar und ich sicherte mir zwei Ausgaben in einem verschlafenen Lottoladen in Nürnberg – eine Ausgabe brachte ich einem Kumpel mit, der mir zusätzlich zum Kaufpreis eine gute Flasche Wein überreichte. In den sozialen Netzen war der Hype zu spüren und die Generation 40+ war auf der Suche nach ihrem Yps. Im Grunde wandte der Egmont Ehapa-Verlag die gleiche Taktik wie Apple an. Führe ein neues Produkt ein, halte die Nachfrage hoch und schaffe Knappheit. So wird der Hype um Yps weiter gefeuert. Jetzt zündet die nächste Stufe der hervorragenden Marketingidee. Nachdem die Leute dem Heft hinterher gerannt sind, können sie das Yps nun abonnieren. Da ein Abo in der heutigen Zeit verdächtig ist, hat sich Egmont Ehapa verschiedene Varianten ausgedacht.

Alle, die sich jetzt für ein Jahresabo entscheiden, erhalten ein Exemplar der als solche gekennzeichneten zweiten Auflage von Yps 1258 – inklusive der legendären Urzeitkrebse. Wichtig ist freilich, dass die zweite Auflage gekennzeichnet ist, damit steigt der potentielle Wert der Erstausgabe. Darüber hinaus geht allen Empfängern dieses Abo-Angebots eine exklusive Yps-Urkunde zu. Gut gemacht, lieber Egmont Ehapa-Verlag.

Also, welche Varianten gibt es: Das Vierer-Abo: Abonniert werden die ersten 3 im Jahr 2013 erscheinenden Yps-Ausgaben. On top gibt es einen Nachdruck der Ausgabe 1258 aus 2012. Der Nachdruck wird gemeinsam mit der ersten Ausgabe 2013 zum EVT 14.3.2013 per Post zugestellt. Der Preis für das Vierer-Abo beträgt: 4 Ausgaben x € 5,90 = € 23,60 Das Abo kann unmittelbar nach der Zustellung der vier Hefte oder wenn die automatische Verlängerung in Kraft getreten ist, jederzeit zur nächsten erreichbaren Ausgabe gekündigt werden.

Dann gibt es noch das Das Einzel-Abo: Jetzt bestellen und nie wieder Yps verpassen: Ein Abo wird auf unbestimmte Zeit und über eine unbegrenzte Anzahl von Heften abgeschlossen. Jedes Heft kostet € 5,90 und wird separat abgerechnet. Das Abo kann jederzeit zur nächsten erreichbaren Ausgabe gekündigt werden.

Interessant ist, dass es eigentlich keinen mp3-Player, Kaffeemaschine oder Geschenkgutschein gibt. Ich bekomme das Heft zum gleichen Preis wie am Kiosk. Also eigentlich keinen Vorteil, wenn nicht die Erinnerung wäre, dass ich bei der Erstausgabe ganz schön rennen musste, um mein Yps-Geft zu bekommen. Verknappung feuert den Verkauf an und treibt die Kunden ins Abo.

Da sage noch einer, Papier ist tot. Um die Nachfrage zu befriedigen, wurde die Frequenz von Yps gleich mal hochgesetzt: Einhergehend mit der Einführung des Abo-Angebots erhöht Egmont Ehapa ab der Ausgabe 1259 vom 14. März 2013 die Erscheinungs-Frequenz von Yps von bisher halbjährlich auf quartalsweise. Die Kuh, Verzeihung das Känguru muss gemolken werden und ich bin dabei.

Calvendo: Die Chance Fotos zu Geld machen

19. November 2012

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und es wird Zeit an einen Kalender für das nächste Jahr zu denken. Seit Jahren gibt es im Fotohandel die Möglichkeit seinen eigenen Kalender zu basteln. Das ist zwar schön individuell, aber die Auflage ist überschaubar und Geld verdiene ich in der Regel mit meinen Bilder auch nichts.

