Archive for the ‘Film’ Category

Lizenzjäger Walter Potganski – Der Netzwerker des deutschen Films

22. Juli 2024

Die Filmbranche ist ein hartes Geschäft. In der Vergangenheit war es wichtig, wen man kennt, und dieses Netzwerkwissen ist Gold wert. Einer der wichtigsten Netzwerker der Branche ist Walter Potganski, Geschäftsführer von Moviemax. Wir, Markus Elfert von Filmreport und Matthias J. Lange von redaktion42, trafen diese Legende zum Interview auf dem Bavaria-Gelände.

Walter Potganski ist im komplizierten Lizenzgeschäft der Filmwelt zu Hause. Er rutschte bei einem Job bei Arri in die Szene hinein und ist ihr seitdem treu geblieben. Er kannte die Stars und Produzenten, angefangen bei Maria Schell und ihrem Ehemann Veit Relin, über die großartige Romy Schneider und Regielegende Hans-Jürgen Syberberg (er drehte damals weniger Kunst, sondern Reportagen über frivole Sexfilmchen), bis hin zu Alois Brummer und Klaus Lemke und viele mehr. Er verhandelte mit Leo Kirch und lernte auch eine Menge von diesem lange Zeit sehr erfolgreichen Filmhändler. Hier unser Interview:

Immer wieder veröffentlicht Walter Potganski bei Moviemax Perlen der Filmgeschichte, wie beispielsweise die Romy Schneider-Filme „Trio Infernal“ (1974), „Abschied in der Nacht“ oder „Das alte Gewehr“ (1975) auf Bluray in besonderen Ausgaben sowie „Der Pfarrer von St. Pauli“. Ich mag ihn besonders für die Wiederentdeckung von Will Tremper. Walter Potganski brachte mir die Filme „Playgirl“ (1966) und vor allem „Die endlose Nacht“ (1963) näher, letzterer ein starker Berlin-Film mit einer Hannelore Elsner, die bis zu ihrem Tode dankbar für die Wiederveröffentlichung des Ensemblefilms warb. Potganski lernte auch den Komponisten Peter Thomas kennen, und ihn verbindet eine Freundschaft mit dessen Sohn Philip.

Als Fan des fantastischen Films freute ich mich auf die Bluray-Veröffentlichung „Die Schlangengrube und das Pendel“ nach Edgar Allan Poe. „Die Schlangengrube und das Pendel“ ist ein deutscher Gruselfilm von Harald Reinl aus dem Jahr 1967 mit Lex Barker, Karin Dor und Christopher Lee in den Hauptrollen. Ich hatte den Film nur als heruntergerockte Super-8-Kopie und genieße den fabelhaft restaurierten Film mit den zahlreichen Hinweisen auf die christliche Symbolik. Walter Potganski überraschte uns mit einem humorvollen Plakat von Karin Dor, als sie 1965 eine Maß trinkt, als Werbeplakat für „Die Schlangengrube und das Pendel“.

Natürlich kamen wir im Interview auch auf den persönlich schönsten Coup von Walter Potganski zu sprechen: die komplette Wiederveröffentlichung einer meiner Lieblingsserien als Jugendlicher: Enid Blytons „Fünf Freunde„, eine britische TV-Serie von 1976. Die Geschwister Julian, Dick und Anne treffen während ihrer Ferien auf ihre Cousine George mit ihrem Hund Timmy (ein Border Collie). Gemeinsam geraten sie in Abenteuer, lösen Rätsel und helfen damit auch der Polizei. Ich habe die Bücher und die Serie verschlungen, den Kinofilm aber abgelehnt.

Ich musste mich so zusammenreißen, dass ich nicht während des Interviews anfing, die Titelmelodie der Serie zu trällern, die meine Generation wohl auch mitsingen kann: „Wann immer sich ein Abenteuer lohnt: Angst und Schrecken kennen wir nicht, denn das sind wir gewohnt. Wo immer ein Rätsel zu lösen ist: Hoch in dem alten Schloss oder im Schmugglernest. Fünf Freunde das sind wir: Julian, Dick und Anne, George und Timmy der Hund. Fünf Freunde das sind wir: Wir kommen schnell herbei, wann immer ihr es wollt. Wir kommen schnell herbei, und schon sind wir da.“ Herrlich. So eine Veröffentlichung der schön gestalteten roten DVD-Sammelbox ist ein komplizierter Weg, der bis zum britischen Oberhaus reichte. Walter Potganski überließ uns eine Mindmap, die das komplizierte Rechtegeschäft bei dieser Filmreihe zeigt.

Und er überließ uns einen wahren Schatz: den Sendepass des ZDF mit der Ansage für die Erstausstrahlung von „Fünf Freunde“. Danke. Mal sehen, wie wir den Geschichtenschatz von Walter Potganski heben können. Es gibt noch so viel zu erzählen.

Zwei Filme zum 20. Juli über Claus Schenk Graf von Stauffenberg

20. Juli 2024

Im Moment beschäftige ich mich mit dem deutschen Helden Claus Schenk Graf von Stauffenberg. Ich habe bereits ein Online-Seminar hinter mir und eines liegt vor mir. Heute am 20. Juli sind meine Gedanken bei diesem Mann und allgemein wird in der Gesellschaft wieder um Attentate diskutiert. Zur Erinnerung habe ich mir zwei Filme angeschaut, die sehr unterschiedlich sind. Es gibt mehr Filme zum Thema 20. Juli, aber ich habe aus Zeitgründen mir zwei herausgesucht.

