Archive for Oktober 2012

Die fünf neuen E-Government Nutzertypen

19. Oktober 2012
Unterschiedliche Nutzer.

Unterschiedliche Nutzer.

 

Digitale E-Government Pragmatiker sind von den Vorteilen der Online-Bürgerdienste überzeugt: 100 Prozent nutzen bereits E-Government-Angebote, über 60 Prozent haben schon die Online-Steuererklärung ELSTER genutzt. Sie haben Vertrauen in die technische Kompetenz der Verwaltung, das sich auch auf positiven Erfahrungen mit der Verwaltung gründet. Digitale E-Government Pragmatiker sind in der digitalen Welt angekommen, sie nutzen zu 92 Prozent gerne das Internet.

Sehr zufrieden mit dem Online-Angebot der Verwaltung sind auch die Mobilen E-Government Pragmatiker. Bereits 85 Prozent nutzen E-Government und 60 Prozent die elektronische Steuererklärung ELSTER. 91 Prozent nutzen das Internet mehrmals täglich, 97 Prozent haben Spaß an der Internetnutzung. Entsprechend sind den Mobilen E-Government Pragmatikern Risiken im Bereich Datensicherheit und Datenschutz (37 Prozent) bewusst, auch sehen sie im Vergleich mit anderen Online-Angeboten durchaus Nachholbedarf bei Durchgängigkeit (58 Prozent) und Nutzerführung (40 Prozent).

Die Prädigitalen E-Government Desinteressierten zeichnen sich durch eine deutlich unterdurchschnittliche E-Government-Nutzung aus: Nur zehn Prozent nutzen Online-Bürgerdienste. Wesentlich für dieses Desinteresse scheint die geringe Nutzenerwartung dieser Gruppe zu sein: Die vermuteten Vorteile von Online-Bürgerdiensten wie etwa ELSTER liegen bei dieser Gruppe auf dem niedrigsten Niveau.

Auch die Digitalen (E-)Government Skeptiker sind überdurchschnittlich zurückhaltend: Nur 28 Prozent von ihnen nutzen Online-Bürgerdienste. 38 Prozent sagen von sich, dass sie zufrieden mit dem E-Government-Angebot ihrer Stadt oder Kommune sind. Das ist der niedrigste Wert in allen Gruppen. Der mobile Zugriff auf Bürgerdienste wird mehrheitlich als eher unwichtig erachtet. Gleichzeitig sind diese Nutzer in der digitalen Welt grundsätzlich angekommen: sie nutzen zu knapp 90 Prozent gerne das Internet.

Digitale E-Government Unkundige haben bereits zu 75 Prozent Erfahrung mit

E-Government-Angeboten gesammelt. Sie sind sich dessen allerdings nicht bewusst, da sie mit den Begrifflichkeiten offenbar nicht vertraut sind. Dennoch sind sie am Online-Angebot der Verwaltung interessiert und wollen dies zukünftig nutzen. Wichtigste Hindernisse für eine intensivere Nutzung waren für 59 Prozent bislang die mangelnde Durchgängigkeit von Angeboten und für 55 Prozent eine unzureichende Hilfestellung. Nicht nur der PC als Endgerät, auch mobile Endgeräte wie Smartphones oder Tablets werden von 60 Prozent dieser Gruppe als zunehmend wichtig für E-Government angesehen.

Die komplette Studie gibt es hier zum Download.

Social Media: Facebook ist für Friseure geschaffen

18. Oktober 2012

„Facebook ist für Friseure geschaffen“ – besser als Friseurmeister Albert Bachmann aus Roßtal kann man es nicht ausdrücken. Auf einem Seminar des Landesinnungsverbandes des bayerischen Friseurhandwerks in Kooperation mit der Hanns Seidel Stiftung zeigte ich Friseuren aus Bayern die Chancen und Risiken von Social Media. Aufbauend auf meinem Buch „Social Media für Friseure“ erarbeiteten wir zusammen Strategien für die Nachwuchswerbung in einzelnen Salons. Neben dem Einsatz von Facebook wollen die Friseure vor allem auf Bewegtbild, sprich YouTube, setzen. Was vielen Mittelständlern nicht bewusst war, ist die Tatsache, dass sie keine Fernsehausrüstung brauchen, um Filme zu drehen. Ein Smartphone reicht aus, um ansehnliche Ergebnisse zu produzieren. In meinen Fall waren es iPhone 5 und das neue iPad. Die komplette Produktion findet auf dem mobilen Device statt:

Als Schnittsoftware verwende ich iMovie und Pinnacle Studio, das frühere Avid Studio. Der GEMA-freie Sound wird von GarageBand erzeugt oder ich habe ein paar Dateien von DOSCH Audio geladen. Die Sounds sind ideal für Videoproduktionen und werden in iTunes abgespeichert.

