Archive for the ‘Aufgelesen’ Category

Bergchor Coro Peralba (Dolomiten) singt für 20 Jahre Eisdiele Alberto in Maisach

10. Juli 2016
Alberto und Romina nehmen den Dank der Maisacher entgegen.

Alberto und Romina nehmen den Dank der Maisacher entgegen.

Wenn das keine gelebte Integration ist! Seit 20 Jahren besteht die Eisdiele Alberto bei uns am Dorf in Maisach. Seit 20 Jahren kommen Groß und Klein zu Alberto und Romina aus den Dolomiten und genießen das köstliche Eis. Immer zu einem Schwätzchen aufgelegt, erfährt man hier den Klatsch und Tratsch aus unserem Dorf im Landkreis Fürstenfeldbruck. K1 und K2 lieben das Eis, wie schon Generationen von Kindern zuvor. Albert und Romina haben die Kinder unseres Dorfes aufwachsen sehen. Jetzt feierte die Eisdiele Alberto ihr 20jähriges Betriebsjubiläum und hatte sich für das Dorf eine besondere Überraschung ausgedacht. Der Bergchor Coro Peralba aus seiner Heimat den Dolomiten gab in der Pfarrkirche Maisach ein Chorkonzert.


Viele waren erschienen, auch meine Familie besuchte das Konzert und staunte, welch gute Stimmen aus den Dolomiten kommen. Der Bürgermeister dankte Alberto, es gab Blumen und Gedenkteller und alle freuten sich. Schön wars.
Den Erlös des Konzerts spendete Albert zu 100 Prozent den Maisacher Kindergärten – eine gute Investition in die Zukunft. Wenn es um Eis bei uns im Dorf geht, dann geht es um Alberto. Und wenn bei den warmen Temperaturen schaut die Familie gleich wieder auf ein Eis vorbei – und ich nehme noch einen Espresso dazu.

Ich habe mal das Konzert für YouTube mitgeschnitten und werde es Alberto als kleines Dankeschön auf DVD brennen.

Gehirnoperation beim Mähroboter Automower 105 von Husqvarna

2. Juli 2016
Unser Mäher war defekt - quasi hirntot.

Unser Mäher war defekt – quasi hirntot.

R2Mäh2 hat ein neues Gehirn. R2Mäh2 war konfus und musste in die Klink. Jetzt ist er wieder da und macht seinen Job. R2Mäh2 heißt unser Robo-Rasenmäher, der im Garten seinen Job verrichtet. R2Mäh2 war krank und dann war auch noch seine Homebase krank und so holten wir uns professionelle Hilfe. R2Mäh2 ist eigentlich ein Mähroboter Automower 105 von Husqvarna, der früher mal Automower 310 hieß.

Reparatur für Automower-Mäher
Die Hilfe kam in Person von Ursula Jais. Sie ist die kompetente und sympathische Juniorchefin von Gartengeräte Jais aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck. Sie brachte R2Mäh2 zurück in sein Arbeitsleben.

Einige Tage war der Mäher krank, jetzt mäht er wieder, Gott sei Dank.

Einige Tage war der Mäher krank, jetzt mäht er wieder, Gott sei Dank.

Die Hauptplatine des Robomähers hatte irgendwie einen Schlag bekommen, vielleicht durch den Regen der jüngsten Zeit. Seitdem war R2Mäh2 seltsam und benahm sich daneben. Er produzierte Fehlermeldungen, wozu es gar keinen Grund gab. R2Mäh2 war krank, sein Gehirn war krank. Und dann noch: Seine Ladestation hatte zudem auch einen Fehler, weil eine Nacktschnecke auf dessen Platine gekrochen ist und das Teil lahmlegte. Die Schnecke hat den Kurzschluss auch nicht überlebt. Wir kamen aus dem Urlaub und stellten fest: Das Gras des Gartens war hoch gewachsen und R2Mäh2 rührte sich nicht mehr.

 

Ursula Jais rettet unseren Mähroboter 
Ursula Jais kam auf Krankenbesuch, untersuchte bei der Visite unseren R2Mäh2 und stellte die Diagnose: Sofort ab in die Klink. R2Mäh2 wurde verpackt, kam in den Krankenwagen, sprich Transporter der Firma Jais und wurde innerhalb von kurzer Zeit von Ursula Jais im Krankenhaus operiert, also in der Werkstatt repariert. Als unser Mäher wieder einsatzbereit war, stellten wir den beschriebenen Fehler in der Ladestation fest. Eine Nacktschnecke schleimte die Platine voll. Kurzerhand klemmte Ursula Jais die Station ab und ließ als super Kundenservice eine Ersatzladestation da. Das nenn ich Service. Ursula Jais verheiratete unseren R2Mäh2 mit ihrer Ladestation und schon konnte der Robomäher wieder seinen Job nachgehen. Nach getaner Arbeit rollte er zum Auftanken wieder auf seine Leih-Ladestation. Das Teil sah übrigens cooler aus, als die langweilige weiße Ladestation von Husqvarna. Die Austauschstation war von einem Maler individuell verziert und sieht sehr interessant aus. Den Kontakt zum Maler stellt Ursula Jais gerne her. Sie brachte mich auch auf die Idee, den Mäher mit Leuchtfarbe zu bemalen. Mal sehen, ob K2 noch Leuchtfarbe von den Modellarbeiten irgendwo herumliegen hat.


