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Buchkritik: Linda McCartney Life in Photographs

19. Oktober 2013

Linda

Für mich ist Linda McCartney keine der Spitzenfotografen. Sie hatte den fotografischen Blick, wie es Andreas Feininger ausdrückte. Und sie hatte durch ihre Heirat mit Beatles Paul einen wunderbaren Vorteil vor ihrer fotografischen Konkurrenz. Sie kam nahe an die Beatles heran und drückte im entscheidenden Moment ab.

So entstanden eindrucksvolle Fotos aus dem Rock’n Roll Zirkus der damaligen Zeit. Viele davon sind in dem schönen Fotoband Life in Photographs zusammengefasst. Sie zeigen eine Nähe zu den Superstars der Szene, denn Linda hatte die wichtigsten Rockmusiker vor der Linse. Sie war übrigens die erste Fotografin des amerikanischen Rolling Stones, die ein Coverbild hatte. Es war damals 1968 Eric Clapton, und Linda McCartney zeigte, dass eine Frau in die Männerwelt der Rockfotografie vordringen kann.

Vor zwei Jahren kam die Highend-Version des Buches für 2000 Euro heraus. Das war es mir nicht wert. Ich hab mir die Volksausgabe für 50 Euro gekauft und interessiere mich auch für die iPad-Version. Diese Version im iBookstore gibt es für 9 Euro. Sie enthält 170 Fotos, ausgewählt aus den über 200.000 Bildern aus Linda McCartneys Archiv – die meisten davon mit Zoomfunktion. Ich halte es für eine gelungene Umsetzung eines Fotobuches. Als Bonusmaterial gibt es in der eBook-Version ein Video-Interview mit Paul McCartney und seinen Töchtern Stella und Mary. Gerade mit den Videos spielt das eBook seine volle Stärke aus.

Aber zurück zum Inhalt: Die große Leistung von Linda McCartney ist die unmittelbare Nähe. Sie schafft es, den richtigen Blick einzufangen. Technisch gibt es zahlreiche bessere Fotografen. Ihre Leistung ist die absolute Nähe zu den Künstlern.

Als Linda McCartney durch ihre Heirat berühmt wurde, stand sie selbst im Focus der Berichterstattung. Sie gab uns einen Einblick in ihre Familie. Private Bilder vom Familienleben der McCartneys wurden von ihr veröffentlicht. Besser als jede Homestory und mit dem Blick einer liebenden Mutter und Ehefrau. Das macht für mich die Faszination des Buches Life in Photographs aus. Schaut mal hinein, das Buch ist bei meinem Lieblingsverlag Taschen erschienen. Auch interessant ist übrigens das neue Album von Paul McCartney New. Der 71jährige lässt es richtig krachen.

Neue Beatles im Anmarsch: On Air – Live at the BBC Volume 2

27. September 2013

Beatles

Musik gehört zu meinen Leben und ich bin mit dem Songs der Beatles aufgewachsen. Die Fab Four gehören zum allgemeinen Kulturgut und es ist keine Frage, dass ich mir die Beatles Aufnahmen kaufe. Mein letzter großer Kauf lag mit der Beatles Mono Box schon eine zeitlang zurück. Aber am 8. November ist es wieder soweit. Dann erscheint der zweite Teil der BBC-Aufnahmen. Es gibt eine Doppel-CD und Vinyl-Collection On Air – Live at the BBC Volume 2mit 40 Aufnahmen ihrer BBC-Sessions von 1963-1964. Insgesamt umfasst die Doppel-CD 63 Tracks (Songs und Blabla). 37 der versammelten Live-Mitschnitte sind bisher unveröffentlichte Darbietungen der Fab Four. Dazu kommen 23 ebenfalls unveröffentlichte Aufnahmen von humorvollen Unterhaltungen der Bandmitglieder mit den Radiomoderatoren im Studio. Es sollkeine Überschneidungen mit der vorhergehenden Live at the BBC-Sammlung der Beatles geben, die übrigens remastered neu aufgelegt wird. Interessant ist, dass die Ankündigung nur von CD und Vinyl spricht. Ein Download bei iTunes wird nicht erwähnt – schade.

Beatles2

1994 erschien die Beatles Collection Live at the BBC und wurde weltweit gefeiert. Sie erreichte Platz 1 der britischen Charts, Platz 3 in den USA und verkaufte mehr als fünf Millionen Exemplare in nur sechs Wochen. Mit On Air – Live at the BBC Volume 2 st ab dem 8. November der Nachfolger im Handel erhältlich – als Doppel-CD oder als 180g 4-Vinyl-Set mit einem 48-seitigen Booklet.

Die Beatles spielten zu ganz unterschiedlichen Gelegenheiten und für die verschiedensten Sendungen in den Studios der BBC. Auf „On Air – Live at the BBC Volume 2“ hören wir aus erster Hand, wie die Band sich und ihren Sound der Nation präsentierte. Paul McCartney war besonders überwältigt, als er die alten Aufnahmen wieder hörte: „Man kann die Energie und die Stimmung förmlich spüren. Wir haben wirklich alles gegeben und uns nicht zurückgehalten. Wir wollten, dass es die besten Auftritte unserer Karriere werden.“

Zehn der Songs auf On Air hatte die Band in den 1960ern gar nicht für die EMI aufgenommen, darunter sogar zwei, die auf dieser Sammlung zum allerersten Mal auftauchen: ihre live ausgestrahlte Performance von Chuck Berrys „I’m Talking About You“ und ein Cover des Klassikers „Beautiful Dreamer“. Auch „Happy Birthday, Dear Saturday Club“, eine Verneigung der Band vor der wichtigsten Popsendung der 60er auf der BBC, ist eine weitere Überraschung.

