Posts Tagged ‘Egmont Ehapa Media’

Persönlicher Nachruf auf den Asterix-Zeichner Albert Uderzo

25. März 2020
Meine Asterix aus den vergangenen Jahren.

Meine Asterix aus den vergangenen Jahren.

Ohne ihn hätte es die weltberühmten Comic-Helden Asterix und Obelix nicht gegeben: Nun ist Albert Uderzo im hohen Alter von 92 Jahren im Kreis seiner Familie an einem Herzinfarkt verstorben.
Gemeinsam mit dem Geschichtenerzähler René Goscinny erschuf er das Asterix-Universum, welches seit Generationen für Jung und Alt ein weltweiter gallischer Dauerrenner ist. Sein Motto lautete, dass das Arbeiten in der Comic-Branche jung hält.
Ich wurde zu Asterix gezwungen. Ich mochte die Figuren überhaupt nicht. Als ich Schüler war und miserable Englischnoten hatte, kamen meine Eltern auf die Idee, mir die englische Version von Asterix und Kleopatra zu kaufen. Es war eine Qual und die beiden gallischen Helden waren bei mir unten durch.
Englisch besserte sich und bei einem Familienurlaub im Garadasee in Italien gab es einen Zeitschriftenstand mit deutschsprachigen Zeitungen. Als einzige Comics gab es nur Asterix auf Deutsch und aus dieser Not heraus, näherte ich mich Asterix. Im Laufe der Jahre kaufte ich mir mehr und mehr der Hefte, konnte auf Parties lateinische Sprüche zum Angeben aufsagen und „Die spinnen die Römer“ wurde zu meinem Wortschatz. Jetzt ist mit 92 Jahren der Asterix-Zeichner gestorben.
Albert Uderzos langjähriger deutscher Verlag Egmont Ehapa Media GmbH zur traurigen Nachricht: „Die Welt hat einen großen Zeichner verloren. Zugleich bleiben wir reich beschenkt zurück mit den einzigartigen Comic-Geschichten aus Gallien. Durch die Abenteuer von Asterix wird Albert Uderzo uns und den Lesern in bunter, humorvoller Erinnerung bleiben. Wir bedanken uns bei ihm für eine vertrauensvolle und außergewöhnliche verlegerische Partnerschaft über ein halbes Jahrhundert und für all seine pointierten Zeichnungen und Geschichten.“ Einige der Comics hab ich mal aus dem Archiv geholt und stelle sie in diesem Video vor. Mein Lieblings-Asterix ist „Asterix bei den Schweizern“.

Albert Uderzo wurde am 25. April 1927 geboren. Alles deutete darauf hin, dass er mit seinen Händen Großes vorhatte: Albert Uderzo kam mit sechs Fingern an jeder Hand zur Welt. Seine Eltern beschlossen jedoch diese beiden überzähligen Finger entfernen zu lassen. Als Sechsjähriger Knirps lieferte er schon die ersten, beinahe druckreifen Zeichnungen zu Hause ab. Da erst bemerkte man, dass der Junge farbenblind war. Auch dieses Hindernis konnte ihn nicht stoppen. Mit 14 Jahren engagierte ihn ein Pariser Verlag. Mit 18 zeichnete er bereits seine eigenen Comic-Strips. Das Zeichentalent scheint ihm wirklich in die Wiege gelegt worden zu sein, denn er besuchte zu keiner Zeit eine Kunstakademie. Seinen unverwechselbaren Strich bringt er sich selbst bei und verbessert sich durch permanentes Üben. 1951 schlägt seine große Stunde. Er begegnet Jean Michel Charlier und insbesondere René Goscinny. Mit Charlier
entstehen die Abenteuer der beiden tollkühnen Piloten „Tanguy und Laverdure“. Zusammen mit René Goscinny entwickelt er zunächst „Umpah-Pah“. Zwischen den beiden Künstlern bahnt sich eine lebenslange, sehr innige Freundschaft an. Seinen großen Durchbruch feierte er 1961, als die gallischen Abenteuer in Frankreich schon in Form von kompletten Comic-Geschichten in 48-seitigen Alben erscheinen. Der Asterix-Funke zündet und nur wenige Jahre später und begeistert in ganz Europa.
Seinen größten Verlust erlebte er 1977: Nach dem plötzlichen Tod seines besten Freundes René Goscinny wollte das Zeichnergenie mit Asterix Schluss machen. Aber seine Fans überzeugten ihn weiterzumachen und so soll es auch jetzt sein: Auch wenn er diese Welt verlassen hat, durch Asterix wird der großartige Künstler in den Herzen der Leser für immer weiterleben.