Die Vorteile eines Mähroboters habe ich schon mehrmals beschrieben. Im Moment schaue ich dem Mäher gerne von der Terrasse zu. Dank des Mähsystems arbeitet der Automower sehr diskret und leise. Das Zuschauen hat etwas meditatives. Um den Mäher menschlicher zu machen, hat er einen Namen bekommen R2Mäh2 und zudem hab ich zwei Augen aufgeklebt. Die Türe im Garten haben vor dem Kameraden zwar Respekt, aber keine Angst. Eine dicke Amsel hüpft hinter dem Mäher hinterher und holt die Würmer aus dem Gras. Ich warte nur mal darauf, dass der Vogel auf dem Mäher fliegt und sich durch den Garten fahren lässt.

Jetzt zieht R2Mäh2 wieder seine Kreise - mit Augen.

Jetzt zieht R2Mäh2 wieder seine Kreise – mit Augen.

Mal anders schlafen – die Alternative Airbnb

16. Juni 2016

In den sozialen Netzwerken sehe ich immer wieder Freunde auf Reisen. Sie besuchen wunderschöne Orte, entfernte Städte, faszinierende Länder. Und ich frage immer wieder nach, in welchen Hotels sie absteigen und notiere mir die Adressen, falls ich auch in die Verlegenheit komme, dorthin zu reisen. In jüngster Zeit bekomme ich immer wieder Airbnb als Antwort. Es handelt sich um den massiven Trend der Privatvermietung. Warum in teuren Hotels absteigen, wenn man preiswerter in Privatwohnungen unterkommen kann? Ein Bekannter war neulich im wunderschönen Venedig unterwegs und schlief preiswert über Airbnb, eine andere Bekannte nächtigte in Texas während South by Southwest. „Ein Hotelzimmer wäre viel, viel zu teuer und ich will mitten im Leben sein.“ Ein Programmierer aus dem Freundeskreis nächtigt in SF, um nicht die horrenden Hotelpreise zu bezahlen zu müssen.

Auf zur Reise, doch wo übernachten?

Auf zur Reise, doch wo übernachten?

Organisiert wird das alles über das Netz. Airbnb tritt dabei als Plattform auf und vermittelt zwischen Angebot und Nachfrage. Und wieder ist der Plattformgedanke da, der jetzt auch den Tourismus verändert. Nach der Revolution im Taxi-Bereich durch Uber nun die Revolution im Tourismusbereich. Die Kohle lockt in einer sich veränderten Wirtschaft. Der Wunsch, an der boomenden Tourismusbranche mitverdienen zu wollen, erreicht in immer stärkerem Ausmaß auch den privaten Wohnungsmarkt. Viele sehen darin eine lukrative Einnahmequelle, immer mehr werden Privatwohnungen an Touristen vermietet.

Bisher hab ich auf Reisen nur in Hotels übernachtet.

Bisher hab ich auf Reisen nur in Hotels übernachtet.

In touristisch attraktiven Städten wie München oder Nürnberg wächst mit ständig steigenden Übernachtungszahlen auch der „Grau-Markt“ professionell vermarkteter Ferienwohnungen und Privatapartments.
Wie reagieren nun etablierte Strukturen auf den Plattformgedanken. Im Taxi-Bereich haben die Taxifahrer gegen die neue Konkurrenz Uber mobil gemacht. Im Tourismus-Umfeld wird die Sache etwas schwieriger. Ein Berliner Gericht sieht das Verbot von Ferienwohnungen in der Hauptstadt als rechtens an. Seit Mai dürfen Vermieter nicht mehr über Airbnb, Wimdu und Co. ihre Wohnungen anbieten. Wohnungen in normalen Wohnhäusern als Ferienapartment zu vermieten, ist demnach verboten. Wer es ohne Ausnahmegenehmigung dennoch tut, riskiert bis zu 100.000 Euro Bußgeld.
Der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband hat mit einer Pressemitteilung reagiert. „Dadurch“, so DEHOGA Bayern-Präsident Ulrich N. Brandl, „finden sich Wohnungsmieter, in deren Haus Wohnungen plötzlich gewerblich untervermietet werden, oft Belästigungen ausgesetzt.“ „Zudem werden in der Regel die für Beherbergungsbetriebe gültigen Sicherheits- und Hygienestandards nicht beachtet“, ergänzt Stefan Wild, Vorsitzender des Fachbereichs Hotellerie im DEHOGA Bayern, „So fehlen Feuerlöscher und Fluchtwegepläne, die für Hotels durch die Betriebsverordnung vorgeschrieben sind, oft völlig. Ebenso werden allzu oft keinerlei gewerberechtliche oder auch jugendschutzrechtliche Vorschriften eingehalten.“ Fraglich ist weiterhin, ob Steuern ordnungsgemäß abgeführt werden. Die Folgen: Einerseits geht das Modell auf Kosten von Verbrauchern und Steuerzahlern, andererseits ist eine Wettbewerbsverzerrung zu erkennen.

