Vorbildlich: Räuber-Teller in Wirtschaften

13. September 2013

Gerne esse ich in Franken. Ich liebe die kleinen Gastwirtschaften, die meist noch eine Brauerei dabei haben. Wie vor kurzem im „Schwarzen Adler“ im Ortsteil End von Bad Staffelstein. Die Wirtschaft hat das Braurecht seit 10. Dezember 1791.

Der Schwarze Adler in End (Bad Staffelstein).

Der Schwarze Adler in End (Bad Staffelstein).

Als ich mit meinen Kindern dort zu Gast war, entdeckte ich auf der Speisekarte den Schnorri-Teller. Eine super Idee, die hier im Schwarzen Adlber und von vielen anderen Gastwirtschaften angeboten wird. Mal heißt er Schnorri-Teller, mal heißt er Räuber-Teller. Dahinter verbirgt sich ein leerer Teller samt Besteck. So kann der Nachwuchs vom Teller seiner Eltern etwas schnorren, räubern, stibitzen und die ganze Sache kostet nichts extra. Ich finde es super und absolut beispielhaft.

Der Schnorri-Teller auf der Speisekarte.

Der Schnorri-Teller auf der Speisekarte.

Oftmals war ich in so genannten Restaurants zu Gast (Betonung liegt auf Gast), in denen meine Kinder etwas bestellen mussten, obwohl sie keinen großen Hunger hatten und eigentlich viel lieber bei mir etwas mitessen wollten. Aber nein das ging nicht, der Gastwirt bestand darauf, dass die Kinder auch etwas bestellen. Übrigens, hier war ich dann auch das letzte Mal zu Gast. Der Schnorri-Teller ist gute Idee und sollte für viele Wirtschaften ein Vorbild sein.

Übrigens, so sieht das Essen dort aus – lecker:

 

Zehnter Todestag von Johnny Cash

12. September 2013

Heute vor zehn Jahren am 12. September 2003 starb der Man in Black. Vor zehn Jahren ging Johnny Cash von uns und ich erinnere mich noch an den Nachruf, der in der Todesanzeige seiner Plattenfirma stand: There was a Man. – Passt, es gab nicht mehr zu sagen.

Mich begleitete Johnny Cash durch mein musikalisches Leben. Die ersten ernstzunehmenden musikalischen Einflüsse kamen vom Bruder meiner Mutter. Er liebte Elvis Presley und Johnny Cash. Ich lernte als Kind die Klassiker der Country-Musik kennen, liebte die Sun-Aufnahmen und war vom „Boom-Chicka-Boom“-Sound der Gutarre von Luther Perkins fasziniert. Je älter ich wurde, desto mehr musikalische Einflüsse kamen hinzu. Doch immer wieder hörte ich Johnny Cash. “I shot a man in Reno, just to watch him die” – das war purer Punk. Die beiden Live-Platten At Folsom Prison und At San Quentin gehören für mich zu den besten Live-Aufnahmen. Hier ist eine ursprüngliche Kraft von Rock’n Roll, Country und Blues zu spüren.

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Nach dem Rauswurf bei Columbia blieb ich Cash treu bei seiner neuen Plattenfirma Mercury, doch für mich hatte Cash die Power verloren. Die Highway-Men zeigte noch ein wenig vom alten rebellischen Glanz. Und dann kam Rick Rubin und die legendäre American Recording-Serie. Befreit vom Ballast, befreit vom Nashville-Kommerz legten die Aufnahmen den ursprünglichen Johnny Cash frei. Die Aufnahmen waren eine Offenbarung.

Und er ging auf Tour. Ich sah Cash und June Carter dreimal live und das Publikum bestand aus jungen Leuten. Nicht dickbäuchige Männer mit Stetson-Hut, sondern Kerle in Lederjacken, die in dem alten Mann ihren Rebellen sahen. Die Konzerte waren Wahnsinn. Und Cash? Er nahm die Power auf und freute sich sichtlich. Unser Applaus tat ihm gut, doch auch er tat uns gut.

