Archive for the ‘Corona’ Category

Digitalpremiere des Streamingformats #HSStag

6. Juli 2021

Neue Zeiten verlangen nach neuen Formaten. Corona hat die Digitalisierung vorangebracht und für mich gilt es weitere Erfahrungen in den digitalen Welten zu sammeln und an Kunden weiterzugeben. Aus diesem Grund arbeitete ich zusammen mit meinen Kollegen Christian Jakubetz und Thomas Gerlach an einem neuen Live-Format für Karl-Heinz Keil von der Hanns-Seidel-Stiftung. Das Format nennt sich #HSStag

Es ist politisches Plauderformat zum Thema Digitalisierung im freundlichen Ton. Gestern hatte dieses Format Premiere und es lief wie am Schnürchen. Ich bin zufrieden und hab viel gelernt.
Wir drei Digitalexperten diskutierten mit einem Gast über das Thema digitaler Wahlkampf. Unser Gast war die Bürgermeisterin der oberbayerischen Gemeinde Anzing Kathrin Alte. Kathrin Alte sammelte Digitalerfahrung in verschiedenen Funktionen wie im Bayerischen Landtag, der CSU-Fraktion des Landtags, des Bayerischen Bauministeriums und mehr.

Unser Fazit der Veranstaltung: Der Wahlkampf wird digitaler und auch die Bürgerbeteiligung auf kommunaler Ebene muss digitaler werden durch Streaming von Gemeinde- und Stadtratssitzungen, Bürgerversammlungen oder Bürgersprechstunden. Auf kommunaler Ebene geht noch mehr. Und obwohl die analoge Seniorengeneration im anstehenden Bundestagswahlkampf wohl wahlentscheidend sein wird, müssen die richtigen Weichen in den Wahlkampfteams und Rathäusern gestellt werden.

Die Veranstaltung wurde in Webex durchgeführt und auf den Youtube-Seminarkanal der Hanns-Seidel-Stiftung zudem gestreamt. Den Stream gibt es hier zum Anschauen.

Die Vorbereitung und Abstimmung für das neue Format waren nicht ohne. In zahlreichen Online-Meetings wurde an dem Konzept gefeilt. Die Rollenverteilung musste ebenso geklärt werden, wie die technische Betreuung während der Veranstaltung. Webex kann eine verflucht komplizierte Sache sein. Hier sprang der Kollege Ronald Kaiser ein. Das OnAir-Design wurde von Thomas Gerlach konzipiert und die verschiedenen Einspieler wurden von Christian Jakubetz produziert, nachdem unser Trio die Videoeinspieler vor Greenscreen aufgesagt hatte. Die Kollaborationsplattform im Hintergrund unseres Trios war Google Drive um Sendepläne und Konzepte abzulegen. Cloud-Computing funktioniert. Und natürlich musste alles vom Kunden Karl-Heinz Keil von der HSS abgenommen und abgestimmt werden.

Gelernt habe ich sehr viel über Abläufe, Technik, Organisation. Mit der ersten Sendung bin ich zufrieden. Und nach der ersten Sendung kommt die zweite. Die Planungen für die nächste #hsstag laufen bereits. Sendetermin ist Donnerstag, 29. Juli um 18 Uhr. Wir haben das Thema: Die großen Vier im Internet: Amazon, Apple, Facebook und Google.

Wer in meinem Newsletter aufgenommen will und die Einladungen erhalten möchte, kann sich gerne bei mir melden – einfach in die Kommentare schreiben. Ich schalte den Kommentar nicht frei, sondern nehme die Adresse in meine Datenbank auf.

HomeOffice: Wir packen unsere sieben Sachen

1. Juli 2021
Seit heute heißt es wieder: Ab ins Büro

Seit heute packen meine Nachbarn ihre sieben Sachen und kutschieren wieder ins Büro. Die HomeOffice-Pflicht für Unternehmen endet am 1. Juli und scheinbar viele Arbeitgeber bestehen darauf, dass der Mitarbeiter wieder brav im Büro sitzt. Gearbeitet wird schließlich nur, wer im Büro anwesend ist, so das Denken so mancher Abteilungsleiter und Chefs. Das zeigt, welches Menschen- und Mitarbeiterbild hier vorherrscht.

