Für mich war Ryan O‘Neal immer mit der Figur Redmond Barry verbunden. Natürlich hat O‘Neal großartige Rollen gespielt in Love Story, Papermoon oder Is was Doc, aber er wird für mich immer Redmond Barry aus Barry Lyndon sein. Nun ist Ryan O‘Neal im Alter von 82. Jahren verstorben.
Stanley Kubrick hat die Rolle des Aufstieg und Fall eines irischen Landadeligen mit einer Sorgfalt und Passion inszeniert, dass es einen großartigen Schauspieler wie Ryan O‘Neal brauchte, um den von William Makepeace Thackeray geschaffenen Charakter voll auszuschöpfen. „Ob arm, ob reich, am Ende sind sie alle gleich“, lautete das Fazit des großartigen Films Barry Lyndon. Das Schauspiel von Ryan O‘Neal ist grandios. Barry Lyndon war der einzige Film an dem Kubrick nachträglich nichts mehr verändert hatte. Er ist ein filmisches Gesamtkunstwerk, ein Spiel des Lichts, eine Verbeugung vor der Malerei des 18. Jahrhunderts bei der jede Einstellung stimmt. Scheinbar war Ryan O‘Neal von der Zusammenarbeit mit Kubrick so angetan, dass er seinen Sohn mit Farrah Fawcett mit dem Namen Redmond James Fawcett O’Neal taufte, der am 30. Januar 1985 geboren wurde.
Hier die neueste Folge meines Herzensprojekts Filmriss online. Jeden Monat spreche ich mit meinem Kumpel Markus Schmölz über neue Kinofilme und werfen einen Blick hinter die Kulissen des Kinos.
Dieses Mal sprechen wir über Girl You Know It’s True, Raus aus dem Teich, Aquaman 2 Lost Kingdom, Hör auf zu lügen, Sterne zum Dessert. Und ich bewerbe meine Matinee Suspira sowie stelle den Soundtrack 2001 Odyssee im Weltraum vor. Viel Spaß.Also viel Spaß mit rund einer halben Stunde Filmriss online, die Dezember-Ausgabe.
„Suspiria“ von 1977 ist ein wegweisender Horrorfilm des italienischen Regisseurs Dario Argento. Der Film zeichnet sich durch seine visuelle Brillanz, intensive Atmosphäre und unverwechselbare Stilisierung aus. Ich halte zu diesem Film meine phantastische Matinee am Sonntag, 10. Dezember um 10:45 Uhr im beheizten Scala Fürstenfeldbruck. Karten gibt es hier.
„Suspiria“ erzählt die Geschichte von Suzy Bannion, einer amerikanischen Ballettschülerin, die nach Deutschland kommt, um an einer renommierten Tanzakademie zu studieren. Bei ihrer Ankunft erfährt sie von seltsamen Vorfällen und unerklärlichen Todesfällen, die mit der Akademie in Verbindung stehen. Suzy beginnt, die düsteren Geheimnisse der Schule zu entwirren, und entdeckt dabei eine düstere Welt voller Hexerei und okkulter Rituale.
Inszenierung und Stil: Argento setzt in „Suspiria“ auf eine einzigartige visuelle Ästhetik, die den Film zu einem Meisterwerk des Giallo-Genres macht. Die Farbpalette ist überwältigend und trägt wesentlich zur surrealen Atmosphäre bei. Die intensive Nutzung von Rot, Blau und Grün schafft eine unheimliche, traumähnliche Welt, die den Zuschauer von Anfang bis Ende in den Bann zieht. Die sorgfältige Komposition der Bilder und die Verwendung von Licht und Schatten tragen dazu bei, eine beunruhigende und faszinierende visuelle Erfahrung zu schaffen. Und es gibt in dem Film wunderschöne Aufnahmen vom Münchner Flughafen Riem und dem Königsplatz.
Musik: Die Musik von Goblin, die den Soundtrack von „Suspiria“ komponiert hat, ist ein weiteres herausragendes Element des Films. Die repetitive, hypnotische Musik verstärkt die Unheimlichkeit und verstärkt die Spannung in den entscheidenden Szenen. Die Kombination von Bild und Musik erzeugt eine beängstigende Atmosphäre, die einen nachhaltigen Eindruck hinterlässt.