Wichtig bei YouTube sind die Tags, also die Stichworte unter denen das Video gefunden werden soll. Ich riet meinen Seminarteilnehmern kreativ zu sein und sich in die Rolle des Suchenden hineinzuversetzen. Nicht der Fachmann sucht in YouTube, sondern jeder. Also sollte man es den Suchenden so einfach wie nur möglich machen. Derzeit werden über 35 Stunden Videomaterial pro Minute bei YouTube hochgeladen. Um hier gefunden zu werden, braucht es eine aussagekräftige Überschrift, einen werbefreien Einführungstext und eben diese Tags.

Dabei reicht es nicht, nur ein Video zu drehen und bei YouTube einzustellen. Vielmehr muss der Friseurunternehmer vernetzt sein. Das Video wird dann beispielsweise in Facebook gepostet, um die Freunde noch besser zu erreichen.

Auf jeden Fall hat das zweitägige Seminar meinen Kunden einiges gebracht. Die ersten Videos von Friseursalons wurden bereits bei YouTube eingestellt.

 

Social Media: Live-Streaming von der HAARE PK

17. Oktober 2012
Mit dem iPad im Chat und dem MacBook Pro live den Stream verfolgt.

Mit dem iPad im Chat und dem MacBook Pro live den Stream verfolgt.

Gestern fand in Nürnberg die Pressekonferenz zur HAARE 2012 statt. Die HAARE ist die wichtigste regionale Friseurmesse in Deutschland. Rund 15.000 Friseure aus ganz Deutschland pilgern am 21./22. Oktober zur NürnbergMesse und informieren sich über neue Trends in der Branche. Um ein bisschen Werbung für die Fachveranstaltung zu machen, haben wir die Pressekonferenz live ins Netz übertragen. Der Hammer oder?

Erfolgreich lief die PK zur HAARE ab - vor Ort in Nürnberg und im Netz.

Erfolgreich lief die PK zur HAARE ab – vor Ort in Nürnberg und im Netz.

Wer jetzt meint, dass wir auf große Broadcast-Ausrüstung gesetzt haben, der irrt sich komplett. Ausgestattet mit einem iPhone, einem Stativ, einem Mikrofon und einem WLAN-Hotspot war eine Kollegin in Nürnberg vor Ort und streamte die Pressekonferenz live ins Netz. Als Plattform nutzen wir qik. Natürlich geht es auch deutlich professioneller (und auch teuerer), aber wir waren mit unserer kleinen Lösung vollauf zufrieden. Und der Kunde, der Landesinnungsverband des bayerischen Friseurhandwerks, auch. Damit ist der LIV Friseure Bayern meines Wissens der erste Friseurverband, der solch ein Live-Streaming durchgeführt hat. Der bayerische Verband ist in Sachen Social Media ganz weit vorne (schließlich haben die ja auch ein Buch von mir zum Thema herausgebracht).

Die Zuschauerschaft war noch übersichtlich aber das war gar nicht das Ziel. Es sollte gezeigt werden, dass mit wenig Finanzeinsatz im Web 2.0-Zeitalter enorm viel möglich ist. Auf das Tun kommt es an. Über die technische Qualität lässt sich diskutieren, dennoch ging der Stream in HD raus. Mir kam da wieder der Spruch von Steve Jobs in Erinnerung: „Real Artists ship.“

Beim verwendeten Mikro handelte es sich um ein iRig Mic. Es hat sich bei mir als Hand-Kondensator-Mikrofon für iOS-Geräte hervorragend bewährt. Das robuste, strapazierfähige Metallgehäuse liegt gut in der Hand, bzw. steckt im Mikro-Ständer. Das iRig Mic verfügt über eine hoch unidirektionale Kondensator-Elektret-Mikrofonkapsel für Aufnahmen aus der Nähe und der Ferne. Dank dem dualen Minianschluss ist ein Monitoring in Echtzeit möglich. Über den 3-Stufen-Schalter kann das iRig Mic direkt an sämtliche Schalldruckpegel angepasst werden – von leisem Sprechen bis zu lauter Musik. Das Einrichten für die Aufnahme einer beliebigen Tonquelle auf der Pressekonferenz war simpel.

