Posts Tagged ‘Schülerzeitung’

Jury-Sitzung für Die Raute

9. September 2010

In diesem Jahr gab es zum ersten Mal einen Schülerzeitungswettbewerb der Hanns-Seidel-Stiftung mit Namen „Die Raute“. Ich hätte die Möglichkeit, diesen Preis im Vorfeld ein wenig mit vorzubereiten und war am Schluss auch als Jurymitglied mit von der Partie. Diese Arbeit geschah rein ehrenamtlich, denn die Ausbildung des journalistischen Nachwuchses liegt mir sehr am Herzen.

Obwohl die Hanns-Seidel-Stiftung eine bayerische Stiftung ist, wurde der Schülerzeitungswettbewerb bundesweit ausgeschrieben. Und das mit großem Erfolg: Insgesamt 180 Schülerzeitungen aus ganz Deutschland nahmen an dem Wettbewerb teil. Und die Gewinner? Die Gewinner werden natürlich hier nicht verraten. Sie werden in einer offiziellen Preisverleihung im Oktober im Konferenzzentrum der HSS der Öffentlichkeit mit großem Tamtam verkündet. Der Termin steht noch nicht fest.

Viele Sachen sind uns als Jurymitglieder bei der Prämierung und Auswahl aufgefallen. In der Jury-Mitglieder waren Johannes Scheer (die Welt), Christian Deutschländer (Münchner Merkur), Wilfried Scharnagl (Bayernkurier), Stefanie von Winning (HSS) und Alexander Schröder (Kultusministerum). Dr. Franz Guber leitete die Sitzung.

Zunächst einmal: Es gab keine Zeitungen mehr die klassisch mit Schere und Kleber gebastelt werden. Kleber und Schere wurden vom Computer und die DTP abgelöst. Das digitale Zeitalter ist bei den Schülerzeitungen voll angekommen. Einzelne Schülerzeitungen haben sogar eine Line Extenions in Sachen Internet unternommen:  In statischen Websites oder dynamischen Blogs wird vom Schulleben berichtet. Auch die Herstellung und drucktechnische Qualität einzelne Produkte ist phänomenal – da können sich die Profis eine Scheibe abschneiden.  Die Schüler verstehen es mit XPress oder InDesign umzugehen – und einige beherrschen ihren Photoshop.

Bei den journalistischen Themen gibt es auch ein paar Neuerungen. Natürlich gibt es nach wie vor die klassische Schulthemen wie Berichte über Schulfeste, Schulausflüge oder Projektwochen, aber Schüler wagen sich auch in größere Themen. Themen wie Angst oder Mobbling im Unterricht und Cyberspace interessierten die Schüler ebenso wie Jugendkulturen oder sogar Bildungspolitik. Wir haben ein massives Plädoyer für die Hauptschule in einer Zeitung ebenso gefunden, wie eine kritische Auseinandersetzung mit dem G8.

Leider mussten wir aber feststellen, dass die journalistische Qualität oftmals hinter dem Erscheinungsbild der Zeitung zurück fällt. Verpackung ist nicht alles. Eine gut layoutete Zeitschrift macht noch lange keine gute Zeitschrift. Einige Schülerzeitungsredakteure verfielen in technischen Spielereien, ohne auf den Content zu achten. Dabei muss Form und Inhalt eine Einheit sein, sonst wird das Produkt vom Leser nicht akzeptiert. Wer allerdings glaubt, nur guter Inhalt reicht, der ist auch auf dem Holzweg.

Engagierte Diskussionen in der Jury.

Engagierte Diskussionen in der Jury.

Mitmachen beim Schülerzeitungspreis „DIE RAUTE“

27. Juli 2010
Hans Zehetmair und Franz Guber präsentieren das Plakat zum Schülerzeitungswettbewerb "Die RAUTE"

Hans Zehetmair und Franz Guber präsentieren das Plakat zum Schülerzeitungswettbewerb "Die RAUTE"

Jetzt heißt es sich sputen. Am 31. Juli ist der Einsendeschluss zum Schülerzeitungspreis „DIE RAUTE“, den die Hanns-Seidel-Stiftung dieses Jahr zum ersten Mal für alle Schulen in Deutschland ausschreibt.