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Bob Dylan, ein Freund von Cash, sagte einmal. Cash ist wie der Polarstern, du kannst dein Boot nach ihm ausrichten. Johnny Cash, ich habe dich nicht vergessen. Und ich hab mir gleich das Paket The Perfect Johnny Cash Collection mit deinen alten Scheiben geholt, das Columbia zum Todestag auf den Markt warf. Wir haben auch nicht vergessen, welche Schande es für uns Cash-Fans war. Columbia, das haben wir nicht vergessen.

11. September: Here is New York: A Democracy of Photographs

11. September 2013

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Zwölf Jahre sind nach den erschütternden Ereignissen zum 11. September nunmehr ins Land gegangen. Immer wieder wurde damals gesagt: die Welt wird nicht mehr die gleiche sein. Diese Mahner sollten Recht behalten: die Feldzüge in Afghanistan und anschließend im Irak haben die Welt verändert. Auch die USA haben sich komplett verändert: aus dem Land der Freiheit ist ein Land des Misstrauens geworden. Die heutigen Affären um die NSA zeigen, wohin Überwachung führen kann.

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Ich habe aus meinen Archiv ein eindrucksvolles Fotobuch über den 11. September geholt. Es gibt viele Bücher, die die Ereignisse in New York dokumentieren und analysieren. Für mich ist das Buch Here is New York: A Democracy of Photographs eines der besten Bücher. Nach dem 11. September setzte die Bilderflut über die zusammenbrechen Türme ein. Die Organisation Here is New York wollte diese Bilderflut über den Schmerz und die Trauer der New Yorker in einem eindrucksvollen Werk festhalten. Sie riefen die New Yorker auf, ihre Bilder einzusenden: Und die Bewohner der angegriffenen Stadt folgten diesem Aufruf. Amateure und Profis schicken ihre Fotos, Dias und Ausdrucke. Viele von ihnen wurden in diesem Kilo schweren, 860 seitigen Buch abgebildet.

Das Buch zeigt unterschiedlichen Eindrücke, die unterschiedlichen Perspektiven, die unterschiedlichen Stile, und die unterschiedliche Trauer wie New York auf diesen Angriff reagierte. Wir sehen natürlich die einstürzenden Türme, wir sehen wie verzweifelte Leute aus dem Wolkenkratzer in den Tod springen und auf dem Boden aufschlagen. Wir sehen das Entsetzen in den Augen der Passanten, ihre Wut, ihre Verzweiflung und ihre Angst. Die Arbeit der Feuerwehrleute und Polizei wird ebenso dokumentiert wie die Arbeit der vielen freiwilligen Helfer. Nachdem die Türme eingestürzt sind, begann das Aufarbeiten: Leute suchten ihre Angehörigen. Und dieses Buch zeigt, wie New York auf diese Angriffe reagiert: Die einen schworen Rache, die anderen mahnten zu Besonnenheit: Wir brauchen keine Cowboys.

Der Titel des Buches Here is New York: ist auch gleichzeitig Programm: So wie New York ein Schmelztiegel verschiedener Kulturen, Strömungen, und Interessen ist, ist dieses Buch ein Schmelztiegel der Verarbeitung um den 11. September.

Zudem habe ich einige New York Bilder einer Reise vom August 2012 hier angefügt, die den 11. September im Straßenbild dieser Stadt zeigen.

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Inline Animals – Schaukelpferd im Shopping Center

7. September 2013

Mädchen lieben Pferde – so zumindest das Klischee. Und die Weltneuheit “Inline Animals” bedient dieses scheinbare Bedürfnis. Das durfte ich neulich in den Münchner Pasing Arkaden feststellen. In der neuen Mall in Pasing kamen mir auf einmal Pferde samt Reiterinnen entgehen. Pferde in einem Shopping-Center?

