Archive for the ‘Film’ Category

Der weiße Hai – Jaws (1975) – Matinee am Sonntag, 25. August im Scala

24. August 2024

Der weiße Hai (Jaws), der 1975 unter der Regie von Steven Spielberg veröffentlicht wurde, ist nicht nur ein Meilenstein des Thrillers und des Horrorfilms, sondern auch ein filmisches Meisterwerk, das das Kino revolutioniert hat. Ich bespreche und zeige diesen Urlaubsfilm an der phantastischen Matinee im Scala Kino Fürstenfeldbruck am Sonntag, 25. August um 10:45 Uhr. Karten gibt es hier.

Basierend auf dem gleichnamigen Roman von Peter Benchley, erzählt der Film die Geschichte eines gigantischen weißen Hais, der die fiktive Küstenstadt Amity Island terrorisiert. Die schockierenden Angriffe des Hais und die darauf folgende Jagd durch den Polizisten Martin Brody (Roy Scheider), den Meeresbiologen Matt Hooper (Richard Dreyfuss) und den erfahrenen Haijäger Quint (Robert Shaw) bilden das Herzstück dieses nervenaufreibenden Films.

Spielbergs Regieleistung in Der weiße Hai ist bemerkenswert und hat den Film zu einem Klassiker gemacht, der auch heute noch als Referenz für Spannung und Inszenierung dient. Spielberg, der zu dieser Zeit noch ein relativ unbekannter Regisseur war, zeigte bereits hier sein außergewöhnliches Talent, eine Geschichte visuell zu erzählen und das Publikum in den Bann zu ziehen. Seine Entscheidung, den Hai oft nur indirekt zu zeigen und die Bedrohung durch Andeutungen und die Reaktionen der Charaktere aufzubauen, war nicht nur eine kreative Notlösung aufgrund der technischen Schwierigkeiten mit dem mechanischen Hai (der den Spitznamen „Bruce“ trug), sondern erwies sich als geniale Erzähltechnik. Durch diese Zurückhaltung und den Einsatz der „unsichtbaren“ Bedrohung entstand eine unheimliche Atmosphäre, die die Spannung bis zum Schluss aufrecht hielt. Spielberg verstand es meisterhaft, die Vorstellungskraft des Publikums zu nutzen, was den Horror noch intensiver machte.

Ikonische Filmmusik von John Williams
Ein weiterer Aspekt, der wesentlich zur Wirkung des Films beiträgt, ist die ikonische Filmmusik von John Williams. Die minimalistische, aber unvergessliche Melodie, die den Hai symbolisiert, ist zu einem der bekanntesten musikalischen Motive in der Filmgeschichte geworden. Mit nur wenigen Noten gelingt es Williams, eine beispiellose Spannung und Angst zu erzeugen. Die Musik fungiert fast als eigenständiger Charakter im Film, der die Präsenz des Hais ankündigt und die bedrohliche Stimmung intensiviert. Williams‘ Komposition ist ein Paradebeispiel dafür, wie Musik in einem Film nicht nur begleitend, sondern erzählend wirken kann. Sie verstärkt die emotionale Wirkung der Szenen und trägt maßgeblich dazu bei, dass das Publikum sich in einem Zustand ständiger Anspannung befindet.

Schauspielleistung – neben Bruce
Die Leistung des Ensembles darf ebenfalls nicht unerwähnt bleiben. Roy Scheider überzeugt als der stoische, aber entschlossene Polizeichef Brody, der sich trotz seiner Ängste der Bedrohung stellt. Richard Dreyfuss bringt als Hooper eine sympathische Mischung aus Humor und Intelligenz ein, während Robert Shaw als Quint eine rauhe, fast mythische Präsenz auf die Leinwand bringt. Die Chemie zwischen diesen drei Figuren, insbesondere während der letzten Jagd auf dem Meer, verleiht dem Film eine zusätzliche Tiefe und Intensität. Und dann wäre noch das Hai-Modell, der den Spitznamen Bruce trägt.

