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Konzertkritik: Videogames Live im Münchner Gasteig 2016

30. März 2016
Videogames Live im Münchner Gasteig.

Videogames Live im Münchner Gasteig.

Eindrucksvoll stellte sich eine Branche als moderner Kulturträger da – und saumäßig Spaß hat es mir auch gemacht. Gemeint ist die oft kritisierte Videogames-Branche. Vor kurzem fand das Konzert Videogames Live in der Münchner Philharmonie im Gasteig statt. Seit 14 Jahren und nunmehr vier Alben tourt Komponist Tommy Tallarico durch die Welt und erfreut uns mit bombastischen Klängen aus bekannten Videogames. Als Retrogamer war es ein Genuss, den Abend mit Gleichgesinnten zu verbringen – Kulturgenuss einmal völlig anders und mit viel lockerer Unterhaltung
Unterstützt wurde Tommy Tallarico von Laura “Flute Link” Intravia und Dirigentin Eimear Noone samt Kodály Philharmonie Orchester Prag und Chor. Laura Intravia kam gleich mal als Link verkleidet auf die Bühne und hatte unsere ganze Sympathie. Und auch Dirigentin Eimear Noone erschien im schwarz-rotem Lederdress und unterschied sich von den strengen Dirigenten, die sonst in der Münchner Philharmonie ihre Kunst zum Besten geben. Als Haus- und Hof-Dirigentin von Blizzard hat sie seit Jahren einen festen Namen in der Musikszene.


Tommy Tallarico selbst ist seit 25 Jahre in der Games-Branche und verdiente sich als Komponist seine Brötchen. Mit Videogames Live will er demonstrieren, dass Videogames ein Kulturgut sind und mit dieser bombastischen Show hat er es wieder bewiesen. Bei seiner Begrüßung ermahnte er das Publikum, als zum Teil als Cosplayer erschien, ruhig während der Stücke zu applaudieren und den Abend zu genießen. Als Einheizer und Vorband kamen die beiden Recken Filipp Issa und Michael Stoeckemann von Sound of Games auf die Bühne. Ich ließ mich auf meinen Stuhl nieder und hörte den Sound von The last Ninja und begann zu träumen. Was waren das für tolle Zeiten? Es gab von den beiden noch ein paar Songs wie Lotus Turbo Challange 2, das ich allerdings nie gespielt habe. Danke an Sound of Games für den Flashback in meine Jugend.

Die Umbaupause wurde für ein paar Nerd-Witze genutzt. Und dieser Humor zog sich durch das ganze Konzert durch. Es gab Interpretationen und Mischungen von Videogames auf den Videoleinwänden. Die Coder lachten bei Roses are #FF0000 und Violets are #000FF. Es gab Vergleiche, Mischungen und Charts – immer humorvoll.

Das Konzert von Videogames Live begann nach einer netten Homage an Pac Mac mit Castlevania.

Damit ging der Flashback in die alten Retro-Zeiten weiter. Das erste Spiel von Castlevania erschien 1987 auf dem Nintendo Entertainment System (NES), das mir meine Eltern nicht kaufen wollten.

Ich hatte ja früher den Atari 2600 und dann den Commodore C64. Was brauchte man denn ein NES? Ja, ich weiß, es war ein Fehler. Ein NES gehört einfach in jeden Haushalt.

Nach Metroid von 1986 auf dem NES ging es weiter mit Grim Fandango. Grim Fandango ist ein Grafik-Adventure von LucasArts von 1998 für Windows, das thematisch in einer mexikanisch angehauchten Welt der Toten spielt. Anders als seine Vorgänger wird dieses Spiel über die Tastatur oder Joystick gesteuert und bietet 3D-Grafiken. Hab ich als Mac-User der ersten Stunde das Windows-Spiel nicht gespielt, sah aber interessant aus.
Syberia von 2002 habe ich auch nicht gekannt, werde es mir aber jetzt für iOS holen. Syberia ist eine Grafik-Adventure-Reihe des belgischen Autors und Comiczeichners Benoît Sokal in Zusammenarbeit mit dem französischen Spieleentwickler Microïds. Die Musik klang wunderbar. Hier zeigte sich, dass Videogamet-Soundtrack mittlerweile sich zu einer eigenen Kunstform entwickelt haben. Große Filmkomponisten schreiben heute auch Musik für Videospiele. Videospiele haben wohl den Film als Leitmedium abgelöst.

