Posts Tagged ‘Marketing’

So klappt es mit der Facebook-Anzeige: Tipps & Tricks für mehr Klicks

5. September 2013

Wie müssen Facebook-Anzeigen aufgebaut sein, damit sie Erfolg haben? Diese Frage interessiert alle Marketingmenschen, die Anzeigen im größten sozialen Netzwerk der Welt schalten wollen. Adobe hat Untersuchungen gemacht und die Ergebnisse in einer Grafik zusammengetragen. Fazit: die Darstellung von Personen, die Wahl des Hintergrunds und selbst der Blickwinkel haben allesamt Auswirkungen auf den Erfolg von Facebook-Anzeigen – das ergab eine Auswertung von über 1.700 Anzeigen, die mit Adobe Media Optimizer im September und Oktober 2012 in Europa, den USA, Australien und Asien geschaltet wurden. Die Anzeigen sind zwar ein Jahr alt, aber die Studie wurde jetzt erst veröffentlicht.

Beworben wurden darin Produkte und Dienstleistungen aus unterschiedlichen Branchen. Bei jeder Anzeige untersucht wurden Impressions und die Klickrate, außerdem demografische Daten zu den Personen, die die Anzeigen angeklickt haben (Geschlecht, Alter, Standort etc.).

Adobe kommt zu folgendem Ergebnis: “Wenn Personen abgebildet sind, wird zum Beispiel häufiger geklickt. Interessant hierbei: Sind Frauen dargestellt, verdoppelt sich die Klickrate im Vergleich mit der Abbildung von Männern.”

Beim Hintergrund verspricht eine gleichmäßige Farbfläche den größten Erfolg. Aber Achtung: Die Wahl der Farbe macht einen deutlichen Unterschied. Lila und Gelb bringen hier die meisten Klicks. Auch Blickwinkel und Bildeinstellung beeinflussen die Wirksamkeit einer Anzeige: Nahaufnahmen von Produkten und Personen sorgen hier für die höchste Klickrate.

Die Aussagen gibt es in einer schönen Grafik zusammengefasst:

Adobe_Auswertung Facebook-Ads

Fragebogen zu Social Media auf dem Tisch

5. Februar 2013

Aufgrund meines erfolgreichen Buches „Social Media für Friseure“  darf ich immer wieder Vorträge auf Messen und Veranstaltungen halten. Und es mehren sich Interview-Anfragen. Unlängst flatterte mir ein Fragebogen der Hochschule der Medien aus Stuttgart in den Posteingang. Die Fragen drehten sich um – wen wundert es – Social Media. Ich habe mal die Fragen und meine Antworten aufgeführt. Sicher lässt sich das auf andere klein- und mittelständische Unternehmen übertragen.

Mein neues Buch: Social Media für Friseure

Mein neues Buch: Social Media für Friseure

1.) Welche Bedeutung schreiben Sie soziale Netzwerke für Friseurbetriebe zu? Werden sich diese Plattformen als Werbeinstrument zukünftig etablieren oder werden sie nur ein kurzlebiger Hype sein?

Die Bedeutung ist enorm und aber klar ist auch: Social Media ist kein Werbeinstrument. Wer Social Media als Werbekanal missbraucht, hat das Thema nicht verstanden und wird scheitern. Social Media bedeutet in erster Linie Dialog. Kunden wollen keine Werbung, sondern sie wollen ernst genommen werden. Das ist im Reallife so und auch im Netz. Der Friseur spart sich damit die Marktforschung, in dem er das Feedback direkt erhält und seine unternehmerischen Schlüsse daraus ziehen kann. Friseure haben etwas ganz Fantastisches: Sie haben Mode und das interessiert alle. Und Mode ändert sich. Der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks stellt im Frühjahr und Herbst die aktuelle Frisuren- und Kosmetikmode vor, die dann von den angeschlossenen Landesinnungsverbänden und Innungen aufgegriffen und interpretiert wird. So kann Social Media imagefördernd für einen Betrieb sein. Der Mittelstand und damit auch das Friseurhandwerk leiden zudem unter Ausbildungs- und Fachkräftemangel. Hier kann Social Media ansetzen und das Problem angehen. Wer seinen Betrieb interessant, offen und aufgeschlossen präsentiert, der hat auch Erfolg bei der Mitarbeitersuche.

2.) Braucht wirklich jeder Friseurbetrieb eine Social-Media-Präsenz?

