Musiktipp: Edelweiß von Joachim Witt

23. Juli 2024

Wenn es denn sein muss, dann kaufe ich auch die Wiederveröffentlichung von Joachim Witts zweites Soloalbum Edelweiß. Es ist nun bezeichnend auf weißem Vinyl herausgekommen und Edelweiß ist neben Silberblick für mich das wichtigste Album des deutschen Künstlers.

Und ja, es sind alte Scheiben. 1980 kam das Opus Silberblick auf den Markt und ich hab noch die Vinyl von damals und die Wiederveröffentlichung. Von Edelweiß hab ich nur noch die CD, die Vinyl von 1982 finde ich nicht mehr. Da ist es gut, dass Edelweiß wieder aufgelegt wurde. Es folgte dann noch Märchenblau, aber da war meine persönliche Witt-Phase im Grunde vorbei und heute interessiere ich mich nicht mehr für die Werke des Künstlers. Das Popalbum Märchenblau von 1983 sollte vielleicht auf blauen Vinyl veröffentlicht werden.

Ich lebe musikalisch hier in der Vergangenheit, in der Welt der Neuen Deutschen Welle. Witt stach damals aus der Branche heraus, sowohl musikalisch als auch textlich.

Der große Jaki Liebezeit von Can spielte damals die Drums und das alleine reicht schon, um ein Ohr zu riskieren. Aber vor allem die ikonischen Texte aus Single Tri tra trullala (Herbergsvater) liefen damals und heute die ganze Zeit. Das war Protest und Systemkritik ohne als solcher offen daher zu kommen – und tanzbar war das Liedchen auch.

Ey, lasst das sein, Kinder
Ihr seid wohl ganz versessen
Ey, lasst das sein, Kinder
Ihr seid wohl ganz versessen

Und es sind auf Edelweiß Texte, wo heute beim Zuhörer die Schnappatmung einsetzen würde. Ich denke da nur an die Zeilen:
Ich bin der Deutsche Neger, ah – uh
Gib‘ mir den Stoß, den ich zum Leben brauche
Laß mich verliebt Dir meine Liebe hauchen
Ich brauch den Ruck-Zuck um meinen Trieb zu lеnken
Das Huhn macht Tuck-Tuck, um uns ein Ei zu schenkеn
Vielleicht war Witt bereits damals schon ein Visionär als er in Inflation im Paradies schrieb:
Ich hab‘ die ganze Welt geseh’n
Im Fernsehen und auf Fotografien

Ich schweife ab. Also kauft euch die alte neue Witt Edelweiß und erinnert euch an gute alte Zeiten.

Lizenzjäger Walter Potganski – Der Netzwerker des deutschen Films

22. Juli 2024

Die Filmbranche ist ein hartes Geschäft. In der Vergangenheit war es wichtig, wen man kennt, und dieses Netzwerkwissen ist Gold wert. Einer der wichtigsten Netzwerker der Branche ist Walter Potganski, Geschäftsführer von Moviemax. Wir, Markus Elfert von Filmreport und Matthias J. Lange von redaktion42, trafen diese Legende zum Interview auf dem Bavaria-Gelände.

Walter Potganski ist im komplizierten Lizenzgeschäft der Filmwelt zu Hause. Er rutschte bei einem Job bei Arri in die Szene hinein und ist ihr seitdem treu geblieben. Er kannte die Stars und Produzenten, angefangen bei Maria Schell und ihrem Ehemann Veit Relin, über die großartige Romy Schneider und Regielegende Hans-Jürgen Syberberg (er drehte damals weniger Kunst, sondern Reportagen über frivole Sexfilmchen), bis hin zu Alois Brummer und Klaus Lemke und viele mehr. Er verhandelte mit Leo Kirch und lernte auch eine Menge von diesem lange Zeit sehr erfolgreichen Filmhändler. Hier unser Interview:

Immer wieder veröffentlicht Walter Potganski bei Moviemax Perlen der Filmgeschichte, wie beispielsweise die Romy Schneider-Filme „Trio Infernal“ (1974), „Abschied in der Nacht“ oder „Das alte Gewehr“ (1975) auf Bluray in besonderen Ausgaben sowie „Der Pfarrer von St. Pauli“. Ich mag ihn besonders für die Wiederentdeckung von Will Tremper. Walter Potganski brachte mir die Filme „Playgirl“ (1966) und vor allem „Die endlose Nacht“ (1963) näher, letzterer ein starker Berlin-Film mit einer Hannelore Elsner, die bis zu ihrem Tode dankbar für die Wiederveröffentlichung des Ensemblefilms warb. Potganski lernte auch den Komponisten Peter Thomas kennen, und ihn verbindet eine Freundschaft mit dessen Sohn Philip.