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Die Pferde waren natürlich nicht echt. Es waren Schaukelpferde, die sich samt Reiterinnen durch das Shopping Center bewegten – galoppieren kann ich nicht schreiben. Die Inline Animals sind Plüschschaukelpferde auf denen die Kinder reiten können. Es gibt sie in drei Größen: 70, 90 und 110 Zentimeter Höhe. Der Ausritt auf Pferd, Esel oder Zebra in Pasing kostete für 10 Minuten zwei Euro und der Andrang war enorm.

Nachdem wir ein paar Minuten auf das nächste freie Pferd warten mussten, wurden mir auch gleich die Vorteile von “Inline Animals” erklärt: Das Kind hat Freude an der Bewegung – was sicherlich einigen Stadtkinder gut tut. Das Reiten fördert die Entwicklung von Balance und Koordination und stärkt die Muskulatur des Rückens, des Bauches und der Beine.

Naja, alles in allen: Mein Hauptvorteil: Das Kind stinkt nicht mehr nach Stall und Pferd. Aber natürlich ist es nicht mit einem richtigen Pferd vergleichbar.

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Warren Zevon 10. Todestag

7. September 2013

Warren William Zevon (* 24. Januar 1947 in Chicago, Illinois; † 7. September 2003 in Los Angeles, Kalifornien)  – wir haben dich nicht vergessen.

Bärenstark: Wir basteln uns einen Teddybär

6. September 2013

Alle Bärenfreunden geht bei den Bärenmachern das Herz auf. Ich habe die erfolgreiche Kette vor kurzem in den Münchner Pasing Arkaden entdeckt und finde die Geschäftsidee hervorragend. Kinder und Eltern können sich ihren persönlichen Bären selbst anfertigen, getreu dem Firmennamen Build a Bear.

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Wie entsteht der persönliche Bär? Zunächst muss der Bärenfreund das Fell des Bären aussuchen. Hier stehen verschiedene Felle zur Auswahl: Flauschig, strubbelig und in verschiedenen Farben, mal als grüner Frosch, mal als Hase mit langen Ohren, mal sogar als Hello Kitty, getreu dem Motto: Wer die Wahl hat, hat die Qual.

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Anschließend wird der Bär mit Watte gefüllt. In einer drehenden Trommel befindet sich die Watte und über einen Schlauch wird der Bär befüllt. Dabei tritt das Kind ein Fußpedal und kann die Menge der Füllung steuern. Zudem muss sich das Kind ein Herz aussuchen, reiben und ein Küsschen geben. Mit einem geheimen Wunsch verstehen, wird das Herz in den Bären eingenäht. Es ist ein bisschen, wie Leben einhauchen. Wir haben verzichtet dem Bären ein Geräusch zu geben. Ein Soundchip hätte in den Bären implantiert werden können, aber die Geräusche hatten uns nicht gefallen und sind außerdem störend.

Nach einem Aufbürsten kann der Bärenfreund jetzt Klamotten und Schuhe aussuchen. Aktuell steht Oktoberfest-Kleidung hoch im Kurs. Auch das haben wir unterlassen, weil ein Bär zum Kuscheln da sein soll und nicht zum Anziehen. Und die Wiesn mag bei uns auch keiner. Am Ende gibt es noch eine Geburtsurkunde und einen Bärenpass sowie ein Bärenhaus aus Pappe.

Die Kinder sind von dem System begeistert. Die Mitarbeiterinnen von Build a Bear gehen wunderbar auf die Kinder ein und fragen immer wieder nach.

Also, die Kinder fanden ihren Bären und den Bärenworkshop bärenstark und ich selbst ertappte mich dabei, dass ich schon über das ein oder andere Bärenfell strich.

