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Fliegerhorst FFB: Erinnerung an die misslungene Geiselbefreiuung zum Olympia 1972

6. September 2024

Das Münchner Olympia-Attentat 1972 war einer der tragischsten Terrorakte in der Geschichte des internationalen Sports und ein einschneidendes Ereignis der deutschen Nachkriegsgeschichte. Am 5. September 1972 stürmte eine palästinensische Terrorgruppe, die sich „Schwarzer September“ nannte, das Olympische Dorf in München und nahm elf israelische Sportler und Betreuer als Geiseln. Die Geiselnahme endete mit einem blutigen Befreiungsversuch der deutschen Sicherheitskräfte auf dem Fliegerhorst Fürstenfeldbruck, bei dem alle Geiseln, fünf der acht Terroristen und ein Polizist getötet wurden. Ich habe mir vor kurzem den Ort der gescheiterten Geiselbefreiuung auf dem Fliegerhorst angeschaut und dabei die außerordentlich gute App Erinnerungsort72 genutzt. Ich kann die App ausdrücklich empfehlen.

Ich hatte die Möglichkeit den ehemaligen Tower des Fliegerhorstes zu besichtigen. Ich sah auf den Platz vor den Hangars, bei dem die Befreiungsaktion kläglich scheiterte. Da ich bei der örtlichen Tageszeitung gearbeitet hatte, erinnerte ich mich an all die Geschichten, die sich dort angespielt hatten und die mir erzählt wurden. Ich spazierte durch den Tower, sah mit die kleine Mauer an, hinter der sich ein Scharfschütze mühsam versteckte, ich sah die Einschusslöcher und die Gedenktafeln. Ich hoffe, der Ort bleibt als Erinnerungsort bestehen und der Tower bleibt als Museum erhalten.

Gestern wollte ich auf Einladung von Landrat Thomas Karmesin mit meiner Frau zur Gedenkveranstaltung, die aber aufgrund des Attentatversuches in München kurzfristig abgesagt wurde.

Hintergrund des Attentats
Also blieb ich zurück mit meinen Gedanken an das Attentat von 1972. Das Attentat fand während der Olympischen Spiele von 1972 in München statt, die als „Heitere Spiele“ nach dem düsteren Erbe der Olympischen Spiele von 1936 in Berlin geplant waren, die unter dem Nazi-Regime stattfanden. Die Spiele in München sollten ein modernes, friedliches und weltoffenes Deutschland präsentieren. Die Sicherheitsvorkehrungen waren bewusst entspannt gehalten, um den Besuchern das Gefühl einer freundlichen Atmosphäre zu vermitteln.

Am Morgen des 5. September kletterten acht bewaffnete Terroristen des „Schwarzen September“, einer militanten Palästinenser-Gruppe über den unzureichend gesicherten Zaun des Olympischen Dorfes. Sie drangen in die Unterkünfte des israelischen Teams ein und töteten sofort zwei Teammitglieder, den Gewichtheber Yossef Romano und den Trainer Moshe Weinberg. Neun weitere Sportler und Betreuer wurden als Geiseln genommen.

Die Forderung der Terroristen lautete, dass 232 palästinensische und deutsche Gefangene, die in Israel und der Bundesrepublik inhaftiert waren, freigelassen werden sollten. Andernfalls drohten sie, die Geiseln zu töten.

Verhandlungsversuche und die deutsche Reaktion
Die deutsche Regierung, die keinerlei Erfahrung im Umgang mit terroristischen Geiselnahmen hatte, geriet schnell unter Druck. Israel lehnte die Forderung der Terroristen nach Verhandlungen ab, da es sich einer Politik des Nicht-Verhandelns mit Terroristen verpflichtet sah. Die deutschen Behörden versuchten, eine friedliche Lösung zu finden, und boten den Terroristen an, sie mit den Geiseln in ein arabisches Land zu fliegen. Dieses Angebot wurde von den Terroristen angenommen, allerdings war dies nur ein Vorwand, um Zeit zu gewinnen und einen Befreiungsversuch vorzubereiten.

Die Verhandlungen zogen sich über den ganzen Tag hin, während die ganze Welt gebannt das Drama verfolgte. Die deutsche Polizei bereitete parallel einen Befreiungsversuch vor, doch es wurde schnell deutlich, dass sie weder ausgebildet noch ausgerüstet war, um mit solch einer komplexen Situation umzugehen. Es gab weder spezielle Antiterroreinheiten noch klare Einsatzprotokolle für derartige Krisen.

Der gescheiterte Befreiungsversuch
Am Abend des 5. September einigten sich die Terroristen und die deutschen Behörden darauf, die Geiseln und die Entführer per Hubschrauber vom Olympischen Dorf zum nahegelegenen Fliegerhorst Fürstenfeldbruck zu bringen. Dort sollten die Terroristen mit den Geiseln in eine bereitgestellte Boeing 727 gebracht und zu einem Ziel ihrer Wahl geflogen werden. Dies war jedoch Teil eines Plans der deutschen Behörden, einen Befreiungsversuch auf dem Militärflughafen durchzuführen.

Der Plan war schlecht durchdacht und unzureichend vorbereitet. Es waren insgesamt nur fünf Scharfschützen auf dem Gelände positioniert – zu wenig, um die acht Terroristen effizient auszuschalten. Zudem hatten die Scharfschützen weder Funkkontakt noch spezielle Nachtsichtgeräte. Sie waren nicht auf Terrorismusbekämpfung spezialisiert und konnten ihre Positionen nicht einmal klar sehen, da es an ausreichender Beleuchtung mangelte. Weitere gravierende Planungsfehler trugen zum Scheitern bei: So war die Anzahl der Terroristen falsch eingeschätzt worden, und es gab keine klare Koordination zwischen den Einsatzkräften.

Als die beiden Hubschrauber auf dem Rollfeld von Fürstenfeldbruck landeten, begannen die Scharfschützen den Angriff. Doch der Einsatz lief sofort aus dem Ruder. Die Scharfschützen konnten nicht alle Terroristen rechtzeitig ausschalten, und ein Feuergefecht entbrannte. Einer der Terroristen warf eine Handgranate in einen der Hubschrauber, der daraufhin explodierte und die darin befindlichen israelischen Geiseln tötete. In dem anderen Hubschrauber wurden die Geiseln von den Terroristen erschossen. Die unzureichend vorbereiteten deutschen Sicherheitskräfte waren nicht in der Lage, die Situation zu kontrollieren, und alle Geiseln wurden getötet.

