Jeden Morgen habe ich Kinderdienst. Ich bringe K2 in die Schule und holen dabei andere Kinder aus der Klasse von K2 ab. Um die Wegzeit zu verkürzen, spielen die Grundschüler ein Spiel. Einer macht ein Tiergeräusch und die anderen müssen erraten, welches Tier es ist. Das beginnt in der Regel mit wau wau (Hund), miau, miau (Katze), piep piep (Vogel), ihhha ihhha (Esel). Neulich hatte K2 aber roar roar gemacht und die anderen Schüler waren ratlos. Tiger? Löwe? Bär? Puma? – alles Fehlanzeige. K2 schüttelte den Kopf. Vor der Grundschule kam dann die Auflösung. „Es ist ein Braunbär!“, sagte K2. Die Grundschüler waren sauer, sie hätten doch Bär gesagt. „Richtig, aber eben nicht Braunbär“, bestand K2. Besserwisser – K2 passt ausgezeichnet in unsere Familie.
Selten wurde in unserem Haushalt ein Hörspiel so sehnsüchtig erwartet, wie der zweite Folge von Lego Ninjago. K1 und K2 fieberten auf den Veröffentlichungstermin Ende Mai hin und sie wurden nicht enttäuscht.
Die Fortsetzung der neuen Lego Ninjago Hörspielreihe, die auf der gleichnamigen TV-Serie basiert, liefert drei weitere Folgen um die vier jungen Ninja-Helden Cole, Jay, Kai und Zane. Ihr neuer, gefährlicher Widersacher Lloyd Garmadon hat vier Schlangenstämme entfesselt, die über magische Waffen und Kräfte verfügen. Werden es die Ninjas schaffen, sich gegen sie zur Wehr zu setzen? Und welcher von ihnen ist der grüne Ninja, der sich, einer alten Legende zufolge, über die anderen erheben wird? Verraten wie es ausgeht, wird hier nichts, außer, dass das 70 minütliche Hörspiel der Zielgruppe hervorragend gefallen hat. Allerdings war man sich nach zweimaligen Hören nicht einig, ob die erste CD vielleicht doch nicht besser sei. Eine große Fachdiskussion unter den Knirpsen entbrannte. Kritisiert wurden beispielsweise die Hightech-Flugzeuge, die anstelle der mystischen Drachen Einzug gehalten.
Klar ist aber, dass Universum Kids mit der Hörspielreihe voll ins Schwarze getroffen hat. Erzähler Wolf Frass macht einen prima Job. Die CD wurde gleich auf die iPods von K1/K2 überspielt und bei längeren Autofahrten hat die ganze Familie etwas von der zweiten Staffel.
Ich seh den Sternenhimmel – so lautete ein Song von Hubert Kah aus dem Jahre 1982. Vor kurzem habe ich den Sternenhimmel wiederentdeckt, denn die Familie hat ein neues Hobby: Astronomie.
Anders als ich vor über 30 Jahren mit der Yps Sternenkarte und dem Planetenhandbuch ausgestattet war, gehen wir heute professioneller ans Werk. Angefixt wurde K1 und K2 durch eine App auf dem iPad. Star Walk ist für mich die beste Sternen-App für Laien. Mit ihr macht es Spaß, sich durch das Universum zu bewegen. Star Walk ist für mich die Top-Anwendung, die mir die Schönheiten des Universums und die Grundlagen der Astronomie näher bringt. Während K2 vor allem die Planeten und Sternbilder entdecken will, schlägt mein Forscherherz für handfeste Infos. Die App beinhaltet eine komplette Darstellung der Sterne, Sternbild der Planeten mit den Mondphasen, Links zu Wikipedia fűr weitere Informationen und eine Zeitmaschine um vergangene Ereignisse sowie bevorstehende Ereignisse im Himmel zu sehen. So ist Christi Geburt endlich auch für mich sichtbar.