So klappt es mit der Facebook-Anzeige: Tipps & Tricks für mehr Klicks

5. September 2013

Wie müssen Facebook-Anzeigen aufgebaut sein, damit sie Erfolg haben? Diese Frage interessiert alle Marketingmenschen, die Anzeigen im größten sozialen Netzwerk der Welt schalten wollen. Adobe hat Untersuchungen gemacht und die Ergebnisse in einer Grafik zusammengetragen. Fazit: die Darstellung von Personen, die Wahl des Hintergrunds und selbst der Blickwinkel haben allesamt Auswirkungen auf den Erfolg von Facebook-Anzeigen – das ergab eine Auswertung von über 1.700 Anzeigen, die mit Adobe Media Optimizer im September und Oktober 2012 in Europa, den USA, Australien und Asien geschaltet wurden. Die Anzeigen sind zwar ein Jahr alt, aber die Studie wurde jetzt erst veröffentlicht.

Beworben wurden darin Produkte und Dienstleistungen aus unterschiedlichen Branchen. Bei jeder Anzeige untersucht wurden Impressions und die Klickrate, außerdem demografische Daten zu den Personen, die die Anzeigen angeklickt haben (Geschlecht, Alter, Standort etc.).

Adobe kommt zu folgendem Ergebnis: “Wenn Personen abgebildet sind, wird zum Beispiel häufiger geklickt. Interessant hierbei: Sind Frauen dargestellt, verdoppelt sich die Klickrate im Vergleich mit der Abbildung von Männern.”

Beim Hintergrund verspricht eine gleichmäßige Farbfläche den größten Erfolg. Aber Achtung: Die Wahl der Farbe macht einen deutlichen Unterschied. Lila und Gelb bringen hier die meisten Klicks. Auch Blickwinkel und Bildeinstellung beeinflussen die Wirksamkeit einer Anzeige: Nahaufnahmen von Produkten und Personen sorgen hier für die höchste Klickrate.

Die Aussagen gibt es in einer schönen Grafik zusammengefasst:

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Hamburger Leckerbissen und Top Locations

4. September 2013

Echte Seebären essen Labskaus und ich als Bayer musste dieses traditionelle Gericht der Seefahrer auch einmal probieren. Als Restaurant wählte ich das Parlament, weil es wunderbar zentral liegt und gleichzeitig einen guten Ruf genießt. Im einzigen Rathaus der Welt, in dem zwei „Parlamente” zu Hause sind: die Hamburger Bürgerschaft und das Restaurant „Parlament“.

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Küchenchef des Parlaments ist seit April 2012 Jan Knitter aus Salzwedel. Er hat eine interessante Biografie hinter sich: Souschef in der Lufthansa-Lounge der Expo 2000, Demichef de Cuisine im Steigenberger Hotel Hamburg sowie Chefsaucier im Parkhotel Steimker Berg Wolfsburg. Zuletzt war er im Restaurant Maybach in Köln beschäftigt. Zusammen mit 20 Köchen sorgt er für eine exzellente Küche im Hamburger Parlament. Obwohl die Auswahl der Speisen sehr verlockend war, wollte ich etwas deftiges, traditionelles und wählte daher Labskaus.

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Labskaus wurde zubereitet mit gepökeltem Rindfleisch, Matjes, roter Bete, Zwiebeln und Kartoffeln. Dazu gab es Bismarckhering, eine Gewürzgurke und Spiegelei. Lecker, und ich muss zugeben: Ich bin ein guter Esser, aber die Portion schaffte ich nicht. Ich kann mir gut vorstellen, dass echte Seebären davon statt werden – ich als Bayer wurde es. Übrigens habe ich draußen gegessen im Hof des Rathauses. Hier zeigte sich mir ganz unvermutet der wohl schönste Platz mitten in der City. Abgeschirmt von Lärm und Hektik konnte ich hier unter großen Sonnenschirmen meine Mahlzeit genießen – mit Blick auf den plätschernden Hygieia-Brunnen (Göttin der Gesundheit). Irgendwie ein Hauch von italienischer Piazza mitten in Hamburg.