Emotionale Wirkung
Spielbergs Regiearbeit und Williams‘ Musik ergänzen sich perfekt, um einen Film zu schaffen, der nicht nur spannend und unterhaltsam ist, sondern auch eine tiefere emotionale Wirkung erzielt. Die thematische Auseinandersetzung mit Angst, Überlebensinstinkt und menschlicher Hybris wird subtil, aber wirkungsvoll in die Geschichte integriert. Der weiße Hai ist mehr als nur ein Film über einen tödlichen Raubfisch; er ist eine Allegorie auf die unberechenbare Macht der Natur und die Grenzen menschlicher Kontrolle.

Blockbuster
In kommerzieller Hinsicht war Der weiße Hai ein gigantischer Erfolg und gilt als der erste „Blockbuster“ in der Filmgeschichte, da er eine neue Ära des Kinos einleitete, in der der Sommer als Hauptsaison für große Filmveröffentlichungen etabliert wurde. Der Film prägte nicht nur das Genre des Thrillers, sondern beeinflusste nachhaltig das Filmmarketing und die Verbreitungspraxis, mit breitem Kinostart und intensiven Werbekampagnen. Es folgten noch Teil 2 bis 4, wobei nur noch Teil 2 an die Qualität des Originals herankommt.

Spielberg hat mit diesem Film eine dauerhafte Spur in der Geschichte des Kinos hinterlassen, die auch nach fast fünf Jahrzehnten nichts von ihrer Wirkung verloren hat. Und daher freue ich mich auf die phantastische Matinee im Scala Kino Fürstenfeldbruck am Sonntag, 25. August um 10:45 Uhr. Karten gibt es hier.

Filmrkitik: Horizon von Kevin Costner

22. August 2024

Da hat sich Kevin verrannt. Es ist lobenswert, wenn ein Regisseur und Schauspieler für eine Sache brennt und es ist noch lobenswerter, wenn ein fesselnder Film oder gar ein Meisterwerk daraus entsteht. Mit Horizon wollte Kevin Costner ein Western-Epos schaffen und ist meiner Meinung an seinem eigenen Anspruch gescheitert.

Vier Teile soll Horizon umfassen. Zwölf Kinostunden und zwölf Jahre als Eroberung des Wilden Westens. Jetzt kam die erste Episode dieses Herzenswerks von Costner in die deutschen Kinos und ich bin nicht davon überzeugt, dass sich der Film wacker schlägt. Da wird auch der enorme Werbeaufwand des Verleihs nichts nutzen.

Ich bin nicht der Meinung, dass der Westernfilm tot ist, aber eines darf ein Film nicht: Langweilen und wenn ich mich im Kino genötigt sehe, bei 181 Minuten auf die Uhr zu blicken und mich zusammenzureißen, dann wird es vielleicht anderen Zuschauern auch so gehen.

Horizon ist kein schlechter Film geworden, dazu versteht Costner sein Handwerk viel zu gut. Aber er hat sich mit einem Epos zu viel aufgeladen und ein Versprechen abgegeben, das er nicht erfüllen kann, leider.

Die Saga beginnt in New Mexico, 1861. Der Bürgerkrieg ist am Horizont zu erkennen und Siedler nehmen der Weg nach Westen auf und besetzen Gebiete der Apachen. Die sind darüber nicht angetan und massakrieren die Siedler gleich mal und schon beginnt der klassische Rachefeldzug.

Costner baut seine Geschichte langsam auf, für meinen Geschmack zu langsam. Seine Figuren berühren nicht. Es wird erst gemeuchelt, dann kommen die Charaktere. Costner taucht als schweigsamer Hayes Ellison erst nach einer Stunde auf der Leinwand auf.

Die dargebotenen Handlungsstränge verwirren, finden erst gegen Ende des Film zusammen und ergeben einen Sinn. Und als ich als Zuschauer langsam Geschmack an der Sache finde, ist der Film aus und lässt mich etwas ratlos zurück. Es kann sein, dass ab Teil 2, der im November in die Kino kommen soll, einfacher wird.

Mein Sammlerherz ist enttäuscht über Aston Martin DB5 von Corgi – No Time to die

20. August 2024

Das Sammlerherz sollte wieder schneller schlagen als ein weiterer Aston Martin DB5 von Corgi bei mir eintraf. Es handelt sich um das 2024-Modell aus dem James Bon-Film No Time to die mit der Nummer Corgi CC04314 . Aber das Sammlerherz wurde enttäuscht und hatte sich mehr vorgestellt.