Als Fan des fantastischen Films freute ich mich auf die Bluray-Veröffentlichung „Die Schlangengrube und das Pendel“ nach Edgar Allan Poe. „Die Schlangengrube und das Pendel“ ist ein deutscher Gruselfilm von Harald Reinl aus dem Jahr 1967 mit Lex Barker, Karin Dor und Christopher Lee in den Hauptrollen. Ich hatte den Film nur als heruntergerockte Super-8-Kopie und genieße den fabelhaft restaurierten Film mit den zahlreichen Hinweisen auf die christliche Symbolik. Walter Potganski überraschte uns mit einem humorvollen Plakat von Karin Dor, als sie 1965 eine Maß trinkt, als Werbeplakat für „Die Schlangengrube und das Pendel“.

Natürlich kamen wir im Interview auch auf den persönlich schönsten Coup von Walter Potganski zu sprechen: die komplette Wiederveröffentlichung einer meiner Lieblingsserien als Jugendlicher: Enid Blytons „Fünf Freunde„, eine britische TV-Serie von 1976. Die Geschwister Julian, Dick und Anne treffen während ihrer Ferien auf ihre Cousine George mit ihrem Hund Timmy (ein Border Collie). Gemeinsam geraten sie in Abenteuer, lösen Rätsel und helfen damit auch der Polizei. Ich habe die Bücher und die Serie verschlungen, den Kinofilm aber abgelehnt.

Ich musste mich so zusammenreißen, dass ich nicht während des Interviews anfing, die Titelmelodie der Serie zu trällern, die meine Generation wohl auch mitsingen kann: „Wann immer sich ein Abenteuer lohnt: Angst und Schrecken kennen wir nicht, denn das sind wir gewohnt. Wo immer ein Rätsel zu lösen ist: Hoch in dem alten Schloss oder im Schmugglernest. Fünf Freunde das sind wir: Julian, Dick und Anne, George und Timmy der Hund. Fünf Freunde das sind wir: Wir kommen schnell herbei, wann immer ihr es wollt. Wir kommen schnell herbei, und schon sind wir da.“ Herrlich. So eine Veröffentlichung der schön gestalteten roten DVD-Sammelbox ist ein komplizierter Weg, der bis zum britischen Oberhaus reichte. Walter Potganski überließ uns eine Mindmap, die das komplizierte Rechtegeschäft bei dieser Filmreihe zeigt.

Und er überließ uns einen wahren Schatz: den Sendepass des ZDF mit der Ansage für die Erstausstrahlung von „Fünf Freunde“. Danke. Mal sehen, wie wir den Geschichtenschatz von Walter Potganski heben können. Es gibt noch so viel zu erzählen.

Erfolgreiche Lesung in der Eisdiele: Alberto – ein italienisches Herz in Maisach

21. Juli 2024

Gerne versuche ich mich ehrenamtlich auch bei meiner Wohnortgemeinde Maisach im oberbayerischen Landkreis Fürstenfeldbruck einzubringen. So arbeite ich beispielsweise im Arbeitskreis der Geschichte der Gemeinde Maisch gerne mit und darf auch das Layout des jährlich erschienenen Sammelbandes Meisaha erstellen. Ich halte es wichtig sich ehrenamtlich zu engagieren, um der Gemeinschaft etwas zurückzugeben.

Im vergangenen Jahr schrieb ich dort den Artikel Alberto – ein italienisches Herz in Maisach. Er handelt von Alberto Pontil, der Besitzer unserer Eisdiele in Maisach. Alberto verstarb 2022 und hätte dieser Tage seinen 58. Geburtstag begangen. Aus diesem Grund durfte ich eine Lesung in seiner Eisdiele durchführen, die heute von seiner Frau Romina und den beiden Kindern weitergeführt wird.

Etwa 25 Zuhörer sind erschienen und lauschten meiner Lesung. Der Betrieb der Eisdiele lief während meiner Lesung weiter, weshalb man in der Videoaufzeichnung auch das eine oder andere Kindergeschrei hört. So ist eben das Leben. Hier das Video von der Lesung.

Familie Pontil ist in Maisach besser bekannt als Alberto und Romina, die Inhaber des Eiscafés Alberto in Maisach. Die beiden stammen aus dem Cadore-Tal, das zur Gemeinde San Pietro in der Provinz Belluno gehört. Es ist die Gegend Italiens, in der die moderne Geschichte des Speiseeises in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ihren Anfang fand. Sie gilt als die europäische Wiege des Speiseeises, sagte Alberto Pontil immer gerne. Denn von dort kommen rund zwei Drittel der 4000 Eisverkäufer in der Bundesrepublik. Ich zeige die Entwicklung der Eisdiele auf, die eine enorme regionale Bedeutung hat.

Das Heft Meisaha gibt es über die Gemeinde Maisach und lokalen Händlern zu beziehen.

Zwei Filme zum 20. Juli über Claus Schenk Graf von Stauffenberg

20. Juli 2024

Im Moment beschäftige ich mich mit dem deutschen Helden Claus Schenk Graf von Stauffenberg. Ich habe bereits ein Online-Seminar hinter mir und eines liegt vor mir. Heute am 20. Juli sind meine Gedanken bei diesem Mann und allgemein wird in der Gesellschaft wieder um Attentate diskutiert. Zur Erinnerung habe ich mir zwei Filme angeschaut, die sehr unterschiedlich sind. Es gibt mehr Filme zum Thema 20. Juli, aber ich habe aus Zeitgründen mir zwei herausgesucht.