 

Abends schaute ich in der neuen Hamburger HafenCity im Restaurant COAST by east vorbei. In absoluter Toplage, mit Blick auf das Millionengrab Elbphilharmonie in der HafenCity, macht das COAST die Hamburger Gastronomie-Szene um eine Attraktion reicher. Ich traf auf zwei unterschiedliche gastronomische Konzepte: Das Seafood-Restaurant COAST in der oberen Etage und die Sansibar Winebar im Erdgeschoss. Beide Locations bieten etwas fürs Auge und auch wenn man nur einen Cocktail in der gut sortierten Bar zu sich nimmt, der Blick ist genial. Das COAST bietet einen interessant gestalteten Innenraum mit einer mit Pflanzen begrünten Innenwand und großer Fensterfront. Ich habe aber auf der Außenterrasse Platz genommen, wo ich einen schönen Blick auf HafenCity hatte. Zu essen gab es allerhand Seafood asiatischer Zubereitung und Sushi von den offenen Sushitresen.

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Das COAST ist im Marco Polo-Tower untergebracht. Ein sehr eindrucksvolles Gebäude in der HafenCity. Lästermäuler bezeichnen das Gebäude als großen Dönerspieß. Wer sich die Architektur ansieht, versteht den Vergleich sofort. Und der Dönerspieß ist ein teures Pflaster. Der Boxer Klitschko hat hier ein Appartement mit Blick auf den Hamburger Hafen – der Herr weiß eben, was gut ist.

 

Einen Absacker habe ich mir dann noch in der Cocktailbar CIU` DIE BAR an der Binnenalster gegönnt.  CIU` DIE BAR bot mir geschmackvolles Design in gut klimatisierten Räumen. Ob an der Bar, in der  Bacardi Lounge, auf Lederbänken oder von Mai bis Oktober auf der großen Sonnenterrasse mit maritimem Flair, das CIU` lohnt einen Besuch. Wer Lust hat, kann sich durch die rund 1000 unterschiedlichen Spirituosen durchtrinken. Allerdings könnten die Kellner etwas aufmerksamer sein. Sie waren mehr mit eigenen Gesprächen beschäftigt als mit den Kunden. Aber vielleicht gehört sich das so in einer Szene-Bar.

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Wer Raucher ist, der kann auch ab 18 Uhr die Raucher-Lounge, CIU´ DAS EVENT genannt, besuchen. Es sieht sehr stilvoll aus und lädt zum Chillen ein. Als Nichtraucher habe ich allerdings die Location gemieden.

Der Spagat vom Hamburger Michel

3. September 2013

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Wer Hamburg besucht, der sollte unbedingt auch die Kirche Sankt Michaelis, besser bekannt als Hamburger Michel, besichtigen. Es ist eines der Wahrzeichen der Stadt und ein Tourismusmagnet. Der Blick vom Turm ist phänomenal. Und das Innere der Kirche ist wirklich sehenswert und hörenswert. Die evangelische Kirche besitzt fünf Orgeln. Wer Zeit hat, sollte der Mittagsandacht lauschen. Um 12 Uhr gibt es nicht nur erbauliche Worte, sondern auch ein kostenloses Orgelkonzert im dem lichtdurchfluteten Gotteshaus.

Als Tourist genoss ich den wunderbaren Bau, doch die Kirche muss einen großen Spagat machen. Auf der einen Seite ist sie eine Sehenswürdigkeit ersten Ranges, auf der anderen Seite ist sie ein Gotteshaus mit einem aktiven Gemeindeleben.

Nach meiner Mittagsandacht fand eine Taufe statt und die Kirchenmitarbeiter hatten alle Mühe, die Touristen aus der Kirche hinauszukomplementieren. Hier noch ein Foto, da noch ein Video, während die Familie des Täuflings ungeduldig wartete, damit das Kind das Sakrament der Taufe empfangen kann. Vor der Kirche nahmen die Familien- und Gemeindemitglieder Aufstellung für den Gottesdienst, während immer mehr Touristen in die Kirche wollten. Die Mitarbeiter von Sankt Michaelis haben es elegant gelöst, aber ich kann mir vorstellen, dass so mancher weit angereiste Tourist gerne seine Tour durch das Wahrzeichen Hamburgs fortsetzen will – Taufe hin oder her.