Operation Walküre – Das Stauffenberg-Attentat
Zum einen Operation Walküre – Das Stauffenberg-Attentat (Originaltitel: Valkyrie) ein von 2007 bis 2008 gedrehter Kinofilm des Regisseurs Bryan Singer mit Tom Cruise in der Hauptrolle. Cruise ist bekennendes und ranghohes Mitglied („Operating Thetan VII“) der umstrittenen Scientology-Sekte.

Der Film zeigt die Entwicklung des Offiziers der Wehrmacht Claus Schenk Graf von Stauffenberg vom Frontsoldaten in Afrika bis zu seiner Exekution nach dem gescheiterten Attentat vom 20. Juli 1944 und anderer Mitverschwörer gegen Adolf Hitler. Dabei werden sowohl die Beweggründe der großenteils aus dem Offizierskorps stammenden Verschwörer aufgezeigt wie auch die Schwierigkeiten der praktischen Umsetzung des geplanten Attentats und dem nachfolgenden „Unternehmen Walküre“. Der Film ist voller Fehler, so wird Stauffenberg durchgehend als Oberst bezeichnet, obwohl erst dies erst seit 1.Juli 1944 war. Zu den zahlreichen anderen Ungenauigkeiten zählt auch, dass Soldaten den Hitlergruß ausführen. Tatsächlich wurde der Hitlerguß in der Wehrmacht erst nach dem Attentat vom 20. Juli 1944 eingeführt. Bis dahin wurde mit dem militärischen Gruß gegrüßt. Dennoch hat der Film dazu geführt, dass durch Cruise der in Amerika bis dato immer noch recht unbekannte deutsche Widerstand zu mehr Anerkennung kam.

Es geschah am 20. Juli
Eine wirkliche Perle für mich ist dagegen der Film „Es geschah am 20. Juli“. Er ist ein Film, der nicht nur als ein Stück historischer Dokumentation, sondern auch als ein tief bewegendes menschliches Drama in Erinnerung bleibt. Unter der Regie von G.W. Pabst, der vor schon den Letzten Akt als Vorbild für den Film der Untergang drehte, bringt dieser Film die mutige und tragische Geschichte der Männer und Frauen, die versuchten, Adolf Hitler zu stürzen, eindrucksvoll auf die Leinwand.

Die Darstellung von Claus Schenk Graf von Stauffenberg durch Bernhard Wicki ist von außergewöhnlicher Intensität und Tiefe. Wicki fängt die innere Zerrissenheit und den unbeugsamen Mut von Stauffenberg auf eine Weise ein, die den Zuschauer mitten ins Herz trifft. Man spürt die Last der Verantwortung, die auf seinen Schultern liegt, und die schrecklichen Konsequenzen, die seine Entscheidungen nach sich ziehen. Jeder Blick, jede Geste von Wicki spricht von der Verzweiflung und zugleich der Hoffnung, die den Kern dieses historischen Augenblicks ausmachen.

Karl Ludwig Diehl als General Friedrich Olbricht und Paul Bildt als General Ludwig Beck bieten ebenfalls herausragende Leistungen, die die Tragik und die heroische Dimension des Attentatsversuchs intensivieren. Walter Franck als Dr. Carl Goerdeler bringt eine glaubhafte Mischung aus intellektuellem Eifer und tiefer moralischer Überzeugung in seine Rolle ein. Diese Charaktere sind nicht nur historische Figuren, sondern Menschen aus Fleisch und Blut, die mit ihren Ängsten, Hoffnungen und ihrem unerschütterlichen Willen, das Richtige zu tun, kämpfen.

Die filmische Umsetzung der Ereignisse vom 20. Juli 1944 ist von atemberaubender Präzision und Dramatik. Die Spannung ist nahezu unerträglich, wenn Stauffenberg die Bombe in Hitlers Hauptquartier, der Wolfsschanze, platziert. Die Minuten, die folgen, sind von einer solchen Intensität, dass man als Zuschauer den Atem anhält, wohl wissend, dass das Schicksal einer ganzen Nation auf dem Spiel steht. Als der Versuch schließlich scheitert, durchdringt eine tiefe, schmerzliche Traurigkeit den Film. Die Ergriffenheit über die Tragödie der gescheiterten Mission und das Opfer der Verschwörer lässt niemanden unberührt.

G.W. Pabst gelingt es, nicht nur die historischen Ereignisse nachzuzeichnen, sondern auch die emotionale Tiefe und Komplexität dieser Menschen zu erfassen. Die Kameraarbeit, das Spiel mit Licht und Schatten, die eindringliche Musik – all das verbindet sich zu einem intensiven Erlebnis, das lange nach dem Ende des Films nachhallt. „Es geschah am 20. Juli“ ist nicht nur ein Film über ein historisches Ereignis; es ist ein Mahnmal des Mutes, der Opferbereitschaft und der Hoffnung auf eine bessere Welt. Es erinnert uns daran, dass es in den dunkelsten Stunden Menschen gibt, die das Licht der Menschlichkeit und der Gerechtigkeit am Leben erhalten. Dieser Film ist ein bewegendes Zeugnis der Kraft und des Wertes des menschlichen Geistes und bleibt in seiner emotionalen Tiefe und historischen Bedeutung unvergessen.

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The Wicker Man (1973) – Matinee am Sonntag, 14. Juli im Scala

12. Juli 2024

„The Wicker Man“ von 1973, unter der Regie von Robin Hardy, ist ein Film, der sich durch seine einzigartige Mischung aus Horror, Mystik und Folk-Elementen auszeichnet. Wir zeigen die deutsche Fassung. Ich bespreche und zeige den Film im Rahmen meiner phantastischen Matinee im Scala Kino Fürstenfeldbruck am Sonntag, 14. Juli um 10:45 Uhr. Karten gibt es hier.