„Mit diesem Schülerzeitungspreis wollen wir die Kultur der Schülerpresse beflügeln und das journalistische Engagement der Schülerinnen und Schüler fördern, denn Schülerzeitungen tragen in besonderer Weise zur Stärkung der Schulgemeinschaft bei“, so der HSS-Chef Hans Zehetmair beim Startschuss. Zehetmair lud alle Redaktionen von Schülerzeitungen, die an Hauptschulen, Förderschulen, Realschulen, Gymnasien und an den beruflichen Schulen mit FOS/BOS in diesem Schuljahr erschienen sind oder noch erscheinen, ein, sich um den Preis zu bewerben. Die beste Zeitung von jeder Schulart erhält ein Preisgeld von 500 Euro. Die weiteren zehn besten Einsendungen jeder Kategorie werden mit Buch- und Sachpreisen prämiert.

Und so geht es: Einfach 7 Exemplare einer Schülerzeitungsausgabe des Schuljahres 2009/2010 bis 31. Juli 2010 zusammen mit dem Teilnahmebogen einsenden und damit die Chance nutzen, im November in München als Gewinner ausgezeichnet zu werden. Alle Infos gibt es hier.

„Im Rahmen unserer politischen Bildungsarbeit führen wir seit vielen Jahren Schülerzeitungsseminare durch“, erklärt Franz Guber, Leiter des Bildungswerks der Sitftung, „dabei entstand die Idee, die besten Schülerzeitungen des Landes auch auszuzeichnen!“. Der Name „DIE RAUTE“ geht auf das Logo der Stiftung zurück, das als Bildmarke eine Raute enthält.

Politiker sind keine Volksvertreter

20. November 2009

Wie weit sich die Politiker vom Volk oder anders herum entfernt haben, deute ich aus folgender kleinen Episode am Rande eines Schülerzeitungsseminars. Schüler auf diesem Seminar machten den üblichen Verfassungsvergleich: 1848 und 1871. Auf einmal zog ein Schüler einen Kasten neben der Institutionen wie Bundestag/Reichstag auf und schrieb das Wort „Volksversammlung“ hinein.

Auf meine Intervention, das Volk sei doch bereits durch die Abgeordneten in der entsprechenden Kammer vertreten, kam nur als Antwort: „Das ist nicht das Volk, das sind nur Politiker und die sind doch wohl nicht das Volk!“ Für den Schüler war klar: Die Politiker vertreten das Volk nicht, sondern nur ihre Interessen. Soweit ist es schon gekommen.

Schülerzeitung sahnt Preise ab

31. Juli 2008

Zusammen mit dem Kollegen Thomas Gerlach (Link siehe Blogroll) betreue ich seit Jahren Schülerzeitungen aus ganz Bayern. Wir machen sie fit in journalistischen Darstellungsformen, trainieren sie in Layout-Software, coachen sie in Redaktionsabläufen und üben mit Ihnen Fotoaufnahmen. Jetzt hat eine Zeitung vom Ruperti-Gymnasium Mühldorf hervorragend beim Spiegel-Wettbewerb abgeschnitten. Der „Innfloh“, so lautet der Name der Zeitschrift der aufstrebenden Nachwuchsjournalisten, wurde ausgezeichnet. Es ist bereits das zweite Mal, dass Innfloh-Redakteure zur Preisverleihung nach Hamburg fahren durften. Schon im vergangenen Jahr hatte sie sich mit ihrer Reportage über eine minderjährige Mutter den ersten Preis abgeholt. Auch dieses Jahr kann sich die Bilanz des Ruperti-Gymnasiums sehen lassen: Alleine in der Spiegel-Kategorie Reportage landete der „Innfloh“ mit vier Storys unter den ersten sieben Siegern. Aber es geht noch weiter: Nach ihrem großen Erfolg beim Spiegel-Schülerzeitungswettbewerb konnten sich die Jungjournalisten beim „Blattmacher“-Wettbewerb in Bayern erneut durchsetzen. Bei der Preisverleihung in München wurden sie als Bayerns beste Schülerzeitung ausgezeichnet. Meine Gratulation an die jungen Kollegen. Es zeigt sich, dass Lernen und Lehren doch sehr viel bringen. Und ich muss zugeben. Ich bin stolz auf die Auszeichnungen.