Das 007-Fahrzeug ist übersäht mit Schrammen und Einschusslöchern und kommt in einer schmucken Verpackung daher. So weit, so gut.

Der Wagen hat wieder wundervolle Details wie die Maschinengewehre, italienische Nummernschilder und Einschusslöcher. Aber das war es dann auch schon mit dem Zauber. Es lassen sich weder die Türen öffnen, noch die kugelsichere Heckscheibe ausfahren oder das Kennzeichen drehen, geschweige denn die Maschinengewehre ein- und ausfahren. Es ist ein schön anzusehendes Fahrzeug, aber kein detailliertes Automobil aus alten Corgi-Zeiten. Das ist schade.

Im James-Bond-Film No Time to Die spielt der Aston Martin DB5 eine zentrale Rolle, insbesondere in den Szenen, die in Italien gedreht wurden.

Im James-Bond-Film No Time to Die spielt der Aston Martin DB5 eine zentrale Rolle, insbesondere in den Szenen, die in Italien gedreht wurden.
In der Anfangssequenz des Films befindet sich James Bond, gespielt von Daniel Craig, in Matera, einer historischen Stadt in Süditalien. Dort fährt er den legendären Aston Martin DB5. Diese Szene ist besonders actiongeladen: Bond wird von mehreren bewaffneten Verfolgern attackiert. Der DB5 ist dabei mit verschiedenen Gadgets ausgestattet, die in typischer Bond-Manier zum Einsatz kommen, darunter Maschinengewehre, die hinter den Scheinwerfern verborgen sind, und eine Rauchwolkenfunktion, die die Verfolger verwirrt.
Der Aston Martin DB5 verkörpert in dieser Szene sowohl den nostalgischen Charme der klassischen Bond-Filme als auch die modernisierte Action, für die die neueren Bond-Filme bekannt sind. Der Wagen ist nicht nur ein Fortbewegungsmittel, sondern auch ein wesentlicher Bestandteil der Action und des Spannungsaufbaus in dieser Szene.

Im Gegensatz zu den bekannten Modellen von Corgi wurde hier versucht, ein Sammlermodell und kein Spielzeug zu kreieren. Das scheint bei allen neueren Modellen der Fall zu sein. Also ein nettes Vitrinenmodell in schöner Verpackung. Bei mir wandert das Auto wohl ins Archiv.

The Wicker Man (1973) – Rückblick auf meine Matinee

17. August 2024

Eine Perle des britischen phantastsischen Kinos zeigte ich im Juli bei meiner Matinee „The Wicker Man“ im Scala Kino Fürstenfeldbruck. Der Film von 1973, unter der Regie von Robin Hardy, ist ein Film, der sich durch seine einzigartige Mischung aus Horror, Mystik und Folk-Elementen auszeichnet.

„The Wicker Man“ hat sich als Kultklassiker etabliert und wird oft als einer der besten britischen Horrorfilme aller Zeiten bezeichnet. Der Film zeigt, wie innovativ des phantastische Kino in den siebziger Jahren gewesen war. „The Wicker Man“ ist ein Meisterwerk des Horror-Genres, das durch seine innovative Verwendung von Kameraarbeit, Schnitt und Musik besticht. Harry Waxmans Kameraführung, Eric Boyd-Perkins präziser Schnitt und Paul Giovannis atmosphärische Musik schaffen gemeinsam eine fesselnde und verstörende Welt, die den Zuschauer lange nach dem Ende des Films nicht loslässt. Hier ist mein Vortrag zum Film.

Er gilt als Wegbereiter des Folk-Horrors. Der Film erzählt die Geschichte des Polizeibeamten Sergeant Howie, gespielt von Edward Woodward, der auf eine abgelegene schottische Insel geschickt wird, um das Verschwinden eines jungen Mädchens zu untersuchen. Was er entdeckt, sind die unorthodoxen und heidnischen Rituale der Inselbewohner, angeführt von Lord Summerisle, verkörpert von Christopher Lee.