Nein, er kann natürlich auch auf seine bisherige Kommunikation ausruhen oder eine Buschtrommel schlagen. Im Ernst: Social Media ist ein weiterer Baustein in der Markenkommunikation von Betrieben, um seine Marke zu stärken und Kunden zu halten bzw zu erweitern. Der Salon muss sich über seine Markenkommunikation klar werden. Aus Gesprächen mit Dozenten von Meisterschulen weiß ich, dass das Thema Social Media von der Branche sehr ernst genommen wird. Die Thematik fließt in den Unterricht im Bereich Marketing ein. Nicht zuletzt an der enormen Nachfrage nach meinem Buch „Social Media für Friseure“, herausgegeben vom bayerischen Landesinnungsverband, zeigt sich die hohe Bedeutung des Themas. Gerade junge Friseure, die sich selbstständig machen, wissen welche Power das Thema hat.

3.) Wie schätzen Sie den derzeitigen Einsatz von sozialen Netzwerken bei kleinen/mittelständischen Friseurbetrieben in Baden-Württemberg ein? Glauben Sie, dass die meisten Friseurbetriebe soziale Netzwerke nur nutzen, weil man dazugehören will? Ohne sich im Vorfeld Gedanken zu machen, ob für die Unternehmung sinnvoll ist?

Ein Unternehmer, der sich keinen Gedanken macht, wohin er mit seinem Betrieb will, der hatte es in der alten Welt schon schwer, langfristig zu überleben. In der neuen Welt tritt dieses Manko noch stärker zu Tage. Empfehlungsmarketing, und dazu gehört schon der Like bei Facebook, ist heute das Zauberwort in der Branche: Yelp, Qype, Google Places und andere Bewertungsportale zeigen, wie Kunden über ihre Dienstleister denken. Sicherlich sind viele Friseure gerade in einer Phase des Lernens und probieren aus, welche Plattform für sie die richtige ist. Ich stelle einen Schwerpunkt bei Facebook fest, gefolgt von Twitter und Google+. Einige haben Pinterest entdeckt und auch Instagram. Klarer Gewinner bei den Bewegtbildplattformen ist YouTube und jetzt auch Vine. Es zeigt sich, Friseure sind eine visuelle Branche und bevorzugen visuelle Plattformen. Hervorragende Beispiele in Baden-Württemberg sind die Salons von Peter Gress in Esslingen oder Ralf Steinhoff aus Reutlingen.

4.) Bestünde bei der Verwendung sozialer Netzwerke durch die Friseurbetriebe meist noch Optimierungspotenzial hinsichtlich der Inhalte, der Professionalität etc.? Was machen Friseurbetriebe heutzutage ggf. gut/falsch?

Wenn ich nach Bayern blicke, setzt der dortige Landesinnungsverband massiv auf Schulungen. Neben dem erwähnten Standardwerk „Social Media für Friseure“ gibt es Seminare und Veranstaltungen. Neben Grundlagen und Vermittlung des technischen Handwerkszeugs steht vor allem die Sensibilität für Urheberrecht im Focus. Hier besteht ein klarer Nachholbedarf: was ist erlaubt, was geht nicht. Praktische Fragen wie, wer hat Rechte an welchen Bildern oder Musik, müssen geklärt werden, damit der Friseurunternehmer auf der sicheren Seite ist. Wunderbar ist zu sehen, mit welcher Begeisterung Friseure an das Thema Social Media gehen. Sie sind bereit zu experimentieren. Ich führe das auf ihren kreativen Beruf zurück. Wenn sich dann auch Erfolge bei den ersten Schritten auf einer Social Media-Plattform einstellen, dann ist die Begeisterung grenzenlos.

Marketing: QR-Codes helfen gegen Fachkräftemangel

21. Januar 2013

Der Mittelstand leidet unter mehr und mehr unter Fachkräfte- und Nachwuchsmangel. Offene Stellen und Ausbildungsplätze können nicht besetzt werden. Jetzt gilt es zu handeln. Eine einfache und effektive Möglichkeit des Marketings empfehle ich meinen mittelständischen Kunden: Werbung auf dem Kassenzettel.

Vom Grundsatz gut, kann aber noch verbessert werden.

Vom Grundsatz gut, kann aber noch verbessert werden.

