Posts Tagged ‘Lichtenfels’

Es wird Frühling

20. Februar 2019

Es wird Frühling und ich erwache bei Sonnenaufgang. Cat Stevens kommt mir mit seinem „Morning has broken“ sofort in den Sinn. Nach all den Tagen des grauen Wetters scheint heute die Sonne in mein Zimmer. 

Ich bin zwar nicht zu Hause, sondern auf einem Seminar in Oberfranken. Mein Zimmer schaut in den Gottes Garten, wie die Gegend zwischen Vierzehnheiligen und Kloster Banz bei Lichtenfels heißt. Ich muss zwar arbeiten, doch ich gehe mein Seminarwerk mit guter Laune an. Grund: Es wird wieder Frühling. 

Ich habe den Sonnenaufgang aus meinem Zimmer mit der GoPro 7 als Zeitraffer gefilmt. Der Sonnenaufgang ist einfach magisch. Cat Stevens habe ich zwar nicht gehört, dafür die neue Vangelis Nocturne-the Piano Album.

Die Tage werden jetzt merklich länger und der Schnee ist bei mir zu Hause in Oberbayern und hier in Franken verschwunden. Die ersten Blumen kommen aus der Erde hervor und die Vögel musizieren. Ja, es geht mir gut. Die Erde erwacht nach einem kalten Winter und es wird merklich Frühling. Zwar ist es morgens noch kalt, aber Tag für Tag steigen die Temperaturen. Natürlich weiß ich auch, dass der Winter noch nicht vorbei ist. Schnee und Frost können natürlich noch mal kommen. Aber ich habe ein wichtiges liebgewonnenes Ritual hinter mich gebracht. Ich habe meine schwere Winter-Tweedjacke vom Herrenausstatter Felbinger aus Immenstadt abgelegt und die leichte Sommer-Tweedjacke vom gleichen Hersteller angezogen. Tweed muss bei mir sein, egal welche Jahreszeit. Ich mag Tweed einfach, die englische Landhausmode gefällt mir einfach. So leite ich den Jahreszeitenwechsel ein.

Meine Stimmung hellt sich auf und ich gehe frisch ans Tagwerk. Euch allen einen schönen Tag.

Bahn vs SEV: Vollsperrung zwischen Bamberg und Lichtenfels

29. Februar 2016

Mit erhöhtem Puls lese ich einen Artikel, indem die Bahn ankündigt, Umsteigern mehr Zeit zu geben. Ich lese: Bahnfahrer sollen Anschlusszüge künftig nicht mehr so oft verpassen. Wie der Verkehrsvorstand der Deutschen Bahn sagte, will das Unternehmen im Fernverkehr künftig länger als bisher auf verspätete Züge warten, um Fahrgästen mehr Zeit zum Umsteigen zu geben. Bis Mitte des kommenden Jahres werde diese Praxis bei den ersten Anschlüssen verwirklicht.
Im Moment ist der Zustand eine Frechheit. Beruflich pendle ich sehr viel von München nach Lichtenfels (Franken). Aufgrund von umfangreichen Baumaßnahmen ist die Bahnstrecke ab Bamberg bis nach Lichtenfels gesperrt. Seit 11. Januar 2016 ist die Bahnstrecke zwischen Bamberg und Lichtenfels 34 Wochen lang komplett gesperrt. Betroffen ist auch die ICE-Verbindung nach Berlin. Grund für die Sperrung: das größte Schienenbauprojekt Deutschlands. Ein Schienenersatzverkehr mit Bussen ist eingerichtet.


Das bringt Verzögerungen mit sich, aber als Bahnreisender bin ich ja Kummer gewohnt. Die Idee vom SEV ist: Es gibt drei unterschiedliche Buslinien, die zwischen Bamberg und Lichtenfels pendeln. Eine rote Linie, die Bamberg bzw. Lichtenfels direkt anfährt. Eine blaue Linie, die zwei, drei Zwischenstopps einhält und eine gelbe Linie, die an jeder Milchkanne hält. Leider wird gleichzeitig die Autobahn auf eine Spur reduziert, so steht der Bus im Stau.