Operation Walküre – Das Stauffenberg-Attentat
Zum einen Operation Walküre – Das Stauffenberg-Attentat (Originaltitel: Valkyrie) ein von 2007 bis 2008 gedrehter Kinofilm des Regisseurs Bryan Singer mit Tom Cruise in der Hauptrolle. Cruise ist bekennendes und ranghohes Mitglied („Operating Thetan VII“) der umstrittenen Scientology-Sekte.

Der Film zeigt die Entwicklung des Offiziers der Wehrmacht Claus Schenk Graf von Stauffenberg vom Frontsoldaten in Afrika bis zu seiner Exekution nach dem gescheiterten Attentat vom 20. Juli 1944 und anderer Mitverschwörer gegen Adolf Hitler. Dabei werden sowohl die Beweggründe der großenteils aus dem Offizierskorps stammenden Verschwörer aufgezeigt wie auch die Schwierigkeiten der praktischen Umsetzung des geplanten Attentats und dem nachfolgenden „Unternehmen Walküre“. Der Film ist voller Fehler, so wird Stauffenberg durchgehend als Oberst bezeichnet, obwohl erst dies erst seit 1.Juli 1944 war. Zu den zahlreichen anderen Ungenauigkeiten zählt auch, dass Soldaten den Hitlergruß ausführen. Tatsächlich wurde der Hitlerguß in der Wehrmacht erst nach dem Attentat vom 20. Juli 1944 eingeführt. Bis dahin wurde mit dem militärischen Gruß gegrüßt. Dennoch hat der Film dazu geführt, dass durch Cruise der in Amerika bis dato immer noch recht unbekannte deutsche Widerstand zu mehr Anerkennung kam.

Es geschah am 20. Juli
Eine wirkliche Perle für mich ist dagegen der Film „Es geschah am 20. Juli“. Er ist ein Film, der nicht nur als ein Stück historischer Dokumentation, sondern auch als ein tief bewegendes menschliches Drama in Erinnerung bleibt. Unter der Regie von G.W. Pabst, der vor schon den Letzten Akt als Vorbild für den Film der Untergang drehte, bringt dieser Film die mutige und tragische Geschichte der Männer und Frauen, die versuchten, Adolf Hitler zu stürzen, eindrucksvoll auf die Leinwand.

Die Darstellung von Claus Schenk Graf von Stauffenberg durch Bernhard Wicki ist von außergewöhnlicher Intensität und Tiefe. Wicki fängt die innere Zerrissenheit und den unbeugsamen Mut von Stauffenberg auf eine Weise ein, die den Zuschauer mitten ins Herz trifft. Man spürt die Last der Verantwortung, die auf seinen Schultern liegt, und die schrecklichen Konsequenzen, die seine Entscheidungen nach sich ziehen. Jeder Blick, jede Geste von Wicki spricht von der Verzweiflung und zugleich der Hoffnung, die den Kern dieses historischen Augenblicks ausmachen.

Karl Ludwig Diehl als General Friedrich Olbricht und Paul Bildt als General Ludwig Beck bieten ebenfalls herausragende Leistungen, die die Tragik und die heroische Dimension des Attentatsversuchs intensivieren. Walter Franck als Dr. Carl Goerdeler bringt eine glaubhafte Mischung aus intellektuellem Eifer und tiefer moralischer Überzeugung in seine Rolle ein. Diese Charaktere sind nicht nur historische Figuren, sondern Menschen aus Fleisch und Blut, die mit ihren Ängsten, Hoffnungen und ihrem unerschütterlichen Willen, das Richtige zu tun, kämpfen.

Die filmische Umsetzung der Ereignisse vom 20. Juli 1944 ist von atemberaubender Präzision und Dramatik. Die Spannung ist nahezu unerträglich, wenn Stauffenberg die Bombe in Hitlers Hauptquartier, der Wolfsschanze, platziert. Die Minuten, die folgen, sind von einer solchen Intensität, dass man als Zuschauer den Atem anhält, wohl wissend, dass das Schicksal einer ganzen Nation auf dem Spiel steht. Als der Versuch schließlich scheitert, durchdringt eine tiefe, schmerzliche Traurigkeit den Film. Die Ergriffenheit über die Tragödie der gescheiterten Mission und das Opfer der Verschwörer lässt niemanden unberührt.