Neulich habe ich beim Frühstücken diese Werbeform wiederentdeckt, aber leider wurde sie nicht zu Ende gedacht. Beim Frühstücken in einem XXXL Lutz Möbelmarkt wurde auf dem Kassenzettel für eine Ausbildung als Fachkraft zur Systemgastronomie geworben. Zudem wurde eine E-Mail-Adresse genannt, an die ich meine Bewerbung richten soll. Grundsätzlich nette Idee, aber nicht rund. Viele Leute, ich eingeschlossen, wissen nicht mal, was eine Fachkraft zur Systemgastronomie überhaupt macht. Ich hätte mir mehr Infos über den Beruf, die Ausbildung, die Aufstiegschancen und natürlich über das Gehalt gewünscht. Dafür ist natürlich auf dem Kassenzettel kein Platz.

Hier kommt der QR-Code ins Spiel. Ich kann für die offene Stelle werben und leite die interessierten Bewerber mittels QR-Code oder Webadresse auf eine vorher eingerichtete und optimierte Landingpage. Hier finden sich für die gewünschten Informationen, natürlich optimiert für mobile Endgeräte. So kann ich tracken, was von den potentiellen Bewerber angeschaut wird und wo es gegebenenfalls noch Verbesserungsbedarf gibt. Hier gibt es dann Videos über den Beruf, den Betrieb und die Kollegen. Natürlich die Bewerbungsmöglichkeiten nicht vergessen.

Das Ganze ist nicht teuer, aber ein schönes Marketingtool für den Mittelstand. Einfach und effektiv oder große Agenturleistung.

 

Perfektes Marketing: Air New Zealand zum kleinen Hobbit

1. November 2012

Die Zeit von Mittelerde und dem kleinen Hobbit naht, so beginnt langsam die Werbemaschinerie. Natürlich werden wir uns das neue Werk von Peter Jackson ansehen. Und sicher klappt dieses Mal ein Flug nach Neuseeland, um Kollegen bei Weta zu besuchen.

Jeder Flug beginnt mit der langweiligen Sicherheitsanweisung. Und hier hat die lokale Flugline Air New Zealand eine wunderbare Sicherheitsanweisung im Netz und den sozialen Netzwerken viral verbreitet. In Zusammenarbeit mit Weta kam es zu einem Unexpected Briefing. Dort finden wir Hobbits, Zauberer, (asiatische) Elben, Zwerge, Pferde, Gollum, den Ring, Gandalf und vieles mehr wie Sauron. Nett ist auch ein Camo-Auftritt von Peter Jackson samt Ring. Der Flug geht wohl nach Mittelerde, aber einige Passagiere wollen wohl weiter nach Isengard oder Mordor. Die Figuren sind liebevoll gestaltet und voller Humor. Zauberer tragen selbstverständlich Sneakers zum wallenden Gewand.

Die Musik stammt wohl aus der Feder von Howard Shore, zumindest klingt es so dananch. Howard Shore komponierte den Score zur Herr der Ringe-Trilogie und auch zum neuen Hobbit-Film Hobbit:An Unexpected Journey.

Achtet bitte auf die kleinen Details. Die verwendeten iPhones sind im Voafone-Netz, und immer wieder taucht ein Device auf, das in Elbenrunen verfasst ist. So ist ein iPad damit verbunden und in der ersten Klasse blättert ein Zauberer eine Zeitung mit diesen Runen durch. Leider ist mein Elbisch so schlecht, ich hätte das Silmarillion besser studieren müssen.

Jetzt beginnt das geniale Marketing der Fluggesellschaft und der Filmgesellschaft. Denn wer den Schriftzug mitzählt, der kann gewinnen unter der Website des Fluglinie. (Übrigens, dreimal taucht der Schriftzug auf.)

Elbisch am iPad ...

Elbisch am iPad …

... und in der Zeitung.

… und in der Zeitung.

Als Gewinn winkt die Reise nach Neuseeland, ein Besuch bei Weta, Film schauen und noch viel mehr. Ich mach mich bereit für die Reise nach Mittelerde. Koffer, Helm und Schwert sind schon gepackt. Mich kann nichts mehr halten. Wir sehen uns in Mittelerde.