Wo soll man nun einchecken?

Wo soll man nun einchecken?

Alles sicherlich richtige Argumente. Und wenn ich meine Freunde, die Airbnb-Nutzer, damit konfrontiere, ernte ich Schulterzucken. „Preiswert soll es sein und ich will mitten im Leben sein“, bekomme ich die Antwort. Etablierten Systemen mit ihren Kostenstrukturen traut man scheinbar diesen Wandel nicht zu. 2014 hatte der Focus eine Umfrage in Auftrag gegeben: Im Jahr 2014 konnten sich 26 Prozent der Deutschen vorstellen, in ihrem nächsten Urlaub statt eines Hotels eine Privatunterkunft zu buchen – so eine repräsentative Erhebung des Meinungsforschungsinstituts TNS Emnid im Auftrag von Focus. Heute werden es deutlich mehr sein.
Brandl fordert: „Dieser Zweckentfremdung von Wohnraum muss entgegengesteuert werden. Denn durch diese Zweckentfremdung geht wertvoller Wohnraum verloren. Gerade in Großstädten, wo Wohnungsknappheit herrscht, ist darauf zu achten, dass der Graumarkt sich nicht als Konkurrenz zu den konzessionierten Betrieben erweist.“ Wilds Fazit: „Um eine Wettbewerbsverzerrung zu vermeiden, sind für Alle, die ihre Privatwohnungen gewerblich vermieten, Regelungen einzuhalten, egal ob es sich hier um sicherheitsrechtliche oder steuerrechtliche Bestimmungen handelt. Dieser Missbrauch muss stärker kontrolliert werden, deswegen unterstützen wir ausdrücklich alle Bemühungen von Städten und Kommunen, die zur Einhaltung von Recht und Gesetz beitragen.“
Die Zahlen von Airbnb sind eindrucksvoll. Airbnb, gegründet im August 2008 mit Sitz in San Francisco, Kalifornien, führt Menschen in jeder Preisklasse in Reiseerlebnissen zusammen. „Mit unserem erstklassigen Kundenservice und einer ständig wachsenden Zahl von Nutzern ist Airbnb der einfachste Weg, mit Deinem freien Wohnraum Geld zu verdienen und ihn Millionen von Menschen vorzustellen“, heißt es auf der Website des Unternehmens. Gesamtzahl der Gäste: +60.000.000, Städte +34.000 (sogar mein Dorf in dem ich lebe, ist dabei), Schlösser +1.400 und in Länder +191
Wie ist eure Meinung zu dem Thema?

Fotoautomat auf einer Party – Foboxy in der Praxis

15. Juni 2016

Neulich war ich auf eine Hochzeit eingeladen. Ein Familienmitglied meiner Frau schloss den Bund zur Ehe. Alles Gute dem Brautpaar. Um die Hochzeitsfeier etwas lockerer zu gestalten, griff das Brautpaar auf eine witzige Idee zurück. Sie mieteten eine Foboxy.

Foboxy war eine nette Abwechslung für die Hochzeitsgäste.

Foboxy war eine nette Abwechslung für die Hochzeitsgäste.

Foboxy – dahinter verbirgt sich eine moderne Sofortbildkamera und das Ding sorgte auf der Party für richtig Stimmung. Foboxy kommt als Komplettlösung daher – Kamera, Drucker, Licht und Kostüme. Aufgestellt, Stecker rein und los geht’s. Die Hochzeitsgäste statten sich mit Perücken, Brillen, Hüte, Accessoires aus und postieren sich vor der Foboxy. Ein Countdown zählt herunter und es werden insgesamt vier Bilder geschossen. Mit einer Handsteuerung kann der Hochzeitsgast das Ganze auslösen und auch misslungene Bilder löschen.


Sind die vier Bilder geschossen, wird das Foto vom internen Fotodrucker geprintet. Das Ganze dauert ein paar Sekunden, die Qualität ist nicht gerade göttlich, aber Foboxy macht unglaublich Spaß. Wenn das Papier leer ist, wird Fotopapier in DIN A6 Format einfach nachgefüllt, ebenso Tinte. Das ganze Zeug ist im Foboxy-Paket dabei. Also auch technische Laien können die Foboxy bedienen.
Bei der Hochzeit posierte Jung und Alt vor der Fotokiste. Es wurden ernsthafte Gruppenbilder genauso geschossen wie Blödelbilder. Ich posierte mit meiner Familie und machte mit K1 und K2 auch ein paar Einzelbilder. Einmal posierte ich allein vor der Foboxy. Damit die Bilder nicht verloren gehen, werden die Aufnahmen zusätzlich auch auf einem USB-Stick für das Hochzeitspaar gespeichert.

Meine Ergebnisse mit der Foboxy.

Meine Ergebnisse mit der Foboxy.