Nach so viel interaktiven Sternenreisen wollten K1/K2 nach einem Besuch in der Sternwarte des Deutschen Museums nun ein Teleskop. Profi-Teleskope würden die Haushaltskasse ruinieren, also wählte der Familienrat ein Einsteigerteleskop ohne Kameraanschluss oder elektrischer Justierung. Wir entschieden uns für das Celestron Teleskop FirstScope 76. Es ist ein Newton-Spiegelteleskop mit 76mm Öffnung und 300mm Brennweite. Was uns wichtig war, dass ein Kind damit klar kommt und dies ist hier der Fall. Es ist einfach zu transportieren und sofort einsatzfähig. K2 hat keine große Geduld und das System muss sofort funktionieren. Die optische Komponenten sind aus Glas, der Tubus aus Metall und das ganze Teil steht auch relativ stabil. Das Fernrohr lässt sich in seiner Montierung nach rechts, links, oben und unten schwenken – völlig intuitiv kann so die Erddrehung ausgeglichen werden, und wir können die Sterne immer wieder ins Bildfeld zurückholen, wenn sie durch die Erddrehung herauswandern.
Aber natürlich dürfen wir nicht ein Hubble-Teleskop für Otto Normal-Verbraucher erwarten. Großflächige Erscheinungen am Himmel klappen ganz gut, wie Nebel, der Mond und einzelne Planeten. Jupiter konnte ich erkennen und auch die Ringe des Saturn. Aber das war es auch dann schon. Mehr packt die Optik nicht, aber das ist ja egal, denn dann kommt die App Star Walk wieder zum Einsatz. Und alles besser als mein Yps-Heft vor über 30 Jahren.
Der Sommer ist da und Eis gehört natürlich dazu. Natürlich gibt es nichts besseres als das klassische Eis beim Italiener um die Ecke. Im Grunde mag ich am liebsten die Klassiker wie Schokolade, Vanille oder Zitrone. Erdbeere ist ein absolutes No und auch die neuen Mode-Eissorten wie Nutella, Schlumpf oder Whiskey können mir gestohlen bleiben.
Die Lego-Eisbox noch unbefüllt.
Bei den heißen Temperaturen entdecke ich aber auch wieder das Wassereis meiner Jugend. Meine Mutter hatte so durchsichtige Eishauben von Tuperware. Man füllt den Behälter mit Saft, Cola oder was sonst so im Hause war, steckt einen Plastikstab hinein und ab damit ins Gefrierfach. Es gab sogar einen Plastikständer, damit die Boxen nicht umfielen. Nach ein paar Stunden konnte man das Wassereis aus der Box holen und lecken. Als kleiner Bub für mich ein Hochgenuss.
1x Blutorangen- und 2x Grapefruit-Saft in die Box
Diese Jugenderinnerung frische ich gerne mit meinen Kindern wieder auf. Im Legoland Günzburg haben wir eine Eisbox im Lego-Design gekauft – Kostenpreis um die 10 Euro für ein bisschen Plastik. K1 hat sich für die gelbe Variante der Box entschieden. Diese gibt Platz für 3 Steckerleis, wie wir das Eis am Stiel genannt haben. Das Eis sollte die Form eines Lego-Männchens annehmen. An Sorten produzierten wir im ersten Anlauf 2x Grapefruit- und 1x Blutorangeneis am Stiel.
K2 füllte die vorhandene Box mit den Säften auf und ich sorgte dafür, dass sie unverschüttet in das Kühlfach kamen. Merke: Vorher sollte man Platz im Eisfach schaffen, denn die Lego-Box duldet keine Schieflage und die Flüssigkeit schwappt aus den Formen.
Ab ins Eisfach.
Nach ein paar Stunden und einer nervigen Fragerei von K2 „Wann ist das Eis fertig?“ begannen die Säfte ihren Aggregatzustand zu ändern. Aus Flüssigkeit wurde Eis.
Die Steckerleis sind fertig.
Dann der große Moment der Premiere: Die Lego-Eisfigur am Stiel wurde aus der Box genommen – warmes Wasser auf der Rückseite der Box sorgt dafür, dass sich die Figur besser löst. Und dann der erste Moment des Schleckens. Nun, wahrscheinlich verklärt man die Erfahrungen seiner Jugend mit zunehmenden Alter. Es schmeckte schlicht und einfach nach Wassereis mit ein wenig Aroma. Vielleicht waren als Kind meine Geschmacksnerven besser entwickelt. Also, der Hammer war es nicht, aber K1/2 hat es prima geschmeckt und ich machte gute Miene zum Spiel. Heute Abend lade ich K1/2 auf ein Eis bei meinem Italiener ein.