HomeOffice ist für mich als selbstständiger Kopfwerker keine Ausnahme, sondern die Regel. Daher sehe ich vieles vielleicht durch eine subjektive Brille. Ich muss nur raus, wenn ich zu Seminaren oder Beratungen vor Ort muss, die per Web nicht gewünscht sind. Aber bei meinen Gesprächen habe verschiedene Eindrücke gewinnen können: Mitarbeiter waren zu Hause ausgeglichener, wenn sie sich zum Arbeiten zurückziehen konnten. Ein Nachbar zog mit seinem Laptop ins Dach. Ein anderer zog sich in seinen Wohnwagen zurück, der vor dem Haus parkte. Viele haben es genossen, sich zu Hause nach einer Tasse Kaffee vor den Rechenknecht zu setzen und sich die zum Teil enormen Anfahrtswege zur Arbeit gespart. Die Lebensqualität hat für einige deutlich zugenommen. Ich stelle heute eine deutliche Verkehrszunahme fest, nachdem die HomeOffice-Pflicht weggefallen ist: Die Straßen und der ÖPNV sind voller.

Work-Life-Balance war im HomeOffice kein Fremdwort mehr. Man hatte mehr Zeit für die Familie, für seine Hobbies, war ausgeglichener und – was nicht zu unterschätzen ist – man hat ausgewogener gegessen.
Meine Nachbarn erzählten mir, dass sie auch leistungsfähiger waren und deutlich effektiver. Die Ablenkungen waren zu Hause deutlich geringer als im Büro, wenn der nervige Kollege von nebenan etwas will.
Allerdings ist auch klar: HomeOffice klappt nur, wenn die Rollen in der Familie geklärt sind und jeder seinen Beitrag leistet: Kinder, Küche und Kehrwoche darf nicht an einer Person hängen bleiben. Und HomeOffice klappt nur bei einer digitalen Infrastruktur. Auch wir zu Hause haben technisch aufgerüstet und die Bandbreite erhöht, weil zum Teil bis zu vier Personen das Netz nutzen mussten.

Subjektive Eindrücke contra Umfragen
Ich werfe mal einen Blick auf die veröffentlichte Meinung. Nach dem Auslaufen der Homeofficepflicht wollen einer DAK-Bayern-Studie zufolge 90 Prozent auch künftig mindestens ein Viertel ihrer Arbeitszeit daheim ableisten. 46 Prozent wollen höchstens zur Hälfte, zehn Prozent fast gar nicht mehr ins Büro zurück. Während der zweiten Corona-Welle waren laut DAK rund 40 Prozent der Beschäftigten in Bayern im Homeoffice – bei hoher Arbeitszufriedenheit und Produktivität.

Gasthof Heinzinger – Wiedereröffnung nach Lockdown

21. Juni 2021
Zu Gast in Rottbach.

„Das Leben ist zu kurz für schlechtes Essen“, diesen Leitspruch meines Foodblogger-Kollegen Thomas Gerlach habe ich mir zu Herzen genommen. Klar Plan: Ich gehe nach dem Lockdown nur noch in Restaurants zum Essen, bei denen ich hochwertiges, qualitatives Essen genießen kann. Ich will keine 08/15-Küche mit Essen aus der Metro, was mir oftmals in der Vergangenheit vorgesetzt wurde und ich teuer bezahlt habe. Das ist eine Lehre für mich aus Corona.

Und daher führte mich mein erster Weg nach dem Lockdown in den Gasthof Heinzinger nach Rottbach im Landkreis Fürstenfeldbruck zur berühmten Küche von Denis Kleinknecht.

Ich kenne die Lokalität seit langem und war immer wieder dort zu Gast. Und als ersten Besuch einer Gastronomie wollte ich auf Nummer sicher gehen. Denis Kleinknecht und sein Team haben die harte Zeit des Lockdowns sinnvoll genutzt und die Küche und die Gasträume auf Vordermann gebracht. Stein- und Holzböden wurden verlegt.

Aber vor allem hat der seit 1392 bestehende Gasthof eine neue Küche auf Gourmetniveau bekommen. Eine maßgefertigte Küche von Lohberger wurde eingebaut – Branchenkenner wissen, was das heißt. Der Arbeitsplatz der Köche um Denis Kleinknecht ist ein energiesparend, effizient, ergonomisch mit perfekter Abluft – so macht Kochen Spaß. Diese neue Küche ist ein Traum und ich werde Denis Kleinknecht in naher Zukunft bitten, mir die Küche genau zu erklären. In der Wiedereröffnungsphase nach dem Lockdown war dafür im Moment keine Zeit.