Zwischen März 1962 und Juni 1965 strahlte die BBC in Großbritannien 275 einzigartige Performances von den Beatles aus. Allein 1963 trat die Band in 39 Radiosendungen auf. Im Laufe der Zeit spielten die Beatles 88 verschiedene Songs bei BBC-Sessions – einige davon mehrere Male, andere nur ein einziges Mal.

Auf On Air sind auch Mitschnitte von 30 besonders beliebten Beatles-Songs, darunter fünf Nummer Eins Hits und weitere Klassiker wie: „I Saw Her Standing There“, „Twist And Shout“, „Do You Want To Know A Secret“, „Boys“, „Please Mister Postman“, „Money“, „And I Love Her“ und „If I Fell“.

Wie schon auf dem auch von Kritikern sehr positiv aufgenommenen Vorgänger sind auf „On Air – Live at the BBC Volume 2“ Audioclips zu hören, auf denen sich die Beatles mit den DJs Brian Matthew und Alan Freeman sowie mit Lee Peters und Rodney Burke unterhalten, den Moderatoren von Pop Go The Beatles.

Beatles3

So sah die erste Aufnahme der BBC aus.

Das erste BBC-Album der Beatles „Live at the BBC“ aus dem Jahr 1994 erscheint zeitgleich in einer remasterten Neuauflage Live at the BBC (Remastered) – und klingt besser als je zuvor. Diese Auswahl der Sessions vereinte neue Versionen ihrer Hits mit 30 spannenden Songs, die die Beatles zwar alle live im Radio gespielt, aber in den 1960ern auf keinem Album veröffentlicht hatten.

So sieht die überarbeitete, erste Aufnahme der BBC aus.

So sieht die überarbeitete, erste Aufnahme der BBC aus.

„Live at the BBC“ wurde von George Martin zusammengestellt. Recherche und Auswahl für den Nachfolger „On Air – Live at the BBC Volume 2“ übernahmen die Produzenten Kevin Howlett und Mike Heatley. Beide Alben wurden in den Abbey Road Studios sorgfältig von Guy Massey und Alex Wharton gemastert. In den Booklets beider Sammlungen befinden sich Kevin Howletts Essays über die BBC-Sessions der Beatles und seine ausführlichen Kommentare zu allen Tracks.

Tracklisting „On Air – Live at the BBC Volume 2“

CD 1

1.       And Here We Are Again (Speech)

2.       WORDS OF LOVE

3.       How About It, Gorgeous? (Speech)

4.       DO YOU WANT TO KNOW A SECRET

5.       LUCILLE

6.       Hey, Paul… (Speech)

7.       ANNA (GO TO HIM)

8.       Hello! (Speech)

9.       PLEASE PLEASE ME

10.      MISERY

11.      I’M TALKING ABOUT YOU

12.      A Real Treat (Speech)

13.      BOYS

14.      Absolutely Fab (Speech)

15.      CHAINS

16.      ASK ME WHY

17.      TILL THERE WAS YOU

18.      LEND ME YOUR COMB

19.      Lower 5E (Speech)

20.      THE HIPPY HIPPY SHAKE

21.      ROLL OVER BEETHOVEN

22.      THERE’S A PLACE

23.      Bumper Bundle (Speech)

24.      P.S. I LOVE YOU

25.      PLEASE MISTER POSTMAN

26.      BEAUTIFUL DREAMER

27.      DEVIL IN HER HEART

28.      The 49 Weeks (Speech)

29.      SURE TO FALL (IN LOVE WITH YOU)

30.      Never Mind, Eh? (Speech)

31.      TWIST AND SHOUT

32.      Bye, Bye (speech)

33.      John – Pop Profile (Speech)

34.      George – Pop Profile (Speech)

 

CD 2

1.       I SAW HER STANDING THERE

2.       GLAD ALL OVER

3.       Lift Lid Again (Speech)

4.       I’LL GET YOU

5.       SHE LOVES YOU

6.       MEMPHIS, TENNESSEE

7.       HAPPY BIRTHDAY DEAR SATURDAY CLUB

8.       Now Hush, Hush (Speech)

9.       FROM ME TO YOU

10.      MONEY (THAT’S WHAT I WANT)

11.      I WANT TO HOLD YOUR HAND

12.      Brian Bathtubes (Speech)

13.      THIS BOY

14.      If I Wasn’t In America (Speech)

15.      I GOT A WOMAN

16.      LONG TALL SALLY

17.      IF I FELL

18.      A Hard Job Writing Them (Speech)

19.      AND I LOVE HER

20.      Oh, Can’t We? Yes We Can (Speech)

21.      YOU CAN’T DO THAT

22.      HONEY DON’T

23.      I’LL FOLLOW THE SUN

24.      Green With Black Shutters (Speech)

25.      KANSAS CITY/HEY-HEY-HEY-HEY!

26.      That’s What We’re Here For (Speech)

27.      I FEEL FINE (STUDIO OUTTAKE)

28.      Paul – Pop Profile (Speech)

29.      Ringo – Pop Profile (Speech)

Kubricks Kameramann Gilbert Taylor verstorben

27. August 2013

Gilbert Taylor ist im Alter von 99 Jahren auf der Isle of Wight gestorben. Die wenigsten Kinozuschauer werden Taylor kennen, haben aber sicherlich sein Werk gesehen. Gilbert Taylor war einer der wichtigsten britischen Kameramänner. Er stand bei unendlich vielen Filmen hinter der Kamera, wie zum Beispiel bei den Beatles-Klassiker Yeah, Yeah, Yeah – A Hard Day’s Night.