Beim ersten Ausprobieren fuhr ich wie immer mit dem ICE von München nach Nürnberg und stieg in den Regionalexpress nach Bamberg um. Der Zug war komplett überfüllt und als wir in der Bischofsstadt Bamberg ankamen, war die rote Buslinie gerade abgefahren. Was soll das?

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Wozu ist denn ein SEV da, wenn er die Bahnreisenden des einzigen Zugs nicht mitnimmt. Ich maule via Twitter die Bahn an, doch ohne Ergebnis. Freundlich war das Twitter-Team der Bahn allerdings.


Es regnete, es regnete sehr und so stieg ich in die gelbe Linie. Der Bus brachte mich nach Bad Staffelstein an die Therme. Leider wollte ich nicht hierhin zum Entspannen, sondern ins etwas weiter entfernte Kloster Banz. Leider gab es an der Therme in Bad Staffelstein keinen Taxistand. Der ist am Bahnhof und die Gemeinde hat zu meinem damaligen Zeitpunkt einer Verlegung des Taxistandes an die Therme nicht zugestimmt. Bürokratie pur. Leider gab es auch kein Hinweisschild, wie denn die Taxi-Telefonnummer der Gegend heißt. Da ich die Gegend kenne, hatte ich die Nummer in meinen iPhone-Kontakten.

An der Therme Bad Staffelstein gibt es keine Taxi-Nummer.

An der Therme Bad Staffelstein gibt es keine Taxi-Nummer.

Nummer gewählt, im Regen aufs Taxi gewartet, das alte Lied von DÖF gesummt (Ich steh in der Költn und wort auf a Taxi, aber es kummt net, kummt net, kummt net. Ich wort auf des Brummen von ein Mercedes-Diesel, aber es brummt net, brummt net, brummt net. Die Dame vom Funk, die sagt zu mir „Der Wagen 734 ist in vier Minuten hier“) und dann zum Arbeitsort abgeholt worden. Meine Laune war gewaltig im Keller.
Die zweite Reise an einem anderen Wochenende führte mich von Lichtenfels nach Bamberg. Ich wählte die rote Buslinie, um schneller nach Bamberg zu kommen. Um 19 Uhr sollte der Bus losfahren, doch wir kamen erst um 19:05 Uhr los. Und damit kamen wir bei Verkehr verspätet in Bamberg an. Zwei Minuten nach dem Eintreffen vor dem Bahnhofsgebäude fuhr der Regionalexpress von Bamberg nach Nürnberg ab. Der Zug, der die SEV-Fahrgäste aufnehmen sollte, fuhr einfach ab. Da ich die Chaostruppe langsam kenne, bin ich gerannt wie ein junger Hund und habe den Anschluss mit hängender Zunge und komplett durchgeschwitzt erreicht. Das Herz schlug bis zum Halse.


Meine Mitreisenden des SEV kamen mit ihren Koffern und Taschen so schnell nicht hinterher und durften eine Stunde am Bahnhof Bamberg warten. Ich empfehle den örtlichen MacDoof, der hat wenigstens WLAN. Meine Beschwerde bei der Bahn via Twitter hat nichts gebracht. Freundlich haben die Bahnkollegen zugehört, geändert hat sich aber nichts.

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Bis September 2016 soll die Bahnstrecke gesperrt bleiben. Die Vollsperrung muss ich hinnehmen, doch die SEV-Lösung ist eine Beleidigung. Und dann lese ich, dass die Bahn ab nächstem Jahr besser auf die Anschlussreisenden Rücksicht nehmen will. Sagt mal, gehts noch?

Frankische Spezialitäten beim Metzgerbräu in Ützing

3. Mai 2013
Im Dorfladen gibt es leckere Spezialitäten aus Franken.

Im Dorfladen gibt es leckere Spezialitäten aus Franken.