Die Gäste drängen hinein und es tut gut zu sehen, dass die Gäste dem Gasthof Heinzinger in Rottbach die Treue gehalten haben. Es war bei meinem Besuch ein Kommen und Gehen. Wer dort speisen will, sollte daher unbedingt online oder telefonisch reservieren – auch im Hinblick auf das ausgeklügelte Hygienekonzept des Hauses.

Für den Gast ist natürlich das Essen das Wichtigste. Global Cuisine heißt das Erfolgsrezept – internationale Klassiker regional hochwertig interpretiert. Meine Frau und ich genossen folgende Speisen:

Der Gruß aus der Küche war ein Sellerieschaum-Süppchen.

Zur Vorspeise gab es ein Kalbskopfcarpaccio mit Wildkräutersalat und steirischem Kürbiskernöl sowie handgeschnittenes Beef Tatar mit kleinem Salat und hausgebackenem Brioche. Die Brioche, im Deutschen gelegentlich als „Apostelkuchen“ bezeichnet, ist ein feines Tafelgebäck aus ei- und fettreichem Hefeteig.

Als Hauptgerichte wählten wir Kalbstomahawk, dry aged, ca. 750g mit Grillgemüse. Das Kalbstomahawk habe ich mir zuvor im Reifeschrank genau angesehen und mich dafür begeistert. Es wurde auf urigem Holzbrett serviert. Meine Frau wählte ein Filet Birnbaum-Saibling mit karamellisiertem Blumenkohl, Blumenkohl-Kokospüree und Blaumohn-Kartoffel-Gnocchi. Die Präsentation auf grünem Teller überzeugte uns.

Die Nachspeisen waren hausgemachtes Eis und Nougatknödel in Vanillesoße.

Kein Musiktipp: Latest Record Project von Van Morrison

12. Mai 2021

Ich war schon lange ein Fan von Van Morrison. Ich glaube mein erstes Album auf Schallplatte war Common One, die ich mir 1980 gekauft habe. Seitdem war ich ein glühender Fan des einzigen weißen Bluessänger aus Irland.

Musikalisch mag ich Van the Man, aber dieses Mal ist er ein Schwurbler – schäm dich Van Morrison

Meine Begeisterung für Van Morrison hat sich geändert seit ich sein neues Album Latest Record Project Vol.1 mehrmals durchgehört habe. Musikalisch gefällt es mir, aber textlich ist es eine absolute Frechheit, eine Provokation.

Wenn ich einen Brief/Mail an Van the man schreiben sollte, dann würde ich es wohl so machen: „Van sind dir eine 75 Jahre auf die Birne geschlagen? Du reihst dich in die Schar der Schwurbler, Masken- Coronaverweigerer ein. Und ich schreib es mit allen Respekt vor deinem Lebenswerk: Van, du bist ein Depp.
Was ist mit dir passiert? Ein bisschen Gegenkultur, ein bisschen Revolution bei deinem enormen musikalischen Talent, das muss so dann und wann sein. Ich habe viele deine musikalischen Wendungen mitgemacht, mal die Erleuchtung, mal die Folklore, mal Jazz, mal Country und immer viel Blues. Zuletzt hast du immer eine Kombination aus allem abgeliefert und ich habe brav deine Alben gekauft. So auch mit dem Latest Record Project mit dem Untertitel Volume 1. Soll vielleicht von der textlichen Querdenkerei noch mehr folgen? Bitte nicht, bitte verschone uns mit deinem verquerten Gedanken.“

Das 36. Album Latest Record Project Vol.1 kündigte sich bereits 2020 an, als Van Morrison „No More Lockdown“ trällerte. Und jetzt: Von den 28 Songs sind vielleicht vier, fünf unpolitische Liebeslieder. Aber über den Rest lässt sich treffend streiten. Van Morrison lehnt die Corona-Politik ab, ich dagegen kann mit vielen leben, denn ich will leben – trotzdem füge ich mich aus Vernunftsgründen den Corona-Maßnahmen. Und da haben wir – Van und ich – einen Konflikt. Van steigt in die Verschwörungsblase ein und heizt die Diskussion mit Songs wie „They Own the Media“ und Zitat „They control the story we are told“ an. Meinungsfreiheit bedeutet, dass du diesen Mist singen darfst. Meinungsfreiheit bedeutet aber auch, dass ich diese gefährliche Meinung ablehne.

Also nochmal zum Mitschreiben: Musikalisch mag ich den alten Sturschädel, aber was er mit seinem jüngsten Doppelalbum abgeliefert hat, geht auf keine Kuhhaut. Ich habe mir den Teaser seines Konzerts für Streaming angeschaut und musikalisch genossen. Aber ein Ticket kaufe ich für den Schwurbler sicherlich nicht mehr. Und auf absehbare Zeit kein Album. Van Morrison, schäm dich.