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Er begann in der Branche in den 20er Jahren beim Stummfilm.  Später er drehte mit vielen wichtigen Filmgöttern wie Alfred Hitchcock (Frenzy), Roman Polanski (Macbeth), Richard Donner (Das Omen) und John Badham (Dracula). Und er schuf für George Lucas die gewaltigen Bilder zu Krieg der Sterne und prägte sich in mein Filmgedächtnis ein. Für mich war seine absolute Meisterleistung die Zusammenarbeit mit Regie-Guru Stanley Kubrick für Dr. Seltsam oder wie ich lernte, die Bombe zu lieben . Die Kriegskamera in diesem Film ist einmalig. Hier konnte Gilbert sein Wissen als Kameramann aus dem Zweiten Weltkrieg einbringen. Er filmte den Abwurf britischer Bomben auf deutsche Städte, um den Erfolg der Angriffe zu dokumentieren.

Blockstöckchen – Bloggen? So mache ich das

4. August 2013

Mein Blogger-Freund Ludger Freese hat mir ein Blockstöckchen zugeworfen und ich hab es gerne angenommen. Er stellte mir ein paar Fragen, die ich hier beantworten. Viel Spaß beim Lesen.

Welcher Blogger-Typ bis du?

Als gelernter Journalist, der früher für Tageszeitungen und Fachzeitschriften tätig war, sind Blogs für mich eine klare Fortführung meiner journalistischen Arbeit. Wie kam es zu meinem Blog redaktion42.com? Ich gebe ja seit mehreren Jahren erfolgreich Seminare, unter anderem auch zum Thema Web 2.0. Dort zeige ich, wie sich die Welt verändert. Mit meinem Freund und Kollegen Thomas Gerlach saß ich vor fünf Jahren zusammen und wir kamen auch auf das Thema Blogosphäre zu sprechen. Uns war klar, dass wir nicht über Blogs referieren können, ohne wirklich dabei zu sein. Es gibt schon genügend Schwätzer, die über Sachen abstrakt philosophieren, ohne es zu praktizieren. Also – gesagt, getan. Wir beide gingen ans Bloggen. Doch was sollte der Inhalt sein? Wir beide verfolgten unterschiedliche Konzepte. Während der Kollege Gerlach zweimal die Woche zu speziellen Themen aus der Medien- und Internetbranche schreibt, versuche ich jeden Tag einen bunten Blogpost zu schreiben. Während seine Zielgruppe spitz und elitär ist, sollte mein Blog breit aufgestellt sein, er sollte vor allem Spaß machen. Daher wählte ich als Untertitel auch: Der Blog des digitalen Nomaden Matthias J. Lange. Wie ursprünglich Blog als grass-roots movement schreibe ich eine Art Tagebuch: Ich schreibe über die Dinge, die mich bewegen, die mir auffallen, die ich erfahre. Nach fünf Jahren können wir feststellen: Mein Blog ist der erfolgreichere, hat eine deutlich höhere Reichweite. Es stellt sich heraus, dass sich die User gerne mit den alltäglichen Dingen im Netz beschäftigen, sich überraschen und unterhalten lassen und da sind sie bei mir an der richtigen Adresse.

Gerätschaften digital:

Seit 1984 ist es sind Apple-Geräte. Die aktuellen sind im ganzen Haus verteilt, der Rest im Museum. Momentan sind es MacBook Pro, zwei MacBook Air, Mac Pro, iMac und mehrere Mac minis. Zudem nutze ich iPhone 5 und iPad 4 als mobile Geräte. Als professionelles Fotoequipment nutze ich Nikon D3x und Fuji X100s, im Videobereich die großen Canon- und JVC-HD-Kameras. Ein neues Hobby von mir ist die GoPro Hero3 mit einer wahnsinniger 4k-Auflösung. Und ich habe Akkus wie den tizi Kraftprotz und Ladekabel dabei, weil ohne Strom geht es nicht. Zur Unterhaltung und Entspannung darf der Kindle nicht fehlen.

Gerätschaften analog:

Mein Lieblingsfüller, den ich nur zum Unterschreiben dabei habe. führe ich so dann und wann mit mir. Aber so viele Unterschriften muss ich dann noch nicht leisten. Aber im Ernst: Die Welt ist nicht schwarz oder weiß – nicht anlaog oder digital. Meine Welt ist grau oder im besten Fall bunt.