Das Tamrac Zip Shot leistet mir gute Dienste.

Das Tamrac Zip Shot leistet mir gute Dienste.

Als Stativ diente ein Tamrac Zip Shot. Das Ding ist superleicht. Das war wichtig, weil die Kollegin in Nürnberg mit dem Zug fahren und daher nichts schleppen wollte. Das Stativ wiegt nur 300 Gramm und ist in Sekunden aufgestellt. Natürlich ist das kein Pro-Stativ, aber es passt in die Handtasche, wiegt nichts und ist sofort einsatzbereit. Im Grunde habe ich das Stativ bei Bergtouren im Einsatz, aber auch für diesen Zweck hat es wunderbar ausgereicht.

Das iPhone liefert eine genügend ausreichende Bildqualität. Die JVC-Kameras konnten zu Hause bleiben. Schwenken und Zoomen waren Nebensache, sondern es ging, wie bereits geschrieben, um das Machen. Vor der Veranstaltung wurde über verschiedene Facebook-Seiten wie Verbands- und Messeseite geworben. Via Twitter wurden zusätzlich Leute auf den Stream aufmerksam gemacht. Es hat sich hier wieder gezeigt, die Web 2.0-Werkzeuge sind vorhanden. Es gilt es nur, sie anzuwenden.

3D boomt, ich garantiere es euch

16. Oktober 2012

Das Thema 3D boomt. Seit Jahren arbeite ich für diese interessante Branche und ich bekomme viele Anzeichen, dass 3D langsam aus dem Nischendasein heraustritt. Vielfältig sind die Anzeichen, dass sich mehr und mehr Menschen für den Beruf des 3D-Arists und was damit zusammenhängt interessieren. Ein Anzeichen ist sicherlich der Erfolg, den die deutsche 3D-Schmiede Pixomondo für sich verbuchen kann. Oscar und Emmy gingen nach Deutschland, was will man mehr. Einher geht die Werbung für die 3D-Branche. Wir haben hervorragende Firmen wie Trixter, Mackevision, RTT oder Scanline. Wunderbar sind auch die Arbeiten von Breitbild VFX.

Als ehemaliger Chefredakteur der 3D-Magazine DIGITAL PRODUCTION und Creative Live und Projektleiter sowie Moderator des animago AWARDs macht es Spaß sich mit Kollegen auszutauschen und zu sehen, wie neue Formate entstehen. Als hervorragendes Beispiel will ich das neue DOSCH Creative-Guide Magazin nennen. Hier sind hilfreiche Workshops, interessante Interviews und Schulvorstellungen, spannende Firmenporträts, sowie Praktika-Angebote (bei PORSCHE Design) enthalten. Wer eine Papierausgabe kostenlos erhalten will, sollte eine eMail mit seiner Postadresse an diese Adresse dosch@doschcreativeguide.com senden. Ich kenne Firmenchef Sebastian Dosch seit langem und er macht einen hervorragenden Job. Die DOSCH DESIGN Kommunikationsagentur GmbH bietet unter einem Dach seit 1995 ein umfangreiches Leistungsspektrum im Bereich der „Visuellen Kommunikation“ – spezialisiert auf die Bereiche Industrie-Design, Marketing, 3D-Design und 3D-Visualisierung.

Auch auf Seiten der Industrie tut sich was. Maxon als deutscher Hersteller der 3D-Software Cinema 4D stellt sich weiterhin wacker der Herausforderung des US-Herstellers Autodesk. Autodesk selbst hat wieder gemerkt, wie wichtig der deutsche Markt ist und mit Christoph Sahner endlich wieder einen Pressesprecher für DACH eingestellt, nachdem die Amerikaner immer nur Personal abgebaut haben. Der deutsche Markt lässt sich nicht von GB aus steuern. Aber zurück zu Maxon. Kurz nach Ankündigung der neuesten Cinema 4D-Version mit Funktionen wie Sculpting, Kamera-Matching und NUKE-Anbindung, kündigt Maxon auch die weltweite Verfügbarkeit dieses Release für Studenten an. Die im Sommer bereits in einigen ausgewählten Ländern gestartete Ausbildungs-Offensive geht damit in die nächste Runde. „Studierende der verschiedensten Fachbereiche profitieren von unserer kostenlosen Studentenversion“, sagte mir Harald Egel, Mitgründer und CEO bei Maxon. „Wir freuen uns, nun erstmals Studenten weltweit die Möglichkeit geben zu können, mit Cinema 4D kostenlos in die 3D-Welt einzusteigen und ihre kreativen Arbeiten auf den nächsten Level zu bringen.“