Die Musik von Paul Giovanni ist ein integraler Bestandteil der Atmosphäre von „The Wicker Man“. Die Entscheidung, traditionelle Volksmusik und Originalkompositionen zu verwenden, trägt zur Authentizität und Tiefe der Filmwelt bei. Die Lieder, die oft von den Inselbewohnern gesungen werden, wirken wie ein verbindendes Element zwischen den Charakteren und der Kultur der Insel. Diese Musikstücke sind nicht nur Hintergrundgeräusche, sondern fungieren als narrative Werkzeuge, die die Handlung vorantreiben und die heidnische Stimmung unterstreichen.

Die nächste phantastischen Matinee im Scala Kino ist ein wahrer Sommerfilm. Ich bespreche und zeige am Sonntag, 25. August den Spielberg Klassiker der weiße Hai in der Synchronfassung von 1975. Karten gibt es hier.

Filmkritik: Alien Romulus – ohne Spoiler

14. August 2024

Nach dem US-Hype ist endlich Alien Romulus bei im Kino und es ist ein lauter Film geworden. Zeitlich spielt Alien Romulus von Evil Dead-Regisseur Fede Alvarez zwischen Alien (1979) und Aliens (1986). Es ist ein harter Science Fiction-Horror geworden, der gegen Ende zum Action-Film Aliens mutiert und sich zudem vor Ridley Scott verbeugt. Die Handlung ist 20 Jahre nach Alien und 37 Jahre vor Aliens angesiedelt. Hier der erste Eindruck gleich nach der Pressevorführung zusammen mit Markus Elfert von Filmreport – ohne Spoiler. Ich schau mir den Film gleich nochmal nach dem offiziellen Start im Scala Fürstenfeldbruck an.

Der Fan wird sich in Alien Romulus wohlfühlen. Das Setdesign der mit den flackernden Lichtern ausgestattet Raumstation mit großen Computerterminals und Mutter ist wunderbar retro. Zudem gibt es viele Anspielungen an den ersten Teil, die Spaß machen, wie ein Vögelchen beim Essen oder das Einsteigen in einen Raumanzug und wir treffen alte Bekannte wieder. Zudem wird Kubricks 2001 zitiert: Open the door.

Das Setdesign ist Rost, Gold und Rot gehalten, die Gänge sind eng, die Szenerie ist dreckig. Die Helden des Films sind wie in Teil eins keine Saubermänner, sondern Diebe und Abenteurer. All das sorgt bei Fans für eine bekannte Wohlfühlamtosphäre. Also keine glänzenden Sternenkrieger in sauberen Raumschiffen, sondern die Arbeiterklasse im Weltraum, wo dich niemand schreien hört. Einige Darsteller verfügen über keine tiefere Charakterisierung und werden von den bösen Aliens verfrühstückt. Das war bei Ridley Scotts-Urversion noch anders, wenn jeder Verlust eines Mannschaftsmitglieds dem Zuschauer näher ging.

HR Giger hätte sich über Alien Romulus gefreut. Sein Monster wird im Film zitiert und die Sexualität der Giger-Gemälde erwachsen in Alien Romulus zum Leben voll mit Surrealismus und seine Biomechanoiden. Fede Alvarez liebt wohl die 1971 Müllpassagen von Giger, die zum sexuellen Akt im Film werden – eine großartige Hommage an die Wiener Schule des Phantastischen Realismus.

Die YouTube-Generation wird Alien Romulus vertraut sein, wenn Prank-Videos mit „Run“ zitiert werden und das Alien-Blut als Säure gibt eine hervorragende Vorlage als Videospiel, das sicherlich kommen wird.

Die Musik oder sagen wir besser der Sound von Benjamin Wallfisch aus der schrecklichen Hans Zimmer-Schmiede unterlegt den Film mit einem lauten, aggressiven Klangteppich damit eingeblendeten Herzklopfen, der gut zur Atmosphäre passt. Mit Jerry Goldsmith als Alien ist Wallfisch aber nicht entferntesten vergleichbar.