G.W. Pabst gelingt es, nicht nur die historischen Ereignisse nachzuzeichnen, sondern auch die emotionale Tiefe und Komplexität dieser Menschen zu erfassen. Die Kameraarbeit, das Spiel mit Licht und Schatten, die eindringliche Musik – all das verbindet sich zu einem intensiven Erlebnis, das lange nach dem Ende des Films nachhallt. „Es geschah am 20. Juli“ ist nicht nur ein Film über ein historisches Ereignis; es ist ein Mahnmal des Mutes, der Opferbereitschaft und der Hoffnung auf eine bessere Welt. Es erinnert uns daran, dass es in den dunkelsten Stunden Menschen gibt, die das Licht der Menschlichkeit und der Gerechtigkeit am Leben erhalten. Dieser Film ist ein bewegendes Zeugnis der Kraft und des Wertes des menschlichen Geistes und bleibt in seiner emotionalen Tiefe und historischen Bedeutung unvergessen.

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Noch nie verbrachten Deutsche so viel Zeit am Smartphone

17. Juli 2024

Es kommen wieder die Mahner vor der Smartphone-Nutzung. Noch nie verbrachten Deutsche so viel Zeit am Smartphone. Das ist mit Sicherheit richtig, denn das Smartphone ist kein Telefon, sondern ein Werkzeug im Alltag im Privaten und für die Arbeit.

Ihre intensive Smartphone-Nutzung sehen immer mehr Deutsche kritisch – dennoch nimmt der Konsum weiter zu. Das zeigt eine von Deloitte durchgeführte repräsentative Befragung von 2.000 Konsumenten aus dem Mai 2024.

Quelle: Deloitte / Weiterer Text über ots und http://www.presseportal.de/nr/60247 / Die Verwendung dieses Bildes für redaktionelle Zwecke ist unter Beachtung aller mitgeteilten Nutzungsbedingungen zulässig und dann auch honorarfrei. Veröffentlichung ausschließlich mit Bildrechte-Hinweis.

Fast die Hälfte der Befragten (48%) schätzt, dass der eigene Smartphone-Konsum in den vergangenen zwölf Monaten weiter gestiegen ist. Gleichzeitig hinterfragen immer mehr Menschen ihr Verhalten: Ebenfalls knapp jeder Zweite (49%) verbringt nach eigener Einschätzung zu viel Zeit am Smartphone-Bildschirm (im Vergleich 2019: 38%). Sogar acht von zehn Befragten (84%) unter 35 Jahren finden, dass sie zu viel Zeit am Handy verbringen.

„Die Verbraucherinnen und Verbraucher senden ambivalente Signale. Zwar ist das Smartphone populär wie noch nie, doch immer mehr Menschen sehen ihre lange Bildschirmzeit kritisch. Das wirkt sich zwar aktuell noch nicht auf die Umsätze aus, Netzbetreiber, Hardwarehersteller und Content-Provider sollten diese Stimmungslage aber ernst nehmen“, ordnet Dr. Andreas Gentner, Partner und Leiter des Branchensektors Technology, Media & Telecommunications bei Deloitte, die Ergebnisse ein

Quelle: Deloitte / Weiterer Text über ots und http://www.presseportal.de/nr/60247 / Die Verwendung dieses Bildes für redaktionelle Zwecke ist unter Beachtung aller mitgeteilten Nutzungsbedingungen zulässig und dann auch honorarfrei. Veröffentlichung ausschließlich mit Bildrechte-Hinweis.

Der erste Blick am Morgen
Im Jahr 2024 besitzen nicht nur 92 Prozent der Deutschen ein Smartphone, viele können gar nicht mehr ohne. Das zeigt ein Blick auf die Nutzungsfrequenz der beliebtesten Messaging- und Social-Media-Anwendungen: WhatsApp wird altersübergreifend von mehr als einem Viertel der Befragten (26%) mindestens einmal pro Stunde aufgerufen. Heavy User gibt es auch bei Instagram und YouTube: zehn bzw. acht Prozent loggen sich dort stündlich ein. Zudem sehen 46 Prozent der Deutschen sofort nach dem Aufwachen auf ihr Smartphone. Nicht mitgezählt sind hierbei diejenigen, die lediglich den Handywecker ausschalten. Da fällt mir ein, ich habe gar keinen regulären Wecker mehr. Auch beim Essen nutzen drei von zehn Befragten (30%) den digitalen Alleskönner. Jüngere sogar noch häufiger – unter den 18- bis 25-Jährigen sind es über 60 Prozent.

Fast jeder Fünfte unter 25 führt Schmerzen auf Handynutzung zurück
Exzessives Verhalten kann die physische und psychische Gesundheit, aber auch soziale Fähigkeiten beeinträchtigen. Über alle Altersgruppen hinweg haben 56 Prozent der Befragten bei sich schon solche Nebenwirkungen infolge ihres Smartphone-Konsums beobachtet. Besonders verbreitet sind Einschlafprobleme (48%), Ablenkung von anderen Aufgaben (40%) oder der Zwang, regelmäßig das Smartphone zu checken (36%). Da junge Menschen das Handy am intensivsten nutzen, sind sie auch von den Begleiterscheinungen besonders betroffen: In der Altersgruppe unter 25 nehmen 93 Prozent negative Auswirkungen ihres Konsums bei sich wahr. Fast jeder Fünfte zwischen 18 und 24 Jahren führt physische Beschwerden wie etwa Kopfschmerzen auf das Smartphone zurück (19%).