Der Funktionsumfang der Studentenversion unterscheidet sich dabei nur marginal von dem Paket, mit dem Profis weltweit Highend-Produktionen abwickeln. Studenten erhalten eine Spezialversion von Cinema4D R14 Studio, mit sämtlichen Features wie physikalischer Render-Engine, Hair, MoGraph, Sketch and Toon, Werkzeugen zur Charakteranimation und Bibliotheken mit Objekten und Materialien. Wer die Software erlernen will, dem empfehle ich ausdrücklich das Buch von Arndt von Koenigsmarck. Ich habe darüber ausführlich geschrieben.

Ein weiteres Merkmal für den Erfolg von 3D ist das Aufkommen von neuen Lehr- und Studiengängen. Etabliert haben sich u.a. die hervorragenden Ausbildungen in Ludwigsburg und Konrad Wolf in Berlin. Auch die SAE bietet eine gute Ausbildung in diesem Bereich. Fortbildungen gibt es u.a. bei Meilenstein digital und vielen mehr. Neu ist beispielsweise die Studiengemeinschaft Darmstadt (SGD). Hier stattet man einen berufsbegleitenden Fernlehrgang „3D-Designer/in“. Animation, Simulation, Manipulation

Im Fokus des Lehrgangs steht das praxisnahe Arbeiten mit Maya. Hier lernen die Kursteilnehmer zunächst die Grundlagen sowie Funktionen der Software kennen. Im weiteren Kursverlauf eignen sich die Teilnehmer beispielsweise auch Wissen zu den Instrumenten des Modellings, zur Rendering-Methode oder den Script-Sprachen an. Anhand zahlreicher praktischer Übungen erproben und vertiefen sie die Techniken der Textur- und Shader-Erzeugung sowie die richtige Anwendung der Animationswerkzeuge. „Nach Lehrgangsende beherrschen die Teilnehmer das kreative Arbeiten mit Autodesk Maya, erwecken virtuelle Welten zum Leben oder setzen Produkte unterschiedlichster Unternehmen effektvoll und innovativ in Szene“, so die Studiengemeinschaft Darmstadt. Das möchte ich zwar ausdrücklich bezweifeln, dass die Anwender nach dem 14monatigen Fernlehrgang Maya beherrschen, aber es ist ein richtiger Schritt in die richtige Richtung.

Das sind alles kleine Mosaiksteinchen, die aber ein großes Ganzes ergeben. Es macht Spaß mit dieser kommenden Boombranche zu arbeiten. Es geht voran.

BH im Star Trek-Uniform-Look

15. Oktober 2012

Ja, ich bin etwas seltsam, denn mir gefällt Star Wars und Star Trek. Normalerweise ist man Fan einer Serie, ich bin aber Fan von beiden. Und als Trekkie habe ich etwas entdeckt, was ich gerne meiner Frau schenken würde. Aber ich trau mich nicht.

Es handelt sich um einen Star Trek-Unterwäsche, speziell einen Star Trek-BH. Das Teil ist im Uniform-Stil gehalten, mit Acrylfarbe handbemalt, waschbar und hat auch – ganz wichtig – einen Communicator auf der Brust. Die wichtigsten Standardgrößen sind vorrätig, darunter 32A, 32B, 32C, 32D, 34A, 34B, 34C, 34D, 36A, 36B, 36C, 36D, 38B, 38C, 38D, 38DD und mehr. Das Teil kostet 35 US-Dollar plus 9 US-Dollar Versand. Gesehen hab ich es bei etsy.

Ich bin mir nicht sicher, ob es der Gattin gefällt. Ich finds witzig, aber ich weiß nicht, ob die Ehefrau auf die Sternenflottenuniform steht. Was denkt ihr?

