HomeOffice: Wir packen unsere sieben Sachen

Seit heute heißt es wieder: Ab ins Büro

Seit heute packen meine Nachbarn ihre sieben Sachen und kutschieren wieder ins Büro. Die HomeOffice-Pflicht für Unternehmen endet am 1. Juli und scheinbar viele Arbeitgeber bestehen darauf, dass der Mitarbeiter wieder brav im Büro sitzt. Gearbeitet wird schließlich nur, wer im Büro anwesend ist, so das Denken so mancher Abteilungsleiter und Chefs. Das zeigt, welches Menschen- und Mitarbeiterbild hier vorherrscht.

HomeOffice ist für mich als selbstständiger Kopfwerker keine Ausnahme, sondern die Regel. Daher sehe ich vieles vielleicht durch eine subjektive Brille. Ich muss nur raus, wenn ich zu Seminaren oder Beratungen vor Ort muss, die per Web nicht gewünscht sind. Aber bei meinen Gesprächen habe verschiedene Eindrücke gewinnen können: Mitarbeiter waren zu Hause ausgeglichener, wenn sie sich zum Arbeiten zurückziehen konnten. Ein Nachbar zog mit seinem Laptop ins Dach. Ein anderer zog sich in seinen Wohnwagen zurück, der vor dem Haus parkte. Viele haben es genossen, sich zu Hause nach einer Tasse Kaffee vor den Rechenknecht zu setzen und sich die zum Teil enormen Anfahrtswege zur Arbeit gespart. Die Lebensqualität hat für einige deutlich zugenommen. Ich stelle heute eine deutliche Verkehrszunahme fest, nachdem die HomeOffice-Pflicht weggefallen ist: Die Straßen und der ÖPNV sind voller.

Work-Life-Balance war im HomeOffice kein Fremdwort mehr. Man hatte mehr Zeit für die Familie, für seine Hobbies, war ausgeglichener und – was nicht zu unterschätzen ist – man hat ausgewogener gegessen.
Meine Nachbarn erzählten mir, dass sie auch leistungsfähiger waren und deutlich effektiver. Die Ablenkungen waren zu Hause deutlich geringer als im Büro, wenn der nervige Kollege von nebenan etwas will.
Allerdings ist auch klar: HomeOffice klappt nur, wenn die Rollen in der Familie geklärt sind und jeder seinen Beitrag leistet: Kinder, Küche und Kehrwoche darf nicht an einer Person hängen bleiben. Und HomeOffice klappt nur bei einer digitalen Infrastruktur. Auch wir zu Hause haben technisch aufgerüstet und die Bandbreite erhöht, weil zum Teil bis zu vier Personen das Netz nutzen mussten.

Subjektive Eindrücke contra Umfragen
Ich werfe mal einen Blick auf die veröffentlichte Meinung. Nach dem Auslaufen der Homeofficepflicht wollen einer DAK-Bayern-Studie zufolge 90 Prozent auch künftig mindestens ein Viertel ihrer Arbeitszeit daheim ableisten. 46 Prozent wollen höchstens zur Hälfte, zehn Prozent fast gar nicht mehr ins Büro zurück. Während der zweiten Corona-Welle waren laut DAK rund 40 Prozent der Beschäftigten in Bayern im Homeoffice – bei hoher Arbeitszufriedenheit und Produktivität.

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