Tritt ein und sage Freund - so war es bei den Hallen von Moria

Tritt ein und sage Freund – so war es bei den Hallen von Moria

Social Media: Sinnvolle QR-Codes im Spielzeugkatalog

29. Oktober 2012

Langsam sollte ich mir Gedanken um Weihnachten machen. Ich will nicht wieder auf dem letzten Drücker Weihnachtsgeschenke für die Familie besorgen. Beim Sondieren der Geschenkideen fiel mir ein Katalog von Dickie Toys in die Hände. Dieser Hersteller vertreibt ferngesteuerte Autos für Jungs. Eigentlich hat K1 kein größeres Interesse daran, aber ich blätterte den Katalog trotzdem durch. Ich erblickte allerlei Renner, kraftstrotzende Maschinen, Racer und Off Road-Fahrzeuge. Die Autos werden über Ghz-Frequenzbereich gesteuert. Und ich entdeckte QR-Codes auf jeder Seite des Katalogs.

Und da erwachte das Interesse von K1 und mir. Mit dem QR-Code-Reader des iPhones probierte K1 die Codes aus und war grundsätzlich begeistert. Dickie Toys hatte für die unterschiedlichen Codes der verschiedenen Modelle verschiedene Landingpages angefertigt. Leider waren sie nicht unbedingt für den kleinen Bildschirm eines Smartphones optimiert, was K1 sofort als massiven Fehler einstufte. Seine Aussage „Papa, mit was als dem iPhone soll man denn den QR-Code denn noch ansehen und warum sind die Seiten dann so klein“, fragte K1 in kindlicher Naivität. Recht hat K1.

Zu klein als Landingpage für das iPhone

Zu klein als Landingpage für das iPhone

Aber zumindest hat Dickie Toys nicht den Fehler eines Möbelhauses begangen, dessen Projekt den Weg in den unseren (Post-)Briefkasten fand. Hier interessierte ich mich für eine Küche, nahm den daneben abgebildeten QR-Code zur Hilfe, um mehr zu erfahren. Und ich wurde auf die Startseite des Möbelhauses geleitet und sollte mich selbst zurecht finden. Hier kaufe ich meine Küche nicht, bei solchen Marketinganfängern.

Cool, der QR-Code führt direkt zu Produktvideos.

Cool, der QR-Code führt direkt zu Produktvideos.

Aber zurück zu Dickie Toys. K1 interessierte sich am meisten für den Audi R8 (genau wie seine Mutter). Hervorragend gefiel K1 das Einbinden eines YouTube-Videos auf der Seite. Hier zeigte ein Altersgenosse den sachgerechten Umgang mit der Spielzeugrennmaschine. Hier sind QR-Codes optimal eingesetzt. Im Papierprospekt stehen die technischen Angaben, hinter den QR-Code verbergen sich die Emotionen, die für den Kauf eines Spielzeugs genauso wichtig sind. Das machte K1 und mir höllisch Spaß, so dass wir die Videos von Dickie Toys durch klickten und eines halben Tag Rennwagen schauten. Gekauft haben wir zwar keines, aber die Begeisterung war da: Bei K1 über Rennwägen, bei mir über den richtigen Einsatz von QR-Codes.

Social Media: Kaum einer verbindet Online- und Offline-Geschäft

18. Juni 2012

„Daten sind das Gold des 21. Jahrhunderts“. Diesen Spruch habe ich neulich auf einer Veranstaltung von Adobe gehört. Und er ist richtig. Wer über die richtigen Daten seiner Kunden verfügt, kann ihnen die richtigen Angebote machen. Wenn das Angebot auf den Kunden zugeschnitten ist, fühlt er sich nicht belästigt. Alles andere ist Spam.

Leider schaffen es Unternehmen nur bedingt, ihr Online- und Offline-Geschäft miteinander zu verknüpfen. Eine neue US-Studie von ExactTarget bestätigt mich in meiner Ansicht.

Die Studie „Retail Touchpoints Exposed“ von ExactTarget untersuchte Einkäufe im Internet und im Ladengeschäft derjenigen Einzelhändler, die von der Einzelhandelsorganisation National Retail Federation in ihrem Bericht „STORES 2011 Hot 100 Retail“ gelistet wurden. Danach nutzen lediglich 44 Prozent die Möglichkeit zum Nachkontakt via E-Mail mit Kunden aus den Ladengeschäften. Nur fünf Prozent von diesen personalisieren die E-Mails auf Basis der getätigten Einkäufe.