Social Media: Ausbildungsplatz: Recruiting über soziale Netzwerke

14. Oktober 2012

Der Fachkräftemangel ist da. Auch wenn es viele mittelständische Unternehmer noch nicht wahrhaben wollen, haben viele Firmen das Problem, Fachkräfte zu finden. Ebenso gravierend ist der Mangel an Bewerbern für Ausbildungsplätze. Lehrstellen bleiben unbesetzt, vor allem im Handwerk.

Ich plädiere für ein Recruiting auch über soziale Netzwerke. Natürlich dürfen wir uns kurzfristig keine Wunder erwarten. Ein Hinweis in sozialen Netzwerken und schon ist die Stelle besetzt – das ist Quatsch. Was ich bemerke, dass Online-Stellenbörsen den klassischem Stellenmarkt in der Tageszeitung schon längst den Rang abgelaufen haben. Recruiting im Web 2.0 geht noch einen Schritt weiter, klappt aber nur, wenn das Unternehmen vernetzt ist. Social Media ist ein Teil der Gesamtkommunikation eines Unternehmens. Nach einer Befragung der Berater von Kienbaum wird Social Media aber nur zögerlich für das Recruiting eingesetzt. IT-Berufe und Ingenieure stehen an der Spitze, gefolgt von Vertriebler und Forschung.

Doch Facebook und Co sind längst nicht mehr die Netzwerke von IT-Geeks, sondern ein neues Massenmedium. Wenn ich Vorträge an Schulen und Universitäten halte, dann sind die jungen Menschen nahezu zu 100 Prozent in sozialen Netzwerken vertreten. Die meisten freilich sind in Facebook unterwegs, einige in Xing/Linkedin und ein paar in Twitter. Google Plus und Pinterest sind kaum vertreten. Ist ein Unternehmen mit seiner Suche nach einem Lehrling in den sozialen Netzwerken präsent, dann sind meines Erachtens die Chancen hoch, beachtet zu werden. Aber vernetzt muss man sein.

Bewährt hat sich vor allem YouTube. Durchs Netz sind die Spots von BMW, Edeka oder der Sparda Bank gegangen und sie wurden belächelt. Mir persönlich gefallen die Spots eher nicht, was aber vor allem an der Musik liegt. Aber ich bin auch nicht Zielgruppe.

Bei vielen meiner Vorträge haben sich Jugendliche die Links der vorgestellten Videos geben lassen, vielleicht um sich über die Videos zu amüsieren, vielleicht um sie weiter zu versenden, vielleicht um sich zu bewerben. Der Marketingfaktor Aufmerksamkeit ist auf jeden Fall erreicht. Das funktioniert aber nicht sofort. Es müssen vorher Freunde gesammelt werden. Als Unternehmer kann ich meine vorhandenen Auszubildenden bitten, Fan der Firmenseite zu werden. Zwingen kann ich sie freilich nicht, Und ich kann die jungen Leute bitten, ab und zu einen Link ihres Arbeitgebers zu teilen. Da Auszubildende super vernetzt sind, steigt die Reputation in den sozialen Netzwerken und die Chance, den freien Ausbildungsplatz zu besetzen.

Interessant ist für mich die Aktion des Getränkeverpackungsherstellers Krones, der junge Auszubildende vor die Kamera holt und über ihren Job erzählen lässt. So manche junge Dame kann sich mit der abgefilmten Azubine identifizieren. Es geht weniger um Fachinformationen, sondern es geht um Emotionen. Mit den Werkzeugen wie Smartphone kann jeder Unternehmer bewegte Bilder erzeugen, schneiden, vertonen und ins Netz stellen. Natürlich sind die Filme nicht Broadcast-Niveau. Viele haben Charme und zeigen die Arbeitsplätze, Firmen und Jobs aus emotionaler Sicht. Und genau das zählt. Die YouTube-Filme werden dann über die üblichen Kanäle verbreitet, wie beispielsweise durch Facebook.

Ich kenne Friseurunternehmer, die YouTube-Videos von ihren Salons und Arbeitsweisen auf Facebook posten. Andere Friseure schauen sich diese Videos an und sagen sich: „Warum ist dieser Salon so cool und meiner so langweilig? Warum haben die dort eine gute Stimmung und bei uns ist die Stimmung eher förmlich?“ Eine Anfrage über Facebook ist schnell gestellt und der erste Schritt zum Jobwechsel ist eingeleitet.