Das ganze System ist ideal für so manchen Kunden von mir. Das Layout der Fotos kann gebrandet werden. Die Kosten für Foboxy halten sich im Rahmen und die Resonanz der Leute ist genial. Ich kann mir viele Einsatzmöglichkeiten vorstellen. Ich probiere es bald einmal aus.

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Ersatzteil für den Webergrill

14. Juni 2016

Ich geb es zu, ich mag meinen Webergrill. Meine Frau hat ihn mir zum Geburtstag geschenkt und seitdem grille ich Tag ein, Tag aus. Beim Grillkurs der Metzgerei Moser in Landsberg habe ich mich fortgebildet und auch darüber gebloggt. Bisher hatte ich keine Probleme mit meinem Webergrill. Ich habe einen Gasgrill der Spirit-Serie. Fleisch, Fisch und Gemüse wird zubereitet – meine Pizza mache ich nach wie vor im Ofen.

Meine Flavorizer Bars vom Webergrill waren schon fertig mit der Welt.

Meine Flavorizer Bars vom Webergrill waren schon fertig mit der Welt.

Aber durch die intensive Nutzung beginnt seit einiger Zeit einzelne Teile des Grills zu verschleißen. Bei uns wird eben sehr viel und sehr intensiv gegrillt. Die ersten Opfer waren die drei Flavorizer Bars oder Aromastäbe beim Webergrill. Sie wurden porös, Rost setzte sich an und die Dinger lösten sich auf. Die Folge ist, dass das Fett des zu grillenden Fleisches auf die Brennstäbe tropft und sich entzündet. Das kostbare Grillgut verbrennt.


Das darf nicht sein. Ich beriet mich mit meinem Kollegen Günter Bugar, einem absoluten Grillfan aus dem schwäbischen Gersthofen, und schnell war klar, es muss Ersatz für die Flavorizer Bars oder Aromastäbe her. Die Abwicklung über Weber direkt war mir zu viel Action. Nach ein wenig hin und her beschloss ich, mir diese Ersatzteile selbst zu kaufen und nachdem ich mit dem Onlinestore Weststyte gute Erfahrungen gemacht habe, schaute ich hier nach Ersatz. Es gibt sicher viele andere Stores und Baumärkte, aber das Team von Weststyle hat mich einmal hervorragend beraten und das habe ich nicht vergessen. Also auf der Website nach Ersatz für meine Flavorizer Bars gesucht und auch gefunden. Für mein Spirit-Modell gibt es nur die Variante aus Edelstahl.
Bestellt und über Amazon Payment abgerechnet – dies halte ich für einen USP eines jeden Onlineshops. Über Nacht kam die Bestätigung per Mail und zwei Tage später hatte ich die gut verpackten Flavorizer Bars als DHL-Paket in der Garage. So muss Service im 21. Jahrhundert sein. Es webert wieder.

Hirsch Poldi als Ingress-Portal vorm Hotel Prinz Luitpold Bad

13. Juni 2016

Im Tourismus wird mit allerlei Attraktionen gearbeitet, um auf seinen USP aufmerksam zu machen. Manches Mal bekommt ein Hotel auch Werbung ohne dafür etwas getan zu haben. Wie hier: Eine recht ungewöhnliche Konfrontation führte ich mit einem mir Unbekannten vor meinen Lieblingshotel Prinz Luitpold Bad in Bad Hindelang. Vor dem 152 Jahre alten Hotel steht ein Bronze Hirsch, den die Eltern von heutigen Hotelier Armin Gross aufgestellt haben.

Um Poldi vor dem Hotel Prinz Luitpold Bad entbrannte ein heftiger Streit.

Um Poldi vor dem Hotel Prinz Luitpold Bad entbrannte ein heftiger Streit.

Genau um diesen Hirschen, Poldi genannt, entbrannte ein heftiger Kampf. Aber der Kampf wurde ausschließlich virtuell ausgetragen.
Während meine Frau das Auto vom Hotelparkplatz holte, stand ich mit meinem Smartphone vor dem Hirschen und zuckte auf einmal. Ich hatte in Ingress den Hirschen gerade erobert. Ingress ist ein moderne Form von Geochaching von Google. Die gute und die böse Welt treten um die Weltherrschaft gegeneinander an. Ich bin grün und gehöre damit zur guten Fraktion. Inzwischen bin ich als redaktion42 auf Level 5. Für Google hat es den Vorteil, dass der Datensammler genau kontrollieren kann, wo ich mich gerade befinde. Sei es drum.

Angriff auf den Hirschen in Ingress.

Angriff auf den Hirschen in Ingress.