„Diese Zahlen belegen die gravierenden Folgen eines extremen Nutzungsverhaltens. Im Sinne ihrer unternehmerischen Verantwortung sollten Anbieter den Fokus auf die Qualität der Dienste legen, anstatt die reine Bildschirmzeit weiter in die Höhe zu treiben. So ergeben sich sogar zusätzliche Möglichkeiten der Monetarisierung“, so Dr. Andreas Gentner.

Bislang haben sieben von zehn Befragten (70%) Maßnahmen ergriffen, um die eigene Nutzung einzuschränken. Häufig ist das Ausschalten von Tönen und Benachrichtigungen (32%; 20%). Ein radikales „Digital Detox“ legen jedoch nur 15 Prozent der Befragten ein. Vollständig auf das Smartphone zu verzichten könnten sich nur gut drei Prozent der Deutschen vorstellen.

Alberto – ein italienisches Herz in Maisach

16. Juli 2024

Ich freue mich sehr auf diesen Event. Zu Ehren von Alberto Pontil darf ich eine kleine Lesung am Dienstag, 16. Juli, um 19 Uhr in der Eisdiele Alberto in Maisach halten. Sie steht unter dem Titel Alberto – ein italienisches Herz in Maisach.

Alberto verstarb 2022 und die Gemeinde verlor einen guten Freund. Ich schrieb in der Zeitschrift Meisaha vom Arbeitskreis der Geschichte der Gemeinde Maisch im Landkreis Fürstenfeldbruck einen Artikel über diesen Unternehmer, Vater und Ehemann, der dieser Tage 58. Jahre alt geworden wäre. Um 19 Uhr werde ich diesen Artikel lesen.

Familie Pontil ist in Maisach besser bekannt als Alberto und Romina, die Inhaber des Eiscafés Alberto in Maisach. Die beiden stammen aus dem Cadore-Tal, das zur Gemeinde San Pietro in der Provinz Belluno gehört. Es ist die Gegend Italiens, in der die moderne Geschichte des Speiseeises in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ihren Anfang fand. Sie gilt als die europäische Wiege des Speiseeises, sagte Alberto Pontil immer gerne. Denn von dort kommen rund zwei Drittel der 4000 Eisverkäufer in der Bundesrepublik. Ich zeige die Entwicklung der Eisdiele auf, die eine enorme regionale Bedeutung hat.
Veranstaltungsort ist das Eiscafe Alberto, Bahnhofstraße 16, in Maisach, Teilnahme kostenlos. Eis darf gerne gegessen werden.

Zahlen Sie für Online-Angebote?

15. Juli 2024

Gehören Sie dazu? Rund 20 Prozent deutscher Internet-Nutzer zahlen für journalistische Online-Angebote. Hm, ich habe für mich einen Kompromiss gefunden und nutze Readly, eine Zeitungs- und Zeitschriftenplattform für rund 10 Euro im Monat. Wenn das darunter fällt, dann bin ich bei den 20 Prozent dabei.

Ich verstehe, dass Zeitungen und Zeitschriften Geld verdienen müssen und für ihre Produkte Geld verlangen müssen. Die Kosten für Redaktion, Druck, Vertrieb und Verwaltung sind hoch, wenn wir vom Papierbetrieb sprechen. Ich verstehe allerdings nicht, warum ich hohe Abokosten für ein einzelnes digitales Produkt zahlen soll, wenn Druck und Vertrieb in einer digitalen Welt gering bis gar nicht mehr anfallen.

42 % der Internet-Nutzer in Deutschland finden es richtig, für hoch­wertigen Journalismus im Internet auch Geld zu verlangen, sagt eine repräsentative Befragung im Auftrag von Bitkom. Das Zauberwort heißt für mich hoch­wertiger Journalismus. Ich will keine Kollegen-Schelte betreiben, aber unter hochwertig stell ich mir oft etwas anderes vor. Die Redaktionen wurden von Verlegern ausgedünnt. Vielleicht wäre es mal sinnvoller bei den Chefetagen zu sparen. Sie merken meinen Frust über die Situation.

Viele Kollegen tragen noch immer die Nase ganz weit oben und glauben, dass sie die Weisheit mit Löffeln gefressen haben. Sie verwechseln Journalismus mit Selbstverwirklichung. Ich habe vor gefühlten 100 Jahren das Zeitungsmachen als Dienst am Leser gelernt und halte es noch immer für richtig und wichtig.

Bei der Bitkom-Umfrage sagen zumindest 20 Prozent, dass sie für journalistische Angebote im Netz bereits zahlen. Demnach haben 9 % ein digitales Abo regionaler oder lokaler Medien­angebote, 8 % zahlen für ein Abo eines über­regionalen Online-Angebots, da fall ich wohl darunter.