Fetten Applaus gab es freilich für Donkey Kong Country. Vor allem Laura Intravia mit ihrem Flötensynthi stand im Mittelpunkt der Publikumsgunst. Es zeigte sich bei den eingängigen Melodien, wie gewaltig der Einfluss von Nintendo mit seinen Figuren auf die Populärkultur ist. Klar sind Videospiele und deren Musik ein Kulturgut.
In einem Monolog knüpfte Tommy Tallarico die Verbindung zwischen Videogames und der großen Kunst von Walt Disney. Es gelang Disney vor 75 Jahren mit dem gewaltigen Fantasia eine Verbindung von Populärkultur mit Micky Maus und der Hochkultur der klassischen Musik zu schaffen. Tommy Tallarico verbeugte sich mit Kingdom Hearts mit einer Homage an Walt Disney. Kingdom Hearts ist eine Action-Rollenspiel-Reihe, die unter der Leitung von Tetsuya Nomura aus einer Zusammenarbeit des Spieleentwicklers Square mit Disney Interactive Studios entstand.

Mit Phoenix Wright: Ace Attorney kam eine Gerichtssimulation auf die Bühne des Gasteigs. Die Originalversion erschien 2001 für den Game Boy Advance von Nintendo in Japan. Ich muss auch zugeben, dass ich eine Gerichtssimulation noch nie auf den Schirm hatte. Die Bilder waren interessant, der Sound um so mehr.

Richtig Szenenapplaus gab es dann bei Metal Gear Solid. Metal Gear Solid ist ein Computerspiel mit Stealth- und Action-Elementen von Hideo Kojima, das von Konami entwickelt und 1998 veröffentlicht wurde. In München wurde Metal Gear 2: Solid Snake gegeben. Starker Sound, der uns in die Sessel presste.

In Deutschland scheint Command & Conquer sehr beliebt, so Tommy Tallarico. Auch ich habe einige Teile des Spiels auf meinen alten Macs gespielt und das Kriegsspiel hat mir Spaß gemacht. Command & Conquer ist eine ursprünglich von den Westwood Studios entwickelte Computerspiel-Reihe aus dem Genre der Echtzeit-Strategiespiele. Im Gasteig kam der Klang von Red Alert vom Oktober 1996 auf die in rot gehaltene Bühne. Hier kam die große Lightshow zum Einsatz.

Dann wieder ein Klassiker schlechthin, der auch den Game Boy in jeden Haushalt kam. Stimmlich durfte ich Laura Intravia bei Tetris verausgaben. Zuvor gab es einen Zuspieler von Alexey Pajitnov, dem Schöpfer von Tetris. Das gezeigte Video beinhaltete unterschiedliche Versionen des Spieleklassikers und zeigte die Vielfalt des Spiels. Ich selbst habe eine Tetris-Lampe noch im Wohnzimmer stehen und spiele das Spiel noch immer gerne.

Nach der Pause, im Gasteig hatte Sony ein paar PS4 zum Zocken aufgebaut und Sony-Mitarbeiter standen für Fragen zur Verfügung, ging es mit Zelda weiter. Das Spiel in seinen unterschiedlichen Varianten erfreut sich in meiner Familie großer Beliebtheit. K1 spielt gerade The Legend of Zelda: Twilight Princess HD. Laura Intravia im Link-Kostüm war wunderbar. Im Münchner Konzert waren als visuelle Elemente zahlreiche Kunstwerke von Usern zu sehen, die auch von Zelda beeinflusst waren. Es zeigt sich, dass Videogames die Fantasie der Spieler beflügen und sie sich mit Kunst auseinandersetzen und eigene Kunstwerke schaffen. Zwar ist nicht jedes Bild ein Meisterwerk, aber Spaß hat es den Leuten allemal gemacht.
Ein wenig Werbung für die Aufnahmen von Videogames Live gab es auch durch Tommy Tallarico. Im Moment finanziert er Level 5, die fünfte Ausgabe seiner CD-Serie über die Crowdfounding-Plattform Kickstarter. im Münchner Konzert warb es ausführlich die Finanzierung und machte uns Fans den Mund wässrig. Ich freue mich schon auf die fünfte Version der Videogames Live.