Franken ist für mich immer eine kulinarische Reise wert. Bei einem Seminar in der Nähe der Korbmacherstadt Lichtenfels machte ich mit meinem Kollegen Thomas Gerlach Station beim Metzgerbräu in Ützing. Den Tipp dazu bekamen wir übrigens von Gästen im Spielcasino Bad Wiessee – so spielt das Leben.

Der Metzgerbräu wird umgetrieben von Manfred Reichert. Er braut seit über 20 Jahren Bier und treibt eine Metzgerei um. Irgendwann kam er auf die Idee, das Bier in den Wurstbottichen zu brauen und machte sich damit einen Namen in der Region. Die fränkische Wurst schmeckt fantastisch, vor allem der Schinken aus der hauseigenen Räucherkammer kann sich sehen lassen. Der Schinken wird etwas eine Woche geräuchert und erhält durch den Rauch einen fabelhaften Geschmack. Heute betriebt Manfred Reichert zudem noch eine Gastwirtschaft und einen urigen Dorfladen. Und damit nicht genug: Im Hauptberuf ist er bei der Post beschäftigt. Über mangelnde Beschäftigung kann sich der Metzgerbräu nicht beklagen.

Freundliche Begrüßung mit einem Bier durch einen Gast. So mag ich Franken.

Freundliche Begrüßung mit einem Bier durch einen Gast. So mag ich Franken.

Der kleine Dorfladen im Keller ist Kommunikationszentrum des kleinen Ortes Ützing. Kaugummis liegen neben Waschmittel, Dosenwurst steht neben Backpulver, Sekt ist aufgereiht neben Cola. Gemüse aus der Region ist ebenso zu finden wie frische Wurstwaren und schmackhaftes, selbstgebrautes Bier.

Fremde wie wir werden von den Einheimischen gleich eingeladen, ein Seidla Bier zu trinken. Ein Seidla ist in Franken ein halber Liter, wird serviert im Steinkrug und das Bier schmeckt wunderbar. Der Preis ist 1,80 Euro – also nichts für Münchner Verhältnisse aus denen ich komme. Wir bekommen gleich den Dorfklatsch mit. Im Dorfladen steht ein Stehtisch. Dort versammeln sich die Einheimischen, um Neuigkeiten auszutauschen. Ab und zu kommen Dorfbewohner herein, um Kleinigkeiten einzukaufen.

Der Eingang zum Dorfladen.

Der Eingang zum Dorfladen.

Die fränkischen Spezialitäten gibt es frisch, aber auch in Dosen. Brautwurstfülle, Rehragout, Entenjung, Presssack. Die Dosen werden mittlerweile auch per Post verschickt. Ein Anruf beim Metzgerbräu in Ützing genügt. Einen Online-Shop mit regionalen Produkten gibt es (noch) nicht. Manfred Reichert denkt darüber nach, aber in Franken will alles gut überlegt sein.

Welche Dosen soll ich alles kaufen?

Welche Dosen soll ich alles kaufen?

 

Creativmesse München 2013 – es besteht Verbesserungsbedarf

15. April 2013

Creativmesse in München und da musste natürlich unsere bastelverrückte Familie hin. Hier basteln alle für ihr Leben gerne, vor allem K2 hat einen enormen Kleberverbrauch. Da ist es sinnvoll sich auf einer Creativmesse ein paar Anregungen zu holen. Knapp 80 Aussteller hatte die Veranstaltung in den Räumen der MTC word of Fashion in München. Die Kinder genossen die Workshops, aber ich selbst war über so manchen Aussteller enttäuscht. Anregungen gab es, aber auch zuhauf Optimierungsbedarf.