Handlung und Charaktere: Die Handlung von „Suspiria“ ist geprägt von übernatürlichen Elementen und einer mysteriösen Atmosphäre. Argento verwebt geschickt Elemente des Okkulten und des Übernatürlichen, ohne dabei die Grundlage der Geschichte aus den Augen zu verlieren. Die Charaktere sind zwar nicht besonders tiefgründig, erfüllen jedoch ihre Funktion im Rahmen der Geschichte. Manche Zuschauer könnten sich auch an der expliziten Gewaltdarstellung stören, die für das Giallo-Genre jedoch charakteristisch ist.
„Suspiria“ ist ein wegweisender Horrorfilm, der sich durch seine einzigartige visuelle Gestaltung, die beeindruckende musikalische Untermalung und die geschickte Verbindung von Horror und Kunst auszeichnet. Dario Argento hat mit diesem Film einen Klassiker geschaffen, der auch Jahrzehnte nach seiner Veröffentlichung nichts von seiner Faszination eingebüßt hat. Für Liebhaber des Horrorgenres und des Giallo-Stils ist „Suspiria“ ein absolutes Muss. Neugierig? Karten gibt es hier. Wir sehen uns am Sonntag im Scala.
Es hat uns buchstäblich kalt erwischt. Die Schneewalze ist über meinen Wohnort und ganz Oberbayern gerollt. Ich war tagelang mit Schneeschippen beschäftigt. Der ÖPNV ist zusammengebrochen. Durch das Wetter sind auch Seminare von mir ausgefallen. Mein Gefühl war, dass einige Schulen den Switch zum Home Schooling nicht geschafft haben. Als ob es Corona nicht gegeben hat. Die Vorlesungen eines der Kind fanden reibungslos online statt. Jetzt galt es das Familienautomobil auszugraben und nach dem Eisregen freizukratzen.
Autofahrer, die eine Garage haben, haben es wirklich gut erwischt. Wir haben eine Garage, eine Doppelgarage sogar, aber die steht mit Plunder voll, so dass das Auto im Hof parken musste. Und natürlich ist es eingeschneit. Wer sein Auto draußen stehen lassen muss, hat dagegen oft mit Herausforderungen zu kämpfen. Natürlich ist es wichtig, bei Schnee und Eis mehr Zeit einzuplanen und nicht den gewohnten Rhythmus beizubehalten. Ich hab mal ein paar nützliche Infos zusammengetragen, denn ich denke, es wird nicht der letzte Schnee sein.
Loch in die Scheibe Wer es sich zu leicht machen möchte und nur ein kleines Loch in die vereiste Frontscheibe kratzt, kann richtig Ärger bekommen. Das führt in jedem Fall zu einem Verwarnungsgeld, sobald die Polizei einen erwischt. Die gesamte Sichtfläche muss komplett frei sein. Im Falle eines Unfalls aufgrund beeinträchtigter Sicht können die Kosten erheblich steigen, da Mithaftung droht. Vollkaskoversicherungen können die Deckung um mehrere tausend Euro reduzieren. Das ganz zu schweigen davon, dass man durch solch ein Verhalten Radfahrer, Fußgänger und andere Verkehrsteilnehmer gefährdet. Hier sollten bei Eisregen unbedingt die Scheiben des Automobils freigekratzt werden.
Einsatz von Hilfsmitteln Eissprays aus dem Handel mögen zwar Geld kosten, aber sie können helfen, dicke Eisschichten zu lösen und das Kratzen mit dem Eisschieber zu erleichtern. Die Wirksamkeit hängt jedoch von der Zusammensetzung ab. Wichtig ist, dass die Sicht nach dem Einsatz nicht durch Schlieren beeinträchtigt ist. Ein Hausmittel verspricht am Morgen eisfreie Scheiben – zumindest, wenn die Temperaturen nicht allzu eisig sind: Ein Gemisch aus Essig und Wasser im Verhältnis 3:1 am Vorabend auf die Frontscheibe sprühen.