Auf jeden Fall hatte ich das Portal den Hirschen erobert und war gerade dabei das Vieh zu sichern, einen Schutzschild zu errichten. Dazu baut man als Spieler so genannte Resonatoren auf und errichtet ein wehrhaftes Schutzschild und versucht sich mit anderen Portalen zu verlinken. Klingt kompliziert, ist es aber nicht, sobald man sich ein wenig damit beschäftigt. Und bitte fragt mich nicht nach dem Sinn.
Auf jeden Fall ist der Hirsch ein gutes, grünes Portal und als ich gerade gehen wollte, wurde mein frisch errichtetes Portal von der blauen Fraktion angegriffen. Einige Meter von mir entfernt stand ein unbekannter Mann mit seinem Smartphone und griff wohl mein Portal an. Das sind echte Probleme in der virtuellen Welt. Er feuerte ein paar Salven von einer virtuellen Waffe ab, aber meine Verteidigung hielt stand. Dann zog der Typ ab. Ich warf ihn einen bösen Blick hinterher, war aber stolz, dass ich gesiegt hatte. Poldi gehört für einige Zeit mir.
Ein Albay hat das Hirschportal angelegt. Wer das ist, wusste Armin Gross nicht. Er selbst ist kein Ingress-Spieler, freut sich aber dass der Poldi seiner Eltern in die virtuelle Welt Einzug gehalten hat. Tja, auch das ist Tourismus und hier wird mit harten Bandagen gekämpft.

Fleischautomat vom Direktvermarkter

9. Juni 2016
Maisach hat jetzt seinen ersten Fleisch- und Wurstautomaten vom Hofladen Widmann aus Fußberg.

Maisach hat jetzt seinen ersten Fleisch- und Wurstautomaten vom Hofladen Widmann aus Fußberg.

Unser kleines Dorf hat eine Neuerung: Einen Fleisch- und Wurstautomaten. Da lacht das Herz des passionierten Webergrillers und ich musste es gleich ausprobieren.
Der Hofladen Widmann, ein Direktvermarkter aus Fußberg, einem ganz kleinen Ortsteil von Maisach im Landkreis Fürstenfeldbruck, hat in der drei Gemeinden einen Fleisch- und Wurstautomaten aufgestellt: Maisach, Gröbenzell und Überacker. Die Waren kommen direkt aus der eigenen Schlachtung des Hofladens und sind super frisch. Dabei handelt es sich um Ochsenfleisch aus Heidehaltung. Vollmilchkalbfleisch, Schweinefleisch, Geflügel sowie verschiedene Wurstsorten aus eigener Herstellung, Ich musste das Angebot Im Automat gleich mal ausprobieren. Der Webergrill zu Hause freut sich auf Nachschub.


Zum Grillen wählte ich das marinierte Ochsenfleisch, vier Scheiben rund 700 Gramm für 13,80 Euro. Zudem gab es Wiener Würstchen, sieben Stück für 4,80 Euro. Keine Supermarktware, von der ich nicht weiß, vorher die Produkte stammen, sondern Fleisch und Wurst aus der Region. Am Freitag ist bei uns Wochenmarkt im Dorf, da kaufe ich beim Stand des Hofladens Widmann ein. Die Preise sind freilich höher als die Preise im Supermarkt, aber die Qualität ist hervorragend und ich weiß, woher die Tiere stammen und wie sie gehalten werden.

Schade, der Automat nimmt nur Papiergeld.

Schade, der Automat nimmt nur Papiergeld.

Leider nimmt der Automat nur Fünf-, Zehn- und Zwanziger-Scheine und kein Plastikgeld. Das finde ich schade, denn ich bin mehr mit Plastik- als mit Papiergeld unterwegs. Die Bedienung des Geräts ist einfach. Zunächst den Geldschein einführen und dann wird der Kredit im Display angezeigt. In meinem Fall 20 Euro.

Nummer eingeben und fertig.

Nummer eingeben und fertig.

Dann die Nummer des gewünschten Produkts eingeben. Nach ein, zwei Sekunden fährt ein Greifer zum Produkt, nimmt es heraus und transportiert es in den Auswurfschacht. Dann die Ware entnehmen. Also ganz so, wie man es von Getränkeautomaten u.a. kennt. Mein Ochsenfleisch war wunderbar gekühlt und ordentlich verpackt. Nicht vergessen am Schluss die Restgeldtaste drücken und sich das Wechselgeld auswerfen lassen. Natürlich kann auch weiter eingekauft werden.


Was passiert, wenn ich eine Auswahlnummer drücke und es ist kein Produkt mehr vorhanden? Das wollte ich beim ersten Test nicht ausprobieren. Ich hoffe, der Automat erkennt meinen Fehler und weißt mich darauf hin.
Ich finde es großartig, dass der Hofladen Widmann diesen Fleisch- und Wurstautomaten aufgestellt hat. So kann ich auch am Wochenende frische Grillware einkaufen, wenn ich es am Freitag am Wochenmarkt nicht schaffe (weil ich beispielsweise arbeiten muss). Und ich finde es bemerkenswert, dass es kein klassischer Metzger ist, der den Automat aufgestellt hat, sondern ein Direktvermarkter. Ich komme jetzt auch unter der Woche zu guten Produkten, denn der Hofladen hat nur Freitag und Samstag geöffnet.

Das Ochsenfleisch auf dem Webergrill.

Das Ochsenfleisch auf dem Webergrill.

Wie wird der Automat jetzt bekannt? Leider hat der Hofladen keine Website und ich habe auch kein Engagement in den sozialen Medien gefunden. Das Marketing läuft über klassische Mundpropaganda und Flyer. Hier könnte noch mehr drin sein, damit der ROI bei der Anschaffung der Wurstautomaten bald eintritt.