Erster Todestag meines Vaters

8. Mai 2021

Um 4.11 Uhr verstarb vor einem Jahr mein Vater und seitdem hat sich in meinem Leben so viel geändert. Ich vermisse meinen Papa jeden Tag. Er ist immer präsent, obwohl er körperlich nicht mehr da ist. Ich denke oft an ihn, ich spreche oft mit ihm.

Sohn und Vater im Gespräch – schon länger her.

Meine Verantwortung für die Familie ist durch seinen Tod gestiegen. Zusammen mit meiner Frau mussten wir uns durch Unmengen von Papierkram schlagen, weil es meine Mutter einfach nicht mehr kann. Ich musste mein Leben neu organisieren, weil ich mich um Sachen kümmern musste und muss, die eigentlich mein Vater immer erledigt hatte. Das ist nun meine Aufgabe. Das ist schwer und ich bin dankbar, dass ich meine Frau an meiner Seite habe. Sie hilft mir unglaublich viel.
Da meine Mutter krank ist und in Corona-Zeiten nicht mehr alles im Alltag leisten kann, muss ich als einziger Sohn ihr zur Seite stehen. Ich will nicht klagen. Es ist der Lauf der Dinge, aber es wird mir immer wieder bewusst, dass es nun an mir liegt.
Die Stunden vor seinem Tod waren meine Frau und ich bei ihm am Sterbebett und ich hoffe, er hat bemerkt, dass wir ihn in den schweren letzten Stunden Trost spenden wollten. Trost durch Streicheln, Worte, Singen. Ich bin den Ärzten der Herzklinik dankbar, dass wir trotz Corona-Maßnahmen 2020 bei ihm sein durften. Nein, mein Vater ist nicht an oder wegen Corona verstorben. Sie informierten uns mitten in der Nacht und wir eilten zu ihm.

Keine Ahnung, ob der Tod für ihn eine Erlösung war. Ich hätte gerne noch Jahre mit ihm gehabt, aber es war uns nicht vergönnt. Der Körper war schwach und wurde schwächer, so dass eine OP notwendig war. Aber der Körper konnte nicht mehr und starb. Ich erinnere mich, dass wir nach seinem Tod das Fenster in seinem Zimmer kippten. Ich weiß nicht, warum wir das taten. Wir hörten das Singen eines Vogels, der den Morgen des 8. Mai begrüßte. Das war ein unheimlich schönes Geräusch, so natürlich, so positiv, so bejahend. Die Medizintechnik im Zimmer war abgeschaltet und wir hörten nur noch das Singen des Vogels. Ich glaube, es war eine Amsel, die ihr Lied sang. Immer wenn ich morgens durch Vogelgezwitscher wach werde, erinnere ich mich an diesen Moment als der Schmerz aus meines Vaters Körper wich und er seine Ruhe fand.

Viel geregelt hatte mein Vater nicht, aber er hatte eine Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht unterschrieben. Ich kann nur an jeden appellieren, dies sofort zu regeln. Ohne diese Papiere wird der Tod in Deutschland für die Erben zur bürokratischen Qual.
Unsere Familie hat Verfügungen, Testament, digitales und materielles Erbe geklärt und ich habe auch meine Wünsche meines eigenen Begräbnisses festgelegt. Das war eine rationale Lehre, die ich zog. Die emotionale Lehre war, dass unser Leben lebenswert ist.

Buchtipp: Out of Office von Elke Frank und Thorsten Hübschen

5. Mai 2021

Während andere am 1. Mai demonstrieren, habe ich mein Arbeitszimmer aufgeräumt. Dabei fiel mir ein Buch von 2015 in die Hände: Out of Office – warum wir die Arbeit neu erfinden müssen.

Geschrieben wurde es von den damaligen Microsoft-Managern Elke Frank und Thorsten Hübschen. Im Jahre 2015 habe ich mir viele Gedanken zu dem Buch gemacht, deshalb unterbrach ich mein Aufräumen und las wieder in dem Buch. Beide Autoren haben schon vor längerem Mircosoft verlassen und dennoch sind die Aussagen des Buches für mich noch immer gültig.