Und natürlich sollten stabile Eiskratzer im Auto verbanden sein. Billige Krater zerspringen bei einem professionellen Einsatz, also hier sollte man nicht am falschen Ende sparen. Für das Freikratzen der Scheiben sollten spezielle Eiskratzer für den Pkw verwendet werden. „Ersatzlösungen“ wie CD-Hüllen, die im Auto herumliegen, können die Scheibe beschädigen. Metallschaber können ebenfalls Kratzer in der Scheibe verursachen und im schlimmsten Fall auch den Lack beschädigen. Daher ist es ratsam, Kunststoffschaber zu verwenden und beim Kratzen nicht zu viel Druck auszuüben. Der ADAC empfiehlt außerdem, darauf zu achten, dass die Scheiben im Winter immer schmutzfrei sind, da Schmutzpartikel beim Kratzen wie Schmirgelpapier wirken können.
Für diejenigen, die morgens keine Lust auf das Kratzen haben, ist es eine Überlegung wert, die Frontscheibe mit Pappe oder speziellen Folien abzudecken. Textilien wie Decken sind jedoch keine gute Idee, da sie eine unschöne Allianz mit dem Eis eingehen und das gesamte Verfahren erschweren können. Das Eis und die Textilien verbinden sich und dadurch wird eine eisfreie Sicht im Auto deutlich erschwert und der Autofahrer verliert wieder kostbare Zeit.
Motor warmlaufen lassen Das Warmlaufenlassen des Autos im Stand ist keine empfehlenswerte Methode, um die Scheiben freizubekommen. Dies führt nicht nur zu nervenden Nachbarn, sondern kostet seit 2020 auch ein stattliches Verwarnungsgeld von 80 Euro. Die Ordnungshüter achten auf dieses Umweltvergehen. Darüber hinaus ist es ineffektiv, da der Motor des Autos unnötig belastet wird, ohne dabei Betriebstemperatur zu erreichen.
Wärmflasche Einige empfehlen Wärmflaschen, die man dicht an die Windschutzscheibe legt. Dies erfordert jedoch frühes Aufstehen, da es einige Zeit dauert bis sich die Wärme auf die zugefrorenen Scheiben auswirkt. Alternativ können Wärmflaschen bereits über Nacht auf das Armaturenbrett gelegt werden. Zwei bis drei Liter geben ausreichend Wärme ab, um das Zufrieren der Scheibe zu verhindern. Am nächsten Morgen muss dann kaum oder gar nicht gekratzt werden.
Das Gießen von heißem Wasser auf die Frontscheibe wird nicht empfohlen, da dies zu Spannungen und Rissen auf einer eiskalten Scheibe führen kann.Das kann dann böse enden, wenn morgens die zugefrorene Windschutzscheibe des Automobils zerspringt.
Beschlagene Scheibe Eis ist eine Sache, aber auch nachdem es entfernt wurde, beeinträchtigen oft beschlagene Scheiben die Sicht. Um dies zu verhindern, kann ein kleiner Behälter mit Grillkohle, der über Nacht im Fußraum deponiert wird, hilfreich sein. Die Grillkohle ist staubtrocken und absorbiert die Feuchtigkeit im Auto. Das Ergebnis: klare Sicht am nächsten Morgen. Auch Katzenstreu, in einen Seidenstrumpf gepackt und hinter die Windschutzscheibe gelegt, kann Feuchtigkeit binden. Da haben unsere beiden Kater aber blöd geschaut, als ich das Katzenstreu abgefüllt habe.
Zeitungspapier hilft ebenfalls gegen beschlagene Scheiben: Unter Stofffußmatten platziert, absorbiert es Feuchtigkeit. Gummifußmatten hingegen können mit Zeitungspapier bedeckt werden. Es ist wichtig, dies regelmäßig zu wechseln. Wenn Zeitungspapier hinter der Windschutzscheibe verteilt wird, erfüllt es ebenfalls seinen Zweck.
Irgendwie wurde man immer schief angesehen, wenn man unter Dylan-Fans gestand, dass man das Album At Budokan von 1978 gut fand und ja ich habe immer dazu gestanden: Mir hat die erste Japan-Tour von Bob Dylan im Land der aufgehenden Sonne gefallen – und so begrüße ich ausdrücklich die Veröffentlichung der kompletten Ausgabe The Complete Budokan 1978. Als Dylan-Fan habe ich mir gleich die fette Box gekauft und ein Unboxing gemacht.