Am Ende der Operation waren fünf der acht Terroristen tot, während drei überlebten und verhaftet wurden. Auch ein deutscher Polizist, Anton Fliegerbauer, kam bei der Schießerei ums Leben.

Die Konsequenzen des Attentats
Der misslungene Befreiungsversuch und das daraus resultierende Massaker führten zu weltweiter Empörung und Kritik an den deutschen Behörden. Es wurde klar, dass die Sicherheitskräfte völlig unvorbereitet und unzureichend ausgestattet waren, um eine solche Krise zu bewältigen. Die mangelnde Planung und die unprofessionelle Durchführung des Befreiungsversuchs auf dem Fliegerhorst Fürstenfeldbruck trugen maßgeblich zur Eskalation der Situation bei.

In Israel war die Reaktion besonders heftig. Die israelische Regierung unter Ministerpräsidentin Golda Meir war entsetzt über die Tragödie und beschloss, die für den Angriff verantwortlichen Mitglieder des „Schwarzen September“ weltweit aufzuspüren und zu eliminieren. Dieser Rachefeldzug wurde als „Operation Zorn Gottes“ bekannt und führte zur gezielten Tötung zahlreicher palästinensischer Aktivisten und Führer, die in das Attentat verwickelt waren.

Ein weiteres wichtiges Ergebnis des Attentats war die Gründung der deutschen Antiterroreinheit GSG 9, die speziell für derartige Einsätze ausgebildet wurde. Die GSG 9 gilt seitdem als eine der erfolgreichsten Antiterror-Einheiten der Welt und konnte in den folgenden Jahrzehnten zahlreiche Geiselnahmen und Terroranschläge verhindern.

Das Vermächtnis des Münchner Attentats
Das Münchner Olympia-Attentat von 1972 war ein Wendepunkt in der Geschichte der internationalen Terrorismusbekämpfung. Es führte zu einem Umdenken in Bezug auf die Sicherheit bei internationalen Sportveranstaltungen und inspirierte die Schaffung spezialisierter Anti-Terror-Einheiten und Einsatzprotokolle in vielen Ländern.

Die Spiele selbst wurden nach einem Tag des Gedenkens fortgesetzt, was von vielen als kontrovers angesehen wurde. Die Frage, wie man mit solch einer Tragödie bei einem internationalen Sportereignis umgehen sollte, bleibt bis heute eine schwierige Diskussion. Für die Familien der Opfer und die israelische Nation bleibt das Attentat ein tiefes Trauma, das durch den Mangel an öffentlichem Gedenken in den Jahrzehnten nach der Tragödie nur noch verstärkt wurde.

Erst im Jahr 2022, zum 50. Jahrestag des Anschlags, wurde eine Entschädigungsvereinbarung zwischen der deutschen Regierung und den Familien der Opfer getroffen. Die deutsche Bundesregierung entschuldigte sich offiziell für die Fehler, die zu dem tragischen Ausgang geführt hatten, und die Rolle der Sicherheitskräfte wurde kritisch hinterfragt. Dieses späte Gedenken war ein wichtiger Schritt für die Hinterbliebenen, die über Jahrzehnte auf Anerkennung und Entschädigung gedrängt hatten.
Das Münchner Olympia-Attentat bleibt ein erschütterndes Beispiel für die verheerenden Auswirkungen des internationalen Terrorismus und die Notwendigkeit, auf solche Bedrohungen vorbereitet zu sein. Der gescheiterte Befreiungsversuch auf dem Fliegerhorst Fürstenfeldbruck steht als Mahnmal für die Bedeutung von professioneller Planung und Ausbildung in Krisensituationen, um Menschenleben zu schützen.

Ein Traum wird wahr: Ardbeg 17 Years Old kommt zurück

5. September 2024

Wünsche werden wahr und heute ist so ein Tag. Ardbeg lässt den legendären Ardbeg 17 Years Old in einer limitierten Auflage wieder aufleben, exklusiv für das Ardbeg Committee.

Es ist für Fans der Destellerie ein besonderes Ereignis. Erstmals im Jahr 1997 vorgestellt, war Ardbeg 17 Years Old eine wahre Ikone seiner Zeit. Diese limitierte Neuauflage ist eine Hommage an all jene, die Ardbeg 17 Years Old zu der Legende machten, die er heute ist – von den Schöpfern des Whiskys bis hin zu den Fans, die unermüdlich seine Rückkehr forderten. Verkaufsstart ist der 26. September nur für das Ardbeg Committee. Wir durften ihn vorab schon probieren und hier ist unser Video im SixtyFour Maisach dazu. Ich sag es gleich: Ein Hammer.

Warum ist der Ardbeg 17 Years Old so besonders?
Im Jahr 1997 rettete die Glenmorangie Company die Ardbeg Destillerie vor dem endgültigen Aus. Eine der ersten Abfüllungen nach dem Neustart war Ardbeg 17 Years Old. Der Release war ungewöhnlich elegant, aber unverkennbar Ardbeg, und entwickelte sich schnell zu einem Favoriten unter den leidenschaftlichsten Fans der Brennerei. Im Jahr 2004 eingestellt, trauerten die treuen Mitglieder des Ardbeg Committees um die Abfüllung und forderten seither seine Rückkehr.

Das Whisky Creation Team hörte immer wieder den Ruf laut und deutlich nach Ardbeg 17 Years Old. Auch ich hab dann und wann den Wunsch geäußert. Und während sie normalerweise in die Zukunft und auf ihre nächste bahnbrechende rauchige Kreation blicken, forderten sie sich selbst heraus, alle Schritte zurückzugehen und die Abfüllung wie seinerzeit mit jeder rauchigen Note zurückzuholen. Keine leichte Aufgabe – entgegen den heutigen goldenen Regeln der Destillerie, denn: Ardbeg Whiskys haben in der Regel 46 Volumenprozent oder mehr Alkohol und werden nie kühlfiltriert. Auf ihrer Mission, den klassischen Charakter des Ardbeg 17 Year Old zu reproduzieren, kombinierte das Whisky Creation Team getorfte und ungetorfte Bestände und passte die Herstellung an, um Ardbeg 17 Year Old mit 40 Vol. % Alkohol abzufüllen und zu kühlfiltrieren – genau wie in der Vergangenheit.