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Vieles wirkte amateurhaft. Einige Stände waren eine bessere Flohmarkt-Präsentation. Das muss kein Nachteil sein, aber oftmals war die Standpräsentation war zum Teil komplett unprofessionell. Ein paar Tischdecken und ein paar Lampen hätten Wunder gewirkt. Und dann noch die Beratung. Ich erwarte kein geschultes Messepersonal, aber wenigstens den Mund aufmachen wäre nicht schlecht. So wunderbare Sachen wie Klöppeln hätte ich gerne K1/2 gezeigt, aber nicht bei der Präsentatorin. Erst mal anfauchen, dass die Kamera weg soll. Ja so macht man keine Werbung für sein Handwerk.

Unterwäsche selbst gemacht - nette Idee bei Berlin Underwear.

Unterwäsche selbst gemacht – nette Idee bei Berlin Underwear.

Da will sich eine Branche als kreativ präsentieren, zeigt aber bei der Warenpräsentation zum Teil keine Kreativität. Auch ein paar Aussteller mehr hätte ich erwartet. Ich hätte mehr Drive erwartet, wie beispielsweise Guerilla Knitting. Es wäre doch die Gelegenheit zu zeigen, was kreative und findige Köpfe leisten können. Da bietet andere Ausstellungen mehr Weitsicht. Woll-Lust sollten die Stände vom Riegerauer Wollstadel und der Sockenmanufaktur von Martina Knaps wecken. Das Wollstadel zeigte in Workshops wie man sommerliche Rüschenschals macht, Martina Knaps, brachte individuell designte und handgefertigte Wollsocken mit, Wolle und Zubehör und gibt Strickanleitungen. Auch habe ich gemeinsame Tätigkeiten vermisst. Und sei es nur eine große Lego-Bauaktion, an dem die Besucher gemeinsam etwas kreieren können. Ob das unter das Do it yorself-Motto der Veranstalter fällt, muss jeder für sich selbst beurteilen. Ich hätte auch gerne etwas über Modellbau gesehen, aber auch da habe ich nichts gefunden. So war die Veranstaltung brav, bieder und konservativ. Der digitale Kreativbereich war nicht dabei, dafür gab es Stände, die natürlichen Brotaufstrich oder Gemüsehobel verkaufen. Was soll jetzt das? Wenn schon Kochen, dann kreatives Kochen.

Was hat dieser Stand auf einer Creativmesse zu suchen?

Was hat dieser Stand auf einer Creativmesse zu suchen?

Dennoch: Die Kinder hatten bei den zahlreichen Workshops viel Spaß. Da machte es auch nichts, dass die Teilnahme ein paar Euro kostet. Gamification wäre ein super Ansatz für ein Messekonzept gewesen, aber nix da. Die Kinder konnten ausprobieren und ihre Sinne schweifen lassen. Das hat durchaus Spaß gemacht und gilt es auszubauen. Bei uns kam gut an Spiegelmosaike kleben und Sandbilder malen hervorragend an.

Eindrucksvoll auch die Arbeiten der symapthischen Korbflächterin Elisabeth Kaaf aus dem Raum Lichtenfels, der deutschen Korbstadt. Sie zeigte traditionelle Handwerkskunst und gab Inspiration. So stelle ich mir eine Creativmesse vor und nicht nur Einkaufen/Verkaufen. Glaskugeln, Karten u.a. bekomme ich übers Internet auch, aber Inspiration durch Anfassen ist doch die Lösung. Witzig war auch Herdin Radtke. Der malenden Künstler Herdin Radtke zeigte mit langem Haar und Strohhut die Öl-Malkunst des Pomponismus – Wellness für die Seele. das war Show. Nett fand ich auch die selbstgestaltete Unterwäsche von Berlin Underwear. Nette Ideen, die mich inspirierten und Spaß machten.

Die Korbmacherin Elisabeth Kaaf zeigte, was mit Holz möglich ist. Wunderbar.

Die Korbmacherin Elisabeth Kaaf zeigte, was mit Holz möglich ist. Wunderbar.

So pflegt Herdin Radtke das Image des Künstlers.

So pflegt Herdin Radtke das Image des Künstlers.