Mallorca – unsere Hotelappartement Parque Mar in Cala d’Dor

8. Juni 2016
Urlaub in Parque Mar auf Mallorca.

Urlaub in Parque Mar auf Mallorca.

Wer arbeitet, der soll auch Urlaub machen. Meine Familie und ich – wir hatten uns dieses Jahr den Urlaub verdient. Ich war viel auf Vorträgen unterwegs, meine Frau gestaltete ihren Arbeitsbereich als Geschäftsführerin prächtig und K1/2 lieferten in der Schule ihre Leistungen ab. Also Urlaub zu Pfingsten stand an und die Familie wählte Mallorca als Urlaubsziel. Wir waren damit zum dritten Mal auf der Insel und mögen diesen Teil von Spanien sehr gerne.
Mallorca bedeutet für mich Entspannung. Was nicht gemeint ist, sind die Touristenbunker um den Ballermann. Ich schäme mich, wenn ich das Treiben so mancher deutschen Touristen dort sehe. Party, Party, Party und die Sau rauslassen – nein danke. Wir haben uns diesen Teil von Malle angesehen – mit Abscheu und mit Scham. Wie kann man sich so in einen fremden Land aufführen?

Hotelappartement Parque Mar im Süden der Insel
Unser Urlaub soll anders aussehen. Wir entschieden uns für ein Hotelappartement im Süden der Insel in der Nähe von Cala d’Dor. Die Anlage heißt Parque Mar und ist fest in Schweizer Hand. Die Ferienwohnungen gehören hauptsächlich Eidgenossen und es gefällt uns sehr gut. Der Tipp für Parque Mar kam über meinen Kollegen Sebastian Dosch. Er war von der Anlage sehr angetan und empfahl sie uns weiter. Wir testeten und stimmten ihm zu, danke Sebastian für diesen hervorragenden Tipp. Auf dein Urteil kann man sich verlassen.
Im dritten Jahr in Parque Mar waren wir Profis, kannten uns aus und fühlten uns dort heimisch. Unsere Ferienwohnung war traumhaft, es war die Wohnung Nummer 901 mit Blick auf das Meer. Die Wohnung verfügt über zwei Schlafzimmer, zwei Badezimmer und eine Wohnzimmer mit angeschlossener Küche. Zur Terrasse führten zwei Türen und ein kleines Gärtchen mit Liegen gehört auch zu unserem Reich. Das Appartement wird alle zwei Tage gereinigt. Ich habe hier ein kleines Video mit einem Rundgang durch das Appartement gedreht, um einen besseren Eindruck zu vermitteln.

Die Küche in unserem Appartement ist extrem hochwertig, es waren Miele Geräte, das Besteck und die Töpfe stammten von WMF (ich musste also keine extra Pfanne zum Kochen kaufen) und das Geschirr kommt aus der hochwertigen IKEA-Reihe. Die Küche war übrigens die meiste Zeit mein Reich. Mallorca bietet wunderbaren Fisch und so gab es praktisch zu jeder Mahlzeit frischen Fisch, zubereitet mit Olivenöl und Knoblauch sowie frischen Tomaten und Zwiebel. Kulinarisch war der Urlaub für mich ein Fest. Ab und zu gingen wir essen, aber die meiste Zeit gab es Fisch in der Ferienküche.

Der Fisch stammte aus einem Supermarkt aus Cala D‘Dor, ein paar Kilometer mit dem Auto entfernt. Wir hatten ja am Flughafen Palma einen Mietwagen geordert. Über die Erfahrungen mit der Mietwagenfirma Goldcar habe ich bereits gebloggt. Der Weg zur Anlage Parque Mar von Cala D‘Dor habe ich in einem Hyperlapse-Video festgehalten.

Parque Mar hat als Slogan „.. ein schönes Stück Mallorca“ und diese Aussage stimmt. Die Besitzer der Anlage achten auf Sauberkeit und legen Wert auf Details. Jede Wohnung wird bei Anreise der Gäste mit einer Checkliste überprüft. Das ist so eine Art spanisches QM-System. Einzige Kritik an dem System bei uns: Im Schlafzimmer von K1/2 hängt ein Flachbildfernseher, aber die Fernbedienung hatte keine Batterie. Wir gaben die Fernbedienung am ersten Tag an der Rezeption ab und sahen die Fernbedienung niemals wieder. Hier hat das QM versagt. Fernsehen fiel also für K172 in ihrem Zimmer aus – vielleicht auch kein Nachteil.