Fotografen mit guten Bildern gibt es viele. Sie haben jetzt die Chance, ihre Bilder als Kalender herauszugeben und über den Buchhandel zu verkaufen. Die Chance dazu bietet ein tolles Projekt eines ehemaligen Chefs von mir: Calvendo. Calvendo ist der erste Verlag, der es talentierten kreativ Schaffenden ermöglicht, individuelle Wandkalender und Posterbücher mit ihren eigenen Fotos, Grafiken und Texten nicht nur zu veröffentlichen, sondern auch international über den Buchhandel zu verkaufen. Das klingt doch ganz gut.

Die Kollegen von Calvendo produzieren die Kalender und Posterbücher einzeln auf Bestellung, im Printing-on-Demand-Verfahren. Die Bestellungen kommen vor allem aus dem Buchhandel (Amazon, Thalia, Hugendubel etc.), aber auch von anderen Vertriebspartnern aus dem In- und Ausland – und wenn sie wollen auch von den Urhebern selbst.

Ich finde die Idee faszinierend. In meinem Archiv schlummern zahlreiche Bilder aus verschiedenen Themenwelten: Reise, IT, Kunst und vieles mehr. Einige von ihnen habe ich bei Fotoagenturen angeboten, aber ein Kalender wäre auch eine reizvolle Sache. Und so wie es mir geht, geht es anderen auch. Ich denke da an die große Anzahl von Bildjournalisten, die wunderbares Material ungenutzt in ihren Archiven haben.

Die Nutzung der Plattform kostet Urheber nichts. Als Kunde erhalte ich von jedem verkauften Exemplare bis zu 30 Prozent der Einnahmen. Das klingt nicht viel, ist aber besser als wenn die Bilder im Archiv vergammeln. Hinter dem Projekt steht die Cornelsen Verlagsgruppe. In den ersten vier Wochen seines Bestehens hat der Verlag bereits 1000 Kalender und Posterbücher produziert.Wer sich einen Eindruck von den bereits produzierten Stücken verschaffen will, kann dies in dem schön gemachten Blog mit Hintergrundgeschichten oder in der Galerie machen.

Das Handling ist einfach. Es gibt einen eigenen Publisher, in dem man selbst den Kalender gestalten kann. Oder wer fit ist, kann sein eigenes PDF hochladen. Auf der Website gibt es eine gut gemachte Anleitung, die jedermann versteht. Zudem gibt es ein eigenes Handbuch zum kostenlosen Download, in dem nochmals alles erklärt wird. Der Ablauf ist simpel. Der Fotograf lädt seinen Kalenderentwurf als PDF hoch. Dieses PDF wird von einer Jury begutachtet. Einige Jurymitglieder kenne ich sogar und ich kann sagen, es sind gute Leute darunter. Gibt die Jury grünes Licht, bekommt der Kalender eine ISBN-Nummer und wird im klassischen Buchhandel und online über Amazon angeboten. Gedruckt wird dann per Print-on-Demand, so entstehen keine teuren Lagerkosten.

Die Werbung hängt natürlich vom Urheber ab, wobei Calvendo den Fotografen unterstützt. Aber aber ein wenig zu Geld kommen will, sollte die Werbung für seinen Kalender nicht dem Zufall überlassen. Vor allem ein individuelles Marketing über soziale Netzwerke kann den Verkauf kräftig ankurbeln. Und nicht vergessen, in wenigen Wochen ist Weihnachten. Firmen sind immer auf der Suche nach einem passenden Geschenk. Mir gefällt die Idee und ich werde es sicher ausprobieren.

Der nächste Schritt bei Calvendo steht auch fest: Kreative etc. können über Calvendo auch eigenes Business machen, ohne selbst Bildmaterial oder andere Rechte zu haben. Wer Bildrechteinhaber kennt (z.B. Museen, Archive), zum Mitmachen motiviert und das Layout organisiert, bekommt zwischen 5 Prozent und 10 Prozent von den Einnahmen pro verkauftem Stück. Also Leute, ran an die Archive und überlegt, wie man die digitalen Schätze zu Geld machen kann.