Es traf mich aus heiterem Himmel: Verdammt, die beiden Autoren hatten mit ihren damaligen Thesen recht. Ich blicke in mein Arbeitszimmer und nahm die Veränderung wahr. Corona war der Beschleuniger dieser Veränderung der Arbeitswelt, meiner Arbeitswelt. War ich bis März 2020 drei, vier Tage die Woche unterwegs bei Kunden, bin ich seit Corona zu Hause und habe meinen persönlichen Workflow komplett geändert – Out of Office eben.

Da wird am 1. Mai von den Gewerkschaften vom digitalen Proletariat geredet und ich stelle fest, dass ich mehr und mehr zu einem Wissensarbeiter geworden bin. Ich war von der Lektüre von Out of Office derart gefesselt, dass ich das Aufräumen auf einen späteren Tag verschob und mich mit einem Espresso niederließ und las.

Ich brauche kein externes Büro anbieten, da ich ein großzügiges Arbeitszimmer habe. Die Kinder hatten im HomeSchooling ihre Arbeitsplätze, nur die Gattin ist ins zwei Kilometer entfernte Büro geradelt, um die heimische Internet-Leitung nicht zu stark zu strapazieren. Ein Büro im eigentlichen Sinne, also einen extra angemieteten Raum, braucht unsere Familie nicht. Ja, ich weiß, es gibt andere Familien mit Platzproblemen. Aber bei uns ist Out of Office kein Problem und ich muss sagen: Ich genieße es, dass ich zu Hause bin und nicht unterwegs sein muss. Damit wir uns richtig verstehen: Ich lehne Corona ab und freue mich auf den Tag, wenn wir wieder unter Leute kommen und ich wieder vor Ort sein darf. Aber die Zeit vor Corona lässt sich nicht zurückdrehen. Zoom, Teams, Webex und Co haben viel verändert und ich möchte es nicht missen. Im Moment plane ich den nächsten Schritt. Wenn es soweit ist, dann an dieser Stelle mehr.

Corona hat den Umbau der Arbeitswelt beschleunigt. Der Untertitel des Buches Out of Office heißt dann auch folgerichtig: „Warum wir die Arbeit neu erfinden müssen“. Von Corona haben die Autoren damals 2015 natürlich nichts gewusst, aber sie hatten eine Ahnung, das eine Veränderung vor der Tür steht. Ich hoffe nur, dass unsere bundesdeutsche Gesellschaft diesen Veränderungsprozess mitgeht. Allerdings habe ich ein schlechtes Gefühl: Viele in meiner Umgebung wollen die Zeit vor März 2020 zurückdrehen.

Out of Office bei SAP
Vor kurzem meldete sich auch Cawa Younosi, Personalchef bei SAP Deutschland in einer Diskussionsrunde auf der didacta digital 2021 zum Thema Digitalisierung zu Wort. „Sie ist Fluch und Segen zugleich. Vieles wird niedrigschwelliger, wenn die technischen Grundvoraussetzungen vorhanden sind. Der Fluch ist, dass man darauf achten muss, sich nicht selbst aus zubeuten und zu wissen, wann man den Rechner runterfahren sollte.“ Interessant war die Antwort Cawa Younosis auf die Frage: Welche Entwicklungen aus der Pandemie werden sich langfristig durchsetzen? „Die Flexibilität im Hinblick auf den Arbeitsort wird zunehmen. Der Anteil der Arbeit, die nicht im Büro erbracht wird, wird nochmal steigen. Was sich ebenfalls fortsetzen wird, ist die Vermenschlichung der Arbeitswelt. Ich bin nicht mehr nur Cawa, sondern gleichzeitig Familienvater, vielleicht auch Hunde- oder Katzenbesitzer, man weiß, wie meine Wohnung aussieht. Kurz: Wir sind menschlicher geworden.“

Out of Office
Das Autorenduo Frank/Hübschen beschreibt ihre Version der Zukunft der Arbeit in einer Welt der kommerzialisierten Büroarbeit. Sie wissen natürlich, dass es die Welt des Handwerks, der Industrie, des Verkaufs gibt, aber sie kümmern sich in ihrem Buch um die spannenden Veränderungen der Büroarbeit. „Wir können nicht länger an einen Ort binden und von ihnen ihre Arbeits- und Schaffenskraft einfordern, ohne ihnen eine angemessene und individuelle Arbeitsumgebung zu schaffen.“ Interessant. Vertrauen ohne Überwachung – da würden einige meiner alten Überwachungschefs tot umfallen. Das bedeutet, dass Gespräche über Zielvorgaben nicht nur einmal Jahr stattfinden, sondern wie bei MS alle viertel Jahre projektbezogen. „Flexibles Arbeiten sollte auf einer gesunden Mischung aus Vertrauen, Kommunikation und Zielvereinbarung basieren.“