Die Anlage Parque Mar selbst verfügt über drei Pools, einen für die Großen zum Schwimmen, einen Salzwasserpool in einer Ruhezone (ich wurde gleich zurecht gewiesen, weil ich mich mit K1 über Videospiele unterhalten habe) und einen Planschpool für die Babys. Die Pools dürfen von 8 bis 20 Uhr genutzt werden. Hier achtet das Personal streng darauf – wobei ich als Rebell schon um 7.45 Uhr ins Wasser gesprungen bin. Oh ja, ich bin ein Rebell und was für einer.
Weiterhin gibt es allerhand Freizeitmöglichkeiten wie Schach, Tennis, Volleyball, Bocciabahn und Sport-Animation. K2 hat den Tauchkurs ausprobiert und war begeistert. Jetzt hab ich das Problem, dass K2 tauchen lernen will und das in Oberbayern. Für den platzeigenen Kinderspielplatz waren K1/2 längst zu groß, ist aber nett gemacht.
Die Anlage ist bepflanzt und wird von mehreren Gärtner gepflegt, Die Sprinkleranlage im Park wird mit aufbereitetem Wasser betrieben. Dies ist kein Trinkwasser, Für das Trinkwasser in der Anlage gibt es eine parkeigene Osmosis-Anlage, weil ich das Wasser auf der sonstigen Insel bei einem empfindlichen Magen nicht unbedingt zum Trinken empfehlen würde.
Es gibt ein Restaurant in der Anlage, das ich nicht genutzt habe, dafür aber reichlich die Bar, um abends einen Absacker zu mir zu nehmen. Leider gab es keinen Ardbeg, so dass ich die Ardbeg-Nacht nicht standesgemäß feiern konnte. Es gab ein wechselndes Abendprogramm, an dem ich nicht teilgenommen habe, es aber dafür gehört habe. Die Hits unserer Jugend wurden zum Besten gegeben. Brauche ich nicht, bei Musik bin ich empfindlich und habe meine eigenen Sachen gehört. Der Service in der ganzen Anlage war freundlich und sprach in der Regel mehrere Sprachen. Ich habe mich sehr wohl gefühlt.


Es gibt in der Anlage kostenpflichtiges WLAN, im Restaurant und an der Bar gibt es für eine Stunde kostenfreies WLAN. Das ist ganz nett, um ein paar Mails abzurufen, aber unter leistungsstarkem WLAN verstehe ich etwas anderes. Hier gilt es nachzubessern. Meinen mobilen WLAN-Router hatte ich dabei und war somit unabhängig. Über meine Erfahrungen mit dem Router habe ich hier geschrieben. Ich bin für wichtigere Online-Arbeiten ins 15 Minuten entfernte Santanyí gefahren, in das Coworking Space Rayaworx von Doris und Rainer Schuppe. Ich habe über Rayaworxs in meinem Blog geschrieben.

Blick aufs Meer - für mich eine Erholung.

Blick aufs Meer – für mich eine Erholung.

Meer bringt mir Ruhe
Mir war das Meer wichtig. Ich wollte einfach nur sitzen und auf die offene See hinausschauen. Die Anlage liegt am Meer und hat auch einen felsigen Zugang zum Meer. Fürs Baden ist der Steg nicht geeignet, dafür zum Tauchen. Mir selbst war die Brandung zu heftig, aber es gibt eben mutigere Menschen als mich. Mir reichte das Zuschauen. Ich besuchte das Meer bei Sonnenaufgang und bei Sonnenuntergang. Ich liebe es, wenn sich die Wellen an den Felsen brechen und ich die Naturgewalten beobachten kann. Ich nahm auf einer Bank oder am Steinboden Platz. Dabei kann ich entspannen, die Seeluft atmen und meinen Gedanken nachhängen.

Kakteen in Parque Mar mit viel Liebe zum Detail
Die Anlage Parque Mar hat viel Liebe im Detail. Das fällt vor allem in der Kakteenanlage auf. Am Meeresufer gibt es einen kleinen Kakteenpark. Jetzt bin ich nicht unbedingt der Freund der stechenden Pflanzen, aber die Kakteen wurden mit viel Liebe und Sorgfalt gepflanzt. Es war für mich eine Art spanischer Zen-Garten.

Mehr mehr von Kakteen sehen will, dem empfehle ich einen Besuch von Bontanicactus. Botanicactus ist ein Botanischer Garten auf Mallorca. Er liegt im Süden der Insel in der Nähe von Ses Salines. Er umfasst 50.000 m² tropische Vegetation und ist der größte bonanische Garten in Europa. Er zeigt die ungeheure Vielalt von Kakteen.

Rundum, wir haben uns im Pfingsturlaub wohl gefühlt. Ich kann die Anlage Parque Mar bei Cala d’Dor auf Mallorca als Tourismusblogger voll und ganz empfehlen. Wer ein wenig Ruhe und dennoch Komfort eines Hotelappartements sucht, der ist in Parque Mar an der richtigen Adresse. Mal sehen, wohin es mich nächstes Jahr hin verschlägt. Ich bin für Vorschläge offen. Bitte einfach melden.

Vibram FiveFingers Furoshiki – Laufen wie die Japaner

7. Juni 2016
Abendspaziergang in Palma mit den richtigen Schuhen.

Abendspaziergang in Palma mit den richtigen Schuhen.

Für meinen jüngsten Urlaub in Mallorca wählte ich leichtes Schuhwerk aus. Als Fan von Vibram freue ich mich immer über neue Ideen für meine Füße. Also kamen dieses Mal Vibram FiveFingers Furoshiki ins Gepäck. Die Schuhe sind leicht, bequem und waren für den Mallorca-Urlaub ein Hingucker.