Dylans allererste Konzerte in Japan, darunter acht Auftritte in der berühmten Nippon Budokan Hall in Tokio. Zwei der Budokan-Konzerte – der 28. Februar und der 1. März 1978 – wurden auf analogen 24-Kanal-Mehrspurbändern aufgezeichnet. 22 Auftritte aus diesen Konzerten waren auf „Bob Dylan At Budokan“ zu hören, einem 2LP-Set, das im April 1979 weltweit veröffentlicht wurde. The Complete Budokan 1978 ist das erste Mal, dass Dylans komplette Konzerte von seiner Welttournee 1978 offiziell erhältlich sind.
Die Musik auf dieser Tour wurde als Bob Dylan goes to Las Vegas bezeichnet. Chor und große Band. Die Songs waren komplett anders als bei der punkigen Rolling Thunder Tour, die Mitte der 70er durch die USA tourte. Weniger Punk, dafür mehr Melodie und der Meister singt hervorragend. Für mich repräsentiert die Aufnahmen Dylans künstlerische Evolution, da er sich hier von seinen folkigen und rockigen Wurzeln entfernt und sich in Richtung eines soundreichen, orchestralen Rocks bewegt. Die Live-Aufnahme aus dem Budokan in Tokio bietet eine einzigartige Perspektive auf Dylans Repertoire, da er einige seiner bekanntesten Songs in neu interpretierten Versionen präsentiert. Hardliner waren entsetzt und empfanden die abweichenden Arrangements als gewöhnungsbedürftig und das ist noch höflich ausgedrückt. Aber Dylan wäre nicht Dylan, wenn er nicht seinen Kopf durchsetzt. Für mich zeigen die Aufnahmen Dylans künstlerische Vielseitigkeit und die Bereitschaft, sich ständig neu zu erfinden. Der Kerl wird einfach nicht langweilig. Die Begleitung durch ein großes Ensemble von Musikern, darunter Bläser und Hintergrundsängerinnen, verleiht dem Album eine theatralische Qualität. Die Energie, die von der Bühne strahlt, ist ansteckend, und man kann förmlich die Begeisterung des japanischen Publikums spüren. Songs wie „Like a Rolling Stone“ und „Blowin‘ in the Wind“ erhalten durch die reichen Arrangements eine neue Intensität, die sich von den Originalversionen deutlich abhebt.
Einige Puristen könnten argumentieren, dass diese experimentelle Phase nicht dem entspricht, was sie von Dylan erwarten, aber es ist wichtig, die künstlerische Freiheit zu würdigen, die Dylan hier ausübt. Das Album spiegelt den Geist der Zeit wider, in der Künstler nach neuen Wegen suchten, um ihre Musik zu präsentieren. Interessant ist ja dann auch, dass Dylan nach dieser Las Vegas-Phase in seine Prediger-Phase reinrutsche und die Konzerte zu wahren Gottesdiensten verwandelte.
The Complete Budokan 1978 ist sicherlich nicht das, was man von einem typischen Dylan-Album erwartet, aber es ist ein fesselndes Dokument einer kreativen Phase, in der der Künstler seinen Sound erforschte und die Grenzen seiner musikalischen Identität erweiterte. Es ist ein Zeugnis für Dylans künstlerische Reife und die Bereitschaft, sich ständig neu zu erfinden. Und ich schrieb es bereits: Mir gefällt die Sammlung sehr gut.
Was für ein Brett! Godzilla Minus One hat für mich das Kinojahr gerettet. Nach der Pleite von Napoleon ist der neue Godzilla ein wirklicher Film für die große Leinwand.
Ich hab den neuen Streifen auf der großen Leinwand im Scala Fürstenfeldbruck gesehen und mich haute den Streifen von regelrecht vom Hocker. Er unterscheidet sich von vielen Godzilla-Filmen der alten Zeit und auch von den US-amerikanischen Produktionen, denn Godzilla Minus One hat eine Tiefe an den Tag gelegt, wie man selten bei Monsterfilmen findet. Regisseur Takashi Yamazaki weiß, wie man Godzilla in Szene setzt. Das Vieh ist ein badass schlechthin und walzt alles platt, kennt kein Pardon und enthält nicht eine Spur von Humor. Ein würdiges Geburtstagsgeschenk an die Fans von der traditionellen Produktionsfirma Toho zum 70. Geburtstag.