Arbeitsweise:

Als Tageszeitungsjournalist habe ich gelernt, allzeit bereit zu sein und in jeder Situation schreiben zu können. Aber um genügend Platz für die Familie zu haben, schreibe ich in der Regel für meinen Blog am frühen Morgen oder in der späten Nacht. Ich habe keine Angst vor dem Schreiben. Ich arbeite ich an verschiedenen Blogbeiträgen gleichzeitig. Mein Ziel ist es, jeden Tag einen Blogbeitrag zu veröffentlichen. Viele Beiträge sind geplant und auf den Tag abgestimmt. Natürlich kommen tagesaktuelle Ereignisse hinzu und werfen die ganze Planung über den Haufen. Aber das macht das Ganze wieder spannend.

Welche Tools nutzt du zum Bloggen, Recherchieren und Bookmark-Verwaltung?

Als Blog-Plattform nutze ich WordPress, unterwegs auf der WordPress App. Texte schreibe ich in Google Drive und mehr und mehr ging ich zum Diktieren über aufgrund einer ausgeheilten Augenkrankheit. Die Textdateien sind für meine Frau freigegeben, die meine erste Kritikerin ist.

Ich nutzte früher auch Posterous als Plattform, aber dieser Dienst wurde ja eingestellt und meine Daten zu WordPress migriert. Ich versuche für meine Blogs in der Regel eigene Fotos oder Videos zu nehmen. Dazu ist für mich YouTube eine hervorragende Plattform. Mein Kanal heißt dort redaktion42. Die Bildbearbeitung erfolgt klassisch über Photoshop am Rechner oder entsprechende Tools am iPad. Die Verbreitung geschiet über Twitter, Facebook, Xing, Linkedin, Pinterest und Google+. Die Twitterfeeds werden mehrmals am Tage in unterschiedlichen Varianten wiederholt. Um Kommunikation zu fördern kommentiere ich bei meinen Freunden und erweitere so meine Reichweite.

Wo sammelst du deine Blogideen?

Meine Unterzeile des Blogs redaktion42.com lautet, das Blog des digitalen Nomaden Matthias J. Lange, ich bin ein Reisender. Ich bekomme meine Idee aus dem Web, viel aus den sozialen Netzwerken und dem RL, einige Hinweise kommen über klassische PR-Mitteilungen und vieles kommt aus Gesprächen mit echten Menschen. Wenn ich auf Reisen gehe, vergeht keine Stunde und ich habe neue Themen, aber auch ein kleiner Spaziergang reicht aus. Ich empfehle allen Bloggern die Lektüre von Sigi Sommer.

Was ist dein bester Zeitspar-Trick / Shortcut fürs Bloggen / im Internet?

Augen auf – die Themen liegen auf der Straße. Ich muss sie nur aufnehmen und daher ich muss mich trainieren, die Themen zu erkennen. Und das kenne ich noch aus der Zeit als ich mit der Schreibmaschine gearbeitet habe: Der Artikel ist im Kopf komplett geschrieben, bevor ich den ersten Buchstaben in die Tastatur tippe.

Aber ich musste auch feststellen, das Schreiben für einen Blog etwas anderes ist, als Schreiben für Papier. Ich liebe es früher für meine Leser zu schreiben. Aber: Ich will nicht über SEO-Maßnahmen philosophieren, aber natürlich ist Google heute einer meiner Hauptleser. Kurz und gut: ich musste meine Scheibe ändern und zwar komplett.

Das beginnt ganz einfach mit den Überschriften. Ich beherzige hier einfach mal die Tarzan Regel der Mainpost. Die Regel besagt: wenn der Text über Tarzan geht, muss Tarzan in die Überschrift. Als Printjournalist war ich es gewohnt, blumige Überschriften zu schreiben, die den Leser neugierig machen. Als Onliner, der auch für Google schreibt, muss ich klar schreiben, um was es in dem Post geht. Jeden Tag muss ich also die Gretchenfrage stellen. Schreibe ich schöne Texte für Menschen oder schreibe ich schöne Texte, die von Google gefunden werden? Am Ende ist das Leben wie immer ein Kompromiss.

Dann musste ich lernen, verstärkt auf visuelle Elemente zu setzen: also Bilder und vor allem Videos. Ging früher im Blogpost ohne Bild online, so sollte heute mindestens ein Bild und ab und zu ein Video dabei sein. Visuelle Elemente erhöhen die Aufmerksamkeit beim User und dann wird der Text auch gelesen

Benutzt du eine To-Do-List-App?

Ich habe mich von meiner Zettelwirtschaft verabschiedet. Früher hatte ich mehrere Zettel und Blöcke auf denen ich meine Notizen machte, um nichts zu vergessen. Ich führte lange To do-Listen und kam nicht zurecht. Ich verlor den Überblick.

Seit längerem habe ich damit aufgehört und führe nur noch eine einzige Liste. Damit behalte ich die Übersicht und weise das Chaos in die Schranken. Ich nutze toodledo, gekoppelt mit der Cloud, um auf jeden Endgerät die Daten snychron zu halten. Eines musste ich trotz der Technik lernen: Pack nicht zuviel in deinen Tag. Ich habe oft meine To do-Liste zu voll gepackt, so dass ich abends enttäuscht war, dass ich mein Pensum nicht geschafft habe. Das frustrierte und machte keinen Spaß. Das Übertragen von Aufgaben auf den nächsten Tag sollte nicht unbedingt zur Tagesordnung werden.