Hitchcock kommt ins Kino

13. Oktober 2012

Alfred Hitchcock ist für mich ein Genie-Gott. Für mich steht er auf der gleichen Ebene wie Stanley Kubrick. Und daher reagiere ich empfindlich, wenn News über Hitchcock auftauchen. Vor langer Zeit fanden Archivare einen verschollen geglaubten Film. Das fand ich gut. Jetzt kommt Hitch mit zwei Filmen selbst ins Kino und ich bin sehr gespannt darauf.

Film Nummer eins ist die BBC/HBO-Koproduktion „The Girl“. Film Nummer zwei ist für mich interessanter: Er heißt: „Alfred Hitchcock and the Making of Psycho“. Der Film zeigt die Dreharbeiten zum Meisterwerk „Psycho“. Die Rollen versprechen eine interessante Schauspielleistung: Sir Anthony Hopkins spielt Hitchcock, Helen Mirren seine liebe Ehefrau Alma, Scarlett Johansson die Janet Leigh und den irren Anthony Perkins/Norman Bates verkörpert James D’Arcy. Soeben ist der Trailer zu dem Film erschienen. Der Film arbeitet viel mit archetypischen Aufnahmen von Hitch. Bilder, die sich in das Gedächtnis des Kinozuschauers eingebrannt haben, werden neu interpretiert. Der Film geht auch auf das Marketinggenie von Hitchcock ein. Er war einer der ersten Regisseure, dessen Name zur Marke wurde. Er wusste um seinen Marktwert als Person und nutzte ihn aus.

Wer die Dreharbeiten aus dem Bonusmaterial der Psycho Blu ray kennt, weiß, dass die Dreharbeiten ohne Glamour verliefen. Dafür war die Geheimhaltung riesig. Auch als der Film ins Kino kam, waren die Kinobesitzer angewiesen, keinen Zuschauer nach Start des Films mehr ins Kino zu lassen. Der Billigfilm Psycho brach die Rekorde und spielte Millionen in die Taschen von Alfred Hitchcock. Die Kritiker seiner Zeit lehnten den Film ab, was wohl damit zusammenhing, dass es keine extra Sondervorstellungen für Filmkritiker gab und sie sich mit dem normalen Kinobesucher ins Filmtheater begeben mussten.

Berühmt wurde der Film natürlich durch die Duschszene. Der Hammer: Hauptdarstellerin Janet Leigh, der Star des Films, wurde im ersten Drittel des Filmes brutal niedergemetzelt. Der Duschmord mit der genialen Musik von Bernhard Hermann hat Filmgeschichte geschrieben. Jeder Filmstudent analysiert sie Schnittfolge und hier zeigt sich das Genie von Hitchcock. Von der Duschszene von „Alfred Hitchcock and the Making of Psycho“war bisher nur zu erfahren, dass Johansson nackt posierte. Wir dürfen also gespannt sein.

Genauso gespannt bin ich auf neue Blu ray-Veröffentlichungen von Hitchcocks Werken. Am 1. November kommt die Alfred Hitchcock – Collection . Bis auf Psycho waren die Filme bisher nicht auf Blu ray erhältlich. Es handelt sich um: Cocktail für eine Leiche, Das Fenster zum Hof, Der Mann, der zu viel wusste, Der zerrissene Vorhang, Die Vögel, Familiengrab, Frenzy, Im Schatten des Zweifels, Immer Ärger mit Harry, Marnie, Saboteure, Topas und Vertigo. Dazu gibt es in Alfred Hitchcock – Collection  die Making of, die von den DVDs schon bekannt sind, und ein Büchlein mit Fotos und Skizzen. Amazon gibt das Buch mit 15 Seiten an, was mich schon etwas stutzig macht. Marnie und die Vögel sollen als Uncut vorliegen, Topas aber nur in der europäischen Schnittfassung.

eBooks kennen keine Unterschiede zwischen Hardcover und Taschenbuch

11. Oktober 2012
Tablet auf der Buchmesse Foto: Alexander Heimann

Tablet auf der Buchmesse Foto: Alexander Heimann

Ich liebe Bücher. Nein besser ausgedrückt: ich liebe Inhalte. Was macht denn überhaupt ein Buch aus? Ist es der Umschlag, die Typografie, das Papier oder ist es der Inhalt? Dies frage ich anlässlich der Frankfurter Buchmesse. Wenn ich meinen Bücherkeller umblicke, sehe ich Unmengen von Taschenbücher und viele, viele gebundene Bücher – also Paperback und Hardcover.