Rituale in Schottland
Der Film erzählt die Geschichte des Polizeibeamten Sergeant Howie, gespielt von Edward Woodward, der auf eine abgelegene schottische Insel geschickt wird, um das Verschwinden eines jungen Mädchens zu untersuchen. Was er entdeckt, sind die unorthodoxen und heidnischen Rituale der Inselbewohner, angeführt von Lord Summerisle, verkörpert von Christopher Lee. „The Wicker Man“ hat sich als Kultklassiker etabliert und wird oft als einer der besten britischen Horrorfilme aller Zeiten bezeichnet. Der Film zeigt, wie innovativ des phantastische Kino in den siebziger Jahren gewesen war.

Unheimliche Atmosphäre
Die Kameraführung von Harry Waxman spielt eine zentrale Rolle in der Schaffung der unheimlichen Atmosphäre des Films. Waxman nutzt natürliche Beleuchtung und weite Landschaftsaufnahmen, um die Isolation und Fremdheit der Insel zu betonen. Die Kameraarbeit fängt die Schönheit und die beunruhigende Natur der Umgebung ein, was den Zuschauer gleichzeitig fasziniert und beunruhigt. Besonders bemerkenswert sind die Szenen, in denen die Kamera langsam über die Landschaft schwenkt und dabei die keltischen Symbole und heidnischen Statuen einfängt. Diese sorgfältige Inszenierung verstärkt das Gefühl von Geheimnis und drohender Gefahr, das den Film durchzieht.

Desorientierung
Der Schnitt von Eric Boyd-Perkins ist präzise und trägt erheblich zur narrativen Struktur und Spannung des Films bei. Die Übergänge zwischen Szenen sind oft abrupt und verstärken das Gefühl der Desorientierung, das Sergeant Howie empfindet. Der Einsatz von Cross-Cutting – dem Wechsel zwischen verschiedenen Handlungssträngen – wird geschickt genutzt, um die Parallelität von Howies Ermittlungen und den geheimnisvollen Ritualen der Inselbewohner zu zeigen. Besonders hervorzuheben ist die finale Sequenz, in der die schnellen Schnitte die Intensität und das Entsetzen der Opferungsszene verstärken. Durch den gezielten Einsatz von Schnitten wird der Spannungsbogen des Films aufrechterhalten und der Zuschauer in den Bann gezogen.

Musik als integraler Bestandteil
Die Musik von Paul Giovanni ist ein integraler Bestandteil der Atmosphäre von „The Wicker Man“. Die Entscheidung, traditionelle Volksmusik und Originalkompositionen zu verwenden, trägt zur Authentizität und Tiefe der Filmwelt bei. Die Lieder, die oft von den Inselbewohnern gesungen werden, wirken wie ein verbindendes Element zwischen den Charakteren und der Kultur der Insel. Diese Musikstücke sind nicht nur Hintergrundgeräusche, sondern fungieren als narrative Werkzeuge, die die Handlung vorantreiben und die heidnische Stimmung unterstreichen. Besonders hervorzuheben ist das Lied „Willow’s Song“, das eine sinnliche und gleichzeitig unheimliche Atmosphäre schafft und Sergeant Howies innere Konflikte widerspiegelt.

Intensive Wirkung
The Wicker Man“ von 1973 ist ein Meisterwerk des Horror-Genres, das durch seine innovative Verwendung von Kameraarbeit, Schnitt und Musik besticht. Harry Waxmans Kameraführung, Eric Boyd-Perkins präziser Schnitt und Paul Giovannis atmosphärische Musik schaffen gemeinsam eine fesselnde und verstörende Welt, die den Zuschauer lange nach dem Ende des Films nicht loslässt. Robin Hardys Regie und Anthony Shaffers Drehbuch verbinden sich zu einer tiefgründigen Erzählung über Glauben, Kultur und das Unheimliche. „The Wicker Man“ bleibt ein herausragendes Beispiel dafür, wie filmische Techniken genutzt werden können, um eine intensive und nachhaltige Wirkung zu erzielen.

Zensurgeschichte
Von dem Film exitieren mehrere Schnittfassungen. In unserer phantastischen Matinee zeigen wir den Final Cut. Die Zensurgeschichte von „The Wicker Man“ ist von vielen interessanten Wendungen geprägt. Während der Dreharbeiten wurde die Produktionsfirma British Lion von EMI aufgekauft, und die neuen Eigentümer forderten zeitweise ein Happy End, was jedoch glücklicherweise verhindert wurde. Eine unfertige 103-Minuten-Version des Films gelangte in die Hände des amerikanischen Produzenten Roger Corman, der empfahl, etwa 10 Minuten zu entfernen. Dies führte zu einer bearbeiteten 88-Minuten-Fassung für die britische Kinopremiere, teilweise um den Film als Double Feature mit „Don’t Look Now“ zu vermarkten. Den Film hatten wir auch schon als phantastische Matinee.

Das Originalnegativ galt lange als verloren, und es entstand der Mythos, dass es beim Bau einer Autobahn verwendet wurde. Regisseur Robin Hardy bearbeitete jedoch seine unfertige Kopie und brachte 1979 eine 96-Minuten-Version in die Kinos, die seiner ursprünglichen Vision am nächsten kam.
Die britische Kinofassung blieb über Jahre die verbreitetste Version, bis 2001 eine restaurierte „Director’s Cut“-DVD veröffentlicht wurde. Diese basierte auf einer Telecine-VHS-Kopie der 103-Minuten-Version und wies trotz längerer Laufzeit einige Unvollständigkeiten auf.
2013 startete eine Facebook-Seite, die Fans zur Mithilfe bei der Suche nach der Originalversion aufrief. Nach zahlreichen erfolglosen Anfragen konnte schließlich am 23. Juli verkündet werden: Der Final Cut ist da.