Ich spreche kein Japanisch, aber ich glaube Furoshiki ist eine traditionelle Form der Verpackung mit einem Tuch. Vibram hat das Wickelkonzept des Lastentragens auf Schuhe übertragen. Aufgrund der anatomischen Sohle und dem Stretchgewebe passt sich der Schuh bequem an jeden Fuß an. Durch das Umhüllen des Oberfußes mit dem elastischen Stretchgewebe und dem einzigartigen Schließsystem gibt der Schuh dem Fuß einen sicheren Halt. Ich habe dieses Mal als Farbe Schwarz gewählt, aber es gibt Vibram FiveFingers Furoshiki in verschiedenen Farben. Aber ich wollte nicht zu sehr auffallen.

Gewickelter Schuh durch die Vibram FiveFingers Furoshiki

Gewickelter Schuh durch die Vibram FiveFingers Furoshiki

Ich habe die Schuhe am Strand, am Pool und in der Stadt getragen. Sie drücken nicht, aber trotz schwarzer Farbe sind die aufgefallen. Die Leute haben mich angesprochen und waren neugierig. Ich empfinde den persönlichen Gehkomfort als sehr hoch und kann die Vibram FiveFingers Furoshiki weiterempfehlen. Allerdings fallen die Schuhe etwas klein aus, also ruhig eine Nummer größer bestellen.
Wollte ich barfuß laufen, lassen sich die Schuhe zusammenwickeln und in einen Beutel verstauen. Die Schuhe wiegen nur 220 Gramm und passen in jedes Gepäck. Nach dem Urlaub kamen sie in die Waschmaschine bei 30 Grad Celsius, nachdem sie in Mallorca überall dabei waren und von mir getragen wurden.

Ali, Ali – Ali hat den letzten Kampf verloren – mein Nachruf

4. Juni 2016

Wenn es ums Boxen in meiner Familie ging, dann wurden nur zwei Namen genannt: Max Schmeling und Muhammad Ali. Nun verstarb Ali im Alter von 74 Jahren. Neben all den sportlichen Leistungen imponierte er mir vor allem durch eine Eigenschaft: Der Kerl war unbeugsam und machte sein Ding.
Mit meiner Mutter, die der Boxfan in unserer Familie war, schaute ich als Kind zusammen nachts die Kämpfe von Ali an. Mutter erklärte mir, dass Ali eigentlich Cassius Clay hieß, aber dann zum Islam konvertierte und sich Muhammad Ali nannte. Warum, das habe ich als Kind ebenso wenig verstanden wie seine Aussagen zu Black Panther oder sein Engagement in der US-Bürgerrechtsbewegung – ich war einfach zu jung. Mir hat einfach das Boxen gefallen. Mitschüler von mir gingen nach Alis Kämpfen in den örtlichen Boxclub BC Piccolo, aber das war für mich als schüchterner Brillenträger nichts. Ich schaute Ali im Fernsehen an und war zufrieden.
Was mir auch auffiel und imponierte, war die große Klappe von Muhammad Ali. Eigentlich war er ein Großmaul, aber ein begnadetes Großmaul. Er hatte eine Meinung und ließ sie jeden wissen. Das faszinierte mich. Ich erkannte, dieser schwarze Mann geht unbeugsam seinen Weg. Das ist gut so.
Mein musikalischer Held Bob Dylan traf sich mit Ali im Rahmen der Rolling Thunder Tour als es um die Unterstützung des schwarzen Boxers Rubin „Hurricane“ Carter ging. Der Song war das erste Lied auf dem legendären Album Desire. Hier hörte ich wieder diese unbeugsame Stimme, die sich wehrt.

Ali und Apple

Ali und Apple

Als große Ehrung sah ich es an, als Ali in der Think different-Plakatserie von Apple erschien. Ich war gerade in den USA als mir Muhammad Ali die Faust auf einem schwarzweiß-Plakat entgegenstreckte. Think different – das war das Comeback von Apple, eben To the crazy ones. Noch heute erinnere ich mich an das Mantra und Teil dieses Mantras war Muhammad Ali.

Here’s to the crazy ones.
The misfits.
The rebels.
The troublemakers.
The round pegs in the square holes.
The ones who see things differently.
They’re not fond of rules.
And they have no respect for the status quo.
You can quote them, disagree with them, glorify or vilify them.
But the only thing you can’t do is ignore them.
Because they change things.
They push the human race forward.
And while some may see them as the crazy ones,
We see genius.
Because the people who are crazy enough to think
they can change the world,
Are the ones who do.

Muhammad Ali war immer da und zeigte auch nach seiner Erkrankung wirkliche Größe. Zuletzt mit der klaren Positionierung gegen Donald Trump. Politiker sollten für ein Verständnis für den Islam sorgen und klar stellen, dass „fehlgeleitete Mörder“ das Ansehen seiner Religion gefährden. Gut gesprochen, obwohl ich mir das alte Großmaul von früher hier gewünscht hätte.
Heute werde ich mir die Ali-Verfilmung mit Will Smith ansehen – und naürlich „Rumble in the Jungle“.