Interessant ist die Transformation bei der FAZ: 497.200 Abonnements verzeichneten FAZ und FAS im ersten Quartal 2024 – mehr als die Hälfte der Abos sind digital. Auch das Interesse an Newslettern, Podcasts und Videos nimmt kräftig zu.

Print kann auch heute noch leben, gut leben. Bekannte von mir haben den Schritt gewagt und geben ihre eigene Zeitschrift den Retrogamer heraus. heise als Großverlag wollte die Special Interest-Zeitschrift einstellen, obwohl man schwarze Zahlen geschrieb. Jetzt ohne Verwaltungsoverhead mit den Gemeinkosten eines Großverlages schaffen sie es wohl als eingespieltes Team davon zu leben. Das freut mich. Jeder arbeitet bei sich zu Hause und als virtuelles Team zusammen. Auch im Bereich der Filmzeitschriften gibt es solche Projekte.

Der silberne Landtruck machte Station #DemorkatieaufAchse

13. Juli 2024

Eigentlich wollte ich unsere Landtagspräsidentin Ilse Aigner in Fürstenfeldbruck treffen und sie um eine Einladung zum Sommerempfang des Landtags bitten. Daraus ist nichts geworden.
Unter dem Motto #DemorkatieaufAchse macht der Landtag an Wochenmärkten in Bayern Station und Abgeordnete stellen sich der Diskussion mit Bürgerinnen und Bürgern.

Leider war Ilse Aigner an diesem Tag krank, sie hatte eine fette Erkältung, und so diskutierten die örtlichen Abgeordneten. Schade.

Ich traf einen Bekannten, den Pressesprecher des Landtags Eric Markuse und trug ihm mein Anliegen vor. Offizielle Massenmedien hätten eine Möglichkeit des Akkreditierens zum Sommerempfang, aber keine Blogger so wie ich es einer bin. Nochmals schade.

Die Abgeordneten haben die Möglichkeit, vier Glückliche auszuwählen, die zum Empfang eingeladen werden. Da hatte ich auch keine Chance – wieder schade.

Aber ich blieb trotz der Ablehnung meiner Bitte eine Weile und schaute mir die ganze Aktion an. Der Landtag hat einen großen silbernen US-Anhänger Airstream angeschafft, mit dem man seit zwei Jahren über die Marktplätze tourt. Rund neun Meter ist dieser politische Marktstand lang. Vor diesem bayerischen Landtruck waren Stehtische aufgebaut. Hier hatten Bürgerinnen und Bürger, die eigentlich den Wochenmarkt besuchen wollten, die Chance ins Gespräch mit ihren Volksvertretern zu kommen. Das finde ich eine sehr gute Idee. Der Landtag muss ansprechbar sein, den Dialog suchen und Anregungen der Bürgerinnen und Bürger mitnehmen. Völlig richtig und das Konzept gefällt mir.

Als ich vorbeischaute, diskutierten die Landtagsabgeordneten Andreas Winhart (AfD) und Gabriele Triebel (Grüne) sowie Benjamin Miskowitsch (CSU) und Johann Groß (FW). Moderiert wurde die ganze Sache von Ingrid Hügenell von der Süddeutschen Zeitung. Landtagsvizepräsident Ludwig Hartmann als Vertreter der erkrankten Ilse Aigner habe ich verpasst. Er soll sich zu sozialen Netzen geäußert haben, was mich sehr interessiert hätte, vor allem wie der AfD-Vertreter darauf reagiert hat. Diese Partei polemisiert und verbreitet oftmals FakeNews.

Als ich am Silberpfeil war, drehten sich die Diskussionen um den knappen Wohnraum und den massiven Ausfall der S-Bahn sowie die Energiewende.

Demokratie lebt vom Austausch. Zudem gab es eine Pinnwand mit dem Motto „Ihre Stimme für Demokratie“. Zettel mit dem Aufdruck „Demokratie ist wichtig für mich, weil …“ konnten ausgefüllt und hingehängt werden. Die Möglichkeit wurde genutzt. Demokratie ist einfach wichtig und darf nicht Extremisten überlassen werden.

The Wicker Man (1973) – Matinee am Sonntag, 14. Juli im Scala

12. Juli 2024

„The Wicker Man“ von 1973, unter der Regie von Robin Hardy, ist ein Film, der sich durch seine einzigartige Mischung aus Horror, Mystik und Folk-Elementen auszeichnet. Wir zeigen die deutsche Fassung. Ich bespreche und zeige den Film im Rahmen meiner phantastischen Matinee im Scala Kino Fürstenfeldbruck am Sonntag, 14. Juli um 10:45 Uhr. Karten gibt es hier.