Eine delikate Neuauflage
Das Ergebnis ist eine delikate Neuauflage des typischen Raucharomas, mit deutlichen medizinischen Noten, einer verlockenden Mineralität mit süßem Rauch und Malz. Die leichteren, unverkennbaren Torfnoten sind immer noch präsent, mit einem Hauch Teer und Eichenholz. Master Blender Gillian Macdonald sagt: „Wenn wir eingefleischte Ardbeg Committee Mitglieder treffen, dreht sich das Gespräch schnell um Ardbeg 17 Years Old. Als wir darüber nachdachten, wie wir diesen Favoriten wiederbeleben könnten, kamen wir auf ein köstliches Rezept, das den Charakter des originalen 17 Years Old im Aroma, Geschmack und Textur ebenbürtig ist. Ardbeg-Liebhaber können sich auf die klassischen Aromen von Kiefernharz und Meeresgischt sowie eine mineralische Note freuen. Überlagert wird dies von gemälzter Gerste mit feinem Raucharoma. Diese Abfüllung ist eine Hommage an alle, die Ardbeg in der Vergangenheit und Gegenwart zu einer Ikone machten. Wir freuen uns sehr, eine Islay-Legende wieder zum Leben zu erwecken und einer neuen Generation von Whisky-Liebhabern die Möglichkeit zu geben, diesen legendären Ardbeg zu erleben, der so bekannt geblieben ist.“

Verkostungsnotiz.
Farbe: Bronze
An der Nase: Frisch, rein und wohltuend, mit einem Hauch Kiefernharz, Anis, Meeresgischt und Lavendelseife. Ein sanfter Auftakt, recht zurückhaltend und für einen Ardbeg sehr elegant. Mit etwas Wasser entwickelt sich eine feuersteinähnliche Mineralität mit feinen Noten von süßem Torfrauch, Gerstenmalz und etwas Toastbrot.
Am Gaumen: Eine schöne, cremige Textur, gefolgt von einem reizvollen Aromenmix aus Anis-Toffee, Café Latte, Fenchel und milder, antiseptischer Seife. Der Torfrauch ist präsent, aber sehr zurückhaltend.
Nachhall: Ein langer, anhaltender Nachhall mit Noten von kerniger Eiche, Kakaopulver und Teer.

Edeka-Werbung provoziert: Blau steht nicht zur Wahl

30. August 2024

In der Regel halte ich mich in meinem Blog aus der Tagespolitik raus und es gilt für mich der Spruch von Friedrich II: Jeder soll nach seiner Fasson selig werden. Heute im Vorfeld der Landtagswahlen in Thüringen und Sachsen werde ich von meiner Enthaltsamkeit zurücktreten und über die aktuelle EDEKA-Kampagne berichten.

Unter dem Motto „Warum bei EDEKA blau nicht zur Wahl steht“ geht derzeit ein Plakat viral in dem sich das Handelsunternehmen gegen die AfD ausspricht, ohne diese rechte Partei zu nennen. „In der EDEKA Obst- und Gemüseabteilung herrscht die bunte Vielfalt,“ heißt es dort zu lesen. Und weiter: „Wer genau hinsieht, sieht eine Farbe nicht: Blau. Und das ist kein Zufall. Denn blaue Lebensmittel sind ein Warnhinweis der Natur, der uns sagt: „Achtung! Ich könnte unverträglich sein!““

Und weiter führt der Lebensmittelhändler aus: „Blau ist keine gute Wahl. Und wo wir bei Wahlen sind: Nicht nur bei Obst und Gemüse ist Blau der natürliche Feind gesunder Vielfalt. In Deutschland sind „die Blauen“ schon heute die größte Bedrohung einer vielfältigen Gesellschaft. Lasst uns also zu den Landtagswahlen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg im September die Warnhinweise richtig lesen und für ein verträgliches Miteinander sorgen.“

Ich halte es für mutig und richtig, dass ein Unternehmen mit vielen Mitarbeitern mit Migrationshintergrund hier Flagge zeigt. Wenn Menschen und Produkte aus dem Ausland nicht in einem Supermarkt arbeiten würden, wären der Markt und die Regale leer.

Natürlich hat EDEKA mit der Argumentation der Farbe Blau in der Natur nicht ganz so recht, wie mir User in meinen sozialen Netzwerken erklären: Kornblume, Iris und das Vergissmeinnicht sind blau in der Natur, nun sind es vielleicht nicht gleich Lebensmittel, aber Natur ist Natur. Andere User weisen darauf hin, dass die AfD eine demokratische Partei sei, was ich doch sehr bezweifeln mag. Für mich ist die AfD alles andere als demokratisch und ein Sargnagel für unsere Demokratie, die ich sehr schätze.

Das Plakat provoziert und regt zur Diskussion an. Als kleiner Blogger und Influencer will warnen vor der AfD und auch wenn ich dadurch ein paar rechte Wirrköpfe als Follower verliere, dann ist es um sie nicht schade. Vielleicht regt die EDEKA-Werbung zum Nachdenken und sogar zu einem Gesinnungswandel an. Es geht schließlich um die Demokratie. Als Journalist wird mir übel, wenn die AfD nach einem Wahlsieg die Medien- und Bildungsgesetzgebung in einem Bundesland steuern kann.

Der Handelsverband Deutschland (HDE) meldete sich ebenfalls öffentlich zu Wort. Präsident Alexander von Preen rief zur Wahl demokratischer Parteien auf. „Ich kann nur alle Akteure davor warnen, die gesellschaftlichen Spielregeln in Richtung Ausgrenzung und Hass zu verschieben. Das führt Gesellschaft und Wirtschaft nicht in eine positive Zukunft, sondern in eine Sackgasse“, sagte er.

Die AfD reagierte prompt auf eine Initiative von 40 bedeutenden Familienunternehmen, darunter Boehringer Ingelheim, gegen die AfD. Björn (Bernd) Höcke reagierte heftig: Unternehmen sollten „einfach mal die Klappe halten, wenn es um Politik geht“, und er hoffe, „dass diese Unternehmen in schwere, schwere wirtschaftliche Turbulenzen kommen“.

Tristan und Isolde – Bayreuther Festspiele 2024 – meine Eindrücke

28. August 2024

Durch einen absoluten Glücksfall bekam ich dieses Jahr wieder die Möglichkeit Karten für die Richard Wagner Festspiele in Bayreuth zu erwerben. Als Fan des Sachsen und des Grünen Hügels musste ich natürlich zugreifen und genoss die Reise zu Tristan und Isolde zu den Bayreuther Festspielen nach Oberfranken.