Und Godzilla trifft die japanische Seele. Das Ganze spielt vor dem offiziellen Godzilla, der ja 1954 das Filmleben erblickte. Godzilla Minus One spielt in Japan 1945 kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Tokyo ist zerstört, der Wiederaufbau beginnt langsam. Wir kennen solche Wiederaufbaubilder aus Europa nach dem Ende der Hitler-Dikatur. Die Gespräche der Akteure drehen sich immer wieder um den großen Krieg, um Verantwortung, Verführung und Niederlage, allerdings wird der Abwurf der Atombomben auf Japan nicht wörtlich thematisiert. Allerdings fällt ein schwarzer Regen nach einem Angriff von Godzilla zu Boden, eine klare Anspielung auf den Atombombeneinsatz der Amerikaner über Hiroschima und Nagasaki. Dieser schwarze Regen berührt die japanische Seele und wird vom europäischen Zuschauer wohl nur am Rande wahrgenommen. Im Film wird – und das ist ungewöhnlich – Kritik an der japanischen Regierung geäußert. Das kommt in Nebensätzen durch und ist ein wahrer Kulturbruch, denn der Staat hat immer recht.
Der Film ist die persönliche Geschichte vom Kamikaze-Pilot Koichi Shishima (Ryunosuke Kamiki), der das Leben dem Freitod für Kaiser und Vaterland vorzieht. Er landet mit seinem Flugzeug auf der Insel Odo und trifft mit einem Reparaturtrupp auf Godzilla. Koichi Shishima stellt sich wieder nicht seiner Aufgabe und kneift beim Kampf gegen das Monster – was auch aussichtslos gewesen wäre. Koichi Shishima und ein Mechaniker überleben den brutalen Angriff von Godzilla, der unter der Menschen wütet. Mit dem Trauma des Versagens lebt der Mann sein Leben, trifft auf die junge Frau Noriko Ōish (Minami Hamabe) und das Kind Akiko (Sae Nagatani). Alle sind Gestrandete nach dem Krieg und versuchen im neuen Japan klarzukommen. Sie gründen eine Zweckgemeinschaft und Koichi Shishima nimmt den gutgezahlten Job auf den Minenräumer Shinsei Maru aus Holz an. Dort trifft er wieder und wieder auf Godzilla, denn das Monster hat Tokyo im Visier. Mehr sei nicht verraten.
Doch eines sei noch gesagt: Godzilla ist gewaltig und gnadenlos gegenüber der Menschheit und ihren technischen Errungenschaften. Wenn der Hitzestrahl von Godzilla eingesetzt wird, dann rieselt es von der Decke, so gewaltig ist das Gebrüll. Und auch hier beweist sich Takashi Yamazakis Talent. Bevor der Strahl vom Monster abgefeuert wird, herrscht Stille im Kino wodurch die Gewalt der Verwüstung noch gewaltiger ausfällt – genial gemacht. Es ist als würde der Kinozuschauer die Druckwelle der Explosion am eigenen Körper verspüren. Godzilla kennt keine Gnade, verwüstet mit seinem gewaltigen Schwanz die Städte, zerquetscht Menschen als seien es Insekten und ist absolut in schlechter Gemütsstimmung.
Die Japaner müssen Godzilla alleine bekämpfen. Die Besatzungsmacht USA hält sich raus, um nicht einen Konflikt mit der Sowjetunion zu provozieren. Elegant von Regisseur Takashi Yamazaki eingefädelt, so bleiben die Amerikaner und ihre Waffentechnik wie die H-Bombe außen vor.
Und dann verbeugt sich Godzilla Minus One vor den alten Filmen, bei denen der schlauer Wissenschaftler Kenji eine Idee hat, um das Monster zu bekämpfen. Statt der Super X (auch Super X1) der frühen Filme ist es nun ein Kyushu J7W Shinden. Das Flugzeug war Ende des Zweiten Weltkriegs die modernste Konstruktion eines japanischen Jagdflugzeuges, kam aber wie die deutsche Me262 nicht zum Einsatz.