Vorbild für Midsommar
Wenn Ihnen Midsommar von 2019 gefallen hat, müssen Sie The Wicker Man sehen. Der Film kann als skandinavischer Folk-Horror rund um einen heidnischen Kult beschrieben werden. Das Hauptelement der Handlung und damit maßgeblich für den Titel ist der Midsommar, die schwedische Bezeichnung für das Mittsommerfest. Während dieser Feierlichkeiten zur Sommersonnenwende werden nicht nur in den skandinavischen Ländern, sondern auch im Baltikum besondere Bräuche zelebriert. Eine ähnliche Atmosphäre und gleiche Filmwirkung vermittelt The Wicker Man.

Ich freue mich auf die phantastischen Matinee im Scala Kino Fürstenfeldbruck am Sonntag, 14. Juli um 10:45 Uhr. Karten gibt es hier.

Matineen im Scala werden fortgesetzt und erweitert

3. Juli 2024

Unsere phantastische Matinee im Scala Kino Fürstenfeldbruck geht weiter und wird um eine Western-Reihe erweitert. Ich habe grünes Licht von Scala Kino in Fürstenfeldbruck bekommen und die Flyer für die beiden Matinee-Reihen liegen aus.

Die phantastische Matinee ist mittlerweile ein fester Bestandteil der Fürstenfeldbrucker Kulturszene und Teil einer besonderen Community geworden. Einmal im Monat an einem Sonntagmorgen bespreche ich einen wegweisenden phantastischen Film und zeige ihn. Die Filme für das zweite Halbjahr 2024 stehen jetzt fest. Beginn der Veranstaltung ist jeweils um 10:45 Uhr.

The Wicker Man
Wir starten am 15. Juli mit The Wicker Man (1973), einem britischen Klassiker mit Christopher Lee und Britt Ekland. Wem Midsommar gefallen hat, der wird The Wicker Man lieben. The Wicker Man kombiniert sehr ungewöhnlich Elemente des Kriminalfilms, des Folk-Horrorfilms und des Musicals. Karten gibt es hier.

Der weiße Hai
Es folgt zur Sommerzeit ein Sommerklassiker mit dem weißen Hai von Steven Spielberg von 1975. Der Film ist eine der wichtigsten Tierhorror-Filme und sollte vor oder nach dem Meerurlaub auf der großen Leinwand am 25. August genossen werden. Karten gibt es hier.

Frankensteins Braut
Einen wahren wegweisenden Klassiker gibt es am 15. September mit Frankensteins Braut von 1935. Frankenstein ist das berühmteste Monster der Filmgeschichte und wenn es klappt, wollen wir auch eine kleine Überraschung präsentieren. Karten gibt es hier.

Die Nacht der reitenden Leichen
Trash pur gibt es am 13. Oktober mit einer umgeschnittenen Perle: Die Nacht der reitenden Leichen. Es war der Versuch des spanischen Kinos mit den blutrüstigen Templern neue Figuren im phantastischen Film zu etablieren. Karten gibt es hier.

Frankensteins Junior
Es darf am 10. November gelacht werden bei Mel Brooks Version des künstlichen Menschen: Frankensteins Junior von 1974. Frankenstein Junior“ ist weniger eine Parodie auf die 1930er Frankenstein-Filme mit Boris Karloff, als eine Hommage in Form einer Komödie. Karten gibt es hier.

Gremlins – kleine Monster
Wir schließen die phantastische Matinee am 15. Dezember mit einem Weihnachtsfilm ab und zeigen Gremlins – kleine Monster von 1984. Die Regeln sind bekannt: den Mogwai nie dem Sonnenlicht aussetzen, den Mogwai nicht nass werden lassen und den Mogwai nicht nach Mitternacht fressen lassen. Kenner wissen, was passiert. Karten gibt es hier.

Start einer Western-Matinee
Immer wieder wurden wir aufgefordert, ein stiefmütterlich behandeltes Genre in einer Matinee wiederzugeben. Und das machen wir jetzt. Pro Quartal führen wir im zweiten Halbjahr eine Western-Matinee durch. Mal sehen, wie es ankommt.

Der schwarze Falke
Der Start ist am 22. September mit einem der besten Western überhaupt: John Fords epochaler Film Der schwarze Falke mit John Wayne in einer außergewöhnlichen Rolle. Der Film gilt als einer der wichtigsten Werke John Fords. Karten gibt es hier.

Leichen pflastern seinen Weg
Und weil es am 17. November langsam auf Winter zugeht, zeigen wir den ersten Schneewestern Leichen pflastern seinen Weg, ein harter Italo-Western mit Klaus Kinski. Der Film ist eine Provokation und sprengt das Klischee des Western. Karten gibt es hier.

Unsere Bewerbung der Reihen läuft an. Website und Social Media sind selbstverständlich, aber auch in der realen Welt gibt es die Informationen: Flyer liegen natürlich im Scala Fürstenfeldbruck aus sowie in der Bäckerei Reicherzer in FFB, in der Eisdiele Alberto in Maisach und in meiner Stammkneipe SixtyFour in Maisach.

Wer auch Flyer haben möchte, möge sich gerne bei mir melden. Helft bitte alle mit, dass die beiden Matinee-Reihen ein Erfolg werden und Kino auch mehr und mehr Community wird. Ich möchte meinen Beitrag dazu leisten.