Ohne zu Spoilern machen hab ich mich mit den letzten 15 Minuten des 119 Minuten langen Films schwer getan. Hier wollte sich wohl Fede Alvarez vor dem jüngeren Werk von Ridley Scott verbeugen, was zum einen nur bedingt gelang, zum anderen unnötig war. Fede Alvarez steht für eine neue Art von Gewalt-Regisseuren, die auf handgemachten Effekte setzen und das tut dem Film unheimlich gut. Er setzt sogar auf unerwartete Animatronic-Aufnahmen.

Alien Romulus ist ein lauter, ein schmutziger Film geworden und Alien-Fans werden ihn lieben. Und sofort wird ein Ranking beginnen, in welcher Lieblingsskala sich der Film einordnen lässt. Unbedingt im Kino ansehen.

Filmtipp: Longlegs

12. August 2024

Wer mich kennt, der weiß, dass ich ein Problem mit der theatralischen Darstellung von Nicolas Cage habe. Jetzt läuft der Film Longlegs in den Kinos und es ist – Gott sei Dank – einer der besseren Filme mit Cage geworden.

Wer das Schweigen der Lämmer und Sieben mochte, der wird in Longlegs seinen Gefallen finden, obwohl der Film nicht die Tiefe der beiden Vorbilder erreicht. Dennoch ist Longlegs ein guter, sehr guter Psychothriller mit einem abgedrehten Nicolas Cage als gestörter Serienmörder.

Kurzer Inhalt: FBI-Agentin Lee Harker (Maika Monroe) hat Vorahnungen und darf deshalb in einer Sonderkommission, um einen Serienmörder zu stellen. Je mehr sie ermittelt, kommt sie auf die Spur von satanischen Hintergründen und findet auch verstörende Verbindungen zu ihrer eigenen Kindheit. Alles durchaus spannend inszeniert von Oz Perkins, der Sohn von Anthony (Norman Mutter) Perkins.

Mir hat vor allem die distanzierte Kameraarbeit von Andres Arochi gefallen. Kalte Farben und immer auf Distanz, die Kamera als Beobachter der Bilder. Die Darsteller in der Totalen oder Halbtotalen verlieren sich im Raum des Bildes und so wird unbewusst die Vereinsamung der handelnden Personen intensiv dargestellt. Ob das moderne Action-Publikum diese Einstellungen wirklich würdigen kann, bleibt dahingestellt. Für mich gehören sie zu den besten Bildern des Films. Diese Grundstimmung des Films vermittelt Unruhe und Unbehagen. War es bei Schweigen der Lämmer der gestörte Buffalo Bill ist es hier der schräge Vogel Longlegs, der sich zu inszenieren weiß. Sehenswert wie Cage in Frauenkleider in einen Baumarkt schlappt. Offiziell wurden kaum Bilder von Cage als Longlegs veröffentlicht, wahrscheinlich um mehr Spannung aufzubauen. Gut, ich werde nicht spoilern – nur soviel: Longlegs hat ein Rad ab und sieht schaurig gut aus.

Bitte auch beim Kinobesuch auf das Sounddesign achten, das viel zur Stimmung des Films beiträgt. Sound-Designer Eugenio Battaglia arbeitet viel mit ASMR-Elementen, die ja eigentlich die Entspannung fördern sollen. In Longlegs erreichte dieser Klangteppich bei genau das Gegenteil und sorgte unbewusst für eine Unruhe während des Films. Diese akustische stickige Atmosphäre wird dem geneigten Fan gefallen und Longles weiß auf seine Art zu unterhalten.

Persönlicher Nachruf auf Rainer Brandt

8. August 2024

Mit tiefem Bedauern nehmen wir Abschied von Rainer Brandt, einem der herausragendsten Synchronsprecher und Drehbuchautoren Deutschlands, der im Alter von 88 Jahren verstorben ist. Matthias J. Lange von redaktion42 und Markus Elfert von Filmreport sprechen im ICE über den Meister des Wortwitzes.

Rainer Brandt hinterlässt eine Lücke in der Welt der Synchronisation, die schwer zu füllen sein wird. Er war mehr als nur eine Stimme – er war ein kreatives Genie, das Filme und Serien mit seinem einzigartigen Humor und Charme bereicherte. Besonders bekannt wurde er durch seine Arbeit an der Serie „Die Zwei“, in der er den Charakteren von Roger Moore und Tony Curtis einen unverwechselbaren, deutschen Witz verlieh. Seine Adaptionen waren nicht nur Übersetzungen, sondern kulturelle Werke, die das Original in ein neues, humorvolles Licht tauchten.