Mein Sohn liebt sie, die Welt von Lego Ninjago. Die Ninja-Kämpfer um Held Kai sind die neue Cash-Cow von Lego. Das darf natürlich auch im Legoland Günzburg nicht fehlen. Da ein Funpark wie das Legoland immer neue Attraktionen braucht, steht für das zehnjährige Bestehen des Freizeitparkes nun das Thema Ninjago an. Anfang März wurde die Attraktion Flying Ninjago eröffnet – eine wahre Höllenmaschine. Das Legoland preist das Ungetüm auch entsprechend an. Nur wer ein echter Ninja ist, erlebt dort im neuen Flying Ninjago turbulente Abenteuer in 22 Meter Höhe. Wer der größte Ninja aller Zeiten werden möchte, wagt sogar den 360 Grad Spinjitzu Twist. Hier dreht sich der Nachwuchsninjago einmal um die eigene Achse. Mir wird schon vom Zuschauen schlecht, aber es gibt genügend Freiwillige.
Zudem wird die Ninjago-Idee weiter im Funpark aufgegriffen. Die Verantwortlichen des Legolandes haben neben einer Bastel- und Spielecke, auch einen großen Sandkasten für den Sandkünstler Yosef Bakir aufgeschüttet. Er baute aus 10 Tonnen Sand den Ninjago-Held Kai. Außerdem gibt es ein Ninjago-Mosaik sowie eine Ninjago-Hüpfburg. Die Musik zu beiden Filmen stammt übrigens von Dosch Design.
In genau 27 Minuten baute der Familiennachwuchs den Ninjago Erddrachen mit seinen 227 Teilen auf. Wir tasten uns mit dem Drachen langsam vor in die Welt der Ninjagos. Gebuht wurde der LEGO Ninjago 2509 – Erddrache. Beim Bauen musste ich zudem die geschichtlichen Hintergründe aus dem Lego-Kataog anhören: In den Höhlen des Unheils kämpfen Cole und Wyplash um die Sense des Donners. Plötzlich taucht der furchteinflößende, felsenspeiende Erddrache aus der Dunkelheit auf, um die Waffe zu verteidigen. Hilf den beiden, dem gefährlichen Schweif des Drachens auszuweichen und den goldenen Preis zu erringen! – So die Mär aus dem Lego-Geschichtsbuch.
Der Bausatz ist einfach zu bauen und auch zum Spielen geeignet – anders als die Lego Star Wars Modelle, die bei uns in die Vitrine wandern. Der Drache verschießt Kugeln und wirft seinen Schwanz hin und her. Durch seine vier Krallenfüße steht das possierliche Tierchen ganz stabil. Zur asiatische Version eines Drachens wird er durch Flaggen mit japanischen Zeichen. Was darauf geschrieben steht, kann ich aber nicht übersetzen.
Beim Familiennachwuchs ist das Ninjago-Fieber ausgebrochen, was durch zahlreiche T-Shirts verstärkt wird. Ich bin von Ninjago nicht so überzeugt, aber das Modell LEGO Ninjago 2509 – Erddrache macht Spaß. Nett finde ich vor allem die putzigen Ninja-Kämpfer Cole und sein Skelett-Gegner Wyplash – die haben Stil und erinnern mich an alte Bruce Lee-Zeiten.
Wyplash und Cole kämpfen um die Sense des Donners.
Als Vertreter der dunklen Seite der Macht war es eine Selbstverständlichkeit, den neuen Lego TIE Fighter zu erwerben. Unter der Lego-Nummer 9492 ist das kleine Raumschiff eine der Neuerscheinungen des Jahres 2012 und als Sammler von Lego Star Wars wurde er sofort in die Sammlung integriert.
Die TIE Fighter sind extrem schnelle Ein-Mann-Jäger des galaktischen Imperiums und sind unter anderem bei Verteidigung des ersten Todessterns anzutreffen. Der zusammengebaute LEGO Star Wars 9492 – TIE Fighter ist 23 cm hoch und 17 cm breit, passt also locker in ein Regal oder Vitrine. Als Extras sind das Cockpit zum Öffnen und als Bewaffnung dienen Doppelraketen – obwohl der Original-TIE Fighter in den Filmen nur mit Strahlenwaffen ausgestattet sind.