Der Fluch – The Grudge (2004) – Rückblick auf meine Matinee

30. Juni 2024

Der Film ist ein amerikanisches Remake des japanischen Horrorfilms „Ju-on: The Grudge“ und wurde von Takashi Shimizu, dem Schöpfer des Originals, inszeniert.

Der Film spielt in Tokio und erzählt die Geschichte eines verfluchten Hauses, in dem jeder, der es betritt, von einem tödlichen Fluch verfolgt wird. In meiner Juni-Matinee im Scala Kino Fürstenfeldbruck besprach ich den Film und stellte den J-Horror vor. Hier die Aufzeichnung.

Die Faszination von japanischen Horrorfilmen (J-Horror) lässt sich auf mehrere zentrale Elemente zurückführen: Kulturelle Unterschiede und einzigartige Themen, psychologischer Horror, japanische Horrorfilme greifen oft auf lokale Mythen, Legenden und Geistergeschichten zurück und J-Horror setzt häufig auf subtile, psychologische Angst anstelle von expliziten Gewalt- oder Blutszenen.

Takashi Shimizu gelingt es, die bedrückende und unheimliche Atmosphäre des Originals beizubehalten. Der Film spielt geschickt mit Licht und Schatten, um eine konstante Spannung aufzubauen. Die Verwendung von alltäglichen Geräuschen, wie dem Knarren von Holzböden und dem Flüstern von Stimmen, trägt zur schaurigen Stimmung bei. Besonders hervorzuheben ist die bedrohliche Präsenz der Geister, insbesondere die ikonische Figur der Kayako, deren markerschütterndes Stöhnen und unheimliche Bewegungen für Gänsehaut sorgen.

Vergleich zum Original
Im Vergleich zum Original bleibt „Der Fluch – The Grudge“ relativ treu an der Vorlage, sowohl in der Handlung als auch in der Atmosphäre. Einige Szenen wurden nahezu identisch übernommen, was Fans des Originals erfreuen dürfte. Allerdings bringt das Remake durch seine Hollywood-Produktion auch eine gewisse Politur und Zugänglichkeit für ein breiteres Publikum mit sich.

Die nächste phantastische Matinee gibt es am Sonntag, 17. Juli zum englischen Horrorfilm von 1973 The Wiker Man mit Christopher Lee und Britt Ekland. Karten gibt es bereits online.

Peter Lorenz – ein James Bond Fan und seine Fan-Bücher

27. Juni 2024

Die Faszination der James Bond Filme für mich liegt in einer attraktiven Mischung aus Spannung, Eleganz und zeitloser Coolness. Natürlich sind viele Bond-Filme aus der Zeit gefallen und dennoch liebe ich sie.

Jeder Film ist ein Tor zu einer Welt, in der der Charme eines unerschütterlichen Geheimagenten auf pulsierende Action trifft, wo exotische Schauplätze und atemberaubende Stunts das Herz höher schlagen lassen. Und natürlich gibt es Luxus und Frauen – Sexismus und Brutalität. Ich gebs zu, ich bin ein Fan von James Bond seit meiner Kindheit, sammle die Bücher, die (Spielzeug-)Autos, die Filme und genieße die Filme. Auch so ein liebenswerter verrückter Fan ist Peter Lorenz aus Berlin.

Peter Lorenz hat für sich ein gewaltiges Fan-Projekt gestartet. Zu vielen Bond-Filmen hat er jeweils ein Buch produziert, voller Plakate, Merch und ungewöhnlichen Schätzen aus den Bond-Filmen. Ich habe ein Video-Interview mit diesem großartigen Fan über sein Fan-Projekt geführt. Zu bestellen sind die Bücher über seine Facebook-Seite zum Selbstkostenpreis.

Für mich als Sammler schaue ich neidvoll auf die wunderbar gestalteten Bücher, die mich in eine andere Welt versetzen. Wenn ich die Seiten durchblättere, erinnere ich mich an die vergnüglichen Stunden mit Bon. Bonds unvergleichliche Raffinesse und sein unerschütterlicher Mut inspirieren und lassen mich als Zuschauer in eine Traumwelt eintauchen, in der ich selbst Teil dieses glamourösen Abenteuers werden konnte.

Ich bin Peter Lorenz dankbar für seine Bücher. Es kommen beim Durchblättern und Lesen tolle Erinnerungen hoch: Die ikonische Musik, die eindrucksvollen Gadgets und die charismatischen Bösewichte tragen dazu bei, dass jeder Film ein unvergessliches Erlebnis wird. Für die Fans ist James Bond mehr als nur ein Filmheld – er verkörpert eine Sehnsucht nach Abenteuer, Freiheit und dem Unmöglichen, das doch immer wieder möglich gemacht wird. Es ist diese Mischung aus Nostalgie und zeitloser Attraktivität, die die James Bond Filme zu einem beständigen Phänomen macht, das Generationen von Fans in seinen Bann zieht. Und hier setzt Peter Lorenz mit seinen Büchern ein. Er zeigt uns, was die Bond-Filme ausgemacht haben.
Das Merchandising rund um James Bond ist ebenso vielfältig und glamourös wie die Filme selbst. Es umfasst eine breite Palette von Produkten, die die Welt des legendären Geheimagenten in den Alltag der Fans bringen. James Bond Merchandise hat soviel beeinflusst und einiges treffen wir in den Büchern wieder.

Mode und Accessoires
James Bond ist bekannt für seinen unverkennbaren Stil. Fans können maßgeschneiderte Anzüge, elegante Uhren und stilvolle Sonnenbrillen erwerben, die von den Outfits im Film inspiriert sind. Besonders beliebt sind die Omega-Uhren und die ikonischen Anzüge von Tom Ford, die Bond in den jüngsten Filmen getragen hat. Das Tragen dieser Artikel vermittelt ein Gefühl von Eleganz und Raffinesse, das mit Bonds unvergleichlichem Stil verbunden ist.