Die irische Dirigentin Eimear Noone hatte schließlich ihren großen Auftritt. In rot-schwarzem Dress gehüllt, dankte sie den Fans für die jahrelange Unterstützung. Sie durfte an zahlreichen Gamessoundtracks mitarbeiten, darunter an Starcraft II, Diabolo III, Zelda 25h anniversary album, Metal Gear Solid, the tomorrow children, Heros of the Storm.

In München dirigierte sie ihren WOW-Soundtrack. Sie ist eine Powerfrau, eine Showwoman und legte sich beim Dirigieren wohl ins Zeug. Fans lieferten musikalische Beiträge ab, die in den Showact aufgenommen wurden. Das ist eine wunderbare Bindung zu den Fans von WOW, diese im Konzert via Video auftreten zu lassen.

Es gab ein bisschen Musik aus dem neuem Spiel Overwatch von Blizzard zu hören, das sich derzeit in Entwicklung befindet. Die Bilder sahen vielversprechend aus, vielleicht war es ein bisschen viel Durcheinander. Der Sound war sehr, sehr gut.

Nach Skyrim gab es den musikalischen Hammer. Super Mario sorgte für richtig Stimmung. Für viele war es der Höhepunkt des Konzerts. Das zeigte sich auch daran, dass Tommy Tallarico die Zuschauer zum Mitsingen aufrief. Während bei klassischen Open Airs die Feuerzeuge hochgehalten wird, waren es bei Videogames Live die erhellten Displays der Smartphones. Ein Gast hatte sogar sein Macbook dabei und der helle Apfel leuchtete im Saal – schöner Humor, schöne Atmosphäre. Für mich der Höhepunkt war das gemeinsame Singen des Mario Liedes. Der Kulturtempel Gasteig singt, wie cool ist das denn?

Das Ende des offiziellen Programms war die Musik von Final Fantasy 7. Das Spiel soll ja in dieses Jahr als HD Version erscheinen. Auch hier kamen zahlreiche Fotos von Fans zum visuellen Einsatz. Cosplayer und Zeichnungen würdigen das Games-Epos auf ihre Art, so sieht Fanliebe aus.

Nach einer kleinen Pause gibt es die Zugabe.

Die Zugabe bestand aus Chrono Trigger. Es ist ein Videospiel der japanischen Softwarefirma Square Enix und gehört zu dem Genre der Rollenspiele. Es erschien 1995 für das Super Nintendo Entertainment System (SNES) und 2001 etwas überarbeitet zusammen mit Final Fantasy IV unter dem Namen Final Fantasy Chronicles für die Sony PlayStation. In Europa wurde es seinerzeit nicht veröffentlicht, obwohl es auch in den USA recht beliebt und erfolgreich

Den Abschluss machte Portal mit dem Song Still Alive. Portal ist ein Computerspiel von Valve. Es wurde am 18. Oktober 2007 zusammen mit Half-Life 2: Episode Two und Team Fortress 2 in der Orange Box sowie als Einzeltitel bereits am 10. Oktober 2007 über die Spieleplattform Steam veröffentlicht. Ziel des Spieles ist es, mit dem Portalgerät, mit dem man Teleportationsportale erstellen kann, verschiedene Aufgaben zu meistern und Hindernisse zu überwinden. Die Handlung ist im Half-Life-Universum angesiedelt. Laura Intravia sang, während Tommy Tallarico Gitarre spielte. Die Besucher des Gasteigs waren eingeladen mitzusingen – der Text war auf den großen Videoleinwänden zu sehen.

Nach dem Konzert wusste Tommy Tallarico was sich gehörte. Die Crew Tommy Tallarico, Laura Intravia und Eimear Noone gab im Foyer des Gasteigs Autogramme für alle Fans. Auch Filipp Issa und Michael Stoeckemann von Sound of Games waren mit dabei. Eine ganze Reihe von Fans nutzen die Gelegenheit auf ein Schwätzchen, darunter war auch ich. Ich ließ mir Eintrittskarten und CDs unterschreiben. Beim nächsten Konzert in Nürnberg bringe ich ein paar Sachen zum Unterschreiben mit.