Die Autoren kritisieren den mangelnden Veränderungswillen von Unternehmen, die geprägt sind im Denken der industriellen Revolution und des Taylorismus. Doch die heutige Welt der Wissensarbeiter sieht anders aus und ist keine „organisierte Legehennenhaltung.“

So gehts: iPhone trotz Maske mit Apple Watch entsperren

28. April 2021

Diese Funktion der Kombi iPhone & Apple Watch habe ich in Corona-Zeiten wirklich gebraucht. Seit den Updates auf iOS 14.5 und WatchOS 7.4 ist es möglich trotz Maske das iPhone zu entsperren. Ein wirklich praktisches Feature in Corona-Zeiten. Und so geht es:
Voraussetzung ist freilich die vorherige Installation von iOS 14.5 und WatchOS 7.4. Um die Zusammenarbeit der mobilen Devices zu aktivieren, geht man wie folgt vor:


Am iPhone unter Einstellungen das Menü FaceID & Code aufrufen.

Dann seinen persönlichen Code eingeben:

Etwas runter scrollen und den Punkt Apple Watch von … aktivieren.

Nochmals aktivieren bestätigen

Es dauert ein paar Sekunden und die AppleWatch sollte natürlich in der Nähe sein. Dann ist alles bereit.

Maske aufziehen und testen. Und dennoch gilt: Abstand halten und bleibt gesund.

Digitalisierung: Amazon betreibt Friseursalon mit Folgen

27. April 2021

Amazon treibt die Digitalisierung voran und experimentiert auch in klassischen Marktsegmenten. Wie bekannt wurde, eröffnete Amazon in London einen 140 Quadratmeter großen Friseursalon – zunächst für eigene Mitarbeiter. Der Laden heißt Amazon Salon und befindet sich im Londoner Stadtteil Spitalfields. Er hat sieben Tage die Woche geöffnet und liegt neben der Hauptverwaltung von Amazon in Großbritannien. Dort sind 5000 Mitarbeiter beschäftigt, die nun zum hauseigenen Friseur gehen können. Promi-Friseurin Elena Lavagni arbeitet im Salon. Der Schnitt kostet hier zwischen 50 und 300 Euro.

Klingt witzig, dass der haarlose Jeff Bezos in Friseursalons investiert. Aber er hat nicht nur den modischen Haarschnitt seiner Mitarbeiter im Blick, es geht im ums Geld. Der Friseurmarkt bei uns ist in der Regel mittelständisch geprägt und neben schneiden, waschen, legen ist ein weiteres Geschäftsmodell des mittelständischen Friseurs der Verkauf friseurexklusiver Produkte. Diese sind in der Regel hochwertiger und teuerer als die Produkte in der Drogerie und der Verkauf ist über spezielle Einkaufsformen nur dem Friseur vorbehalten.

Dieses Geschäftsmodell kann Bezos jetzt aufbrechen in dem er als Amazon einen Friseursalon betreibt und als Friseur damit Zugriff auf friseurexklusive Produkte hat. Und über sein geniales Shopsystem kann er es an den Endkonsumenten weiterverkaufen – und wie man Amazon kennt in der Regel zu einem niedrigeren Preis. Marktverdrängung ist das Zauberwort.

Zudem will Amazon in dem Friseursalon neue Technologien ausprobieren. Welche dies in aller Konsequenz sind, darüber schweigt sich das Unternehmen freilich aus. Experimente mit Augmented-Reality-Bildschirme laufen bereits. So lässt sich via AR problemlos die Haarfarbe wechseln. Mal sehen, ob eine eigene AR-Brille hier eingesetzt wird.

In der Branche wird auch über „Point-and-learn“ (Zeige und lerne)-Technologie gesprochen. Kunden zeigen mit dem Finger auf Ware im Regal und lösen dabei eine Produktpräsentation auf einem Bildschirm in der Nähe aus. Klingt spannend und die Digitalisierung schreitet voran. Bleibt der mittelständische Friseur auf der Strecke? Er hat bisher keinen Zugriff auf solche Technologien, denn die Berater der Branche sind wohl noch nicht soweit, oder?