LTB auf Münchnerisch – rechtzeitig zur Wiesn

15. September 2016

LTB auf Münchnerisch - rechtzeitig zur Wiesn.

LTB auf Münchnerisch – rechtzeitig zur Wiesn.

Natürlich habe ich eine Dialektfärbung. Ich spreche kein reines Hochdeutsch. Ich bin geprägt von meinem Umfeld, meinem Wohnort, meinen Eltern, meiner Frau – immer wieder lerne ich neue Begriffe aus der Dialektwelt kennen. Zum Spaß belege ich den Grundkurs Fränkisch bei meinem Kollegen Thomas Gerlach.


Ich freue mich, wenn Leute einen Dialekt sprechen – und noch mehr freue ich ich, wenn sie in die Hochsprache wechseln können, je nach Situation. Wo ist mich schwer tue, ist Dialekt im Schriftdeutsch. Immer wieder stoße ich auf Posts in Facebook, die in Bayerisch, Fränkisch, Platt oder Schwäbisch. Sicher gibt es Mundartdichter, die einen Dialekt in Schriftform pflegen, aber für mich ist Dialekt eine gesprochene Sprache. Bei den Posts in Facebook schreibt jeder so, wie ihm der Schnabel gewachsen ist und ich weiß nicht, ob ich das gut finde. Ach ja Schnabel – da bin ich beim Thema. Rechtzeitig zur Wiesn erschien vor kurzem das erste Lustige Taschenbuch im Münchner Dialekt. Der Egmont Ehapa Media-Verlag sieht richtig einen Markt für das Buch, denn am Samstag heißt es wieder „Ozapfd is“! Diesmal geht es aber nicht nur in München zünftig zu, sondern auch in Entenhausen. Pünktlich zum Oktoberfest plaudern unsere Lieblingsenten im Münchner Dialekt. Die erste Ausgabe der neuen Reihe „LTB Mundart“ bietet acht Geschichten in schönstem Münchnerisch aus dem Herzen des Freistaates.
Wenn ich sonst bei einem Comic relativ schnell durch bin, habe ich hier beim Lesen einige Zeit gebraucht. Ich tu mich echt schwer, einen Dialekt zu lesen, sei es das Münchnerisch aus Entenhausen oder anderen Dialekt. Die Übersetzung stammt von Wolfang J. Fuchs. Manches Mal habe ich das Gefühl, es stimmt auch nicht. Ich würde den Ausdruck anders schreiben, aber wie weiß ich auch nicht. Schließlich schreibe ich keinen reinen Dialekt.


Aber nicht nur mit Comics aus Entenhausen im Dialekt habe ich meine Schwierigkeiten. Als 2013 zur Buchmesse der Homer Simpson auf Hessisch erschienen ist, hatte ich die gleichen Probleme. Mit Hessisch fiel der Startschuss beim Panini-Verlag. Es sollte eine Reihe weiterer Regionalcomics geben. Jetzt folgen die Enten aus Entenhausen und ich werde wohl auf der Wiesn, zwei, drei Maß zu mir nehmen und dann das lustige Taschenbuch lesen. Prost. Und vielleicht verspeise ich auch eine schöne Ente in der Entenbraterei …