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Harter Lockdown geht weiter und damit auch Homeoffice

5. Januar 2021

Der harte Lockdown geht weiter, die Ausgangssperren bei uns bleiben und damit auch für viele meiner Freunde und Nachbarn das Thema Homeoffice. Als Selbstständiger kenne ich die Arbeit vom heimischen Arbeitszimmer und ich weiß auch, dass es eine gewisse Disziplin benötigt. Daher habe ich meinen Schreibtisch im Heimbüro perfekt eingerichtet und arbeite auch nicht vom Küchentisch aus.

HomeOffice – mein Schreibtisch.

Im Jahr 2020 haben doppelt so viele Berufstätige wie im Vorjahr mobil oder von zu Hause aus gearbeitet: 32 Prozent der Befragten nutzten Telearbeit, Homeoffice oder mobiles Arbeiten. Bei den Berufstätigen mit Bürojob liegt der Anteil sogar bei rund 60 Prozent – auch dies ist eine Verdoppelung im Vergleich zum Vorjahr. Diesen deutlichen Corona-Effekt beim Homeoffice zeigt die Studie D21-Digital-Index 2020/2021 der Initiative D21, gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und durchgeführt von Kantar.

Arbeitsalltag verändert sich
Sowohl bei Homeoffice-Erfahrenen als auch bei bisherigen Nicht-Nutzer hat die Corona-Pandemie den Arbeitsalltag stark verändert: 34 Prozent der im Homeoffice Arbeitenden sind Erstnutzer, die im Zuge der Pandemie erstmals von dieser Möglichkeit Gebrauch machten. Von den erfahrenen Nutzer haben 38 Prozent in Folge der Pandemie mehr Homeoffice gemacht als vorher. Ob Neuling oder Routinier – die Mehrheit der Nutzer (59 Prozent) fand die Arbeit im Homeoffice teilweise effizienter, weil es weniger Ablenkung gab. Die große Mehrheit fühlt sich von den Arbeitgeber beim Umstieg ausreichend unterstützt (64 Prozent). Einen großen Vorteil des Homeoffice sehen 63 Prozent der befragten Berufstätigen in Bürotätigkeit in der größeren Flexibilität bei der Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben.

Krise wird zur Chance
„Das mobile Arbeiten hilft Unternehmen aktuell dabei, arbeitsfähig zu bleiben und die Gesundheit der Beschäftigten zu schützen. Die Krise wird so auch zur Chance: Firmen und Behörden bauen im Eiltempo die notwendige Infrastruktur auf und können so zukünftig flexibler agieren. Das macht die deutsche Wirtschaft widerstandsfähiger“, sagt Thomas Jarzombek, Beauftragter des Bundeswirtschaftsministeriums für Digitale Wirtschaft und Start-ups. Und das gilt auch bei uns zu Hause: Wenn zwei Kinder Homeschooling machen und auch meine Frau mal von zu Hause arbeitet, dann geht unser Internet in die Knie. Wir haben nicht das Problem der digitalen Endgeräte, wir haben das Problem der Bandbreite. So arbeite ich oft über LTE als über LAN.

Auch künftig mehr Homeoffice
Mehr als jede/r dritte Berufstätige mit Bürojob will zukünftig überwiegend im Homeoffice arbeiten
Mit Blick auf die Zukunft nach der Corona-Pandemie möchten 36 Prozent der befragten Berufstätigen mit Bürojob künftig mindestens die Hälfte der Arbeitszeit von zu Hause aus arbeiten. Von den Befragten mit Homeoffice-Erfahrung kann sich sogar mehr als die Hälfte vorstellen, den Anteil auszubauen. 51 Prozent wünschen sich mindestens die Hälfte ihrer Arbeitszeit als Homeoffice. Unter den befragten Führungskräften (aus allen Branchen und Tätigkeiten) gab dagegen nur jede vierte Person (25 Prozent) den Wunsch an, dass ihre Mitarbeiter nach der Corona-Krise mehr im Homeoffice arbeiten sollten als vorher. „Beim Anteil des Homeoffice herrschen unterschiedliche Vorstellungen zwischen Führungskräften und Nicht-Führungskräften. Das digitale Arbeiten wird zum Kulturwandel im Berufsleben führen, der alle Beteiligten in den nächsten Jahren herausfordern wird“, so Initiative D21-Präsident Hannes Schwaderer. Diese Aussage kann ich nur anstreichen und dann aus Erfahrungen meiner Festanstellungen unterstreichen. Schlechte Führungskräfte wollen überwachen und wollen wichtig sein. Sie leiden unter Homeoffice, weil sie nicht präsent sein können. Solche Führungskräfte brauche ich nicht. „Die Erfahrungen der Berufstätigen im Corona-Jahr 2020 zeigen, dass die Barrieren für Homeoffice in der Vergangenheit weniger in der Hardware lagen als in den Köpfen vieler Führungskräfte.“

Software-Lösungen bringen Durchbruch fürs digitale Arbeiten
74 Prozent der Befragten, die während der Corona-Pandemie zu Hause arbeiteten, bewerteten die technische Ausstattung durch ihr Unternehmen als ausreichend. Während sich die Ausstattung mit Laptop (49 Prozent) oder Smartphone (23 Prozent) während der Pandemie kaum veränderte (+3 bzw. +1 Prozentpunkte), nahm die Bedeutung von Möglichkeiten zur sicheren mobilen (Zusammen-)Arbeit stark zu. Der Anteil der Berufstätigen mit Bürojob, denen das Unternehmen einen Fernzugang/VPN, einen Videokonferenzdienst oder Kollaborationstools zur Verfügung gestellt hat, hat sich jeweils verdoppelt. Die Ausstattungsquote stieg sowohl beim Fernzugang/VPN als auch bei Videokonferenzdiensten auf 33 Prozent (+ 17 Prozentpunkte) sowie bei Kollaborationstools für gemeinsames Arbeiten in Dokumenten auf 26 Prozent (+15 Prozentpunkte). Es gibt allerdings auch Unternehmen, die monatelang mit der Bestellung von Webcams warten in der Hoffnung, dass die Rückkehr ins Büro vielleicht doch wieder bevorsteht.