Ein Wort zum Soundtrack. Ich kannte Naoki Satō als Komponist von Anime-Scores und als Schöpfer der Siegeshymde der 2020 Olympischen Spiele in Tokyo. Ich hab leider nur die japanische CD ergattert, es soll noch eine limierte Vinyl geben. Und die Fans im Kino klatschten als Akira Ifukube Godzilla-Thema erklang von King Kong vs. Godzilla (1962) sowie Mothra vs. Godzilla (1964).
Zur Statistik: Für die Hardcore-Fans: Es ist der 37. Film im Godzilla Franchise und Tohos 33. Godzilla und der 5. Film in der Reiwa Ära. Zuvor gab es die Shōwa Ära (1954–1975), Heisei Ära (1984–1995), Millennium Ära (1999–2004) und nun seit 2016 Reiwa Ära
Sprechen wir mal heute über Socken, genauer über die gemeine Herrensocken. Vorbei sind die Zeiten als ich wahrlos in einem Schuhgeschäft noch zu einem Zehnerpack Herrensocken in Schwarz gegriffen hab, weil ich dachte: Socke ist Socke. Denkste – viele der Billigsocken passen nicht wirklich und sind von minderer Qualität.
Im Laufe der Jahre des Sockenkaufs haben sich bei mir zwei Firmen herauskristallisiert, in deren Socke sich mein Herrenfuß wohlfühlt. Es sind die Socken von Burlington mit ihren bekannten Mustern und es sind Socken von von Jungfeld aus Mannheim.
Bei von Jungfeld haben es mir vor allem die farbigen Socken angetan, die ich auch gerne zu offizielleren Anlässen anziehe. Sie haben auch klassisch schwarze Socken, wenn es mal ganz offiziell wird oder eine Beerdigung ansteht. Aber sonst spaziere ich mit den bunten Socken durch die Welt. Die Qualität überzeugt mich absolut, die Passform ist für meine Füße optimal und die Dinger fallen auf. Neulich war ich für einen Kunden bei einem politischen Event unterwegs und beim Gang Richtung Waschraum sah ich, dass der Herr vor mir, auch rote von Jundfeld Socken trug. Ich machte ihm ein Kompliment, er bedankte sich und erklärte mir, dass die Socke eben von von Jungfeld stammte, europäische Produktion und so. Wie er so schwärmte, lupfte ich mein Hosenbein und meine rote Socke kam zum Vorschein. Gelächter – zwei Markenbotschaften auf dem Weg zur Toilette.
Ja, die Socken sind deutlich teuerer als die Zehnerpack Socken aus dem Supermarkt, haben aber mehr Klasse und ich persönlich habe mehr Freude und Lebensqualität. Und das ist mir wichtig, auch bei der Herrensocke.
Ich habe kein irisches Getränk im Hause, dann nehm ich halt einen Schotten von Ardbeg und stoße auf den verstorbenen Shane MacGowan an. Der Trinker und Sänger oder Sänger und Trinker ist unlängst im Alter von 65 Jahren verstorben. Ich mochte seine Aufnahmen und verbinde mit den Liedern meine Liebe zur Insel.
Es war 1984 als ein Schulfreund die Schallplatte Red Roses for Me anschleppte. Ich war damals als braver Schujunge in einer selbstverordneten Punk-Phase und schwankte zwischen Clash, Ramones und Sex Pistols. Ich sollte unbedingt mal in die Pogues reinhören, bei denen Shane MacGowan als Sänger agierte. Die Musikrichtung sei Folkpunk, wurde mir erklärt.
Ich höre hinein und war sofort begeistert. Für mich stand fest: Es sind die Dublingers mit ein paar Drinks zuviel und provokanten Texten. Shane MacGowan war mit seinen schlechten Zähnen wahrlich keine Schönheit für ein Poster an der Wand meines Jugendzimmers, aber singen konnte der Typ. Ich nahm ihn sein Aufbegehren und seinen Protest sofort ab, aber die Pogues waren auch für mich eine Partyband, zu deren Musik ich die geistigen Getränke probierte, meist billiger Blend. Man konnte schön mitgröhlen und das nächste Album Rum, Sodomy & the Lash war mein persönlicher Favorit. Hier stimmte für mich einfach alles, tolle Verbindung von Folk und Punk.