Natürlich freute ich es zu Flanieren und den Gesprächen der Wagnerianer zu lauschen, was hier und dort nicht gepasst hat und wo es gelungen war. Fachsimpeln mit Bullshit-Bingo – genau meine Welt. Ich freute mich auf die zahlreichen ausländischen Gäste, neben mir saß ein Paar aus Frankreich, das zig Jahre auf die Karten gewartet hatte. In der Pause sah ich Japaner, er im klassischen Anzug, sie in japanischer Tracht – wunderbar. Und ich hatte den Eindruck dass Dr. Edgar Schönferber eine Reihe vor mir saß und wieder auf Bildungsbürger machte. Ich trug dieses Mal meinen schwarzen Gehrock, zog ihn aber im hölzernen Zuhörerraum aus. Meine Lederschuhe stammten aus Berlin. Die Hitze der vergangenen Wochen ist nicht aus der Holzhütte rauszubekommen. Ich beneide meine wunderbare Gattin im luftigen Kleid.

Tristan – Schwere Kost
Ich muss zugeben, dass ich nicht der absolute Tristan-Fan bin. Zwar hab ich schon Inszenierungen der romantischen Oper in Bayreuth gesehen, aber ich werde nicht richtig warm mit der Oper.

Aber ich war neugierig, denn Festspielchefin Katharina Wagner hat die überzeugende Inszenierung von Roland Schwab schon nach zwei Jahren aus dem Programm geworfen und sie durch eine Inszenierung des Isländers Thorleifur Örn Arnarsson ersetzt, was meiner Meinung nach eine falsche Entscheidung war. Der Tristan wurde für mich noch zäher oder sagen wir es mal so: Ich bin wohl mit meinen Mitte 50 Jahren noch nicht bereit für diese Erwachsenen-Oper von Richard Wagner. Mir fällt kein anderer Begriff als Erwachsenen-Oper ein. Publikum einschließlich mir waren von der sängereschen Leistung beeindruckt, das merkte man am Schlussapplaus.

Während der sechs Stunden machte ich mir Gedanken, warum ich mich mit Tristan so schwer tue. Für mich gilt Tristan und Isolde“ von Richard Wagner als eine Erwachsenen-Oper, weil sie sich mit komplexen, tiefen Themen und Emotionen beschäftigt, die ein erwachsenes Publikum ansprechen. Ein paar Gedanken dazu.

Die Oper behandelt existenzielle Fragen von Liebe, Tod, Schicksal und Transzendenz. Es geht um die Intensität der romantischen Liebe, die über das physische Leben hinausgeht, und die Suche nach Erfüllung in einer höheren spirituellen Ebene. Solche Themen erfordern ein gewisses Maß an Lebenserfahrung und philosophischem Verständnis.

Die Liebesgeschichte zwischen Tristan und Isolde ist extrem leidenschaftlich, aber auch tragisch und schmerzvoll. Sie ist geprägt von Schuld, Verboten und inneren Konflikten. Die emotionale Komplexität dieser Beziehung und die tiefen Gefühle der Charaktere sind oft schwer verständlich oder nachvollziehbar für jüngere Menschen, die diese Art von emotionaler Reife noch nicht erreicht haben.

Wagners Musik ist für ihre Dichte und ihre innovative Harmonik bekannt. Die berühmte „Tristan-Akkord“-Struktur führt zu musikalischer Spannung und einer Auflösung, die sich erst über das gesamte Werk hinweg entfaltet. Dies erfordert von den Zuhörern nicht nur musikalisches Verständnis, sondern auch Geduld und die Fähigkeit, komplexe musikalische Entwicklungen zu schätzen.

Vielleicht bin ich nicht immer richtig bei der Sache und voll konzentriert. Da bi ich eher ein Fan von Parsifal. Wagner ließ sich bei der Konzeption von „Tristan und Isolde“ stark von der Philosophie Arthur Schopenhauers inspirieren, insbesondere von dessen Pessimismus und der Idee, dass der Wille (und damit auch das menschliche Begehren) zu leiden führt. Die Oper reflektiert somit philosophische Ideen, die oft schwer zu verstehen sind und ein höheres intellektuelles Niveau erfordern. Ich habe zwar ein wenig Schopi genossen, aber ich bin auch dann bei der Lektüre seiner Bücher ausgestiegen. Das liegt wohl an meinem Unvermögen.

Das Werk endet nicht glücklich, sondern in Tod und Erlösung. Diese Idee des „Liebestodes“, bei dem der Tod als einzige Möglichkeit gesehen wird, um vollkommene Liebe zu erreichen, ist ein sehr düsteres und reifes Konzept, das mehr auf Erwachsene und ihre tieferen Überlegungen zum Leben und der Endlichkeit abzielt.

Genuss in Bayreuth
Sechs Stunden auf Bayreuther Holzstühlen, da muss man Fan sein und ich hab es trotz aller Widrigkeiten genossen. Meine Frau und ich sind mit der Bahn nach Oberfranken angereist, haben im Ibis am Bahnhof genächtigt und zwei Tage Bayreuth genossen mit Bier und Bratwurst. Und wir haben eine liebe Freundin getroffen und als Bäckerei-Fan haben wir die Erfolgsbäckerei vom ehemaligen Handwerkskammerpräsidenten Thomas Zimmer, die Bäckerei Konrad Lang besichtigt.

Die Richard-Wagner-Festspiele in der oberfränkischen Stadt sind nun zu Ende gegangen. Letzte Opernaufführung war der „Tannhäuser“ unter der Regie von Tobias Kratzer. Mehr als 58.000 Besucher sind in dieser Spielzeit auf den Grünen Hügel gekommen. Damit waren wieder alle Vorstellungen ausverkauft. Im vergangenen Jahr waren einige Tickets übriggeblieben. Mal sehen, ob ich 2025 wieder an Karten komme.