Geboren am 19. Januar 1936 in Berlin, begann Rainer Brandt seine Karriere als Schauspieler, bevor er die Welt der Synchronisation für sich entdeckte. Mit einem untrüglichen Gespür für Timing und Wortwitz schuf er Dialoge, die im deutschen Sprachraum Kultstatus erlangten. Seine Fähigkeit, den Geist eines Films oder einer Serie einzufangen und dabei dennoch eigene, kreative Akzente zu setzen, machte ihn zu einem Pionier und Vorbild in der Branche.

Sein Stil, der sogenannte „Klamauk-Synchronisation“ oder „Schnodderdeutsch“, war revolutionär. Mit Wortspielen, Humor und einer einzigartigen Art, Dialoge anzupassen, schuf er eine ganz neue Art der Synchronisation, die sowohl den Geist des Originals einfing als auch eine neue, oft komödiantische Dimension hinzufügte. Diese Technik machte ihn zu einem der gefragtesten und respektiertesten Synchronsprecher und Dialogautoren seiner Zeit.

Rainer Brandt war eine Legende im Synchronbereich. Seine Stimme war die deutsche Stimme zahlreicher Hollywood-Ikonen, darunter Tony Curtis, Elvis Presley und Jean-Paul Belmondo. Doch es war nicht nur seine Fähigkeit, Charaktere lebendig und authentisch zu verkörpern, die ihn so besonders machte, sondern auch seine kreative und innovative Herangehensweise an die Synchronisation selbst. Durch seine originellen und humorvollen Dialoge verlieh er diesen Filmen eine ganz eigene Note, die sie zu Kultklassikern machten.

Sehr beeindruckt hatte mich Kommentar auf der Facebook-Seite von Filmreport von Synchronsprecher und Schauspieler Charles Rettinghaus: „Lieber Rainer, Du hast in den siebzigern eine eigene Sprache im Synchron erfunden,das sogenannte Schnodderdeutsch. Wurdest dafür mit zahlreichen Preisen wie z.b dem Bambi ausgezeichnet. Das hat nach dir und vor dir in unserem Gewerbe niemand geschafft.
Ich hatte das Glück dich erleben zu dürfen, und unter deiner Regie lernen zu dürfen Ein besonderer Abend war für mich, als du mit mir vor ein paar Jahren zu der Premiere eines Terence Hill Films gegangen bist, und dann auf Terence zugegangen bist und ihm mit deiner unvergleichlichen Sonoren und Markanten Stimme gesagt hast, Terence darf ich dir meinen Freund Charles vorstellen. Dieser Moment hat mich kurz in meine Jugend zurückgebeamt und strahlen lassen. Wir werden Dich und Deinen unvergleichlichen Humor nie vergessen. Danke dass du uns mit deinem einzigartigen Humor, das Fernsehen und das Kino zu einem Feuerwerk der Lachmuskeln gemacht hast. Mach’s gut Rainer , und um es mit deinen Worten zu sagen
“Sleep well in your Bettgestell““

Zusammenhang zwischen Hiroshima/Nagasaki und Godzilla

6. August 2024

Am 6. August 1945 warfen die US-Amerikaner die Atombombe „Little Boy“ auf Hiroshima ab. Ein weiterer Abwurf folgte am 9. August auf Nagasaki, was letztlich zur Beendigung des Zweiten Weltkriegs im Pazifik führte. Am 15. August verkündete der japanische Kaiser per Radioansprache die Kapitulation Japans.

Diese Abwürfe, die tausende Menschenleben forderten, sollen nicht in Vergessenheit geraten. Während die Aufarbeitung des Nationalsozialismus in Deutschland über Jahrzehnte intensiv betrieben wurde, blieb eine umfassende Auseinandersetzung mit der Rolle des japanischen Kaisers, des Militärs und den Folgen der atomaren Strahlung in Japan weitgehend aus.