Später kaufte ich mir noch ein paar Pogues-Scheiben, natürlich auch das unvermeidliche Fairytale Of New York, das mir auf Christkindl- und Weihnachtsmärkten bis zur Besinnungslosigkeit eingehämmert wurde. If I Should Fall From Grace With God hieß das dritte Album der Truppe und danach hatte ich irgendwie keinen großen Bock mehr auf die Pogues.
Ich wollte mal die Band live sehen, aber dazu kam es nicht mehr. Shane MacGowan war mehr mit dem Alkohol als mit der Interpretation seiner Lieder beschäftigt. Organversagen hieß es am Schluss. Es tut mir leid um diesen talentierten Songwriter und Sänger seiner Lieder. Die Musikwelt verliert ein weiteres Original.
Vielleicht ist es wirklich so, dass die Umgebung die Atmosphäre eines Konzerts beeinflusst. Diesen Eindruck hatte ich als ich dem Auftritt von Martin Kohlstedt im traditionsreichen Parktheater Göggingen besuchte. Die hypnotische, zeitweise fast meditative Klangwelt Kohlstedts wirkte hervorragend in diesem nach einem Brand von 1972 wieder aufgebauten Pachtbau.
Auf der Bühne mit Flügel und Mini Moog sowie Sequenzer veranstalte der Thüringer Musikkünstler seine fast zweistündige Show aus Musik und Licht vor ausverkauftem Hause. Martin Kohlstedt beherrscht die hohe Kunst der Improvisation von analogen und digitaler Musik. Das Ganze kann komplett in die Hose gehen oder sich zu einem einmaligen Kunstgenuss entwickeln.
Über die meiste Zeit war es ein musikalischer Genuss, unterbrochen von kleinen Ansprachen des Künstlers, Er sprach zumeist über die Chancen und Risiken der Improvisation und hatte sein Publikum absolut im Griff. Ich habe die Schlussansprache und das finale Stück hier angefügt.
Ich kannte Martin Kohlstedt meist nur von Vinyl-Aufnahmen. Kennengelernt habe ich den Musiker in der Pandemie als ich auf der Suche nach neuen musikalischen Horizonten war. Ich kam von der Berliner Schule wie Klaus Schulze, Tangerine Dream oder Edgar Froese und wollte in Wogen aus Musik ertrinken. Die ersten Aufnahmen von Kohlstedt sind Klavierimprovisationen, dann kam mehr und mehr Elektronik dazu. Ich sah mir seine Albenvorstellungen als Live-Stream-Übertragungen im Netz an und wurde ein Fan des Musikers.
Nach Corona ging er auf große Tour und schloss eine kleine Reihe von Konzerten, die so genannten B-Tour an. Hier machte er auch in Bayern Station. Ich war schnell und kaufte Karten für das wunderschöne Kurhaus in Göggingen. Die Abstimmung von Musik und Licht wirkte in diesem historischen Raum besonders gut. Ob es in einem modernen Zweckbau oder einen klassischen Konzerthalle ebenso einen nachhaltigen Eindruck hinterlässt, kann ich nicht sagen. Die Wahl der Location war auf jeden Fall die richtige Wahl sowohl für Künstler und Publikum.
Nach der Show präsentierte sich Martin Kohlstedt als Künstler zum Anfassen. Er stand am Merch-Stand für kurze Gespräche mit Fans bereit. Auch ich holte mir Autogramme auf meine Vinyl-Alben und nutzte die Gelegenheit während der Abbauarbeiten zu einem kleinen improvisierten Interview. Vielen Dank dafür.
Nach unzähligen Aufrufen in YouTube und Instagram nun zum zweiten Mal live und in Farbe konnte ich Standup-Comedian Ivan Thieme genießen. Dieses Mal nicht bei unlängst in Berlin, sondern in München im Lucky Punch Comedy Club im Kulturareal Fat Cat im ehemaligen Gasteig. Die Idee eines Comedy Clubs in München finde ich super und wir müssen Michael Mittermeier dankbar sein, dass er in die Einöde Bayern so etwas initiiert hat.