YouTuber bringen meine Kinder zu Neuschwanstein

23. Oktober 2014

Auf einmal interessieren sich meine Kinder für König Ludwig II. und Schloss Neuschwanstein, für Richard Wagner und seine Musik. Was ist bloß passiert? Sie sind nicht durch eine Gehirnwäsche von mir gegangen, obwohl es mich als Wagner-Fan schon gefreut hätte. Nein, meine Kinder haben YouTube geschaut und dort ist der Kultur-Funken auf sie über gesprungen.
Meine Kinder haben auf ihren iPod touchs die YouTube-Kanäle von Dner und Ungespielt abonniert, weil sie die Let’s play-Videos der beiden Halbwüchsigen verfolgen.
Für Leute über 40 Jahre als Erklärung: In Let’s play-Videos spielen Gamer ein Videospiel durch, kommentieren es und filmen das ganze Geschehen dabei. Dann werden die Folgen zu YouTube hochgeladen und die riesige Fangemeinde verfolgt gebannt die Aktionen, darunter auch meine Kinder. Durch Millionen Klicks bekommen die YouTuber interessante Einkommen durch die Werbeschaltungen von Google – ein interessantes Geschäftsmodell bei Content, der gut ankommt.
Auf jeden Fall hatten die beiden YouTuber Dner und Ungespielt eine gute, sehr gute Idee. Sie fuhren mit ihren Longboards – eine spezielle Art von langem Rollbrett (so nannte man es in meiner Jugend) von Sylt zum Schloss Neuschwanstein. 40 Tage dauerte die Reise und die beiden wurde frenetisch von Fans (und Medien) begleitet. Dabei filmten sie sich und erzählten von ihren Erlebnissen. Und meine Kinder waren dabei. Keine Folge wurde verpasst von den Erlebnissen der beiden. Beide kamen absolut authenisch bei meinem Nachwuchs an und glaubhaft. Es war nicht inszeniertes Fernsehen von TV-Redakteuren, sondern echt. Und als Dner und Ungespielt in Neuschwanstein ankamen und über Schloss, König und Wagner philosophierten, war auf einmal das Interesse geweckt. Bei einem Urlaub im Allgäu konnte ich meine Kinder nur bedingt für Kultur begeistern und jetzt fragen sie, wann wir wieder ins Allgäu fahren. Vielen Dank Dner und Ungespielt.

Über den Tellerrand blicken: Ringvorlesung Games

5. Juni 2014

Ringvorlesung

Immer noch werde ich belächelt, wenn ich in meinem Seminaren erkläre, dass die Videospielindustrie eine der treibenden Kräfte im Bereich IT ist. Viele Leute sind auf den Pac Man-Stand stehen geblieben und erkennen nicht, welche Revolution von der Spieleindustrie ausgeht. Für sie steht fest: Videospiele sind Spielkram und in Deutschland spielt man nicht, man arbeitet. Daher freue ich mich sehr, dass der Mediencampus Bayern im Rahmen seiner Ringvorlesung sich auch dem Thema Games angenommen hat.

Nachdem ich einstmals an der Hochschule für Fernsehen und Film in München mehrmals eine Gastvorlesung zum Thema Geschichte der Videospiele mit dem Titel “Vom Film zum Spiel – vom Spiel zum Film” halten durfte, interessieren mich die Inhalte der Ringvorlesung brennend. Leider konnte ich an den verschiedenen Abendterminen im Werk1 München nicht teilnehmen, aber nachdem jetzt ein Buch zur Ringvorlesung erschienen ist, kann ich die Sache in Ruhe nachlesen. Das Buch gibt es für 9 Euro als gedrucktes Buch oder kostenlos zum Download.

Einige der Beiträge haben mich fasziniert. Die Sache über Retro-Gaming musste ich natürlich als erstes lesen. Autor Jochen Koubek nennt sieben Gründe, sich mit alten Spielen zu beschäftigen. Ich wüsste 100, nein eher 200 Gründe. Ich liebe Retro-Games und stehe jedes Mal vor der Entscheidung, eine weitere alte Konsole zu kaufen. Aber nach dem Kauf einer Arcade-Maschine von Lucasarts ist zu Hause kein Verständnis für mein Hobby zu bemerken. Daher lese ich gerne über Retro-Games und ich gebe Jochen Koubek mit seinen Ausführungen recht. 8 Bit rules und heute mehr denn je.