Moderner Flair am Grünen Hügel
Der Grüne Hügel ist flotter geworden, nicht so altbacken und verstaubt wie vor Corona-Zeiten. Nach Corona war ich nur bei einer Generalprobe dabei, so dass ich das Festivaltreiben nur aktuell beurteilen kann. Das Catering wurde komplett auf den Kopf gestellt und wird nun durch wahnfood durchgeführt. Das ist ein deutlicher Fortschritt zum bisherigen Steigenberger-Konzept. Die wahnfood GmbH ist ein ein junges Unternehmen aus Bayreuth in Oberfranken, dass sich auf kreatives Event-Catering und Erlebnis-Gastro-Konzeption spezialisiert hat. „Wir liefern nicht nur die Kulinarik um ihr Event, sondern wir schaffen fühlbare Erlebniswelten, die nachhaltig in Erinnerung bleiben“, heißt es auf er Website. Zumindest für die Bayreuther Festspiele ist es gelungen.

Die dichte Bestuhlung wurde entzerrt und es gab mehrere Foodstationen. Zum Essen konnte man neben Lachs auch Austern für die beiden einstündigen Pausen vorbestellen. Die eisgekühlte Cola zum Durchhalten kostete 5,50 Euro – Pfand wurde nicht rausgegeben.

Die Gesellschaft der Freunde von Bayreuth waren während der ganzen Festspielzeit mit einem Stand vertreten und warben um Mitglieder. Ich wurde kein Mitglied, kaufte aber einen Kühlschrankmagneten.

Es gab sogar einen Fotopoint für die Instagrammer – musste ich auch gleich ausprobieren. Und es gab neuen Wagner-Merch. Nicht nur Büsten, Bücher, Noten und CDs von Wagner, es gab dieses Mal auch schwarze T-Shirts mit Sprüchen „Wahn! Wahn! Überall Wahn!“ gefiel mir am Besten.

Und natürlich durften die Wagner-Figuren von Ottmar Höhrl nicht fehlen. Dieses Mal waren am Grünen Hügel goldene Wagners aufgestellt, die ideale Fotomotive waren. Die Wagner-Figur verbeugt sich dieses Mal. Der Pop-up-Store in der Innenstadt von Bayreuth war allerdings schon im Abbau, so dass ich keine Figur erstehen konnte. Mal sehen, ob die Website von Hörl ab September noch was hergibt. Bei mir an Schreibtisch steht ein goldener Dirigenten-Wagner von Hörl, der dringend Gesellschaft braucht.

Und natürlich gab es wieder eine Festival-Bratwurst, Preis dieses Jahr 7,50 Euro. War jetzt nicht so der Hit, aber Rituale müssen eben sein, also rein damit. Die Gattin hat abgelehnt.

Zu den Ritualen gehört auch die Pausenmusik, die das Publikum zum Ende der Pause in das Festspielhaus rufen. Die muss natürlich auch jedes Mal von mir gefilmt werden. Hier bitte.

Und wer es genau wissen wollte, wie meine Besetzung und Aufführung ausgesehen hatte, hier die Beteiligten von TRISTAN UND ISOLDE VII am Montag, 26. August 2024
Musikalische Leitung: Semyon Bychkov
Inszenierung: Thorleifur Örn Arnarsson
Bühne: Vytautas Narbutas
Kostüm: Sibylle Wallum
Licht: Sascha Zauner
Dramaturgie: Andri Hardmeier
Chor: Eberhard Friedrich

Besetzung:

  • Tristan: Andreas Schager
  • König Marke: Günther Groissböck
  • Isolde: Camilla Nylund
  • Kurwenal: Olafur Sigurdarson
  • Melot: Birger Radde
  • Brangäne: Christa Mayer
  • Ein Hirt: Daniel Jenz
  • Ein Steuermann: Lawson Anderson
  • Junger Seemann: Matthew Newlin

Roboter in der Gastro – Liebesbier in Bayreuth

27. August 2024

Roboter haben in den vergangenen Jahren in der Gastronomiebranche zunehmend an Bedeutung gewonnen und bieten eine Lösung für die verschiedenen Herausforderungen, mit denen dieser Sektor traditionell konfrontiert ist. Vom Servieren von Speisen und Getränken über die Zubereitung von Mahlzeiten bis hin zur Interaktion mit Gästen revolutionieren Roboter die Art und Weise, wie Gastronomiebetriebe geführt werden. Dabei erstrecken sich die Einsatzmöglichkeiten von Servicerobotern, die autonom Speisen und Getränke an die Tische der Gäste bringen und Bestellungen aufnehmen, bis hin zu Küchenrobotern, die einfache bis komplexe Kochvorgänge automatisieren. Diese Maschinen können Aufgaben wie das Schneiden von Gemüse, das Braten von Fleisch oder sogar die Zubereitung von Sushi und Pizza übernehmen. Durch präzise programmierte Abläufe garantieren sie eine konstante Qualität und steigern die Produktivität in der Küche erheblich. Ich bin gespannt, was meine Gastro- und Hotelfreunde dazu meinen.

In Bayreuth habe ich bei Liebesbier einen Serviceroboter der Firma Roboterly aus Olpe angetroffenen. Auf ihn stellt das junge Servicepersonal das schmutzige Geschirr ab und auf Kommando fährt der Roboter dann in die Spülküche. Interessant für mich, dass der kleine technische Helfer von der Masse der Gäste gar nicht wahrgenommen wurde, entweder weil er übersehen wurde oder weil Roboter im Alltag angekommen sind. Das Unternehmen Roboterly hat sich unter anderem auf die Bereiche Hotel, Gastro, Einzelhandel, Pflege und Schule spezialisiert.

Beim Essen im Liebesbier habe ich mir Gedanken über den Einsatz von Robotern in der Gastronomie gemacht. Die Branche ist arg gebeutelt nach Corona und leidet und Personalmangel und Bürokratie. Durch Sericeroboter werden lange Wege vermiedene, denn Wege kostet Zeit und Kraft und der Service kann sich besser um die Gäste kümmern.

Einsatzmöglichkeiten
Wenn ich weiter denke, kommen wir noch höherwertige Einsatzmöglichkeiten in den Sinn. Ein weiteres Einsatzfeld von Robotertechnologie in der Gastronomie sind automatisierte Bestellsysteme. Diese Systeme, die oft in Form von digitalen Kiosken in Fast-Food-Restaurants zu finden sind, ermöglichen es den Gästen, ihre Bestellungen selbstständig aufzugeben. Dabei können diese Systeme dank künstlicher Intelligenz Vorschläge basierend auf früheren Bestellungen machen und so ein personalisiertes Erlebnis bieten. In der Ära der Essenslieferdienste gewinnen zudem Lieferroboter zunehmend an Popularität, klingt vielleicht noch ein wenig nach Science Fiction. Diese autonomen Fahrzeuge können Bestellungen direkt an die Haustür der Kunden liefern und stellen eine kosteneffiziente und umweltfreundliche Alternative zu traditionellen Liefermethoden dar.