Rituale in Schottland
Der Film erzählt die Geschichte des Polizeibeamten Sergeant Howie, gespielt von Edward Woodward, der auf eine abgelegene schottische Insel geschickt wird, um das Verschwinden eines jungen Mädchens zu untersuchen. Was er entdeckt, sind die unorthodoxen und heidnischen Rituale der Inselbewohner, angeführt von Lord Summerisle, verkörpert von Christopher Lee. „The Wicker Man“ hat sich als Kultklassiker etabliert und wird oft als einer der besten britischen Horrorfilme aller Zeiten bezeichnet. Der Film zeigt, wie innovativ des phantastische Kino in den siebziger Jahren gewesen war.

Unheimliche Atmosphäre
Die Kameraführung von Harry Waxman spielt eine zentrale Rolle in der Schaffung der unheimlichen Atmosphäre des Films. Waxman nutzt natürliche Beleuchtung und weite Landschaftsaufnahmen, um die Isolation und Fremdheit der Insel zu betonen. Die Kameraarbeit fängt die Schönheit und die beunruhigende Natur der Umgebung ein, was den Zuschauer gleichzeitig fasziniert und beunruhigt. Besonders bemerkenswert sind die Szenen, in denen die Kamera langsam über die Landschaft schwenkt und dabei die keltischen Symbole und heidnischen Statuen einfängt. Diese sorgfältige Inszenierung verstärkt das Gefühl von Geheimnis und drohender Gefahr, das den Film durchzieht.

Desorientierung
Der Schnitt von Eric Boyd-Perkins ist präzise und trägt erheblich zur narrativen Struktur und Spannung des Films bei. Die Übergänge zwischen Szenen sind oft abrupt und verstärken das Gefühl der Desorientierung, das Sergeant Howie empfindet. Der Einsatz von Cross-Cutting – dem Wechsel zwischen verschiedenen Handlungssträngen – wird geschickt genutzt, um die Parallelität von Howies Ermittlungen und den geheimnisvollen Ritualen der Inselbewohner zu zeigen. Besonders hervorzuheben ist die finale Sequenz, in der die schnellen Schnitte die Intensität und das Entsetzen der Opferungsszene verstärken. Durch den gezielten Einsatz von Schnitten wird der Spannungsbogen des Films aufrechterhalten und der Zuschauer in den Bann gezogen.

Musik als integraler Bestandteil
Die Musik von Paul Giovanni ist ein integraler Bestandteil der Atmosphäre von „The Wicker Man“. Die Entscheidung, traditionelle Volksmusik und Originalkompositionen zu verwenden, trägt zur Authentizität und Tiefe der Filmwelt bei. Die Lieder, die oft von den Inselbewohnern gesungen werden, wirken wie ein verbindendes Element zwischen den Charakteren und der Kultur der Insel. Diese Musikstücke sind nicht nur Hintergrundgeräusche, sondern fungieren als narrative Werkzeuge, die die Handlung vorantreiben und die heidnische Stimmung unterstreichen. Besonders hervorzuheben ist das Lied „Willow’s Song“, das eine sinnliche und gleichzeitig unheimliche Atmosphäre schafft und Sergeant Howies innere Konflikte widerspiegelt.

Intensive Wirkung
The Wicker Man“ von 1973 ist ein Meisterwerk des Horror-Genres, das durch seine innovative Verwendung von Kameraarbeit, Schnitt und Musik besticht. Harry Waxmans Kameraführung, Eric Boyd-Perkins präziser Schnitt und Paul Giovannis atmosphärische Musik schaffen gemeinsam eine fesselnde und verstörende Welt, die den Zuschauer lange nach dem Ende des Films nicht loslässt. Robin Hardys Regie und Anthony Shaffers Drehbuch verbinden sich zu einer tiefgründigen Erzählung über Glauben, Kultur und das Unheimliche. „The Wicker Man“ bleibt ein herausragendes Beispiel dafür, wie filmische Techniken genutzt werden können, um eine intensive und nachhaltige Wirkung zu erzielen.

Zensurgeschichte
Von dem Film exitieren mehrere Schnittfassungen. In unserer phantastischen Matinee zeigen wir den Final Cut. Die Zensurgeschichte von „The Wicker Man“ ist von vielen interessanten Wendungen geprägt. Während der Dreharbeiten wurde die Produktionsfirma British Lion von EMI aufgekauft, und die neuen Eigentümer forderten zeitweise ein Happy End, was jedoch glücklicherweise verhindert wurde. Eine unfertige 103-Minuten-Version des Films gelangte in die Hände des amerikanischen Produzenten Roger Corman, der empfahl, etwa 10 Minuten zu entfernen. Dies führte zu einer bearbeiteten 88-Minuten-Fassung für die britische Kinopremiere, teilweise um den Film als Double Feature mit „Don’t Look Now“ zu vermarkten. Den Film hatten wir auch schon als phantastische Matinee.