Bierverkostung von schwäbischen Brauereien in YouTube live zum Tag des Bieres

26. April 2021

Die Digitalisierung treibt interessante Blüten. So nahm ich am Wochenende im Zuge des Tages des deutschen Bieres an einer virtuellen Bierverkostung teil. Fünf schwäbische mittelständische Brauereien haben sich zusammengeschlossen und ihre Biere online via YoTube vorgestellt. Mit dabei waren die Brauerei Schmid Biberach, die Engelbrauerei Waldstetten, die Klosterbrauerei Ursberg, Kreisheimatstube Stoffenried, die Schlossbrauerei Autenried und die Radbrauerei Günzburg.

Bierverkostung digital

In Zeiten des Lockdowns und der Pandemie wurden die Brauer kreativ. Über die Website der Radbrauerei Günzburg konnte man die entsprechenden Biere der teilnehmenden Brauereien im Online-Shop ordern, die per Paket rechtzeitig zu mir nach Hause kamen. 250 Pakete wurden aus Schwaben verschickt, einige wurden direkt in Günzburg abgeholt. Wer angemeldet war, erhielt rechtzeitig einen nicht gelisteten YouTube-Link.

Countdown

Digitale Verkostung
Am Sonntag um 19:30 Uhr war es so weit. Der Countdown zählte in YouTube live herunter. Meine Frau und ich machten es uns vor dem iPad bequem, die Biere warteten im Kühlschrank gekühlt auf ihren Einsatz. Gläser standen bereit, Knabbergebäck gab es auch – es konnte losgehen. Moderiert wurde die Veranstaltung von Georg L. Bucher (Radbrauerei Günzburg) und Martin Wörner (Schlossbrauerei Autenried). Sie machten ihre Sache ausgezeichnet. Die Brauer der anderen Brauereien wurden via Zoom zugeschaltet. Ausführlich, aber immer interessant wurde das Brauverfahren, die Philosophie des Brauens und die Geschichte der Brauereien erklärt. Zudem gab es Informationen zum jeweiligen Bier, das gemeinsam verkostet wurde.

Im Chat wurde Fragen gestellt, Grüße verschickt, kulinarische Tipps gegeben und auch mal herumgeblödelt – so wie online Veranstaltungen halt sind. Da meine Frau aus Bayerisch-Schwaben kommt, übersetzte sie dann und wann schwäbische Volksweisen. So in einem Fall als ein Online-Teilnehmer zugab, im ICE auch mal ein Bitburger zu trinken, und vom Teilnehmer Gandalf die humorvolle Antwort bekam: „Schwätz mer koin Roschd ans Mopped na“ Übersetzt etwa: Erzähl keinen Unsinn.
Trinken für einen guten Zweck lautete auch das Motto. Die Biere wurden von den Brauereien kostenlos zur Verfügung gestellt. Den Reinerlös spendet man an die Kartei der Not! Und so kamen 1500 Euro zusammen. Respekt für dieses Engagement, die Idee einer digitalisierten Verkostung und nach Corona werde ich die schwäbischen Biere einkaufen.

Harter Lockdown geht weiter und damit auch Homeoffice

5. Januar 2021

Der harte Lockdown geht weiter, die Ausgangssperren bei uns bleiben und damit auch für viele meiner Freunde und Nachbarn das Thema Homeoffice. Als Selbstständiger kenne ich die Arbeit vom heimischen Arbeitszimmer und ich weiß auch, dass es eine gewisse Disziplin benötigt. Daher habe ich meinen Schreibtisch im Heimbüro perfekt eingerichtet und arbeite auch nicht vom Küchentisch aus.

HomeOffice – mein Schreibtisch.

Im Jahr 2020 haben doppelt so viele Berufstätige wie im Vorjahr mobil oder von zu Hause aus gearbeitet: 32 Prozent der Befragten nutzten Telearbeit, Homeoffice oder mobiles Arbeiten. Bei den Berufstätigen mit Bürojob liegt der Anteil sogar bei rund 60 Prozent – auch dies ist eine Verdoppelung im Vergleich zum Vorjahr. Diesen deutlichen Corona-Effekt beim Homeoffice zeigt die Studie D21-Digital-Index 2020/2021 der Initiative D21, gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und durchgeführt von Kantar.

Arbeitsalltag verändert sich
Sowohl bei Homeoffice-Erfahrenen als auch bei bisherigen Nicht-Nutzer hat die Corona-Pandemie den Arbeitsalltag stark verändert: 34 Prozent der im Homeoffice Arbeitenden sind Erstnutzer, die im Zuge der Pandemie erstmals von dieser Möglichkeit Gebrauch machten. Von den erfahrenen Nutzer haben 38 Prozent in Folge der Pandemie mehr Homeoffice gemacht als vorher. Ob Neuling oder Routinier – die Mehrheit der Nutzer (59 Prozent) fand die Arbeit im Homeoffice teilweise effizienter, weil es weniger Ablenkung gab. Die große Mehrheit fühlt sich von den Arbeitgeber beim Umstieg ausreichend unterstützt (64 Prozent). Einen großen Vorteil des Homeoffice sehen 63 Prozent der befragten Berufstätigen in Bürotätigkeit in der größeren Flexibilität bei der Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben.