Also ganz wichtiger Tipp: Bleiben Sie realistisch. Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut und daher mute ich mir nicht mehr zuviel zu. Durch diese Listen kenne ich mein Leistungspensum. Das hat mich auch gelehrt, einmal nein zu sagen, wenn von außen mehr und mehr auf mich abgeladen wurde.

Außerdem musste ich meine persönliche Art von Projektmanagement erlernen. Oft standen früher in meiner Agenda ganz große Brocken, deren Bewältigung nicht an einem Tag zu schaffen war. Hier lernte ich ein großes Projekt in viele kleine Projektchen aufzuteilen, um tägliche Erfolgserlebnisse zu haben. Also klarer Tipp: Großer Brocken in kleinere Bröckchen aufteilen und schon läuft es besser.

Ich habe bei Kollegen gefragt, wie sie ihre Listen führen, wenn sie denn überhaupt eine führen: Die Ergebnisse waren unterschiedlich: Einer nimmt ein Schmierblatt, der andere ein Notizbuch, ein anderer seinen alten Palm und ich nehme die Cloud. Egal, was man nimmt, Hauptsache man nimmt es. Schließlich räumt diese Art von Aufgabenagenda wichtigen Speicherplatz im Gehirn frei. So ist es zumindest bei mir. Was ich aufgeschrieben habe, daran muss ich nicht jede Nacht denken. Diese To do-Listen ordnen meine Gedanken und damit kann ich  mich besser strukturieren und – ganz entscheidend – besser arbeiten.

Und wissen Sie, was das Schönste ist: Wenn eine Aufgabe erledigt ist, dann streiche ich sie mit Genuss durch. Ich glaube, die Psychologie nennt es Erledigungsfreude. Das gibt Motivation und Kraft für neue Aufgaben. Denn eines ist gewiss: Aufgaben gehen nie aus.

Gibt es neben Telefon und Computer ein Gerät, ohne das du nicht leben kannst?

Im Grunde ist das iPad und die Cloud immer dabei und im Moment spiele ich viel mit der Fuji X100s herum, so dass sie auch ist. In hab den schicke braune Lederumhängetasche, darin sind die ganzen Geräte und Kabel, Stative untergebracht.

FujiX100s

Gibt es etwas, das du besser kannst als andere?

Nein, ich bin zwar einmalig, aber ich bin nicht irgendwo besser als andere. Ich kann gut schreiben, aber es gibt bessere Schreiber. Ich kann gut fotografieren, aber es gibt bessere Fotografen. Ich kann gut filmen, aber es gibt bessere Filmer. Aber ich kann katastrophal singen.

Was begleitet dich musikalisch beim Bloggen?

Wenn ich im Tunnel bin, nehme ich nichts wahr. Daher kann ich grundsätzlich überall arbeiten. Aber Musik ist enorm wichtig in meinem Leben. Ich liebe Bob Dylan, Beatles, Pink Floyd, ELP, Deep Purple und King Crimson. Im Moment höre ich auch wieder sehr viel Kraftwerk und Hank Williams, Johnny Cash und Towns van Zandt. Unterschätzt ist zudem immernoch der großartige Warren Zevon. Im Klassikbereich stehe ich auf Bach, Beethoven und vor allem Richard Wagner, letzteren nur musikalisch – nicht politisch.

Wie ist dein Schlafrhythmus – Eule oder Lerche?

Ich kann zu jeder Tages- und Nachtzeit schlafen. Sag mir, wenn ich schlafen kann und ich schlafe. Aber durch ein geregeltes Familienleben gehe ich in der Regel gegen 0 Uhr ins Bett und stehe um 6 Uhr wieder auf. Als Freiberufler gönne ich mir dann und wann einen Mittagsschlaf und das ist für mich total erholsam. Also weder Eule von Lerche.

Eher introvertiert oder extrovertiert?

Extrovertiert – keine Frage. Liegt vielleicht auch an meinen roten Schuhen. Aber als Journalist habe ich gelernt, sich selbst nicht zu wichtig zu nehmen. Das ist als Blogger schon schwieriger. Und was ich auch lernen musste, ist die Personalisierung. Waren die Texte zunächst klassisch journalistisch geschrieben, wandelte sich die Sprache im Laufe der Zeit. Während es im klassischen Journalismus eine absolute Trennung der journalistischen Darstellungsformen gibt (zumindest in der Theorie), vermischt sich in meinem Blog die berichtende und kommentierende Form. Viele meiner Artikel enthalten heute eine klare Meinung von mir.

Diese Personalisierung spiegelt sich auch im Layout des Blogs wider. Hatte ich als Hauptbild früher ein nettes Foto von der GC aus Leipzig, wechselte ich es durch einen Porträtbild von mir aus. Und siehe da, die Zugriffszahlen und die Interaktion, sprich die Kommentare, stiegen. Wenn ich heute auf Veranstaltungen gehe, erkennen mich so manche Besucher. Das beste Beispiel war die re:publica dieses Jahr in Berlin. Als Journalist früher konnte ich unerkannt Veranstaltungen besuchen – das ist durch meinen Blog heute vorbei. Damit klar extrovertiert.

Wer sollte diese Fragen auch beantworten?

Thomas Gerlach

Monika E. König

Franz Neumeier

Der beste Rat, den du je bekommen hast?

„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“ Kant

kant

Noch irgendwas Wichtiges?