Zu den wichtigsten Ergebnissen gehören:

Ladengeschäfte (95 der 100 „Hot 100“-Einzelhändler):

– 44 Prozent fragen an der Kasse nach der E-Mail-Adresse des Kunden

– 8 Prozent weisen im Geschäft auf ihre Twitter und Facebook-Aktivitäten hin

– 2 Prozent weisen im Geschäft auf Kontaktmöglichkeiten via E-Mail- oder SMS hin

– 2 Prozent bieten digitale Rechnungen per E-Mail an

Online (72 der „Hot 100“ mit Online-Shops):

– 51 Prozent haben bereits erlebt, dass Kundenfragen auf Facebook schneller von Fans als vom Unternehmen selbst beantwortet wurden

– 22 Prozent versenden E-Mails zu Warenkorbabbrüchen

– 21 Prozent personalisieren E-Mails auf Basis von getätigten Einkäufen

Ich bin mir sicher, dass sich diese Aussagen grundsätzlich auch auf deutsche Unternehmen übertragen lassen. ExactTarget hat hier eine gute Arbeit geleistet und Schwachstellen in den USA ermittelt. Jetzt gilt es diese Schwachstellen in deutschen Unternehmen zu analysieren und entsprechend zu handeln. Ich werde den Test mal in einen meiner nächsten Seminare für KMU machen.

Social Media: QR-Codes im Einsatz für Bücher

8. Dezember 2011

QR-Codes sind ja schon ein paar Tage alt, aber mir machen sie immer noch Spaß. Gerne bin ich bereit, dieses Marketingtool auszuprobieren und setze es auch gelegentlich ein. Es funktioniert. Auf einer meiner zahlreichen Reisen zu Social Media-Vorträgen stieß ich auf zwei interessante Versionen des QR-Codes.

Hugendubel-Werbung mit QR-Code.

Hugendubel-Werbung mit QR-Code.

Zum einen war es der Buchhändler Hugendubel, auf dessen Anzeige ich beim Warten auf die S-Bahn aufmerksam wurde. Unter dem Brand „Hugenbubel to go“ warb der Buchhändler mit QR-Codes. Scannen und gewinnen lautete die Devise. Da ich sowieso auf die Bahn warten musste, probierte ich die Einladung gleich aus. iPhone gezückt und QR-Code gescannt. Ich wurde auf eine Website geleitet „Zu gewinnen: Bücher so viele Sie tragen können.“ Es wurde gefragt, wie viele Bücher die Dame auf dem Plakat gestapelt hat. Gute Idee, denn so muss das Plakat mit den neuen Büchern nochmals angeschaut und die Bücher gezählt werden. Der Werbeeffekt wäre noch größer gewesen, wenn es echte Bücher gewesen wären. Denn sobald ein Buchfreund Buchrücken sieht, fängt er auch an zu lesen. In unserem Fall bekam ich nur Dummys zu sehen. Das wäre noch verbesserungswürdig. Gewonnen hab ich übrigens nichts.

QR-Code am Boden des Münchner Hauptbahnhofs.

QR-Code am Boden des Münchner Hauptbahnhofs.

Zum anderem weckte ein riesiges Plakat am Boden des Hauptbahnhofs München mein Interesse. Wieder ging es um Bücher und wieder ging es um Marketing durch einen QR-Code. Sobald ich den Code fotografierte, bekam ich eine kostenlose Leseprobe aufs Handy geschickt. Genial, denn auf Zugfahrten freue ich mich über Lesestoff, den ich nicht extra tragen muss. Jetzt müsste mich nur noch das Thema des Buches interessieren, dann wäre alles in Ordnung. Das Buch „Kapital“ machte reißerisch mit dem Slogan auf: „Sex ist nicht wichtig. Sex ist entscheidend.“

Ich finde: QR-Codes im Alltag setzen sich durch. Diese beiden Beispiele zeigen es wieder.

Apple-Marketing im Wandel

29. Juli 2011

Wir Apple-Jünger haben schon einen Schlag. Seit Jahren halte ich dem Unternehmen die Treue und freue mich auf die Entwicklung meiner Apple-Aktien. Ich erinnere mich noch alte Zeiten, als wir eine kleine verschworene Gemeinschaft waren. Die Älteren unter uns tun sich damit schwer, dass Apple heute eine fette Consumer Electronics Company ist und von jedermann eingesetzt wird. Die alte Think-different-Kampagne war dann doch eher auf Jünger ausgelegt. Wir Apple-Fans waren die größten Kritiker des Unternehmens, aber wir durften das, denn wir gehörten ja zur Installed Base. Aber wehe, es kam so ein Windows-User daher und kritisierte die Apfel-Firma, dann standen wir zusammen. Im Grunde ist es so wie bei der katholischen Kirche. Dort ist der Papst nicht unumstritten, kommt aber ein Außenstehender daher, dann stehen die katholischen Christen zusammen. Egal, Apple ist keine Kirche, aber das Marketing zu dieser Zeit war genial.