Ohne Pause rund um die Uhr
Der Einsatz von Robotern in der Gastronomie bietet zahlreiche Vorteile. So können Roboter rund um die Uhr arbeiten und benötigen keine Pausen, was die Betriebseffizienz erheblich steigert. In der Küche führen sie repetitive Aufgaben schneller und präziser aus als Menschen, was zu einer schnelleren Zubereitung und kürzeren Wartezeiten für die Gäste führt. Zudem arbeiten Roboter nach präzisen Vorgaben, was bedeutet, dass die Qualität der Speisen und Dienstleistungen konstant hoch bleibt – ein Aspekt, der besonders in Kettenrestaurants von großer Bedeutung ist. Darüber hinaus bieten Roboter eine Möglichkeit, Personalkosten zu senken, da sie viele Aufgaben übernehmen können, die sonst von mehreren Mitarbeitern ausgeführt werden müssten. Dies reduziert die Notwendigkeit für große Belegschaften und kann insbesondere in Zeiten des Fachkräftemangels von Vorteil sein.

Im Moment ein Alleinstellungsmerkmal
Der Einsatz von Robotern kann zudem ein Restaurant von der Konkurrenz abheben und ein Alleinstellungsmerkmal bieten. Gäste sind oft neugierig und begeistert von der Interaktion mit Robotern, was die Attraktivität des Restaurants steigern kann. Besonders jüngere Zielgruppen, die technologieaffin sind und innovative Konzepte schätzen, könnten durch den Einsatz von Robotern angesprochen werden. Allerdings bringt der Einsatz von Robotern in der Gastronomie auch Herausforderungen mit sich. So sind die Anschaffung und Wartung von Robotern oft mit hohen Kosten verbunden, was insbesondere für kleinere Betriebe eine Hürde darstellen kann. Technische Probleme und die notwendige Wartung erfordern zudem spezialisierte Kenntnisse und können zusätzliche Kosten verursachen.

Akzeptanz
Nicht zu vernachlässigen ist auch die Akzeptanz der Gäste. Nicht alle Gäste sind von der Idee begeistert, von Robotern bedient zu werden. Manche bevorzugen den menschlichen Kontakt und könnten sich unwohl fühlen, wenn dieser durch Maschinen ersetzt wird. Dies stellt Restaurants vor die Herausforderung, die richtige Balance zwischen Technologieeinsatz und persönlichem Service zu finden. Schließlich wirft der Einsatz von Robotern, insbesondere solchen mit Kameras und Sensoren, Fragen des Datenschutzes und der Sicherheit auf. Gastronomiebetriebe müssen sicherstellen, dass die gesammelten Daten sicher verwaltet werden und die Privatsphäre der Gäste gewahrt bleibt.

Noch in den Kinderschuhen
Trotz dieser Herausforderungen steckt die Integration von Robotern in der Gastronomie noch in den Kinderschuhen, bietet aber enormes Potenzial für die Zukunft. Mit fortschreitender Technologie und sinkenden Kosten könnten Roboter bald ein alltäglicher Anblick in Restaurants und Cafés weltweit sein. Sie könnten nicht nur die Effizienz steigern und Kosten senken, sondern auch neue, innovative Erlebnisse für die Gäste schaffen. Die Gastronomiebranche steht somit vor einem spannenden Wandel, in dem Roboter eine zentrale Rolle spielen könnten.

Berliner Tränenpalast: Deprimierendes Gefühl und Wut in den historischen Grenzkontrollkabinen

26. August 2024

Es ist ewig her, aber die bedrückende Stimmung ist geblieben. Als ich den original deutsch-deutschen Grenzübergang Friedrichstraße im Berliner Tränenpalast besuchte, kamen alte Erinnerungen der deutschen Teilung auf. Das schreckliche Gefühl einem brutalen Überwachungsstaat ausgeliefert zu sein.

Der Tränenpalast in Berlin ist ein historisch bedeutsames Gebäude, das im Herzen der deutschen Hauptstadt, direkt an der Friedrichstraße, liegt. Hier ist auch ein original Kontrollpunkt des unmenschlichen DDR-Regimes ausgestellt, den ich als junger Mensch oftmals passieren musste. Man betrat die Kabine in der ein strenger DDR-Grenzer saß, reichte ihm den Reisepass und wurde gemustert. Manches Mal wurden Fragen über die Einreise nach Ostberlin gestellt. Die Stimmung war deprimierend. Der Grenzer war völlig humorlos und strahlte absolute Macht aus. Er entschied, ob man die Hauptstadt des Arbeiter- und Bauernstaates betreten durfte oder ob einem das Paradies verwehrt wurde. Obwohl ich reinen Herzens bin, kam bei mir bei den Kontrollen immer Wut auf diese rote Diktatur auf, die mein Vaterland teilte. Hier ein VR 360 Video.

Der Tränenpalast diente während der deutschen Teilung als Abfertigungsgebäude für den Grenzübergang zwischen Ost- und West-Berlin und wurde 1962 erbaut. Der Name „Tränenpalast“ entstand aufgrund der emotionalen Abschiede, die sich hier abspielten, da Besucher aus dem Westen oft nur kurzzeitig in den Osten reisen durften und dann am Grenzübergang schmerzvolle Abschiede von ihren Verwandten und Freunden erlebten.

Der Tränenpalast war einer der wenigen offiziellen Grenzübergänge, die Zivilisten nutzen konnten, um zwischen Ost- und West-Berlin zu reisen. Nur bestimmte Personengruppen wie Rentner, Diplomaten und westliche Besucher durften diesen Übergang nutzen. Für die Menschen war der Tränenpalast ein Ort der intensiven Emotionen, geprägt von der Trennung durch die Berliner Mauer, die das Land und viele Familien für fast drei Jahrzehnte teilte. Diese Erinnerungen kamen beim Besuch wieder hoch und zeigt mir, wie wichtig die Erinnerung an die deutsche Teilung ist.