“Macht’s gut und danke für den Fisch” Douglas Adams

Vormerken: Am 20. April ist der Record Store Day (1)

17. April 2013

Am 20. April ist der Record Store Day, also der Tag der Schallplattengeschäfte. Während ich als Kind jeden Samstag im örtlichen Schallplattenladen Sound verbracht hatte, ist für mich heute die Zeit der Plattenläden vorbei. Der Record Store Day ist eine Erinnerung an vergangene Zeiten. Im Grunde wird krampfhaft versucht, etwas Sterbendes am Leben zu erhalten.

Dazu zwei Geschichten aus meiner jüngsten Vergangenheit: Als ich vergangenes Jahr in New York weilte, wollte ich den Aufenthalt mit dem Kauf der Beatles-Box in Mono krönen. Ich dachte mir, naiv wie ich bin, wenn irgendwo die Beatles zu haben sind, dann wohl in New York. Denkste. Zusammen mit meiner Frau hielt ich Ausschau nach CD-Läden, konnte aber keinen größeren Stores mehr finden. Ich wollte so was wie Tower Records oder Virgin Mega Stores. Aber nichts fanden wir.

Hab ich schon mal etwas von Amazon gehört, wurde ich in NYC gefragt.

Hab ich schon mal etwas von Amazon gehört, wurde ich in NYC gefragt.

Als wir im ehemaligen Künstlerviertel in New York spazieren gingen, dem Greenwich Village, schaute ich bei der Bleecker Street vorbei und traf auf den legendären Bleecker Street Records (39 Bleecker St. zwischen Carmine und Leroy streets). Übrigens wird der Laden im April 2013 wohl schließen, weil der Vermieter die Miete auf  27.000 US-Dollar anheben will. Naja, dem Betreiber von Bleecker Street Records schilderte ich mein Beatles-Problem und fragte nach Stores in New York. Der Typ schaute mich kurz an und ordnete dann seine Vinyl-Schallplatten weiter. Er sagte lakonisch zu mir: „Hast du schon mal was von Amazon und iTunes gehört?“

Das nächste Erlebnis mit einem Schallplattengeschäft hatte ich in Köln. Neben dem Millowitsch Theater in der Aachener Strasse 5 ist der Parallel Schallplatten. Das Sortiment umfasst Jazz, Funk, Soul, HipHop, Reggae, Soundtracks, Entertainer, Easy Listening, Country, Rock, Pop, Indie, New Wave, Industrial, Avantgarde und Klassik. Der Online-Shop ist interessant. Ich verbrachte ein paar Stunden in dem Schallplattengeschäft, fachsimpelte und quatschte – und kaufte am Schluss eine CD mit Musik vom C64. Ja, ich geb es zu, ich schäme mich dafür. Ich wollte eigentlich eine paar Singles, wurde aber nicht mehr fündig.

Blick in eine Parallel-Welt bei Parallel Schallplatten in Köln.

Blick in eine Parallel-Welt bei Parallel Schallplatten in Köln.

Vielleicht bewege ich mich am Record Store Day doch noch in ein paar Shops. In München gibt es noch welche. Schließlich gibt es an dem Tag eine neue Dylan Single, die ich brauche. Columbia Records will eine neue Dylan-Single veröffentlichen: Es handelt sich um eine Demo-Version von Wigwam und damit ein Teil der anstehenden Bootleg Series Vol. 10. Auf der B-Seite gibt es eine unveröffentlichte Version von Thirsty Boots. Insgesamt handelt sich um Aufnahmen einer von Fans ungeliebten Dylan-Phase mit abgedroschenen Schlagern. Ich bin sehr gespannt auf die Aufnahmen.

Trotz einiger Vinyl-Platten und einer gewissen Szene halte ich den Schallplattenmarkt als Massenmarkt für tot. Dennoch kann ich mich nicht überwinden, meine Vinyl-Schätze im Keller zu verkaufen. Sie werden noch einige Jahre dort verstauben. Aber ich verspreche: Neue Schallplatten werde ich keine mehr kaufen, höchstens noch ein paar Singles.

Parallel Schallplatten in Köln.

Parallel Schallplatten in Köln.

Yoko Ono wird 80. Jahre – alles Gute von mir

18. Februar 2013

Heute feiert Yoko Ono ihren 80. Geburtstag. Da gratuliere ich natürlich der alten Dame in aller Form. Inzwischen habe ich meinen persönlichen Frieden mit Yoko Ono gemacht. Für uns Beatles-Fans war sie zeitweise ein Stein des Anstoßes. Galt sie doch als Trennungsgrund für die Beatles.

Heute wissen wir, es ist Quatsch. Zwischen Paul McCartney und John Lennon kriselte es schon länger. Vielleicht hat die starke Persönlichkeit Yoko Ono die Trennung der Fab Four beschleunigt, aber sie war sicherlich nicht der Grund für die Trennung. Ich möchte mich für den Groll, den ich Frau Ono entgegenbrachte aufrichtig entschuldigen. Ihr wird es wohl egal sein.

Sie als Künstlerin hatte die Herausforderung zu bewältigen mit John Lennon als großen Künstler an ihrer Seite zu bestehen. Sie war nicht ein Anhängsel, sondern eine eigenständige, starke Frau. Die Liebe zwischen John und Yoko war unheimlich stark und sie musste erleben, wie der Irre Mark Chapman die Liebe ihres Lebens erschoss. Am 8. Dezember 1980 tötete der Irre den Beatle und Yoko Ono musste diesen Mord mitansehen – grausam.