Krise wird zur Chance
„Das mobile Arbeiten hilft Unternehmen aktuell dabei, arbeitsfähig zu bleiben und die Gesundheit der Beschäftigten zu schützen. Die Krise wird so auch zur Chance: Firmen und Behörden bauen im Eiltempo die notwendige Infrastruktur auf und können so zukünftig flexibler agieren. Das macht die deutsche Wirtschaft widerstandsfähiger“, sagt Thomas Jarzombek, Beauftragter des Bundeswirtschaftsministeriums für Digitale Wirtschaft und Start-ups. Und das gilt auch bei uns zu Hause: Wenn zwei Kinder Homeschooling machen und auch meine Frau mal von zu Hause arbeitet, dann geht unser Internet in die Knie. Wir haben nicht das Problem der digitalen Endgeräte, wir haben das Problem der Bandbreite. So arbeite ich oft über LTE als über LAN.

Auch künftig mehr Homeoffice
Mehr als jede/r dritte Berufstätige mit Bürojob will zukünftig überwiegend im Homeoffice arbeiten
Mit Blick auf die Zukunft nach der Corona-Pandemie möchten 36 Prozent der befragten Berufstätigen mit Bürojob künftig mindestens die Hälfte der Arbeitszeit von zu Hause aus arbeiten. Von den Befragten mit Homeoffice-Erfahrung kann sich sogar mehr als die Hälfte vorstellen, den Anteil auszubauen. 51 Prozent wünschen sich mindestens die Hälfte ihrer Arbeitszeit als Homeoffice. Unter den befragten Führungskräften (aus allen Branchen und Tätigkeiten) gab dagegen nur jede vierte Person (25 Prozent) den Wunsch an, dass ihre Mitarbeiter nach der Corona-Krise mehr im Homeoffice arbeiten sollten als vorher. „Beim Anteil des Homeoffice herrschen unterschiedliche Vorstellungen zwischen Führungskräften und Nicht-Führungskräften. Das digitale Arbeiten wird zum Kulturwandel im Berufsleben führen, der alle Beteiligten in den nächsten Jahren herausfordern wird“, so Initiative D21-Präsident Hannes Schwaderer. Diese Aussage kann ich nur anstreichen und dann aus Erfahrungen meiner Festanstellungen unterstreichen. Schlechte Führungskräfte wollen überwachen und wollen wichtig sein. Sie leiden unter Homeoffice, weil sie nicht präsent sein können. Solche Führungskräfte brauche ich nicht. „Die Erfahrungen der Berufstätigen im Corona-Jahr 2020 zeigen, dass die Barrieren für Homeoffice in der Vergangenheit weniger in der Hardware lagen als in den Köpfen vieler Führungskräfte.“

Software-Lösungen bringen Durchbruch fürs digitale Arbeiten
74 Prozent der Befragten, die während der Corona-Pandemie zu Hause arbeiteten, bewerteten die technische Ausstattung durch ihr Unternehmen als ausreichend. Während sich die Ausstattung mit Laptop (49 Prozent) oder Smartphone (23 Prozent) während der Pandemie kaum veränderte (+3 bzw. +1 Prozentpunkte), nahm die Bedeutung von Möglichkeiten zur sicheren mobilen (Zusammen-)Arbeit stark zu. Der Anteil der Berufstätigen mit Bürojob, denen das Unternehmen einen Fernzugang/VPN, einen Videokonferenzdienst oder Kollaborationstools zur Verfügung gestellt hat, hat sich jeweils verdoppelt. Die Ausstattungsquote stieg sowohl beim Fernzugang/VPN als auch bei Videokonferenzdiensten auf 33 Prozent (+ 17 Prozentpunkte) sowie bei Kollaborationstools für gemeinsames Arbeiten in Dokumenten auf 26 Prozent (+15 Prozentpunkte). Es gibt allerdings auch Unternehmen, die monatelang mit der Bestellung von Webcams warten in der Hoffnung, dass die Rückkehr ins Büro vielleicht doch wieder bevorsteht.