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Creativmesse München 2013 – es besteht Verbesserungsbedarf

15. April 2013

Creativmesse in München und da musste natürlich unsere bastelverrückte Familie hin. Hier basteln alle für ihr Leben gerne, vor allem K2 hat einen enormen Kleberverbrauch. Da ist es sinnvoll sich auf einer Creativmesse ein paar Anregungen zu holen. Knapp 80 Aussteller hatte die Veranstaltung in den Räumen der MTC word of Fashion in München. Die Kinder genossen die Workshops, aber ich selbst war über so manchen Aussteller enttäuscht. Anregungen gab es, aber auch zuhauf Optimierungsbedarf.

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Vieles wirkte amateurhaft. Einige Stände waren eine bessere Flohmarkt-Präsentation. Das muss kein Nachteil sein, aber oftmals war die Standpräsentation war zum Teil komplett unprofessionell. Ein paar Tischdecken und ein paar Lampen hätten Wunder gewirkt. Und dann noch die Beratung. Ich erwarte kein geschultes Messepersonal, aber wenigstens den Mund aufmachen wäre nicht schlecht. So wunderbare Sachen wie Klöppeln hätte ich gerne K1/2 gezeigt, aber nicht bei der Präsentatorin. Erst mal anfauchen, dass die Kamera weg soll. Ja so macht man keine Werbung für sein Handwerk.

Unterwäsche selbst gemacht - nette Idee bei Berlin Underwear.

Unterwäsche selbst gemacht – nette Idee bei Berlin Underwear.

Da will sich eine Branche als kreativ präsentieren, zeigt aber bei der Warenpräsentation zum Teil keine Kreativität. Auch ein paar Aussteller mehr hätte ich erwartet. Ich hätte mehr Drive erwartet, wie beispielsweise Guerilla Knitting. Es wäre doch die Gelegenheit zu zeigen, was kreative und findige Köpfe leisten können. Da bietet andere Ausstellungen mehr Weitsicht. Woll-Lust sollten die Stände vom Riegerauer Wollstadel und der Sockenmanufaktur von Martina Knaps wecken. Das Wollstadel zeigte in Workshops wie man sommerliche Rüschenschals macht, Martina Knaps, brachte individuell designte und handgefertigte Wollsocken mit, Wolle und Zubehör und gibt Strickanleitungen. Auch habe ich gemeinsame Tätigkeiten vermisst. Und sei es nur eine große Lego-Bauaktion, an dem die Besucher gemeinsam etwas kreieren können. Ob das unter das Do it yorself-Motto der Veranstalter fällt, muss jeder für sich selbst beurteilen. Ich hätte auch gerne etwas über Modellbau gesehen, aber auch da habe ich nichts gefunden. So war die Veranstaltung brav, bieder und konservativ. Der digitale Kreativbereich war nicht dabei, dafür gab es Stände, die natürlichen Brotaufstrich oder Gemüsehobel verkaufen. Was soll jetzt das? Wenn schon Kochen, dann kreatives Kochen.

Was hat dieser Stand auf einer Creativmesse zu suchen?

Was hat dieser Stand auf einer Creativmesse zu suchen?

Dennoch: Die Kinder hatten bei den zahlreichen Workshops viel Spaß. Da machte es auch nichts, dass die Teilnahme ein paar Euro kostet. Gamification wäre ein super Ansatz für ein Messekonzept gewesen, aber nix da. Die Kinder konnten ausprobieren und ihre Sinne schweifen lassen. Das hat durchaus Spaß gemacht und gilt es auszubauen. Bei uns kam gut an Spiegelmosaike kleben und Sandbilder malen hervorragend an.

Eindrucksvoll auch die Arbeiten der symapthischen Korbflächterin Elisabeth Kaaf aus dem Raum Lichtenfels, der deutschen Korbstadt. Sie zeigte traditionelle Handwerkskunst und gab Inspiration. So stelle ich mir eine Creativmesse vor und nicht nur Einkaufen/Verkaufen. Glaskugeln, Karten u.a. bekomme ich übers Internet auch, aber Inspiration durch Anfassen ist doch die Lösung. Witzig war auch Herdin Radtke. Der malenden Künstler Herdin Radtke zeigte mit langem Haar und Strohhut die Öl-Malkunst des Pomponismus – Wellness für die Seele. das war Show. Nett fand ich auch die selbstgestaltete Unterwäsche von Berlin Underwear. Nette Ideen, die mich inspirierten und Spaß machten.

Die Korbmacherin Elisabeth Kaaf zeigte, was mit Holz möglich ist. Wunderbar.

Die Korbmacherin Elisabeth Kaaf zeigte, was mit Holz möglich ist. Wunderbar.

So pflegt Herdin Radtke das Image des Künstlers.

So pflegt Herdin Radtke das Image des Künstlers.