Die 413 Teile waren bei uns zu Hause in 35 Minuten aufgebaut und stellen keinerlei Herausforderung beim Bau dar. Die Anleitung ist klar und eindeutig. Zudem gibt es vier Minifiguren: den Piloten des TIE Fighters, einen imperialer Offizier, einen Todesstern-Trooper mit Bewaffnung und den Druiden R5-J2 – allesamt Vertreter der dunklen Seite der Macht. Die Figuren sind detailliert, der Trooper schaut schön grimmig.
Bei uns steht der Fighter neben dem modifizierten Jäger von Darth Vader, der die Lego-Set Nummer 8017 besitzt. Der neue TIE Fighter ist eine Neuauflage des Modells 7146 aus dem Jahre 2001. Gegenüber des alten Modells mit 169 Teilen ist der neue TIE Fighter besser gelungen. Der alte Fighter hatte meiner Meinung nach zuviel blaue Teile und deutlich weniger Details. Das neue Modell LEGO Star Wars 9492 – TIE Fighter kommt in Schwarz und Grau daher und sieht für meinen Geschmack stimmiger aus. Zudem ist der neue Fighter deutlich stabiler. Also klare Kaufempfehlung für Star Wars Fans.
Bei mir zu Hause ist das Arbeitszimmer von Haustieren bevölkert. Nein, kein klassischer Wellensittich oder eine Katze, sondern von zwei Aibos und einem Pleo. Wer sind jetzt die? Aibo ist der Robo-Hund von Sony und Pleo ist ein kleiner Robo-Saurier. Es gibt noch viele weitere Robos im Arbeitszimmer, aber heute will ich meinen Pleo näher vorstellen.
Erfinder des Pleo rb oder auch Pleo reborn ist Caleb Chung. Er hat den Dino einem Langhalssaurier Camarasaurus nachempfunden. Dank komplexer Technik und einem so genannten „Life From Operating System“ (LIFE OS) ist „Pleo rb“ mehr als nur ein Spielzeug bei uns zu Hause. Anschmiege-Bewegungen, Gurr-Geräusche, Lachen und Schwanzwedeln sind nur ein paar seiner Eigenschaften, die ihn zu einem tierischen Mitbewohner machen. Aber unser „Pleo rb“ kann mehr. Pleo lernt durch eine einfache Form der künstlichen Intelligenz, dessen Basis das LIFE OS bildet. Aber natürlich bleibt der Pleo wie der Originalsaurier sein Leben lang dumm. Was würde passieren, wenn man Aibo, Pleo und Co mit einem zentralen Server koppelt – ähnlich wie Siri und dann eine kollektive Intelligenz aufbaut. Siri von Apple lernt täglich dazu. Ok, die Borgs wären dann auch bald da.
Während seiner Entwicklung vom Neugeborenen bis hin zum Erwachsenenalter, aber auch darüber hinaus, lernt „Pleo rb“ nie aus. Mit seinen zahlreichen Sensoren und Motoren, darunter auch Infrarot- und akustische Sensoren, kommt „Pleo rb“ ohne Fernbedienung aus und nimmt seine Umgebung eigenständig wahr. Unser Pleo macht allerdings schnell schlapp, weil seine Batterie eine Macke hat und ich sie endlich mal austauschen muss.
Die Sensoren ermöglichen es ihm, Geräusche und Berührungen wahrzunehmen. So baut er nach und nach eine Beziehung zu den Menschen auf, die ihn aufziehen und erkennt sogar ihre Stimmen. Außerdem verfügt „Pleo rb“ über einen ausgezeichneten Orientierungs- und Bewegungssinn, durch den der Dinosaurier sich frei im Raum bewegen kann. Er simuliert das Fressen von Futter, verfolgt Bewegungen und reagiert auf Geräusche. Im Neugeborenenalter lernt „Pleo rb“ zunächst stehen, mit der Zeit erwirbt der Dinosaurier immer mehr Fähigkeiten wie Zählen, Verbeugen, Singen oder Tanzen. Auch Uhrzeit und Temperatur erkennt „Pleo rb“.