Auf meinem Kindle oder iPad finde ich diese Unterschiede nicht. Ich habe Dateien auf meinem digitalen Endgerät, nicht mehr, nicht weniger. Diese Dateien sind Inhalte. Dateien kennen diesen willkürlichen Unterschied nicht. Warum gibt es eigentlich diesen willkürlichen Unterschied zwischen Hard- und Softcover? Damit der Verlag mehr Kohle einstreichen kann, denn das gebundene Buch ist normalerweise deutlich teuerer als das geleimte Taschenbuch? Muss das eigentlich so sein?

Der Inhalt ist gleich, nur der Preis ist deutlich unterschiedlich. Am Produktionsprozess kann es nicht liegen, denn das Hardcover-Buch ist natürlich aufwendiger als das Softcover-Buch, aber nicht in diesen finanziellen Größen. Es verdienen Verlage großzügig mit. Bei Amazons eBooks beispielsweise finde ich diese Unterschiede nicht. Ich zahle gegebenenfalls mehr, wenn ich das Buch als Early Adobter als erster haben will. Aber es sind nicht die Unsummen, die die Unterschiede zwischen Taschenbuch und Hardcover betragen. Beim Kindle wird die Argumentation schon schwer, warum ich für eine bestimmte Ausgabe spricht Inhalt mehr bezahlen soll, als für eine andere. Pappdeckel und Bindung zählen da sicherlich nicht.

Und als Buchautor kann ich aus eigener Erfahrung sagen: Es ist nicht der Autor, der das meiste Geld verdient. Es wird also Zeit, dass sich der Buchmarkt neu ordnet. Die Welt ändert sich.

Leider muss ich für ein eBook noch 19 Prozent Mehrwertsteuer zahlen, während das gleich Buch als Papierausgabe mit 7 Prozent Mehrwertsteuer berechnet wird. Da läuft doch etwas falsch in unsrem Hightechland, von dem hier immer geredet wird. Fakt ist: Verlage haben Angst vor der Zeitwende und sichern sich lieber alte Pfründe und melken die Kuh Leser solange es noch geht. Auf der Buchmesse bemerke ich an vielen Stellen den Wandel. Ich bin gespannt.

Der Buchladen wird sterben

10. Oktober 2012
Digitale Lesegeräte auf der Buchmesse. Foto: Bernd Hartung

Digitale Lesegeräte auf der Buchmesse. Foto: Bernd Hartung

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels betreibt Lobbyarbeit und hält an alten Zöpfen fest. Seinen Mitgliedern streut er Sand in die Augen. Anstelle seine Mitglieder auf die neue Zeit vorzubereiten, hat sich der Verband den Erhalt der bestehenden Strukturen auf seine Fahnen geschrieben. Diesen Eindruck bekam ich bei der Eröffnung der Frankfurter Buchmesse. Gottfried Honnefelder, seines Zeichens Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, sagte: „Der unabhängige Buchhandel ist mehr als nur ein Vertriebsweg, denn Literatur entsteht in Wechselwirkung mit der Kultur ihrer Verbreitung“, so Honnefelder. „Eine Bildungsnation braucht den stationären Buchhandel.“

Hallo Herr Honnefelder, die Bildungsnation hat längst entschieden! Ich sage: Der Buchhandel über die Form des traditionellen Buchladens an der Ecke wird sterben. Die Bildungsnation hat auch den Schallplatten- und CD-Laden sterben lassen. Musik gehört auch zur Bildung, zur Kultur und siehe da, trotz Sterben des Schallplatten- und CD-Laden gibt es weiterhin Musik. Diese Kulturform ist ins Netz gewandert und hat sich geändert. Ich bestelle meine Musik entweder als CD bei Amazon und Co oder lade sie bei Amazon oder iTunes. Und genauso wird es den Büchern ergehen. Ich kaufe entweder die Papiervariante oder lese ein eBook über Onlineshops.

Und gleich geht das große Wehklagen los: Untergang des Abendlandes und so. Erinnern Sie sich bitte. Wenn jemand in den achtziger Jahren gesagt hätte, dass Plattenläden sterben würden, dann wäre er ausgelacht worden. Schallplatten haben Millionenumsätze generiert – Michael Jacksons Thriller war eines der meist verkauftesten Alben. Und heute? Die Musikindustrie musste sich den Gegebenheiten anpassen. Napster war eine Kriegserklärung, die legalen Geschäfte kamen mit iTunes und Amazon. Musik wird aus dem Netz geladen. Aber nicht mehr die Musikindustrie hat den Daumen drauf, sondern neue Player sind aufgetaucht.