Zu Augmented Realtiy und Gamification hab ich schon verschiedene Podiumsdiskussionen geleitet, unter anderem auf den Medientagen München. Da war ich gespannt, was die Autoren da schreiben. Prof. Gudrun Klinker ist ja die Powerfrau, wenn es um AR geht. Ich höre ihre wissenschaftlichen Ausführungen gerne und jetzt kann ich ihre Wissenschaftersprache Absatz für Absatz nachlesen. Mit Recht schreibt sie: “Allerdings ist AR keine trocken Technologie mit Sonderstellung. Vielmehr muss sie sich, um erfolgreich zu sein, in den dem immer größer werdenden Reigen neuartiger, mobiler, ubiquitärer  und multi-modularer klarer Mensch-Computer-Interaktionskonzepte nahtlos einzureihen” Mit der Google Glass und weiteren Brillen sowie neuen Apps wird die AR-Sache sicherlich erfolgreich sein. Davon bin ich überzeugt und die Zukunft wird nicht nur Gamer von AR begeistern.

Wenn Elemente von Videospielen in andere Bereiche wie Marketing übertragen werden, dann spricht man von Gamification. In Konferenzen wende ich diese Technik mehr und mehr an und der Erfolg ist gewaltig.

Also ich empfehle diese Ringvorlesung Games damit allen, die sich über neue Konzepte interessieren und über ihren Tellerrand hinauschauen wollen. Für die Durchführung dieser Ringvorlesung bin ich Markus Kaiser vom Mediencampus sehr dankbar.

 

Tipps gegen den Stress von einem 8 Bit-Helden

16. März 2013

Zugegeben, ich bin ein emotionaler Mensch. Es braucht zwar einige Zeit, um mich auf die Palme zu bringen. Wenn ich aber mal explodiere, dann richtig und ich vergesse nichts. Vielleicht sollte ich mir ein Beispiel an den neuem Disney-Film Ralph reichts nehmen. Der neue 3D-Film startet in Deutschland am 4. April auf Blu ray. Und ich sollte ihn mir ansehen: Es geht um Randale Ralph. 30 Jahre muss er tagein, tagaus den Bösewicht in einem Videospiel mimen, und das obwohl er eigentlich ein richtiger guter Kerl ist! Bis es Ralph schließlich reicht und er das Abenteuer wagt, sein Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen.

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Zum Start gab die Disney-Pressestelle mir ein paar Tipps gegen den Stress auf den Weg. Gerne gebe ich sie weiter, vielleicht helfen sie ja dem einen oder anderen:

  • Atmen Sie zu allererst einmal tief durch! Wenn Ihr Körper genügend Sauerstoff hat, kann er besser arbeiten und Sie mit einer stressigen Situation viel gelassener umgehen.
  • Versuchen Sie zu dem, was Sie ärgert, Abstand zu gewinnen! Danach sieht die Sache vielleicht gar nicht mehr ganz so schlimm aus.
  • Treiben Sie Sport oder machen Sie einen Spaziergang! Bewegung tut gut und für Ablenkung ist auch noch gesorgt.
  • Eine gute Idee, nicht nur bei Stress: Schlafen Sie genügend! Ausgeschlafen kann man Problemen viel besser gegenübertreten.
  • Schalten Sie einfach einmal ab! Legen Sie sich aufs Sofa, nehmen Sie ein gutes Buch in die Hand und schalten Sie vor allem Smartphone und Laptop aus!
  •  Laden Sie sich keine unnötige Arbeit auf! Sagen Sie, wenn es Ihnen zu viel wird! Ein einfaches „Nein“ kann den Stress verhindern, bevor er überhaupt entsteht.
  •  Sehen Sie die positiven Seiten am Stress! Langeweile wäre doch auch nicht Ihr Ding, oder?
  •  Nehmen Sie nicht alles so ernst! Lachen Sie über das, was Sie ärgert, denn dadurch ist man automatisch gutgelaunt.
  • Tun Sie etwas, was Ihnen Spaß macht! Treffen Sie sich mit Freunden, gehen Sie essen oder ins Kino.
  • Achten Sie auf eine gerade, aufrechte Körperhaltung! Das gibt Selbstbewusstsein um auch mit der schwierigsten Situation umzugehen.
  • Stellen Sie Ihren Ärger oder Stress nicht in den Mittelpunkt! Vielleicht ist der Grund für Ihre Laune unbedeutend und alle Aufregung unnötig.
  • Wandeln Sie schlechte Laune in Produktivität um! Erledigen Sie Aufgaben, die Sie schon zu lange vor sich hergeschoben haben. Sie werden sehen: Danach haben Sie ein gutes Gefühl und gleichzeitig noch etwas geschafft.