Das japanische Kino begann jedoch, diese Lücke zu füllen. Im Jahr 1954 kam der erste Godzilla-Film in die Kinos. Dieser Film setzte sich mit den Atombombenabwürfen und der Rolle des US-Militärs auseinander. In der US-Version von Godzilla wurde diese Kritik allerdings weitgehend ausgeblendet. Der Film griff die Ängste der Japaner auf und verarbeitete sie. Das Trauma der Atombombenabwürfe wurde auch in späteren Godzilla-Filmen thematisiert.

Für die Japaner war klar: Godzilla stand als Metapher für die Atombombenabwürfe und deren Folgen. Wie eine Naturgewalt verwüstet das Monster aus dem Meer Japan – plötzlich und unerwartet, ähnlich wie die Atombombenangriffe. US-Präsident Harry S. Truman rechtfertigte die Abwürfe mit den Worten: „Wir haben sie gegen diejenigen eingesetzt, die uns ohne Vorwarnung in Pearl Harbor angegriffen haben.“

Der erste Godzilla-Film entstand aufgrund eines Vorfalls am 1. März 1954, bei dem der japanische Fischkutter Dai-go Fukuryū-maru (Glücklicher Drache) durch den US-amerikanischen Kernwaffentest Castle Bravo radioaktiv kontaminiert wurde. Dieser Vorfall inspirierte den Produzenten Tomoyuki Tanaka dazu, das Trauma der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki filmisch zu verarbeiten. Er schlug seinen Vorgesetzten bei den Tōhō-Studios vor, einen Monsterfilm nach dem Vorbild der erfolgreichen US-amerikanischen Produktion „Panik in New York“ (1953) zu drehen.

Sammlerherz freut sich: James Bond Corgi Modell 04206 Aston Martin DB5

4. August 2024

Wieder schlägt das kleine Sammlerherz höher, weil ich wieder ein Corgi-Modell eines Aston Martins aus der James Bond Reihe mein eigen nennen darf. Nachdem ich zwei ältere Modelle, den Corgi 261 Aston Martin DB5 von 1965 und Corgi 271 James Bond 007 – Aston Martin DB 5 von 1978, habe ich nun den Aston Martin 04206 CORGI aus der Jubiläumsausgabe von Feuerball/Thunderball. Zum 50. Geburtstag des Film veröffentlichte Corgi 2015 wieder die Modelle in Silber und Gold. Ich habe die silberne Version bekommen.

Das Auto ist noch original verpackt samt allen Anleitungen und – ganz wichtig – der Figur, die mit dem Schleudersitz in die Höhe katapultiert wird. Die Gimmicks an diesem Modell sind neben Schleudersitz auch die Maschinengewehre vorne, die kugelsichere Rückwand und die drehbaren Kennzeichen.

Außerordentliche Detailtreue
Das Corgi Modell 04206, eine Miniatur des legendären James Bond Aston Martin DB5, ist ein Highlight für Sammler und Fans der berühmten Filmreihe. Dieses Modell, bekannt für seine außerordentliche Detailtreue und hochwertige Verarbeitung, fängt die Essenz des wohl bekanntesten Filmautos der Geschichte perfekt ein.

Der Aston Martin DB5, der erstmals im 1964er James-Bond-Film „Goldfinger“ auftauchte, ist seitdem untrennbar mit dem britischen Geheimagenten verbunden. 1965 wurde das Fahrzeug im Nachfolgefilm Feuerball wieder eingesetzt, allerdings weniger spektakulär als bei Goldfinger. Das Corgi Modell 04206 ehrt dieses ikonische Fahrzeug mit einer Vielzahl von authentischen Details und funktionsfähigen Features, die das Herz jedes James-Bond-Fans höher schlagen lassen.

Mein Modell ist in der klassischen Silberfarbe gehalten, die den eleganten und zeitlosen Look des originalen Aston Martin DB5 widerspiegelt. Es gibt das Modell auch noch in Gold. Besonders bemerkenswert sind die zahlreichen beweglichen Teile, die Corgi in dieses Modell integriert hat. Dazu gehören die ausfahrbaren Maschinengewehre, das schusssichere Rückfenster und der berühmte Schleudersitz, der auf Knopfdruck aktiviert werden kann. Diese Funktionen sind nicht nur eine Hommage an die filmischen Gadgets, sondern auch ein Zeichen für die hervorragende Ingenieurskunst, die in die Entwicklung dieses Modells eingeflossen ist.