Warum ich welches Album kaufen soll, sagt mir auch das Netz. Empfehlungsmarketing von meinen Freunden funktioniert. Wenn mir Gleichgesinnte sagen, dass neue Dylan-Album sei hervorragend, dann brauche ich keinen Musikkritiker oder einen Plattenhändler mehr. Soziale Netzwerke helfen mir den Überblick zu bewahren, was neues am Markt erschienen ist. Wie sagte ein amerikanischer Student: Wenn die Nachricht wichtig für mich ist, wird sie einen Weg zu mir finden, egal über welchen Kanal. So sieht doch die Realität aus.

Und immer höre ich: Mein Buchhändler berät mich doch so gut, dann antworte ich: Er ist Händler und seine Aufgabe ist es zu verkaufen. Wenn er 20 Minuten mir ein Buch schmackhaft macht, ist das wunderbar, als Verkäufer ist er allerdings nicht zu gebrauchen, denn der Ladenbesitzer muss Miete zahlen. Empfehlungsmarketing im Buchbereich ist noch sensibler als bei Musik. Ich muss noch mehr Vertrauen zu meinen Freunden haben, denn ich zum Lesen brauche ich deutlich mehr Zeit als zum Anhören einer CD.

Und die Buchläden vor Ort schließen schon jetzt: Gottfried Honnefelder weiß es doch genau. In Essen warf Thalia hin. Seit der Einweihung des Baedeker-Hauses vor 84 Jahren war hier nie etwas anderes als eine Buchhandlung. Am 15. Oktober ist Schluss damit. Das Stammhaus von Heinrich Hugendubel in München am Literaturhaus, das seit 1893 Bestand hatte, ist geschlossen. Die Mayersche Buchhandlung in Köln in der Schildergasse schließt und wird wohl – ironisch – einem Apple Retail Store weichen.

Der Buchvertrieb über stationäre Buchläden geht zurück und wird bis auf wenige Läden nicht mehr existieren. Ich sage voraus, dass der Siegeszug von eBooks gerade erst begonnen hat. Nach Aussage der Bitkom lesen derzeit elf Prozent aller Bundesbürger E-Books. Rund ein Viertel (23 Prozent) aller Bundesbürger lesen elektronische Publikationen (Zeitungen, Comcis, Bücher, auf Tablets, E-Readern oder Smartphones.

Ich glaube aber auch, dass es weiter Bücher geben wird, allerdings in anderen Editionen. Ich kaufe mir weiterhin schön aufgemachte Editionen, liebevoll gestaltete Exemplare. Das Taschenbuch oder das gebundene Buch mit nur Text, dies kann ich digital genauso lesen. Bei der Musik kaufe ich das Album oder den Song digital, aber Special Editions mit DVD, Booklets und Konzertkarten oder hochwertigen Drucken, erwerbe ich analog. Diese Chance sehe ich auch für Bücher. Einen edlen Bildband erwerbe ich lieber analog, aber das geht auch über Onlineshops. Also lieber Herr Gottfried Honnefelder bereiten Sie bitte die Branche auf die Zeitenwende vor.

Angry Birds macht in Star Wars

9. Oktober 2012

Bisher konnte ich mich den Wahn um Angry Birds entziehen. Das Spiel des finnischen Herstellers Rovio ließ mich kalt. K1 entwickelt einen gewissen Ehrgeiz Schweine und Vögel gegeneinander auszuspielen. Ich riskierte höchstens ein Auge, aber das war es dann. Bis zum 8. November. Dann erscheint die Star Wars-Version von Angry Birds und als Fan von Vader, Skywalker und Co muss ich das Teil natürlich spielen. George „ich scheffel Millionen“ Lucas hat über Lucasfilm Ltd. die Lizenzen für iOS, Android, Windows-Phone, Mac Kindle Fire und Windows 8 abgegeben.

Bisher gibt es nur einen Trailer, in dem das Lichtschwert durch die Bird-Schleuder ersetzt wird und die Vögelchen als Jedi auftreten. Die Umsetzung des Trailers macht schon mal Spaß und ich bin bereit für den 8. November.