Das Originalnegativ galt lange als verloren, und es entstand der Mythos, dass es beim Bau einer Autobahn verwendet wurde. Regisseur Robin Hardy bearbeitete jedoch seine unfertige Kopie und brachte 1979 eine 96-Minuten-Version in die Kinos, die seiner ursprünglichen Vision am nächsten kam.
Die britische Kinofassung blieb über Jahre die verbreitetste Version, bis 2001 eine restaurierte „Director’s Cut“-DVD veröffentlicht wurde. Diese basierte auf einer Telecine-VHS-Kopie der 103-Minuten-Version und wies trotz längerer Laufzeit einige Unvollständigkeiten auf.
2013 startete eine Facebook-Seite, die Fans zur Mithilfe bei der Suche nach der Originalversion aufrief. Nach zahlreichen erfolglosen Anfragen konnte schließlich am 23. Juli verkündet werden: Der Final Cut ist da.

Vorbild für Midsommar
Wenn Ihnen Midsommar von 2019 gefallen hat, müssen Sie The Wicker Man sehen. Der Film kann als skandinavischer Folk-Horror rund um einen heidnischen Kult beschrieben werden. Das Hauptelement der Handlung und damit maßgeblich für den Titel ist der Midsommar, die schwedische Bezeichnung für das Mittsommerfest. Während dieser Feierlichkeiten zur Sommersonnenwende werden nicht nur in den skandinavischen Ländern, sondern auch im Baltikum besondere Bräuche zelebriert. Eine ähnliche Atmosphäre und gleiche Filmwirkung vermittelt The Wicker Man.

Ich freue mich auf die phantastischen Matinee im Scala Kino Fürstenfeldbruck am Sonntag, 14. Juli um 10:45 Uhr. Karten gibt es hier.

Konzertkritik: Nick Mason’s Saucerful of Secrets in München 2024

11. Juli 2024

Was muss diese Musik und die Show damals für eine Wirkung gehabt haben? Wenn man die Augen schließt, fühlte man sich beim Münchner Tollwood Konzert von Nick Mason’s Saucerful of Secrets in den Londoner UFO-Club zurückversetzt, wo die britische Psychodelic-Welle ihren Anfang nahm. Pink Floyd veränderte die musikalische Welt und wurde später eine der Supergroups der siebziger Jahre mit bombastischen Shows.

Nick Mason, der als Drummer bei Pink Floyd nie so im Rampenlicht wie seine Kollegen Roger Water und David Gilmour stand/saß, erinnerte mit seiner Tour an die frühe Phase von Pink Floyd von 1965 bis 1972. Dafür gehört ihm ein großes Dankeschön ausgesprochen. Seine Kollegen Waters und Gilmour setzen auf neue Projekte und die beiden Streithälse kommen wohl nicht mehr zusammen. Mason stand immer in der Mitte zwischen diesen Egos. Das zeigte sich auch als Waters bei einem Aufritt von Mason im Jahre 2019 in Beacon-Theater in NNY überraschend das Mirko ergriff.

Diese Überraschung blieb in München aus, Mason machte nur einen kleinen Witz mit einem Pseudo-Telefonat mit Waters auf der Bühne. Das Publikum machte und quittierte den Spaß mit einem Lachen. Bevor Dark Side of the Moon die Band in andere (finanzielle) Sphären katapultierte, war Pink Floyd der Wegbereiter der psychedelischen Musik.

Ich mag die frühen Alben, ich mag das geniale Mastermind Syd Barrett, der wohl zuviel LSD abbekam und durch Gilmour ersetzt wurde. Und so war ich vor allem interessiert, wie Nick Mason an diese Barrett-Zeit erinnerte. Und er tat es mit Würde, erklärte wie wichtig Barrett für die Band war. Er hatte einen besonderen Song dabei: Remember me, ein Wettbewerbssong aus dem Jahre 1965 als sich Pink Floyd in einem Beat-Wettbewerb messen wollten und verloren. Die Stimme von Syd Barrett wurde extrahiert und in dem Konzert eingespielt, während Nick Mason’s Saucerful of Secrets dazu spielten. Tolle Ehrung, dazu Bilder von Barrett auf der Leinwand. Das Video dazu gibt es hier.

Aber auch die anderen Songs von Piper at the Gates of Down wie Scarerow, Nike Song, Lucifer Sam und besonders der Konzertbeginn mit Astronomy Domine und die frühe Single Arnold Layne zogen mich in den Bann.

Wie experimentell Pink Floyd bis 1972 waren zeigten sich im Soundtrack Obscured by Clouds (schlechter Film), die Atom Heart Mother Suite (freilich ohne Orchester und Ballett) und ein gewaltiges Set the Controls for the Herat of the Sun (mit fetter Videoshow im Hintergrund). Das zumeist ältere Publikum war außer sich.

Gesteigert wurde die Hysterie mit den Klängen von Echoes und als erste Zugabe One of These Days vom Album Meddle. Ich hatte Echoes das erste Mal in der Dokumentation Crystal Voyager von 1973 kennengelernt, der bei uns im Schulkino in den Achtziger Jahren lief.
Nach dem Konzert legte ich zu Hause das Doppelalbum Ummagumma auf und lauschte den Auftritt in Pompeji. Wahnsinn, wie innovativ so einen Band sein kann. Und danke Nick Mason für diese Erinnerung.