Max Osswald, rockte das Vorprogramm, nachdem er zuvor die Türen des Comedy Clubs aufgesperrt und Karten abgerissen hatte. Der 1992 geborene Autor und Comedian kokettierte mit dem Thema Alter, nachdem er die 30 überschritten hatte. Das Publikum war zumeist jung, Mitte zwanzig und amüsierte sich köstlich. Als Mitte Fünfzigerjähriger dachte ich mir nur, komm du mal in mein Alter und lachte mit. Er ging wunderbar auf alte Säcke-Sprüche ein und ich erkannte mich wieder. Max Osswald, du bist ein großartiger Beobachter deiner Umgebung und ich sehe viel Talent in diesem jungen Mann.
Mit Ivan Thieme kam dann der Hauptakt an die Reihe. Ich hatte ihn in Berlin zusammen mit meiner Gattin gesehen und wollte ihn in meiner Geburtsstadt München auch die Ehre erweisen. Der gebürtige Ukrainer kam mit sieben Jahren nach Deutschland und wurde ein wunderbarer Wortakrobat. Er spricht über die kleinen und großen Dinge des Lebens aus persönlicher Sicht, vor allem beim Thema Öffis (ÖPNV) konnte sich seine Gedanken nachempfinden. Der engagierte Baseketball erzählte von seinen Schwierigkeiten der Kontaktaufnahme mit dem weiblichen Geschlecht, was man sich bei diesem Mundwerk nur schwer vorstellen kann. Natürlich auch immer köstlich der Dialog mit dem Publikum. Ernster wurde es als im Carl Amery-Saal in der ersten Reihe am Rand eine junge Frau saß, die Thieme zugleich ansprach. Sie stellte sich als Ukrainerin heraus, die vor dem Krieg in ihrer Heimat geflohen war. Hier hätte bei den ernsten Situation die Stimmung kippen können, doch sie verständigten sich auf Ukrainisch und Thieme gelang es, den Bogen herumzureißen und die Stimmung zu retten.
Als hervorragender Improvisator erwies sich Ivan Thieme nach der Pause. Aus nicht nachvollziehbaren Gründen gelang es Max Osswald, der auch noch für die Technik zuständig war, das Bühnenlicht nicht anzuschalten. Die Bühne mit Thieme blieb für einige Minuten dunkel, das Saallicht war aus und nur das Logo von Lucky Punch Comedy Club leuchtete in Neonfarben. Schöne Atmosphäre, die Thieme aber nicht aus seinem Konzept riss. Er verließ sein vorgegebenes Programm und improvisierte mit uns Zuschauern. Irgendwann sagte er auch: Ich genieße es, von mir aus könnte es im ganzen zweiten Teil dunkel bleiben. Doch Max Osswald bekam das Licht wieder in den Griff und Thieme machte mit dem vorgegeben Solo-Programm weiter. Die anwesenden 60 Zuschauer quittierten die Show von Osswald und Thieme mit großem Applaus.
Noch ein Wort zum Lucky Punch Comedy Club. Es ist wichtig, dass es so eine Einrichtung gibt und fast täglich bespielt wird. Ein Highlight im Gasteig, der derzeit renoviert wird. Der ehemalige Kulturpalast ist leer, dunkel und verlassen. Da wirkt die rote Beleuchtung des Lucky Punch Comedy Clubs wie ein Zufluchtsort. Aber München ist nicht Berlin. Während man in der Hauptstadt in den Keller steigt, von Feuerpolizei will ich gar nicht reden, steigt man in München auf Metalltreppen in den ersten Stock. Während in Berlin ein tätowierter bärtiger Typ die Karten abreißt, steht beim Gasteig ein städtischer Beamter in Uniform da, der einen den Weg in den Carl Amery Saal weist, der einstmals für Filmvorführungen genutzt wurde. München ist halt nicht Berlin und das ist auch gut so. Und ich freu mich, dass die bayerischen Comedian-Szene hier eine gewisse Heimat gefunden hat.