Die Reifen des Modells sind aus Gummi und verleihen dem Auto einen authentischen Touch, während die Karosserie aus Metall für die notwendige Stabilität und ein hochwertiges Gefühl sorgt.

Weniger begeistert bin ich allerdings über die Verpackung. Während meine Modelle von 1965 und 1978 reißerischer waren, ist das Packungsdesign von 2015 eher spießig. Es wird zwar mit einem Störer Special Agent 007 auf der Box geworben und auch der Aston Martin kommt zeichnerisch schön rüber, aber dennoch zündet das Design nicht. Die Rückseite, oben und unten ist die Verpackung schlichtweg ein Designverbrechen. Hier hat sich der Hersteller keine Mühe gegeben, schade.

Stop Motion Workshop für Schüler im Kino

24. Juli 2024

In Bayern neigt sich das Schuljahr dem Ende zu und es kommen nun in den letzten Tagen die so genannten Projekttage. Ich hatte die Aufgabe mit 21 Schülerinnen und Schüler des Graf-Rasso-Gymnasiums Fürstenfeldbruck einen Stop Motion Film an einem Projekttag zu produzieren. Als Drehort und Pojektionsort hatten wir das Scala Kino in Fürstenfeldbruck zur Verfügung. Die Aufgabe war anspruchsvoll für die Nachwuchsfilmer.

Innerhalb von drei Stunden musste ein kompletter Film konzipiert, geschrieben, gedreht, geschnitten und nachvertont werden. Höhepunkt war die Aufführung des Films im großen Kinosaal 4 des Scala-Fürstenfeldbrucks. Gedreht wurde mit Playmobilfiguren, weil die eine gewisse Größe und vor allem Standfestigkeit haben. Hier ist der fertige Film.

Zunächst wurden die Schülerinnen und Schüler in verschiedene Teams eingeteilt. Drehbuch, Dialoge, Setdesign, Kulisse, Kamera, Schnitt – zwei junge Chefs vom Dienst überwachten die Teams und trieben sie freundlich, aber bestimmt zur Arbeit an, denn der Zeitplan war extrem straff. Derweil gab es noch eine kleine Einführung zum Stop Motion-Film in der Filmgeschichte. Am Beispiel von King Kong und die weiße Frau und einer Gliederholzpuppe von IKEA erklärte ich die Herausforderung bei den Dreharbeiten. Die Figuren sollten nur wenig bewegt werden, um den Eindruck einer flüssigen Bewegung beim Zuschauer zu erzeugen. Wir wissen ja, 24 Bilder ist eine Filmsekunde lang. Um eine gleichbleibende Lichtqualität zu gewährleisten wurde in einer von mir mitgebrachten Fotobox gedreht.

Als Kamera diente ein iPad mini, aufgenommen wurde mit der Software StopMotion. Geschnitten und nachvertont wurde in iMovie am Mac mit externen Mikro.

Neben dem Ergebnis des Films lernten die Schülerinnen und Schüler aber noch etwas Wichtiges, was sie in der Schule nur zum Teil lernen: Wirkliche Teamarbeit. Wenn ein Team im Projekt versagt, dann kippt das gesamte Projekt. Daher waren die beiden CvD auch damit beschäftigt Mut zu machen, aufkommende Diskussionen einzudämmen und immer auf die Uhr zu schauen. Teamarbeit ist enorm wichtig für das spätere Berufsleben.

Premiere war dann großen Kinosaal 4 des Scala. Es ist schon etwas anderes, seinen Film auf einer großen Leinwand zu erleben und nicht auf einem Laptopbibdschirm oder Handydisplay. Das ist die Macht des Kinos, ein perfekter Raum für Illusionen.

Anschließend machte Markus Schmölz, Geschäftsführer des Scala noch eine Führung hinter den Kulissen des Kinos, angefangen von der Popcorn-Küche bis hin zu den Projektor- und Serverräumen.
Gerne wiederhole ich dieses Seminar im Scala Kino mit anderen interessierten Schülerinnen und Schüler. Einfach melden.