Gadgets und Repliken
Die ausgeklügelten Gadgets sind ein Markenzeichen der James Bond Filme. Von funktionalen Repliken wie Stiften, die auch als Taschenlampen dienen, bis hin zu detailgetreuen Nachbildungen der berühmten Autos wie dem Aston Martin DB5, sind diese Artikel bei Fans sehr begehrt. Sie verkörpern die technologische Raffinesse und den Erfindungsreichtum, für die die Filme bekannt sind.

Sammlerstücke
Limitierte Editionen von Filmpostern, Autogrammkarten und Figuren sind bei Sammlern sehr beliebt. Diese Artikel sind oft aufwendig gestaltet und bieten den Fans die Möglichkeit, ein Stück der James Bond Geschichte zu besitzen. Das Sammeln solcher Gegenstände ist für viele ein Ausdruck ihrer Leidenschaft und Hingabe für das Franchise.

Literatur und Filme
Bücher, die die Abenteuer von James Bond erzählen, sowohl die Originalromane von Ian Fleming als auch neue Werke, sind ein fester Bestandteil des Merchandise. Ebenso sind DVD-Boxsets und Blu-rays der Filme begehrte Sammlerstücke. Sie bieten den Fans die Möglichkeit, die Abenteuer immer wieder zu erleben und tiefer in die Welt von James Bond einzutauchen.

Spielzeug und Spiele
Actionfiguren, Brettspiele und Videospiele, die auf den Filmen basieren, sind ebenfalls ein wichtiger Bestandteil des James Bond Merchandise. Sie ermöglichen es den Fans, die Abenteuer von 007 selbst zu erleben und in interaktive Geschichten einzutauchen.

Toys’R’Us-Werbespot mit KI Sora

26. Juni 2024

Ich bin fest davon überzeugt, dass generative KI die Filmwelt auf den Kopf stellen wird. Immer wieder werden Experimente mit dem Open AI-Tool Sora veröffentlicht. Final ist die Software noch nicht, aber Beispiele zeigen, was möglich sein wird, Jetzt gab es vom Spielzeughändler Toys’R’Us einen vollständig hergestellten Spot mit Sora. Den ganzen Spot gibt es unter diesem Link.

Wir als Normalsterbliche können Sora noch nicht nutzen, aber die ersten Veröffentlichungen machen mich sprachlos. Nachdem ich jahrelang als Chefredakteur von 3D-Zeitschriften gearbeitet habe und die Veränderungen der Produkt- und Industriefotografie durch 3D-Software gesehen habe, steht jetzt dem Werbefilm eine entsprechende Transformation bevor. Darauf müssen sich die Kreativen einstellen nach dem Motto: Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.

Der rund ein­minütige Clip erzählt die Geschichte von Toys’R’Us-Gründer Charles Lazarus, der als kleiner Junge die Vision für einen Spiel­zeug­laden ganz neuer Art hatte. Toys’R’Us ist zwar aus meinem Umfeld verschwunden, die Kinder sind ja schon groß. Aber ich mag als großes Spielkind solche Spielzeugläden als Fan von Playomobil und Lego noch immer gerne.

Ich gehe fest davon aus, dass Sora und Co dieses Jahre veröffentlicht werden und als Filmfreund freue ich mich sehr darauf, mit diesem Tool zunächst zu spielen und dann zu arbeiten. Es wird die Branche auf den Kopf stellen. Jetzt sind kreative Ideen gefragt, was die entsprechenden Promts für Text zu Video sein können. Die Filmwelt wird im Umbruch sein, aber gute Geschichten werden immer gefragt sein.

Lange erwartet: Der Trailer von Robert Eggers „Nosferatu – Der Untote“ – Versuch einer Analyse

25. Juni 2024

Lange erwartet und endlich ist er da: der Trailer zu Robert Eggers „Nosferatu – Der Untote“. Robert Eggers wagt sich an die dritte Verfilmung des Vampirstoffes, und die Messlatte liegt hoch. Murnaus Klassiker aus dem Jahr 1922 ist schlichtweg ein Meisterwerk des Expressionismus, das Filmgeschichte geschrieben hat. Für mich ist „Nosferatu – eine Sinfonie des Grauens“ einer der besten Filme überhaupt. Max Schreck als Vampir ist unglaublich grausam und stilprägend für das Genre. Dann wagte sich Werner Herzog an diese Kathedrale des deutschen Films, wie er sich selbst ausdrückte, und schuf seine Version des Blutsaugers Nosferatu – Phantom der Nacht mit einem zischenden und großartigen Klaus Kinski.

Und nun kommt am 2. Januar 2025 die Interpretation von Robert Eggers in die Kinos. Der Mann versteht sein Handwerk, hat er doch mit „The Witch“ und „Der Leuchtturm“ sehr überzeugende Schauermärchen abgeliefert. „The Northman“ hatte zumindest gute Bilder, leider hing die Story durch. Meine Erwartungen an „Nosferatu“ sind entsprechend hoch. Bitte, Robert Eggers, versau es nicht. Du hast einen heiligen Stoff des deutschen Films verfilmt, und ich bin sicher, dass Eggers sich der Verantwortung bewusst ist, wie wichtig „Nosferatu“ für Fans und Filmhistoriker ist. Aber da ist er nun, der erste Trailer.