Und das Marketing hat sich geändert. Von „Think different“ zu zu einer neuen Form des viralen Marketings. Ich habe hier Videos zusammengestellt von uns Apple-Spinnern. Die ersten stammen von Trevor. Der junge Bursche kommt in die Retail Stores und schaltet die iSight-Kameras ein. Dann tanzt der junge Mann und die Store-Mitarbeiter gehen ihren gewohnten Arbeitsalltag nach als sei nichts gewesen. Mann ist das cool. Mann ist der cool. Was würde passieren, wenn ich so etwas in einem Sony Store machen würde?

Und dann haben wir beispielsweise noch den Irren Mark Malkoff. Er testet aus, wie weit er im Apple Store gehen kann. Er macht ein romantisches Abendessen im Store, lässt sich eine Pizza in den Store liefern, kommt als Darth Vader und will sein iPhone (meine Lieblingsszene) reparieren lassen und bringt sogar eine Ziege mit. Und die Apple-Mitarbeiter? Sie nehmen die Sache cool. Sie wissen genau: Diese Botschaften verbreiten sich viral. Andere Besucher filmen das Ergebnis, twittern, facebooken usw. Ja so funktioniert heute Marketing. Nicht doofe Anzeigen in doofen Magazinen schalten, sondern Empfehlungsmarketing pur. Apple, wir können  immer wieder von dir lernen.

Social Media: Noch immer Nachholbedarf bei Journalisten und PR-Fachleute

22. Mai 2011

Einen Teil meiner Arbeit widme ich der Aus- und Fortbildung von Medienmenschen. Neben klassischen Schulungen zu den Themen Schreiben, Fotografieren und PR kommen immer mehr Social Media-Schulungen. Leider kann ich nur die Ergebnisse des Social Media Trendmonitor 2011 bestätigen.

Journalisten und PR-Fachleute haben noch immer Nachholbedarf in Sachen Social Media. Twitter & Co. sind zwar in den Redaktionen und Pressestellen als „wertvolles Arbeitswerkzeug“ angekommen, aber die Wahrnehmung als „notwendiges Übel“ ist noch immer weit verbreitet. Das ergab der Social Media Trendmonitor 2011 „Zwischen Hype und Hoffnung: Die Nutzung sozialer Netzwerke in Journalismus und PR“ von der dpa-Tochter news aktuell und Faktenkontor. 5.120 Fach- und Führungskräfte aus PR-Agenturen, Pressestellen und Redaktionen haben sich an der Untersuchung beteiligt.

Nur jede dritte Redaktion (33 Prozent) und jede vierte Pressestelle (28 Prozent) hält sich laut Studie für den Umgang mit Social Media „gut“ bis „sehr gut“ gerüstet. Hier sehen vor allem Online- Redaktionen (43 Prozent) und Nachrichtenagenturen (33 Prozent) optimistisch in die Zukunft. Weniger selbstbewusst zeigen sich dagegen Zeitschriften- und Tageszeitungsredaktionen. Nur jede fünfte unter ihnen (jeweils 21 Prozent) fühlt sich gut gewappnet im Umgang mit dem Web 2.0. In den Unternehmen attestieren vor allem Sprecher aus Handel (30 Prozent) und Dienstleistung (28 Prozent) ihren Firmen „gutes“ oder sogar „sehr gutes“ Rüstzeug für Social Media. Starken Nachholbedarf haben laut Studie noch immer Verwaltungen und Verbände (18 Prozent).