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands 1989 und der Öffnung der Berliner Mauer verlor der Tränenpalast seine ursprüngliche Funktion. Heute beherbergt das Gebäude eine Dauerausstellung unter dem Titel „GrenzErfahrungen. Alltag der deutschen Teilung“, die vom Deutschen Historischen Museum betrieben wird. Die Ausstellung bietet einen eindrucksvollen Einblick in die Geschichte der deutschen Teilung, das Leben im geteilten Berlin und die Herausforderungen und Tragödien, die die Menschen an der Grenze erlebten. Ich kann nur jeden empfehlen, sich diesen Erinnerungsort einmal anzusehen.

Besucher können hier nicht nur die historischen Dokumente und Fotografien betrachten, sondern auch Originalobjekte wie Grenzkontrollkabinen und Passstempel sehen, die das Alltagsleben an diesem Ort der Trennung und des Wiedersehens veranschaulichen. Der Tränenpalast ist damit ein lebendiges Zeugnis der jüngeren deutschen Geschichte und ein Mahnmal für die Überwindung von Trennung und den Wert der Freiheit. Ich habe dort viele Anregungen für Seminare gefunden und auch einen Ort der Erinnerung.

Faszinierend: Das FUTURO Haus UFO vor der neuen Sammlung München

25. August 2024

In München ist seit Jahren ein UFO gelandet und jedes Mal, wenn ich daran vorbeigehe, schlägt mein Herz als Science-Fiction Fan höher. Dabei ist das Objekt einfach nur eine Architektur der besonderen Art: Das FUTURO Haus UFO vor der neuen Sammlung München.

Mit einem Durchmesser von acht Metern und einer Gesamthöhe von knapp sechs Metern bietet das Gebäude eine ca. 25m² große Wohnfläche, die in weniger als 30 Minuten mit Strom beheizt werden kann. Das Gebäude ruht auf einem stabilen Stahlrohrgestell. Seine Ausführung ist so gestaltet, dass das Haus auch in unwegsamem Gelände aufgebaut werden kann und extremen Temperaturen genauso standhält wie Erdbeben oder Stürmen.

Die Tür fungiert gleichzeitig als ausklappbare Treppe, ähnlich jener von kleinen Privat-Jets, über die man das auf seinem Stahlfundament schwebende FUTURO betritt.

Das FUTURO wurde von der finnischen Firma Polykem Ltd. als eines der ersten serienproduzierten Kunststoffhäuser der Geschichte hergestellt und international vertrieben. Wie cool wäre es, wenn man sich so ein Gartenhäuschen leisten kann. Danke an die Verantwortlichen der neuen Sammlung München und die Einladung zum Träumen.

Win-Win-Win in der Gastro: Das Lehrlingsmenü im Gasthof Heinzinger, Rottbach

19. August 2024

Ist das eine gute Idee oder ist das eine gute Idee? Gemeint ist das Lehrlingsmenü im Gasthof Heinzinger in Rottbach im Landkreis Fürstenfeldbruck.

Was steckt dahinter? Ein Koch-Azubi muss für seine Abschlussprüfung das perfekte Gericht zaubern, um mit sehr gut zu bestehen. Oft übt der Lehrling dann hin und wieder an seinem Gericht. Bei Denis Kleinknecht, Gastronom in Gasthof Heinzinger, ist das anders. Er hat die Ausbildung von Kevin Wachter, Lehrling im zweiten Lehrjahr, übernommen. Wachters Betrieb musste schließen und Denis Kleinknecht übernahm die Ausbildung des 22jährigen, dem nicht besseres hätte passieren können.

So darf Kevin Wachter an Sonntagen das sogenannte Lehrlingsmenü in Eigenregie zaubern, aber unter den strengen und kritischen Augen von Denis Kleinknecht. Und das Besondere: Es muss das Menü 16 Mal am Sonntag in gleicher Qualität auf den Tisch bringen. Das bedeutet, der Lehrling bekommt eine absolute Routine bei seiner Arbeit, kann probieren und experimentieren und bekommt das sofortige Kundenfeedback gleich 16 Mal. So wird Kevin Wachter optimal unter Realbedingungen auf seine Kochabschlussprüfung vorbereitet und Denis Kleinknecht ist mit der brillanten Aktion wieder ein Marketingcoup gelungen.

Eine klassische Win-Win-Win-Situation. Kevin Wachter lernt mit Hochdruck, Denis Kleinknecht hat Unterstützung in seiner hervorragenden Gourment-Küche und wir Gäste haben einen schmackhaftes Menü zum Genießen. Ist die Welt nicht schön?

Und was gab es für uns dieses Mal auf den Tisch? Nach einer ukrainischen Okroschka durch die ukrainische Köchin Lyudmila Lyapunova beim Gasthof Heinzinger gab es von Kevin eine Gemüsekaltschale mit geröstetem Weißbrot, das Hauptgericht war eine Piccata alle Milanese mit Fettucine und Tomatensugo. Nachspeise war Panna Cotta mit Birnen aus dem eigenen Garten und Rosmarin.

Im Urlaub erreichbar sein?

18. August 2024

Mit dem Urlaub ist das als Selbstständiger so eine Sache. Als es so warm war, gönnte ich mir ein paar erholsame Tage. Ein paar Sachen wie mein Blog und mein Newsletter produzierte ich weiter, aber die meiste Zeit war ich mit Nichtstun und Entspannen beschäftigt.

Abschalten im Urlaub fällt mir schwer, denn Mails wollen gecheckt und Telefonate angenommen werden. Selbst und ständig. Dennoch: Mein Körper braucht Ruhe. Die Batterien müssen aufgeladen werden. Wie ist das bei anderen?

Ich lese interessierte eine Bitkom-Umfrage. Zwei Drittel (66 Prozent) der Berufstätigen, die in diesem Jahr einen Sommerurlaub geplant haben, sind währenddessen auch beruflich erreichbar. Allen voran Ältere bleiben auch im Urlaub dienstlich aktiv: Unter den 50- bis 64-jährigen Erwerbstätigen sind 73 Prozent im Sommerurlaub beruflich erreichbar, unter den 16- bis 29-jährigen Berufstätigen ist es hingegen nur die Hälfte (51 Prozent). Demgegenüber will insgesamt ein knappes Drittel (31 Prozent) der Berufstätigen komplett abschalten und im diesjährigen Sommerurlaub nicht auf dienstliche Anfragen reagieren. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung unter 1.005 Personen in Deutschland ab 16 Jahren, darunter 357 Berufstätige, die dieses Jahr in den Sommerurlaub fahren wollen.