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Ich musste zugeben, dass ich mich unwohl gefühlt habe, irgendwie als Störenfried. Dabei war es nicht meine Absicht, ein aktives Gemeindeleben zu stören. Ich kann nur allen Hamburg Touristen raten, sich auf der exzellenten Website von Sankt Michaelis vorher über Gottesdienste zu informieren, denn ich finde: Das Gemeindeleben hat Vorrang.

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Die größte Werbefläche Hamburgs

2. September 2013
Gegenüber vom Fischmarkt  liegt Hamburgs größte Werbefläche.

Gegenüber vom Fischmarkt liegt Hamburgs größte Werbefläche.

Als Medienmensch interessiert mich natürlich, wo in der Werbe- und Verlagsstadt Hamburg die größte Werbefläche liegt. Und ich wurde im Hamburger Hafen fündig. Es ist das Dock 10 der Traditionswerft Blohm & Voss. Die lange, lange Wand des Docks kann zu Werbezwecken gemietet werden. Leider hatte ich Pech: Bei meinem Besuch in Hamburg war kein Plakat aufgehängt zu sehen, aber ich kam bei einer Hafenrundfahrt zumindest ganz nah ran ans Dock.

Immer wieder zeigen Automobilfirmen, Reedereien oder Fluglinien ihre neuen Produkte. Cool fand ich auch eine Aktion des Deutschen Handwerks, die ein riesiges Handwerksbanner am Dock 10 entrollten.

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Die Werbung wird auf jeden Fall gesehen. Am Elbufer mit den Hamburger Landungsbrücken flanieren täglich Tausende Touristen und Einheimische. Auch der Fischmarkt wird vor der Werbefläche abgehalten. Hier ist also der ideale Ort, um klassische Werbung zu betreiben. Werbeleute haben ausgerechnet, dass eine Frequenz von vier Wochen durchschnittlich 2.227.150 Kontaktchancen hat. Bei einer Frequenz von sechs Wochen sind es durchschnittlich 3.340.726 Kontaktchancen. Die Zahl basiert auf dem GTKC-Wert sowie Hochrechnungen der Besucher des Hafens.

Aber es gibt auch die rote Karte, denn die gezeigte Werbung muss zum Hamburger Hafen passen, schließlich bezeichnet sich Hamburg als das Tor zur Welt. Die rote Karte gab es beispielsweise für ein 2000 Quadratmeter großes Tommy-Hilfiger-Plakat.

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Und die Hamburger übertreiben es auch, finde ich. Nach dem Vorbild von asiatischen Hafenstädten wie Shanghai gibt es immer wieder so genannte Port-Poster. Hier fahren Schiffe mit einer riesigen Werbefläche durch den Hafen und machen fett Werbung. Die Dinger haben die Größe eines Reihenhausgrundstücks von 320 Quadratmetern und werben zum Beispiel für Sky. Das traditionsreiche Hamburger Hafenunternehmen Eckelmann hat diese Werbemöglichkeit für sich entdeckt.

Übrigens, am Hafen habe ich nachts eine Twitterkollegin von mir auf einer Werbefläche entdeckt. Sina Trinkwalder, streitbare Chefin von Manomama, hing auf einem Plakat an der Fassade des G+J-Verlags. Leider konnte ich das Brigitte-Plakat nur in der Nacht fotografieren. War schon etwas ungewöhnlich, mitten in der Nacht auf @manomama zu treffen. Auch eine Art der Werbung.

manomama mitten in Hamburg bei der Brigitte.

manomama mitten in Hamburg bei der Brigitte.