Doch auch wenn es um den persönlichen Umgang mit Social Media im Berufsalltag geht, hält sich das Selbstbewusstsein noch immer in Grenzen. Rund jeder dritte Befragte aus Redaktionen (35 Prozent), Pressestellen (42 Prozent) und PR-Agenturen (31 Prozent) gibt persönliche Unsicherheit im Umgang mit den neuen Kommunikationskanälen zu („Habe noch Nachholbedarf“). „Bin Profi“ behauptet nur jeder sechste Journalist (15 Prozent) und Mitarbeiter einer PR-Agentur von sich (17 Prozent), von den Pressesprechern sogar nur jeder zehnte (9 Prozent). Mit „einiger Erfahrung“ ist laut Studie aber doch fast jeder zweite Befragte ausgestattet (Journalisten: 46 Prozent; Pressestellen: 47 Prozent; PR-Agenturen 51 Prozent). Laut Studie attestieren sich die Mitarbeiter aus PR- Agenturen die größte Kompetenz im Umgang mit dem Web 2.0.

Social Media ist in Redaktionen und Unternehmen angekommen. Fast jeder zweite Journalisten (44 Prozent) empfindet Social Media als „wertvolles Arbeitswerkzeug“. Vor allem in Online-Redaktionen (61 Prozent), Nachrichtenagenturen (52 Prozent) und Rundfunksendern (50 Prozent) ist man überdurchschnittlich aufgeschlossen gegenüber Informationen aus dem Web 2.0. In Pressestellen und PR-Agenturen ist die Begeisterung noch größer. Mehr als die Hälfte aller PR-Profis setzt Social Media inzwischen im Arbeitsalltag ein (Pressestellen: 54 Prozent; PR-Agenturen: 62 Prozent).

Allerdings zeigt die Studie auch, dass „wertvolles Arbeitswerkzeug“ in den Redaktionen nicht gleichbedeutend ist mit „großer Relevanz“ für die eigene Arbeit. Denn mehr als die Hälfte aller befragten Journalisten attestiert Social Media gleichzeitig eine „geringe“ bis „gar keine Relevanz“ (63 Prozent). Nur für gut jeden dritten Redakteur (35 Prozent) spielen die sozialen Medien im Arbeitsalltag eine wichtige Rolle. Ein ähnlich kritisches Bild gegenüber Social Media zeigt sich auch in den Pressestellen. Für die Mehrheit aller Pressesprecher hat Social Media noch immer „geringe“ bis „gar keine Relevanz“ (52 Prozent).

Journalisten arbeiten am intensivsten mit Facebook (59 Prozent), gefolgt von Youtube (48 Prozent) und Xing (42 Prozent). Twitter logiert auf Platz vier. Erstaunlich, dass laut Studie noch immer jeder sechste Journalist (17 Prozent) komplett auf die Nutzung sozialer Dienste im Arbeitsalltag verzichtet. Auch in Pressestellen ist Facebook das beliebteste Social Network bei der täglichen Arbeit (62 Prozent), gefolgt von XING (48 Prozent) und Twitter auf Platz drei (47 Prozent). YouTube steht an vierter Stelle (41 Prozent). Überraschend auch hier: 15 Prozent aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Pressestellen verzichten komplett auf Social Media für ihre Kommunikation.

Gut jeder dritte Journalist empfindet Social Media als „Nervkram“ oder „notwendiges Übel“, so die aktuelle Studie (38 Prozent). Das gilt vor allem für Journalisten aus Zeitschriften- (46 Prozent) und Tageszeitungsredaktionen (39 Prozent). Auch gut jeder vierte Mitarbeiter einer Pressestelle kann dieses Gefühl nachvollziehen (28 Prozent). Doch zum Glück ist Social Media nicht nur Qual sondern bringt jedem vierten Nutzer, ob Journalist oder PR-Profi, auch „großen Spaß“. (Journalisten: 25 Prozent; Pressestellen: 21 Prozent; PR-Agenturen: 25 Prozent). Zuständig für den Einsatz von Social Media-Tools in Redaktionen sind vor allem die Online-Redakteure (39 Prozent). In Unternehmen sind es die Presseabteilungen (47 Prozent), gefolgt vom Marketingteam (27 Prozent).

Und obwohl sich alle einig sind, dass der Einsatz von Social Media im Arbeitsalltag weiter steigen wird (Journalisten: 64 Prozent; Pressestellen: 79 Prozent; PR-Agenturen: 84 Prozent), planen fast die Hälfte aller Unternehmen (46 Prozent) und Redaktionen (43 Prozent) keine Investition in Social Media. Bedauerlich: Denn laut Studie erleichtert Social Media den Austausch zwischen Redaktionen und PR-Verantwortlichen.