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Dass so ein Mord ein Leben prägt, ist nur verständlich. Als Beatles-Fan trauerte ich um den Tod von John Lennon. Ich hatte Mitleid mit der Familie. Kein Verständnis hatte und habe ich dafür, dass Yoko Ono die blutverschmierte Brille von John Lennon auf dem Cover ihres Albums Season of Glass abgebildet hat. Das Album war zugegeben hervorragend, nur das Cover war für mich eine Beleidigung und ein Schock. Das habe ich Frau Ono bis heute nicht verziehen, auch zum 80. Geburtstag nicht. Um es diplomatisch zu sagen: Yoko Onos Alben waren in der Regel nicht mein Fall. Ich habe mir die Lennon-Aufnahmen mit ihr gekauft, die Solo-Aufnahmen mied ich in der Regel bis auf Season of Glass, wahrscheinlich weil es mit den gleichen Musikern aufgenommen wurde wie Milk and Honey. Unlängst habe ich auch Signature wieder komplett durchgehört, wunderschön.

Hier meine Videoerinnerung an die Stawberry Fields:

Seit 1980 kämpft sie erfolgreich dafür, dass der Mörder Chapmann hinter Gittern bleibt – und das ist meiner Meinung nach gut so. Die Bewährungsgesuche Chapmanns lehnte sie immer wieder ab. Im August 2012 war es wieder einmal soweit. Mark Chapmann stellte zum siebten Mal ein Gesuch auf Entlassung aus der New Yorker Anstalt Wende Correctional Facility, aber die Witwe von John Lennon lehnte ab. Begründung: Sie habe Angst um ihr Leben. Ich war zufällig bei der Ablehnung des Antrags in New York und besuchte den Ort des Mordes: Das Dakota Building, in dem die Familie Lennon/Ono wohnte und in dem Roman Polanski auch schon sein grausames Rosemaries Baby gedreht hatte.

Der Ort des Mordes an John Lennon.

Der Ort des Mordes an John Lennon.

Um auf andere Gedanken zu kommen, besuchte ich mit meiner Frau die Strawberry Fields im nahegelegenen Central Park. Hier hat Yoko Ono ihrem Mann ein Denkmal hinterlassen. Beatles Fans aus aller Welt legen hier Blumen nieder, singen Lieder von John Lennon und gedenken seiner. Das wird heute am 80. Geburtstag seiner geliebten Frau Yoko Ono nicht anders sein. Also: Alles Gute zum Geburtstag liebe Yoko Ono und wie wir in Bayern sagen: Samma wieder guat.

Bei den Strwberry Field wird gefeiert.

Bei den Strwberry Field wird gefeiert.

Kunstjahr 2013: Galerie Mensing eröffnet mit Duo Guldenstern und Wolfgang Fierek

9. Februar 2013
Das Duo Guldenstern (li, re) und Wolfgang Fierek (Mitte)

Das Duo Guldenstern (li, re) und Wolfgang Fierek (Mitte)

„Wer ein Bild kauft, der weiß, das in dem Moment etwas passiert. Es geht nicht um pure Dekoration, sondern es geht um persönliche Werte, die einem ein Leben lang begeistern“, so Galerist Harry Mensing. Die Galerie Mensing eröffnete vor kurzem das Kunstjahr 2013 mit einem Neujahrsempfang in der Galerie München. Bei diesem Event wurde mir wieder bewusst, wie wichtig Neugierde im Kunstbereich ist. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte ausgetretene Pfade nicht verlassen. Kunst bedeutet für mich, sich auf etwas neues einzulassen und den Blick über den Tellerrand schweifen zu lassen.

Galerist Harry Mensing in seiner Münchner Galerie.

Galerist Harry Mensing in seiner Münchner Galerie.

Kunst bedeutet für mich nicht Geldanlage. Ich weiß zwar, dass der Kunstmarkt aus finanziellen Aspekten interessant ist. Aber beim Kauf von Kunstwerken muss mir das Werk gefallen. „Im Vordergrund der Kunst steht immer die Emotion“, so Harry Mensing weiter – und recht hat er.

Matthias J. Lange mit Peter Guldenstern.

Matthias J. Lange mit Peter Guldenstern.

Bettina Müller, Galerieleiterin in München, sagte bei der aktuellen Ausstellung des Duo Guldenstern über die Künstler. „Es ist gelungen, deutsche Popart aus dem Dunstkreis der amerikanischen Vorbilder zu befreien und ihr Eigenleben und Originalität zu geben. In ihren ausdrucksstarken Montagebildern verarbeiten sie plakative Bild- und Textmitteilungen, die in verblüffenden Materialkombinationen zu immer wieder neuen Ebenen der Wahrnehmung zusammengeführt werden. Unmittelbar, ehrlich und authentisch.“

Matthias J. Lange mit Schauspieler Wolfgang Fierek

Matthias J. Lange mit Schauspieler Wolfgang Fierek

Stargast auf dem Neujahrsempfang war der Serienschauspieler und Amerika-Fan Wolfgang Fierek. „Amerika ist für mich etwas besonders“ , erzählte er. Popart habe ihn erwischt als Beatles-Fan, nachdem er das Cover von Yellow Submarine gesehen hatte. „Warhol war mir zu viel LSD“, so Fierek scherzahft. Popart sei gesellschaftsfähig geworden. „Bilder sind wie eine Zeitreise. Popart ist meine Kunstart, die ich liebe.“