Der erste Eindruck: Robert Eggers macht es gut, sehr gut. Sein Nosferatu ist ebenso stimmungsvoll wie das Original von Murnau oder die Hommage von Herzog, bringt den Stoff in seinem optischen Stil auf die Leinwand. Gedreht wurde unter anderem in Prag. Im Filmtrailer sehen wir CGI, was mich bei einem Vampirfilm immer nervös macht, aber warten wir es ab. Eggers setzt auf Dunkelheit, und der Schrecken zieht mit düsteren Bildern unaufhaltsam in die Stadt ein. Er spielt mit den gefährlichen Symbolen der Ratten und ist sich hoffentlich seiner Verantwortung dieses Bildes bewusst. Auch Herzog hatte mit Ratten ja seine Erfahrungen.

Es ist wohltuend: Eggers setzt die Elemente des Gothic Horrors ein, die lange nicht mehr auf der Leinwand zu sehen waren. Atmosphäre verspricht dieser Film im Trailer durchaus, der sich in Eggers Version den Schwerpunkt auf Ellen setzt, die von Lily-Rose Depp („The Idol“) gespielt wird. „Komm zu mir, höre mein Rufen“ wird gebetsartig im Trailer wiederholt. Es ist wie ein Mantra, das den Tod heraufbeschwört. Der Vampir kündigt sich mit dem schwarzen Tod an. Die schwarze Hand schwebt symbolisch über die Stadt – sehr schön gemacht und ein wahnsinnig gutes Bild.

Apropos Wahnsinn: Die Macht des Grafen zeigt sich auch in der Szene, als einer Taube in das Genick gebissen wird und wohl der Kopf abgerissen wird. Natürlich wird bildgenau geschnitten, sodass sich die irre Tat im Kopf des Zuschauers abspielt. Wir sehen bisher keine Fledermäuse, aber wir erblicken am Ende einen hochgewachsenen Vampir im Cape samt Wölfen. Hören Sie die Kinder der Nacht? Wir sehen eine subjektive Kamerafahrt ins Schloss in den Karpaten und wir sehen die Kutsche am Borgo-Pass, die Murnau so revolutionierend mit Positivaufnahmen in Szene gesetzt hatte.

Und der Trailer deutet die Erbarmungslosigkeit des Vampirs an. Nicht der elegante Vampir wie Lugosi oder Lee, nein, der Graf Orlok bleibt ein brutales Monster ohne Gnade. Bill Skarsgård spielt den Vampir. Wie bei „Es“ werden wir wohl das Gesicht von Bill Skarsgård unter der Maske nicht so richtig erkennen, aber die Andeutungen des Grafen machen Appetit auf mehr. Bei der Auswahl der Schauspieler hat er eine gute Wahl getroffen. Willem Dafoe spielt Professor Albin Eberhart von Franz und den Grafen Orlok spielt Bill Skarsgård.

Noch mit dabei sind Aaron Taylor-Johnson („Godzilla“) als Friedrich Harding und Emma Corrin („The Crown“) als Anna Harding. In weiteren Rollen sind Nicholas Hoult, Ralph Ineson, Simon McBurney sowie Paul A. Maynard und Stacy Thunes zu sehen.

Glückwünsche an Helmut Dietl zum 80. Geburtstag

22. Juni 2024

Lieber Helmut Dietl, wir vermissen Sie. Heute ist Ihr 80. Geburtstag und Sie werden ihn wohl zusammen mit anderen verstorbenen Stars der Filmbranche im Himmel feiern. Sie werden den Kopf schütteln, wie sich der deutsche Film seit Ihrem Tod entwickelt hat. Wir brauchen Sie, wir brauchen Ihre Geschichten nötiger denn je.

Film und Fernsehen langweilen, immer mehr Fortsetzungen und schale Aufgüsse. Es gibt kaum noch innovative Formate. Alle gehen auf Nummer sicher und ein Drehbuch gleicht dem anderen. Kann ich doch gleich von der KI schreiben lassen. Wo sind die guten Dialoge? Wo ist das Flair?

Gerade heute denke ich an die Begegungen mit Ihnen, die kurzen Gespräche. Das Eis zwischen uns brach eine Bemerkung von mir, dass ich meine Tochter nach einer Ihrer Filmfiguren benannt habe. Das hat Sie wirklich berührt und Sie blickten mir tief in die Augen, bedankten sich und schüttelten mir die Hände. Sie gaben mir auf mein iPad ein verwackeltes Autogramm für meine Tochter.

Helmut Dietl gab mir ein Autogramm auf mein iPad.
Helmut Dietl gab mir ein Autogramm auf mein iPad.
Ein Autogramm für K2
Ein Autogramm für K2

Ihre Münchner Geschichten die 1974 gedreht wurden, haben dieses Jahr 50. Geburtstag. Das war für mich der Einstieg in die Droge Dietl. 1983 natürlich der Klassiker des deutschen Fernsehens Monaco Franze – Der ewige Stenz und 1986 kam Kir Royal und ich erkannte meinen Berufswunsch durch Sie Herr Dietl.

Die Kinofilme Schtonk! (1992), Rossini – oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief (1997) und Late Show (1999) faszinierten mich und liegen immer wieder im Player.

Mit Preisen wurden Sie überhäuft und die Biografie Helmut Dietl – Der Mann im weißen Anzug: Die Biografie von Claudius Seidl hab ich verschlungen.

Ihre Fähigkeit, das menschliche Wesen in all seinen Facetten zu erfassen und gleichzeitig humorvoll und kritisch zu sein, macht Sie zu einem einzigartigen Filmemacher. Ihre Filme und Serien sind nicht nur Unterhaltung, sondern bieten auch tiefere Einblicke in die Gesellschaft und menschliche Beziehungen. Sie haben das deutsche Kino nachhaltig geprägt und bleiben eine inspirierende Figur für Filmemacher weltweit. Ihr Werk zeichnet sich durch scharfsinnige Beobachtungen der deutschen Gesellschaft und eine meisterhafte Kombination von Humor und Tiefgang aus. Und dafür müssen wir an Ihrem 80. Geburtstag dankbar sein.