Handwerker ins Fernsehen: Mediales Konzept für Ausbildungsplätze

17. Januar 2011

Nachwuchswerbung ist für 2011 bei vielen Unternehmen angesagt. Wir haben durch die demografische Entwicklung weniger Lehrlinge, die einen Ausbildungsplatz suchen. Die Zahl der offenen Stellen nimmt aber aufgrund positiver Entwicklungen zu. Unternehmer müssen also ihre Lehrstellen für potenzielle Bewerber attraktiver werden. Künftig werden es manche Berufe schwer haben, qualifiziertes Personal zu bekommen.

Hier spielen die Medien auch eine große Rolle. In der Glotze finden sich vor allem Serie über Ärzte, Rechtsanwälte, Designer, Werbetreibende, Detektive. Eine Serie über klassische Handwerksberufe gibt es dagegen kaum.

In USA-Serien werden uns coole Berufsbilder von Staatsbeamten, manchmal etwas verschroben aber immer cool drauf und gut angezogen: CSI, 24, Fringe – Es begann mit Akte X, als ich nur staunte, welche Klamotten Agent Mulder und Scully trugen von einem Gehalt als Staatsbeamte. So schafft man einen Mythos und der Zauber wirkt bei jungen Leuten und beeinflusst ihre Berufswahl.

Kommunikationswissenschaftler der Universität Münster haben herausgefunden, das deutsche TV Serien nicht die Realität des Berufslebens widerspiegeln. Das ist sicherlich keine Überraschung, sollte aber dennoch den Vertretern von Wirtschafts- und Industrieverbänden aufstoßen. Wer in den positiv Medien erscheint, der kann sich auch Bewerber für offene Stellen aussuchen – das ist nichts anderes als Marketing.

Marketing für das Handwerk für die ganz Jüngsten.

Marketing für das Handwerk für die ganz Jüngsten.

Während fast jeder dritte der knapp 40 Millionen berufstätigen Deutschen im Jahr 2007 in der Produktion beschäftigt gewesen sei, seien es in den Serien nur etwa ein Prozent, so die westfälischen Wissenschaftler. Natürlich wandelt sich Deutschland zur Dienstleistungsgesellschaft, doch in den TV-Serien sehe ich kaum etwas von Verkäufer, Maler, Friseure. Ok, ich kenne zwar den Landarzt oder mein Lehrer Dr. Specht. So steigt beispielsweise der Wunsch, im Gesundheitswesen zu arbeiten signifikant mit dem Konsum von gesundheitsbezogenen Serien an, so das Ergebnis der Studie. Umgekehrt sei das Interesse am Handwerksgewerbe wohl auch deshalb gering, weil zugehörige Berufsfelder im Fernsehen keine Rolle spielen, meinen die Forscher.

Also sollten sich Wirtschafts- und Industrieverbände Gedanken machen, wie sie besser ins Fernsehen kommen. Hier fängt Marketing an. Ein paar positive Beispiele gibt es bereits:  Kennen Sie Meister Manny? Nein? Meister Mannys sprechende Gehilfen Rosti, Schrauber, Quetschi oder Pat halten nun auch Einzug in die Zeitschriftenregale. Seit 13. Januar 2011 bringt der Egmont Ehapa Verlag „Meister Mannys Werkzeugkiste“ in den Handel. Die gleichnamige Serie läuft seit 2007 erfolgreich im Disney Channel und seit 2008 auch auf Super RTL. Wer die Zeichentrickhelden kennt, weiß, dass sich bei ihnen alles um das handwerkliche Geschehen und den gemeinschaftlichen Zusammenhalt dreht. Deshalb wartet die erste Ausgabe mit vielen tollen Mitmach-Geschichten rund um den Heimwerker auf. Dazu gehören eine Menge Rätsel, Basteltipps und Malvorlagen. Aber auch die ersten englischen Worte können die Kinder mit Manny und seinen sprechenden Werkzeugen lernen.

Cool waren Pixi-Bücher für die ganz Kleinen. Da gab es erfolgreiche Serien wie Meine Freundin ist Tierärztin, ist Kapitän, ist Pilot. Aber es gab auch in Kooperationen mit Kammern ein cooles Heft: „Helene geht zur Meisterschule“, „Die Handwerker“, „Unternehmer im Handwerk“. Ich fand es toll und die Aktion schafft die Grundlage für einen späteren Berufswunsch. Als Medienheini weiß ich also was ich zu tun habe.

Helene geht zur Meisterschule.

Helene geht zur Meisterschule.