Social Media-Appell: Paul McCartney soll Museum Beatlemania retten

15. Juni 2012

Als Beatles-Fan muss ich jetzt Farbe bekennen. Das Hamburger Beatles Museum soll Ende Juni 2012 geschlossen werden, weil die Besucherzahlen nicht ausreichen. Statt der erwarteten 200.000 Fans kamen jährlich nur 50.000 nach Hamburg. Damit beträgt nach Museumsangaben der jährliche Verlust bei 500.000 Euro. Somit soll Ende Juni Schluss mit dem Museum sein. Das ist schade, sehr schade. Für mich geht damit ein Teil unserer Populärkultur verloren.

Jetzt haben die Mitarbeiter einen Aufruf via YouTube gestartet. Gerichtet ist er an uns alle, aber vor allem an Sir Paul. Mit den Worten „Dear Paul“ appellieren die Mitarbeiter des Museums an Paul McCartney und bitten um Hilfe. Ganz nach dem Motto der Beatles-Songs „With a Little Help from My Friends“ und „Help“.

Das Museum Beatlemania liegt auf Reeperbahn und erinnert an auf fünf Etagen an die Fab Four und ihre Hamburger Zeit. In Liverpool lebt eine ganze Industrie von den Beatles, in Hamburg schafft es nicht einmal ein Museum mit rund 1000 Exponaten. Das ist für mich eine Schande. Dabei war Hamburg mit dem Star Club doch eigentlich die Wiege der Beatles.

Da ich nicht glaube, dass Paul meinen Blog auf dem Schirm hat, gilt es doch für mich als Beatles-Fan diese Videopetition zu verbreiten. Am Ende des Videos heißt es: „Bitte, wenn Du irgendeine Möglichkeit siehst, uns zu unterstützen, lass es uns wissen“ Vielleicht schafft es Social Media ja, das Museum Beatlemania zu retten oder eine Lösung zu finden. Also Retweeten und teilen. All together now!

Musiktipps: Leonard Cohens „Old Ideas“ und Paul McCartneys „Kisses on the Bottom“

15. Februar 2012

Im Moment höre ich die neue Musik von alten Männern: Leonard Cohen und Sir Paul McCartney. Beide haben in den vergangenen Wochen neue Aufnahmen veröffentlicht und beide bräuchten es aus Geldgründen eigentlich nicht mehr zu tun. Dennoch taten sie es und es ist gut so. Die Alben heißen bei Leonard Cohen „Old Ideas“ und bei Sir Paul „Kisses On The Bottom“.

Der Kandadier Cohen, mittlerweile 77 Jahre alt, birgt keinerlei musikalische Überraschungen mehr, aber viel Altersweisheit. Cohen macht das, was er schon immer hervorragend konnte: Er erzählt Geschichten, mal brummt er sie, mal summt er sie. Immer würdevoll, voller Humor und gefühlvoll – so kennen und lieben wir Cohen. Beim ersten Reinhören stellt der geneigte Hörer fest: Alle Erwartungen erfüllt – der Lala-Chor hält sich zurück, die Elektronik auch. Beim ersten Hören denkt man sich aber auch: Dieses Mal ist es ganz schön öde geworden. Aber wie immer bei Cohen kommt die Schönheit nach dem dritten, vierten Mal Hören hervor. Zwar schreibt man so keine Hitmusik, aber der bald 80-Jährige muss auch keine Hits abliefern. Seine Fans werden kaufen und genießen und ein paar neue Fans finden sicher Gefallen an der mystischen Stimme des Barden, die intensiv und voller Zärtlichkeit ins Ohr geht. Vieles hat mich persönlich berührt, einiges hat mich nachdenklich gemacht. Ein wunderbares Album, das ich alleine genießen kann. Leonard Cohen, das hast du prima gemacht.

Sehr viel skeptischer war ich da schon bei Sir Paul. Als Beatles-Fan muss ich gesehen, ich sah die Solo-Projekte der Fab Four bis auf George Harrison immer skeptisch. Lennon war mir zu viel aufgeblasene Politik, McCartney war mir zu viel aufgeblasener Weichspühler, Ringo Star hat Humor, aber eben nur begrenztes Talent – wobei Ringo der Glückspilz des Jahrtausends war. Aber „Kisses on the Bottom“ ist interessant. Paul spielt und interpretiert die Musik seiner Vätergeneration. Ja, Paul ist alt geworden und er ist reif geworden. Der britische Arbeiterjunge macht auf Jazz und er macht es gut. Ich hatte geglaubt, dass Paul McCartney bei seiner Vergangenheit ins Easy Listening abrutscht, aber er ist wohl durch Diana Krall und Band beim Jazz geblieben. Vom Pop-König ist nicht viel geblieben und den Thorn als Jazzer wird Paul nie erreichen, aber das Album macht Spaß und ich kann die Stimme von Paul genießen.

Beide Alben Leonard Cohens „Old Ideas“ und Paul McCartneys „Kisses On The Bottom“ sind für mich klare Kauftipps.

Aus gegebenen Anlass

11. September 2011

10 Jahre 11. September