Bei den allermeisten sind demnach tatsächliche oder vermutete Erwartungen anderer ein Grund für die Erreichbarkeit: Über die Hälfte (59 Prozent) gibt an, erreichbar zu sein, weil Vorgesetzte dies erwarten. 51 Prozent sagen, ihre Kolleginnen und Kollegen erwarten es von ihnen, 46 Prozent sehen diesen Anspruch bei Kunden. Ein Viertel (25 Prozent) geht davon aus, dass Geschäftspartner Erreichbarkeit erwarten. 13 Prozent sind überzeugt, dass ihre Mitarbeiter es von ihnen erwarten. Nur 15 Prozent sagen, dass sie im Sommerurlaub von sich aus erreichbar sein möchten.

Meistens sind es ein Anruf oder eine Kurznachricht, die den Urlaub unterbrechen: Jeweils rund zwei Drittel (65 Prozent) der Berufstätigen sind telefonisch beziehungsweise per Kurznachrichten wie SMS oder WhatsApp erreichbar. 29 Prozent lesen oder beantworten dienstliche Mails. Knapp ein Viertel (23 Prozent) ist per Videocall etwa über Facetime oder Zoom erreichbar, 11 Prozent über Kollaborationstools wie Microsoft Teams oder Slack.

„Gerade in Zeiten von Homeoffice und mobilem Arbeiten verschwimmen für viele die Grenzen zwischen Privatem und Beruflichem. Umso wichtiger ist es, Auszeiten vom Job auch wirklich zur Erholung zu nutzen“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Der Urlaub sollte nur in dringenden Notfällen gestört werden. Arbeitgeber sind in der Verantwortung, Vertretungslösungen rechtzeitig zu organisieren sowie klare unternehmensinterne Regelungen für die Erreichbarkeit während Abwesenheiten abzustimmen.“

Interessant ist allerdings, wenn ich auf Freigabe von Kunden warte, die im Urlaub sind. Da werde ich schon mal nervös, wenn das Feedback länger als zwei Tage dauert. „Auszeiten vom Job auch wirklich zur Erholung zu nutzen, das ich nicht lache. So eine blöde Mail kann man doch schnell mal beantworten“, so meine ich. Es ist halt wie immer die Sichtweise des Betrachters.

Eine Whisky-Investion: Ardbeg Traigh Bhan 19 Years Old

15. August 2024

Ich frage mich, ob im Hochsommer wirklich die Zeit für einen neuen Single Malt Whisky ist? Das mag im regnerischen Schottland der Fall sein, aber im Moment überspringt mein Thermometer die 30 Grad Celsius-Marke. Nun, ich mach es so: Ich kaufe den neuen Ardbeg Islay Single Malt Whisky für 280 Euro und trinke ihn, wenn es kühler ist.

Schließlich erscheint der Ardbeg Islay Single Malt Whisky in der sechsten Ausgabe des Ardbeg Traigh Bhan 19 Years Old. Benannt ist die Serie nach einem Strand an der Südküste der schottischen Hebrideninsel, der für seinen singenden Sand bekannt ist. Was auch immer ein singender Sand ist.

Wie seine preisgekrönten Vorgänger ist die Neuauflage der exklusiven Kleinserie ebenfalls in ehemaligen Bourbonfässern und Oloroso-Sherryfässern gereift. Sein höherer Anteil an diesen amerikanischen Weißeichenfässer sorgt für das ultimative, kräftige Ardbeg-Aroma. Die für diese Serie typisch-feine Balance brandet an mit Olivenöltönen, frisch gemähtem Gras und den klassischen Ardbeg-Noten wie Teerseil, Minze, dunkler Schokolade, Rußrauch und Fenchel.

Master Blender Gillian Macdonald sagt: „Unser Whisky Creation Team erkundet für den Ardbeg Traigh Bhan die komplette Bandbreite, die geschmacklich jede dieser Chargen prägt. Mit dem höchsten Anteil an Ex-Bourbonfässern – im Vergleich zu früheren Abfüllungen der Serie – ist der Batch 6 rar und von unglaublicher Balance. Ich bin sehr gespannt zu erfahren, wie er den Fans von Ardbeg Traigh Bhan gefällt.“

Jeder, der jährlich neu erscheinenden Serienvertreter trägt einen eigenen Code, ein Chargensymbol und die Initialen einer bekannten Persönlichkeit der Destillerie. Beim Batch 6 ist es Dugga Bowman, Head Warehouse Operator von Ardbeg. Er sagt: „Benannt nach dem schönsten Islay-Strand wird die sechste Ausgabe bei allen Ardbeg-Fans sicher großen Anklang finden. Hoffentlich genießen sie es, die Unterschiede zu früheren Ausgaben der Serie entdecken – und mit Whiskyliebhabern zu diskutieren.“

Die Ardbeg Traigh Bhan 19 Years Old Serie ist für ihre unglaubliche Balance und Güte bekannt. International renommierte Auszeichnungen wie Gold bei der IWSC (International Wine and Spirits Competition) und der ISC (International Spirits Challenge) finden sich auf der langen Liste von Prämierungen.

Der Ardbeg 19 Years Old Traigh Bhan Batch 6 ist mit 46,2 Vol. % Alkohol abgefüllt und ab dem 27. August 2024 in allen Ardbeg Embassies und auf Ardbeg.com erhältlich, ab dem 2. September 2024 im Fachhandel. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 280€.

Verkostungsnotiz

Farbe: Glänzendes Gold
An der Nase: Ein recht ungewöhnlicher Olivenölduft grüßt, mit etwas Teer, Rußrauch, Ingwerschokolade und frisch gemähtem Gras. Mit Wasser öffnet sich das Bouquet und zeigt die ultimativen Ardbeg-Noten mit Fenchel, Pfefferminze, Eukalyptus und Teerseil im Vordergrund.
Am Gaumen: Der erste Eindruck ist etwas ölig, gefolgt von einer intensiv-minzigen Süße, die von Röstbrot-Noten, Teeröl, Teerseife und einem Hauch geräucherter Ananas begleitet wird. Die tiefen, reichen Aromen setzen sich fort mit dunkler Schokolade, Pfefferminzcreme, Lagerfeuerglut und Kampfer.
Nachhall: Der lange Nachgeschmack erinnert an Kaffeesatz und Lakritze, der langsam abebbt.