Eines der letzten Dietl-Autogramme.
Eines der letzten Dietl-Autogramme.

Gedanken zum Tode von Donald Sutherland

21. Juni 2024

Er war ein großer Schauspieler, der den Filmen seinen Stempel aufdrückte. Donald Sutherland starb mit 88 Jahren und die Medienseiten werden sich mit Nachrufen überschlagen. Ich hatte die Meldung seines Sohnes in X gesehen.

Ich mochte den Schauspieler wegen zwei Filmen sehr: Wenn die Gondeln Trauer tragen und die Körperfresser kommen. Zwei Vertreter des fantastischen Films, die jeder auf ihre Art Geschichte gemacht haben.

Körperfresser kommen
Körperfresser ist eine Neuinterpretation von Don Siegels Die Dämonischen. “Körperfresser kommen” (englischer Originaltitel: “Invasion of the Body Snatchers”) ist ein Science-Fiction-Klassiker, der erstmals 1956 erschien und auf dem Roman von Jack Finney basiert. Das Buch wurde mehrfach neu verfilmt, unter anderem 1978, 1993 und 2007.

In der Neuverfilmung von 1978, unter der Regie von Philip Kaufman, wird die Geschichte von außerirdischen Parasiten, die menschliche Körper übernehmen, in ein urbanes Umfeld von San Francisco verlegt. Die Hauptfiguren, darunter Gesundheitsinspektor Matthew Bennell (gespielt von Donald Sutherland) und seine Kollegin Elizabeth Driscoll (Brooke Adams), entdecken allmählich, dass Menschen durch gefühllose Doppelgänger ersetzt werden.

Die 1978er Version von “Die Körperfresser kommen” zeichnet sich durch eine intensivere und düstere Atmosphäre aus als das Original von 1956. Die Verwendung von Schatten, Spiegelungen und verzerrten Kameraeinstellungen verstärkt das Gefühl von Paranoia und Unbehagen. Die Stadt San Francisco dient als klaustrophobischer Schauplatz, der die Isolation der Charaktere verstärkt.

Donald Sutherland liefert eine herausragende Leistung als Matthew Bennell, wobei seine zunehmende Verzweiflung und das Misstrauen gegenüber seinen Mitmenschen eindrucksvoll dargestellt werden. Wie die Version von 1956 thematisiert auch dieser Film die Angst vor Verlust der Individualität und den Schrecken der Konformität. Die 1978er Adaption kann als Spiegelbild der sozialen und politischen Unsicherheiten der 1970er Jahre gesehen werden, einschließlich des Misstrauens gegenüber staatlichen Institutionen und der Angst vor Entfremdung in einer zunehmend anonymen Gesellschaft. Die düstere und pessimistische Stimmung sind wunderbar bedrückend.

Wenn die Gondeln Trauer tragen
Mein absoluter Liebling ist jedoch „Wenn die Gondeln Trauer tragen“. Über den Film habe ich eine Matinee gemacht. Hier die Aufzeichnung:

Donald Sutherland liefert in dem psychologischen Horrorfilm „Wenn die Gondeln Trauer tragen“ (Originaltitel: „Don’t Look Now“) aus dem Jahr 1973 eine beeindruckende und nuancierte Darstellung. Unter der Regie von Nicolas Roeg spielt Sutherland die Rolle des John Baxter, eines Architekten, der zusammen mit seiner Frau Laura (gespielt von Julie Christie) nach Venedig reist, um den Tod ihrer kleinen Tochter zu verarbeiten.

Sutherland bringt eine immense Tiefe und Authentizität in die Figur des John Baxter. Seine Darstellung eines Mannes, der unter dem Verlust seines Kindes leidet und gleichzeitig versucht, rational und pragmatisch zu bleiben, ist zutiefst bewegend. Sutherlands Fähigkeit, die inneren Qualen und die Verzweiflung seines Charakters subtil und glaubwürdig darzustellen, verleiht dem Film eine emotionale Intensität, die den Zuschauer nachhaltig beeindruckt.

Die Chemie zwischen Sutherland und Julie Christie ist bemerkenswert und trägt wesentlich zur Wirkung des Films bei. Ihre Darstellung eines trauernden Paares, das versucht, in ihrer Beziehung Halt zu finden, ist sowohl berührend als auch authentisch. Besonders hervorzuheben ist die berühmte Liebesszene, die durch ihre Intimität und Natürlichkeit beeindruckt und die tiefe Verbindung der Charaktere zeigt.
Sutherland glänzt in der Darstellung der verschiedenen Facetten seines Charakters. Er zeigt Johns berufliche Kompetenz und Entschlossenheit, seine Skepsis gegenüber dem Übernatürlichen und seine schmerzliche Trauer. Diese Vielschichtigkeit macht John Baxter zu einer komplexen und glaubwürdigen Figur, mit der sich das Publikum identifizieren kann.

Ein weiterer Aspekt von Sutherlands Leistung ist seine Reaktion auf die übernatürlichen Elemente des Films. Seine anfängliche Skepsis und später wachsende Verunsicherung und Angst spiegeln die zunehmende Bedrohung wider, die den Film durchzieht. Sutherland schafft es, die innere Zerrissenheit seines Charakters, der zwischen Rationalität und unheimlicher Realität hin- und hergerissen wird, eindrucksvoll darzustellen.