Natürlich sind es klassische Hausrezepte, die aber funktionieren. Zum Dank schau ich mir auch Ralph reichts mit meinen Kindern auf Blu ray an. Regie führte Simpsons-Mann Rich Moore. Als Freund von Retro-Games kommt mir der Held Ralph in seinem 8-Bit-Look sicher gut entgegen.

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Erste Erfahrungen mit Disney Micky Epic – Die Macht der 2

21. Mai 2012

Es gibt im Comic-Bereich Helden und Superhelden und dann gibt es noch Comic-Götter. Dazu gehört auf jeden Fall Micky Maus. Es hat lange gedauert, bis sich Micky auf das neue Terrain der Videospielwelt wagte. Videogames sind fest in der Hand von Nintendo mit Mario und seinen Gesellen. Doch der erste Streich gelang. Mit Disney Micky Epic gelang der Maus ein Achtungserfolg, der Spaß macht. Im Herbst 2012 kommt der zweite Streich, die Fortsetzung Disney Micky Epic – Die Macht der 2.

Neben Micky kommt der erste Disney-Held aus der Versenkung, den kaum noch einer kannte: Der Hase Oswald. Entwickelt wird das Spiel von Branchen-Koryphäe Warren Spector und Disney Interactives Spielestudio Junction Point. Mit Disney Micky Epic – Die Macht der 2 kehrt das Franchise aber nicht nur auf Nintendos Wii zurück, sondern wird auch in HD-Qualität für Xbox 360 und PlayStation 3 erscheinen. „Ich bin selbst von Kindheit an ein großer Disney-Fan und empfinde es deshalb als große Ehre, mit Micky Maus in Disney Micky Epic arbeiten zu dürfen“, so Warren Spector. Ich traf den Entwickler zu einem Gespräch in München. Dabei war er sichtlich glücklich, keine Standardfragen über Spieleentwicklung beantworten zu müssen.

Auch das Spiel konnte ich kurz anspielen. Wichtigste Neuerung: Diesmal sind Micky und Oswald ein richtiges Team und gleichberechtigte Partner – Micky mit seinem

magischen Pinsel, mit dem er Farbe und Verdünner versprühen kann, und Oswald mit einer Fernbedienung, die ihm Macht über die Elektrizität verleiht. Der neue Koop-Modus baut das von Warren Spector entwickelte „PlayStyle Matters“-Spielprinzip weiter aus. Bei diesem Gameplay-Ansatz nehmen die Spieler verschiedene Herausforderungen in Angriff, um die gesamte Story zu erkunden, doch ihre Handlungen wirken sich gleichzeitig auch auf den Spielverlauf aus. Wir dürfen auf das Endergebnis gespannt sein.

Wohl etwas verstörend für deutsche Ohren ist die Singerei im Spiel. US-Musical zollen wohl ihren Tribut. Ich erinnere mich mit Grauen an einem Besuch im Disneyland Paris als es ab Oktober Weihnachtsmusik aus den Lautsprechern schallte und ich in meinem Zimmer nicht den Knopf zum Ausschalten fand. Daher bin ich ein gebranntes Kind, wenn es um US-Weihnachtssongs geht. Aber zurück zum Spiel: Mehrere Stationen ihres Abenteuers bestreiten die Charaktere singend und untermalt von bekannten Songs. Abgesehen von diesem „musikalischen“ Erzählansatz beeinflussen zudem persönliche Entscheidungen der Spieler, welche Lieder und Begleitmusik sie hören, wodurch jeder Spieler Schöpfer seines individuellen, unverwechselbaren Soundtracks wird. Mit der Umsetzung dieser musikalischen Gameplay-Elemente hat Disney Interactive Emmy-Preisträger und Komponist James Dooley und den Texter Mike Himelstein betraut.

Sämtliche Charaktere in Disney Micky Epic – Die Macht der 2 sprechen zu den Spielern und auch Oswalds Stimme wird zum ersten Mal zu hören sein.