Jeder „Pleo rb“ ist einzigartig, durch die unterschiedliche Farb- und Markierungskombinationen. So bringt jeder „Pleo rb“ neben zahlreichen Zubehör wie Futter, Medizin oder Spielzeug auch seinen individuellen Personalausweis mit. Mit dieser RFID-Karte bekommt „Pleo rb“ von seinem Besitzer den Namen, auf den er in Zukunft hören soll. Unser Pleo heißt Stan Winston. Sein Originalpapa baute die Robos von Jurrasic Park oder Terminator. Durch die zahlreichen technischen Möglichkeiten, die „Pleo rb“ bietet, wird er auch für verschiedene wissenschaftliche Projekte eingesetzt. So hat zum Beispiel die Gruppe für interdisziplinäre Psychologie der Universität Bamberg und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz ein Projekt aufgesetzt, das auf „Pleo rb“ aufbaut. Und der Spaß ist noch einigermaßen billig. Für rund 450 Euro ist der Pleo über www.klein-robotics.de und via Amazon erhältlich. Und damit ist er um ein vielfaches billiger als meine Aibos von Sony.
Im Moment stehe ich vor einer schwierigen Entscheidung und ich bitte die Web-Community um Hilfe. Es geht um Bilder, die ich gerne bei mir aufhängen möchte. Es ist wohl nur Platz für ein Bild, aber ich kann mich nicht entscheiden, welches es sein soll. Alle drei Bilder gefallen mir persönlich sehr gut und jedes ist mit einer eigenen Geschichte verbunden.
Es handelt sich um die Bilder „Karawane“, „Schlangenlandschaft“ und „Vögel“. Alle drei stammen von H.R. Giger und Martin Schwarz. Die beiden Künstler haben 1984 sehr erfolgreich zusammengearbeitet. Ergebnisse waren unter anderem diese Bilder.
Also meine Frage an euch: Welches Bild soll ich aufhängen? Die Umfrage läuft eine Woche bis Montag, 23. Januar. Vielen Dank für die Mithilfe. Wer auf das Bild klickt, sieht die größere Ansicht.
Meine Kinder sind richtige Leseratten. Das macht den Papa stolz und er unterstützt den Lesehunger des Familiennachwuchses mit allerlei Bücher und Zeitschriften. Die einzigen Zeitschriften-Abos die wir besitzen, sind nur noch Kinderzeitschriften.
Beim wöchentlichen Familieneinkauf wandert so dann und wann noch eine Zeitschrift in den Einkaufswagen. Jetzt war es die neue Ausgabe des Leserabens. Es ist ein Leseförderheft für die ersten Grundschuljahre. Und da heute alle Kinderzeitungen ein Gimmick haben müssen, liegt dem Leseraben auch ein Spielzeug bei. Dieses Mal – haltet euch fest – eine Zwille. In der typischen Y-Form mit Gummizug. Sagt mal lieber Ravensburger Verlag: Habt ihr ein Rad ab? Mit einiger Übung kann aus einer Zwille eine sehr gefährliche Waffe werden und ihr fördert mit eurem Gimmick so eine Tendenz.
Ich würde ja verstehen, wenn der Leserabe das Nachwuchsmagazin der Anarchisten wäre, das Fachmagazin der ehemaligen militanten Bewohner der Hafenstraßen oder die Postille des Schwarzen Blocks der Autonomen. Nein, es ist ein Magazin, das die Stiftung Lesen empfiehlt. Eine tolle Empfehlung ist das.
Zwar sollen mit der Schleuder aus dem Leseraben nur Wattebällchen als verkleidete Schneekugeln auf eine Zielscheibe geschossen werden, doch natürlich können mit der Schleuder auch Playmobil-Männchen, Legosteine, Matchbox-Autos oder anderes spitzes Kinderspielzeug durch die Gegend geschossen werden.
Wie wäre es denn, in einer der nächsten Ausgaben eine Luftpistole oder zumindest Paintball-Waffen beizulegen? Ich bin sicherlich nicht überempfindlich, aber das geht mir als Vater zu weit. Natürlich habe ich auch als Schüler mit einem Gummiband gefaltetes Papier verschossen, aber ich wurde nicht von einer pädagogischen Kinderzeitung dazu animiert. Das war das letzte Mal, dass wir den Leseraben gekauft haben.