„Mit dem ersten Disney Micky Epic-Spiel hat sich Micky als waschechter Videospielheld etabliert und die Fans waren von Oswalds Rückkehr in die Disney-Familie begeistert“, so John Pleasants, Co-President bei Disney Interactive Media Group. „Nun entwickelt sich die Franchise weiter, erscheint für mehrere Plattformen und die Spieler werden völlig neue Wege entdecken, den reichhaltigen Fundus an Disney-Charakteren und Disney-Attraktionen kennen zu lernen.“  Ok, viel PR-Blabla, jetzt wollen wir Taten sehen. Auf jeden Fall wird an der Maus-Ikone weiter gearbeitet und sie fit für das 21 . Jahrhundert gemacht.

Software bringt mehr Austausch von Kreativen

9. Januar 2010

Spiel und Film von Planet 51 basiert auf gleicher Software

Bisher war es in der Regel so, dass ein Spielfilm und das dazugehörige Spiel unabhängig voneinander entwickelt wurden. Die Kreativen des Kinos nahmen kaum Einfluss auf die Kreativen des Spiels und anders herum. Am Ende standen in der Regel zwei unabhängige Produkte, ggf von unterschiedlicher Qualität.
Doch langsam lernen die Kreativen voneinander.
Ein aktuelles Beispiel macht Mut: Ilion Animation Studios und Pyro Studios verwendeten für die Entwicklung des Films und Spiels „Planet 51“ 3D-Modellierungs-, Animations- und Rendering-Software von Autodesk. Die Lösungen wurden für die gesamte Pipeline sowohl des Spiels als auch des Films eingesetzt, um eine visuell ansprechende und glaubwürdige außerirdische Welt im Look der 50er Jahre in Amerika zu produzieren, vermeldet Autodesk stolz.
Das Filmteam von Animation Studios setzte die Software 3ds Max und Maya ein, um den Film zum Leben zu erwecken. Die Software wurde zu Beginn der Produktion für die Vorabvisualisierung und später noch einmal für das endgültige Layout verwendet. Die Software halfen außerdem dabei, mehr als 500 Einzelcharaktere und über 100 unterschiedliche Orte auf dem Planeten zu modellieren und die Umsetzung visueller Effekte für den Film zu unterstützen.
Die Produktion des Spiels „Planet 51“ begann vier Jahre nachdem die Arbeiten am Film aufgenommen wurden. Zwischen dem Film- und dem Spielestudio herrschte eine einzigartige Offenheit und beide Studios setzten bestimmte Autodesk-Lösungen im Kern ihrer jeweiligen Pipelines ein, vermeldet Autodesk stolz. Pyro Studios hatte von Beginn der Spieleproduktion an Zugriff auf das gesamte Filmdrehbuch und alle Unterlagen des Films.
„Wir haben alle Elemente der Welt von Planet 51 untersucht, und was uns vor allem ins Auge fiel, waren die besonderen Eigenschaften der Fahrzeuge. Wir dachten, dass die einzigartigen Autos, die schweben, springen und sich mit enormer Geschwindigkeit fortbewegen können, einen perfekten Fokus für den Spielverlauf darstellen würden und haben auf dieser Basis ein Open-World-Fahrspiel entwickelt“, erklärte Luis Fernando Fernandez, Entwicklungsleiter bei Pyro Studios.
Ein Großteil der von Ilion Animation Studios entwickelten Film-Modelle wurde zur Wiederverwendung im Videospiel digital an das Team bei Pyro Studios übermittelt. Die Tatsache, dass beide Studios mit Autodesk-Lösungen arbeiteten, vereinfachte die Übermittlung der Materialien erheblich, – darauf legt Autodesk natürlich wert. Die Modelle wurden zunächst in ihrer Größe angepasst und dann in 3ds Max für das Spiel neu animiert.
„Wir wollten etwas wirklich Großes erschaffen, mit einer offenen Umgebung und einer außerordentlichen Vielfalt hinsichtlich des Spielverlaufs“, so Fernandez. „Der Zugang zum Filmmanuskript und zu 85 Prozent der digitalen Materialien war einfach fantastisch. So konnten wir ein umfassendes Spiel entwickeln, das den Film ergänzt und das Planet 51-Erlebnis verstärkt. Spieler können die wichtigsten Orte des Films frei erforschen, sind jedoch nicht an die Handlung des Films gebunden.“